1830 / 18 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

M ven E E E D E A T E A s Ld E

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det Gegenstand seines ganzen - Bestrebens seyn werde. Der Graf machte dann dem Sultan eine Schilderung der von diesem persönlichen Vertrauen zwischen den Souveränen zu erwartenden glücklichen Resultate, worauf der Sultan erwie- derte, daß er Sr. Kaiserlichen Majestät einen deutlichen Be- weis seiner Gesinnungen gegeben, indem er eine besondere Gesandtschaft ‘nach St. Petersbarg abgefertigt habe. Nacls dem der Graf Orloff gegen den Großherrn geäußert hatte, wie angenehm Sr. Majestät die Sendung Halil - Pascha's sey, stattete er Sr. Hoheit fr die ihm in seinen Staaten in jeder Rücksicht gewordene ausgezeichnete Aufnahme, und vorzügli für die besondere Güte, mit der es Sr. Hoheit a e, ihm in Ramis- Tschiflik, so zu sagen mitten unter seinen Kindern, den regulären Truppen, die sein _cige-

nes Werk sind, zu empfangen, den lebhaftesten Dank ab.

Der Sultan, dessen Miene Anfangs feierlich und ernst gewe- sei war, wurde gegen das Ende der Audienz immer heiteter, und er geruhte unter Anderem auch an Herrn von Franchini einige verbindlichè Worte zu richten, Später unterhielt fich Se. Hoheit direct mit dem Grafen Orleff ohne Vermitte- lung des Reis: Efendi. Diese . Stimmung benubend und mit dem Wunsch, die Unterhaltung auf einen dem Sultan angenehmen Gegenstand zu lenken, brachte der Graf das- Géspräch) wieder auf die regulairen Truppen, um ihre gute Haltung und ihre raschen Fortschritte zu loben. Der Sultan bezeugte ihm darauf seine N über das, was er \o eben gehört hatte und fügte hinzu, er hoffe, der

Graf: würde mit seinem Reis - Efendi eben so zufrieden seyn.

Nach diefen bemerkenswerthen Worten, mit denen sich die Unterhaltung, die beinahe eiue halbe Stunde gedauert hatte, schloß, verneigte sich der Graf vor dem Großherrn. Nach- dem der Graf den Audienz-Saal- verlassen, begab er sich wie- der in das Gematrh ‘des Seliktar ; \ ihm folgten der Reis- Efendi, der Privat - Secretair und- einer der Lieblinge des Sultans, Mustapha-Bey, und fast alle Adjutanten des Groß- herrn: Jn dem Augenblicke, wo der Graf sich zurückziehen wollte, kündigte ihm der Reis - Efendi an, der Sultan wün- sche, daß Se. Excellenz: beim Weggehen sich eines seiner völ- lig aufgezäumten und gesattelten Pferde bedienen möge, das Se. Hoheit ihm ‘als ein Zeichen seines Wohlwollens bestimmt habe.“ Als der Graf hierauf: seine Erkenntlichkeit für diese neue, ihm vom Sultan erwiesene Auszeichnung bezengt hatte, verließ er gégen Mittag Ramis - T)chéflik unter denselben Ehrenbezeugungen, mit denen er empfangen worden war.‘

Der nun beendigte Krieg mit der Türkei- mußte noth- wendiget Weise einen ungünstigen Cénfluß auf den Wohlstand der Bewohner Neu-- Rußlands und der angränzenden Gou- vernements haben, indem der Handel, den sie auf dem Schwar- zen Meere mir dem Auslande führen , im Laufe der beiden Kriegsjahre gehemmt war, und ihnen die Durhmärsche der Truppen und die damit verbundenen Einquartievrungen besou- ders zur Last fielen, sie auch überdem Theil an der Lieferung der Kriegsbedürfnisse nahmen. Jn Erwägung alles dessen, haben Seine Majestät der Kaiser, nach Jnhale eines unterm 18ten v, M. erlassenen Ukas, für nüblich ' erachtet, diesen Gouvernements solche Erleichterungen zu gestatten , die ihren Bedürfnissen und Lokal-Verhältnißen am angemessensten sind. Demgemäß ind- den verschiedenen Bewohuern derselben die seit mehreren Jahren angehäuften rückständigen Abgaben zum Theil: ganz, zum ‘Theil zur Hälfte erlassen, und zur Eintrei- bung-des nicht erlassenen Theiles diejer Rückstände Termine festgeseßt worden , die ihnen nicht drückend werden können ; daneben is auch den in den: Städtea Odessa, Taganrog, Theodosia und Kertsch“ anjäßigen Kaufleuten, und Bürgern,

die- ihnen gewährte: Steuerfreiheit noch auf 3 Jahre verlän-

gert wordem

¿7 Zu Gatschina-wurde: am Zten v, M. die-auf Kosten der-

Hochseligen Kaiserin Mutter Maria Feodorowna neu erbaute steinerne evängelische Kirche feierlich eingeweiht. :

“Frankrei.

: Parús;:10 auuar. Se. Majestät beabsichtigen , sich

movgén >auf einige Tage nach Compiègne- zu - begeben; ein Theil! der“ Equipagen: is bereits gestern, dorthin abgegangen.

‘Mittelst Königl. :Verorduuug- vom- en d, M. ist der; bisherigé: Bischof von Nodez,, Herr von: Ramond-Lalande, ‘au:

die’ Stelle ‘des verstorbenen Cardinals: von la Fare zum Erz? bischof von: Sens, ‘und dagegen der Pfarrer an der: Kathe- drale‘zu! Clermont, General-Vikar und ordentlicher: Prediger des'-Königs, Abbé: Giraud, an des. Ersteren Stelle, zum Bi: hof von. Rodez ernannt; worden,

Der Herzog von; Grammont; le: id in ‘die Länge zu ziehew scheint, von den Tuilerieen nach: sei-

e B, _——___} einer Fuanzôsi ist, da seine’ Krankheit. sich-

nem Hôtel gebracht worden; seine Stelle als Hauptmann der Leibgarde versieht einstweilen der Fürst von Croy-Solre.

Auf das von den hiesigen Zeitungen vor einigen Tagen verbreitete Gerücht, daß die. Zahl der Notariate vermehrt werden -wärde, hatten sofort -mehrere Notare in Lyon, Rouen und atideren Städten thte desfallsigen Reclamatioken bei dem Justiz «Minister angebra<ht. Der Moniteur erklärt sich jebt ür ermächtigt, jenes Gerücht als völlig grundlos zu wi: derlegen. - |

Aus einer von dem General - Post - Direktor gegebenen Uebersicht erhellt, daß im Laufe des verflossenen Jahres 1829 nicht weniger als 9,212,802 Briefe aus den Provinzewr und

dem Auslande in Paris angekommen, und 5,275,607 für

die Hauptstadt selbst bestimmte Briefe ïîn die Pariser Brief- fasten geworfen wörden sind. Jn derselben Zeit sind in Pa- ris 2,200,000 Druckschriften aller Art vertheilt wordan. Die Zahl der eingelaufenen <hargirten Briefe belief sich auf 54/340; die der recómmandikten auf 24,513; dié der fäls<li< nach Paris adressirten, und nach den Departements zurücgeschi>- ren, auf 3058; die der unversiegelt eingegangenen , auf 7478 (worunter 484 Wechsel und Banknoten zum Betrage von 1,330,216 Fr. enthielten); endlich die der ohne Adresse eingelaufenen Briefe, die sonach gedffnet werden mußten, um sie den Absendern. zurúcfzustellen, auf 456, worunter sich ei- nige befanden, welche Wechsel und Banknoten zum Gesammt- betrage von 205,806 Fr. enthielten, Der Moniteur macht auf diese Nachlássigkeiten des - correspondirenden Publikums aufmerksam und rügt es namentlich, daß dasselbe von dem Recoimmandiren der Briefe; wodurch jedem möglichen Ver- lusie- vorgebeugt werde, so wenig Gebrauch mache.

Der Präsident des Handels: Büreaus hat unterm Hren : d. M. das nachstehende Circularschreiben an die verschiedenen

Handeis-Kammern in den Hafenstädten et ¡Die den Handels-Büreau neuerdings zugegangenen Zeachrichten - bestä- tigen diejenigen, die- ih Jhnen, m. H., am: ten v. M. über die Lage des Handeis in Havana gegen Ende Septembers 1829 mitgetheilt hatte. Es cheint, daß alle aus Europa fom- menden Waaren , die keinen sichern Absal finden, nah wie vor aufgeftapelt werden, und es steht zu befürchten, daß. die Kleinhändler, denen die Graßhandlungs-Häuser eine Zahlungs- Frist zugestaaden hatten, sich in der Unmöglichkeit befinden werden, ihre Verbindlichkeiten zu erfüllen.“ ;

Mehreren Deputirten ist „- wie der Messager des Chambres meldet, von unbekannter Hand dur<h die Post eine Brochúre unter dem Titel: Von der Verweigerung der Subsidien, mit dem aus einer Rede des Herrn Royer - Collard (vom 17. Mai: 1820) entlehnten Motto : ¡Nein , Frankreich will nicht , daß der König seinen Degen abgebe‘‘, zugesandt worden. Der Zweck- derselben ist nicht nur, die mit einer Verweigerung des Budgets von Seiten der Wahl-Kammer verknüpften. Gefahren näher zu bezeichuen, sondern zugleich zu beweisen, daß diese Kammer zu einer“ sol-

chen Verweigerung nicht. berechtigt sey. Als Antwort auf

jene Schrift at der General, Baron von -Richemont, De- putivter, des Departements des Allier, eine kleine Brochúrxe mit. der Ueberschrift: Von der Repräsentativ-Regie- rung und der Steuer-Verweigerung, in-Druc> gege- ben: ls Haupt-Argument theilt der Messager des Cham- bres die náchstehende Stelle daraus mit: ¿Die -Ministeriellen fragen, warum man der Regierung die Subsidien vorenthal- ten und zu dieser äußersten, Maaßregel seine: Zufluchc nehmcn will, so lange der Kammer noch das-Recht zusteht , die Mi- nister in Auklagestand: zu: verseßen? Hierauf erwiedern. wir, daß: die Kammer zwar dieses Recht allerdings hat, daß es aber nicht einer- augeubli>liehen- Gefahr. abhilft, ‘da. die Wir- fung- desselben laugjam; ungewiß und illusoris< is. Die

Krone wird dereinst- fühlen, welche Uebelstände mit diesen

Weitläuftigkeiten,- die--sie- vielleicht als ein Ausfluchts- Mittel

betrachtet, „die aber gerade deshalb die Kammeru leicht zu- ex- tremen Schritten führen könnten, verbunden sind. Jm-Uc- brigen „so ann die Anklage sich: immer nur auf. Thatsachen

erstrecéen, nicht aber auf gegründete-Besorgnisse und drohende

Gefahren, von denen man eben so- gut das Land: befreien

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„rucht von der bevorstehenden. Ankunft von hundert jutigen

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Türken in Frankreich. enthält jeßt der Moniteur Folgendes : ¡Der Großhert hatte durch den! Hauptmann Calosso: bei dem Grafen“ Guilleminot aufragen lassen - ob es- dem Könige. von Frankreich wohl genehm -seyn- würde, wenn. er hundert. junge Mujelmänner,„ aus: den: ersten- Familien «der: Hauptsiadt, auf

schen Fregatte nach-Frgnkreich: schi>té, um sie in, Paris aus dieselbe Weise, wie die Französische Jugend selbst, erziehen zu lassen: Der Botschafter nahm feinen An-

‘Ueber das (bereits vor einigen. Tagen gemeldete) Ge:

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and, diese Frage zu bejahen, und seßte unverzüglich den Vice: - Admiral von Rigny davon in- Kenntniß. can hofft daher von einem Tage zum „andern, die: zur Ueberfahrt jener jungen Leute S Fregatte in einen der mittäglichen

äfen einlaufen zu sehen. ; E ia eben alls im- Moniteur befindliches Schreiben des Herrn Jomard enthält nachstehende Angaben über die dure) den Vice-Kdnig Mehemet-Ali in Aegypten eingeführten Verände- rungen: Die Provinzen sind in Departements, Bezirke: und Unter-Bezirke getheilt; außer den Provinzial-Versammlungen i ein allgemeiner- Divan errichtet, der sich in einer der Hauptstädte versammelt und zu welchem úber 200 Deputirte der Provinzen nebst etwa dreißig Civil - und Militair-Beam- ten gehôren, Der Vice - Kdnig - legt diesem Divan. alle die Verwaltung angehenden Sachen- vor, Ohne eine eigentliche

Versammlung: von Repräsentanten zu seyn, ist dieser Divan-

doch mehr als ein Conseil. Die: -Sißkungen desselben sind df- entlich. Seit dem Jahre 1826 werden fortwährend junge Lun nach Frankreich geschit, um sich in den Wissenschaften, in den Künsten und Handwerken, so wie in der Staatsfunde, zu- unterrichten. Mit -Einschluß der zuleßt in Marseille an-

gekommenen Araber sind seit 18.6 bereits 150 junge Männer

von der Aegyptischen Regierung nah Frankreich geschi>t worden. Andere sind nah England und Oesterreich gegan- gen. Setbst. die Ulema's und Scheykhs folgen dem vom Vixe-König gegebenen allgemeinen Schwunge. Auch ein pe- riodisches: Blatt wird- jeßt in- Aegypten herausgegeben ; es ist „¿„Nachrichten aus- Aegypten/“ betitelt, und erscheint wöchent- lich zrveimal in Folio-Format und zwei Columnen, einer Ara- bischen: und einer Türkischen; das Blatt ist-aus- Boulay, dem Hafen von: Kairo, daxivt, wo sich auch die Druckerei befindet.

Von Niebuhrs- Rômischer- Geschichte ist- hier bei dem Buchhändler Levrault eine Französische Uebersezung von Hrn.

v. Golbery „- Rath am Königl, Gerichtshofe zu Colmar, er- …_ schienen. :

‘Auch von den Memoiren des Lord Byron, welche Tho- tnas Moore in London: herausgiebt , wird hier eine Franzöô- fische Uebers bduag veranstaltet.

In cinem Schreiben aus Rom vom 25. Dee. wird die früher. mitgetheilte, Nachricht, daß der Fürst Spada dem Lord Hertford die shône Bildjäule des Pomvejus für 127/500 Fr. verfauft habe, für grundlos erklärt. Schon der niedrige Preis machte diesen Verkauf sehr umvahrscheinlich; da- Napóléon im Jahre 1812 für jenes Denfmal 200,000 Römische Thaler (über cine Million Franken) geboten' hatte.

Der Baumeister des Tunnel, Herr Brunel, befindet sich gegenwärtig hier. Jun seiner Gesellschaft nahm vorgestern der Fúrst von Polignac die große Frachtfuhrwerks - Anstalt der Herren Audry de Puyravault und André Galot (Beides De- putirte: des Departements der Niedern Charente) in Augen- schein. 4 Herr von Vatimesnil ist aus der hier unter dem Namen der Société des ‘bonnes lettres bestehenden literarischen Ge-

- sellschaft ausgeschieden.

Don Juan Ant. Yandiola, Deputirter zu den Spani- schen Cortes von 1814 und 1820 und Finanz-Minister unter der. verfassungsmäßigen Regierung, ist in der Nacht vom 8ten aufden Iten d. M. hieselbst mit Tode -abgegaugen.

Jn dem ehemaligen Dominikaner-Kloster- zu Craon (De- partem. der Mayenke): ist vor einiger Zeit einm neues -Frauen-

Kloster vondem Orden dor Benedictinerinnen gestiftet worden.

Die Gazette de Lyon zeigt an, daß der dortige König- liche Gerichtshof sowohl , als das Zuchtpolizei- Gericht“ ber schlossen hätten, - das- Journal: des Débats vonx 1sten d; M.

am nicht ferner-zu halten. -¿¿Diejer: Beschluß“, fügt das ge-:

dachte Blatt’ hinzuz® „„ist eine: Art von4Uyvtheil, dessen- morag-

lischer Einfluß nicht verloren. gehen wird ; : er- beweist, daß:

der zweite Gerichtshof des Landes das hohe Amt, das-er zu verrichten hat} richtig zu würdigen verstelzt.// - ¿14 ÚriN JInecdent Bagno vom Toulon ift eine : anstectende Krank-- on ausgebrochen woran bereirs 400 Sträflinge danieder ‘Aus Pont-Saîint-Esprit (Dept. -des- Gard) meldet man, daß die ¿Rhone in dortiger? Gegend- seit 30 Jahren zum er-

stenmale wieder gänzlich: zugefroren sey:

Großbritanien und Jrlgud,“

-— Londom'; 8: Jan, Betm--Colonial-Amte- sind heute De-

peschen vom Lord-Dber-Commissair der Jonischen Inseln aus Korfu ferner von Sir Fr:: Ponsonby unserm: Gouverneur. auf: Malta und von Gene val: Don dem: Gouverneur“ von

Gibraltar,'eingegangen.- vehtere haben die: Nachricht. mitge-

bracht, daß jeßt jedes aus Gibrältar fommeide mit Gesund- heits:Attesten versehene Fahrzeug im. Hafen von ‘Cadix zuge-

lassen wird, Ueber: den Gesundheits - Zustand unserer auf Malta und»-den Jonischen Juseln -stationirenden- Regirnenter sind die befriedigendsten: Nachrichten eingegangen. 24

Unsere: Blâtter- melden heute- den Pldelich erfolgten Tod

| des berühmten Malers- Sir- Thomas Lawrence, Präsidenten

der Königl. Akademiez- er ist seinem nit minder berühmten Grat Let Mv gemi dem Hosmaler: Dawe, schnell-iri das

Die Tímes enthält folgende Betrachtungen- in Bezug auf die inneren Angelegenheiten-der Niederlande: „Die leb- ten Brüsseler Zeitungen- gleichen der Trompete des Freiherrn von Münchhausen, die beim Aufthauen ‘die früher eingefror- nen Töne erschallen läße: sie enthalten- nämlich jebt erst. die Reden, welche mehrere Mitglieder der. Génerat- Staaten vor dem Schlusse ‘ihrer Sibungen gehalten haben. Jm Allge- meinen tragen diese Redeneinen hestigen, aufrührerischen Charak- ter; die Niederländer sind indessen schon seit langer: Zeit an eine große Freiheit der Discussion gewöhnt, und- die Rednec lassen es sich um so weniger angelegen seyu, in ihren Aus: drücken, sie mögen nun von Vorurtheilen einerseits oder von Uebertreibungen andererseits voll seyn,- vorsichtig zu: seyn, als sie sicher sind, immer einen Wiéderhall inm Volke zu finden. Die Einstimmigkeit; mit welcher die zweite Kammer, um-die- Regierung nicht in Verlegenheit zu bringen, ein temporäres - Finanz - Gesel. annahm, nachdem sie die Wege- und Mittel des regelmäßigen Budgets verworfen- hatte, zeigt zur Genüge, daß selbst die heftigsten Mitglieder - nicht Alles "so meinten, wie- sie es aussprachen, und keine Neigung: vorhanden ist, die - Sachen bis zu einem gewissen Extreme gelangen zu- lassen. Der König seinerseits, mit - einer Mäßigung: und hohen Einz. sicht, die den ganzen Verlauf seiner Regierung bisher- ausge- zeichnet hat, erlangte durch beruhigende Versprechungen -und teimporäre Zugeständnisse dieses einstimmige Votum. Die

-

Niederländer, man muß es: zugeben, sind schwer besteuert;

! von allen ihren Taxen i| jedoc<h- die, die wo U oder S

Mehl in der Mühle erhoben wird Mahl-- Steuer genannt, die- allerunbeliebteste.- Die ße- dersel- ben war nicht einmal fo drückend denn sie betrug: nar ungefähr einen Schilling per Bushel als die Dr es Erhebung. Die Regierung hat daher sehr weislich- ihren: Un- terthanen einen“ Vorschlag zur Güte: gemaeht, indem: sie, statt

“dieser, eine vermehrte Steuer auf Wein, Branntwein, Zucker

und audere Luxus-Artikel in Vorschlag brachte: Aber, als ob da- durch die ursprängliche Auflegung der verhaßtèn Taxe: gerecht- fertigt, und der Mangel an innerem-Zusammenhàange der Par- teien auf das Bündigste - nachgewiesen werden. sollte, ist eben diese. Steuer ; die kaum- von der Regierung. als.-ein Jtem ihres. Budgets aufgegeben worden- wär, von einigen Städten als eine Municipal-Taxe wieder- eingeführt worden; “Am 24. December hatten die General- Staaten durch ihr Votum die - Steuer - abgeschafst, und schon am 2W8sten oder 29sten d. M. wurde sie von den Magistraten zu Brüssel und Mastricht wie-. der eingesezt. Wir in England haben ebenfalls: unjere Mahl-- Steuer in Form des von dem fremden Getraide zu-entrich- tenden Zolles, und-zwar ist diese Steuer viel drückender, als - die der Niederlande; au ist zu: fürchten, daß. es: viel: schwie- riger eyn dúrste, sie jemals los zu wordea:, Jn. Ländern wie England änd den Me deni wo außer den. sür den öffentlichen. Dienst erforderlichew Einnahmen | auch: die Zin- sen eitter großen National-Schuld angeschafst- werden müssen- kommt: freilich ein Finanz-Minister „dex die Wege- und. Mit-- tel, den-Schaß mit ‘den nôthigen Geldern anzufüllen,- auffin- den soll¿„sft in großè Verlegenheit z eine Brod? Taxe scheint uns ‘jedoch gerade zu denen zu:-gehôren, “welchen wir : zuleßt.» den: Vorzug: gebot würden e e n alia enia Uxber «die viel besprochene und: bestrittene neue Brasilia: nische Anleihe enthält ein ‘hiesiges Mor genbl{att- folgendes: ,„„Morquis ‘von Barbacena- nahm. eiuen- bedingungsweise gez - stellten ‘Contract, wegen tines Ppinpes Ae P IRRADN unter dessen: persönlicher Garantie vou England. mit. M0: vorgeschlagene Anleihe sollte 400,000 Pfd=- nicht: übersteigen -- und wurde durch einen Portugiesen, Herrn Pedraz contra? : - hirt; die’ Genehmigung und“ Bestätigung: des-: Kaijers ; als Privatmannes sollte eigenhändig erfolgen, ist jedoch bisher - noch LE hier eingetroffen»- Die- Bedingungen. dixses -Pri- vat-Anle ans, sind, was den Preis betrifft, dieselben, die P Rothschild bei der fút ‘diè Regieruñg! contrahirten Anleihe erhielt, jedoch: mit- der von: Seiten des Herrn Pebra -hinzu- gefügten Klausel, daß, wenn: die Brasilianischen Sto>s unter - jenem Preise: —- nämlich: 51 pCt. siejen sollten; das Pri- vat- Anlehn7alsdann 4 pCt: niedriger, als, der: Börsen- Cours” ist, ausgegeben werden- soll. Dev. Kaiser würde: demnach für sein Anlehn Höchstens 47, wahrscheinlich: aber no<' iyenigew erhalten habén. -Wird- aber der. Kaiser Barbacenas' Anleihe: