1830 / 53 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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gärten in diesen Ortschaften wird auf mehr als 30,000 Rthir. geshäst. Wie überraschend die Fluth den Einwohnern gè- ommen ist, geht daraus hervor, daß viele derselben ihre Woh- nungen nicht verlassen urid sich nah und na< bis unter die Dâcher“ geflüchtet haben, wo sie mit Ausnahme eines eilfjäh- rigen Mädchens, welches verunglückte, mittelst Kähnen geret- tet wurden.

Die Kölnische Zeitung vom 17ten d. enthält fol- gende Notizen“ Am l12ten l. M. stand das Wasser zu Ruhr- ort auf der Höhe von 26 Fuß 6 Zoll. Am 13ten Morgens 8 Uhr stand das Eis zu Göôtterswicéerhamm noch unbeweg- lich, bei einer Wasserhöhe von 22 Fuß 4 Zoll. Zu Bislich war die Rheinhöhe am 1Z3ten Abends 10 Uhr 23 Fuß 7 Zoll, das Eis unbeweglich,. Zu Wesel trieb das Eis bei einer Rheinhöhe von 22 Fuß 4 Zoll am nämlichen Tage. Am 4á4ten Morgens 5 Uhr war die Rheinhöhe zu Rees 23 Fuß; das Eis des Rheins war im Begriff loszubrechen. Von Emmerich schreibt man: „„Heute den 14ten Februar Mor- gens 5# Uhr seßte sich die Cisde>e der Stadt gerade gegen- über in Bewegung und stellte sich sofort wieder in der Ge- gend des Fährthors. Wasserhshe 15 Fuß 4 Zoll. Die Nie- derländischen Gewässer sind fortwährend zugefroren.// -— Die Rheinhöhe hier zu Köln i heute (16. Febr.) 9 Fuß 9 Zoll. Die Gegend von Uerdingen, Rheinberg 2c. steht unter Wasser, und der Postenlauf dahin ist gehemmt. Die Gefahr ist für die unteren Gegenden um so größer, da das Losgehen des Cises im tiefern Hollaud bei der jeßigen Witterung noch uicht nahe scheint. :

—— _— Die musikalisch-daflamatori’<?: Unterhaltung, welche die Mitglieder der Königlichen Oper, des Schauspiels, der Kapelle und des Theater-Corps heute in den Mittagsstunden zwifchen 11€ und 15 Uhr veranftalteten, hat ihren löblichen, wohlthätigen Zweck vollkommen erreiht. Eine sehr zah!- reiche Versammlung hatte sich eingefunden und. es is zu erwarten, daß die Einnahme so bedeutend seyn werde, daß, dem angekündigten Zwecke der Unternehmec gemäß, manchem, von der Winter -Noth hart bedrängt gewesenen, armen Handwerker sein zum Versaß getragenes Handwerk- zeug, Manchem, der um Holz zu haben, sein Bette in das Pfandhaus trug, dies wird eingelöst werden. Es waren im Ganzen 14 Piecen angekündigt , die, wiewohl . von den Mitwirkenden Mehrere pldblich krank geworden waren, sämmtlich gut ausgeführt worden. Besondern Beifalls hat- ten fich die Gejangstücke aus der hier wertig gekannten Oper „La vilanella rapita” und die von Moscheles ursprünglich {ur Dlle. Soutag companirten Variationen auf ein Schbei- zer National-Lied zu erfreuen. - :

Das Französische Zunftwesen.

Wähtend der Französischen Revolution sind alle Zünfte, Gewerke, Genossenschaften und dergl. ganz aufgehoben wor- den, so daß die Lösung eines Patentes zum Treiben jedes Gewerbes hinreicht und nur in Rücksicht auf Bäcker , Apo- theker und Goldschmiede einige regelnde Vorschriften aufrecht erhalten oder. neu gegeben find. Die Urtheile über eine {o wichtige und durchgreifende Veränderung stimmen natürlich nicht überein, und indem einige Schriftsteller bezweifeln, daß der Mangel aller Aufsicht und Zucht, aller Bestimmungen über Pflichten und we<selseitige Rechte für die Gewerbtrei- henden und das Publikum vortheilhaft sey, erörtern andere die großen Mißbräuche der alten und die Vortheile der neuen Einrichtung. Vielleicht läßt sich mit der lekten manches Nub- bare verbinden , ohne in die alten Uebel (Monopole, Eigen- nuß, Chifane) zurü>zufallen, z. B. Sorgfalt für Arme und Kranke, Aufsicht ber einwandernde Gesellen und dergleichen. Ob das Gewerk oder die dur< Beruf und Beschäftigung Gleichgestellten, als solche, in der Gemeinde cine Thätigkeit üben tôönnen, ist, wenigstens für Frankreich, so lange eine . überflüssige Frage, als daselbst feine Gemeinde- und Städte- Ordnung existirt und alle Gewalt si<h in den Händen der von ober herab eingesekten Beamten befindet. 2

Unser Zweck is heut nicht, in diese s{wierige Untersu- <ung näher einzugehen, sondern Einiges über die Französi-

schen Zunsfteinrichtungen vor der Revolution schon deshalb mit-

Gedruckt bei A. W. Hayn.

zutheilen, weil “eine richtige Würdigung des Neuen ohne Kenntniß des Aelteren unmöglich seyn dürfte. e _JIn Paris gab es sechs Klassen von Kaufleuten und Fa- brifanten, und 40 Zünfte. "Jene sechs ‘Klassen wurden gebil- det: 1) dur< die Tuchhändler. 2) Gewürzhändler. 3) Hut- macher, Kürschner, Strumpfwirker. 4) Goldschmiede, Gold- drathzieher und Goldschläger. 5) Die Fabrikanten von Flor (gaze), Borten und Bändern. 6) Die Weinhändler. Diese jechs Genossenschaften standen seit langer Zeit an der Spiße des Pariser Handels und wählten die Glieder des Stadt- raths, so wie den mächtigen Vorsteher der Kaufmannschaft. Alle übrigen Gewerbe, Schlosser, Schneider, Schuster u. s. w. waren in den vicrzig unter sich ganz gleichgestellten Zünften begriffen. : Eine wichtige Verordnung vom ‘April 17.77 bestätigte

jene Klassen, erhöhte die Zahl dieser Zünfte und enthielt eine- große Zahl anderer Bestimmungen, aus denen wir nur Fol-

gendes ausheben. Jeder , der die Bedingungen der Zunft- Ordnung erfüllt (selbst ein Fremder) muß aufgenommen wer- den. Weiber und Wittwen können, unter gewissen Bedin- gingen ihr Gewerbe fortseßen. Jede Klasse hat 3 Vorste- )er und Z Beigeordnete, jéde Zunft 2 Vorsteher und 2 Bei- geordnete, welche die Geschäfte, das Geldwesen, so wie die Aufnahme in die Genossenschaft leiten und auf Zucht und Ordnung halten. Zählt eine Klasse oder Zunft unrer, 300 Mitglieder, so wird sie dur<h 24, zählt sie mehr, dur< 36 Abgeordnete vertreten. Diese jährlich von allen Gliedern un- ter dem Vorsiß der Stadt-Obrigkeit Erwählten habe uuter Anderem das Recht, jene Beigeordneten zu ernennen, welche jedesmal in die Stelle der ausscheidenden Vorstehers einrücken. In den kleineren Städten vereinte man alle Gewerbe gewöhnlich in 20 Zünfte, und stufte die Rechte, Zahlungen, Leistungen so ab, wie die Verhältnisse es zu verlangen \<te- nen. i R. i

Königlihe Schauspiele.

Montag, 22. Febr. Jm Opernhause: Die Stumme von Portici, große Oper in 5 Abtheilungen, mit Ballets. Musik von Auber. (Herr Rozier wird hierin tanzen.)

Preije- der Pläße: Ein Plak in ‘den Logen des érsten Ranges 1 Rthir. 10 Sgr. 2c. :

Im Schauspielhause. Spectacle demandé: 1) La se- conde représentation de: Les Comédiens, comédie en 5 actes et. en vers, par Mr. Casimir Delavigne. 2) La- Dé- vote, vaudeville en 1 acte, par Scribe. A

Königsstädtsches Theater. /

Montag, 22. Febr. Die. Majoratsherren, Driginal-Me-

lodrama in Z Aften.

Auswärtige Börsen. Amsterdam,. 16. Febr.

Oesterr. 5proc. Metall. 997, Loose zu 100FI. 225. Part.- Oblig. 414. Russ. Engl. An]. 1027. Russ. Anl. Hamb. Cert. 1923.

Frankfurt a A, 17. Febr.

Vesterr. 5proc Metall. 1037. A4proc. 975. Bark- Artien

- 1551. Partial-Obligationen 1383. Geld. Laose zu 100 Fl. 1815.

Brief.

: Hamburg. 19. Febr. Oesterr. 5proec. Metall pr. ult. 1033. 4proc. desgl. 95. Part. Oblig. desgl. 1372. Bank-Actien desgl. 1283. Russ. Eng]. Anl desgl. 1073. Rus. Anl, Hamb. Cert. 1033. Pola. ver. 1. März

123. Dün; 73.

Wien, 16. Febr. 5proc. Metall. 104. 4proc. 97; Loose zu 100 F1. 1835, Part.-Obliz 1383- Bank-Actien 1307, :

Ber t d e.

Im gestrigen Blatte dieser Zeitung, S. 371, Sp. 2 is das Schreiben aus London . „„vom 11.// vom „„12. Febtk, und S. 373, Sp. 2. das Schreiben aus Pera st. vom ,„26. Febr:‘/ vom „„26. Jan. ‘/ zu datiren, ferner S. 375, Sp. 2;

Z. 24-und 37 v. u. .st. „hiesigen“ l. „dafigen.“

Redacteur Foh n. Mitredacteur Cottel,

Geburtsfeste Sr. Kaiserl. E des Großfürsten Michael

“Freundschaft Ew. Majestät legt. Die“ glänzenden Tugenden

- sich darauf, in Allem, was aufdie kfrâftigstè und unverbrüch-

Kaifers von Seiner Erlaucht dem Vice-Kanzler

dzm lebhaftesten Vergnüg

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Preußif he St

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Amtlihe Nachrichten. Kronik des Tages. Des Königs Majestät haben dem Ost - Preußischen Tri-

bunals - und Ober-Landesgerichts-Rath Scholle den Charaf- ter als Geheimer Justiz-Rath zu verleihen geruhet. |

Zeitungs-Nachrichten. | “Auslan d. “Rußland.

St. Petersburg, 13. Febr. Ain -9ten d. als dem Pawlowitsch war Abends Hofball im Weißen Saale und Souper. Die Straßen der Residenz waren erleuchtet. Ueberseßung der Rede, welche bei der am 9ten d. stattgehabten Audienz der Türkischen Bevoll <- tigten von Mohammed-Halil-Riphat-Pascha an Se. Majestät den Kaiser gehalten worden: „„Großmächtigster, erhabensier und großmüthigster -Kaife „Der hohe, mächtige, herrliche Padischah und Monarch der Ottemanens unser Beherrscher, Herr und Gebieter, w#& cher ing wünscht, den unlängst zwischen der erhabenen D forts. und dem Hofe-Ew. Majestät |3 glüctlich gesch:ossenen Frie- den aus, eite feiexliche. Weise zu besiegeln und dessen Garan- tie und Fortdauer auf Beziehungen vollkommener Eihtracht |

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und wahrhafter Uebereinstimmung zwischen Sr. Hoheit und Ew. Majestät zu gründen, hat geruhe, uns mit einer beson- dern Sendung zu beauftragen und uns zwet Schreiben an- zuvertrauen, welche wir das Glück haben, chrfurchtsvoll Ew. Kaiserl, Majestät zu überreichen , zugleich mit den Geschen- fen zum Zeichèn Seiner hohen Achtung für Ew. Majestät Durchlauchtigste Person. ui i L “Seine Hodeit hat uns ausdrücklich aufgetragen, Ew. Majestät die gufrichtigsten und zuverlässigsten Versicherungen darzubringen, welch hohen Werth unser Gebieter auf die

Ew. Kaiserlichen Majestät gestatten Jhm- nicht den leisesten Zweifel an Zhrer Gerechtigkeitsliebe und Jhrem Kaiserlichen Edelsinn. Seine: Hoheit überläßt Sich. mit Vergnügen der Weisheit und Großmuth Ew. Kaiserlichen, Majestät und stüßt

lichte Weise, eine volllommene Uebereinstimmung und ein L Seen zwischen Jhm und Ew. Kaiserlichen Majesät wiederherstellen kann. au Ge j

Was uns betrifft, großmnächtigster Kaiser, sv [Ven wir es fúr das allerhôchste Glúcé, daß wir gewürdigt wekden, als Organ der innigen Verbindungen ‘des Fegggle fgr Wohlwol- lens und.„der freundschaftlichen Verhältnisse zwischen zweien #5 großen Monarchen zu dienen und die erhabenen Eigen- schaften Ew. Majestät, welche die Aufmerksamkeit und Be-

wunderung der Welt auf sich ziehen, ehrfurchtsvoll in der 4

Nähe zu hauen.“ R A aa (2A A d Ueberfseßüng der im Namen Seiner Majestät: des gehalteneu ‘Beagantwortungs Rede auf die Rede Der DA ti Uel D Tol I Tig e s | C ,¡Der“ Kaiser, mein" erhabener Gebiete , elupfängt mit Seiner Majestät zu bezeugen der Padischah und Kaiser der Ottomaneu Sie beauftragt hat. „Jhre Versicherungen sind

Sek Kaiserlichen Majestät üt so angenehmek, ‘äls. in den

‘den Ausdru>. der Gesühle, welche“

Rußland und die Pforte ein Unterpfand der Bewahrung des zwischen diesen Mächten geschlossenen - Friedens- erhalten. Bei dem Abschluß desselben hatte Seine Majestät der - Kaiser einzig zum Zwecke, den Frieden auf eine unerschütterliche Basis zu Aen. Die Erhaltung desselben beruht jet auf der Erfüllung des Traktates von Adrianopel; Sie *?öôn- nei jedo<, meine Herren, Jhrem erhabenen Monarchen ver- sichern , daß die bèste Garautie desselben stets das Vertrauen zu der Freundschaft Selner. Kaiserlichen Majestät und die Versicherungen, die Seine Hoheit dem General-Adjutanten Grafen Orlow unmittelbar gegeben hat, seyn werden. Es

| is Seiner Majestät dem: Kaïjer angenehm, daß Seine Ho-

heit vorzugsweise Sie zu dieser Senduug--auserforen haben, welche, wie Seine Kaiserliche Majestät Meh, die. zwischen beiden Mächten fo glücflich hergestellten Verhältnisse - befe- stigen wird / ;

Uebersebung der Rede der Türkischen Bevollmä ch- tigten an Jhre Majestät die Kaiserin, gehalten

von Mohammed-Halil-Riphat-: Pascha

_ ¡¡Bei Gelegenheit der glücklichen Wiederherstellung des Friedens zwischen der erhabenen Pforte und: dem Russischen Kaiserhofe hat unser durchlauchtigster Beherrscher uud Ge- bieter uns des Auftrages gewürdigt, Ew. Kaiserlichen Maje- stät seine Huldigenden Empfindungen zu- bezeugen und Seine Geschenke zu überreichen. Wir {äen „uns Hochbeglückt,

“auserforen zu seyn, dieses persöülich der großen Kaiserin von “Rußland und “Tochter eines Monarchen. darzubringen, der

e ee Bewocise 4p hat welchen „Antheil Er an - dem Wohlergehen des OÖttomanischehn- Reiches uimmt. Geru- hen Sie, große Kaiserin, dieses Opfer. als. cin Unterpfand der höhen Achtung unseres Gébieters für die dur<lauchtigste Person, Ew. Kaiserlichen -Majestät huldreich zu genehmigen.“ Üeberseßung der im Namen Jhrkrer- Majestät der Kaiferin von Seiner Erlaucht dem Vice-Kahzler gehalténen Beantwortungsrede aufdie Rede der Türkischen Bevollmächtigten.

„„Jhre Majestät die Kaiserin gebeut mir, Ihnen zu er- flären, daß Jhre. Majestät mit Vergnügen. dey Ausdru? der Empfindungen vernimmt, deu Jhr erhabener, Monarch für die Person Jhrer Majestät hegt und ersuht Sie, Sr. Sd Ihre aufrichtige Erkenntlichfeit dafür zu. bezeugen: Vbvr Al- lem aber fühlt sich Ihre Majestät von. der Huldigung. tiefge- rührt, die Sie, m. H., den wohlwollenden Absichten „eines Monuakrc{æ1, zollen, der durch die-théüersten Bäude a1. Ihre Kaiserliche Majestät und Ihren Durchlauchtigsten Gemahl. geknüpft is. «den E amis «d 20° Actie

Während Jhres Aufenthaltes hieselbst - wird Ihre Ma- jestät die Kaiserin mit wahrem De en Gélegenhetr benußen, Jhnen Jhr Allerhöchstes Wohkr zu. gen. ‘l. i + y Nate

Nachdem die von dem Sultañ und Padischah der Otto- inanen mit einer außerordentlichen Mission beauftragten Ge- sandten. Mohanimed -Halil-Riphat - Pascha« und Suleiman ¿ Nedshib : Efendi ihre Antritts - Audienz bei JI. -KK:-MM. gehabt hatten, wurden Höchstdenenselben «auch. folgende Per- ut V8 es N IANA Sk (2d Ma e Ffeldi, Gesandtschafts /Secretair ; Hafiz - Aga „und Itamyk- Cart Oa BariAga und Aly-Aga, Esfadrons-Chefs, alle vier Militairs und Adjutanten.des Pascha; . die: H Stephan, Vogoridi, Jsaac, Tridat- und, Jobana „Sogor

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Dep „Befehlshaber. des Jngeiieur „Weiler tersburgischen Bezirk und. Chef del JUgeneur Athe |

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