1830 / 52 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

:376 -

auch andere Reiche hebt: wie Hr. M—t versichert? und warnm haben die Geschicbtsschreiber sie uns verschwiégen ? Die drei Philipp von- Spanien fang er doch nicht meinen, weil diese ja als Usurpätoren angeskhen wurdew und zwar eben deshalb, weil sie eine andere Krone besaßen.

3) wenn unter Zweien Einer ein Recht hat, zu optiren, fann er dann, wenn ex optirt hat, nun das, was dem An- dérn zukäme, einem Dritten cediren? also úber Alles verfú- gen, wenn ex nur ein Theil zu optiren hat?

4) Jst ‘in der That Entscheidung alter rechtsbegrün- déter Reichs - Stände nicht doch noch ein Anders, als der angebliche Volkswille, auf den unsere heutigen Liberalen sich zu berufen pflegen ?

“Wenn vom Rechte gesprochen wird, fommt es auf

das Recht allein an, und nicht darauf, wem wir etwa att!

liebsten dieses. Recht gônnen möchten. Mir scheint, hätte Dom Miguel jene Constitution Dom Pedro's gegeben, und Dom Pedro fie ‘Peribév fen , die meisten seiner literarischen Gegner in Frankreich und Deutschland würden für ihn strei- ten, und wo ein Meitieid ihm vorgeworfen würde, würde man auf das- Beispiél aller Revolutionen fich berufen kôn- neu, als in welchen ja immer Treueide gebrochen werden. Auch Napoleon hatte die Direfktorial-Constitution S. , i

Königlihe Schauspiele.

: Sonntag, 21. Febr. Im Opernhause: Kabale und Liebe, Trauerspiel in 5 Abtheilungen, von Schiller. (Mlle. Four- mee: Tou) i

Im Schauspielhause: 1) L’acte de naissance, comédie en 1 acte et en prose, par Picard. 2) La première re- présentalion de: Riquet à la houppe, vaudeville féerie en 1 aclc. 3) La demoiselle à marier, vaudeville en 1 acte,

ar Secribe. ;

Im Opernhause: Die Stumme von

Montag, 22, Febr. ) Musik

Portici, große Oper in 5 Abtheilungen, mit Ballets.

von Auber. (Herr Rozier wird hierin tanzen.) Preije. der Pläße: Ein Plaß in den Logen des ersten

Ranges 1_Rthlr. 10 Sgr. 1c. C Ld A. d Im Schauspielhause. Spectacle demandé: 1)\La se

conde ‘représentalion de: Les Comédiens, comédie en 5"

4 .

actes et an vers, par Mr. Casimir Delavigne. _vote, vaudeville en 1 acte, par Seribe. j Dienstag, 23. Febr. Im Opernhause: Der beste: Ton, Lustspiel in 4 Abtheilungen , vom Pr. C. Töpfer. Die. Mäntel, ode: Der Schneider in Lissabon , Lustspiel in 2 Abtheilungen, frei nah Scribe, von C. Blum. Zum Schluß des Carnevals, im Schaujpielhause: Mas- Tre a. S l Zu diesem maskirten Balle , für ‘welchen besondere Citi- Sus E N der Preis eines He«-en-Billets auf 1 Kthlr. 15 S 1 Rthlr. festgeseßt, und können diese Billets von Sonn- tag, den 21sfen an, im. Büreau des Schauspielhauses Eingang Charlotten-Straße gegen die genannte Bezah- lung, von 10 bis 1. Uhr. Vormittags in Empfang genommen werden. Nur diejenigen Personen, auf dexen Na- [men das Billet geschrieben ist, können darauf eingelassèn werden, Man erscheint in buiten Domi- no's, bunten Chauve-Souris und Charafter-Masfkfen. Schwarze )»omino’s Und Chauve-Souris. so. wie das Erscheinen in. Skie- elta, werdén verbeten. Bis 10_Uhr bleibt man in den un- teren Sâlen masfirt. Die Einlaß-Karten sind bei dem Ein- Une abzugeben. Die Besorgung der Konditorei ist dem Königl, Hof - Konditor Herrn. Conradi, und die Einrichtung dès Soupers der Restauration des Königl. Hof Traiteurs aao úbertragen worden. Die Eröffnung des Saales er- olgt um halb 7 Uhr, der Anfang des Balles ist Abends halb 8 Uhr. Um halb 9 Uhk soil im Theater eine. Französische Vorstellung statt finden, welche etwa eine Stunde dauern

2) La Dé!

Hierauf :'

gr. und derx Preis eines Damen -Billets auf |

wird. Besondere Billets dazu" für die. Personen, welche

zum Balle gehören, werden nicht ausgegeben. Nach 10 Uhr wird im Concert -Saale durch die Mitglieder des Königl. Ballets ein Tanz. ausgeführt, Ende des maskirten Balles

“_Gedrutt bei A. W. Hayn.

i Pa T1

- Rénte von Aguado 693,

E L -Coucert-Saal:Ein- Königsstädtsches Theater. Sonntag, 21. Febr. Der Barbier vou Sevilla, fkomi- sche Oper in 4 Akten; Musik von Paesiello. j L Montag, 22. Febr. Die Majoratsherren, Original-Me- lodrama in 3 Atten. B : E Dienstag, 23. Febr. Zum erstenmale: Die \{warze Frau, Posse in 3 Akten, von C. Meisl; Musié: von A. Múl- ler. (Parodie der weißen Dame.) i h

um 1 Uhr. Es wird an dem gewöhnlichen gange vorgefahren. | 0A

Berliner Börse. Den 20. Februar 1830.

Amtl. Fonds- und Geld-Cours-Zettel. (Preufss. Cour.)

2 T Brie] | Geld] | Zj 1BrIe] | Geld u E i i

St. -Schuld-Sch.| 4 1005 |100yzfSchlesische do. 4 | (1062 Pr. Engl. Anl. 18| 5 [1054 [1055 Pomm. Dom: do.| 5/1074 | Pr. Engl. Anl. 22/5 | [1047 Märk. do: do.| 5.107% Kurm.Ob: ml.C.| 4 L0CÎ | JOstpr. do. do.| 5 [1065 Neum.Int. Sch. d. 2 1003 TRücks!.C.d.Knk,' | 76 4

| h n i

Berl. Stadt - Ob. 103% [1023 f do. do. d.Nwk.— | 76 Könjgsbg. do. 100 fTZins-Sch.d.Kmk.-— | 77 Elbinger do. | 421027 [1023 dito -d.Nmk.' | 77 Daaz.do. inTHZ. A 39 | Westpr. Pfdb.A. _—

dito dito B. asu Grosshz. Pos. do: i 1102 Ostpr. Ptandbrf, ( Ponnn. Ptandbr. Kur-u. Nenm.do.

Wechsel Cours.

Mliiretérdan. «E, «wie IO PA, A L E S & S 250 FL HBamhwg s gla ee ¿2/300 Be __ dit! 300 Dk. E.ondon ?

Hall. vollw. Due. Neue dito | Friédrichsd'or . |

pki 133 1065 [Disconto .... 3

|Preuss Gour. Brief .|Geld.

Kurz 1445 | 2 Mt. 1441 | Kurz 1525 [4525 J Mt: Ert: 4 AGLE 2M | 872,| gas 2 Mt. i 2M. f 1103

Me P E Leipzig- 1. TUso

& 1103F Fráukfurt. a. M, WZ H (+ E D (C4 | —- Petersburg DN : : 3 Woch. | 31 at Riga BN, 3 Woch. 1 VVarschau Kurz 1005 [100

Wien in 20 Xe. Augsburg Breslau

Auswärtige Börsen. | Frankfurt a D, 16. Feber. Oesterr. Sproc- Metall. 1035. Aproc- 975. Ba k - Aetien 1348. Partial-Obligationen 1385. Geld Laoose zu 100 FVI. 182. Brief. /

Londo 12. Febr: 3proec. Cons. 925.4, Russ. 11. Dün. 7585.

T Brasil, 74. Port. 58,59, Griéch. 37. Mexic. 255. ;

_

i Paris, 12. Fébr. : 3proc. Rente pr. compt. 84 Fr. 50 Cent.. fin cour 84 Fe, 60 Cent. proc. Rente fin cour. 192 Fr. 50 Cent. ee Rente pr. compt 109 Fr. 55 Cent. fin- cour. 409 Fr. 65 Cent: 5proc.. Neapol. 92 Fr. £0 Cent, 5S-Span Rente von Aguado 695.

Paris, 13. Febr. i 2 ‘afi

3proc._ Reate pr. compt. 84 Fr. 55 Cent., fin coar. 84 Fr.

60 Cent. 9proc. pr. compt. 109 Fr. 59 Cent., fin cour. 109 Fr. 55 Cent. - 5proc. Nezpol. 92 Fr. 99 Cent. “Sproc. Span,

__ Hierbei Nr. 15 des Allgemeinen Anzeigers. Unsern auswärtigen Abonnenten wird derselbe durch d:e nächste Fahrpost zugesandt wrden.

Redâcteur Joh. Mitredacte? Cottel.

_

Wahl des.

Allgemeine

Preußische Staats-Zeitung.

M 53.

Amtliche Nachrichten. Kvonik des Tages.

Im Bezirk der Königl. Regierung zu Achen ist der bisherige Vikar zu Tüddern, Johann Matth. Goerten, zum Vikar in Dremmen, und der bis- herige Vikar zu Heyenberg, Johann Wilhelm Schmiß, zum Vikar zum heiligen Kreuz in Achen ; L zu Tee ist der Rektor des Progymnasii zu Wer- den, Heinrich Helmsing, zum Vifkarie-Administrator da-

elbst, und : 1 4 Köln is der bisherige Schut-Vikar zu Königswinter,

Johann Zimmermann, zum Pfarrer in Hèrchen ernannt

worden.

- É -————. ——

Zeitungs-Nachrichten. Aan rant ret. Paris, 14. Febr. Gestern als am Jahrestage des be-

dauernswerthen Ereignisses, das dem Herzog von Berry das Leben kostete, wohne der Dauphin um 11 Uhr Morgens

einem- Todten-Amte in der Kirche zu Saint-Denis bei. Um

diejelbe Zeit vernahmen Se. Maj. der König und die Dau- phine eine Seelenmesse in der Schloß - Kapelle und die Her- zogin von Berry in ihrem Betzimmer. Morgen begiebt die Herzogin sich nach dem Schlosse Rosny, wo für ihren ver- storbenen Gemahl ein feierliches Todten-Amt gehalten wird. * Der Moniteur enthält einen, dem Anscheine nach, amtlichen Artikel, worin die Behauptung, daß in Havre uud Rouen bei der Erhebung der direkten Steuern die bei den größeren Beiträgen bewirkten Eriparnisse auf die kleineren Übertragen e seyen, um die Zahl der Wähler zu ver- mindern, als völlig grundlos da egeben wird, daß dte Regierung, weit entfernt irgend eine Mkbierung in den Wahl- Kollegien herbeizuführen , vielmehr Maaßregeln getroffen habe, um die Wähler in dem vollen Genuße ihrer Rechte zu erhalten. : |

Auch das Journal du Commerce spricht sich heute über die Ernennung des Barons Dudon zum Präsidenten des Wahl-Kollegiums in Nantes aus. ¿Einen solchen Kandi- daten zu wählen, ‘/ äußert dasselbe, „ihn 14 Tage vor der Erdffnung der Sißungen zu wählen, heißt ohne Scheu erflä- ren, daß man der Meinung der Kammer Troß biete, wié man bisher dér öffentlichen Meinung getrokt hat; heißt, sich mit Gewroalt unpopulair machen.‘

Die Quotidiehne sieht in der Ernennung des Herrn Dudon und in dessen wahrscheinliher Wahl zum Deputirten die Morgenröthe. einer besseren Zukunft; sie bezeichnet jeßt noch dem Ministerium zur Beförderung diè Herren von Vau-

blañte, von Bertier, Franchet und Delaveau; ferner die Ge- |

nerale Donadieu und Canuel und den Abbé von la Mennais. Der Constitutionnel äußert: „Die Gazette befindet sich în einem. groben Jrrthume, wenn sle glaubt, daß die Herrn Dudon uns betrübe. Alles, was dazu die- én fann, das Ministerium genau- kennen zu lernen, is vor- theilhaft für uns; und wenti bisher“ noch irgend ein Ehren- mann úber den Charafter. der jebigen Verwaltung zweifel- aft war, so g dieser Zweifel jeßt geschwunden seyn. Hr. Dudon ist der Minister und die Ministèr sind des Hrn. Du- don vollkommen würdig Es heißt, daß Hr. Denniée zum General - Jntendanten der Expeditions - Armee gegen Algier ‘ernannt worden sey. Ueber die Wahl des Ober-Befehlshabers“verlautet immer noch

Berlin, Montag den 2Mkn Februar

ig grundlos dargestellt und die Versicherung |

nicht den A

1830.

nichts Bestimmtes. Der Constitutionnel macht die ttah- stehenden Schiffe als diejenigen nahmhaft, die zu der Expedi- tion ausersehen worden seyen. Brest würde danach stellen : die Linienschiffe „Duquesne““, „„Marengo““, „la Coutronne‘“, und „la Guerrière“/; die Fregatten „Venus“, „Suno‘?. ¡¡¿Thétis‘/, „„Antiope‘/, „l’Abeille‘‘, und „la Capricieuse‘/; Cherbourg: die Fregatten „„Melpomene“‘/, und „die {due Gabrciele“/ so wie die Gabarre „la Truite‘/; Lorient: das Linienschiff „„Algesiras‘?, die Fregatten „Herminig“ ünd „Ar- 4 temisia“’ ñebst der Gabarre „„l“Alsactenne‘/; erdlih Toualo kh: die Linienschiffe „„Scipio‘/ und „die Stadt Marseille“, das Flütschif „Pallas“, die Fregatten „„Amphitrite““, „„Fphi- genia‘“, „„Didd‘/ und „„Themis‘/ nebst fünf Corvetten und Gabarren. Wahrscheinlih, meint der Constitutionnekl, würden außer diesen, auc) noch einige gegenwvärtig im Mittek- aen Meere befindliche Fahrzeuge an der Expedition Theil nehmen.

Der Courrier fränçais enthält einen Aufsas über den Prinzen Leopold von *Sachsen Koburg, als souverainen Fürsten von Griechenland, worin unter Anderm die Mei- nung ausgesprochen wird, daß man statt seirnier einen der Befreier dieses Landes zu dessen Beherrscher hätte wählen sol’en. Die Gazette de France frägt, wen der Courrier hierunter eigentlich meine; ob vielleicht den Obersten Fabvier ? „Wir glauben herzlich gern,“ fügt dieselbe hinzu, „daß die Liberalen lieber in Griechenland cine unthetlbare Republik gejehen hätten, denn von dem Anbeginn der Griechischen Insurrection an, haben die Philhellenen - Comités stets in diesem Sinne gehandelt; es ist indessen hier - von einem Systeme die Rede, und der Courrier wird hoffentlich den alten S Monarchièen gestatten, daß sie auch dàs ihrige aben. ‘‘

Sechs Zöglinge erster Klasse der polytechnischen Schule sind mittelst Königlicher Verordnung vom 10ten d. M. zu Scthiffs-Fähnrichen ernannt worden. : i

Durch eine andere ältere Königliche Verordnung vom 31sten v. M. wird die Artillerie-Schule in Besançcon wie- derhergestellt und die Errichtung eines Zeughausés daseibst für alles zur Artillerie gehörende Material angeordnet.

Der Doctor Schulz, Professor an der Unétversität- Gie- ßen, ein junger Gelehrter, welcher zu den s{dönsien Hoffnun- gen berechtigte, reiste, wie der Moniteur berichtet, auf Ko- sten und im Auftragé der Französischen Regierung seit meh- reren Jahren im Orient. Er hatte den besonderen Auftrag, die weniger bekannten Theile der Asiatischen Türkei und Per- siens in wissenschaftlicher und literarisher Bezichung zu durchreisen, dann bis nah Jezd im Mittelpunkte Persiens vorzudringen und dort einige “Zeit unter den Anhän- gern der alten Religion Zoroasters zu wohnen , “um die âlteren Sprachen Persiens zu studiren und Alles, was etwa noch - von. den Werken Ade oasters vorhanden seyn môchte, zu sammeln. Jm Sommer 182 reiste Herr Schulz, mit ausgedehnten Justructionen des Ministers der auswärti

en Angelegenheiten versehen, ab. Der bald darauf zwischen Rußland-und Persien ausgebrochene Krieg seßte seinem Un: ternehmen große Schwierigkeiten entgegen , nahm ihm aber | Muth. Er wußte aus seinem Aufenthalte in Kon- stantinobel und in den Asiatischen Provinzen des Türkischen

Reichs, in Kaukasien. und am Kaspischen Meere Vortheil zu

ziehen, bereiste ganz Klein-Asien, so wte die gefahrvollsten Ge- genden Yadllins (eus ürdistan's, und durchforschté aufs Genaueste die bisher unbekannten Ruinen der Stadt Semiramis in Armenien, wo er 42 Juschriften aus dem höchsten Alter- thum, und größtentheils von bedeutendem Umfange, fopirte. Män durfte von dem Aufenthalte dieses Gelehrten. in Pérsien ‘eine umfassende ‘Sammlung ' wichtiger Beobachtungen erwarten. Er kannte die Türkische, Arabische und Persische Sprache itr

gleich hohem Grade, war iu der Literatur allex Völker des