1830 / 131 p. 4 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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ging im Hause der Repräsentanten nach dritter, Vor- lesung eine Bill durch, in welcher gewissen Personen, die im

Revolutions - Kriege der Union zu Lande und zu Wasser ge- -

dient haben, Unterstüßungen bewilligt werden. Am 17icn be- schästigte sich das Haus der Repräsentanten - eine lange

Zeit mit Verhandlungen über eine am Champlain-See, nahe |

an dèr die Vereinigten Staaten von Unter-Kanada treuuen- den Linie, anzulegende Festung; die Verhandlungen führteu zu feinem Resultat. Darauf wurde- ein Auss{huß des ganzen Hauses gebildet, um über die vorgeschlagene Anlegung ciner Landstraße von Buffalo in New-York über Washiugcon nach New - Orleans zu berathschlagen. Am A8ten beschloß das Haus -der Repräsentanten, die am 16ten verhauydelte

Angelegenheit úber eine am Champlain- See anzulegende Fe-

stung an den Staats-Secretair des Krieges zur näheren Erwägung und Untersuchung zu verweisen. Am 19Iten wur- den im Senat mehrere Anträge erwogen und angenommen, in welchen bestimmt wird ; daß der Verfassung der Vercinig- ten Staaten zufolge der Senat das Recht habe, jeine Stimme zu Beseßungen von öffentlichen Aeintern zu geben; daß kein ausdrücfliches Gese Über B Hg voi Staatsbeam- ten vorhanden sey, ausgenommen in Anklage - Fällen, daß aber das Recht der Verabschiedung in natürlicher Verdin- dung mit dem Rechte der Austeslung stehe; daß der Präsi- dent in dringenden Fällen die Macht besize, Beamte zu ver- abschieden oder zu suspendiren, um die schuldige Ausübung der Gesebe sicher zu stellen; daß eine Verabschiedung, die lediglich aus dem Grunde erfolge, um Vakanzen zu betwir- fen und solche Personen anzustellen, die si bei ciner Wahl als Partisane gezeigt haben, dem ‘Geiste der Verfassung widersprehe, ein Eingriff in die höchsten Rechte der Union und gefährlich für das Wohl der Regierung sowohl als fär die Freiheiten des Landes sey; daß, wenn ein solches Ver- fahren stattfinde, der Senat das Recht und die ‘Psicht habe, bei dergleichen Beamtenwechsel nicht die Augen zu ¡chließen und sich darüber mit dem Präsidenten in direkte Lerbindung zu seßen, um nöthigenfalls zur Aufrehthaltung des verfaj- sungsmäßigen Gleichgewichts der Regierung und der geseß- lichen Rechte der Bürger Magßregelu zu tresffsen. Dar- auf theilte der Vice-Präsident einen Bericht des Staats- Secretairs für das Kriegswesen mit, über die seit den leß- ten 8 Jahren stattgehabten Fortschritte der. Civüisation der

in den Vereinigten Staaten lebenden Jndiäner, und über. | deu dermaligen Zustand derselben in Bezug auf Erziehung, bürgerliche Verwaltung, Acferbau und mechanische Künste.

Nachdem der Abdruck von 3000 Exemplaren dieses Berichtes

verordnet worden, ward er auf die Tafel gelegt. Am 20sten '

(Sonnabend) hatte der Senat, ivie gewöhnlich, feine Siz/ zung, und im Hause der Repräsentanten fiel nichts Bemerkenswerthes vor. I

: New - York, 31. März. Jun der diesjährigen Bot- haft des Gouverneurs des Staates New-York heißt es un- ter Anderm: „Unsere früheren nah dem Englischèn System gebildeten Armen-Geseße trugen auch alle Gebrechen desselben an sich. Streitigkeiten zwischen Städten, hinsichtlich der An- siedelung der Armen, waren von kostspieligen Prozessen be- gleitet ; man duldete in Privachäusern den Müßiggang vieler Armen, die thätig seyn konnten, und von der anderen Seite mußten Andere, die Pflege und gute Behandlung verdienten, aller Unterstüßung entbehren. Vor einigen Jahren unterlag dieses System ciner gänzlichen Veränderung. Die einzelnen Provinzen wurden geseßlich berechtigt, Land zu faufen und es, mit Häusern zu bebauen, um dort allen Armen der Pro- vinz Unterkommen und Beschäftigung zu“ verschaffen. Viele Provinzen habèn diesen Versuch gemacht, und die von selbi- gen zeither eingegangenen Berichte sprechen so sehr zu Gun- sten dieser neuen Maaßregel, daß es zu hoffen steht, die Re- gierung werde bald Anstalten trefsen, sie auf alle ‘Provinzen anzuwenden. „Innerhalb der leßten 20 Jahre//“ (heißt es an einer andern Stelle) „hat sich die Bevölkerung unseres Staates verdoppelt und von 1790 an verfünffacht. Jun lebt- genanntem . Jahre betrug seine Einwohnerzahl weniger als den zehnten Theil der Gesammt - Bevölkerung der Vereinig- ten Staaten ; jeßt beträgt sie den siebenten Theil derselben, nämlich 1,900,000 - Individuen, Der Flächen - Raum des Staates kann wenigstens 8 Millionen Menschen aufnehmen,

und die Fruchtbarkeit des Bodens, der Reichthum der Berg--

werke und die häufigen Wasser-Verbindungen lassen mit Recht eine immer steigende Zunahme der Bevölkerung desselben er- warten, ohne daß eine-Verminderung der Unterhaltsmittel au besorgen stände,// My i Wie es heißt, sien im Senat der Vereinigten Staaten 39 Rechtsgelehrte , 2 Kaufleute, 1 Arzt und 5 Pächter und

fellshaft für Erdkunde am 8ten d, M. tru Regierungs-Rath Engelhardt eine Abhandlung über die Hy-

Fabrifanten; 9 waren früher Gouverneure verschiedener Staaten, und 15 haben das Amt von Richtern verwaltet.

Nach amtlichen Angaben s{<äßt man dié Gesammt-Aus- gaben für die gegeuwoärtige Kongreßsizung auf 665,050 Dol- lars. Die Dauer der Sißung ist hierbei auf 175 Tage oder beinahe 6 Monate angeschlagen, dergestalt daß jedes Mitglied eine Remuneration von 1400 Dollars, oder alle Mitglieder und Deputirten zusammen 375,800 D. empfangen, 120,000 D. ungerechnet , die für Reisetosten bewilligt worden sind. Für Papier , Federn, Dinte, Heißung, Druck u. s. w. berechnet man die Ausgaben des Senats auf 35,000, und die des Hau- ses der Repräsentanten auf 100,000 Dollars.

M T , Die in England eingelaufenen lebten Nachrichten aus

. Mexico gehen bis zum 6ten und aus Vera-Cruz bis zum

12ten März. Die meisten Staaten haben die bestehende Re- gierung anerfannt. Jm Kongreß war ein Geseß durchgegan- gen, demzufolge jeder Staat 45 Prozent seiner jährlichen. Einnahme zur General - Kasse beisteuern soll; ein Theil der úbrigen. Einkünfte ist zu Tilgung alter Schulden bestimmt. Einem andern Geseße zufolge, müssen künftig alle See-Zoll- Abgaben innerhälb 409, uud nicht wie zeither in 90 bis 180 Tagen gezahlt, werden. Den Kammern- lagen 3 Ausschuß- Berichte vor, in welchen verschiedene Zoll-Veränderungen vor- geschlagen werden. - Der Finanz-Minister giebt sich, wie män schreibt, alle Mühe, die Staats-Einkünfte zu vermehren, und

man glaubt, er werde, wenn er im Amte bleibt, seinen Zweck

erreichen. Jm Allgemeinen soll großes Vertrauen in die ge- genwärtige Verwaltung herrschen und die einzige Besorgniß eine endliche Einmischung des Militairs seyn, das, wie man. hinzufügt, in dieser jungen Republick immer zu Veränderun- gen bereit ist und für eine Central-Regierung gestimmt seyn. soll, Im Handel herrschte in der lebten Zeit ziemlich viel Leben, Das Geseß, welches die Einfuhr von baumwollenen. Waaren verbietet, war pro tempore widerrufen worden. General Teran hatte den Ober-Befehl über die Texas-Armee und General Bravo Úber die südlichen Provinzen erhalten. Eine von dem früheren Finanz- Minister mit den Mexikani- schen Kaufleuten abgeschlossene Anleihe ist, als dem Jnteresse

des Staats nachtheilig, annullirt worden.

F-01164: d. Berlin, 41. Mai. Jn der Sibung der hiesigen Ge-

Hr. Geh.

drographie - des Spreestroms vor; Hr. Major v. Oesfeld theilte einen Plan von Berlin und einen von- dessen Umge- gend mit, auf welchen die Ueberschwemmung des Grundwass sers während des diesjährigen Frühlings in ganzer Ausdeh- nung gezau angegeben war, so wie ein großes zur Heraus- gabe bestimmtes Blatt, eine vergleichende Uebersicht sämrütli- cher R mit ihren Verwandlungs-Logarithmen ents haltend. Hr. Prof: Ritter gab nach brieflichen Mittheilun- gen aus Neapel der Gesellschaft Bericht über die beabsich- tigte Reise des Hrn. Dr. Westphal nah Nubien 2c., so wie von einem Reisenden aus der Levante, Nachrichten über die C RE der der Böhmischen Glashändler und den ertrieb ihrer Waaren nach fernen- Welttheilen, insbesondere nach Asien, welchen Hr. Prof. Ehrenberg Bemerkungen an- {loß über den Handel und die Verwendung der Venetiani- schen Glasperlen în Afrika. Hr. Geh. Rath Lichtenstein. theilte der Gesellschaft Manuskripte aus dem Nachlasse “des berühmten Pallas mit, welche vorzugsweise die Reise des Ca- pitains Billings betreffen, namentlich die Reise-Jnstruction- Vorschläge, Briefe von Billings und dem Reisenden Ledyard an Pallas 2c. Eine Anzahl neuer geographischer Werke, Pläne und Karten wurden von verschiedenen Mitgliedern, mit furzen Notizen begleitet, zur Perrauag vorgelegt:

Der evangelische Bischof und General - Superinten- dent von Pommern, Dr. Rit\<l, ist am 8ten d. von seiner Reise na< St. Petersburg wieder in Stettin geren,

Dem hiesigen Mechanikus und Optikus, Hrin. Amuel, ist von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzoge von Mecflen- burg-Streliß der Titel eines Hof-Mechanikus verliehen worden.

Bei der von Königsberg nach Tilsit zu chaussirenden Straße sind, nach den neuesten Nachrichten , die Linien fest- gestellt , mit der- Anfuhr und Pagardettung der Steine auf der ganzen Strecke bis zur Gränze des Königsberger Regies- rungs-Bezirks bei Skaisgirren, so wie mit dem Legen des

lanums is man lebhaf vorgeschritten, auch befinden si< on einige Brücken im Bau, und der Bau der übrigen. ist

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eingeleitet. Arbriter_ finden sich sehr- häufig, daher schon über

nn angestellt sind. 2M N in sind bis Ende des vorigen Monats

23 Schiffe eingelaufen ; ‘von denen 16 Waaren, die übrigen S dhtten: und 14 mit Waaren beladene Schiffe find von da abgegangen. Jn Elbing ist ein Niederländisches mit Dachpfannen beladenes Schiff eingelaufen, Ausgang hatte dort bis Ende Aprils no<h nicht stattgefunden. Zu Anfang dieses Monats befanden sich in den Danziger Gewässern, und zwar : 1) im Hafen 77 Schiffe und 31 Lichterfahrzeuge; 2)

auf der Rhede 22 Schiffe, 3) in den Binnengewässern 228

ahrzeuge. Drei Lichterfahrzeuge zu 50 bis 75 Last sind e des vorigen Monats in Danzig vom Stapel gelas- sen und zu cinem vierten ist der Kiel gelegt worden. Nachrichten aus Stettin zufolge, hat das günstige Frúhjahrswecter den - erfreulichsten Einfluß auf die Saatén im dasigen Regierungsbezirk gehabt. Das hohe Wasser und der ungewöhnlich falte Winter haben weder den Saateti, den Winterraps ausgenommen, noch den Bäumen geschadet, und beide, besonders die Obstbäume, versprechen einen reichen

Ertrag.

Vermischte Nachrichten.

: Die Englische Kriegsmacht. , Dupin hat in seiner Reise nah England eine besondere

Aufiaerksamkeit auf die Kriegsmacht und die dahin gehörigen

Einrichtungen verwandt. Einige Mittheilungen hierüber aus jenem lehrreichen Werke dürften nicht ohne Intereffe seyn. Ohne Einwilligung des Königs und beider Häuser “des Parlaments darf keine Werbung oder Mehrung der Kriegs- macht stattfinden. Ein' alle Jahr neu berathenes Geseß be- stimmt auf ein Jahr die Stärke des Heers und die für das- selbe nôthigen Geldbewilligungen. Außerdem schreibt jenes Geseß vor: die Natur und das Maaß der Kriegsstrafen, die

Zahlungsart des Soldes und die davon etwa tattfindenden

Abzüge, die Verpflegung, die Einquartirung (welche, Gast- hófe ausgenommen, niemals -Bürgerhäuser trissc), die Bei- treibung der Schulden von Militair-Personen u. \. w. -Es bewilligt ferner Belohnungen für Entde>éen und Aufgreifen der Ausreißer und verbietet Zwangs - Einstellung; “es unter- sagt jedem Offizier, ohne Anweisung eines Friedensrichters in das Haus eines Bürgers einzudringen, und bestimmt die Fälle, in roelchen selbige ertheilt werden fann.

Zur höchsten Leitung des Kriegswesens_ sind angestellt : der Staats-Secretair des Krieges und-der Kolonieen (Sir G. Mur- ray), dessen Geschäfte jedoch vorzugsweise politischer Art und auf die Leitung im Ganzen und Großen gerichtet sind, we- niger also das Technische des Kriegswesens betressen; ferner ein Kriegs-Secretair (Sir H. Hardinge), welchem die Verwaltung hinsichtlich des Fußvolfks und der Reiterei zusteht; ein Ober- feldherr (Lord Hill), welcher mit den persönlichen Angelegen- heiten, der Uebung und Ergänzung des Heers u. st.- w. beauf- tragt ist;. endlih ein Befehlshaber über das Geschüß - und Ingenieur-Wesen (Beresford). Gelobt wird auf alle Weise der Englische Generalfiab und die General - Adjutantur, ge- rúgt hingegen die Ueberzahl hoher Offiziere. Es waren vor-

handen 1815 1. Juni 1819 12. Aug. 1819 Feldmarschälle 6 7 7 Generale 83 106 General-Lieutenants . . 250 188 197 General-Majors . .. . 306 284 315

ÜNERÄE RECSA E G RRL E EL A? 10 N" L Á M E32 Q O Ei R O G B L UA C E EPCEREAME R R P 0 I E Zusammen . . .. $74 562 625

Unter den Feldmarschällen befanden si< fünf Prinzen, und von den Generalen ‘wurden niemals über 150 wirklich gebraucht. :

Dies Regimenter werden von Obersten befehligt , die auf gewisse Weise Eigenthümer derselben sind. Früher schalteten wenigstens die Obersten fast unumschränkt úber Werben, Be- waffnen, Einüben, Bekleideù, und übernahmen das. Meiste in Lieferung. Die Einträglichkeit dieses Verhältnisses veranlaßte nicht gg daß abwesende Generale die Stellen der Ober- sten für sich behielten und der Oberst-Lieutenant eigentlich das Regiment befehligte. Jn neuerer Zeit ist manches hinsicht- lich dieser Dinge beschränkt - und in die Hände des Ober- feldherrn gelegt. | i

Die Beförderung bis zum Obersten erfolgt in der Re- gel. nach - dem Dienstalter. Für höhere Stellen berathet si{< der Oberfeldherr mit anderen Generalen, und der König ver- giebt jene auf seinen. Vorschlag. Um zu höheren Graden zu fa muß man eine gewisse Zeit in den niederen gedient aben, z. B. 3 Jahre, um Hauptmank, 7, um Major, 9, um

und Sold oder

Oberst-Lieutenant zu werden. Bei der Beförderung zahlt Jex der gewöhnlich so viel, als der Unterschied seines bisherigen und des künftig größeren Gehalts beträgt, und dem Höhe- ren ist erlaubt, seine Stelle an einen Anderen zu verkaufen, sofern dieser nur gewisse vorgeschriebene Eigenschaften besißt. Oft wird in solchen Fällen unbillig viel gefordert und bezahlt, und manche üble Folge dieser - sonderbaren Einrichtung fällt in die Augen, obgleich sich das Ganze für England uicht so- nachtheilig gestalten mag, als es uns erscheint.

Die aus lauter Eingebornen bestehende Königl, Leib: wache ist keinesweges sehr zahlreih, auch (wie Dupin rühmt) nicht anmaßend oder hochmüthig. Die Reiterei beträgt fast ein Sechstel des Fußvolks, was Dupin zum Theil dar- aus abléitet, daß in England verhältnißmäßig mehr Pferde- gehalten werden, als in Franfreih. Im Jahre 1804 hatte jenes Land auf 11 Millionen Menschen 1,790,000 Pferdez dieses auf 29 Milltonen 2,122,000 Pferde, oder in England famen auf 1090 Menschen 16, in Franfreih 7 Pferde. Seit: langer Zeit gab es schwere und leichte Dragoner, aber erst in neueren Zeiten errichtete man Kärassiere, Husaren und Uhlanen. Jedes Regiment zählt im Durchschnitt 900 Reë- ter, doch steigen einige bis 1200.

Zu dem Stamm- Bataillon eines Regiments Fußvolf

- | wird in gew.:ssen Fällen, besonders im Kriege, cin zweites

oder drittes hinzugebildet. Jedes Bataillon zählt zehn Com- pagnieen, zusammen 906 Mann starf; darunter 769 Solda- ten, 40 Korporale, 1 Oberst-Lieutenant, 2 Majore, 10 Haupt- leute, 12 Lieutenants, 8 Fähnriche, 30 Sergeanten, 21 Trom- melschiäger, 2 Chirurgen und einige Hülfspersonen. Die Un=- teroffiziere haben wenig Aussicht, Offiziere zu werden; daher hat man Sergeanten der Fahnen als eine Auszeichnutrg gegründet und mit Ehrenzeichen versehen.

Im Jahre 1813 waren 26,000 Mann Fußvolk und 520& Reiter aus der Fremde in Englischen Diensten. Im Durch- shnitt fam jeder Ausländer um 25 Pfd. theurer- zu stchen„ als ein Inländer.

Die Miliz ist in neueren Zeiten besser als ehemals ein- gerichtet und ausgebildet worden. Der Lord-Lieutenant der Graf]chaft leitet (mit Zuziehung einiger Abgeordneten) alles hierher Gehödrige und ernennt sogar die Offiziere. Doch stehk dein Könige das Recht zu, sie zu verwerfen. Um zu den: verschiedenen Graden der Offiziere zu gelangen, is eine ver- schiedene Einnahme nöthig, wobei die Säße nach Maaßgabe des Reichthums der Grafschaften und Städte abgeskuft sind. So soll z. B. ein Oberst in der ersten Klasse der Grafschaf- ten 1000 Pfd. beziehen, t der zweiten 600 Pfd., in gewis- sen Städten 300 Pfd., ein Lieutenant 30, 40, 50 Pfd. u. \. w, Lords und ihre Sdhne sind ohne Nachweisung des Vermögens zu allen Offizierstellen fähig. Die Stärke der Miliz ist étwa auf 40,000 Mann festgeseßt. Man fertigt Listen der zwischen 17 und 45 Jahr alten Personen, bemerkt dabei ihre Beschäftigungen, Verhältnisse u. \. w., hängt dann. die Listen, zu etwaniger Bèrichtigung an den Kirchthüren auf und übersendet sie endlich zur Einsicht an den Minister des Innern.

Sobald alle Befreiten ausgesondert sind, erfolgt die Ver=« theilung auf die Gemeinen ; dann wird geloset, und die Dienst- zeit dauert fünf Jahre. Vom Loose sind befreit : Lords, zum Heere gehörige Personen, Glieder der Universitäten, Geist- liche, berehtigte-Schullehrer, Magistrate, Lehrlinge aller Art, Seeleute und Handwerker, die fürs Seewesen arbeiten, und Arme, die mehr als'ein eheliches Kind haben: Ja man kann jeden zurückweisen, der nicht eine Einnahme von 100 Pfd. hat. Bisweilen tritt freiwillige Stellung oder Wahl und Ausrüstung dur<h die Gemeine statt des Looses cin; in an- deren Fällen sind Loskauf und Stellvertreter zulässig, do< solk feiner der leßteren mehr als ein Kind haben. Die jährliche Uebungszeit dauert etwa 28 Tage, und für die Zeit der Nicht- beschäftigung_ wird fein Sold gezahlt. Man gebraucht die- Miliz zum Theil nur in einem der dret Britischen- König- reiche, zum Theil in allen dreien ; sie kann endlich, unter Zu- stimmung des Parlaments, nôthigen Falls mit dem stehenden Heere vereinigt werden. Jeder verheirathete Mann, der seine Zeit in der Miliz gedient hat, darf sein J selbst in den Orten treiben, wo geschlossene Zünfte sind.

Die Fencibles, freiwillig geworbene Regimenter, sind in der neuesten Zeit meist abgekommen; die Landreiterei. (Yeomaory - Cavalry) hingegen is oft mit Nußen im Jun-- nern gebraucht worden. Sie besteht aus Pächtern, wohlha-- benden Landleuten und andern sichern und wohlgesinnten Per- sonen. Man könnte sie als eine Art von Gendarmerie be-- trachten. Jhre gemeinsamen Uebungen dauern kurze Zeit,

Entschädigung findet nur für wirklich über-- nommene Geschäfte statt.