1830 / 85 p. 4 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

4

630

ernannt worden. Herr Salvador Zea Bermudez, welcher bisher gleichfalls Bureau : Chef im Ministerium der auswär- tigen Ängelegenheiten war, geht als Botschafts - Secretair nach Paris. Jn-der- hiesigen Hof - Zeitung werden näch- stens zwei Königl. Dekrete, in Betreff der Verbesserung des Staats - Kredits erscheinen. Das erste derselben bestimmt, daß der Tilgungs-Fonds Staats-Papiere auffaufen und die Zinsen derselben zur weitern Einlösung der Staatsschuid ver- wenden solle. Eine besondere Kommission wird darüber wachen, daß das fúr die Schuld - Tilgung der fonsolidirten und in das große Buch eingetragenen „Kapitalien bestimmte 1 pCt. ausschließlich für diesen Zweck verwendet werde, und jährlich ausführliche Listen der getilgten Schuld und der dar- auf verausgabten Summen bekannt maczen. Die jährlichen Verlosungen der nicht fonsolidirten Vales und der laufenden Zinsen tragenden Schuld werden wie bisher. skatt finden. Das zweite Dekrer beschäftigt sich mit den Formen bei Um- schreibung der Besigtitel der 5 procentigen . fonsolidirten Schuld.‘

Griechenland.

Die neuesten Nummern des Courrier de la Grèce enthalten die amtlichen Bekanntmachungen - des Präsidenten in Bezug auf die Etablirung der Volks\chulen, bei welchem Geschäft er von Seiten der Griechen sehr unterstüßt zu

"werden scheint, indem verschiedene Danfsagungen an Bürger

erlassen worden sind, welche zur Beförderung des Schulwe- sens in Griechenland nicht nur Summen. vorgeschossen, son- dern die Einrichtung dieser Schulen in gewissen Städten auch ganz auf ihre Kosten übernommen haben. Am 49. Jan. feierte man zu Aegina das Jahresfest der Ankunft des Präsidenten in Griechenland. Es wird dabei bemerkt, durch ein glückliches Ungefähr tresfe dieser Tag gerade mit dem Namenstage des Präsidenten zusammen. Alle Griechischen Architekten und Bildhauer sind aufgefordert worden, im Laufe dieses Jahres einen Entwurf zu dem den tapferen Verthei- digern von Missolunghi zu errichtenden Denkmal einzureichen. Eine von dem Gouvernement niedergeseßte Kommission wird sh mit der Prúfung dieser Plane befassen ; derjenige, dessen

Entwurf als der beste angenommen „wird, erhält eine gol-

dene mit einer passenden Jnschrift versehene Medaille im Werthe von 1200 Phönix (200 Talaris), und. derjenige; dem der zweite Preis zuerkannt wird, eine silberne Medaille und ein Geldgeschenkt von 300 Phönix. Hr. Georg Mauro- matis- ist zum außerordentlichen Gouverneur der Inseln Hydra und Spezzia ernannt. i

Unter. der Ueberschrist „Beilage zu dem ‘Protofolle der am 22. März 1829 im Büreau der auswärtigen Angelegen- heiten. zu London abgehaltenen Konferenz‘, giebt die All ge- meine Zeitung, nah Privat-Mittheilungen, Folgendes : *) Beilage A. Memorandum des Bevollmächtigten

“e s Frankreichs.

Jndem das Protokoll vom 16. Nov. die den Griechen wirklic) bewilligte Garantie auf Morea und die cyfkladischen Inselu beschränkte, seßte es fest, daß diese rein provisorische Begkränzung die Griechenland definitiv zu gebenden Gränzen in nichts beeinträchtigen sollte. Mit. der Feststellung dieser definitiven Gränzen sich zu beschäftigen, ist der Zwet, zu dem die Be heute berufen wurde. Die großen Mächte

Europa’s sahen längst voraus, daß sie über diese Frage zu beräthen haben würden, und gaben daher mehrere Gut- achteu. ab. Die 1324 von Rußland abgefaßte Denkschrift ist das. erste AftenstckE, in welchem die Frage der Grie- chenland zu gebenden Ausdehnung mit einiger Genauig- eeie Dobandelt wurde; es. dehnte die Gränzen der Griechischen Provinzen bis zu den Gebirgen Macedoniene aus. Später, nachdem der Beschluß, die Griechischen Küsten zu blokiren, von den Mächten, die den Vertrag vom 6. Juli unterzeich- neten, angenommen wak, wurde es nôthig, zu bestimmen, wie weit diese Blokade sich ausdehnen sollte, und man fam da- mals überein, fie sollte von dem Meerbusen von Arta bis zu dem voi Volo beobachtet werden, wie dies auch Hr. Strat- ford-Cauning im November 1827" dem Reis -Esendi anzeigen ließ, der: zu wissen wünschte, welches die Ausdehnung der Län- der wäre, welche die Mächte zu pacifiziren sich vorsesten. Eine Frage dieser Art interessirte die Griechen zu lebhaft, als daß B sich nicht U hätten, zu bewirken, daß sie auf die für ie vorthe haftéste Weise gelelt ‘wúrde. JÎn der Note, welche" die Versammlung von Aegina im Dezember 1827 an die Admirale richtete, bemühte sie si, die Nothwendigkeit dar- zuthun,, die Gränzen bis zu den Flússen Haliakmon und Ve- russa auszudehnen, Die Botschafter hingegen waren damals

Siché Nr. 167 der Staats-Zeitung vom vorigen Jahre.

zu der Annahme geneigt, falls die Pforte dem Vertrag vom 6. Juli aufrichtig ihre Zustimmung gäbe, könnte es passend seyn, Griechenland auf Morea und die Jnseln zu beschrän- ken, oder hôchstens Attika und Bdotien hinzuzuschlagen. Das Abweichende dieser Plane war natürlich, denn sie ermangel- ten der Basis und Konsistenz , weil sie nicht auf eine hin- längliche Kenntniß der Gegenden e waren. Da die Konferenz von London täglich mehr die Nothwendigkeit eines bestimmten Entschlusses über diesen wichtigen Punkt fühlte,

so lud sie die bei der hohen Pforte beglaubigten Botschafter -

ein, sich in den Archipel zu begeben und daselbst auf den Kü- sten Griechenlands selbst die Notizen zu sammeln, die geeignet wären, diese Frage aufzuklären und das Endurtheil zu lei- ten, das sich die Konferenz iu Vollziehung des Vertrags vom 6. Juli zu fällen vorbehielt. Die zu diesem Zwecke an die Bot- schafter gerichteten Jnstructionen, die völlig zugaben, - daß auch noch anderè Begränzungslinien gleichfalls ihrer Prüfung ün- terworfen werden könnten, bezeichneten deren vier, von denen die am wenigsten ausgedehnte den Jschmus von Korinth durch- schnitt, während die weiteste nördlich vom Golf von Volo aus- ging, um sich an der Mündung des Aspropotamus ‘zu endi- gen. Dieje lebtere Linie ist es, die von den Botschaftern vor- gezogen wurde, wobei sie ihr jedoch noch eine unbedeutende Erweiterung gaben; sie nahmen sie in ihrem ganzen östlichen Theile an, daun aber, statt sie dem Laufe des Aspropotamus folgen zu lassen, eines Flusses ohne Tiefe, dessen beiderseitige Ufer von Griechen bewohnt sind, sebten sie sie bis zum Golf von Arta, was ungefähr die Begränzung wieder herstellte,

die frúher in gemeinsamem Einverständniß von den drei Mäch-

ten a‘s Gränze der See-Blokade bestimmt worden war. Diese Gränzlinie, die vom Meerbuson von Volo ausgeht, . den Gipfeín des Othryx folgt, bis zum Pindus sich erstreckt, und dann zum Golf von Arta absteigt, hat blos eine Längen- Ausdehnung von 55 Lieues. Sie trennt zwei Bevölkerun- gen, von denen die eine bereits seit vier Jahren unterworfen

ist, während die andere stets im Aufstande begriffen war und

es noch in diesem-Augenblicke ist, und zwischen denen überdies die Schwierigkeit der Communicationen nur wenige Berüh- rungen eincreten ließ. Sie e von acht Haupt-Defileen durh- schnitten, aber feiner der diesen Defileen folgenden Wege ist für Wagen zugänglih. Natürlich müssen die beiden Bevöl- ferungen, welche diese Gränze trennt, wünschen, daselbst Ver? theidigungsmittel zu finden; können aber die Türken Einfälle besorgen, welche die Gesinnungen der Einwohner, die thnen unterworfen bleiben, unterstüßen könnten, so habén die Grie: chen noch mehr zu fürchten. Man keunt die Natur der Tür“ fischen Regierung: die Ober - und Central - Gewalt, die in Konstantinopel ihren Siß hat, ist gewöhnlich in ihren allge- meinen Verhältnissen zu- den auswärtigen Mächten eine lo- yale und getreue Beobachterin der Verträge ;- deswegen sieht man aber um nichts minder häufig Militair - Chefs, aus eige- ner Bewegung und aus ihre eigene Gefahr hin, si Einfälle auf die benachbarten Gebiete erlauben. Wenn selbst die Gränzen eines so mächtigen Staats, wie ODester- rei, oft von solcherlei Unordnungen zu leiden hat- ten, um wie viel mehr ist man nicht berehligt, Besorgnisse zu hegen für eine {wache Provinz ohné natürliche Gränzen, die kaum der Herrschaft des Sultans entzogen ist, für eine Provinz, aus der die Muselmänner verbannt seyn werden nah der Beraubung des Besibes der Güter, dic fie daselb inne hatten? Man fann noch beifügen , daß_in natürlicher Folge der Neigungen und Gewohnheiten der Albanesen, die Pforte, ohne regeimäßige Heere nöthig zu haben, blos über

cinige Millionen Piaster zu verfügen braucht, um dieses stets * -

zu Raub und Krieg bereite Volk auf Griechenland; zu wet" fen. Jn dieser Beziehung nun wird- jede der, beiden Pär- - teien Vortheile, die sich ziemlih das Gleichgewicht halten werden, in einer Gränze finden, die von Bergen bedeckt und blos durch einige Defileen halb geöffnet ist, die mittelst klet- ner Forts von wenig fkostspieliger Erbauung und Unterhal- tung leicht vertheidigt werden können. Hätten die Türken ihrerseits nicht eben so vortheilhafte Positionen, wie die von Zeituni, Korafa und Makrinoros, die den Griechen zugetheilt

würden, so fänden sie gegen Westen einen Ersaß für diese-

Vortheile in dem Besiße des den Aspropotamus ‘beherr- schenden Thals,„ während in dem östlichen Theile _th- res Gebiets die weiten Ebenen von Thessalien , die sich

gerade am Ausgange der Defileen entfalten, den Grie-

chen Schlachtfelder bôten , auf - denen“ ihre Jufancerie sich der zahlreichen Reiterei, der Türken nicht gegenüber wagett

durfte. Die Vortheile, welche die -Begettgung Lieues M ¿Gb [EL APS f S

den sich ee in-der Annahme des Plans, der Grie? r 5

sich vom Golf von Arta bis zu dem von Vo

chenland in die Gränzen des durch das Protofoll vom 16. -

M A Le SLADS “i E] t 5 ° ei P F x E LNIA f Nj N R Lar ILOS ASREES L S City MUSALE Ie 7 P R A l TREPaIE J e E TIUE H L: R I ee L AATEAA E L RAERIIEN A A La T, e 20 vikidei a etm L D? N rad w t) L iss z N G ——— S E E E E E E

631

ov. provisorisch garantirten Gebiets einschlô}e. Leicht ist Y “eigen , daß, wenn man sich auf ein solches Resultat be- chräânkte, man nichts gethan hätte für die Sicherheit der

-2

Griechen, für die Ruhe der Welt und die Sicherstellung des

Sechandels, Von den beiden Schlössern, die den Golf von Lepauto beherrschen, und die blos ein schmaler Meeresarim trennt, von den beiden Ufern diescs engen Golfes ständen die Grie- chische und die Türkische Bevölkerung stets auf der Wache gegen- einander. Den Türken, Herren der bessern Arkerpläbe und der meisten Häfen des Meerbusens, und begünstigt durch die Winde, die fast beständig von Norden gegen Süden wehen, wäre es teiht, jeden Augenblick Landungen in Morea zu versuchen. Die wenig kriegerische Bevölkerung dieses Landes würde nur mit Mühe den Tärken, den Albanejen, selbst den Rumelioten wider- stehen. Die stete Furcht vor einer Juvasion würde die Grie- chische Regierung nöthigen , ein stehendes Heer auf den Béei- nen zu halten, das das Land erschöpfen und daselbst mit krie- gerischen Sitten eine wilde Gesinnung und jenen Geist. der Seeráuberei unterhalten würde, der größtentheils die Einmi- schung der Mächte nöthig gemacht hat. Dieseibe Furcht würde die Bevölkerung abhalten, sich dem Ackerbau und der Jndu- strie zu widmen und darin Hülfsquellen zu suchen, die nur gecignet wären, die Lüsternheit der Türken und Albanesen aufzuregen. Statt einem arbeitsamen und friedlichen Volke den Frieden gesichert zu haben, hätte man aus Morea einen beständigen Kriegsheerd, eine Pflanzschule der Seeräuberei gemacht. Nicht besser wäre die Ruhe der im Norden des Lepantischen Golfs gelegenen Länder verbürgt. Die Völker- stámme, die sie bewohnen, nahmen einen sehr thätigen Antheil an der Insurrection, cine große. Zahl derselben ist in die Griechischen Truppen eingereiht , ein anderer Theil hat: sich auf die Jnseln geflüchtet. Die Begränzung Griechenlands auf das Moreotische Gebiet würde also eine große Zahl Rumelioten zwingen , thr Eigenthum zu verlassen. Zu sehr fompromitrirt , könnten sie keine Sicherheit unter den Türken *hossen, und . die 180,000 Christen, die noch das Gebiet einnehmen, das sich von Mo- rea bis zu dèn Meerbusen von Arta und Volo erstrecht, sà-

hen sich sieben - oder .achttausend Türken, die daselbst allein

die Verheerungen des Krieges überlebten, geopfert, würden ungeduldig das ihnen auferlegte Joch tragen und ohne Un- terlaß einen Krieg. erneuern, der, Unordnung und DBlutver- gießen verbreitend, aufs Neue die Futervention der Mächte aufriefe. Spricht man von diesem Theile des Gebiets, so be- greife man natúrlicy Eubdg mit darunter. Diese Jnsel bie- tet indessen eine bemerkenswerthe Ausnahme dar. Sie erhob sich zwar allerdings im April 1821 und wurde erst im Juli 41824 wieder unterworfen ; aber die Jnsurrection konnte sich daselbst nicht erhalten; die ganze Insel erfennt gegenwärtig die Herrschaft des Sultans an, und die Türkische Bevölke- rung, - die sich im übrigen Rumelien nur wie eins zu zehn verhält, ist in Eubda noch wie ‘eins zu sechs. Diese Rück- sichten sind ohne Zweifel- bedeutend , aber doch scheint es, daß sle anderen noch hdheren weihen müssen. Eu- ba, das sich parallel an der Griechischen Küste hinzieht, nimmt alle ihre Vertheidigungs - Linien in dis Flanfe des- wegen hatten auch die Türken das östliche Griechenland mit dem Paschalik von Negroponte vereinigt. Die Communicatio- nen zwischen den beiden dortigen Usern sind leicht und be-

ständig. Ohne Negroponte* sähe das östliche Griechenland.

seine Schifffahrt aufgehalten und seine Absaßwege verschlof- sen. Endlich, wenn auch die Jnsel materiell gehorcht , muß man daselbst doch ein sehr wachsames Auge haben, da es nur auf die Einladung der Eubder geschah, daß Oberst Fabvier 1823 die Expedition bildete, die er dahin. führte. Die Ver-

einigung der Jnsel Kandien mit Griechenland bietet, wie man-

wohl fühlt, mehr Ungewißheit dar. Auf der einen „Seits, ist man dadurch zurücégehalten, daß man die Türken ungern ei-

nen so großen Verlust erfahren läßt; anf der andern Seite ist

zu erwägen, daß von diesem wichtigen und nahen Punkte aus die Túrken den neuen Staat fortwährend bedrohen werden, daß ein großer Theil der dortigen Griechischen Bevölkerung sich in

vollem Aufstande befindet, und daß die Türken, in ihren kleinen

Festungen eingeschlossen, nicht mehr das Feld halten. Die Regie- rung des Königs beschränkt sich darauf, auf diese Frage aufmerfk- sam zu machen und sie der Prüfung der Konferenz zu unterwer- fen. Diese Betrachtungen sind einzig durch den Geist diftixt, der

oie Bestimmungen des Traktats vom. 6, Juli eingab. Sie echensands zu sichern

habên zum Zweck, die Pacifieation Gri | und eín Ende zu - machen dem blutigen Kampfe, der, die

Griechischen: Provinzen und die Jujeln des Archipels allen .

Unordnungen der Anarchie preisgebend, dem Handel der -Eu- ropäischen Staaten täglich neue Hindernisse bereitet .und.-0- gar die Existenz: des Ottomakischen Reichs bedroht. Es kann

j - d [3 L :

d [Ee r R LASRGA: a i V4 - 4 s "A I L ¿A MERENUTE Iv I T I B E SURDE 9 N M L U C5 I O RT N R Me S E L E AREEIIUAE AEIILE Wte E V S n A M N

nicht davon die Rede seyn, Griechenland ohne Grund ‘auf Kosten der Türkei zu vergrößern; es handelt sich nur darum,

‘eine Gränze zu finden, die die Berührungspunfte zwischen

zwei so aufgeregten Völkern vermeidet, dem einèn wie dem andern leichte Vertheidigungs - Linien giebt und endlich die von aller Welt so stark gefühlte Nothwendigkeit befriedigt, in Griechenland eine Ordnung der Dinge festzustellen, welche die Pfänder und Bürgschaften ihrer Stätigkeit und Dauer în sich selbst trägt. Nicht um eine im Peloponnes erhobene Jnsurrection zu stillen, vereinigten sich die drei Mächte; Jbrahim Pascha hätte ohne sie in dieser Provinz, wenigstens für den Augenbli, die Au- torität des Sultans wieder herstellen fönnen. Ein umfassenderer Gedanke führte bei ihrer Allianz den Vorsiß; die Beharr- lichkeit der Griechen sehend, erkannte man, daß sie zu allge- mein von einem festen Willen beherrscht waren, als daß man hätte hoffen können, sie würden sich je entschließen, unter das Ottomanische Joch wieder zurückzukehren, selbst wenn ein Armee - Corps augenblicklich unter ihnen- die Herrschaft “des Sultans wiederherstellte. Nachdem man die Uebel aller Art wohl erwogen hatte, welche P die Ruhe Europa’s die Fort- seßung diejer Arr von Vertilgungskrieg herbeiführen fonnte, der so geeignet war, in allen christlichen Staaten eine zu- gleich religiôdse wie politische Gährung zu unterhalten, eñt- [chlossen sich die Mächte, die definitive Gründung eines Grie- chischen Staats, eines Vasallen“ der Pforte , zu begünstigen, als der einzigen Combination, welche Bedingungen der Ord- nung, des Friedens und der Dauer darbot, und famen in dem Vertrage vom 6. Juli überein , dieser- neue Staat sollte unter die Garantie entroeder der drei Höfe, oder eines oder zroeier derselben gestellt werden, je nachdem Jeder es für an- gemessen erachten würde. Um aber diese Garantie nicht blos- zustellen, ist es nöthig, daß Griechenland“ nicht gewagten und veränderlichen Wechseifällen ausgeseßt bleibe, deren Spiel es werden würde, wenn man es auf Morea und die Jnseln be- gränzte. Solcher Art sind die Betrachtungen, die den König von: Frankreich auf den Gedanken geleitet haben, daß es ge- rathen wäre, das Protokoll vom 12. Dezember als Grukhd- lage der Unterhandlungen anzunehmen, die “mit der Pforte zu erôffnen sind, sowohl um die Frage der Gränzen, als die des Tributs, der Entschädigung, der Form der Griechenland zu gebenden Regierung und der zwischen dem Sultan und dem-neuen Staate- festzustellenden Verhältnisse zu bestimmen.

. Vereinigte Staaten von Nord-Amerika.

Kongreß-Sißungen. Am 8. Febr. wurde im Hause der Repräseutanten vom Sprecher desselben eine von - einer gegenwärtig in Washington befindlichen Deputation von Häuptlingen der Creek- Judianer abgefaßte Denfschrift úberreicht. Der Gegenstand. derselben ist die Bitte. um den Schub des Kongresses gegen den Staat Alabama, der im“ Begriif. steht, seine Geseße auch auf die Creefs auszudehnen; sie ist von 7 Häuptlingen unterzeichnet. Die Denkschrift wurde auf die Tafel gelegt und zum Drucf verordnet. Dar- auf schritt das Haus zur Erwägung der in der Sißung vom 5. Februar von Herrn M. Dufsie, einem Mitgliede des

7 Ausschußes füx Mittel und Wege, eingebrachten ‘Bill zur

Modification“ des Tarifes, hinsichtlich welcher Herr Streng darauf angetragen hatte, sie auf die Táfel zu legen; es ward úber diesen Antrag gestimmt und derselbe mit 107 Stimmen gegen 79 angenommen. Herr Cambreleng vom Handels-Aus- \chuß stattete -einen Bericht- über die Q Ste der? Vereinigten Staaten mit auswärtigen Nationen ab und über den

früheren und gegenwärtigen Zustand der Schifffahrt der Union: '

Dieser Bericht wurde dem zur Untersuchung des allgemeinen - Zustandes der Union bestehenden Ausschusse: des ganzen Haus? jes Úberwieseu, und verordnet, 6000 Exemplare desselben drucken zu lassen. .Die Volkszählungs-Bill wurde Me zum. drittenmal verlesen. Jn dem Bericht des. über- diesen Gegen- stand eingesebten Ausschusses wird die Bevölkerung der Vekr- einigten Staaten für das Jahr 1830 auf 12,600,000 JIndi- viduen und die Sklaven - Bevölkerung auf 4,950,000 Jndivi- duen angenommen. Nach Vorlesung dieser Bill beschäftigte das Haus sich_ mit verschiedenen Privat-Bills und mit Vor- - lesung mehrerer eingegangenen Briefe. Jn einem der lebte: ren erbietet sih ein Herr W. Willis, eine von ihm gemachte - bei Dampfmaschinen anzuwendende néue Erfindung der Re- gierung. der Vereinigteri Staaten unentgeldlich mitzutheilen, mit der Bedingung; daß sie nur bei solchen Eisenbahnen -und

Kanälen benußt werde, in denen die- Regierung einen Antheil.

im Betrag ‘von 200,000 Dollars oder darüber ‘dermalen be- reits hat oder ‘künftig haben wird: Diéser Brief wurde dem

Aerbau - Ausschuß überwiesen. Am 9.- wurde im

Senat-=—ein von Herrn “Livingston gemachter; Antrag, -.; um zu untersuchen, ob es angemessen \ey, die Tödes[ira[e.