1830 / 141 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

M Ar E A An P D o Dr D R A R A RO A Hi T D C T Bw - Dns A Fran ec ie ma s Rand ie Et E Hs du s Di

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Sammlung von alten Manuscripten und Drucksachen für eine Summe von 150,000 Rubeln angekauft.

Im Gouvernement Wjätka giebt es 40 Fakbrifen und Manufakturen ; nämlich: &ne Tuchfabrik; eine Leineweberei; eine Kumatsch-Fabrik; (Kumatsch ist eine Gattung baumroolle- nen Zeuges) 4 Gerßereien, die im Jahre 1828 90 Arbeiter be- schäftigten und 15,520 Stück Juchten zubereiteten ; 6 Papier- Fabrifen, die im genannten Jahre mit 403 Arbeitern 38,810 ‘Rieß Papier lieferten; 4 Talg- und 5 Seifensiedereien; 5 Pottaschsiedereien, cine Kupferhütte, eine Glockengießerei und 11 Gußeisen- und Eisen - Fabriken. Die Industrie der Bau-

ern besteht in Verfertigung von Leinwand, grobem Tuch, |

Leder, Birkendl und allerlei Holz und Eisen - Waaren, theils zu ihrem eigenen Gebrauch, theils zum Verkauf in Städten. Von ihrer Leinwand. verkaufen sie außerhalb der Gränzen des Gouvernements nicht weniger als Z bis=5 Millionen Arschien , wobei man 10 bis 15 Millionen Arschien anneh- men kann, die sle selbst verbrauchen. Von Birkenöl führen sie jährlich 39 bis 40,000 Eiraer aus. Ia R Ei

Paris, 14. Mai. Der Dauphin wird :morgen aus Toulon hier zurückerwartet. Der See - Minisker langt be- reits heute wieder in dieser Hauptstadt an. Der König und die Königin beider Sicilien trafen am

__1tften in Amboise, zwischen Tours und Blois, ‘ein und be-

nußten die wenigen Augenblicke ihres dortigen Aufenthalts zur Besichtigung des Schlosses, dessen Kapelle und Gärten, von wo aus Höchstdieselben besouders die herrliche Aussicht auf die Loire und deren Ufer bewunderten. Jhre Majestä-

ten werden morgen in Rambouillet und übermorgen in hie--

siger Residenz erwartet. Am 17ten speisen die Höchsten Herr- schaften, sammt dem „Prinzen von Salerno und der Orleans- schen Familie, in den Tuilerieen mit dem Könige und-den Mitgliedern des Königl. Hauses. Die Tafel (von 21 Cou- verts) wird in der Dianen-Gallerie aufgeschlagen seyn; an einer. zweiten Tafel von 52 Couverts werden die großen Hof- Chargen , die Staats-Minister und das diplomatische Corps speisen. ___ Die Gerüchte von einer bevorstehenden Modisication

des Ministeriums erhalten sich, obgleich die Gazette de France

sie aus den von ihr aufgestellten Gründen für abgeschmackt hált. Die Quotidienne erklärt si<h für eine solche Verän- derung, da sie sih schmeichelt, daß dieselbe zu Gunsten ihrer Partei ausfallen würde. Das Journal du Lommerce seiner- seits spricht von dem Eintritte der Herren von Berbis und Debelleyme in das Ministerium. Mittlerweile meldet die Gazette, daß sie fortwährend über die von den Wahlen zu erwartenden Resultate Privatbriefe aus den Provinzen cù- halte, die sie zu dem Glauben berechtigten, daß die royalisti-

“sche Sache in tnanchen Departements zwei bis drei Deputikte

gewinnen werde. Ein Oppositionsblatt bererft hierauf: ¡Wir könnten mit gleichem Rechte das Gegentheil behgup- ten; indessen begnügen wir uns mit der Bemerkung, daß die Gazette heute ganz dieselbe Sprache als im Jahre 1827 führt ; damals wie jeßt hatte sie keinen anderú Zweck, als die Schwachen und Unentschlossenen eiuzushüchtern, indem sie

ihnen den unbezweifelten Sieg einer gebrechlichen Verwaltung.

anfündigte.// f

¡Die Rente‘/, äußert die Gazette de France, „„iff gestern von 82 Fr. 5 Cent. auf 82 Fr. 89 Cent. géstiegen. Es hieß nämlich an der Börse, die von zwei Blättern ange- kündigte Modification des Ministeriums werdé nicht stattfn- den, und dieses Gerücht, so wie nicht minder das von der am nächsten Montag zu erwartenden Auflösung der Kammer, an dazu beigetragen, den Cours der Staatspapiere wieder u heben. : y g: einem zweiten Artikel über die auswärtige Politik Frankreichs äuße:t der Globe unter Anderm: .,„Wir haben dargethan, daß Frankreich seit zwölf Jahren nur in Zwecken, welche das Jnnere betrafen, nach außen hin gehandelt hat. Daß dies ein großer Uebelstand sey, dem baldigst abgeholfen werden müsse, wird Niemand, der die Jnteressen seines Lan- des erkennt und. liebt, in Abrede stellen, aber es würde irrig

. und zugleich ungereht sey, wenn man die Schuld davon

nur den ‘verschiedenen Ministerien, welche wir in diesem Zeit- raume gehabt haben, beimessen wollte. Die Jndifferenz der

Kammern und des Landes für die auswärtige Politik sind

eben so gut daran s<uld. Diese der Nation, ihren Reprä- sentanten und den Ministern gemeinsame Gleichgúltigkeit- ist die währe Wurzel des Uebels. Eine solche Erscheinung ist keine neue Ktankheit in der Geschichte der Völker. Meh- rere sind dadurch untergegangen, andere sind davon genesen.

ie kann durch verschiedene Ursachen herbeigeführt werden ;

es giebt aber ein ‘Zusammentreffen von Umständen, wel- ches dieselbe zur unvermeidlichen Folge hat, wenn nämlich ein Volé im inneren Zwiespalt liegt, ohne von außen bedroht zu seyn. Es hat Völker gegeben, die im Innern getrennt wa- ren und sich durch die von außen ‘drohende Gefahx nicht von ihren inneren Kämpfen ableiten ließen; andere wurden durch die Gegenwart dêr Gefahr aus ihrer politischen Gleichgül- tigkeit gerissen und fanden dem Feinde gegenüber den Sinn für ihre auswärtigen Jnteressen wieder. Dagegen isk nocl „niemals erlebt worden, daß cine in ernfthaftem inneren Zwie- spalt liegende und von außen nicht bedrohte Nation fih thätig mit der Sorge für ihre Größe beschäfcigt hätte. In dieseë Lage befinden wir uns seit zwölf Jahren. Im Jnnern- haben wir cinen Kampf zwischen der Krone und dem Lande über die Gränzen der Freiheit und der Staatsgewalt; nach außen hin genießen wir der tiefsten Sicherheit , die durch die Anstren- gungen eines gigantischen Krieges und durch das Interesse, welches Europa -au unserm Daseyn hat, hinreichend verbürgt ist. Unter diesen Umständen“ war das was geschehen ist, unvermeidlich; die Aufmerksamkeit und Energie der Nation mußte sich auf die. innere Frage richten und die innere Po=- litik alles absorbiren, so daß weder Gédanken no< Leiden- schaften für die auswärtigen Jnteressen Übrig blieben. Diese

was Natürliches, aber darum nicht weniger ein Uebel, das bei lán-

Staates in Gefahr bringen muß. Wenn im Jnnern einer Nation Zwiespalt herrscht, so muß sie vor allen Dingen den- selben beizulegen suchen, aber auch nicht vergessen, daß diese Sorge nur eine vorübergehende, dur< außerordentliche Um- stände herbeigeführte, seyn darf. Dauerte dieser Zwiespalt ei- nes Volfs aber so lange fort, daß es si< daran gewöhnte, scine innere Organisation als seine einzige Angelegenheit zu: betrachten, so würde Alles verloren gehen ; denn da ein solches Volk sich nicht mehr als ein thätiges Mitglied des Völker- Vereins betrachten dürfte , so würde. dasselbe bald das Spielwerk und die Beute der úbrigen Nationen werden. An dieser Klippe ist Athen mit so- ‘vielen anderen Re- publifen gescheitert, - und Aehnliches befürchten wir fúr Franfkreih bei längerer Fortdauer der inneren Spaltungetr und des Vergessens seiner politischen Jnteressen. Das Ge- sagte findet in keinem Falle auf die gegenwärtige Lage Frank- reichs Anwendung. Diese Lage ist seit dem 8. August zu: „ernst, um nicht die ganze Aufmerksamkeit des Landes zu ver- dienen. Aber das ausschließliche Juteresse für seine inneren Angelegenheiten; an welches sich das Land durch ein“ Aufein- anderfolgen solcher Krisen gewöhnt hat, ist darum nicht weni- ger gefährlich, und auf diese Gefahr. wollten wir dasselbe auf- merksam machen“ - f

Das Journal des Débats und der Courrier françaîs enthalten in außerordentlichen Supplementen ein von der Gesellschaft „Hilf dir, so wird dir der Himmel hel- fen// verfaßtes Handbuch für die Wähler , welches die wich- tigsten geseßlichen Bestimmungen und Vorschriften für die Deputirten - Wahlen enthält. Der Constitutionnel ver- |pricht , dasselèe morgen mitzutheilen, und mehrere andere Oppositions - Blätter geben Auszüge daraus. Die Gazette de France betrachtet die Bekanntinachung dieses. von mch- réren Rechtsgelehrten zusammengestellten Äktenstúckes als die erste Handlung des leitenden Aus\{husses zu den bevorstehen- den Wahlen. Die Charte und die Geseke und Reglements, meint sie, wären das beste Handbuch zu dem Wahl-Geschäfce- “und ständen Jedermann zu Gebote; es bedürfe sonach nicht noch einer besonderen Anweisung, um - die Wähler ihre Pslichten zu lehren; übrigens verdiene es bemerkt zu werden, daß jenes Handbuch von allen liberalen Blättern ziemlich zu gleicher Zeit gegeben werde, so daß eine Verabredung gar nicht mehr zu bezweifeln sey. „Der Wille des leitenden Aus- schusses/‘/, so schließt die Gazette, „geht also sogar dem Willen des Monarchen voran; die Wahlen haben schon be- gonnen, und die Kammer ist no< gar nicht einmal aufgelöst. Zu keiner Zeit hat man sich no< mit- solcher Frechheit über die Charte, die Geselze, die Behörde und die öffentliche Ruhe und Ordnung hinweggeseßt./ ! Gs

Der Temps äußerte“ gestern, die Gazette de France werde ñur für einén Leser (Herrn von Villèle) geschrieben. ¡Auf diese ungereimte Behauptung‘, bemerkt heute die Ga- 'zette, „erwiedern wir nur eins, daß wir nämlih in den Provinzen. -2000 Abounenten- mehr als das Journal des Gab und nur 2000 weniger als der Constitutionnel aben. : Der Erzbischof von Marseille hat wegen der bevorstehen- den Expedition gegen Algier in seiner Dideese öffentliche Gee

bete für den Sieg - der Französischen ‘Waffen angeordnet.

Gleichgültigkeit gegen die auswärtigen Angelegenheiten ist also et- .

gerer Dauer nicht nur die Macht, sondern sogar die Existenz eines

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Das Dampfschiff „Sphinx‘/-Hat, dem Moniteur zu- folge , die a von Toulon nah Algier und zurü> in vier agen gemacht. 4 p Ein Theil der no< in Morea befindlichen Französischen Truppen wird nah Frankreich zurückkehren. Das 27e Linien-Regiment soll durch das 37e, und die beiden Corps der Artilleristen und Minirer sollen, mit Ausnahme der Of- fiziere, die in Morea bleiben, dur andere erselzr werden.

Der designirte diesseitige Gesandte bei den Vereinigten Staaten von Nord - Amerifa, Herr Roux de Rochelle, bisher Gesandter in Hambürg, hat sich am 1lten d. auf dem Ame- rifanis<en Paketboot „Frankreich“ in Hâvre nah New- York eingeschisst. Am Bord dieses Schiffes befinden sich auch 110 Auswanderer aus dem Elsasse und dem Würtem- bergischén. /

Der hiesige Königl. Gerichtshof bestätigte gestern das zuchtpolizeiliche Erkenntniß, welches die Herren Roche und Rapilly, Herausgeber und Drucker der Mémoiren des Con- vent - Mitgliedes Levasseur, zu resp. 4inonatlicher Haft und 1000 Fr., und 3monatlicher Hafc und 300 Fr. Strafe con- demnirte. j

Jn dersellen Sißung beschäftigte der gedachte Gerichts- hof sich -au< mit der Appellation des Herrn von Genoude, Eigenthümers der Gazette de France, gegen das Erfeintniß des Zuchtpolizei-Gerichts , das ihn wegen Verunglimpfung des Barons Méchin zu 1A4tägiger Haft und einer Geldbuße von 500 Fr. condemnirt hatte. Da weder Hr. v. Genoude, noch sein Advokat, sich stellten, so wurde der Appellant con- tumazirt und das erste Urtheil bestätigt. Herr v. Genoude fann jest noch innerhalb fünf Tagen gegen dieses Contumaz- Urtheil Einspruch: thun.

Nachdem der Redacteur der „Gazette des écoles‘/, Herr Guillard, wegen eines von ihm abgefaßten ungebührlichen Zeitungs - Artikels, vor den Rath der Universität, deren Mit- glied er wär, geladen und von dieser Behörde seines Postens für verlustig erflärt worden, sollte, den bestehenden Geseke gemäß, dieses Urtheil "demselben von dem Königl. Gerichts- hofe öffentlich fund gemacht werden. Diesem widerseßte sich aber Herr Guillard, und der General - Prokurator stand von der Vorlesung des Erkenntnisses ab. Jn Folge dessen hat jeßt der Universitäts -Rath Herrn Guillard auf morgen - aber- mals vor seine Schranken geladen.

Herr Sautelet, verantwortlicher Geschäftsführer des

¿¡National‘“ und Chef einer der ersten hiesigen Buchhandlun-

gen, ein junger Mann -von kaum 39 Jahren, hat sich er- schossen ; ev wurde gestern früh todt in seinem Bette gesunden.

Der verantwortliche Herausgeber des in Bouïogne er- scheinenden „Annotateur// und der Verfasser eines in diesem Blatte enthaltenen Artikels, worin aufs- Neue der Plan zu einem Steuer - Verweigerungs- Vereine für das Departeméènt des Pas - de - Calaîs nebst Erläuterungen - befanut gemacht wurde, sind, nachdem sie in erster Jnstanz freigesprochen, von dem Königl. Gerichtshofe zu Douai in zweiter Justanz zu einmonatlichem Gefängniß und einer Geldbuße von 300 Fr. verurtheilt worden.

Großbritanien und Jrland.

Parlaments - Verhandlungen. Jn seinem (vor- G erwähnten) am 11. Mai-im Unterhause gehaltenen ortrage über die Abschaffung der Stelle eines Lord- Lieute- nants von- Jrland sagte Herr Hume unter Ander auch noch: ¿Bei der «gegenwärtig bestehenden Weise, Jrland zu regieren, kann fein Jrländer- dasselbe Gefühl von Unabhän- gigkeit haben , das ein Engländer oder ein Schotte hat; er muß vielmehr sein Vaterland in das Verhältniß einer unter- geordneten Provinz oder eigentlih einer Kolonie erniedrigt sehen. Jrland wird gerade so regiert, wie Jamaica oder eine anderé unserer Kolonieen. er General-Gouverneur wird in dem leßten Falle vom König im Rathe érnannt und befindet sich unter dexr Kontrolle des Kolonial -Secretairs, während im ersten Falle der Lord-Lieutenant eben so ernannt wird und sich unter der Kontrolle des Secretairs für. das tere befindet./? Hauptsächlich suchte Herr Hume in_ éiner Rede darzuthun, daß erst ‘seit der Union mit Groß- britanien Jrland an innerer Energie gewonnen habe und da- her no< mehr gewinnen würde, wenn Alles wegsiele, was zebt no<h Trennendes und Unterscheidendes in Jrland vor- handen sey. Lord F. L. Gower äußerte in seiner Erwiede- rung, daß Herr Hume seine Unkenntniß des Jrländischen Volfs- dargethan habe, wenn er von demselben glaube „- es halte seine Unabhängigkeit für geschmälert, weil ein Lord - Lieutenant daselbst residire, der das Land gleich- sam in das Verhältniß einer Kolonie stelle. Jm Gegen- theile würde man es in Jrland jest für eine harte Calami-

G A E b E P m Ari Éi m O bt S Ea

tät ansehen, wenn der Lord - Lieutenant mit einem Male ab- berufen werden sollte. Hr. Spring. Rice bemerkte dar- auf: „¿„Jn Dublin freilih wird man diesen Vorschlag für unpopulair erflären, allein das Volk von Jrland im Allge- meinen ist, wie ih die sichere Ueberzeugung habe, ciner sol- chen Regierungs - Veränderung feinesweges fo abhold. Selbst das, was der edle Lord (Gower) gesagt hat, scheint mir ein Beweis dafür, daß auch die Minister den Gegenstand nicht von einem Gesichtspunkte aus betrachten, der dem Vorschlage des Mittgliedes für Aberdeen so s{nurstra>s entgegen ist, und es- soll mich ni<t wundern, wenn sie selbst binnen kur- zer Zeit mit einem ähnlichen Antrage auftreten. Welch ein Uebelstand geht nicht schon aus dem öftern Beamten-Wechsel für Jrland hervor, Namentlich isk es der Posten cines Secretairs (jeßt bekantlich von Lord F. L. Gower befleidet), der den empfindli<hsten Veränderungen unterworfen is; im Durchschnitte ist er bisher immer nur etwa 19 Monate von demselben Judividuum bekleidet gewesen. Jn der Regel wird ein Secretair gerade zu der Zeit, da er eben erst Land und Ge- schäft recht kennen gelernt hat, wieder abberufen, um seinen Posten cinem Unerfahrnen zu überlassen. Nächst diesem Uebelstande giebt es aber noch einen größeren : es existirt nämlich in_Jr- land ein kleiner Kreis von Leuten, den man gewöhnlich die ¡¡Schloß-Regierung Jrlands‘/ nennt. Diese Leute, die gar feinen Ruf haben und ihn auch durchaus nicht: verdienen, führen doch die Zügel der Verwaltung und haben alle wirk- liche Macht iu Händen; Werkzeuge der verschiedenen Par- teien, wissen sie die Zwistigkeiten derselben fottwährend zu nöhren. Das einzige scheindar gute Argument, daß ein Lord- Lieutenant zur Aufrechthaltung dèr Kriminal-Justiz nothwen- dig sey, kann durch dieFrage widerlegt werden : warum giebt es nicht auch in Sc{hottiand einen Lord-Lieutenant 2‘/ Lord Althorp beinerfte, daß, da der Vorschlag des Herrn Hume nicht geradezu schon die Abschassung der Stelle verlange, son- dern erst die Erwägung einer solchen Maaßregel der Regie- rung empfehlen wolle, so habe.jedes Mitglied, das nur den ge- rings[ten Zweifel in die Nüblichkeit des Postens hege, die Verpfliche tung, für denVorschlag zu stimmen. „„Daß/‘/, sagte der Lord, „über die Zweckmäßigkeit der Abschaffung noch einige Zwoeifel vore - handen sind, ist nicht zu verwundern , wiewohl ich ganz mit der Meinung des Mitgliedes für Aberdeen ÚÜbereinstimme. Denn bei der gegenwärtigen leichten und raschen Communi- cation mit Jriand íst es eben so wenig nothwendig, daselbst eine abgesonderte Negieruing zu erhalten, als in Schott- land will ih ni<t einmal sagen in den nördlichen Graf- schaften Englands. Alle Schwierigkeiten, die übrigens mög- licher Weise aus der Abschaffung der Stelle hervorgehen fönnten, würden gehoben werden, wenn man für die einzel- nen Grafschaften Jriauds eben solche Lord - Lieutenants er- nenute, wie sle in den Grafschaften Englands existiren. Ganz abgesehên von dadur< zu vewirkender Geld - Ersparniß, er- warte ich von der vorgeschlagenen Maaßregel viel moralisch Gutes fär Jrland, und darzm wird ihr meine herzlichste Unterstüßung.‘/ (Es “ist bereits gemeldet worden, daß der Antrag des Hrn. Hume von dem Hause verworfen worden ist.)

London, 15. Mai. Während des gatizen gestrigen Tages verweilten die beiden Leibärzte bei Sr. Majestät dem Könige und sollten dieselben auch die heutige Nacht im Schlosse von Windsor zubringen. i

Meldungen von des: Königs Befinden werden täglich an den Herzog von Clarence na< Bushy- Park gemacht.

er Russische und der Französische Botschafter hattet gestern eine Conferenz mit dem tee v. Aberdeen, wonächst dér Leßtere sich zum Herzoge von Wellington in das Schaß-

„Amt begab.

Der Badensche Abgesandte, Fürst v. Salm -Krautheim, ist hier eingetroffen und dem Herzoge v. Cumberland vorge- stellt worden. | |

Der Kolorïial - Minister , Sir George Murray, hat am 10ten d. M.- angezeigt, daß die Ausgaben für die Kolonieen - - fünftig alljährlih dem Parlamente vorgelegt werden sollten. Ein NRegierungs-Agent steht im Begrisf, nach unsren Nord- “Amerikaräschen Kolonieen -abzugehen , um den Zustand und. Werth der dortigen Kronländereien zu untersuchen, um einen Theil ihrer Hülfsquellen zur Bestreitung ihrer Kosten ver- wenden zu können. So isl es bereits jeßt durch den Ver- fauf der Kronländereien in Ober- Canada möglich geworden, dem Lande eine Ersparniß von 350,000 Pfd. jährlich zu verschaffen, E | Se

_ Gestern machte Sir J. Graham im Unterhause dea angekündigten Antrag auf Vorlegung ‘eines Verzeichnisses aller von den Mitgliedern des Geheimen Conseils im vorigert

Jahre bezogenen Gehalte- und sonstigen Einkünfte von Civil- i