1830 / 52 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Orients bewandert, besaß eine grundliche flassische Bildung und einen richtigen und gebildeten Verstand, so daß vielleicht fein Reisender geeigneter als er war, jene Länder mit Nuben

zu durchforschen. Ein Schreiben aus Tiflis vom 1. Sand:

& meldet indeß, daß Herr Schulz in Kurdistan an der ränze von D ial ee zwischen den Dörfern Bash-Kul- lah und Perihan-Nichin ermordet worden ist. Ein Brief des

Englischen Gesandten in Tauris zeigt dieses traurige Ereig-

niß an und fügt hinzu, daß man die nähern Umstände dessel- ben noch nicht Kane; da zwei Bedienten, ein Persischer Unter- Offizier und ein Soldat, welche den Professor „begleiteten, gleichfalls umgebracht worden seyen. Oberst Macdonald in Tautis, bei dem der Reisende die gastfreund]chaftlichste Auf- nahme gefunden hatte, - schiéte sogleich einen zuverlässigen Mann ab, um wo möglich die Papiere und Effekten des Dr. Schulz zu retten. uh trug er auf die Bestrasung der Missethäter an. . Der Erfolg dieser Maaßregel {teht noch zu erwarten. f In Bezug auf den von de öffentlichen Blättern ange- führten Grund, weshalb das Konzert des Herrn Moscheles nicht Habe stattfinden können (). Nr. 50 d. St. Z.) erklärt heute die Direction der großen Oper im Moniteur, daß sie, um ihre Pflichten gegen das Publikum zu erfüllen, sich ge- _ _nôthigt gesehen habe, das in neuerer Zeit mehrmals an sie gerichtete Gesuch, einige der ersten Künstler jener Bühne zu einem Konzerte mitwirken zu lassen, zurückzuweisen. Da der- gleichen außerordentliche Leistungen leicht der Gesundheit der Sänger und Sängeritinen schaden und diese sonach eine Zeit lang entweder ganz von der Bühne entfernt halten oder sie doch außer Stand seßen köunten, mit dem gehörigen Glanze ‘aufzutreten, so kónne die Direction ihnen eine Befugniß uicht ertheilen, welche dem Theater so wesentlichen Eintrag thue. Im Uebrigen sey die große Oper im Wohlthun bei der ge- genwärtigen Bedrängniß nicht zurückgeblieben, und es werde sich nächstens wieder eine Gelegenheit darbieten, solches zu bethätigen (dur< den morgen zu gebenden Ball, wozu die große Oper ihr Lokal hergiebt). Unter solchen Umständen trefse die Direction keine Schuld, selbst wenn sie für solche Vorstellungen, -die einen milden Zweck hätten , ihre Mitwir- fung -varweigerte; wollte sie im übrigen einem Theater éine sol ; Mitwirkung zusagen, so kôunte sie sie den andern nicht füglich vorenthalten und es würde zuleßt ein völliger Miß- brauch daraus entstehen. :

Für den? morgenden Ball im Ogernhause zum Besten

der Armen sollen bis zum 11ten d, M. bereits 30,000 Fr. eingegangen jeyn.

Großbritanien und Jrländ.

Parlíaments-Verhandlungen. Unterhaus-Sißung

vom 11. Dez. (Fortsebung.) Ju seinem Vortrage über die ge ihn ganz besonderes Juteresse habende Wahl - Angelegen- heit von East-Retford sagte ues Huskisson zunächst, daß, da er sich est vor wenigen Motiaten, kurz vor dem C <lusse der vorigen Session, über diesen Gegenstand ausgesprochen, er dieses Mal um so fkúrzer si fassen fônne; alles was seit- dem vorgefallen, habe ihn darin bestätigt, daß es uicht genug sey, das Wahlrecht von East-Retford auf den ganzen Bezirk von Bassetlaw, der bereits anderweitig im Parlamente ver- treten werde, zu úbertragen ; vielmehr müsse man der großen unrepräsentirten Stadt Birmingham dieses Recht zukommen lassen. Er nehme feinen Anstánd, neuerdings zu wiederholen, daß nur dies cin Mittel sey, sih gegen die Gefahr zu sichert, daß die abstrafkten Grundsäße einer allgemeinen Reform der Repräsentation immer mehr im Lande um sich greifen. Er sehe dies als ein Vertheidigungsmittel gegen ein wachsendes Uebel an; sollte er jedoch mit jeinen O durch den Ein- fluß der Regierung aus dieset -Verthèidigungs - Position - ge- worfen werden, so werde ex mit ihnen doch noch immer ge- gen die wilden und: gefährlichen Grundsäse einer allgemeinen, alles mit - sich fortreißeuden Reform anzukämpfen suchen. Es thue ihm. leid, daß die Regierung von den Ansichten, die sie sonst gehabt, zurückgekommen sey; denn früher ev durch ihren Einfluß begünstigt, im Unterhause mindestens, die Wahlrechts - Uebertragung von Penryn auf die große Stadt Manchester durchgegangen. *) Er habe geglaubt, daß die Regierung, nach den Maaßregeln, die sie in vorigen Jahren zu Geseben“ gemacht, und seitdem von den Zeitbegebenheiten « noch mehr bélehrt, gewiß. au<h in der vorliegenden Frage den bessern Weg einschlagen werde. Er sey in diesein Glauben um so mehr bestätigt worden, als er von dem edeln Lord (Dar- lington), der auf die Adresse antrug, höôrte, das gegenwärtige

___*) Bekanntlich hat- dieselbe nicht die Zustimmung des Oher- hauses erhalten. s M : 3 E 08 3

Ministerium sey ein Tory - Ministerium, welches na< Grund- jâßen der Whigs verfahre; ferner, als er sih erinnerte, daß das gelehrte und ausgezeichnete Mitglied (Sir James Scarlett), welches vor einiger Zeit die Stelle erhalten habe, mit der” die vornehmsten geseßlichen Functionen des Unter- hauses verbunden wären *), derselbe sey, der diese Stelle unter dem Ministerium des Herrn Canniñg bekleidet habe, und endlich, da auch ein anderer ehrenw. und gelehrter Herr (J. Abercromby), der immer auf der Oppositions. Seite des Hauses gesessen, die erste richterliche Stelle von Schottland (er ist Lord - Chief-Baron of Scotland geworden) erhalten habe. Alle die Umstände hätten ihn veranlaßt, zu glauben, daß die Regierüng guch. in Bezug auf East-Retford nicht bei ihrer frü- hern Ansicht beharren würde; die Uebertragung des Wahl- re<hts ‘auf dén Bezirk von Bassetlaw würde unstreitig allge- mein einen übeln Eindrue> hervorbringen. Wie ersprießlich es übrigens seyn würde, wenn die großen Handelsstädte eben- falls im Parlamente vertreten wären,‘ davon: gebe jest die Untersuchung der Ostindischen. Angelegenheiten einen Be- weis; ihn (Hrn. H.) habe man zum Mitgliede des. Aus- shusses unstreitig nicht ‘aus ‘Galanteries gegen ihn, sondern weil er ein Vektreter der Handelsstadt Liverpool sey, vorge- schlagen. Würde“ es nun nicht vom größten Nußen seyn, wenn au<h Handelsstädte, wie Leeds, Manchester und Bir- mingham, Stimmen im Hause und im Comité hätten? Da- gegen habe man in das Lebtere ganz nußlos einen Repräsen- tanten der Grafschaft Sussex (Hrn. Burrel) aufgenommen, vorgeblich, weil er das Interesse der Woll «Produzenten vertrete, die jedoch mit, dem Ostindischen Handel gar nichts zu thun hätten und auch ohnedies von jedem andern Mitgliede des Hauses mit vertreten würden. Der Redner fam alsdann auf die Union von Birmingham und erflärte, daß es gewiß besser seyn würde, den talent- vollen Präsidenten derselben im Unterhause zu hören, statt ihn in der Weise, wie es jeßt geschehe, die Fragen über Par- laments- Reform durch das ganze Land verbreiten zu lasseù. Schließlich erklärte Hr. Huskisson, daß, wenn das Amende- ment des Herrn Tennyson durchfallen sollte, er keinen Theil weiter an der Frage nehmen würde. Der Kanzler der Schaßkkawmer jagte: „Mein sehr. ehrenwerther Freund (Hr. Huskisson) sucht die Meinung von sich abzulehnen, daß er ein Reformer sey; es ist dies eîne Schule, zu der ich mich ebenfalls nicht bekenne. Mein sehr ehrenwerther Freund glaubt jedoch dadurch, daß er das vorgeichlagene Amendement unter- súßt, eine Vertheidigungs - Position gegen -das einbrechende wilde Veränderungs - System genommen zu haben, während ih meinerseits glaube, für die Erhaltung der . Constitution mehr zu thun, wenn ich den entgegengeseßten Weg einschlage. Meíin sehr ehrenw. Freund, der zu beweisen. bemüht ist, wie nothwendig es sey, daß große Städte, wie Leeds, Birminghani und Manchester, Vertreter im Parlamente erhalten, würde jede IME habende Maaßregel unterstüßen, wenn sie auch sei- nen Anti-Reforms-Grundsäßen geradezu entgegen wäre. Er

würde selbst dann noch immer glauben, in seiner Vertheidigungs-

Position zu stehen, wenn er auch gar nichts mehr zu vertheidigen hátte.‘/ (Hóôrt!) -— Weiterhin sagte der Redner, er sey über- zeugt, daß das Unterhaus, in der Weise, wie es jezt zusam- mengesekt sey, jede ähnlihe Versammlung in einem andern Lande weit übertreffe, und daß er lieber in dem sichern Be- sike so gewisser Vortheile bleiben, als auf die theoretischen Verkündigungen ungewisser Segnungen sih verlassen wolle. Wiewohl er indessen kein Reformer sey, habe er sich doch niemals der Bestrafung der Corruption widerseßt. Er erinnerte an frúhere ähnliche Fälle, und daß er namentlich bei der Bestrafung von Penryn für die Uebertragung auf Leeds gestimnit, während damals Hr. Canning nur gewünscht habe, die Zahl der Wähjer von Penryn durch Theilnehmer aus. dem benachbarten Bezirk zu vergrößern. Den angeführ- ten Umstand benußte jedo<h Herr C. Grant, um dem Kanz-

ler bemerklih zu machen, daß er selbsi schon: inconsequent

gegen seine eigene Lehre: keinen Schritt, der möglicher Weise einer Reform si nähere, zu thun, gehandelt habe.“ Dieser. Redner , der sich besonders stark gegen die Uebertragung des Wahlrechts auf den, seiner Meinung nach, bedeutungslosen Bezirk von Bassetlaw aussprach, erhielt beim Schlusse seines Vortragés laute Beifalls -Bezeigungen. Herr Peel, der hierauf das Wort nahm, nannte die Rede des Herrn Hus- fisson eine von ihrem eigentliczen Thema sehr ab)chweifende, die, voll von ungehdrigen persdnlichen Beziehungen, des Ta- lents Und der hohen Eigenschaften seines sehr ehrenwerthen: Freundes unwürdig wäre. „„Derselbe hat‘, fuhr der Mini-

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«) Die des General-Anwalds, der ‘in der Regel die Geseh--

Entwürfe abfaßt, welche die Regierung dem Hause: vorlegen läßt.

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fort, „geglaubt, daß die Regierung des Königs Willens Pi L Gbundsäte des Herrn Ein als die ihrigen an- zuerkennen, weil wir den Mann zum eneral-Anwald mach- ten, der diesen Posten auch „unter Herrn Canning bekleidete, und weil wir einen anderen ausgezeichneten Mann um Lord- Chief-Baron von Schottland ernannten. Jn das - ohe Lob, das mein sehr ehrenwerther Freund der Gelehrsamkeit und dem Charafter des Sir James Scarlett zollt, stimme ich von ganzem Herzen ein; eben so auch in das des Herrn Aber- cromby. Jch kann jedoch nicht zugeben, daß daraus noth- wendig hervorgehe, wir seyen im Begriff, die Grundsäße des Herrn Canning anzunehmen, und müßten deshalb das Wahl- recht von East-Retford auf die Stadt Birmingham übertra- gen. (Beifall.) Auch würden wir, wenn wir selbst deu Grundsäßen des Herrn Canning und seinem beim Flec>en Grampound gegebenen Beispiele folgen wollten, _feinesweges in- dem vorliegenden Falle so handeln dürfen, wie mein sehr ehrenwerther Freund es wünsht. Jch sehe au< gar nicht ein, daß mein Vorschlag des ehrenwerthen Mitgliedes von Sussex, als eines Vertreters der Woll - Produzenten bei dem Ostindischen Comité , so sehr lächerlich sey. - Hat nicht ein. chrenroerthes Oppositions-Mitglied (Herr W. Whitmore) als es uer eine Untersuchung der Ostindischen Angelegen- heiten zur Sprache brachte, davon gesprochen, daß fich in den nördlichen Theilen von .China ein bedeutender Marft für un- sere Wellen - Waaren erdffnen dürfte? War es nun wohl so ganz Unrecht , ein mit der Woll-Produiction vertrautes Mit- glied in das Comité zu bringen ?// Herr Peel widersprach darauf im Allgemeinen. der Bêhauptung, daß im Unterhauje das Ackerbau-- (Land) Interesse mehr vertreten werde, als das des Handels, und gab alsdann dem Antrage, das Wahl- recht auf das Bezirk ‘von Bassotlaw zu übertragen, seinen Beifall. Gegen die: Bemerkungen des Lord Howick, denen er den Vorzug der. Klarheit und Verständlichkeit einräumte, erwiderte er, man dúrfe ees keinesweges jo ohne Bewcisz als Thatsache annehmen, daß der Zrôßte Theil der Wahl - Flefen und Städte bestechlich sey; wäre es aber wirklich der Fall, so spräche dies zuerst dafüt - daß. man das in Rede stehende Wahlrecht nicht auf eiae Stadt, sondern auf einen der Graf- schafts-Bezirke, die sich- immer noch am reinsten erhalten hät; ten, Übertragen müsse. Den Vorwurf der Bestechlichkeit, fügte Herr Peel hinzu, fönne er aber auf den Städten und Flecken nicht ruhen lassen; nicht einmal auf - dem Flecten, den er die Ehre habe im Parlamente zu ver- treten. (Gelächter) ) Er widersprach hierauf dem Ge- rúchte, daß manu auf Bassetlaw das Wahlrecht in Folge eines Uebereinkommens mit dem Herzoge von Newcastle über- tragen wolle; dieser Herzog zeige sich vielmehr der Maaßre- gel abgeneigt. Schließlich sprach der- Minister noch die Ver- sicherung aus, daß, wenn auch, gegen ein eigenes Votum, das Amendement den Sieg davon tragen sollte, er doch die Frage nicht mehr in die Länge ziehen wolle, weil er aur das lebhaf- teste wünsche, daß die schon sieben oder aht Mal im Parla- mente vorgekommene Angelegenheit endlich beendigt werde, um alsdann niemals den. Namen East-Retford wieder nennen zu hôren. Nachdem noch Herr- Huskisson eine Erläute- rung seiner frühern Bemerkungen gegeben hatte, fanden die (gestern erwähnten) Abstimmungen statt, wonach das Amen- dement für Birmingham verworfen, die Wahlrechts - Ueber- tragung auf Bassetlaw aber beschlossen wurde. Der Ge- aeral- Fisfkal suchte darauf um Erlaubniß nach, die (gestern im Privatschreiben aus London erwähnten) Bills in Bezug auf die innere Geseßgebung und das Rechts - Verfahren ein- zubringen. Da darüber vor ihren verschiedenen Verlesungen noch debattirt werden wird, so fanden heute nur einige Er- örterungen zwischen dem General-Fiskal, Herrn Hume und Herrn O’Connell statt. Der Lebtgenannte wollte zwar aicht zugeben, daß das- hier bestehende Erbfolge - Gese, wel- ches der General - Fisfal als einen Vorzug Englands priés, besser sey, als das in Frankreich geltende, ließ jedoch der Re-

gierung volle Gerechtigkeit widerfahren, indem er sagte, die

beabsichtigten Verbesserungen seyen höchst zweckmäßig und ge- reichten ihr zur Ehre. Die Erlaubniß zu Einbringung von 5 Bills wurde daraufertheilt. Eine davon bezog sich auf gewisse testa- mentarische Verfügungen eines Vaters in Bezug auf. seine Södhne. ([llusory appointments, von denen Herr O’Connell sagte, daß fein Mensch in ganz England recht wisse, was darunter zu verstehen sey.) Bei Gelegenheit der nachgejuch- ten Bill zur Verdeserung des -Gesebes gegen diejenigen , die Ach gegen einen Gerichtshof vergehen, wies der General-An-

*) Bekanntlich is Herr Peel - seitdem er die Repräsentation a git Oxford aufgegeben, Mitglied für den Fle>en

wald nach, daß im Fleet-Gefängnisse viele Jahre lang Leute sich befänden (mitunter sogar solche, die sich dabei sehr -gut ständen), die als Opfer des Kanzlei-Gerichtshofes antdclan seyen und gar nichts, was man fo eigentlich Verbrecheu nenneti. könne, begangen hätten. Herr Attwood trug. auf einein Nachweis der vom 1. Januar 1827 bis zum 31. Dez. 1829 von der Münze ausgegebenen Sovereigns an. Er behauptete, daß die Angabe des Herzogs von Wellington: es cirkulirten jeßt .65,000 Pfd. (in Banfk-Noten, Gold und Silber,, auf einem Jrrthume beruhe. Beweis sey, daß Gutsbesißer, Kauf- leute und Fabrikanten nicht mehr -so viel einbefämen und Nuten zôgen , als sonst; die arbeitende Klasse erhalte sehr häufig, statt baaren Geldes, Konsumptibilien und andere Dinge an Zahlung; so wisse er von einem Arbeiter, der eben eine Schöpsen-Keule an Zahlung bekommen hatte, als er im Be- griffe war, ein Kind taufen zu lassen, und darauf zum Pfar- rer hinging mit der Bitte, so viele Stücke von der Schöpjen- Keule abzuschneiden, als ihm für die Tauf-Verríchtung gebühr- ten. Der Kanzler der Schaßkammer rechtfertigte durch Zahlen dieim Oberhause gemachten Angaben des Herzogs v. Wel- lington, worauf der Antrag des Hrn. Attwood bewilligt wurde. Als sodaun der Kanzler der Schaßkammer darauf an- trug, daß das Haus ‘sich in einen Subsidien - Aus{chuß ver- wandle, um, der Thron-Rede gemäß, den Beschluß zu fassen, daß Sr. Majestät die nöthigen Geldmittel gewährt werden, meinte der Alderman Waithman, daß dieser Beschluß nicht eher gefaßt werden könne, bis- man wisse, welche Ersparnisse die Regierung zu machen gedenke; dies heute no<h zu erdôr- tern, sey’ es jedoch schon zu spät, er schlage daher die Verta- gung des Hauses vor. - Der Kanzler entgegnete indessen, daß nichts weiter als jener Beschluß zu fassen sey, weil ohne

„denselben die Minister das Budget gar nicht vorlegen fönn-

ten. Hr. Waithmann \sah sich dadurch bewogen, fein Amen- dement zurücfzunehmen ; dies wurde jedoch von dem Marguis von Blandford wieder aufgefaßt. Da Se. Majestät, fagte er, Úbex den wahren Nothstand des Landes falsch unterrichtet zu seyn scheine, so wäre die Nichtannahme jenes Beschlusses das beste Mittel, den König darauf aufmerksam zu machen ; er trage daher auf Vertagung des Hauses an.- Bei der Ab- - stimmung waren uur 9 Stimmen für diesen Antrag, 109 aber dagegen. - Als darauf das Haus sich in eineu. Aus- schuß „verwMmdelt hatte , faßte man den vom Kanzler in -An- trag gebrachten Beschluß. Die Bill in Bezug auf Eask- Retford wurde zum erstènmale verlesen, und eine Viertelstunde vor 1 Uhr Nachts vertagte fich das Haus.

London, 12. Febr. „Die heutige Hof-Zeitung mel- det, daß der Haudels-Präsident, Herr Herries, zum “Parla- ments-Mitgliede für Harwich wieder erwählt worden jey.

Sowohl Ober- als Unterhaus waren zwar auch vorge- stern erôffuet, jedo< nur pro Forma, da am Mittwoch, wenn nicht dringende Geschäfte es nothwendig machen, in der Re- gel nichts vorgenommen wird.

Auf der in Englaad angekommenen Brasiiianischen Fregatte „„Jsabella// befindet sich die junge Herzogin von Go- yazes die zu ihrer fernern Ausbildung von hier nach Frank- reih gehen wird.

Dem Courier zufolge, wird der Bischof von Exeter den erledigten Bischofs-Siß von St. Asaph und der Bischof von Glocester den von Exeter erhalten. An die Stelle -des Lekteren soll Dr. Monk, Dechant von Petervorough treten.

Rowland Stephenjon, der bekannte von hier entkommene Banquier, hat sich im Staate Pensylvanien, beim Delaware- Strom ein Landgut für 15,000 Dollars gekauft. Ey

Aus Jamaica wird gemeldet, daß- die dortige, Legislatur sich atihaltend mit der neuen Sklaven-Bill beschäftige; man ist bereits bis zum 120sten Paragraphen damit gefommen. - Ein neu hinzugefommener Paragraph ermächtigt den Gouverneur, Séfklaven , die zur Transportation verurtheilt werden , nach Bermuda zu senden. Der Vorschlag, den in den Königlichen Staaten gebornen Jsraeliten in Jamaica politische Rechte zu verleihen, hat im legislativen Conseil feinea Eingang ge:

funden.

Niederlande.

Aus dem Haag, 16. Februar. Die zweite Kammer der General-Staaten har in ihrer gestrigen Sißung -den

Geseßéentwurf in Betreff einiger Veränderungey im Ein-,

Aus - ut Durchfuhr - Zolltarif mit 56 gegen 24 Stimmen angenommen. j 4

In den Provinzen Limburg, Geldern, Seeland, Utrecht, Friesland, Ober -Yssel, Gröningen und Drenthe sind die Listen über die Grundsteuer bereits zu Anfang oder in der ersten Hälfte des vorigen Monats den Steuereinnehmern zur

Einziehung zugesandt worden. Se. Maj. der König haben