1830 / 68 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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eheiligten Rechte seyn. Als wachsamer Hüter. des Staats-

ermögens wird er die Einführung einer weisen Sparsam-*

feit in alle Zweige der Verwaltung, ohne daß jedoch der öf- fentliche Dienst darunter leide, verlangen. Ais aufmerksamer Beobachter der Ercignisse, die seit cinizgen Jahren so vie:e Schwanfüngew und Géfghrtn in den Handels-Verbiudungen hervorgebracht haben, wird er auf die Beseitigung der Hemm- nisse autragen, welche den freien Verkehr der Nationen un- ter einander hindern. Er wird sich ken plöblichen Finanz-Maaß- regeln, wodurch nur zu oft die vorsichtigsten Speculationen miß- glücken, so wie allen jolcheu Plänen-widerjesen, welche die Gunstbezeugungen der Regierung lediglich auf einige pr:viie- girte Städte, zum großen Nachtheile der Übrigen Bevölke- rung übertragen. Doch wozu, meine Herren, sekte: ih Jh- nen hier die Pflichten eines loyalen Deputirten auseinander 2 Folgen Sie dem bisher von Jhnen gegebenen Beispiele ; diese Wahl-Urne, der treue Wiederhall Jhrer Geännuungen, hat immer nur solche Namen zu Tage gefördert, die mit dem Rufe: Es lebe der König! bezrüßt worden sind.‘ ' Herr Dudon erhielt (wie bereits gestern erwöhut) 133 Stimmen, mithin, da die Gesammtzahl der Stimmen sich auf 254 be- lief, nur 5 Stimmen mehr als die absolute Majorität.

Der Globe meint, es scheine feinem Zweifel unterwor- fen, daß, wenn das jekige Ministerium eine Veränderung et- leiden sollte, der Graf Roy wieder in dasselbe eintreten würde. Eben dieses Blatt will mit Bestimmtlzeit wissen, daß die mi- nistericile Partei den Vicomte von Martignac zu, ihrem Kan- didaten für die Präsidenten -Stelle in der. Deputirten - Kam- - mer ausersehen habe. :

Die zu der Expedition nach Afrika designirten Generale haben die Aufforderung beëommen, sich bereit zu halten, um auf den ersten Befehl aufbrechen zu können. An sämmtliche auf Urlaub befindliche Offiziere, Unteroffiziere und Gemeine der gegen Algier bestimmten- (und in Nr. 61 der Staats- Zeitung aufgeführten) 17 Regimenter ist die Ordre ergangen, sich unverzüglich bei ihren Corps einzufinden. Briefen aus Marseille zufolge waren von der daselbsi niedergeseßbten Kom- mission mit dortigen Schiffs - Eigenthümern bere:ts zahlreiche Kdantrakte, Behufs Ser. Ueberschiffung der Truppen , zu dem monatlichen Preije von 16 Fr. jür die Tonne, jedoch unter der Bedingung, daß die See - Assekuranz von der Regierung getragen werde, abgeschlossen worden.

In diesen Tagen wird hier von dem Staatsxath Cottu eine neue Schrift, unter dein Titel: „Von der Nothwdèndig- feit einer Diftatur// und mit dem Motto: „Sie: hâhen-die

unbegränzte Preßfreiheit gewollt, sie werden durch cic Presse |

untergehen“{, im Druck erscheinen.

Der General Philipp von Ségur ist einer der Kandîi- daten zu der durch den. Tod des Herzogs von Lévis erledig- ten Stelle inder Französischen Akademie. ;

Die Raths - Kammer des Tr.bunals. zu Tours hat Ma- dame Courrier und drei Männer, als Mitschuldige des an Paul ‘Courrier verübten Mordes, in Anklagestand verselt.

Ein von der Allgemeinen Zeitung mitgethe,ltes Schreiben aus Paris giebt in Bezug auf die beabsich- tizte Expedition Frankreichs gegen Algier folgende Ueber- sicht der Tribute und Geschenke, denen mehrere christliche Staaten gegen die Régentschasten von Algier, Tunis und Tripolis unterworfen sind:

1) Algie k.

20,000 {weren Piastern. Jahre 1823 abgeschlossenen Vertrags, keinem Tribute untex- worfen, aber einem Könsular-Geschenke von 25,000 schweren Piastern. Sardinien verdankt der Verwendung Englands die Befreiung von einem Tribute, muß aber doch bei jedem Wechsel eines Konsuls eine beträchtliche Summe bezahlen. Der Kirchenstaat verdankt dem Schuße Frankreichs die Be- freiung von jedem Tribute und allen Konsular - Geschenken. Stag hat nter denselben Bedingungen, wie die beiden icilien, enen Vertrag mit Algier abgeschlossen: Spanien ist keinem Tribut unterworfen, muß aber beim Wechjel der Konsuln Seschenke geben. Oesterreich ist durch Vermittelung der Ottomanischen Pforte vom Tr. but und den Konsular- Gescheuken befreit. England muß tros der 1816 unter den

. Kanonen des Lords Exmouth dië.irten Bedingungen bei jedem

Wechsel eines Konsuls ein Geschenk von 600 Pfd. Sterl. machen. Holland, das 18316 zu der Beschießgunz von Alzier nutgewirft hatte, ward in den Stipulationen des Vertrags mitdegrissek, Seitdem bezahlt es keinen Tribut mehr, aber der Dey hat es si zur Aufgabe gemacht, ihm seinen bösen Wilen zu zeigen, und schien" schon lange elnen Anlaß zu su- chen, unt diejer Macht zu brechen. Die Vereinigten St

Die beiden Sicilien zahlen an diese Re- gentschaft einen jährliche Tribut von 24,000 {weren Pia: stern ând in jährlichen Geschenken einen Werch ‘von etwa osfana is, vermöge eines im -

agten j uur zur Sicherheic- des Landes die1e und“ der

baben. in cinem einige Zeit nach dem Englischen abgeschlossenen Vertrage sich zu-dem entschlossen, was für diese Macht ausgemacht ist. Hannover und Bremen nehmen durch Veruittelung des Eng- lischen Schußes an denselben Vergünstigungen Theil; ihre Kon- sui müssen aber bei-ihrex Antunfstzu Algier beträchtliche Sum- men bezahlen. Schweden und Dänemark “bezahlen jährlich einen Tribut, der in. See-Munition und Kriegs-Material- ini Werthe von etwa“ 4000 schweren Piastern besteht. - Diefe Staaten bezahlen- außerdem bei Erneuerung der Traktate, d. h. von 10 zu 10 Jahren, cin Geschenk von 10,000 schwe- ren Piastern; auch machen ihre Konsulu-beim Eintritte in ihre Verrichtungen dem Dey Geschenke. Dabei „ist zu bemerken, daß die Régentschaft, um si für die Vergünstigüngen, zu entschädigen, die sie einigen Staaten vom zwe.cren Range zugestehen müßte, sich bestrebt, von Zeit zu Zeit Streit mit ihnen anzufangen, der sich immer durch neue Ausgleichungen endigt, die neue Geschenke oder einen Wechsel der Konjuln veraulassen, was am Ende dasselbe Resultat herbeiführt. Frank- reich macht noch gewöhnlich den Regeutschaften -bei Absen-

“dung neuer Konjuln Geschenke. 2) Tunis, Alle Natiónenñ, die

Konsuln zu Tunis haben, weichen noch nicht von. dem Ge- brauche ab, der Regentjchaft zur Zeit der Einseßung ihrer Konsuln Geschenke zu machen. Der-Durchschuittsbetrag die? jer Geschenke ist 20 25,000 Fr.; erx wechjelt nothwend:g nach den Umständen und dem größern oder geringern Jutevesse der Staaten bei der Regentschaft. Jn dîcjem Augenblick sind nr drei Mächte einem bestimmten Tribute unterworfen ; nämlich Schweden, Dänemark und die beiden Sicilien. Leß- tere Macht bezahlt enen Tribut in Geld und fügt noch Geschenke von hohem Werthe bei. Schweden und Dänemark entrichten den Tribut in See- und Kriegs-Munition; 1827 {ite Schwe- den nach Tunis 128 Feuersc{hlünde und cin bestimmtes Quan- tum Bauholz, Sardinien ward durch Englischen Schuß von dem Tribute b freit, und hat nur noch- Konsularge|chenke zu machen. Oesterreich und Nußland, dié keine beglaubigten Agen- ten bei dem Bei von Tunis haben, sind zu keiner Geldleistung oder zu Geschenken verpflichtet; übrigens genießen sie, vermöge ihrer Verträge mit der Pforte und der Garantie der leßtern Macht, alle die den begünstiztsien Nationen von ten Bayvbag- resfen zugestandenen Privilegien. 3) Trépolis. Die Macht seyn, was fie ehcuals war, immer hn, vón mehreren cchrijt- lichen - Mächten entweder beträchtliche Geschenke oder {elbst Tribute zu beziehen. Schweden und Dänemark find die ein- zige Staaten, vie dem Paschæ von Tripolis einen jährlichen

Aribuc von etwa 20,000 Fr. bezahlen. Fraufreih, England,

Sardinien, die Niedèrlande und die Vereinigtèn Stadten machen dem Pascha bei jeden Wechsel“ eines Kousuls Ge-

schente, die gewdhulich aus Erzeuguissen der National-Judu-

drie bestegen, und die man auf etwa 25,000 Fr. \châten fagnn. Die andern Mächte bezahlen der Regentschaft in ähnlichen Fôllen eine Summe von 25,000 Franken. Toskana allein ist durch seinen leßten Traftar von diesen Geschenken befreit; es ist aber nicht wahrscheinlich, daß zu einer Zeit, wo größere Mächte mit ihren Geschenken fortfahren, dieser Staat hoffen dürfe, lange durech seine Convention befreit zu bleiben. Außer den Gèéschenfen, Lte bei Erneuerung der Konsuln statt finden, müssen diese Agenten in einer Menge außerordentlicher Fäl- le Gaben darbringen , z. B. bei Besuchen bei dem P.ischa, bei der Geburt oder der Verheirathung seiner Kinder, der ‘Ankunft des CEinsezung-Käftans, u. |. v.

Großbritanien und Jrland. Parlaments-Verhandlungen. Aus der vorgestern

erwähnten Rede des Herzogs v. Wellington in Bezug äuf

den, vom Grafen v: Scanhope gemachten Antrag ist nach- träglich noch Folgendes“ mitzutheilen: Nachdem der Herzog die Bemerkungen des Grafen beantwortct hatte, wandte er fich zu den Betrachtungen und Vorschlägen des Lord Goderich, und eriviederte demselben daß man das Bank - System nicht

verändern föune, so lange der bestehende Freidbrief ‘der

Bank von Englaud in Kraft bleibe, ferner. würde er (der Herzog) ungemein sih freuen, weun die Steuern, so wie der ¿cle Viscount es wünsche, reduzirt weden könnten; „allein Reductionen eyen nur so weit zu bewirken, als fle mit Auf-

'rechthaltung der Staats-Etablisrements sich vereinigen ließen.

Auch der. Meinung des Grafen von Eldon, die Laudee- Valuta zu verändern und Silter in größeren Quanritäten auszuprägeit, versagte er seinen Beifall. Jn Beztig auf

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x Ddo 5 «. s e. E s ny Ov , 4 E das beute edenfalls in Auregung gedrachce Interesse ber

Schiffsrheder sagte der Herzog: er könne. den Lords ossen

erfiáren, daß Nixinanden mehr “als jhm N E e sey, das ínteresse der Schiffahrt zu befördern, vi& Uu,

lichfeit uud des. Luxus: - versähe. (Hört!) Auch ‘fia Mitglicd der- Reiths-Verwaltung , das in dieser Hiusicht

der Regent]chaft von Tripolis reiht, ohne gerade noch dás zu

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Nation. sey, „sondern auch die Bewohner Großbritaniens

mit -allen Gegenständen der. Nothwendigkeit , der De würde

anders--dâchte, eines solchen hohen Anites würdig seyn. Er gábe zu, daß die Schisfs-Besiker, obgleich ihre Fahrzeuge volle Beschástigung hätten, sich mit geringereni Nußen als früher

begnügen müßten, sch{reide diejen Umstand aber großentheils

den hohen Gehalten zu, die sie den Matrosen zahlen müß- ten, da diese bekanntlich jeßt monatlih 55 Schillinge erh el-

ten, während sie früher mit 25zufrieden gewesen wären. Der edle Lord (Stanhope) habe die Bemerkung gemacht, daz die Zulassung

fremder Schisse durch das-Reciprocitäts-System dem Juteresse

der einheimischen nachtheilig gewesen sey; dieje Maaßregel wäre aber seit dem Jahre 1814 dringend nöthig gewesen, um bei der gro- ßen allgemeinen Konkurrenz, den Transport unserer Güter so wohlfeil als möglich zumachen. Der edle Lord habe ihn unter An- derem auch wegen jeiner am ersten Sißungs-Tage gegedenen Versicherung, daz das Eleud des Landes nicht so groß sey, als Viele behaupten, angegrissen. Es stehe dem edlen Lord völlig frei, solchen Behauptungen mehr Giauben beizumessen, wenn er aber meine, daß er (der Herzog) kein Gefühl für das C'end des Landes hade, fo sey er gänzlich im Jrrthum; cer (der Herzog) hege in dieser Hinsicht ein eben so tiefes Gesähl als irgend ein anderes Mitglied des Hauses, wäre aber entschlossen, ofen und ehrlich zu sagen, was er meine, ohne die mindeste Rück-

fiht darauf zu nehmen, denen zu mißfallen, die feine Öf:

enheit und Aufrichtigkeit beleidigen tönnte. (Hört, hört!) Er- wäre da, die Wahrheit zu sprechen, und nicht, der Vorlieve und. den Vorurtheilen irgend -cines Mannes zu s{meichein. Er würde, indem er die Wahrheit sage, es in derjenigen Weise thun, welche die Wahrheit ihm ¿n den. Mund lege. Das im Lande herrschende Clend zugebend, fkönne cer doch nichr mit denjenigen edlen Lords übereinstimmen, die da behaupten, es. sey allgemein, Auf deù Unter[chied in dem Betrage der Abgadeu von Malz z:vischen dein Jahre 13829 und den-srü- heren Jahren, habe er beceits aufmertjam gemacht, bâte aber die edlen Lords, auch andere Comsumtios- Artifel in Erwä- gung zu ziehen. Sie möchten die Zunahme au Gebäuden nicht nur in Lonton, fondern in den vorzüglichen Städten und Dörfern, und den Zußand der Sparkassen ¿m ganzen Reiche berüctüchtigen. Große Summen wären zwar qus diesen herausgezogen, aber auch schnell genug wiecer hinein- gelegt worden, uüd von wem? Von der grozen Masse dex unteren Klassen; und- das er gesiche es föôane er nicht als einen Beweis fär das allgeineine Elend ansehen, von dem cinige edle Lords gesprochen hätten. Auch dürfte: die vermehrte Thätigkcit auf den Eijenbaznen und Kanälen. des Landes uicht übersehen werden; dieje habe sich án den leßtea 10 Jahren beinahe verdeppelt. Wenn er den ganzen Zustand des Landes ius Auge fasse, möchte er fragen, 95, mit fräheren Jahren verg.ichen, uicht eine Besserung stattfinde? Was den dem Hause vorliegenden Antrag be- tráfe, so hâtte er gegen feinen Antrag etwas, der Papiere fordere, um Aufklärung über irgend einen besonderen Zwe g des Gewerbfleißes - irgend einer Klasse zu erhalten; ein solcher Antrag aber müge nicht gemacht werden, um vie Regierung oder irgend ein Mitglied derjelben au zugreifen, sondern zum allgemeinen Besten des Landes, und darum müsse er sich der Motion des edlen Grafen (v. Scauhope) widerseßen.

Londou, 27. Febr.

t Der Sprecher des Unterhauses hat heute das erste parlamentarische Lever für dieje Session gegeben. E S R :

Bon den Zeugen, die bisher vor dem Parlaments -Aus- shusse zur Untersuchung des Ostindisch- Chinesischen Handels

A

Úber diesen Gegenstand befragt wurden, sind die Herren. Ma- joribanfs und John F. Davies, beide Mitglieder der Fdêëto- rei, die wichtigsten. Beider Aussage ist der Freigebung des Handels mit China eben nicht günstig. Herr Davies sagte Unter Anderem, daß die Nord-Amerikaner, die befanutlich als Rivalen der Ostindischen Compagnie insofern aufgetreten sind, “als sie ebenfalls Englische Waaren in Chtza imyortiren, von diesern Artitel doch niche mehr als den Werth von S00,000 Dollars jährlich cinführen, wäßrend tiezelben CEin- fuhren dec Qitindischen Compagnie sich auf 390,009 Pfund Sterling belaufen, Inzivi[chen sey nicht dentbar, daß die Nord-Amerikaner diesen Handelszwveig mehr ausdehnen wür- den, da die Compaguièe, die den Bedürfuissen des Landes auf das - genaueste nachzuéommen suche, dech bei ihren Cin dren einen ; bedeutenden Verlust, erleide. - Ucber- die

Machrich!, daß ein Nord - Amerikanisches Schif, Namens

-

,Mevope!“, einê -Küttenfahrt- nach Nang - Po gemacht und

auf. dieje Wehe viece Waaren ‘mit Nußen realisirt habe, |

fonute Herr Davies keine Auskunft ertheilen, meinte jedoch,

daß ein solcher Handel, wiewohl ungeseblich, sehr leiht auch

von anderen Fahrzeugen wit großem Nußen betrieben werden könne. Die Chinesische Regierung ,- sagte Hr. Davies ferner,

habe früher zuweilen ein plößlihes Handels-BVerhot ergehen

lassea, um dadurch gewisse Vortheile zu erlangen ; dié Coimpag- nie- sey ihr jedoch, um sie mit ihren eigenen Waffea zu schla- gen, einmal zuvorgekommen, indem sie allen Englischen Han- del juUspendirte; da hierdurch nun eine große Lücke in der Zoll Einnahme entstanden , so scy die Chinesische Regierung froh geivejen, die Bedingungen der Ostindischen Compagnie anuch- men zu fönnen. Die Chinesen, heißt es in dieser Aussage weiter, hängen noch „auf das sfrupulôdseste an alten Gewohn- heiten ; bei Geburts «, Heiraths -, Begräbniß- und anderen Festlichkeiten sieht man sie noch in ihren vorzeitigen Trachten er}heinen, die fie auf tas strengste beibehalten, Englis Manufaktur - Waareu- könnten dazer feinen arken Eingang finden; weiße Kattune sind jedoch sehr verkäuflich, weil diefe noch auf jede beliebige Weise gefärbt oder bedruckt werden föónnen, Die Portugiesen hatten es versucht, zu Amoi eine Fafto- reizuerrichten, mußten dieje jedoch, wegen übertriebener Abgaben- Erpressuig der Mandarinen, wieder aufgeben. Die Chinesen blicéen mit großer Eifersucht auf die Macht der Engländer in Ostindien, namentlich in Nepaul und Ava, welches die ihrem Lande angränzenden Provürzen sind. Ein Chinesischer Gene- râl joll sich sogar, während des Krieges der Engländer mit den Birmanen, bei den Leßteren befunden haben. Die Thee- Pflanze wird vou ktleinen Landbesibern gebaut, unter denen die Vererbung nah cinem Geseße stattfindet, das beinahe ganz jo wie das Chinesische Erbfolze-Gejes einzerichtet -ist. Die Theehändler, welche das Produfkc im Lande einsamineln, sind Leute von großen Vermögen. Da, wie Herr Dävies meinte, die Thec-Staute nur alle 2 bis 3 Jahre zu einer Aerndte zu benußen ist, so würde es, wenn eiumal die. Frage nach diejem Pröoduftè sich plößlich“ verminderte, traurige Fol- gez für die Pflanzer haben. Herr Majoribanks sagte aus, daz der Handel in Canton einzig und allein durch Vernuitte- lung der Hong-Kaufleute geführt wird, deren gegenwärtig steven die eluzige Verbindung zwischen der Ostindischen Com- paguie und den Chinesez ausmachen. Die Chinesen sind, ver- nzôge ihrer Znustitutionen, cîn dem Handel abgeneigtzs Volk. Säbe manu, agte Hr. M., den Handel frei, jo würde er be- ständigen Unteibrehungen ausgefe:t fepn und dürften sich

die Chinesen dadurch auch. wohl ocrantazt sehen, die Preise des Lhees- zu erhôhen. Î

Gegemvärtig hat die Compagnie jedes Dlatt s{chwarzen Thees, das nach Canton fomtnt, in welchem Artifel sie ohne Konkurrenten ist, zu ihrer Auswahl. D.e Nord-Amerifanexr find nur im Handel mit grünem Thee Konkurrenten der Östindichen Compagnie; Überhaupt sell der

Berker der Vereinigten Staaten mit Chiña sehr im Abneh- men jeyn und nut wait Verlust fortgesekt werden. Ein Herr Thomjon zu Philadelphia soll vor dêèm Kongresse auzgejagt haben, daß er ein Kapital von 800,000 Dollars im Chinesi- \chén Handel angelegt, 6 bis 7 Fahrzeuge darin beschäftigt habe, jeßt aver jo gur als banforott se», He:r Majoribanks |cheilit jedoch weder dem freien Handel, noch den Nord-Ame- rifanern souderlich gewogén zu jeyn; von den Lekteren et- zählte er uater Anderem, sie hätten einen Sicilianischen Ma- crofen, unter dêèr Anklage, daß er einen Mord begangen, an die Chinesen ausgeliefert, von denen er, nach furzem-Pro- zrssé, hingerichtet worden. Als man den Amerikanern über dieses Verfahren Vorwürfe zemacht, härten sie geantwortet,

der Matrose habe, da er kein Bürger dér Vereinigten Staa-

ten gewesen, kein Recht auf ihren Schuß gehabt. Darüber aber sey jelb| der Haupt-A „eut der Amerikaner so entrüset ge? wesen, daß er seinen Abschied eingereiht habe. Jun Folge dieses Umstandes habe auch der Charakter der Amerikaner, so wie überhaupt der Ausländer im Allgemeinen, in der Ach- tung der Chinesen viel verloren. Die Ostindische Com- pagnie, sagte Hr. M. ferner , ist die einzige von den Chine- sichen Behörden anerkannte Macht, und ihr allein if es von der Chinesischen Regierung gestattet worden, ti: Behdör- den in Chinesischer Sprache zu , [chreibeu Jim Saÿre 1820 wurde ein Chinese ‘auf einem Schiffe ermordet, und tiè Man- darinen kamen an Bord, um Nachforschungen anzustellen ; glücklicherweise hatte an demselben Tage ein Schläßter auf einem auderu Schie einen Selbstmord begangen, ¿iè Män- darinen sahen dies als’ ein sicheres Zeichen än „„ daß diejer auch jenen Srmordeten getödtet habe, und die Bezeenheit hatte feine weiteren Folzen mehr. —. Einige Mitgiieder der Ostiadischen Faktorei reden das Chinesische eor geiäufig; na- mentlich D, Morrisbn soll’ eg eben 19 sl-ebend" vie ieine Muttersprache geredec haben. - Auf Morrisons Wörterbuch hatte die Ofindische Compagnie schon 12,000 Psd. verwandt ;