1830 / 30 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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sen wären, so fand der dermalige Kloster-Vorfkand sich bewogen, j

die Bewilligung nachzusuchen, einige Jndividuen des nämlichen Ordens aus dem Auslande zum Eintzitte in das Kloster zu Múnnerstadt einzuladen. Zivei Mitglieder des Augustiner- Klosters zu Fréiburg in der Schweiz erklärten sich geneigt, “dieser Einladung zu folgen, und haben -ihren Uebertritt na<

Baiern auf geseblichem Wege eingeleitet. Einer derselben fam schon vor zwei Jahren, no<h ehe er zum Priester ge- weiht war, nah Müännerstadt, erhielt nah bestandener Prü- fung in Würzburg die Priesterweihe, befindet sich seitdem un- unterbrochen in Baiern und hat nah den einstinimigen Zeug- nissen der Behörden dur<h seinen bisher bethätigten Eifer _în der Seelsorge, insbesondere durch seine dentlichen Kan- zel-Vorträge, so wie durch sein rein sittlihes Betragen, ent- as von Heuchelei, sich Sens Achtung erworben. Der ‘Andere is ein in Baiern geborner , an den dentlichen Lehr- On gebildeter , gleichfalls ‘sehr tüchtiger und würdiger

ann.

| n Zukunft sollen, Allerhö<stem Befehle gemäß, im gan- zen Königreiche die Straßen-Eintheilungs Zeichen oder Stun- den-Säulen,. desgleichen

‘in gleicher Form und Masse hergestellt werden. Zu diejem Ende ist den Polizèi-Behörden eine von Sr. Königl. Majestät genehmigte besondere Justruktion mit der Weisung mitge- theilt worden, diese Anordnung, sobald es die gegenwärtige Jahreszeit zuläßt, in Vollzug zu seben,

"Man erwartet hier den Ritter Thorwaldsen, welcher am 10. Februar von Nom eintressen wird, um die Aufrichtung des dem verewigten Herzog Eugen von Leuchtenberg gewid- meten Mouumentes zu leiten. P

Dem Vernehmen na< soll die Gendarmerie um 41000 Mann vermehrt und in den größern Städten des Königreichs statt der Polizei-Soldaten verwendet werdén, wie dies hier schon seit mehreren Jahren der Fall ist.

S panien.

Französische Blätter enthalten folgende Nachrichten aus Madrid vom 11. Jan. - „Der interimistishe Mirister der auswärtigen Angelegenheiten, Herr von Salmon, ist her- gestellt, und hat heute früh zum erstenmale wieder mít- dem Könige gearbeitet. Die Regierung hat, wie mk versichert, vom Papste eine Búlle erhalten, durch welche sie zum Ver- fauf der dem früheren Jnquisitions - Tribunal angehörigen Güter ermächtigt wird. -— Se. Majestät der König haben gestern dem Neapolitanischen Minister von Medici den Dt- den des goldenen Vließes und dessen Sohne die Dóktor- Würde der Universität Huesca ertheilt. Der Herzog von Alba, der’ den Kammerherrenschlüssel zu haben wünscht, wandte fich in dieser Angelegenheit an den- Minister Medici, um durch die Fürsprache der Königin von Neapel diese Gunst zu erhalten; der Minister erklärte dem Herzoge aber unumwun- den, daß der König und die Königin von Neapel bei ihrer Abreise Mon Ln sich in die Angelegenheiten Spa- nietis, sowohl in Bezug auf Personen, als auf Sachen, durc- aus nicht zu mischen, und E sie diesen unveränderlichen E den Personen “ihres Gefolges zur Nachachtung mit- getheilt hätten. Morgen gehen Jhre Sicilianische Mazjestä- ten nach Toledo, um die Merkwürdigkeiten der dortigen Ka- thedrale in Augenschein zu nehmen.“

Portugal.

Pariser Blätter melden aus-Lissabon vom 6. Jan. : ¿Die verwittwete - Königin von Portugal, Dontùa- Charlotte Se Fe Bourbon, Tochter Karl’'s IV. von Spanien, Schwester Ferdinand's VIl, und Mutter des Kaisers „Dom

edro so wie Dom Miguel’'s, ist héute früh in dem, zweé-

tunden von hier entfernten Pallast von Queluz gestorben; sie war den 25. April 1775 geboren. So E sie no< Be- wußtseyn hatte, weigerte sie sich, die leßte Oelung zu neh- men, nicht aus Jrreligiosität, sondern um ihren gefäh Zustand zu verbergen und so starb sie, ehe die Geistlichen

erbeigcholt werden konnten. Dieser Todesfall hat die

‘Hoffnungen der gemäßigten Männer wieder neu belebt. Man weiß, daß England und Frankreich Dom Miguel wiederholt aufgefordert haben, den verbannten Portugiesen eine. Amue? stie zu ertheilen, daß Dom Miguel aber eine solche Maaßre-

gel zurückwies, weil ex die Unzufriedenheit seiner Mutter zu“

erregen besorgte. Als Graf Bastos, der Günstling der ver- storbenen Königin, bei Dom Miguel erschien, um zu kondo- liren, wurdé er niht augenommen, und erhielt vielmehr den Befehl, nié “wieder zu kommen. Ein von Paris angekom- mener Kourier hat die Nachricht überbracht , daß England fest entshlossen.sey, die strengste Neutralität zwischen dem Kaiser Dom Pedro und“ seinem Bruder Dom Miguel zu

elánder, Wegweiser und Ortstafeli._

rlichen

G

Schreiben aus Konstantinopel vom 24. Dec. enthä

-EE gegen den Sohn benommen- hat ,

beobachten , und daß Lord Aberdeen dies sogar dem Agenten des Leßteren in London förmlich angezeigt habe.‘ :

Türkei.

Ein von der Allgemeinen Zeitung p “et

t Fol- gendes : „Im auswärtigen Departement hertscht große Thätig- keit, und die Minifter der Pforte ver ain S lid um sich über die Lösung der Griechischen Frage zu: berathen. Man ist nämli“ in London unschlüssig gewesen, ob die An- erkennung Griechenlands unmittelbar von den Mächten aus- gehen und die Pforte nur dazu ihre Zustimmung geben solle, wie sie es bereits dur<h den Traftat von Adrianopel gethan hat, oder ob die Griechische Emzancipation vom Sultan aus- gesprochen werden und von den Mächten nur die Zustim- mung erhalten solle? Die Freigebung der Griechen durch ei- nen vorhergehenden Aft ihres bisherigen Souverains erscheint nämlich den allgemeinen Prinzipien angemessener. Hierüber wird nun mit der Pforte unterhandelt. Diese Unterhand- lung, wovon die Art und die Zeit der Griechischen Anerken- nung ‘abhängt, dürfte indessen, bei der Unentschlossenheit und Lang;amfe.t, womit die Pforte alle ihre Geschäfte zu-betxei- ben pflegt, sich in die Länge ziehen, und bis zur förmlichen Konstituirung des Griechischen Staats noch eine ziemliche Zeit verfließen, wofern uicht das Russische Kabinet sich der Sache ertist- lich annehmen und der Pforte den Wunsch nach baldiger Beendi- gung zu erkennen geben sollte. Jn diesem Falle würde vèrmuthlich

der Sultan selbst, in Folge seiner oft erklärten persönlichen Vereh-

rung für den Kaiser von Rußland, die unnüßen- Zögerungen und Anstände seiner Mißister zu- beseitigen beflissen seyn. Durch die Sendung Halii-Pascha’s nach St. Petersburg ift Gxaf Orloff noch immer gehindert, sich seines Auftrags bei der -Pforte zu entledigen und die ihm aufgetragenen Unterhandlungen zu eröffnea. Der Reis-Efendi sieht jeßt cin, daß man sih mit jener Botschaft übereilt hat, denn es wird nunmehr zweifel- haft, ob die Berathungen über die Vollziehung des Friedens- Traktats, bei der Anwesenheit eines Türkischen Botschafters in Petersburg, nicht eher dort als hier statt finden werden, welches ader unter feiner Vorausseßung vortheilhaft für die Pforte scheint. Graf en ist mit dem diplomatischen Corps in den freundschaftlichsten Verhältnissen, und es wurden ihm zu Ehren schon mehrere Feste gegeben. So waren in voriger Woche bei dem Französischen Botschafter uud bei dem Oester- reichischen Änternuntius zahlreiche Abendgesfellschaften. Nach Briefen aus Smyrna dürfte Hr. v. Ribegupierre unverzüg- lih hier eintreffen. Der Depeschenwechsel zwishen Smyrna

und den Jonischen Jüseln ist. sehr lebhaft, und es wird voti

Spuren einer Verschwörung gesprochen , die man auf diesen Jnsel entdecft haben will; dóch hat - dies Gerücht wenig Wahrsche nlichkeit, da man noch" nichts- von stattgefundenen Verhaftangen hôrt. Das von Alexandrien gekommene Tür-

fische Geschwader liegt no< bei den Dardanellen vor Anker

und kann widriger Winde wegen nicht hierher kommen; in- dessen hat der Defterdar das mitgebrachte und für den Staats- haß bestimmte Geld zu Lande hieher schaffen lassen. Der Groß-Wesir, welcher mit Hussein-Pascha in Adrianopel au- gefommen. ist, wird hier erwärtet. ‘Adrianopel foll nach einem neuen Plane zu einer Festung ersten Ranges gemacht werden, da der leßte unglückliche Feldzua die Wichtigkeit dieses Plaßes fennen gelehrt hat. Die dortige Besabung, die in diesem Augenbliée 20,000 Mann beträgt - soll noch mehr verstärkt werden. Aus dem in i befindlichen Russischen Hauptquartiere fommen häufig Offiziere mit Urlaub nach Kon- stantinopel. Der Sohn Jussuf-Pascha’'s von Varna ist von Odessa hierher gekommen, und hat bei dem Sultan eine Audienz gehabt, um für seinen Vater Gnade und freie Rück- fehr in die Heimath auszuwirken. So gueis sich der Groß- o hat er doch dem

ater die gebetene Verzeihung nicht gewährt, der daher wohl in Rußland bleiben-wird./ : :

Vereinigte Staàäten von Nord-Amerifa.

“New-York, 17. Dec. Am leßten Mittwoch wurde im Kongreß Hr. Smith aus Maryland zum Voktsiger des Finanz-

| Ausschusses erwählt; die . verschiedenen stehenden Ausschüsse

S bereits alle ernannt worden ‘und was den für” die Fa- rifen becrifft, so. glaubt man, daß seine Mitglieder alle zu Gunsten des Tarifs gestimmt sind. E 4 jed Nach Berichten aus- Washington ist es wahrscheinlich, daß die TarifAngelegenheit im Kongresse zeitig zur fommen und heftige Debatten veranlassen werde.

Beilage

“férte während dér Monate Jult/ Augüst und

‘voni déiten 448,294 “Sk

logie widmen, sein Bewenden

‘dung junger

prache J

Die Stadt Galena in Zllingis (id. ihre Umgebung lie- ‘fe wahre Mon " August und Septembèr die- jes Jahres dém Handel eine Quantität vön beinahe 5 Mil-

lionen Pfuid Blei; bis zu Ende dieses Jahres hofft man

cite gléiche Qu aw v did: Ee | N Si Eiñe ‘in Rochester (New-Hampshire) erscheinende Zeitun theilt ein dört verbréitetes Gotücht mit, däß Sum Pat der (ivie néuli< etwähiit) bèii Hérabspringen von der höch- sten Spitze des Niágara/Falles sin Grab in den Wellen ge- funden haben sollte, sich noch áin Leben befinde ; ein Bewoh- ner von Rochestér sóll sogar 100 Dollars gewettet haben, daß nan Hetrn Patch/ äm 1sten Január dort gesund und wohlbéhalten sehen würde, t li,

Nach eitier dfféritlichen Zählung béläuft sich die weiße und färbige Bevöl! ev E ‘auf 1,130,555 Mensthen,

en nd. '

: Jn 1a d, Berlin, 30, Jän, Das heutige Militair-Wochen- blatt tneldét die Ernennung Sr. Königl. Hoheit des Prin- zen Karl zürn Cómmandeur der zwéitén Gatde - Division, in-

Aen dès Geüeèrál-Likuténants und Coimandeurs der 15ten D

ivislón, von Wrängel, zut Commändéur der 1sen Division.

Zwischen den Proféssvren Dr. Nees von Esenbe> -

dem Aeltern zu. Bonn und dem Dr. Treviranus zu Breslau, hat ein Stelleriwechsel in der Art. statt gefunden , daß der erstere als ordentlicher Proféssor der Botanik in der philoso- phischen Fakultät und Direktor des botanischen Gartens in die’ Universität zu Breslau und leßtèrer in gleicher Eigenschaft in die Universitär zu Bonn Verseßt worden ist.

Dié Funktionen“ des (wie bereits gemeldet worden) am 24. Dreé. ‘v: J: cestorberreen érsten Direktors“ der Franke- schen Stiftungen zu, Halle, Prof. Dr. Jakobs, find einst- weilen dem zweiten Direktor . dieser Stiftungen, Prof. Dr. - Niemeyer übertragen wovden, und.die Funktionen des zweiten Direktors hat der dortige Professor der Theologie ÞYr. Thilo gleichfalls interimistisch übernommen. Zugleich ist eine Revi-

sion des gegenwärtigen Zustandes der Frankeschen Stiftungen

angeordnet worden.

_—- Dem Professor Der. Wagner hieselbst ist für die Dauer der Abwesenheit des Rees Medizinal-Raths Dr. von Gräfe die Leitung des klinischen Justituts für -Chirurgie und Augenheilkunde bei der hiesigen Universität übertragen worden.

_— Das so eben erschienene - Anzeige - Blatt zum -Ja- nüaärhéfte der Jahrbücher für wissenschaftliche Kri- rik enthält Folgendes: „Nath einer im Anzeige-Blatt Nr. 2. „des vorigen Jahrganges diese? Jahrbücher mitgetheilten . Uebersicht der Frequenz der Königl. Preußischen Universitäten im Wintersemestèr 1832, belief sich die Gésammtzahl der Theo- logie - Studirenden während dieses Zeit - Abschnitts auf 3015, wovon 2148 der evangelischen und 867 der katholischen Kon- fession angehörten. Ob nun schon“ es bei der in ‘einer An- mérfung zu der. eribähnten Uebersicht mitgetheilken “Berech- nung, wonach im Preußischen Staat auf 10,000- Einwohner evangelischer Konfession ungefähr 3 und auf eben \o viel Eittrvoh ner katholischer Könfession, nur ungefähr 2 junge Leute kom- men, welche sih auf Universitäten dem Studium der Theo- 1, at, so ist do<h um éiner etwa daraus zu ziehenden falschen. Schlußfolge rücksichtlich der Er- gänzung, des- katholischen Klerus zy begegnen , noch daran zu erinnern, daß aus Gründen, die hier nicht .näher beleuchtet zu werden brauchen, zur Zéit noch in Preußen, wie auch in an- dern Staaten, die Ausbildung der jungen katholischen Geist- lichen zum großen Theil ohne vorangegangenen Besuch einer Universität, blos auf bischöflichen Seminarien, ‘erfolgt. Der-

leichen Seminarien bestehen in Preußen zu Trier, Pader- orn, Posen, -Gtiefen und Pelplin, ‘und außer ‘diesen ‘Semi- narieù befindet tr noch ein gleichfalls für die Ausbil-

katholischer Theologen bestitimtes Königliches

Lyceum zu Braunsberg. Werden die auf diesen Anstalten studirenden jungen katholischen Theologen mitgezählt , so er- giebt sih darans allerdings ein anderés* als das ' oben“ er- wälßnte numerische Verhältniß.“ R E -; j A

Am 16ten d. M. wurde das. Dienstmädchen des Kauf- mans Maaß in Wollin nach- dem Divenow-Strome geschickt, um Wäsche zu spülen. Das Eis" bricht unter ihr, fes rzt inden Strom und. sinkt unter. : Als sie das erstemal wieder in “die Höhe föotritnt, \chrèit ste kaut“ auf, um Menschen her-

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4 .

spürén, daß ‘ein solcher Mischmaj{h nicht für ein selb

Añdere, dein ein historisches Trauerspiel gelingen. - und Poesie ‘stehen nichts weniger als feindlih gegenüber ; sie

béernen Schüsseln auf getragene. Speise, mit

‘beizurufen, fann Tich aber an dem Eise nicht haiten utid

intt -- wieder unter. - Zuni - zweitenmal herauffommen e E. 965. auf ihr Ges rei C, :thrér : errschaft ins Halstuch- und zieht sie nach :dêm ise héran; das Eis bricht aber wieder ab und - weil das Hâlstuch nicht fest geñug gebunden gewesen, sinkt sie abêr- mals ‘ins Wasser. Glücklicherweise kömmt sie zurn dritten- mal in die Höhe. Der Pudel pat sie in den Arm, sié greift

‘mit ‘der freien Hand nach seinem Ohr, der Pudel- läßt dêri j Aëm los uúd faßt f immer rúcéwärts -ziehend, e den

Fingern ,„ und \o gelingt es ihm? das Mädchen, ohne ern D Nädchen , ohne alie e E aus dem Wasser zu retten. Nachder

Hund das Mädchén gerettet hatte, lièf er immer {k

um“ sie herum , gleiéthsam als’ wolle er sie bitten , thin és zu vergeben, daß ‘ersie in die Finger gébissen habe, welche än mehreren Stellén bluteten; und auch, jeßt noch begleîtet dér

Hund das Mádcherl auf’ allen Séhritten.

_— Am #9. Nov. v: J. starb“ zu ‘Liépen in der Sÿtióde Anklam die Wittwe Gaar, geb. Kühlbach, in drit inertiót: digen ‘Alter von 107 Jahren. * Î | _— Aus Merseburg wird gemeldet: Da bei der gro- ßen Kälte die Armüth wegen Féuèrmäterials in" große Verle- genheit gerathen war, so ist von Séiten der Pölizei-Behörde auf deren Uttterstüßung auf eine lobéüswerthe Art Bedacht genommen, und die desfalls angestellten Satämlungén frei- williger Beiträge sind im ‘Ganzen. sehr _reihli< ausgéfalléeu, daß die Armuth bei einer geregeltén Vertheilung rnit Feue- rungs-Material völlig unterstüßt werden fan. L ___—. Jm Sommer 1828 war im Steckliner Forst (‘Pom- mern) von dem dortigen Förster einer Füchsin mit dêr S <se ein Vorderlauf eritzwei ges<ossen worden ; im Angesicht des Försters hatte dieselbe die noch zusammenhaltende Haut durch- gebissen, den Lauf ins Maul genommen, und war hinkend

damit in die nächste Schonung gètrabt. Glücklich hatte s{<

dieser“ dreiläufige Fuchs allen Gefahrèn entzogen, bis er im Deéembet v. J. von demselben Jäger auf einer Treibjagd todtgeschossen wurde. Der Lauf war dicht anr ‘dét Brust aanz weg und der Knochen sehr gut bewachsen. -

Kaiser Heinrich. V1, Txguerspiel von Raupach __ Mak hört oft und bitcer daráber-tlager- daß vitorifbe Trauerspiele kalt aufgenommen werden. Die Gründe die: ser unläugbaren Erscheinung möchten wir theils den Dich- ter, theils dem Publikum zuweisen. Jene übektrèten fast immer die Regel welche schon Aristoteles ‘iù seiner o lehr: reichen , gewöhnli< aber mißgedenteten Poetik giebt: man solle die ‘geschichtlichen Stoffe nicht willkährlih auflösen“ und nmngestalten, Wenn nun die" Dichter , (von dem Jrrthum ausgehend , dié Geschichte sey ani sich undichteris<h, und ‘das Poecische müsse. zu ihr ers hinzuerfutiden wérden,) allerhand Pérsonen, Jntviguen, Liebesgeschichten , Haupttriebfédern u. dgl. aufstellen’ und ‘vorüberführen ,- die in der Géschiéhte nir- gends vorkommen , ‘oder wenn sie gar! die Nichtönußbigen als vortrefflich und die Edelsten als' ni<tswürdig därstellên ; \o muß sich jéder, dem die Thatsachen békannt und: werth stud, dadurch verleßt fühlen. . Ja selbst die weniger Unterrichteten

ges , -gesc<lossenes Kunstwerk - gelten darf, “daß aufgeklébte Schminkpflästerchen die große! historische Gruidlage nux ent: stéllei, Und ‘bloßes Zutappen sich riit Unirechi für poetische Erfiñdiiigskräft ‘ind Begeistérimg ausgiebt. Des wahren

Dichters Aufgäbe geh ‘vieltnchr dähin, das Poetische in dém

Gegébenèen zu erfenneti, es aUszusondern, zu ordnen und zu verkläten: verstehe er dics nicht, so ivird ‘ihin eher alles eschichte

schließen sich nicht aus, - föndern sind sd nähe verwandt, d jeder ‘Historiker, dém poetischer Sinn es ‘langwe lia: jedes

Dichter, welther “in der Géschichte nicht auch die Poesie ere

schaut, haltüngslos und willkürlich wird. :

___- Andererseits liegt es aber au<h am Publifam, rvenn ge- schichtliche Trauerspiele niht mehr Wirkung hervorbringen. Während dies nämlich oft die shwächste , es s in sil- H i N achf L! in- nimmt rid’ sich dadurch füt gesättigt hält; verschmä Ee t 5 tigere' Werke , ‘weil sie ede Anstren ung des Geistes e 4 tiesere Bewegúng des Gemüths, weil sie ‘eñdlich allerd auch Vorkenntnisse erfordeèn, die nicht wenigen fehléh. - ags | die Franzosen, um thre Tragddien. zu verstehen , -si< mit ‘der Geschichte von Peru und Mexiko, von Byzanz und der Ta-