1830 / 36 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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ner Rechtfertigung zur öffentlichen Kenntniß zu bringen. Der- selbe weicht indessen in der Sache selbst nur ganz unwesent- lich von dem zuerst von der Gazette des Tribunaux gegebenen Texte ab; die Stelle, worúber die Oppositions - Partei \ich am meisten beklagt, lautet darin wie folgt: „Angenommen, die Kammer von 1815 odex die von 1824 hätte das Budget nur unter der Bedingung bewilligen wollen, daß der König irgend eine Haupt - Bestimmung der Charte vernichte, wárde der Monarch sich einer solchen meineidigen Majorität haben unterwerfen müssen? Gewiß nicht. , Wenn nun also eine Ma- jorität, meineidig in einem andern Sinne, es versuchen wolite, die Charte zu vernichten, um die Republik von 1793 oder gar 1791 wieder ins Leben zu rufen; wenn die Majorität einer Deputirten-Kammer oder, nah deren Auflösung, die Majori- tät der -Wähler den Grundsaß aufstellte, daß jede Steuer- Bewilligung wegfallen müsse, so lange der König nicht Mi- nister in dem Sinne dieser Majoritäten wähle, würde dann

die Pflicht des Monarchen erheischen, daß er die nach den

Art. 13, 14, 16 und 22 ihm allein zustehenden Vorrechte aufgábe und seine Krone dem Gespenste des Konvents über- reichte? oder würde er niht vielmehr in dem Rechte seiner eigenen und seines Volkes Vertheidigung, „in dem Geiste und dem Buchstaben der“ Charte die Mittel finden, seine Präre- aativen und unsere Justitutionen aufrecht zu erhalten? Wir halten es für überflüssig, hierauf zu antworten.“

Der Königliche Gerichtshof zu Bordeaux hat unter dem Vorsibe des Hrn. Ravez am 25sten d. M. nach einer flinfstundigen Berathung den Herausgeber des „„Jndicateur// wegen der Befanntmachung des Prospeftus der Bretagner Steuer - Verweigerungs - Association und wegen der Bemer- kungen, womit dieselbe begleitet war, zu 1 monatlicher Hast und einer Geldbuße von 1000 Fr. verurtheilt. Ju der er- sten Justanz war derselbe blos zu 200 Fr. Strafe kordemnirt worden, :

Die alten 6- und ZLivreestücke, so wie die 24, 12- und 6Sousstücke sollen befanutlich uur noch bis zum 1. Juli 1834 Cours haben. “Der Finanz-Minister hat daher die Cinschmel- zung dieser Geldstücke und die Extrahirung des darin befind- lichen Goldes in Entreprise gegeben.

ein jeder. 4 bis 10 Departentents umfaßt. Jeder diesex Be- zirke soll zu denz obigen Geschäfte einzeln demjenigen Entre- preneur zugeschlagen werden, welcher für jede 1090 Fr. in Geldstücken nach dem Duodeztinal-Fuße das höchste Aufgeld bie- ter. Das Geld wird jeden Entrepreneur, welcher sich übri ens No machen muß, alle halbe Jahre mindestens für 3 Millionen anzunehmen, in dem Maaße zugesandt, als solthes der Circulation entzogen wird. Von den Summen, welche die Entrepreneurs für die ihnen ibersandten Geidstücke

entrichten, so wie von dem Werthe der von ihnen eingereich- |

ten Metall- Stangen, fertigt der Königl. Kommissarius mo- natlich eine vergleichende Uebersicht an, und der etwanige Ue- bershuß wird den Entrepreneurs sofort baar ausgezahlt. Je- der Submittent muß cine Bürgschaft von 10,000 Fr. stellen. Der Zuschlag erfolgt am 15 Febr. d. F. ün Hötel des Fi- nanz-Ministeriums. : z

“Die hier erscheinende Englische Zeitung, Galignanis Messenger, erklärt sih für ermächtigt, auf das Bestimm- teste zu versichern, daß General Sir Hudson Lowe nicht allein das hier im Buchhandel erschienene „Mémorial de Sir Hud- son Lowe à Ste, Hélène” nicht herausgegeben, sondern auc pak nichts mit der Publication dieses Werkes zu thun gehabt abe.

Großbritanien und Frland.

“London, . Jan. Der Herzog. von Bedford kiecgt auf seiner Besibung, Woburn-Abbey, an einer {weren Krankheit darñieder. Der Kolonial - Minister Sir Georg Murray it

“von seinem Unwohlseyn bereits wieder hergestellt worden.

Der Globe sagt: „Wenn die Klagen, die man jeßt

Úberall im Lande hört und die Bittschriften, die in vielen Thei-

“len desselben vorbereitet werden, von der Art ind, daß fic

einen _furchtfamen Minister- dahin bringen können, vor den

Pflichten scines Amtes I so wird doch, glauben

wir, der Mann, der seine wahren Pflichten richtig ins Auge faßt und ‘die Fest feit hat, sié streng dn “erften: ir Min neuen Sporn _dariîn finden. Jebt ist ene Gelegenheit vor- fonomische Reformen zu bewirken, die, so nothwendig sie

N F oN Fe noch. kein Minister dieses Landes dient hat,

atur nah

ch für die ganze Nation sind, immer ihrer einer zahlreichen Einw nerfla é utian enchm ‘seyn müsse ie M ae y e L

die Aufre : Jahre 1828 war es, die, so be- E n sie auch für den Augenblick schien , den Paris von Weungton zu gieicher Zeit zwang und in den Ständ

n N Qui 1 Zu dieser2 Behufe is | das ganze Land in 13 Münzbezirke getheilt worden, wovon |

seßte, dic fatholische Frage zu erledigen- und Jrland selbst zu einem integrirenden Theile des Reiches zu machen. -Es soll uns daher auch nicht wundern, wenn die Nöth des Jahres 1830 die Ursache von permanenten Wohlthaten für die Na tion wird.‘ 5 M E . Im Hof - Journale liest man: „Von Zeitungen ist bemerft worden, daß der in dem Vierteljahrs - Hefte einer kürzlich publizirten Review erschienene Artikel über Griechen- land vieles Aufsehen im auswärtigen Amte gemacht habe, weil man daselbst der Meinung gewesen, daß die mitgetheil- ten Thatsachen nur aus amtlichen Dokumenten ges{chdpf|t e : föônnten, die man sih heimlih zu verschaffen gewußt. Die Erzählung ist so weit ganz richtig, doch sind wir zu der Er- klärung ermächtigt, daß aus der vom Grafen von Aberdeen angeordneten -Nachforschung sih, zur Genugthuung Seiner Herrlichkeit, ergeben hat, daß die Befkanntwerdung jener Do- fumente nicht dur den Mißbrauch von Vertrauen in“ irgend Zeinand,- der mit dem auswärtigen Amte in Verbindung seht, herbeigesührt worden ist. Man wird si{ erinnern , daß ein ähnlicher Umstand stattfand, als das Griechische Mo on in ciner auewärtigen Zeitung abgedruckt erschien. Man glaubte damals, daß ein vornehmer Ausländer die Publication véran- laßt habe, und ‘nicht unwahrscheinlich ist es, daß auch" der leßte Fall aus derselben, Quelle herzuleiten s Der berühmte Dichter, Thomas Campbell, gedenkt die Lebensbeschreibung des Sir Thomas Lawrence herauszugeben. Der König hat der Familie des verstorbenen Künstlers ge- stattet, zu ihrem eigenen Benefiz alle Gemälde öffentlich zu zeigen, die er auf Königl. Befehl auf dem Kontinente gemält hatte. Unter diesen befinden sich Monarchen, Prinzen und Generale aller Europäischen Staaten. Auch hat der König

den HH. Colnaghi und Comp. und den HH. Harding und

Lepard erlaubt; diese und andere Gemälde von Lawrence in

Kupfer zu stechen. j

___ Statt des Bischofs von Ferns ist jeßt sein Sohn, Hr.

Elrington, gegen Lord Mountcashel aufgetreten, und der Fe-

derfrieg fann also ven Nèuem beginnen. cat A Der Marquis von Barbacena ist es, der an die Stelle

des Herrn Elemente Pereira, welcher sich immer wider eine -

Unternehmang gegen Portugal erklärt hatte, zum Minister der auswärtigen Angelegenheiten in Rio Janeiro ernannt werden, auch if der Senator Villela Barboza ins Kabinet getreten.

Viel Jnteresse erregt der in voriger Woche. erschiencne ¡Bericht von Lander über Clappertons leßte Expedition.“ Der Verfasser war der Diener des unglücklihen Reisenden.

¿Wir erfahren ,‘‘’heißt es im Atlas, „daß, während die beiden Landers (wie früher gemeldet wurde) dem Niger von der westlichen Küste Afr.ka?s nacßhgehen, ein junger Ösf- indischer Offizier , Hr. Henry Welford, im Begriff ist, nach Aegypten abzuscgeli, und sih von da nach Sennaar, dem Bahr al Abiad und dem Mond-Gebirge zu begeben, von wel- chem Punfte aus er indie noch unerforschten Länder, west- lih vom See Tzad dringen und alsdann zurúck, ‘entweder den Weg an der Gold- Küste über Timbufktu, oder durch die Wüste nehmen roël. Der Bahr al Abiad wird für die wahre und stärkste Quelle. des Nils gehalten, und glauben einige be-

rühmte Geoögraphen, daß der See Tzad der Behälter sey,

ven welchem jener bedeutende Strom scinen Zufluß erhalte. Das Mond - Gebirge ist noch von keinem Europäischen Rei- senden besucht werden , und verspricht daher die Reise des Herru Welford cin größeres Jnteresse darzubieten, als irgend eine seit den ersten Expeditionen Mungo - Parks und Dehn- hams. Er reist ganz allein in der Tracht cines Aräbers vön der Wúste, und wird u dabei seine Kenntniß Orientalischer Sitten und Sprachen sehr“ zu statten fommen. Gegenwärtig ist unser Reisender übrigens noch nicht älter als 21 Jahre." Bei der Wohlfeilheit des Eisens, ist es hier in Ankegung gebracht worden, Trottoirs von Gußeisen in einer von dén neuen Straßen des Stadtviertels Charing-Croß anzulegen. Man will wissen, daß das lebte kürzlih gemeldete Wei- chen der Consols ‘daher entstanden sey, daß Dom Miguel einen Theil des von der verwittweten Königin von Portugal bintérlassenén Vermögens, der in Englischen Stocks angéeleçt war, mit einemmale hat verkaufen lasen. 4 H ___—- Der Hamburger Korrespondent méldet ‘in

“einem Schreiben aus London vom 26. Januar: „Se Mäj. ‘der König dürften, falls der Zukand ihres Befindéns Pee:

stattet, am 6. Februar das Parlament in Höchste

jon eröffnen. Ueber den Juhale der Tdéóitete vetguret be- reits Einiges. Der Ton derselben wird überaus frêedlich seyn. Untèr Anderm heißt es darin, wié man vernimmt, daß Prinz Leopold den Griechischen Thron erhält, und Frankreich. ihm eine Garde von drei- Schweizer - Regimentern mitgeben

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wird. Graf Capodistrias wird bei der Verwaltung der Grie-.

chischen Angelegenheiten bleiben.“

Niederlande.

Aus-dem Haag, 31. Jan. Der unter dem Schuße Jhrer L Hoheit der Prinzessin Mariane - ste- hende Wohlthätigkeits-Verein , dessen Fonds zum Theil aus dem Ertrage der von den Prinzessinnen des Kdnigl. Hauses und anderen Damen angefertigten Handarbeiten gebildet wor- den ist, versorgt über 450 Familien regelmäßig mit Feuerung und Speise. f G, E,

Das von dem Papste bei seiner Erhöhung angeordnete

“Jubiläum wird“ im Laufe des nächsten Monats in den -Bis-

thúmern der Niederlande gefeiert werden. i j Dem Vernehmen nach-wird Dlle. Sontag auf ihrer

eise von Paris nah Deutschland in Lüttich ein Konzert-

geben. 4 | '

Dâänemarf.

—— Kopenhagen, 26. Jan, Durch einen vorgestern Abend der Prinzessin Karoline *), Gemahlin des Prinzen Ferdinand, zugestoßenen Unfall; wurde hier Alles in Schreck und Angst versekt. Sie hatte sich. nämlih beim Lesen jo sehr dem vör ihr stehenden Lichte genähert, daß deren Kopspuß plößlich Feuer fing, welches sich eben so schnell der Halsbe- kleidung mittheilte, und ehe noch die, durch den Zwischen- raum mehrerer Zimmer von der Prinzessin getrennte Diener:

schaft auf deren Hülferuf herbeieilen und die Flamme löô-

schen konnte die eine Hälfte des Gesichts, die Haare und besonders Nacken und Hände der Prinzessin dergestalt .ver- brannte, daß sehr schmerzhafte Verlekungen daraus entstanden sind. Zum Glück rrug die Prinzessin an jenem Tage ein Kleid von wollenem Stoff, welches nicht fo schnell von der Flarame ergrifsen wurde. Gestern waren die Aerzte über de- ren Zustand nicht ganz ohne Besorgniß; nachdem jedo die Prinzessia einen Theil deë lebten Nacht ruhig zugebracht hat, darf man si der sicherr Hoffnung hingeben daß dieser Un- fall feine weiteren nachtheiigen Folgen, aufer den wohl noch cinige Zeit empfindlihen Schmerzen, für sie haben werde.

Be Ut l P Land;

—— Dresden , 4. Febr. Heute Vormittag halb 16 Uhr ist die Gemahlin des Prinzen Johann, Königl. Hoheit, von einer Prinzessin, schnell -und glücflich entbinden worden.

Vorgestern Nachmittag starb hier der Königl. Konferenz- Minister und Wirkl. Geh. Rath, Freiherr von Gutschmidt.

Die Kälte behauptet hier, jeit ungefähr 14. Tagen, fort- während eine Höhe von 18— 22 Grad, j

Darmstadt, 31. Jan. Jn Verfolg des Ediîts vom 12. Oft. v. J. wegen Bildung der Ober-Rheinischen Kirchen- Provinz und Begränzung, Ausstattung und Einrichtung der dazu gehörigen fünf Bisthúmer , und nachdem nunmehr, in Folge der mit dem Römischen Hofe. getroffenen Abrede, die

bischsflihen Stühle und Domkapitel dieser Kirchen - Provinz

vollständig beseßt und in die Ausübung der ihnen zukommen- den Befugnisse eingesekt worden sind, haben Se. Königl. oe der L mittelst einer im gestrigen Regierungs- blatte erschienenen Verordnung zur Wahrung Höchst Jhres verfassungsmäßigeu Schuß - und Aufsichts - Rechts, im Ein- verständnisse mit den übrigen bei der genannten Kirchen-Pro- vinz mit bethe:ligten Regierungen, unter Anderm Folgendes festgesest: Die von dem Erzbiïchose, dem Bischofe und den übrigen kirchlichen Behörden ausgehenden allgemeinen Anord- nungen, Kreisschreiben an die Geistlichkeit und Didcesanen, durch welche dieselben zu etwas verbunden werden jollen, jo wie auch besondere Verfügungen. von Wichtigkeit, unterliegen der Genehmigung des Staats und können nur mit der aus- drücflichen Bemerkung der MAGWA Menu gung (Place!) fund gemacht oder erlassen werden. Auch solche allgemeine kirchlichen Anordnungen und dffentlichen Erlasse, welche rein geistliche Gegenstände betreffen, sind. den Staats - Behörden zur Einsicht vorzulegen, und kann deren Kundmachung erst alsdann’ erfolgen, wenn dazu die Staats-Bewilligung ertheilt worden ist. Alle Römischen Bullen, Breves und sonstigen Erlasse müssen, che sie kund gemacht und in Anwendung ge- bracht werden, die landesherrliche Genehmigung erhalten, und selbs für angenommene Bullen dauert ihre verbindende- Krast und ihre Gültigkeit nur so lange, als nicht im Staate durch neuere

») Aelteste Prinzessin Tochter Sr. Maijesiät des Kdnigs vou Dâncmark. s

werden. “der Erzbischof, so wie jeder Bischof, mit Genehmigung der

Verordnungen êtwas anderes eingeführt wird. Die Staats- Genehmigung ist aber nicht nur für alle: neu- erscheinenden Pâäpftlichen Bullen und Constitutionen, sondern auch für alle früheren Päpstlichen Anordnungen nothwendig, sobald davon Gebrauch gemacht werden will. Eben so, wie die welt-

‘lichen Mitglieder der katholischen - Kirche, stehen auch die Geist-

lichen, als Staatsgenossen, unter den Geseben und der -Ge- richtsbarfeit des Staats. Die Bisthümer Freiburg, Mainz, Fulda, Rottenburg und Limburg stehen in einem Metropoli- tan-Verbande und bilden die Ober-Rheinische Kirchen-Provinz. Da die erzbischöfliche Würde auf den bischöflihen Stuhl zu

Freiburg bleibend übertragen ist, so steht der dortige Bischof

der Provinz als Erzbischof. vor, und derselbe hat si, bevor

er in seine Amts-Verrichtungen eintritt, gegen die Regierun- gen der Vereinten Staaten, in der Eigenschaft als Erzbischof, eidlich zu verpflichten. Die ihrer Bestimmung gemäß wie-

‘der hergestellte Metropolitan - Verfassung und die. Ausúbung

der dem Erzbischof zukommenden Metropolitanrechte -stehen unter dem Gesammtschuße der Vereinten Staaten. —- Pro- vinzial-Synoden können nur mit Genehmigung der Vereinten Staaten, welche denselben Commissaire beiordnen, gehalten Zu den abzuhaltenden Synodal-Konferenzen wird

Regierungen, einen Bevollmächtigten absenden. Jn feinern

Falle können kirchliche Streitigkeiten der Katholiken außerhalb

der Provinz und vor auswärtigen Richtern verhandelt wer- den. Es wird daher in dieser Beziehung in der Provinz die

„nöthige Einrichtung getroffen werdet, |

Gotha, 31. Jan. Am verwichenen Donnerstag fand hier, im Gasthofe zum Mohren, eine Redoute siätt , die so: wohl wegen der Menge der Theilnehmenden - (die Zahl der- selben belief sich auf 736) als wegen der Wahl der Masken und Anzüge zu den glänzendsten gehört, deren man sich hier zu erinnecn weiz. Unser Durchlauchtigster Herzog verherr- lichte das Ballfest durch seine Gegenwart, und Jedermann fühlte sich durch die Nähe des allgeliebten Landesherrn geehrt und durch die wohlthuende Herablassung desselben zu einer Heiterfkeir gestimmt, welche ohne solche zufällige Veranlassung auch bei den glanzvollsten und úberraschendsten Vorbereitun- gen nicht häufig erregt zu. werden pflegt. Die Dauer des Masfenballes bis gegen Morgen bürgt hiulänglih für die frohe Linne der Anwesenden.

Hamburg, 3. Febr. Der hiesige Körrespoñdent giebt heute fölgendes Schreiben aus Braunschweig, vom 29. Januar. „„Der hiesigen Herzogl. Kammer stéht eine totale Reform bevor; es wird nämlih die gesammte Domänen- und. Finanz - Verwaltung vön - derselben getrennt, und unter der Direction des als Schriftsteller Über die Römischen Fi- nanzen bekannten Etatsraths Rudolph Bosse ein eigenes Fi- nanz - Collegium constituirt werden. Es scheint immer mehr und mehr, als wenn in dem Staatshaushalte die äußerste Sparsamkeit eingeführt werden solle; denn nicht nux ist seit geraumer Zeit feine der eröffneten höhern Staats - Beamten- Stellen beseßt worden (daher in fast allen Departements Vakanzen) , sondern es i| auch kürzlich verfügt, daß in dem laufenden Jahre die Forstkultur gänzlich eingestellt werde, wie denn auch. vorläufig feine Kammer - Bauten vorgenommen werden sollen; wenigstens ist der. dieserhalb eingereichte Etat nicht bewilligt. Könnte. es nun. freilich scheinen, daß aus die- sen Verfügungen Jnkonvenienzen entstehen ; so läßt sich; doch nicht läugnen, daß hieraus bedeutende Geldvorräthe erwach- sen, welche durch die in diesen Zeiten häufig vorgenommenen Verkaufungen von Stiftsgütern, noch vermehrt werden. Wenn das ebenfalls zum Verkauf ausgeborene Schloß Antoinettenruh feine Käufer gefunden, und seibit wenn jene verkauften Güter nur áußert mäßig bezahlt werden, so scheint es fast, als ob die Käufer durch die freilich ermangelnden agnatischen Con- sense bedenklich gemacht würden. Bei der jeßt bestehenden Verfassung läßt fich indessen nicht bezweifeln, daß selbst jene uralten Güter des Stiftes. St. Blasü mit vollständigster Si: cherheit verkauft werden können, und zwar um so mehr, da deu Landständen unter den gegenwärtigen Verhältnissen jeder Widerspruch für's Erste unmöglich gemacht ist)

Die ziemlich verbreitete Behauptung, der vormalige Kreis Amtmann Häberlin, angeblich Verfasser der unter dem Drufort Lausanne erschienenen Widerlegung der Brink- mannschen Schrift, sey zum Justiz -Amtmann zu Lit Bahrenberg ernannr, ist durchaus unwahr. Er is. in dem Kreise der Seinigen noch unter polizeicher sicht, und sucht seine dur die lebten UmständE etwa rúttete Gesundheit jeßt wieder Mes Man: ver er beschäftigte sich in diesem Augenblicke mit einem Ux

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