1830 / 164 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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nehmen noch Herren derselben bleiben; wir beschwdörén es vielmehr bei unserm Blute, daß Jhr, wenn Jhr Euch mit uns vereinigt und Euch unseres Schußes würdig zeigt, in Eurem Vaterlande, wie fráher, frei und selbstständig herr- schen sollet. Die Franzosen werden gegen Euch handeln, wie sie gegen Eure lieben Brüder, die. Aegyptier, gehandelt haben, die seit den 30 Jahren, daß wir ihr Land verließen, unauf- höôrlich an uns denken, unsere Abwesenheit betrauern und uns sogar ihre Kinder schicken, damit dieselben in Frankreich le- sen und schreiben und nübliche Handwerke lernen. Wir ver- bürgen Euch den ruhigen Besiß Eures Geldes, Vermögens und Eurer heiligen Religion, denn Se. Majestät der König, der Wohlthäter unsers theuren Vaterlandes, beshüßt alle Re- ligionen. Wenn Jhr in unsere Worte und in die Kraft unserer Waffen kein Vertrauen seßt, se zieht Euch vor uns zurück ; aber mischt Euch nicht unter die Türken, die unjere ‘Und Eure Feinde sind, verhaltet Euch ruhig; die Franzosen bedürfen feiner Hülfe, um die Türken zu schlagen und zu vertreiben. Die Franzosen sind Eure aufrichtigen- Freunde und werden es bleiben; kommt zu uns; es wird uns Freude machen und Euch Vortheil bringen , wenn Jhr uns Lebensmittel und Fourage bringt. Eure Ochsen und Hammel werden wir zum Marktpreise kaufen. Habt

hr Furcht vor unseren Waffen, so bezeichnet uns einen Ort, und unsere treuen Soldaten werden“ sich ohne Waffen und mit Gelde versehen dahin begeben, um dagegen Eure Waa- ren einzukaufen. Daher sey ‘der Friede mit Euch, und Friede sey auh zwischen une zu Eurem und unserem Besten.‘/ ‘Von dieser in Arabischer Sprache abgefaßten Proclama- tion‘, fúgt das Aviso hinzu, „sind hier in Toulon 400 Exemplare gedruckt und an den diesseitigen Konsul in Tunis, ‘Herrn Lesseps, gesandt worden, der sie nach Algier hin ver- breiten soll, damit die Bevölkerung ein ruhiger Zuschauer des bevorstehenden Kampfes bleibe. Möge sie einige Wirkung hervorbringen.‘/ Die Gazette de France, welche- diese

Proclamation ebenfalls mittheilt, macht zu derselben folgende Randnote: ‘,„Die Authenticität dieses Aftenstücks ist in Zwei- fel zu ziehen; es wäre höchst seltsam, ‘wenn man den Arabern gesagt hätte, der Allerchristlichste König beschüße alle Reli-

erner wahr und politisch klug, laut zu: äußern, daß die segyptier uns zurückwünschen und unaufhörlich an uns den- fen? Offenbar ist dieses Aktenstück untergeschoben oder ver- fälscht./“ : 0

Aus Toulon schreibt man unterm 2ten d. M. : „Briefe aus Tunis vom 21. Mai melden die Ankunft des Sardini- {hen Geschwaders vor dieser Stadt, nach einer Fahrt von

serner , sogar die heilige Religion Mahomets, Wäre “es

4 Tagen; das bloße Erscheinen desselben hat, wie es scheint, -

“die zwischen dieser Regentschaft und dem Sardinischen Hofe obwaltenden Differenzen beigelegt. Eine am 21. Mai mit Getreide von Bona abgegangene Toskanische Brigg, die am 27sten- v. M. in Livorno eingelaufen ist, hat berichtet, daß, bei ihrer Abfahrt in Bona vollkommene Ruhe herrschte und von der Französischen Expedition kaum die Rede war; nur am Eingange des Hafens hatte man eine Batterie von 18 Geschüßen aufgeworfen. Die auf unserer Rhede liegende Türkische Fregatte feierte gestern das Ende dés Bairamssestes. Der alle religidsen Cermonien der Türken begleitende Prunk fehlte auch bei dieser Gelegenheit nicht. Die Fregatte war den ganzen Tag über mit schônen Teppichen behangen, und Artillerie-

alven bezeichneten die Haupt-Abschnitte dieses in allen dem

Koran gehorchénden Ländern so gewissenhaft gefeierten Fest-

‘tages. * Tahir - Pascha, hat sich" durchaus geweigert, die vor- schriftmäßige Gesundheitswache an Bord seines Schiffes zu nehmen. Die Hafen-Behörde hat daher ein Boot mit der __Gesuñdheitsroache ausgestellt , welches beständig um die Tür- fische Fregatte herumfreuzen muß. Für die Marine-Artil- lerie sind in unserem Hafen 130 Stück Schiffstaue, jedes zu 100 Faden,- bestellt worden, aus denen Anhalttaue für die

Kanonen gemacht werden sollen. Dieser Umstand scheint das |

umlaufende Gerücht zu bestätigen, daß diejenigen zur En 2E Linienschiffe und Fregatten, die nur als Flätschiffe ausgerüstet sind, später auf den Kriegsfuß ausge- rüstet werden sollen.‘ L

_— Das Journal des Débats enthält Folgendes.: „Was guch ‘das -Ministerium thun môge, um das Forum der Wäh- ler für_incompetent zu erklären, es bleibt deshalb nicht min- der wahr, daß! die Wähler zwischen ihm und der Kammer zu richten haben. Die Kammer hat durch ihre Adresse das

Ministerium dein Könige und dem Lande angegeben; durch

ihre Ss hat das Ministerium seinerseits die Kammer den Wählern angegében, und um sih den Schein des Rechts _zu verschaffen, verwendet es jeßt seine ganze Geschicklichkeit dar- auf, das Betyvagen der Kammer in einem falschen Lichte er-

“täuschen vnd zuleßt verrätherischer :

scheinen zu lassen und den Sinn, ja sogar den Buchstaben der Adresse zu verdrehen. Zum leßtenmaie wollen wir daher die Wahrheit leuchten lassen, wozu es nichts weiter bedarf, als alle Spikfindigfkeiten bei Seite zu lassen. und sich an die einfachen Thatsachen und die gesunde Vernunft zu halten. Daß der Gedanke des 8tèn August ein Gedanke der Reaction egen die Kammer von 1827 war, ist ein so handgreifliches Fafcum , daß wir uns s{chämen würden, dasselbe moch weiker beweisen zu wollen, Jedermann in Frankreich wußte bei dem Antritte des Polignacschen Ministeriums augenblicklich, was er von“ demselben zu hoffen oder zu fürchten habe. Nicht ein Constitutionneller war darüber erfreut, nicht ein Abso- lutist hat sih darüber betrübt. Wer erhob sofort das Mi- nisterium bis in die Wolken und stellte es als den Retter der Monarchie dar? Dieselben Männer waren es, die sich schon seit zwei Jahren ein Gewerbe daraus machten, die Kammer zuy verunglimpfen und ihr bösliche Absichten gegen das Königthum unterzulegen; dieselben Männer, die über die Abschaf- fung der Censur, der Wahlbetrügereien und des ge]eßwidrigen Einflusses der Jesuiten geschrieen hatten. Bei der Erösf- nung der diesjährigen Kammer bestand also nothwendig schon eine Feindschaft zwischen ihr und dem Ministerium. Wer war au dieser Feindschaft Schuld? gewiß nicht die Kammer ; denn diefe war noh, was sie gewesen, durchdrungen von Liebe für den König, entschlossen, das von ihr begonnene Werk der Verbesserungen friedlih und geduldig fortzujeßen. Das Ministerium war es, das mitten im Schooße der Ma- jorität die Feindes - Fahne aufpfianzte und sich prahlend für berufen erklärte, dem Strome einer demokrati]chen Kam- mer Einhalt zu thun. Unter solchen Auspizien stellte das Ministerium sich der Kammer gegenüber. Was sollte diese nun thun? Sollte sie ihre eigenen Grundsäße abschwören und das Knie vor Herrn v. Polignac beugen / oder wenig- stens durch ein unterwürfiges Stillschweigen , durch eine ru- hige Ergebung in ihr Schisal, dem Ministerium Zeit und Mittel lassen, das Bôse späterhin zu thun, was es augen- blicklih noch nicht thun fonnte? Gewiß uicht. Oder jollte sie dur eine zweideutige Adresse das Ministerium mit Hosf- nungen hinhalten, den König über ihre wahren Gesinnungen Weise das Budget ver- werfen? Nach dem Buchstaben des Gesebes härte die Kam- mer dics gekonnt; denn alle Theorieen der Welt hindern nicht, daß eine schwarze Kugel schwarz sey, und die 221 De- putirten, die für die Adresse gestimmt haben, hätten eben so gut das Budget verwerfen können. Wäre ein solches Be- tragen aber wohl edel, redlich, ehrfurchtsvoll für den Thron gewesen? Was hatte denn also son[t die Kammer zu thun? sie mußte dem Könige unumwunden thren Argwohn gegen das Ministerium und die Gründe dazu mittheilen, ihn auf die unübersteiglihen Hindernisse, die dasselbe finden würde, aufmerksam machen und seiner Weisheit die Mittel zur Wiederherstellung der Einigkeit überlassen, d. h. entwe- der das Minifterium zu entlassen oder die Kammer auszuld- sen. Auf solche Weise erfuhr der Monarch die Wahrheit und blieb Richter in dem großen Streite, während die Kam- iner demjenigen, was sie sih selbst, der Wahrheit und dem Könige schuldig war, vollständig genügte. S o mußte die Kammer handeln, so hat sie gehandelr. Und in welcher Form? Hier beginnt nun jenes System von Verleumdun- gen, das täglich bis zur Uebersättigung immer wieder aufge- wärmt wird. Man möchte nämlih dem König? und dem Lande gern einreden , daß die Kammer sich geweigert habe, so lange das Ministerium am Ruder sey, ihre Functionen zu verrichten und die ihr vorgelegten Gesehe zu empfangen, zu prúfen und zu votiren. Dies heißt abèr, die Lüge etwas weit treiben. Di: Kammer hat blos erklärt: daß zwischen denWünschendes Ministeriums und denen des Bo l- fes, die sie (die Kammer) reprä sentire, keine Ueberein- stimmüng, feine Einigkeitherr sche. Man möge hundert- mal die Adresse durchlesen, und man wird nichts anderes darin fin- den. Hätte die Kammer sich geweigert, irgend einem Ministerium gegenüber, r Amt zu verrichten, so würde sie unstreitig die Ver- waltung gehemmt und die Königliche MEPIOga tive verleßt haben; sie hat es aber nicht gethan ; sie hat den Zustand der öffentlichen Meinung und die Verschiedenheit in den Wäün- schen des Miuisteriums und der Nation dem Könige beschei- den dargelegt, damit dieser seine Prärogative frei ausübe und auf Mittel bedacht sey, einem Kampfe der sich leicht vurch die Verweigerung des gets hâtte endigen fönnen vorzubeu- gen, Will man nun der Kammer ein Verbrechen daraus machen, daß sie es gewagt, die Wahrheit zu den Thrones niederzulegen? Dies wäre. in der That ein Ver- brechen ganz eigener Art. Was wäre denn. die Repräsenta- tio-Regierung, wenn die Mähdatare des Volkes dem Könige

Füßen. des.

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die Besorgnisse seiner Unterthanen verheimlichen müßten ? Hat der Monat, als er die Charte gab; uns den Zutritt zum Throne verschlossen? Die gewissenhaften. Anbeter der Majestät des Kd- nigs behaupten, die Kammer hätte sich das, was sie dem Monar- chen zu sagen, fúr die Tribune SUIay anen müssen. Wir unsererseits kennen besser die. hohe Weisheit des Königs; er verachtet Lüge und Schmeichelei, und die Wahrheit beleidigt ihn nicht. Wir überlassen es hiernach dem gesunden Sinne der Nation, zwischen dem Ministerium und der Kammer zu entscheiden, und sind der Antwort gewiß. Eben so gewiß sind wir auch der Antwort der. Wähler. Sie wissen nur zu gut, daß es sich hier nicht um eine rein persönliche Frage handelt. Ju der That; was kümmern uns die Herren von ‘P. lignac, Bourmont, Peyronnet. Aber hinter diesen Namen verbirgt sih die Contre - Revolution, der Absolutismus. Die alte und die neue Regierung, diese beiden unversönlichen Feinde be- kämpfen sich bald unter diesen bald unter jenen Namen. Die erstere, erschöpft und von einer Position in die andere ver- jagt, muß allerdings ihre ehemalige Sprache etwas mäßigen und sich den Schein des Verfassungsmäßigen geben. Bei näherer Untersuchung wird man aber baid finden, daß sie

- nicht einen Grundsaß verficht, der nicht darauf abzweckte,

veraltete Mißbräuche und Aberglauben, Despotismus und _Ignoranz wieder ins Leben zu rufen. Die Sache der neuen Regierung ist daher auch die aller civilisirten Völker. Der 23. Juní wird für Europa nicht minder als für Frankreich ein entscheidender Tag seyn. Wir unsererseits sehen demsel- Felbén rait Vertrauen entgegen: Die Wähler von 1830 wetr- dén denen von 1827 nicht nachstehen; die Herren von ‘Po- lignac und Peyronnet werden nicht glücklicher als die Herren Peyronnet und von Villèle seyn.‘

__ Einige Mitglieder der hohen Geistlichkeit sollen bei der Regierung eine Denkschrift eingereiht haben, worin sie där- auf antragen, daß die gegenwärtig sowohl im Staats-Budget als von den Departements und Gemeinden für den Klerus -ausgeseßten Summen in eine Rente verwandelt und das „Kapital derselben der Geistlichkeit unmittelbar eingehändigt werde, damit diese hinführo gänzlih unabhängig von der weltlichen Macht sey.

In der nächsten Woche werden vor dem Assisenhofe zu ‘Tours die schon mehrmals angestellten, wegen Mangels an Beweisen aber immer wieder aufgegebezen, Untersuchungen in der Angelegenheit wegen Ermordung des bekannten Schrift- Aellers Paul Ludwig Courier aufs Neue beginnen. Bei ‘einer der früheren Untersuchungen wurde ein gewisser Fre- Mount, der als Hauptmörder angeklagt war, von der Jury freigesprochen; derselbe Fremont tritt jeßt als Zeuge auf, gesteht, da ihn jener Ausspruch des Geschwornen - Ge- xichts gegen Strafe shüßt, den Mord ein und gtebt seine Mitschuldigen an.

Die Stadt Paris hat fúr die Verlängerung der Rue Vivienne 4 Millionen Fr. ausgesest; die" Straße wird 10 Metres breit und die Häuser werden 45 Fuß hoch seyn.

Der aus Haiti zurückgekehrte Staatsrath Pichon muß Ach in Brest einer Z0tägigen Quarantaine unterziehen, weil am Bord- des Schiffes, auf welchem er die Ueberfahrt ge- macht hat, ein Passagier gestorben ist.

Das Schif} ¿„„Diana‘‘ ist am 2ten d. M., mit 84 Pflan- zern an Bord, aus dem Hafen von Hâvre nach der von Herrn Lainé de Villevêque angelegten Kolonie am Goazaco- alco in Mexiko abgesegelt; dies ist bereits der dritte Trans- port ‘der dahin gehenden Auswanderer, dem im Juli noch £in vierter- folgen wird. :

Der von Bolivar verbannte Vice-Präsident von Colum- bien, Géneral Santander, der seit ungefähr sechs Monaten Hier- lebte, ist nah England abgegangen, um dieses Land und späterhin Jtalien zu durchreisen; gegen den Winter will er Ach in Frankreich ansiedeln, wenn ihm die Umstände eine Rückkehr nah seinem Vaterlande Venezuela nicht gestatten

Jollten.

Briefe aus Palermo sprehen- von einem großen Aus-

Gruche des Vesuv; sieben Oeffnungen sollen sich am Abhange

des Berges gebildet haben und mehrere Dörfer gänzlich zer- {ört worden seyn. Der mit der Eruption verbundene Aschen- Tegen wurde von dem Sturme, der um diese Zeit auf dem griien Mittelländischen Meere herrschte und einige Franzd-

sche Schiffe vernichtete, bis nah Rom getragen und hat in Calabrien den Oelbäumen wesentlich geschadet.

Großbritanien und Jrland.. “Parlaments-Verhandlungen. Als Sir Rob.

Peel (wie vorgestern erwähnt) in der Sißung des Unter-

hauses vom 4. Juni die Versicherung ertheilte, daß die Re-

gierung die unter dem Namen 4zproc. Abgabe (oder Fonds)

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| befannten Einkünfte von Westindischen Zuckern in Natura, die steuerfrei: in England eingeführt und verkauft werden, in Zukunft der Kontrolle des Parlaments unterwerfen wolle, zollten ihm die Mitglieder der Opposition, namentlich Sir h Ma am und Hr. Huskisson großes Lob dafür. Sir C. Wetherell. zeigte sih jedoch nicht ganz einverstanden; vielmehr schien es ihm, als erlaubten sich die Minister durch jenen Beschluß einen Eingriff in die Königl. Prärogative. Sir R. Peel erwiederte aber: „Weit davon entfernt, daß die von uns beabsichtigte Bill der Königl. Yrärogative Ein- trag thut, wird sie dieselbe vielmehr befestigen. Diejenigen sind übrigens die besten Freunde der Königl. Prärogative, die bemüht sind, den Einfluß, welchen Zeit und Umstände auf die Justitutionen des Landes gehabt haben, auch in Be- zug auf jene Prärogative geltend zu machen, denn ihre Aus- übung ist immer weniger beschränft gewesen, wenn Geseß und. Parlaments - Kontrolle genau wahrgenommen worden sind. (Höft, hört !)// Hr. Brougham erklärte sih darüber völlig einverstanden mit dem Minister, daß es stets weise ge- handelt sey, die Königl. Prärogative den Veränderungen anzupas- jen, welche seit ihrer ersten Ausübung in die Gesebe und Ge- bräuche des Landes eingeführt worden. Herr Hume äußerte: „Jch bin sehr erfreut, bei den Ministern solche liberale An- sichten von der Prärogative der Krone wahrzunehmen. Jch hoffe inzwischen, man werde in der beabsichtigten Biil eine Klausel anbringen , wodurch der Kanzler der Schaßkammer gezwungen wird, die 50,000 Pfd. wieder zu vergütigen, die, wie er neulich selbst zugegeben hat, durh den ohne Erlaub- niß oder Kenntniß des Parlaments seit dem Jahre 1828 steuerfrei eingegangenen Zucker von der Krone gewonnen und auf beliebige Weise verwandt worden sind.‘/ Jn dem Aus- schusse für Mittel und Wege, welchen das Haus. darauf bil- dete, wurden der Regierung 4 Millionen Pfò. aus dem con- solidirten Fonds für die Bedürfnisse des laufenden Jahres bewilligt. Als sodann im Subsidien - Ausschusse 19,000 Pfd. für die Ausgaben der Königlichen Münze gefordert wurden, machte zuerst Herr P. Thomson die Bemerkung, daß es besser seyn wúrde, weun nicht der Staat, sondern derjenige die Präge- Kosten trúge, der Gold -Barren in Gold -Münzen verwandeln lasse. Herr Warburton entgegnete jedoch, dies würde nur den innern Werth der Münzen, zum Nachtheile des lelteu Bésibers derselben, vermindern. Die Fränzösische Münze erhebe jährlich 100,000 Pfd. für Schlagschas von Gold - und Silber-Münzen, und doch verursache sie dem Staate außer- dem noch eine größere Ausgabe, als die Englische. Hr. Hume verlangte zu wissen, worauf dènn eigentlih der schr hohe auf 82 bis 10 pCt. sih belaufende Schlagschab vom Silber verwandt werde; nothwendig jollten diese Einkünfte doch die Prâäge - Koiten des Goldes und die anderen Ausgaben der Münze decken. Herr Herries (Handels - Präsident und Mänz-Meister) erwiederte, daß seit längerer Zeit schon, außer 100,000 Pfd. für die Kolonieen, fein Silber in der Münze geprägt worden sey. Früher, da die Einkünfte von der Sil- ber-Prägung bedeutend gewesen, seyen sie immer zur Dek- fung der Kosten, welche die Gold -Prägung verursache, die schon seit der Regierung Karls I. feinem Schlagshaß unter- worfen wäre, verwandt worden. Die Münze verfahre úbri- gens nach Vorschriften, die nur wohlthätig für das Publi- _fum seyen; eße diese eingeführt worden, jey die Bank von England auf die Einfúhrung von Gold-Barren und das Ge- chäft, die Prägung derselben für das Publikum zu besorgen, gean monopolisirt gewesen. Denn die Bank habe mit eichtigfeit die Prägung der Barren abwarten können, weil ein solches Junstitut immer eine Quantität edler Matalle múßig müsse liegen lassen, und daher der Verlust an Zinsen fein Gegenstand von Bedeutung für sle ‘gewe- jen seyn könnte. Nicht so leicht habe jedoch der Privat- mann sein Kapital vier oder fünf Wochen lang müßig in der Münze liegen ‘lassen kônnen. Diesem Uebelstande sey jedoch seit dem Jahre 1819 völlig abgeholfen, so- daß der PXivat- mann jeßt eben so gut als die Bank einen Nußen. von un- * gefähr 2 pCc. durch Einführung und Umprägung von Gold ziehen könne. Hr. Baring brachte nun den (in der St. Ztg. Nr. 157, S. 1184 erwähnten) Umstand zur Sprache, daß, durch den hohen Schlagsaß vom Silber und durch den gegenwärtigen niedrigen Preis dieses Metalles verführt, aus- wärtige Spekulanten nahgemachte Silbermühzen eingeführt hätten, diè den ächten an innerim Werthe ganz gleich kämen und dennoch einen großen Gewinn abwürfen, weil nämlich die Münze aus einem Pfunde (Gewicht) Silber, das man jeßt für 59 Shill. haben könne, den Werth von 66 Shill. präge. Es werde daher nöthig seyn,“ in der nächsten Parla- ments-Session das ganze darauf Bezug habende Geséß einer

Revision zu uuterwerfen. Herr H erries versicherte, daß,