1830 / 108 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Senatoren, Landboten und Deputirte: F 4 Zwdlf Jahre sind bereits verflossen,- seitdem der unsterb- liche Wiederhersteller Eures Vaterlandes Euch zum ersten- mal um Seinen Thron versammelte, um Euch in den Ge- nuß des theuersten „der Euch verlichenen Vorrechte zu seßen.

Da mit Seinem Scepter auch Seine- Gefühle für Euch |

auf Uns übergegangen sind, so werdet Jhr ebenfalls von *

Uns in dieser Absicht einberufen. '

Dürch drei abgehaltene Reichstage habt JFhr sowohl den Zweck Eurer Bemühungen als dasjenige kennen gelernt, was Ihr zu vermeiden habt. Die Erfahrung hat die Vortheile ruhiger Berathungen, so wie die : nachtheiligen: Folgen „der Unefuigkeit gezeigt. Diese Erfahrung „werdet Fhr nicht un- benußt lassen. y y

Wir zweiseln demnach nicht, daß Jhr bei Euren Be- rathungen das öffentliche Wohl mit deinjenigen Eifer beachten werdet, welcher Euch stets beseelt , und zwar mit demselben Geiste: der Ordnung und Eintracht, welcher die Arbeiten: Eurer lebten Sißzung bezeichnet hat. j A |

Wir versichern Euch übrigens Unjerer Königlichen Ge-

wogenheit und empfehlen Euch dem Schuße Gottes. Gege--

ben St. Petersburg den 25. März (6. April) im Fahre 1830 Christi und im 5ten Jahre Unjerer Regierung.

(gezeichnet) Nicolaus.‘

_ Jhre Kaiserl. Majestäten werden gegen den 90sten d. M. hier erwartet.

Durch Estaffette ist gestern aus Krakau die Nachricht hier eingegangen, daß dort die Weichsel wieder ungemein hoch gestiegen war.

Ünsere Pfandbriefe stehen jeßt 987, und werden die Partial-Obligationen von 300 Fl. mit 395 Fl. verkauft.

Frankrei <.

. Paris, 11: April. Gestern stattete der Prínz Leopold von Sachsen - Koburg dem Könige einen Besuch ab. Se. Majestät arbeiteten demnächst mit dem Präsidenten des Mi- nister-Rathes. Um 45 Uhr wohnten Höchstdieselben, in Be-

gleitung des Dauphins, der Dauphine und derx Herzogin-von

Berry, in der Schloß? Kapelle der Vesper und Predigt bei. Heute Vormittag findet in der Schloß - Kapelle cine musifka- lische Messe statt, wobei Herr Lesueur -das Orchester dirigi- ‘ren wird, ' j Aus- Bayonne meldet man, daß Ihre Sicilianische Majestäten am 26sten oder 27sten d. M. daselbst erwartet werden; da Höchstdieselben incognito reisen, so werden feine Vorbereitungen: zu Jhrem Empfange getroffen. ; Da sich die Gazette de France nnd die Quotidienne aufs

Neue befehden, so hat das Ministerium sich entschlossen, :

beide- zu- desavouiren. Der heutige Moniteur enthält in dieser Beziehung den nachstehenden bemerkenswerthen Artikel: „Die Zeitungen , welche die Regierung angreifen, bedienen sich einer sehr bequemen Taktik ; sie muthen dem Ministerium Journale zu und legen ihm die Gedanken, den Willen , die Polemik: dieser Journale bei. Fragt man sie, worauf sie ihre Vorausseßung gründen , so antworten sie, daß: sie es in ihreni Jnteresse für angemessen befunden haben, sie zu er- sinnen. Dies ist ein wohlfeiles Oppositions - Mittel. Wenn es jenen Blättern gefällt, sich der Ausdrücke zu bedienen : ,, ¡Die Mikister lassen verkündigen ; die Minister lassen schrei- ben; das Ministerium seßt voraus; man liest in den ministe- riellen Blättern//‘/, so kann Frankreich ihnen dreist ant- worten, daß dem nicht also sey, und daß sie ihre eigenen Er- findungen auf. die Rechnung .der -Minister bringen. Nie- mand im Privàt -Leben wúrde es wagen, seinen Gegner auf willführlih angenommene Vorausfeßungen anzuflagen und dergleichen- falshe Angaben, als ob sie gegründet wären, gel- tend zu: machén. Was aber im Privat-Leben nicht erlaubt ist, ist es rechtlicher im öffentlichen Leben ? Giebt die Opposition gegen die Persouen der Minister ein Recht, sie durch Ver-

läumdungen zu bekämpfen ? Es läßt sich nicht füglich annch- |

men,- daß die. Minister täglih, was sie denken, thun und \a- ger, einem“ jeden ‘der Schriftsteller mittheilen werden , welche die - antiministeriellen Blätter ihnen aus - eigenem Antriebe zu Vertrauten geben. Eïne unveoschwiegene Regierung ist feiie Regierung. Diejenigen Männer, die ein erhäbenes Vertrauen die Spike der Geschäfte berufen hat, haben Niemanden ermächtigt, in ihrem Namen aufzutreten, und, so viel wir wissen, hat solches au<h Niemand gethan ; sie be- fenhen- sich“ zu- feinem Journale, sie verläugnen feines, son- deri lássen ‘einem jeden seine Freiheit. Dafür, daß das Mi- nistérium die Geseße geachtet hat, verlangt es weiter feinen Beifall. Es hat die Presse. si frei bewegen lassen, mit alleînigem Vorbehalte der geseßlichen Ahndung der Exzesse, die sie etwa veranlassen möchte. Die Regierung besieht nicht

aus Privat - Máännerü, niht aus Männern, die blos ihren. * persdnlichen Neigungen folgen; fie besteht aus Staats-Män- nern, die das Gefühl ihrer Pflicht hoh genug. stellt, um

sich jeder fleinlihen Einmischung in Meinungsstreitigkeiten zu enthalten. Sie überl

hinlänglich durchdrungen ; gern möchten sie dieselbe in das Spiel. der Parteien mit hineinziehen, sie ihrer erhabenen Sphäre entrüf- fen, in den Kreis der Leidenschaften verseßen und zu Gegenbeschul- digungen- verleiten.

offenem Markte,” wo jene sich zu Richtern darüber aufwer- fen, Rechnung ablegt. Aber die Regierung des Königs be- schäftigt sich mit den Angelegenheiten des Landes und besteigt nicht die Marktschreierbühne. Weit entfernt, die Presse zu verhöhnen, achtet die Regierung sie vielmehr, insofern sie h in den Schranken der Mäßigung und Klugheit hält. Fern von ihr ist der Glaube, daß nicht auh von einem Schrift- steller, vorzúglih wenn Talent und Erfahrung für ihn spre- hen, ein guter Rath kommen fönne.. Nach den Ansichten: der Regierung muß die Presse die ôfsentliche Meinung durch Erörterungen ernsterer Art, die sich über alle Zweige der Interessen des Landes erstrecen, aufklären ; sie ist aber nicht: geschaffen, um die Leidenschaften rege zu machen und zu näh- ren. Wenn sie durch falsche Muthmapzungen ihre Bestim- mung verfehlt, so liegt die Schuld. nur an ihr: die Regie- rung wird sich niemals zu einein Werkzeuge für Redefünst- ler und Demagogen hergeben. So wenig sie daher einerseits- in ihren Willensmeinungen oder Handlungen jemals eine ungerechte Geringshäßung gegen die Presse beizeist, eben so wenig läßt sie sich au< von ihr unterjochen. Sie würde ih- rer Würde zu nähe zu treten glauben, wenn sie irgend einen: Theil an den Streitigkeiten verlester Cigenliebe oder getäusch- ten Ehrgeizes nähme, wovon die meisten öffentlichen Blât-- ter, die sie angreifen, heute angefüllt sind; sie weist cine- sol<he Voraussezung von sih und wird sie durch ihr Ver- halten Lügen strafen.“

„Unsere Achtung für den König‘, sagt heute die Qu 0- tidienne, „verbietet uns auf die gestrigen abermaligen Ans grisse dey Gazette zu antworten. Die Bekämpfung der revo- lutionaicen Grundsäße macht uns - schon genug- zu schaffen, und es is nicht unsere Schuld, ivenn es den Royalisten arr der Kraft gebricht, welche- die zur Besiegung der Feinde der Ruhe « und Ordnung erforderliche Einigkeit verleiht. Und jet noch unser leßtes Glaubensbefkenntniß : Treu unferen po- litischen Meinungen, werden wir jede Minister - Wahl, die der König aus eigenem Antriebe getroffen, ehren und ver- theidigen; dies ist die. Pflicht aller getreuen Unterthanen. ber neben ‘dieser Pflicht giebt es noch ein Recht, dem wir nie entsagt haben, nämlich die freie Beurtheilung solcher Handlungen der Minister, welche die Monakrchie in Gefahr bringen tönnten.“/ Ju einem zweiten Artikel fordert die Quotidienue das Ministerium auf, energischer als bisher" aufzutreten, die Liberalen aus der Verwaltung auszumerzen. und sie dur< Royalisten“ zu erseßen, wobei sie zu beweijen. sucht, daß diese leßteren allen dentlichen Aemtern ohne: Ausnahme vollkommen gewachsen seyen. „Das Ministerium‘/, äußert sie, „hat ohne Zweifel: einen Beweis seiner Mäßigung geben wollen, als es sich auf einige unbedeutende Aenderungen in der Verwaltung beschränkte; die Opposition hat aber in dieser Mäßigung nur einen Beweis von chwöche gefunden. ,/ „Die Unfähigkeit-der Royalisten“, sagen die liberalen Blätter, „,„„ist so groß, daß man unter ihnen nur

sechs gefunden hat, die geeignet. sind, eine Präfeften-Stelle

zu bekleiden. /// Den Royalisten fehlt es aber keinesweges an fähigen Köpfen; es kömmt nur darauf an, daß man sie hervorhebt. Wenn wir es vermöchten, so würden wir hierzu den Ministern die erforderliche Kraft verleihen, Von dieser Kraft allein hängt übrigens ihre Existenz und. das Heil der Monarchie ab. Durch ein entgegengeseßtes Bet ragen wür“ den sie, wir wiederholen _es, die Royaliften und sich selbs hérabfeßen; von ihnen hängt es ab, ob sie sich oder ihre Feinde ins Verderben stürzen wollen ; sie mögen indeß nicht u lange zaudern; nicht immer möchte es in ihrer Macht ste- 7 zwischen beiden Theilen zu wählen.“ / Während die Gazette de France für eine #\ ofortige Auflösung der Kammer stimmt, die Quotidienne aber die)e Maaßregel auf unbestimmte Zeit gusgeseßst w issen will,

erklärt sich der Drapeau blanc dahin, daß die Auflösung. -gar nicht stattfinden dürfe.

„Die“ Prorogation‘ , äußert dieses Blatt , „ist ein hinlänglicher Wink für diejen gel! Des: putirten, die vielleicht der Verführung, der Furcht oder dem

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| / äßt es dem gesunden Sinne der: ‘Menge, den Schriftstellern ihr Urtheil zu sprêchens Ueber#e haupt sind" die Zeitungsschreiber von der Verpflichtung: der Regierung, sich in ihre Zänkereien nicht zu mengen, niht

l Jn -ihren Augen giebt es keine randere= Régierung, als eine folche, die von ihren Handlungen auf

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Gedanken, daß die Regierung nachgeben werde, Raum gege- ben haben, und die jeßt nachdem sie in dieser Beziehung enttäuscht worden, zu gesunderen Ansichten und einem ihrer würdigeren Betragen zurückkehren werden.“ Der Cour- rier français erwiedert hierauf: ¡Also Reue ‘erwartet man vou: der: Kammer! Die Majorität soll“ das: Knie vor errn-von- Polignae beugen und um Verzeihung bitten! Es

ist Zeit, daß diesem Jammer ein Ende ‘gemacht werde, Das Míénisterium hat den Fehde-Handschuh hingeworfen, und Frank? reich. wird ihn, man. sey dessen gewiß, aufheben, Die Auf- (ôsung. ist eben so unausbleiblich , als. es die Entlassung der Minister seyn würde,„ wenn. man die jeßige Kammer beibe- halten wollte.- An- eine Aussöhnung ist nicht mehr zu denken. Das Journal du Commerce glaubr heute, daß die Auflösung: nicht stattfinden, daß man vielmehr die jebige Kammer schon auf den 1. August wieder zusammenberufen werde. Ein Schreiben aus Toulon vom 5. April meldet Fol- gendes: „Durch die Brigg „le Cygne‘“ is hier die Nachricht eingegangen, daß unser Blokade-Geschwader vor Algier zwei Englische mit Kriegsmunicion beladene Schisse festgehalten hat, Diese - beiden Schisse näherten sich bei Nachtzeit dep Küste, um heimlich in den Hasen ‘einzulaufen, wurden aber von einem unserer kreuzenden Fahrzeuge beierkt, welches so- gleich eine Schaluppe ausjeßte, um die Ladung derselben zu untersuchèn. Die Engländer wollten sich anfangs der Visita-

tion nicht unterwerfen, da jedoch das Französische Schiff An-

stalten machte, die Englischen bei dèm geringsten Widerstande in- den Grund zu bohren, fo wourde die Visitation begonnen und- ergab bald, daß jene * beiden Fahrzeuge ganz mit Kugeln , Bomben, Haubißen., Kanonen , Laffeten und Pul- ver beladen waren. Der Französishe Kreuzer bemäch- tigte sich hierauf der beiden Englijchen Schiffe und sandte sie an den Befehlshaber des Blokade - Geschwaders, Ca- pitain Massieu de Clerval , welcher dieselben bis auf weitere Verfügung des Marine-Ministers, dem er über diesen Vorfall Bèricht erstattet hat, bei sich behalten wird. Admi- ral. Duperré segelt heute Abend auf der Brigg „„Alerte‘/ ab, um die- Buchteu und Meerbusen der Afrikanischen Küste zu untersuchen; er -ist nur von dem Korfaren-Capitain Bavastro begleitet; man erwartet ihn zwischen dem 15ten bis 20sten d. M,, als zu dem Zeitpunkte, wo die Schisfss-Divisionen aus den Häfen am Atlantischen Meere sich mir der hiesigen ver- einigen sollen, hier zurü>. Die ganze Flotte wird aus 121. Schiffen bestehen, und zwar aus - 11 Linienschiffen , von denen 4 als Kriegs- und 7 als Transportschisfe für die Trup- ven ausgerústet- sind, 24 Fregatten, von denen 18 nach dem Kriegs -, 6 nachdem Friedensfuß ausgerüstet sind; 35 Kriegs- briggs, 18 Gabarren; 12 Korvetten, 7 Goeletten , sämmtlich nach dem Kriegsfuß ausgerüstet, 8 Bombarden und 6 Dampf- chie für die Korrespondenz. Hier und in Brest sollen zwei Compagnieen NRaketenshüßen, jede zu 160 Mann, nach Art derer, welche im Jahre 1822 in England organisirt wur- den, gebildet werden. Bei Lyon werden eine Menge trag- barer Forts aus Holz gezimmert und Maschinen verfertigt, welche die: Kraft der Kugela lähmen sollenz dieselben bestehen nämlich aus zwei dien Brettern, zwischen welche starkes Thauwerk eingepreßt ist:‘/

Aus Toulouse wird gemeldet, daß der Bischof von Bayonne, Herr von Astros, sich doch entschlossen hat, das Erzbischum Toulonse anzunehmen.

Der bekannte General San-Martin , der in dem Unab- hängigkeits-Kriege. des südlichen Amerika eine bedeutende Rolle gespielt hat, ist aus Brüssel hier eingetroffen.

Wegen-des heutigen Osterfestes werden: die hiesigen Zei-

tungen morgen nicht erscheinen.

n Großbritanien und Jrland? . London, 10. April. Der Globe meldet: „„Geradé zur selben Zeit, da es hieß, daß die Verhandlungen, die Prinz

Leopold. mit den verbündeten Mächten pflog, zerfallen seyen,

B der leßte, nämlich der pekuniäre Theil derselbén seinem Ende nahe gebracht worden. Se. Königl. Hoheit wird, wie Ke vernehmen, während eines Zeitraums von 7 Jahren von n Mächten, welche den Traktat: zur: Pacification Griechen- ae unterzeichneten, eine jährliche Sumnie erhalten, die so Ai seyn wird; daß ‘sie ihn in Stand'‘seßen soll, die Ber? E zu erfüfsen, die er wegen einer neuen Anleihe Bez en wird, und endlich anch denen na<zufommen, die in Anlei auf die von den früheren Regierungen abgeschlossenen die en noch existiren: Die uns genannte Summe, welche

verbündeten Mächte anschaffen wollen; beläuft sich auf

loelahr 15 Millionen Pfd. Sterl., die in steben gleiche jähr-

E getheilt R sollen.“ __ Der Courier widerspricht den von Französischen Blät- fern verbreiteten Gerüchten, daß Mißhlligtbiten zwischen

der Englischen und Französischen Regierung, in Bezug au die Expedition nach Algier, usg cicoeR seyen. “Wie ea

“len‘’, jagt er, „„deu unterhaltenden Speculationen der Fran-

zösischen Journalen nicht erst dadur<h Wichtigkeit verleihen, daß wir dem Gerüchte von. einem im nördlichen Afrika zu stistenden Königreiche auf eine ernste Weise widersprechen. Es ist zwar auch nicht unsere Absicht, zu entscheiden, ob nicht die Erhebung des Prinzen Leopold zur Souverainität votr Griechenland irgendwo die Jdee von cinem nothwendigen Gegengewichte hervorgerufen Räkei mag, das ist jedo<h ge- wiß, daß dieses Gegengewicht nicht, wie beabsichtigt werden soll, darin besteht, den muthmaßlichèn Erben des Hauses d an die Spike einer Mauritanischen Monarchie zu ellen.

Jn eîgem neuern Blatte äußert der Standard: „Wir haben Ursache, zu glauben, daß Herrn Grants Bill in Bezug auf die Juden bedeutend modifizict werden und vielleicht eine Gestalt erhalten wird, in der sie als ganz unverwerflich er- scheinen dürfte. Es braucht wohl faum in Ziocifel gestellt zu werden, daß es nur erfreulich seyn fann, wenn jenem ut- alten und dadurch schon Interesse erregenden Volke eine Maaßregel der Duldung gewährt wird, dur<h welche jeder lästige Eingriff bevorrehteter Münizipal + Behörden von ihm abgewandt und es selbst, zu seiner vollfkoramenen Sicherheit, aus der breiten- allgemeiuen Grundlage Britischer Freiheit seinen Plaß angewiesen erhält; was jedoch darüber hinaus- geht, ist nicht sowohl ein Geschenk für die Juden, als cin Raub, den man an dem crisilichen Charakter der Constitution begehr. Es würde dies nicht blos Menschenklassen aller Art, Gläu- bigen und Atheisten, die Pforte der Legislatur öffnen , son- dern auch, wie wir glauben, sogar der großen Masse des Fsraelitischen Volkes mehr nachtheilig als nübßlih feyn.// Auch der Courter ist der Meinung, daß, falls die Bill des Herrn Grant die zweite Lesung passiren und einem Ausschusse úberwiesen werden sollte, in demselben manche Aenderung da- - mit vorgenommen werden dürfte. )

Dex Brighton -Gazette zufolge, dürfte Herr Broug- ham sehr batd die Ernennung zu einem Amte von der Re- gierung erhaiten.

Die Auswanderungs - Wuth ist, wie man gus den Pro- vinzen. vernigunt, in diesem Jahre größer in England, als in irgend" einem früheren. Namentlich- verlassen in der - Graf- schaft Kent- sehx viele Landleute und kleinere Pachtbesiber ihre Wohnorte, um- sich nah den Vereinigten Staaten von Nord-Amerika oder nah Canada einzuschissen.

Am 5ten d. wurde zu Dublin ert S. Grihan zum Direktor. der Jrländischen Bank erwählt; Herr Grihan ist Katholik und der erste seiner Glgubensgenossen, der zu diesem Amte befördert wroorden. |

Jn Belfast (Irland) ist ein- katholischer Priester , Na- mens M. Carey , von den Assisen zu einer Geldstrase von 500 Pfd. oder Gefängnißstrafe bis zu erfolgter Zahlung verurtheilt worden, weil ex bei einem protestantischen Braut- paare die eheliche Einsegnung verrichtet hat.

In der City ist ein solcher Ueberfluß am Geldmarkte, daß solide. Wechjel zu 2 bis 2x5 pCt. disfontirt werden fôn- nen. Ein Kapiralist soll vorgestern sogar gegen Depot von Staatspapieren eine bedeutende Summe Geldes zu 1 pCt. verliehen haben.

Nie der lan do;

Aus dem Haag, -13. April. Der Köuigliche Hof legt heute fúr Se. K. H. den Großherzog von- Hessen-Darms stadt eine vierwöchentliche Trauer an.

__ Man unterhält sich seit einigen Tagen von einem fehl- geschlagenew Versuche, den Fisfus um eine bedeutende Summe zu betrügen; es sollte nämlich aus einer der ersten Häfen des Landes eine angebliche Ladung Zucker ausgeführt werden, wo- für von der Regierung die Rückzahlung des Zolls verlangt wurde. Das Schiff, so heißt es, habe aber Havarie erlitten und seine Ladung wiedex lôschen müssen, bei welcher Operation ein Faß zerbrochen sey und sih ergeben habe, daß es statt des Zuk- kers Steine: und Erde enthielt.

Es ‘ist die Rede davon, den Siß der Direction der All- gemeinen Handels Gesellschaft von hier nach Amsterdam zu verlegen.

Jn der Provinz Hennegau

: werden gegenwärtig 85 Steinfohlen - Minen bearbeitet, in welchen 14/653 Männer

und Frauen beschäftigt sind. Die ‘Maschinen, welche das Wasser aus den Schachten fördern, haben eine Kraft von 5600 Pferden. Der jährliche Steinkohlen - Ertrag sämmt- licher Minen kann auf 14,726,000 Ctr. angegeben werden. _ Schweden und Norwegen. Christiania, 2. April, Am Z31sten v. M. überbrachte Staatsrath Holst dem Storthinge eine Königl. Mittheilung