1830 / 109 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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fung, warum man denn noch an das Land appelliren wolle , wenn Gottes Urtheil die leite Jnstanz sey. „Wir können übri- gens,// fügt derselbe hinzu, ¡(dieses Urtheil ruhig abwarten ; bis dahin behalten die Steuerpflichtigen ihr Geld. Wir wol- len sehen, vielleicht fällt den Méafstern eine 2 tilliarde vom Himmel.‘ : |

Der Globe glaubt, daß, fálls die Kammer aufgelöst werden sollte, es die Absicht der Minister sey „. die großen Wahl-Kollegien diesmal vor den fleinen zusammenzuberufen, um sich (da die ersteren in der Regel für den ministeriellen Kandidaten stimmen) das Ansehen zu geben, als ob sie den Sieg über die Opposition davontrügen, und dadurch die Wähl- männer in den fleinen Kollegien zu gewinnen. :

Am nächsten Donnerstag wird die Französische Akademie dem Marquis von Lally - Tollendal einèn Nachfolger wählen. Nicht weniger als dreizehn Katididaten. sollen sich zu der

Stelle gemeldet haben. E

Fm “Aube - Departement ist der Weinstock gegenwärtig eben so weit vorgerückt, als um dieselbe Zeit im Jahre 1811, so daß man sich ein gutes“ Jahr ver]pricht.

Großbritanien und Jrlamd.

London, 19. April. Das neueste Heft der Foreign- Quarterly Review enthält cinen lesenswerthen Artikel über die Staatsfkräfte der Niederlande, verglichen mit denen von Großbritanien und Jrland. ‘der in den Niederlanden jährlich produzirten Exzeugnisse auf 28,125,009 Psd. und der der Ackerbau - Er- ‘zeugnisse auf 50,095,166 ‘Pfd. Sterl. angeschlagen. Wie-

‘wohl die Niederlande ungefähr ein Drittel der Bevölkerung | von Großbritanien und Jrland enthalten, betragen die Staats-

Ausgaben doch nur ungefähr ein Sechstel, nämlich 8,175,568 Pfd. jährlich, wobei sich die Zinsen einer schr großen Staats- \{uld und vièle Ausgaben, wie die für Kirchen, Kanäle, "Deiche und Erziehungs-Wesen befinden, die in England von

dem Volke noch besonders bestritten werden müssen. Umere |

1. fosten dem Lande beinahe eben gatize Staats- Haushalt ; die Englische Kirche aber, welche blos die Kirche eines fleineren Theils der ganzen Bevölkerung ist, kostet mehr als die Hälfte. Die Unterhaltung “der protesianti- schen sowohl, als der fatholischen Kirche, fosket den Niederlanden jährlich 252,056 Pfd. Sterl., wovon, bei einer Bevölkerung von 6 Millionen, auf jeden Einwohner 10 ‘Pee. jährlich fomtmen. Die Englische Kirche kostet, wenn der nie- drigste Anschlag zum Grunde gelegt wird, 4 Miilionen Pfd. jährlih; auf eine Bevölkerung von 13 Millionen (în Eng- land und Wales) vertheilt, kommen auf jeden Einwohner 6 Shill. 2 Pce. jährlich, oder siebenmal so viel als in den Nie- derlanden. Bringt man nur so viele Einwohner in Anschlag, äls sich wirkli<h" zur Englischen Kirche bekennen denn cin Drittel derer, welche die Ausgaben der Kirche bestreiten hel- fen, gehört anderen Glaubensbefkenntnissen an so würde die Alleinbestreitung ihrer Bedürfnisse jedem Bekenner der Englischen Kirche $8 Shill. 3 Pce. jährlich fosten. :

- In einem der leßten Blätter des Courier liest man Fol- gendes: „Die Emancipation Griechenlands und die Einfüh- rung einer regelmäßigen und unabhängigen Regierung daselbst ist ein Gegenstand der ernsthaftesten Aufmerksamkeit für jeden “Politiker aller Länder. Vielleicht is diese geringer in unserm Lande, als in andern, da wir nur für die Zukunft dabei în- teressirt. sind; und wenn dem #0 ist, jo haben wir uns aller- dings eine” gewisse Fahrkässigkeit vorzuwerfen. An Winke: und Geschwäß unserer Kollegen fehlt es freilih nicht, um uns unser Interesse, das Aufblühen einer Nation zu verhin- dern, die wir, ihrer Ansicht nach, blindlings zu unserm eige- nen Nachtheil erhoben haben, vorzuhalten. Der Abbé de Pradt, ein Französischer Pamphsletist von einigem Ansehen, sagt darüber : „„ „Griechenland wird das Holland des Mittelländischen Meeres werden. Jn allen Ländern wird es entweder durch seine Nähe oder vermöge ihrer Interessen eine Rivalität ge- gen England aufregen.“ Je mehr Seestgaten in diesem Theile der Welt sind, um desto mehr wird sich das Englische Ueber- gewicht vermindern. Nach demjelben Grundfaße sollte jeder Politiker auch die Errichtung eines zweideutigen Zustandes von Aegypten und dessen Bildung in einen unabhängigen Staat beurtheilen. Es wird eine Seemacht und folglich eine Nebenbuhlerin Englands werden. Durch das Rothe Meer wird der Herrscher Aegyptens leichter als in jeder andern Richtung Jndlen erreichen können und Malta und Gi- braltgr werden ihre Wichtigkeit für England verlieren.“ Ohne unsere Nachbarn belächeln- zu wollen, müssen wir gleichwohl gestehen, daß eine solche tiefe Speculation, wie die obige, schwerlich in einen andern Französischen Kopf, als in den

Pensionen, Halbsolde u. |.

#0 viel, als den Niederländern der

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Es wird darin der Werth | Manufaktur- |

‘einmaligen Beitrögen unterzeichnet.

des Abbé de Pradt, fommea wûrde. Wir, die wir doch bei den fürchterlichen Weissagungen des Abbé am meisten bethei- ligt sind, sind; vielleicht aus Gewohnheit oder aus Erfahrung, ohne alle Sorge. Wir hoffen, daß Griechenland- das Holland des Mittelländischen Meereswerden wird, und daß wir es er- leben werden, die nämlichen Vortheile aus der Rivalirät mit Griechenland für uns entspringen zu sehen, die für uns aus der Rivalität mit Holland - entsprungen sind. England exi- stirt niht dur<h die Schwäche anderer Staaten, sonderæ durch eigene Kraft; es blüht nicht durch die Armuth Ande- rer, sondern vermittelst ‘seiner eigenen unvergleichbaren Jn- dustrie- und Handels -Quellen. Diese müssen versiegen, ehe die Rivalität einer andern Nation im Handel oder in der Schifffahrt uns schre>en kann, morgen des Tages alles das würde, was der Abbé ihm ver-: fúndet, so rwoird es immer nicht mehr seyn, als wir, unserm: Juteresse gemäß, wünschen müssen, daß es werden möge.‘‘ Am 1. April befanden sich 22 Britische Kriegsschiffe im: Meittelländischen Meere; darunter die „Brirannia// init 120, die „„Asia// mit 834 und der „Ocean// mit 89 Kanonen. Vorgestern Nachmittags ist hier am Strande (eine der:

befanntesten Straßen Londons) ein Haus mit sürchterlichenr: -

Gekrache eingestürzt. Von den dabei verschütteten und wie- der hervorgezogenen Arbeitern ist zum Glück nur einer etwas stark beschädigt worden. Schweden u 0d, N00: d ge ih

Stoctholm, 9. April. Ju Folge der Beschlüsse, welche: auf dem (uun beendigten) Reichstage hinsichtlich des Götha- Kanals gefaßt worden sind, hat eine neue Actien -Einzeich- nung bei der desfallsigen Gesellschaft stattgefunden ; bis Ende des vorigen Monats betrug dieselbe {on 523,000 Rthlr. aus- Stockholm und 178,000 Nthlr. aus Gothenburg.

Unfere Blätter enthalten eine sehr merkwürdige Vorstel- lung der Bevollmächtigten des Eisen-Comtoirs vom 16, März an Se. Maj., worin sie bitten, dem Beschlusse -der Reichs- stände wegen sreier Ausfuhr des Roheisens gegen Zoll feine Folge zu geben, viclmehr „„das Jahrhunderte alte Verbot die- ser Ausfuhr fortdauern zu lassen‘, das der große und un- vergeßliche König Gustav |. Wasa zuerst eingeführt und, ob- gleich es ihn in zwei Kriege mir Lübeck verwickelt, durchge- jeßt habe. - :

Ungern feht man, daß die Unterzeichuüng zu einem Na- tional-Muscum langsam fortschreitet. Jm Anfange dieses Monats waren erf 400> Rthlr. Bco. an jährlichen, 24 an Freiherr A. Lôwen und der General Graf von Nidderstolpe standen obenan.

Kürzlich hatte ein großer Theil der in- der Hauptstadt

befindlichen Jagdliebhaber sich bei dem Grundstücke Sten- brottet (der Steinbruch) in der Nähe des Schlosses Karls- berg zusammengefunden, um gleichsam ein Gedächtnißfest des großen Jägers, des- verstorbenen ersten Hofjägermeisters von Greiff, zu feiern. Die Festlichkeit {loß mit der Stiftung eines Jagddundes, der sich in forre\pondirenden Mitgliedern. durch alle Gegenden des Königreichs verzweigen wird, damit sowohl merkwürdige Jagd-Ereignisse, als insonderheit solche Beobachtungen, die von Jägern über die Sitten und Le- bensweise u. s. wv. der Thiere und Vögel gemacht werden, aufgezeichnet und bekannt werden. Dieses Ereigniß ist um so beveutender im jesigen Zeitpunkte da der Professor S. Nilssons in der Herausgabe seines Buches über Schwedische Thiere und Vôgel begriffen ist; auch ist es dieser ausgezeichnete Gelehrte, dem der Jagdbund eigentlich die Anordnung .-des- Planes fúr seine Thätigkeit aufgetragen hat.

Aus Gefle wird gemeldet, man habe in dèn diesen Win- ter aus dèm Gar-See fúr die Eisfeller herausgesägten Eis- stücken darin eingefrorne Fische vorgefunden. |

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Karlsruhe, 13. April. : Großherzog und die Frau Großherzogin empfingen gestern den nah längerer Abwesenheit an diesem Tage von Berlitt zurücégefkommenen Königl. Preußischen Herrn Gesandten, Freiherrn von Otterstedt. Die Nachricht von dem unerwat- teten Hinscheiden unsers geliebten Regenten hat nächst dêr Heimath“ nirgends so sehr die Gefühle wehmüthiger Theils nahme erregt, als ‘in Preußen, dessen edler Monarch dem Verewigten längst eine treue Freundschaft bewahrte, die sich Fhm, in jedem Wechsel der Zeiten , stèts' in den schôusten Beweisen zum bleibenden Wohl“ des Vaterlandes und des Fürstenhauses kund gegeben hat. Heute hatte der Hr. Frei- herr von Otterstedt die Ehre; Sr. Königl. Hoheit dem Größ- herzog, in feierlicher Audienz im Großherzoglichen Shloß- das neue Bestátigungs -Schreiben als außerordentlicher Ge-

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und wenn Griechenland- .

Ihre Königl. Hoheiten dex

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sandter und bevollmächtigter Minister Sr. Maj. des Königs

von Preußen zu überreichen und hierauf Jhrer Königlichen Hoheit der Frau Großherzogin #1 dieser Eigenschaft vorge- ellt zu werden. : a | Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben gnädigst ge- ruhet, dem Herrn Gesandten Freiherrn von Otterstedt den Hausorden der Treue zu verleihen. E : Augshurg, 13. April. Die heutige Allgemeine Zeitung enthält Folgendes: F der zu Paris bei Dureuil erschienenen schlechten Rebersebung in Prosa der Gedichte des Königs Ludwig von Baiern, von William Duckett, ha- ben wir mit Unwillen am Ende des 2ten Bandes einen An- hang. von überseßten Gedichten, mit Fol. 192 beginnend, ‘un- ter nachbenannten Aufschriften gelesen, welche in der deut- schen Originalausgabe gar nicht enthalten sind :“ (hier folgen die Titel von 39 Gedichten). „Der Anhang dieser unterscho- benen Gedichte schließt dann" mit det Worten : Fin „des Poësies du Roi de Bavière. Wir sind hiermit ermächtigt, diese oben aufgezählten Gedichte als von dem König Ludwig von Baiern gar nicht verfaßt und als eine dreiste gegen alle Schriftstellerrehte aänstoßende Untersehiebung öffentlich zu erflären.‘“ Us 4 i “Hamburg, 17. April. Der heutige Korrespondent enthält folgendes Schreiben aus SDlecfede, vom 8. April. „Der hiesige Deichbwach , der seine Ueberschwemmung über die ganze fruchtbare Marschgegend von hier bis zu dem unter- halb belegenen Winsen an der Luhe ausgedehnt, war um jo verheerender , weil die dauernde Höhe der Elbe den Jnun- dationsspiegel vergrößerte und die \tarfe Strômung die Saa- ten wegshwemmte. Wiewohl für die Lokalbehörden die Cou- pirung des Bruchs der höchste Wunsch war, so schien doch denselben das Unternehmen bei der anhaltenden Wasserhöhe und dexr Unsicherheit - der Ereignisse zu gewagt. Jn dieser Lage traf der Herr Baurath Mosengel von Hannover hier ein. Seiner Einsicht und seinem Muth verdankt es der hiesige Ort-und die unterhalb belegene fruchtbare Gegend von zwei Quadratmeilen, daß der Abschluß des Deichbruchs , mittelt eines Coupirdeichs, heute bei ciner Wasserhöhe von 13 Fuß Zoll glücklich volleude: und das bedeutende Binnenmoor troéen gelegt ist. Man kann nicht zweifeln, daß die Königl. General-Direction des Wasserbaues zu fernerer Sicherung des hiesigen Orts die geeignetsten Maaßregeln treffen wird.“

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Oeffentliche Blätter melden aus Wien vom 9. April: „Se. Durchlaucht der Fürst von Hohenzollern - Hechingen, General der Kavallerie und Präsident des Hof- Krtegsraths, ist durch allergnädigstes Handbillet Sr. Maj. des «Katsers zum Feldmarschall ernannt, und der Frhr. v. Stipsicz, Ge- neral- der Kavallerie und Vice-Präsident des Hof-Kriegsraths, auf sein Ansuchen in Ruhestand verseßt worden. Wie man versichert, hat Se. Exz. der Oberst - Hoffanzler und Minister des Jnnern, Graf Franz Saurau, seine Entlassung einge- reiht ;- als seinen Nachfolger bezeichnet man Se. Exz. den Grafen Franz Kolowrat Liebsteinski. Vor einigen Tagen ist Se. Königl. Hoh. der «Herzog Alexander von Würtem- berg unter dem Namen eines Grafen v. Hohenberg von Ve- nedig hier eingetrossen und wird in Kurzem jeine_Reise nach Pesth zum Bejuch bei seiner durchlauchtigsten Schwe- ster, der Frau Erzherzogin Palatinus Königl. Hoh., fortseßen. Se. Königl. Hoh. der Prinz Friedrich von Würtemberg wird ebenfalls täglich hier erwartet. Gestern verrichtete im Namen Sr; Maj. des Kaisers Se. Kaijerl. Hoh. der Erz- herzog Kronprinz an zwölf armen Männern, und Ihre Maj. die Kaiserin an zwölf armen Weibern, die Fußwaschung in der Hof- Burgfapelle. Unter den zur Fußwaschung zugelas- senen Männern war der älteste Namens Georg Domberger 122 Jahre und der jüngste 82 Jahre alt.‘

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Der Oesterreichen Beobachter enthält im neuesten Blatte folgende (zum Theil bereits von uns gegebene) Nach- richten aus Konstantinopel vom 26. März: i

„Diesen Morgen verkündigten „die Kanonen des Serails die Feier des. Beiram - Festes. Sultan Mahmud verfügte sich bei Anbruch des Tages, von den Pforte - Ministern, sei- inem Hofstaate und seinen Garden begleitet, aus der Kajerne von Ramitschiftlik nach dexr Moschee von Ejub, zur Verrich- tung des an diesem höchsten Feste des Jslams. vorgeschriebe- nen- Gebetes, und fehrte von da wieder nach der Kaserne zu- rúd, wo sodann die höheren Würdenträger, Civil - und Mi- litair-Aemter- Sr. Hoheit die Aufwartung machten und ihre Glückwünsche darbrachten. Die militairische Begleitung des Sultans war diesmal wenig zahlreich und in ihrer Kleidung,

_terworfen zu seyn, das sie: früher beim

mit Ausnahme. der Uniform der Offiziere der berittenen Gar- den, welche sich der Hufareñ- Uniform nähert, keine von den seit einiger Zeit durh das Gerücht angetündigten Verände- rungen bemerkbar. Daß übrigens die Absicht des Sultans dahin gehe, in der Uniformirung des Militairs noch bedeu- tende Aenderungen vorzunehmen und dasselbe, besonders hin- sichtlich der Kopfbede>kung, immer mehr den Europäischen Soldaten gleich zu stellen, erhellt aus einer in den Moscheen befannt gemachten Aufforderung, sih solchen dem Religions- Gesetze keinesweges zuwiderlgufenden Vorschriften und von der Regierung als zweckmäßig befundenen Aenderungen nicht zu widerseßen. Die Pforte hatte diesmal gegen die bisherige Sitte die Aufmerksamkeit, den Botschaftern und Gesandten der fremden Mächte, welche den Zug des Sultans mit anzu- sehen wünschten, eigene Häuser und Boutiquen in der Nähe der Moschee von Ejub anzuweisen, wo sie diefes Schauspiel wit Beguemlichkeit genießen konnten.“

„Der bekannte Oberst.(Bimbaschi) Avni-Bei, der früher bei verschiedenen Missionen verwendet worden war, häufigen Umgang - mit Franken pflegte und sich durch mancherlei gesellschaftliche Talente auszeichnete, ist unlängst nach Nifo- medien verwiesen worden ; er foll sih die Ungnade des Sul- tans, bei dem er bisher in hoher Günst gestanden- hatte, durch zu große Freiheit der Sitten während des Ramasans (des Türkischen Fasten-Monats) zugezogen haben.‘

¡Der ehemalige Groß-Wesir und zuleßt- Statthalter von Rumelien, Mehemed-Selim-Pascha, ist dieser leßtern Würde entsest und nah Monastir (in Macedonien) verwiesen wor- den. Unangenehme Vorfälle in Albanien und Janina, wo die wegen Verweigerung ihres rückständigen Soldes mißver- gnügten Albaneser si<h großen Ausschweifungen und Unord- nungen úüberließen, sind die wahrscheinliche Ursache seiner Verungnadigung. Die Wükde eines Statthalters von Rume- lien i, wie f<hon gemeldet, dem dermaligen Groß-Wesir Reschid-Mehmed-Pascha (der dieselbe auc schön früher bekleidet hatte) verliehen, sein Sohn Emin-Pascha zum Statthalter von Janina und Mahmud-Pascha zum Statthälter von Je- nischehr oder Larissa ernannt worden.‘/

„Als ein merkwúrdiges Faktum verdient bemerkt zu wer- den, daß unlängst mehrere hundert Hydrioten in Konstanti- nopel -augefommen sind, welche bei dem gegenwärtigen Man- gel an Beschäftigung in der Griechischen Marine, so wie ehemals, auf der Türkischen Flötte Dienste suchen und von der Pforte, als geschicéte und erfahrne Seeleute , bereitwillig aufgenommen werden.“/. |

„Der Gesundheitszustand in der Hauptstadt. erhält sich fortwährend gut; die Pest-Spitäler sind leer, und és hat sich erwiesen, daß die vor einigen Wochen verbreiteten Gerüchte von Pestfáilen allhier grundlos waren. Auch in Adrianopel hat die Zahl der Kranken, in Folge der von dem Groß-We- sir angeordneten Maaßregeln, der Errichtung enes eigenen Lazareths, der Reinigung der verdächtigen Häuser und Ver- nichtung der darin befindlichen Effeften und Kleidungsstücke, sehr abgenommen (

Der Courrier de Smyrne enthält in Privat- Schreiben aus Konstantinouel vom 26. Febr. und 8. März folgende ältere Nachrichten: „„Am 21. Februar fam Herr Guriesf, einer der Secretaire bei der hiesigen Russischen Ge- sandtschaft, hier an und überbrachte von Seiten seines Kai- sers ein Geschenk von 1000 Dukaten für- den Dolmetscher bei der Dänischen Gesandtschaft, und den Ste. Amienu-Orden zweiter Klasse für- den Königl. Dänischen Konsul in Smyrna, Herrn John von Jongh, so wie die Anweisung auf eine jährliche Pension von 1000 Rubeln, weiche der Kaiser von Rußland dem alten Lehrer des Feldmarschalls von Diebitsch, Herrn. Piccard, der gegenwärtig in Pera lebt, ausgeseßt hat. Am 22. Dezember traf ein Kabinets-Courier gus London hier cin, der dem Englischen Botschafter das Großkreuz des Bath-Ordens überbrachte. Der Zustand des Landes läßt, was die allgemeine Ruhe und Sicherheit betrifft, nichts zu wünschen übrig. Die Raja's werden mit Mäßigung und Gerechtigkeit behandelt“ und können jeßt überall ihren Ge- schäften nachgehen, ohne mehr dem lästigen Ceremoniel ün- [ Vorübergehen bet Türkischen Wachen und Behörden zu beobachten hatten. Die- ses im Allgemeinen günstigen Zustandes ungeachtet, hat ‘die hiesige Bevölkerung, welche früher an den Ueberfluß der Le- bensbedürfnise gewöhnt war, mehrere Entbehrungen zu er- dulden. Während des Krieges veranlaßte das Verbot der Getreide-Ausfuhr aus den Russischen Häfen und die Blokade der Dardanellen eine Theurung des Getreides und des Reis, welche aufhörte, sobald die Türkische Regierung den Handel mit Lebensmitteln frei gab, und troß dem. erfolgten Frieden wieder eintrat, sobald die Regierung das Monopol des

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