1830 / 42 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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im vergangenen Herbste - etwas beunruhigend war / ist derx Herzog wieder völlig hergestellt worden. Y i

Dem Atlas zufolge ist die Königl. Bestätigung der für das laufende Jahr vom Ministerium vorgeschlagenen Sheriffs noch nicht erfôlgt, und sind dieserhalb einige Difserenzen ob- waltend. „Wie „// sagt das genannte Blatt, „die Sache geordnet werden wird, und ob eine- Auflösung des Ministe- riums wahrscheinlich ist, das macht noch einen Gegenstand spefulativer Unterhaltung aus. Wir vermuthen indessen, daß kein katholischer Sheriff bestätigt werden wird, in welchem Falle aber auch den Ministern nichts anderes úbrig bleibt, als tinen durch die Umstände bestimmten Weg einzuschlagen.“

- Das Hof - Journal meldet: „In den ministeriellen Zirkeln hat man si gestern erzählt, daß Lord Palmerston und Hr. Huskisson sich bereitwillig erklärt haben, die Mini- ser zu unterstußen , der Herzog von Wellington seit einiger Zeit auf feinern be- =onders L eundGaftlichen Fuße zu stehen scheint, seinen Plak ém Ministerium dem Lord Palmerston überlassen werde.“

Ein Schreiben aus Birmingham meldet: „Die Unter- redung, welche die mit. Westindien in Verbindung stehenden Kaufleute mit dem Herzoge von Wellington gehabt, it durch- aus nicht zufriedenstellend ausgefallen, indem von Seiten des Premier-Ministers die Unterhaltung in einer sehr abgebroche- nen gebieterischen Weise geführt worden ist. Die Kaufleute, die-von ihrer Unterredung einen Bericht an ihre Konstitucn- ten abstatten wollten, ließen darin einige harte Beiwörter mit einfließen, die! der Herzog gebraucht hatte; inzwischen hielt es die Deputation doch für Recht, dem Minister den Bericht erst

uzuschicken, um zu erfahren, ob sie wirklich dies und nichts

snderes an ihre Freunde berichten sollte. Der Herzog durch- strih darauf mit der Feder alle harten Ausdrücëe und be- schwerte sich darüber, daß man ihn so rißverstanden hätte.“

Lord Ellenborough, dem ein Sohn gestorben is, war bei dem Kabinetsrathe, der am vorigen Sonnabend gehalten wurde, nicht zugegen.

Dem Sun zufolge hat die. Ernennung des Herrn Shee zum Präsidenten der Atademie die Königl. Bestäcigung be- reits- erhalten.

„„Wir vernehmen,“ heißt es im Globe, daß Herr Se- orge Bankes als Secretair der Ostindischen Kontrolle resig- nirt: hat, oder im Begriff steht zu -resigniren. Herr Wortley, ein Sohn des Lord Wharnclifse, wird sein Nachfolger, wäh- rend er selbst ein unbesoldetes Mitglied der Kommission bleibt. Die Ernennung des Herrn Wortley, der der Sohn eines auf Herrn Cannings Empfehlung creirten Patrs ist, scheint . uns ein Beweis zn seyn, . daß der Herzog von Wellington den ernstlichen Wunsch. hege, die Freunde des Herrn Hus- fisson mit sich zu versbhnen und die Grundsäße diejes Staats- mannes zu befolgen. Die Münzmeister Stelle ist zwar dem Marquis von Chandos angeboten worden, doch hat er seine Bereitwilligkeit, sie anzunehmen , noch nicht an den Tag gelegt. Lörd Mountcharles hat, als Lord des Schaßes, noch feinen Nachfolger bisher erhalten.‘/

Ín Limerick waren bis zum Donnerstage 1211 Stimmen bei der statt findenden Parlaments-Wahl abgegeben worden ; davon famen auf Oberst O’Grady 643 und auf Herrn M. Dawson 563 Stimmen. Da die Majorität bshèr immer sehr geschwankt, und wenige Stimmen auch jest noch den Ausschlag geben können, so werden solche, die noch vakant sind, ungemein gut bezahlt. Jebt schon lassen sich die Wäh- ler 10 Pfd. fr ihr Votum bezahlen, und der Preis dürste wohl, bis es zur . Entscheidung kommt, noch mehr in die Höhe gehen. Die Wahl wird erst in der folgenden Woche ganz beendigt seyn. - Bisher is übrigens die Ruhe in Limerick auf keine ernste Weise gestört worden; einzelne E “die stattgefunden haben, waren nicht von

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In Jrland ist der diesjährige Winter sehr mild, eben so auch in Nord-Amerika, wo der vorhergegangene . Sommer ungewöhnlich trockéen_war- und daher ebenfalls mit dem Eu- ropäischen Sommer sehr kontrastirte.

In der Times liest man: „Die . über New-York ‘uns zugekommene Nachricht von einer beabsichtigten Trennung der Proviyz Venezuela von dem übrigen Theile der Colum- bischen Republik hat ein Fallen der Columbischen und ande- ren Süd e Amerikanischen Stocks hervorgebracht. Es ist in- dessen Grund vorhanden, die Wahrheit ‘der ganzen Nachricht j. “Unseren mit jenem Welttizeilé correspondiren- den Koufleuten ist bereits vor einiger Zeit. bekannt geworden, daß Bolivar den in Venezuela kommandirenden General Paez us seirie Meinung über die Stimmung dieser Provinz für Me gefragt habe, daß man ihn mit .der höchsten .Ge-

49e): mit dem Königs- oder Kaiser-Titel befleide, Paez

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und daß Lord Ellenborough, mit dem |

soll, nachdem er die angesehensten Männer der Provin Rathe gezogen, dem Libertador geantwortet R daß de solcher Schritt unbezweifelt den Verlust von Venezuela nach sich ziehen würde, und Bolivar soll, als er von dieser An- icht seines alten und treuen Freundes unterrichtet war , jene.

bsiczt, wenn er sie wirklicick im Ecnste gehegt hat, ganz und- gar aufgegeben haben. „Die unter den Süd - Amerikanischen Kaufleuten an unserer Börse. vorherrshende Meinung ist da- her, daß die New - Yorker Zeitungen die freundschaft- liche Meinung - des General Paez in eine“ Drohung entstellt haben, das Columbische Gebiet zu zerstäckeln. Bolivar hat in der That Alles dem Kongresse überlassen, und dieser sollte sich zu Anfang dieses. Jahres“ versammeln. Wahrscheinlich wird diese Körperschaft ihn zum lebenslängli- chen Präsidenten ernennew; wie “aber auch die Entscheidung desselben ausfallen môge, Bolivar wird sich, wie man glaubt, ihr gewiß unterwerfen. Das Mährchen von. seiner beabsichtigten Vermählung mit einer Tochter des Herzogs v. Orleans ist schon allein hinreichend, die über New - York er- haltenen Berichte_ in Mißfredit zu bringen.//

__ Die Literary-Gazette enthält Folgendes: „Es. ge- reicht uns zu großem Vergnügen, anzeigen zu können, daß ins-so eben die Nachricht von der Befreiung des berühmten Naturforschers Herrn Bonpland, des Neisegefährten von Humboldt, den der Dictator Francia so lange Zeit in Para- guay gefangen gehalten hat, einging. Der Universal vom 13. November cine in Montevideo herausfommende Zei- tung enthält darüber Folgendes: ,¿/ „Endlich. hat Herr Bonpland die Erlaubniß erhalten, Paraguay verlassen -zu durfen; er befand sich in. Corrientes, als das leßte Paquet- boot von Buenos - Aÿhres abging.//// Corrientes ist die Stadt in der Provinz Entre-Rios, die Paraguay am nächsten liegt. Auch erhalten wir die Bestätigung dieser Nachricht durch zwei Portugiesen, die Herrn Bonpland in Jtaprea verlassen hatten, wo er eben im Begriff stand, sich auf dem Parana einzuschiffen, um nach Corrientes und vou da trach Buenos - Ayres zu gehen.‘ i

Vom Vorgebirge der guten Hoffnung erhalten wir die *

Nachricht, daß wiederum einige unserer Landsleute die Opfer ißres Vertrauens in die Gastfreundschaft der Wilden ge- worden sind. Lieutenanc Farewell verließ mit den Herren Thackery und Walker und ungefähr 30 Hottentotten Graz ham-Town im Monat Juli, um bis Port Natal vórzudrin- gen, Sie begegneten zuerst dem Cave, cinem frúherti Ge- sandten des Königs Tschaka, mit einem prächtigen Elephan- ten-Zahn, den er dem Gouverneur der Kolonie als ein Ge-

schenk von detn Bruder und Nachfolger Tschakas überbrachte.

Alsdann trafen- sie auf einen Hôuptling, Namens Carto; dieser sandte ihnen zwei junge Rinder zum Geschenk und lud sie ein, in seinem Gebiete zu verweilen. Sie nahmen es an und wurden mit scheinbarer Gastfreundlichfeit empfangen. Man wies ihnen bequeme Hütten als Schlaf -Stätten “an, und hier ruhten fie, als dex verrätherische Carto sie überfiel und tödtete. Ciuige Hottentotten, die entflohen sind, haben die Nachricht von dem Tode der Engländer nah dcr Kolonie gebracht.

Das Mornimng- Journal zeigt seinen Lesern an, daß Herr Alexander, der Herausgeber desselbea, auf nächsten Donnerstag den 11. Febr. „„denselben Tag, an welchem das Parlament zusammenkommt,// vor die Behörde von“ Kings- Bench geladen sey, urn -sein Urtheil in Folge der früher stattgefundenen Prozesse zu vernehmen. -

N tee der ta! de,

Brüssel, 6. Febr. In der Armee haben mehrere Be- förderungen statt gesunden. Der General-Major George isk zum Commandeur der Zten Infanterie-Division und der Ge- neral -Major Favauge zum Commandeur der Reserve-Brigade ernannt worden. - * : i Ju den hiesigen Buchdruckereien cirkulirt eine Bittschrife für die Beibehaltung des bestehenden Preßgeseses. Aus dem Großherzogthum Luxemburg - und den Provinzen Süd- Brabant und Namur sind 28 Bittschriften an die zweite Kammer der Generalstaaten nach dem Haag abgesandt worden. -

Mittelst Königl. Beschlusses vom Zten d." ist der Pro- fessor der Rechtswissenschaft , Herr van Assen, zum ‘Rektor’

Magnificus der Universität zu Leyden ernannt worden.

- Ueber die Hergänge an- der Universität Löwen enthaltetr hiesige Blätrer folgendes Nähere : - „„Der relegirte Student Roussel, Mitredacteur der Löôwener Zeitung, ‘hatte schon dfters die akademischen Feierlichkeiten gestört und wollte mitten in einer wissenschaftlichen Erörterung von Dingen reden, die nicht zux Wissenschaft - gehören,

die Freunde Roussels- einen.

Der Rektor rief ihn zur :

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Ordnung, er beachtete es nicht , der Reftor gebot ihm Still- schweigen, und der Studirende rief, alle den Professo- ren schuldige Achtung hintanseßend: Proteslor reser- vatis juribus meis. Vor den akademischen Senat beru- fen, steigerte er sein Unrecht aufs Höchste und hierauf wurde die Relegation gegen ihn ausgesprochen. In einer Abendversammlung des Studenten-Vereins schmiedeten Racheplan gegen die Professoren, die ihrem Vermuthen uach am meisten zur Relegation dessel- ben beigetragen hatten ;, ein völlig grundloses Gerücht schrieb den Hauptantheil den Deutschen Professoren zu. Als NRous- sel am folgenden Tage in eine Vorlesung des Professor Warnkönig, eine Viertelstunde nah ihrem Beginn eintrat, wurde er mit Beifallruf empfangen ; der Professor, in seinem Vortrage unterbrochen verließ sogleich den Saal und bald daranf das Universitätsgebäude. Er wurde mit dem Aus- rufe: „„Roussel lebe! // von einem Trupp Studenten verfolgt und flüchtete sich in eine Kaserne, die er erst nah einer Vier- telstunde wieder verlassen fonnte. Mehreren andern ‘Profes- soren und dem Rektor selbst wurde auf ähnliche Weise be- gegnet. Die Vorlesungen wurden jedoch noch an demselben

age fortgeseßt. Die Civil - und Militair - Behörden haben Maaßregeln getrossen, um ähnlichen Vorfällen. vorzubeugen. Die Studirenden haben in einer Bittfchrift an den Senat die Zurücknahme des Relegationsurtheils nachgesucht.//

\ P. olen.

Warschau, 7. Febr. Unsere Zeitungen enthalten eine Liste mehrerer Polnischer Offiziere vom Generalstabe und Geniewesen, welche sich im leßten Kriege gegen die Türken ausgezeichnet haben, und deshalb auf Befehl Sr. Majestät des Kaisers zu höheren Graden befördert worden sind.

Se. Maj. der Kaiser haben dem Kosaken Soparzkinonw für die Errettung eines Kindes guf dem Prosnafluß im Ko- ninér Kreise eine am Wladimirbande zu tragende Medaille zu verleihen getuhet.

“Es ‘ist jevt hier. das sechste Heft der Abbildungen und Lebensbeschreibungen Polnischer Könige und ausgezeichneter Männer - unseres Landes erschienen, welches den König Si- gismund V1. und die Schriftsteller Kromer, Kopczyúsfi und

Karpiúski in sich begreift. Den ten und 5ten d. M. hatten wir des Morgens 22 Grad Kôlte.

“Die Mittelpreise des Roggens sind jetzt hier 87 Fl., des Weizens 18 Fl. , der Gerste 8 Fl. und des Hafers 55 Fl. Unsere Pfandbriefe stehen 995 und die Partial-Obligationen von 309 Fl. werden mit 376 Fl. bezáhlt.

Dan emt ax f. :

Kopenhagen, 2. Februar. Jn Foige des bekannten Unfalls, der J. K. H. die Prinzessin Karoline vor einigen Tagen betrossen, und éiner leichten Unpäßlichkeit J. M. der Königin, sind die gewöhnlichen Hoffeste, in Anlaß des Ge- burtstages Sr. Maj. des Königs am 98sten v. M. eingestellt worden. Doch geruheten Allerhöchstdieselben, die im Schau- spielhause zur Feier des Täges gegebene Vorstellung mit dret Gegenwart zu beehren, wo der allgeliebte Monarch mít dem lebhaftesten Jubel empfangen wurde. Die Armen und die Zöglinge und Kinder ber hiesigen Militairschulen i haben die gewöhnlichen Geschenke an diejem Tage erhalten.

Die Rechnung der National-Bank über Einnahme und Ausgabe derselben im leßten Bankjahre vom 1. August 13828 bis 31. Juli 1829 ist jeßt im Druck erschienen. Derselben zufolge, dat der Ueberschuß der Einnahme gegen die Ausgabe ungefähr 825,000 Rbthlr. betragen Die circulirende Zettel- masse beträgt jeßt 19,115,202 Rbthlr., während sie 1818 noch úber 31 Millionen betrug. :

Die: früher fehlenden Hamburger Bricfposten sind jekt alle glúcflich hier angekommen, und es fehlt diejen Augenblick nur die Post, welche, der gewöhnlichen Ordnung ufolge, gestern hätte eintressen sollen. Drei der fehlenden * osten, welche hier am 23. Januar eintrafen, sind über Kallundborg- angekommen und haben eine Nacht auf dem Eise zubringen müssen, bei welcher Gelegenheit sie während der Nacht, auf einer Eissholle ruhend, durch die Strômung nah Kallund- borg verseßt worden waren. ;

Von der benachbarten Schwedischen Küste kommen hier jet täglih Schlitten auf dem Eisen

Von Aalborg sind im Jahre 1829, 932 Schiffe abge- gangen. -- j :

“Die Bewohner dor Jusel Mors im Lümfjord haben fich bei dem anhaltenden Froste und der guten Eisbahn ein segeln-

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E s é L s í h s z Í u e A

des Eisboot verfertigen. lassen, womit 6 Dänische Meilen in einer- Stunde zurückgelegt werden. : y Deutschland.

Dresden, 6. Febr. Bereits im Laufe des vorigen Jahres ward von Sr. Königlichen Majestät dem Universi- täts - Gerichte zu Leivzig eine veränderte Einrichtung durch.

O Ans Königl. Universitäts-Richters und bleißender

Gerichts-Beisiker gegeben ; nunmehr haben Allerhöchstdieselben - die in Gemäßheit der Fundations - Urkunde vom Jahre 1409" bestandene Theilung der afademischen Lehrer nach vier Na- tionen mit allen ihren in die Universitäts-Verfassung eingrei- fenden Folgen gänzlich aufzuheben und zu bestimmen geruhet : daß fünstig der jedesmalige Reftor und die vier Fakultäten als der Mittelpunkt der Universitäts - Verfassung anzusehen sind. Jn Folge dieser Allerhöchsten “Anordnungen sind die Professoren alter und neuer Stiftung in ihren Rechten und Obliegenheiten einander völlig gleichgestellt worden, und es ist daher aus ihnen insgesammt der jedesmalige Reftor , des- sen Amtsführung ins Künstige ein Jahr lang dauern soll, nach der Reihe der vier Fakultäten zu wählen. An die Stelle des bisherigen Concilii nationalis magui wird zur Berathung und Entscheidung für die allgemeinen akademischen Angele- genheitén ein unter dem- Vorsiße des Reftors aus sämmétli- hen ordentlichen Profess.ren aller- vier Fakultäten sowohl. alter als neuer Stiftung zu bildender afademischer Se- - nat eintreten; auch ist zur Direction aller ökonomischen Angelegenheiten der Universität an die Stelle des zeitherigen Collegii decanalis und des von Sr. Königlichen Majestät für aufgeld| erklärten Collegii decemviralis oder der einzel- : nen Professoren, denen solche zeither obgelegen , ein Verwal- tungs - Aus\chuß aus den Dekanen der vier Faculitäten und. aus vier aus der Zahl der ordentlichen. Professoren jedesmal auf vier Jahre zu ernennenden Deputirten unter dem gleich- mäßigen Vorsibe des Rektors zu errichten, auf welchen Aller- hôchstdieselben die Rechte der obengenaunten beidén Kollegien übertragen zu lassen beschlossen haben. Uebrigens foll von der Zeit an, wc obige neue Einrichtungen in IBirftfamkeit ge- langen, dem jedesmaligen Rektor “für die Zeit seiner Amts- führung der Rang in der Hofordnung nach dem Dom -De- chanten zu Meissen uud vor dem Direktor des Consistorii zu Leipztg, den ordeutlichen Professoren aber, der Rang nach den Brisicern des fkatholisch-geistlichen Consistorii allhier, und vor den. Regiekungs-Referendarien zukommen.

Durch däs amr-2ten dck=Nachmittags erfolgte Ableben des Konferenz - Ministers , Wirklichen Geheimen Raths und Di- reftórs der Ober - Rechnungs - Deputation, Wilhelm Freiherrn von Gutschmid, hat das Vaterland den Verlust einer jeiner ersten und ausgezeichnetsten Staatsdiener ‘betrossen. /

Braunschweig, 5. Febr. Unterm 28sten v. M. ist hier eine hôchste Landesherrliche Verordnung erschienen fol- genden hauptsächlichen Jnhalts :

„„Die Verordnung vom 19. Mai 1814, die Organisation Unserer Herzogl. Kammer betreffend, hat sich_in ihrer An- wendung in vielfacher Hinsicht nicht völlig zweckmäßig darge- tellt, und bei dem zu großen Umfange des dieser Behörde angewiesenen Wirkungskreises die Förderung der Geschäfte erichVert, auch durch die Verbindung verschiedenartiger Ge- geustände nicht unerhebliche Nachtheile und Inkonvenienzen veranlaßt, dêren Abstellung für die Zukunft dem èj entlichen Besten nüblich erscheint. Diesem Zwecke wird vorz? glich die Trennung der Verwaltung Unsers Herzogl. Kammerguts und der Regakien von der Leitung allér Gegenstände der Polizei und eigentlichen Regierungs - Angelegenheiten entsprechen, be- sonders wenn damit eine Erleichterung -des Geschäftsganges.. durch mündlichen Vortrag der Unserm Allerhöchsten Beschlusse entweder unmittelbar oder mittelst Unsers Staats-Ministeriums zu unterwerfenden Sachen verbunden , zugleich aber die von . andern Behörden an die höchste Staats - Behörde zu erstat- tenden Berichte zu solchem Vortrage- vollständig vorbereitet und gutachtlich erläutert, und so sämmtliche Gegenstände der Verwaltung zur Bewirkung der endlichen Erledigung noch - mehr vereinigt werden. Wir ‘beschließen daher und verord- nen, Wie folgt: : ; | i p

1. Der Geschäftskreis Unserer Herzogl. Kammer wird in Zukunft von den derselben angewtejeuen Gegenstän- den nux“ nachbemerkte begreifen: 1) die allgemeine Landes- und die Sicherheits auch Gewerbe Polizei; 2) die Aufsicht úber städtische und ländliche Gemeinden und Ortichastew mit der Leitung der Vermögens - Verwaltung und Revision ‘der Administrations - Rechnungen derselben und der dffentlichen Corporationen ; 3) die Aufsicht über alle Armen- Anstalten, milde Stiftungen, Waisen- und Krankenhäuser und \ämmkt- . liche dem allgemeinen Nußen und Vergnügen gewidmete An-