1830 / 165 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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waltungs-Behörden zu verdankfenden Verbesserungen, die dem Ackerbau, dem Gewerbfleiße und dem Handel dur< Stif- tung nüßlicher Anstalten, dur< Eröfsfnung neuer Com- municationen, durch eine bessere Verwaltung der Gemeinde- Güter, durch die Abschaffung unnúßer Hindernisse in der Muunicipal - Verfassung , dur eine richtigere Vertheilung der den Dürftigen und Unglücklichen zu gewährenden Unterstüz- zungen, zu Theil gewordenen Aufmunterungen, so wie die in dem Interesse der verschiedenen Verwaltungszweige und zur Verbesserung der Gefängnisse ausgeführten Bauten namhaft machen. Es ist nothwendig, daß diesem Berichte eine An- abe des Betrages der: örtlichen Hülfsquellen aller Art beige- fügt sey, deren Verwendung Sie jelbst leiten oder doch beauf-

sichtigen; daß Sie mir die Einkünfte der Gemeinden und milden -

Stiftungen Jhres Departements, die Suminen, welche die ge- wöhnlichen Bedürfnisse dieser Anstalten jährlich erheischen, so wie die zu neuen Bauten oder zur Stiftung neuer Anstalten reservirten Fonds, genau angebey. Nicht minder wichtig ist es mir, die

ahl der Jndividuen zu kennen , die in Jhrem Departement in den Armenhäusern Unterhalt finden, so wie die der Armen, die von den Wohlthätigkeits - Bureaus und den milden Asso- “’ciationen in “ihrer Behausung ünterstüßkt werden. Diese Untersuchungen geben Jhnen ‘eine natürliche Veranlassung, mir dié von Jhnen -ersonnenen und in Jhrer Ausführung mehr oder minder entfernten Pläne mitzutheilen. Sie haben ‘die Hindernisse darzuthun „- die sich der größern Verbreitung und dem Abjaße der Erzeugnisse des Bodens widerseben, die Maaßregeln zu bezeichnen, die Sie für angemessen halten, um den Reichthum Jhrer Provinz zu heben, die angefange- nen Verbesserungen je mehr und mehr auszudehnen und den örtlichen Bedürfnissen zu genügen. Und sollten Sie Sich,

des größern Zusammenhanges wegen, genöthigt sehen, mich.

von Dingen zu unterhalten, die den mir anvertrauten Befug- nissen fremd sind, so darf diescr Umstand Jhren Eifer nicht erkalten, Seyn Sie versichert, daß ih mi< mit den ver- o M ADA Departements-Chefs verabreden werde, damit ein nüßlicher Gedanke stets seine Früchte trage und einer sofor- tigen Prüfung unterworfen werde. Jch zweifle nicht, m. H., daß Sie der Arbeit, die ih Sie vorzubereiten bitte, eine ganz besondere Sorgfalt widmen werden. Die Regierung wird darin eîn neues Merkmal Jhrér Sorge für ein Ihnen theures Juteresse finden, und der König, dessen einziger Ge- danke auf - das Glück seiner Völker gerichtet ist, wird mir estatten, ihn von diesen unverwerflichen Beweisen Jhres

ifers für seinen Dienst in Kenntniß zu sesen. Empfangen Sie u. s. w.

l (gez.) Graf von Peyronnet.‘‘

Von Seiten des General - Post-Direftors, Barons von Villeneuve , ist an dié Post - Beamten ein ähnlichès Rund- schreiben, wie von den übrigen Verwaltungs - Direktoren an ihre Untergebenen, ergangen; es heißt darin: „Jhre Pflich- ten, meine A A , bei dem bevorstehenden Wahl - Geschäfte beschränken ih nicht auf eine passive Neutralität oder ein vorsichtiges Nichtsthun; Sie müssen sich vielmehr ofen. dem Präfekten Jhres Departements anschließen, um solche Wah- len vorzubereiten, welche die Erfüllung der Absichten, díe der König für das Wohl seines Volkes und für die Befesti- gung der Verfassung hegt, herbeiführen. Der Finanz -Mi- nister. hat sih in deëselben Weise gegen die Präfekten aus- gesprochen; er fann nicht glauben , daß es unter seiten Be- amten Männer giebt, denen ein für Frankreich und sie selbst so wichtiger Gegenstand gleichgültig wäre; no<h weniger

úrchtet er, daß einer unter ihnen sich der ‘Regierung, der er ein Amt und seine Existenz verdankt, opponire; sollte dessen üngeachtet irgend ein Beamter aus freiem Antriebe dur eín ‘feindlihes Betragen die Bande. der Pflicht, die ihn än die

erwaltung fnüpfen, zerreißen, so würde diese leßtere nach strengem Rechte gegen ihn verfahren.‘

Die Pension des ehemaligen Großsiegelbewahrers, Herrn von Courvoisler, - ist nicht (wie wir früher getneldet ) auf 15,000 Fr., sondern’ in Betracht seiner im Militair -, Civil- und Justizfache seit mehr als 33 Jahren geleisteten Dienste, ‘auf 20,000 Fr., vom 20. Mai anhebend, festgese6t worden. Der ehemaligèé Präfekt des Departements des Gard, Herr

lanelli de Lavalette, der als solcher ein Gehalt von 30,000 r. bezog, hat eine Pension ‘von 5000 Fr. , vom 12, Nov. 1828, wo er ausschied, anhebend, und dert ehemalige Präfekt des Loiret , Herr von Riccé, vom 2. April 1830 an, wo er seinen Abschied erhielt, eine Pension von 6000 Fr. erhalten. “In Betreff der von dem Aviso de la Méditerrannée Pbetin angeblichen Proflamation an die Bewohner des lgierschen Gebiets (S. d. gestr. Bl. d. St. Z.) liest man eute in der Quotidienne Folgendés: „Das “Aviso

wie es sagt, unter die_Bewohner des Algierschen Gebiets vertheilt worden sey. Das Befremdliche in mehreren Stellen dieses Aftenstucks, das Übrigens gar keine Unterschrift führt, bere<htigt zu dem Glauben , daß dasselbe apokryphish oder mindestens dem Eifer einiger von den Dolmetschern der Ex- pedition entfahren sey. Gewiß ist, daß keine einzige Ab- schrift , kein einziges Exemplar dieses Dofuments, das, dem Aviso zufolge, in Toulon gedruckt worden seyn soll, der Re- gierung zugekommen ist./‘ ;

Herr Eynard hat das nachstehende Schreiben an den Redacteur des Moniteurs erlassen: „M. H., Die Oeffent- lichkeit, die man allen Aftenstücken in Bezug auf. die Ange- legenheiten Griechenlands giebt, und die Bitterkeit, womit sich mehrere Englische Blätter über den Grafen Capodistrias äußern , veranlassen mich, einige Privatschreiben, die der Graf in Betreff des Prinzen Leopold an mich gerichtet hat, zur Kenntniß des Publikums zu bringen. Da diese wichtige Angelegenheit im Britischen Parlamente no< ferner zur Sprache kommen wird, so halte i< es für meine Pflicht,

die Dokumente, die ich besie, bekannt zu machen. Das Be-

tragen des Präsidenten ist das. cines rechtlichen und uneigen- nüßigen Mannes gewesen; der Brief, den ich Jhnen hier mit- theile und den ih Sie bitte, in Jhr Blatt einzurücken, wird denen zur Antwort dienen, die dem Grafen Capodistrias die Absicht zumuthen fonnten, daß er den Feen Leopold habe abhalten wollen, si<h nah Griechenland zu begeben. Die hervorstechéndsten Stellen darin habë ih unterstrichen. Jch werde mir die Ehre geben, Jhnen nach und nah no< einige andere Schreiben mitzutheilen, wovon ich Abschriften au die Londoner Konferenz geschickt und deren Originale ih dem Englischen Botschafter in Paris vorgelegt habe. Empfangen Sie 2c. gez. Eynard.‘/ Jn dem oben angeführten Schreiben des Grafen Copodistrias an Hrn. Eynard, datirt aus Nauplia vom 6. April, heißt es im Wesentlichen : „Es war meine Pflicht, die Aufmerksamkeit des Prin- zen Leopold auf die Schwierigkeiten zu lenken, welche, ich sage nicht, der Annahme, aber doch der Ausführung der Anordnungen der verbündeten Höfe entgegentreten könnten. Griechenland hat nur zu gehorchen und es wird gehor- chen. Dies ifi aber nicht genug; es muß auch seine Dank- barkeit für die zahlreichen Wohlthaten seiner erha- benen Wohlthäter darlegen, und ih schmeichele mir mit der Hoffhung, daß es diese Pflicht auf eine ehrenwerthe Weise erfüllen werde. Es wird in Zukunft sein ganzes Vertrauen in die edlen und väterlichen Absichten seines Souverains sez- zen, ihm seine Wünsche und Hoffnungen offenba- ren, und Se. Königl. Hoheit wird das Uebrige thun. Dies ist der Plan des Benehmens, welches ich- be- folgen werde, sowohl um auf die Mittheilungen " der verbün- deten Höfe zu antwokëten, als auch. um den Griechen die Vortheile bègreiflih zu machen, die ihnen aus den Londoner Verhandlungen erwa ch- sen. Dies is auch der wesentlihe Jnhalt der Depesche und des langer: Privatschreibens, die F heute an den Prin- zen richte. J< beweise Sr. Königl: Hoheit, daß seine Pflichten sowohl als seine theuersten Jnu- teressen ihn veranlassen müssen, unverzüglich nach Griechenland zu kommen.“ Weiterhin heißt es: „Je mehr mir daran liegt, das Vertrauen der Griechen, so wie das, womit ihr Souverain mich beehrt, zu rechtferti- gen, um so mehr muß ih darauf bestehen, daß der Prinz in dem Augenblice, wo den Griechen eine Krisis bevorsteht, si<h in deren Mitte befinde. Nur ‘Er allein fkfann durch seine Sorgfalt und seine Anstrengungen die Folgen derselben mildern. Wie könnte er diese erste Gelegènheit, seinem neuen Vaterlande die großherzigen Gesinnungen, die ihn bescelen, darzulegen, unbenußt vorüber gehen lassen? Auch über unsere Noth schreibe i< dem Prinzen ein Wort und bitte ihn, sih von Jhnen über unsere dringenden Bedürfnisse Bericht erstatten zu lassen U. s. f. Die Königl. Akademie der Wissenschaften hat gestern, an die Stelle des verstorbenen Barons Fourrier, Herrn Arago zu einem ihrer beständigen Sekretaire gewählt. Die Wahl muß dem Könige zur Bestätigung vorgelegt werden. Der junge Fürst von Schwarzenberg, der als Freiwilli- ger an der Expedition gegen Algier Theil nehmen will, ist «wp hier angekommen und hat ohne Verzug seine Reise nach Toulon fortgeseßt. : 4 Herr Évtiaéb hat der Bibel-Gesellschaft in Genf die er- tgeriwe Summe angèboten, um die Auflage des ‘Neuen estaments in Griechijher Sprache ,* das bisher zu 4000

in Toulon püblicirt die Uebersezung einer Proklamation, die, | Exemplaren abgezogen wurde, bis auf 8000 zu erhöhen.

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Großbritanien und Jrland.

Parlaments-Verhandlungen. Im Oberhause ersuchte am 7. Juni der Graf Bathurst den Grafen Darn- ley, seinen Antrag auf die zweite Lesung der Bill, wegen Abschaffung der Sporteln gewisser Aemter beim Ableben des Monarchen, noch zu verschieben , weil der Herzog von Wel- lington nothgedrungen in der heutigen Sißung nicht erschei- nen könne. Graf von Malmesbury fand es unzart, mit einem solchen Gegenstande eben jeßt, da eine Erledigung der Krone nahe bevorstehend sey, sich zu beschäftigen. Man habe 411 Jahre Zeit dazu. gehabt, es zu thun ,. und betreibe jet die Sache mit unschi>élicher Eile. Marquis von Lansdown meinte jedoch , daß, wenn Parlament und Verwaltung wäh- xend der leßten 11 Jahre etwas vernachlässigt hätten, dies feinen Grund abgebe, die Maaßregel jeßt nicht vorzunehmen. Nur wenn die Minister sih ihr widerseßen wollten, müsse man sie, aus Rücksichten für den Herzog von Wellington, noch verschieben. Graf Bathurst erwiederte, die Minister würden nur gegen eine Klausel, welche einige niedere Beamte beeinträchtige, nichts aber gegen die übrigen einzuwenden ha- ben. Graf Darnley äußerte, daß man ihm Mangel an Zart- gefühl nit vorwerfen fönne, wenn er es übernommen habe, eine in Unterhause bereits durchgegangene Bill, deren Prinzip er billige, au<) dem Oberhause vorzulegen. Er sah sich jedoch veranlaßt, seinen Antrag bis zur nächsten Sißung zu ver-

\chieben. Jn Bezug auf die Griechishen Angelegen- |

heiten legte der Graf v. Carlisle dem Minister der aus- wärtigen Angelegenheiten die Frage vor, ob er dem Hause nicht auch eine Abschrift der zwischen der Pforte und den Bevollmächtigten der drei Höfe stattgefundenen Korrespondenz, worin die erstere den Wunsch ausgedrúckt, daß die in dem Protokolle vom März 1829 festgeseßte Griechische Gränzlinie Wieder eingeengt werde, vorlegen könne? Graf v. Aberdeen erwiederte, er wolle dies recht gern thun, allein er fürchte, daß jene Korrespondenz nicht in der von dem edlen Grafen gewünschten Form, d. h. in einem Aftenstúcke existire, welches fich zur Vorlegung vor ‘das Parlament eigne. Jnzwi})chen jey es wahr, daß die Pforte einen Wunsch, wie den eben er- wähnten, gegen die drei Bevollmächtigten zu erkennen gege- ben habe. Marquis von Lansdown hatte andere Fra- gen der eben beantworteten himuzufügen; er wünschte

nâmlih zu wissen, ob in den eben geforderten Papieren oder

án den Konferenz-Protokollen von Poros auch Auf\<{<luß über den Erfolg einer unter den schon.vorgelegten Papieren sich befindenden Instruction an die Botschafter sich finden werde? Jn dieser «vom 2, Juli 1828 datirten) Jnstruction heiße es nämlich : ¿Eine der wichtigsten und schwierigsten Fragen, welche zu er- Îrtern bleibt, wird die Gränzlinie seyn, die fúr den neuen Staat in Vorschlag gebracht werden soll. Es wird die Pflicht Eurer. Excellenz und Jhrer Kollegen seyn, die Gesin- nungen, welche die Griechische Regierung über diesen Gegen- tand hegt, zu erforschen, ihre Wünsche entgegen zu nehmen, hre Argumente zu erwägen und diejenige Entscheidung zu ‘empfehlen, die sih mit Billigkeit und Gerechtigkeit am mei- sten vereinigen läßt.// Ferner möchte er wissen, ob in den noch vorzulegenden Papieren eine Mittheilung über die Un- terbre<hungen, welche die Griechischen Blokaden erlitten , sich Befinden werde? Graf von Aberdeen erklärte si bereit, jeden möglichen Aufschluß zu ertheilen , indessen sey es nicht leicht, es allen Parteien zugleich recht zu machen. - Die Einen forderten nämlich .no< mehrere und vollständigere Mitthei- Jungen, während Andere sih darüber beschwerten, daß zu viel ‘vorgelegt worden sey. Die Londoner Konferenz - Protokolle enthielten im Grunde Alles, was man nur zu wissen nöthig Habe, während alle andere noch nicht vorgelegten Papiere, dasselbe, mur in größern Details, in sich faßten. Er wolle inzwischen auch diese Papiere so wie die Befehle in Bezug auf die Griechischen Blokaden vorlegen, falls es für Recht befunden werde ; die Papiere würden jedoch sehr voluminds seyn. Da der Marquis von Lansdown ausdrücklich bemerkte, daß sämmtliche zwischen der Pforte, den Bevollmächtigten und der Griechischen Re- gierung gewechselten Mittheilungen dem Hause vorgelegt Werden sollten, erklärte der Minister, daß dies nicht angehen würde, weil sie zum Theil auf Gegenstände sich bezödgen, die

dem Aufschlusse, welchen der edle Marquis verlangè, ganz

fern lägen, auch seyen sie sämmtlich in Französischer Sprache abgefaßt und müßten erst ins Englische überseßt werden. Marquis“ von Londonderry verlangte zu wissen, ob- dem ersten Briefe, der aus der Korrespondenz zwischen dem edlen Grafen und dem Prinzen Leopold vorgelegt worden, nicht no< andere Briefe vorangegangen seyen. Denn in jenem er- sten Briefe schreibe der edle Lord an Se. Königl. Hoheit :

e:Wenn diese Gesinnungen auch nit den politischen Absichten

der Männer in diesem Lande übereinstimmen mögen, welche Eurer Königl. Hoheit vielleicht einen Rath ertheilt haben, so glaube ih doch, daß Sie, bei reiflichem Nachdenken, nicht werden umhin föônnen, einzusehen, wie wenig ein solches Verfahren der wahren Würde und Consistenz Jhres eigenen Charafters förderlich seyn“ würde.“ „Es muß“, fuhr der Marquis fort, „nothwendig eine frühere Korrespondenz schon stattgefunden haben, ehe der edle Graf es wagen fonnte, auf die politischen Rathgeber Sr. Königi. Hoh. hinzuweisen.‘ Graf v. Aberdeen erklärte, er wisse kaum, welche Antwort er auf solche Bemerkungen ertheilen solle. Eine dem erwähnten ersten Schreiben vorangegangene Korrespondenz habe nicht stattgefunden; sollte jedoch der edle Marquis sein (des Gra- fen) Betragen zum Gegenstande einer parlamentarischen Er- ôrterung machen wollen, so sey er bereit, es zu vertreten, falls ihm vorher die üblihe Anzeige gemacht worden sey. Lord Holland erhob sih, um dem Minister mehrere Fra- gen vorzulegen; zunächst meinte er, der edle Graf habe zwar auf ihn angespielt, indem er gesagt, daß einige Lords über die Masse von Papieren“ sich beschwert, welche die Minister vorgelegt hätten; diese Beschwerde habe jedo<h nur den vic- len unwichtigen Dokumenten gegolten, welche man auf die Tafel gelegt, während man viele wichtigere zurückgehalten habe. Seine Fragen betrafen nun 1) einige Mißhelligkeiten, die im Anfange des Jahres 1829 zwischen der Französischen und Englischen Regierung stattgefunden haben sollten; 2) die Junsel Kandien, von welcher der Herzog v. Wellington gesagt habe, män müßte sie erst von den Türken erobern, um sie den Griechen zu geben, während der Graf von Aberdeen seiber zugegeben hätte, die Griechen auf der Jnsel befänden sich im Jn- surrections-Zustande und seyen im Besiße des Landes ; 3) end- lich den Ueberseßer der dem Hause vorgelegten Dokumente : derselbe habe nämlich einmal in einem Dokumente, welches die Aufhebung der Dardanellen-Blofkade von Seiten der Rus- sen betreffe, überseßt: „Der Kaiser erklärt, daß er sogleich (immediately) aufhôren wolle, von seinen Rechten als frieg- führende Macht Gebrauch zu machen‘, während es im Fran- zösischen Texte bloß „„momentanément” (für den Augenblick) laute. Graf von Aberdeen erwiederte, die erste Frage be- ruhe auf einem ÎIrrthume, indem von Mißhelligkeiten zwi- schen der Französischen und Englischen Regierung gar nicht die Rede gewesen sey; nur ein Mißverständniß habe stattge- funden, welchem jedoch sehr bald seine Aufklärung geworden jey. Auf die zweite. Frage bemerke er, daß in Kandien die Griechen zwar auf dem flachen Lande im Jnsfsurreetions-Zustande sich defän- »en, die festen Pläße seyen jedoch sämmtlich im Besißeder Türen, und diese müßten daher erst erobert werden. Die Richtigkeit der drittes Bemerkung gab der Graf zwar zu, doch nannte er den Jrrthum unerheblih. Marguis von Lansdown machte endlich den förmlichen Antrag, daß in einer Adresse an den König die Vorlegung sämmtlicher in der heute satt- gefundenen Unterhaltung erwähnten Papiere nachgesucht wer- den solle, worauf Graf von Aberdeen erwiederte, daß er zwar nihts dawider habe, doch föônne die Vorlegung nur mit der Einschränkung geschehen, daß die Papiere nicht auf andere Dinge, als die, Bezug hätten, welche die edlen Lords zu wissen verlangten. Hierüber gab der Marquis von Londonderry seine Verwunderung zu erkennen. „Es ist‘/, sagte er, „„unge- mein wichtig, im Besiße aller Dokumente zu seyn; wir müssen erfahren, ob wir den dret verbündeten Mächten oder Ruß- land allein für das danfbar seyn sollen, was die Türken den Griechen bewilligt haben. Meiner Meinung nah hat Rußland allein das Verdienst; es hatte besonders Ursache, thätig - zu seyn, weil es einem Staate das Daseyn geben wollte, der früher oder später von seinem Beistande allein ab- hängen wird. Darum trage ih auch auf abschriftliche Vor- legung der Papiere an, die darüber Aufschluß ertheilen, ob und wie viel Rußland von der ihm gebührenden Entschädi- gungssuntme aufgegeben und in wiefern dies die Türkei ge- neigter für die Griechen gemacht habe.‘/ Graf von Aber- deen bestritt die Nothwendigkeit, alle Papiere vorlegen zu müssen, wiewohl es richtig .sey, was der edle Marguis eben vorausgeseßt. „Es hat‘/, sagte er, „Zwischen Rußland und, der Türkei eine Unterhandlung darüber stattgefundea, ob ein - Theil der von der erstern Macht in Anspruch genommenen Entschädigungssumme erlassen werden soll. Es ist au< wahr, daß der Kaijer von Rußland der Pforte bedeutet hat, diese Summe würde sich um eine Million Dukaten vermehren, wenn sie nicht alsbald einigen ihr eben gemachten Vorschlä-

en ihre Zustimmung ertheile. Jch sehe keinen Grund, das Ds Ca és des Kaijers bei dieser Gelegenheit zu tadeln ; viel- mehkt gereicht es für die Weisheit und den Edelmuth Seiner Kaiserl. Majestät zum gleih ehrenvollen Beweise. Ja „es freut mich, daß der Kaiser von Rußland ein solches Argu-