1830 / 81 p. 5 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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„(Ungeheurer Beifall von den ministeriellen Bänken.) Jeht ging der Redner zur Vertheidigung des Verfahrens Herrn Ean- nings während der Epc-. e Über, wo Sir Charles- Stuart die neue Verfassung Portugals vön Rio nach Lissabon brachte, und sagte dann in Beziehung auf das Wiener Protokoll: „Mein edler Freund und nach ihm derx ehrenwerthe Baronet (Six F. Bur- dett), hahen Beide den Schluß gezogen, daß, weil das Wiener Protofoll die Unterschrift eines Britischen Ministers führe, wir uns verbindlich gemacht hätten, darauf zu sehen, daß Dom Mi- guel seine eingegangenen Verpflichtungen getreu erfülle. Die Umstände, unter denen wir Theilltehmer an dem Wiener Proto- oll wurden, finden sich klar in einer vom Fürsten Metternich anden Fürsten Efterhazy gesandten, unserex Regierung mitge- lheilten und unter den dem Hause vorgelegten Papieren befindli- chen, Depesche. Fch kann dem Hause -die Versicherung geben, daß unser Gesandte in Wien, Lord Cowley , keine Fnstructionen hatte, der Konferenz Dom Miguels mit dem Fürsteit Metternich beizuwohnen. Dom Pedros Absicht, seinen Bruder Dom Mi- guel zu seinem Stellvertreter in Portugal zu ernennen, war in Wien bekannt und durch den Fürsten Metternich Dom Miguel mit-

getheilt worden. Bet den derzeitigen Unruhen in Portugal fand man -

Dom Miguels Reise dahin für nöthig; Fürst Metternich schlug thm vor, seinen Weg über London und Paris zunehmen, wogegen ex grofeit Widerwillen zeigte.-/ Hier las Herr Peel cine Stelle aus der cben erwähnten Depesche vor, aus welcher sich ergicbt , daß der ZUrs| Metternich, um jenen Widerwillen zu besiegen, i< confi- dentiell an den Britischen Gesandten in Wien gewendet und ihn um seinen Beisland gebeten hatte, um mit Bewiüigung sciner

Regterung die zur Beendigung des gefährlichen Zustandés von |

Portugal erforderlichen Maaßregeln f nehmen. „Das‘/, fuhr A Y Es arg fort, B die L

£0rd Cowley's zu: jener Konferez veranlaßten. Niemals ver- vüichtete sich der Lord fúr- die Erfüllung der von Dom Miguel

ácgen „seincn Bruder und seine Landsleute eingegangenen Ver- | bindlichkeiten. (Hôrt, hört Er war nur cin Zeuge dessen, was j

geschah; und somit, glaube“ ih, “is die Behauptung bescitigt, daß Lord Cowley und durch ihn die Brilische Regierung an der von Dom Miguel mit seinem Bruder und seinem Volke getroffenen förmlichen lebereiukunft direkten Antheil genommen habe. (Hôrt, hort!) Dev edle Lord hat sich ferner auf ein in London vor ‘der Abreise Dom Miguels nach Lissabon unterzeichnetes Protokoll be- zogen. Fch fühle mich in diesem Augenblicke nicht dazu berech- tigt; das Haus mit dem Fnhalt desselben bekannt zu machen. Wenn dieses eins nach vdlliger Beendigung der Portugiesischen Angelegenheiten geschehen sollke, so wird dex edle Lord sich über- zeugen können, das es niemals cine Verpflichtung irgend ciner Axt „gab, Dom Miguel von dem abzuhalten, was ex gethan. (Hört, hôrt!) Großes Gewicht ist im Verlauf dexr Debatten auf die Anwesenhèit Brilischer Truppen bci Dom Miguels erster Landung in Lissabon, und als er später die Rechte seines Bru- ders, oder vielmehr die sciner Nichte, verleßte, gelegt " worden. Jch halte diesen Theil der Rede meines edlen Freundes für den wichtigsten und weiß, daß er den größten Eindru> auf das Haus gemacht hat. Mein edler Freund behauptet, daß die Mitwirkung unserer Truvpen in Portugal als eine direkte Etnmischung in die inneren Angelegenheiten dieses Reiches zu betrachten sey. Wahr ist es, daß fich bei Dom Miguels Ankunft in Lissabon Britische Truppen dort befanden. Wahr “ist es, daß unsexe Befehlshaber Instructionen erhalten hatten, eine jede Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes zu vermeiden, ‘wobet ihnen jedoch vorgeschrieben war, im Nothfall die Mitglieder -der Königlichen Familie zu beshüpßen. Der edle Lord meint, es wäre damals . nichts leichter gewesen, als sich der am Tajo belegenen Forts zu bemächtigen, und dahin siimme ih" mit ihm Überein, daf, wenn wir cin Recht zum Kriege mit Portugal gchabt hätten, um- die Verfassung gufrecht zu crhalten oder Dom Miguel zu fontrolliren, der rechte Augenbli> dazu derjenige war, wo unsere Truppen in Lissabon flanden. Diéser Punkt fordert mich auch auf, dem Hause zu crflâren, daf der Britische Gesandte den Befehl die Truppen weg usenden, seinen Fnfsiructionen zuwider, zurückgehalten hat, weil er es für. das Fnteresse Großbritaniens als nothwendig ansah ; er- handelte darin so zwe>mäßig, daß die Regierung seine Maaß- regel billigen mußte. (Hôrt, hôrt!) Jh muß hierbei bemerken, daß -der Gesandte den Schritt that, nachdem schon Anzeichen von Dom Miguels Absichten vorhanden waren, sich zum König zu machetit und den Thron Portugals zu besteigen. Bald darauf erschien das Dekret zur Zusammenberufung der Cortes mit der Unterschrift Dom Miguels als König. Der Gesandte fragte nun förmlich bei der Regierung an, ob er sh einmischen solle odex nicht, worauf leßtere ihm den Befehl zukommen ließ, die Britischen Truppen bis auf den lezten Mann aus Portugal zu zichen, und, wenn ih mi nicht irre, so trug das Schreiben, welches diesen Befehl enthielt, die Unterschrift: William Huskisson. (Unge- heurer Beifall.) Ff mithin die Regierung Sr. Majesiät feig von ihren A ERDENnaR een, #0 geschah es gerade damals wo man imît dem besten Ee hâttc einschreiten können, un des 0e gegenwärtige Rathgeber sind, wie ih schon - frü- be erwähnt ; unter solcher Vorausseßung nicht die einzigen, encn man Vorwürfe zu machen hätte. (Großer Bei all.) A: Noch ist éin Umstand vorhanden, den ih nur ungern berühre, L berühren muß, weil ex mit dazu beigetragen hat, meinen Verbind zu der Vorausseßung zu veranlassen, daß wir uns (¿ME < gemacht hätten, dafür zu forgen, daß Dom Miguel

mstände, die den Zutritt |

träge halte; ich meinte den Eid, den Dom i i I / iutel von Oesterreich, dem Könige von England e ber Britischer Regterung abgelegt hat, treu an der Verwaltung zu. halten. (Hdrf, hört !) O gebe zu, daß ein solches Versprechen auf das _feterlichste gegeben und auf das {mählic<e ebrochen wurde. Der Himmel behüte mich, daß ich in dieser Hinsicht auch nur cin Wort zur Vertheidigung Dom Miguel’'s sagen sollte (Hôrt, hört!) Recht gut kenne ich den Vortheil, den in dieser Angele- genheit nein edler Freund úber mich hat, wenn er in Verbin- dung mit dem Gefühle aller derer, die ihm zuhdrten, den Cha- rater cines Jndividuums tadelte, das diesen “Tadel mit Recht verdient, und wenn er zugleich die Sache einer anderen Person vertheidigte, von der ih zugebe, daß sic die re<tmäßige Königin von Portugal if. Als Minister aber habe ich große mir anver- traute Futeressen zu berücksichtigen und über diese Angelegen-

Vorschriften der Verständigkeit und Zwe>mäßigkeit zu entcbei= den. Wahr ist es also, daß Dom Miguel nen Eid e chen. Unter welchen Umständen das geschah , und inwiefern die allgemeine Meinung in Portugal damit Übereinstimmte- will ih nicht untersuchen , weil ih auf keine Verthei- digung vorbereitet bin. J< habe indeß flüstern. gehört, daß ähnliche Umilände bereits frühec in diese: Familie slaftgefun=- dent haben. Den ehrenwerthen Mitgliedern des Hauses wird es crinnerlich seyn, daß Brasilien vor einigen Fahrên beinahe auf dieselbe Weise von Portugal getrennt warde, als neulich Portu- gal von Brasilien. Jch fürchte, Dom Pedro hatte cin ähnliche Verträge mit seinem Vater geschlossen, als Dom Miguel mit ihm, und sh eben solcher Vericßungen schuldig gemacht als sein Bruder.// Hier las Hr. Peel den Eid vor, den Dom Pedro seinem Vater geleisiet. hatte, und cinen langen Aus- zug. aus einem Schreiben des Ersteren, worin derselbe betheKert, nte meineidig werden zu wollen, und daß, wenn dic Brasilianer toll genug seyn sollten, thn zum Kaiser wählen-zu wollen, cine solche Wahl nicht cher stattfinden würde, bis alle in Brasilien le= benden Portugiesén in Stücken gehauen wären. Der Nedneb ke- merkte hierbei, daf Dom Pedro, um der Sache no<h mehx Ge- wicht zu geben, den Eid mit seinem eigenen Blute geschricben hatte. (Lautes Rufen: Hôrt!) „Bald, fuhr Herr Peel hierauf fort, „träten. Umstände ein, welche bewiesen, welchen Werth Dom Pedro auf seincn Eid seßte. Jn Brasilien zeigte si< cine fo Uderwiegende Neigung, sich von Portugal zu treitnen und einen unabhängigen Staat zu bilden, daß Dom Pedro nichts weiter Ubrig blieb, als sich zum Kaiser zu erklären, went ex noch irgend in freundschafilichen Verhältnissen mit Portugal bleiben wollte. (Hört, hôrf!) Wahr is es, daß die Verhältnisse Dom Pedro's und Dom Miguels insofern keine Aehnlichkeit mit einander ha= ben, als in Hinsicht des Ersteren England auch nicht cinen Schak- ten von Verpflichtungen hat , indessen ist do< Achnlichzeit genug vorhanden, um, bei Beurtheilung des Verfahrens Dom Miguels, darauf RNUctsicht zu nehmen. (Hört, hört Noch it eine Bemerkung meines edlen Freundes vorhanden, die mir wichtig zu seyn scheint. Er sagt, wir fürchteten uus, auf trgend eine Weise uns gegenwärtig in die Portugiesischen An-= gelegenheiten zu mischen, während wir es früher eine Reihe von „Fahren hindurch ununterbrochen gethan hätten. Daß wir es oft thaten, gebe ih zu, weil unsere ganz besonderen Verhältnisse zu Portugal es erforderten. Fn mehreren Verträgen hatten wir die Unabhängigkeit Portugals verbürgt und mußfen uns daher mit der Leitung seiner T Uen D eiten beschäftigen. Kanu mein edler Freund aber irgend cite Einmischung Englands in die in- ern Angelegenheiten der Regierung von Portugal anführen CHôrt, hôrt! )? Jept aber entsteht no< eine andere Frage, ob wir nämlich irgend cinen Grund gehabt haben; uns auf eine andere Weise- als wic es gethan, hinein zu mischen? Fh weiß: - wahrlich nicht, was mein edler Freund will. Wir haben alles mögliche gethan, nur keinen Krieg anfangen und mit keinem Kriege drohen wollen. Unsern Gesandten haben wir abberufen ; die Summen der für Dom Miguel bei uns gemachten Anleihe, die nach Lissabon gesendet wgren, wurden wicder zurü> beordert, als Dom M guel sich weigerte7 seinem Bruder und der Charte den Eid dex Treue zu leisten. O wciß nicht, was no<-zu thun Ubrig gewesen wäre, als einen Krieg zu crklären, der “do<h am sen geführter Krieg für die Portugiesische Verfassung.// Nachdem der Redner noch darauf aufinerfsam gemacht hatte, wie die Charte für Portugal entstanden war, wie wenig sic im Lande Beifall gefunden hatte, und wie unglü>klih ein Versuch liberaler Foetueielete mit Gewalt ciu tahrei, ausgefallen war, {loß er seinen Vortrag Ice, ¡Aus dem Grunde, daß nichts das Land dazu auffordert, zur Behauptung seiner Ehre einen Krieg anzufangen oder einen anderen Weg einzuschlaget- als den bisvherigen ; aus dem Grunde, daß die Fnkteressen des Rei=- ches, abgesehen von Rücksichten der Ehre, gegen cinen Krieg sind, widerseße ich mich dem Antrage, der darauf abzielt, einen andern Gang unscr Politik herbeizuführen. Fch wünschte alle verlangs= - ten Papiere vorlegen zu können, boi es aber nicht thun, und muß dabei bemerken, daß, wenn es geschähe, es weder zum Besten Englands, no< zum Besten Portugals, und chen so wenig zum

Besten der Partei seyn a an welcher mein edler Freund cittett

eben so ehrenvollen als gere<ten Antheil nimmt. Dex edle Lord hat bchguptet , daß die bis jeyt vorgelegten Papiere nichts als

Beilage

seine mit seinem Brudex und seinem Volke eingegangenen Ver-

heit nit nach meinen persönliche Gefühlen, sondern nach den

eiden müssen; damit aber, glaube ich, läßt sich cine strenge Befol-

- Englands darin, den Frieden aufrecht zu erhalten, so lange es

sch vornehmlich darauf, zu beweisen, daß er als fcúüheres

Ende nichts weiter gewesen wäre, als ein auf Englands Ko-

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Beilage zur Allgemeinen Preußischen Staats-Zeitung 81.

eutende Auszüge wäre. Dem muß ih auf das bestimm- E earbchen, Cobrt, hôrt!) Ferner hoffe ich, daß das Haus der nichtigen Anklage gegen die Regierun daß sie unempfindlich egen das Loos der wegen ihrer Anhänglichkeit an eine frete Ver- ffung Portugals in Verlegenheit gerathenen Personen sey, kct- nen Glauben schenken werde. Fch kann versichern, daß die Minister in diesem Augenbli> schr ernsthaft- damit ae sind, ihre Lage zu verbessern, utd daß die Vorlegung der verlangten Dokumente ket- nesweges dazu dienen würde, diese Absicht zu befördern. Es ift versucht worden, durch die Behauptung, daß die Minister darauf bestän- den, Dom Pedro solle seine Tochter mit Dom Miguel vermdäh- len, cin ungünstiges Vorurtheil gegen die Regierung zu erregen. Fch kann dieser Behauptung nux den bestimmtesten Widerspruch êntgegenseßen. (Hört!) Die Britische Regierung hat nie ver- sucht, dieser Ehe wegen in Dom Pedro zu dringen, scitdem er seinen unüberwindlichen und schr natürlichen Widerwillen. gegen eine solche Verbindung zu erkennen gegeben hat. Was die Aner- Xennung Dom Miguels betrifft, so kann ich meinem edlen Freund versichern, daß sie von Seiten Spaniens nicht auf Anregen Eng- lands ‘erfolgt ist. Nach den Aufklärungen, die ich gegeben habe, bin ich überzeugt, das. Haus werde mir die Versicherung ersparen, daß die Britische Regierung nichts ethan habe, was die Ehre Englands verunglimpfen könnte. (Hört, hört!) Die Regierung hegt keine Neigung zur Willkühr und billigt das Verfahren Dom Miguels niht. Jch meinerseits bitte um die Erlaubniß, das allge- mein herrschende Gefühl zu Gunsten derjenigen zu theilen, die wegen ihrer Anhänglichkeit an freie Einrichtungen und an Dom 2 ro, den fie als ihren rechtmäßigen Monarchen anerkennen,

ung dessen verbinden, was cin ruhiger und gemäßigter Verstand aa E Meines Védúnkens nach besteht die wahre Politif

nit Ehren geschehen kann, und wenn das nicht der Fall is, auch “feine Minute lân er. Für den Augenblick scheint mir die Auf- rechthaltung des Friedens mit Englands Ehre und Vortheil in ‘vollem Einklange zu sichen, und niemals werde ich, das Haus möge davon denken, was es will, zu Maaßregeln meine Stimme geben, die darauf abziele, cine Aenderung in der zcitherigen Po- itif der Regierung hervorzubringen, die, meiner Meinung nach, das Haus nur zu bald bereuen würde.“ y i Herrn Huskissons Schluß-Bemerkungen beschränften

Mitglied des Ministeriums feinen Antheil mehr an den Maaßregel gehabt habe, die sich so nachtheilig in Bezug auf Portugal. erwiesen hätten. „„Erst am 13. Juli“, sagte er, lange nachdem ich aus dem Kabinette ge]chieden war erhielt das Ministerium die Anzeige, daß sich Dom Miguel zum Könige von Portugal aufgeworfen habe, und schon drei Tage darauf erklärte der Minister der auswärtigen Angelegenheiten, nicht etwa, daß er die Usurpation bedaure, soudern daß die Freunde Dom Miguels die Gesinnungen des ganzen Portu- giesischen Volkes aussprächen. Somit wurde es denu der elt befannt gemacht, daß es mit dem moralischen Einflusse Englands aus sey und daß unjere Freundschaft und unjer Beistand bloß noch Phantome wären. Oder gereicht es etwa diesem Lande zur. Ehre, daß jet 30,000 bis 40,000 Portugiesen in ganz Europa hülflos- herumirren müssen ? Wahrlich, mein sehr echrenw. Freund (Hr. Peel) is| im Jrrthum, wenn er glaubt, die Welt wisse nicht, daß die constitutionnelle Partei der Portu- giesen ihre vielen Leiden nur dem Umstande zu verdanken habe, daß sie si< allzusehr auf Großbritanien verließ.“ Mit Betrübniß, fuhr der Redner fort, habe er die Worte vernommen (vom Herzoge von Wellington im Oberhause ge- sprochen), daß Terceira nicht in der Lage sey, wie es seyn follte und seyn würde, wenn andere Mächte ihre Pflicht so „gethan hätten, wie Großbritanien die seinige. Was sey die ofene Meinung hiervon? Das Bekenntniß, daß wir unsere Macht úber das Völkerrecht hinaus erstre>t hätten, um jene Insel unter Dom Migüel zu bringen, und Beschwerde über Fremde Mächte, daß sie uns darin nicht beigestanden. Sey dies nicht eine Anschuldigung des Königs der Niederlande, daß er nicht zu unserm Bestreben, den braven Grafen von Villaflor überwältigen zu lassen, mitgewirkt? Der König der MeBe lat hâtte er dies gethan, wäre wenigstens nicht, wie unser Land, bei der Portug. Verfassung mit betheiligt gewesen ; allein ihn habe Achtung für das Europäische Recht beseelt, Rück- sicht auf die Unfälle jener unglücklichen Männer und auf die Pflich- ten eines hohen Souverains. Als die Niederländische Regierung den Grafen v. Villaflor , umgeben von seiner kleinen Schaar gesehen, - die einander dur< Bande der Vaterlandsliebe und Ma theuer. geworden, da habe sie sagen können : „Wir er- «innern uns, daß, als im Jahre 1810 Lord Wellington inner- halb. der Linien von Torresvedras Stand hielt, jenes Win-

gefallen war, und daß fünf Jahre darauf die in Torresve- dras entfaltete Fahne siegreich af die Thürme von Toulouse gepflanzt wurde. Das- Beispiel Wellingtons, wie er in den Linien von Torresvedras eingeschlossen war, fann zeigen, was Geduld, die der Unterdrückung troßt, und Beharrlichkeit in einer guten Sache vermag.// Beseelten dieselben Gefühle den Grafen v. Villaflor, so möchte er (Hr. Huskisson) lie- ber wie dieser in Terceira eingeschlossen, als der erste Mini- ster der Britischen Monarchie seyn, wenn diesen seine Pflicht zu dem Wunsche nöthigte, jene Jnsel der Usurpation zur Beute fallen zu sehen. | V London, 13. März. Jn der gestrigen Sißung des Un- terhauses ward der Antrag des Sir J. Graham, das Amt eines See - Zahlmeisters eingehen zu lassen und dadurch ein Gehalt von 3000 Pfd. zu ersparen, von 188 gegen 90 Stin:- men verworfen.

In wenigen Tagen wird die große bekanntlich auch im vorigen Jahre stattgefundene Versammlung auf der . Penenden-Heide gehalten werden. Es werden bereits viele Veranstaltungen dazu getroffen. :

Im Sun heißt es: „Es geht sehr scart davon die Rede, dem Columbischen Staate einen Europäischen Prinzen zum Fürsten zu geben, ganz auf dieselbe Weije, wie man den Prinzen Leopold zum Fürsten von Griechenland gemacht hat.“ Die hier erschienene Schrift: „„Authentischer Bericht über. Hrn. Cannings Politik in Bezug auf Portugal‘/ foll vou Lady Canning, der Wittwe des großen Stagtsmannes her- rühren. /

: Der Times zufolge ist der Juiz de Povo (Volksrich- ter) von Lissabon, welchen nebst scinen 24 Assistenten Dom Miguel vor 2 Monaten abgeseßt hat, bei einer demnächst stattgehabten neuen Wahl, vom Volke abermals zum Juiz erwählt worden; auch. seine früheren Assistenten wurden sammt und sonders vom Volfe wieder bestätigt.

Der lebte wöchentliche Durchschnittspreis des Weizens (59 Sh. 11 P.) ist um 2 Shill. höher, als der se<hswöchent- liche, nach welchem der gegenwärtige Zoll (29 Sh. 8 P.) bestimmt worden. Es ist daher zu erwarten, daß bei der nächsten Regulirung des Zolles derjelbe etwas ermäßigt wer- dén wird.

London, 12. März. Lord Althorp, eines der unabhängigsten und geachtetsten Mitglieder des Unterhauséès, hat dieser Tage eine. Versammlung von Parlamentsgliederu beider Häuser in seiner Behausung _ gesehen, um, wo möglich, eine Opposition zu Stande zu bringen, der es mehr als der bisherigen gelänge, wider die Minister etwas durchzuseben. Die Versammlung, - die ungefähr aus 124 Personen bestan- den haben soll, hat es sich, wie man vernimmt, besonders zum Ziele geseßt, die Minister zu größerer Sparsamkeit und Erleichterung der Abgaben -Last zu zwingen; sie wird daher, da der Kanzler der Schaßkammer in diesen Tagen das Ein- nahme - Budget zur Sprache bringen will, bald Gelegenheit haben, ihre Taktik an den Tag zu legen. Eine anderweitige. Opposition gegen die Minister ist inzwischen nicht beschlossen worden. Prinz Leopold, der bereits eine Abschieds-Audienz bei Sr. Mazj. dem Könige“ gehabt hat, wird demnächst eine Reise nach Paris antreten. Jn Bezug -auf den neuen Grie- chischen. Staat haben nächst der Konferenz vom 4. Febr., de- ren Beschlússe im Wesentlichen schon bekannt sind, noch zwei andere Konferenzen unterm 2Vsten und. 26sten desselben Mo- nats stattgefunden. Nach dem, was man unter der Hand von dem Jnhalt der darin erfolgten Verhandlungen erfährt, ist in der ersteren bestimmt ausgesprochen worden , daß die drei fontrahirenden Mächte die Garantie des neuen Griechi- schen Staates übernehmen. Die anderen Europäischen Höfe sollen noch besonders aufgefordert werden, sich dem anzu- schließen. Höchst wichtig und für den Menschenfreund er- freulic) würde es seyn, wenn es si<h wirklich bestätigte, daß, wie es ferner heißt, die Verbündeten zugleich erklärt haben, sich bei der Pforte zu Gunsten der Einwohner von Kandien und Samos besonders in dem Falle zu verwenden, wenn die auf diesen Jnseln einheimischen Griechen von den Türkischen Behörden hart behandelt werden sollten. Eine solche Erklä- rung erscheint um so erfreulicher, als im Uebrigen festgeseßt worden seyn soll, die Angelegenheit wegen der Begränzung ‘des Griechischen Gebiets durch die darüber am 4. Februar gefaßten Beschlüsse für- völlig abgemacht anzusehen: Die schon seit einiger Zeit durch die widersprechendsten Gerüchte be- fannt gewordene Garantie einer neuen Anleihe, welche die Griechische Regierung machen wird, haben, wie man nun be-

Febchen das einzige Stück von Europa, von Benedio und der Weichsel-her war, das nicht unter das Joch der surpation

stimmt wissen will, die drei Hôfe zu übernehmen beschlossen ;