1830 / 170 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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‘ei a auf Lerrn von Villèle, und da er weiß, daß By Saias der Gemwaltthätigkeiten des Ministeriums ‘von 1824 auf ihn schiebt, so will er sich jeßt populair ma- chen. Andererseits ist es zuverlässiger als je, daß Herr von ‘Villèle seinen ganzen Kredit bei Hofe verloren hat. Ein Grund aber, der mehr als alle anderen Gründe die Unter- ‘nehmer von Staatsstreichen noch zurück hält, isk der Zustand unseres Kredits; seit zwei Monaten sind die Fonds um 10 ‘pCr. gewichen. Die Wechsel -Agenten und die Banquiers ‘find besorgt wegen der möglichen Folgen eines solhen Sin- fens, das uns mit einer finanziellen Krisis bedroht, wie wir ‘sie seit 1818 nicht gehabt haben. Was würde erst geschehen, ‘wenn man Staatsstreiche unternehmen wollte? Man ant- wortet uns, man wolle den Kreis der Geseßlichkeit nicht überschreiten; wie ist dann aber eine Auflösung des jeßigen Problems möglih 2? Es giebt allerdings eine Auflösung, und diese ist cin Ministerwechsel ; ihr sagt aber, cin solcher werde nicht stattfinden; es bleibt euch alio nichts y als die Gewalt übrig, und diese würde ein weiteres Sinken der Fonds her- beiführen. Das wird man bedenken, che man dergleichen unternimmt.‘ | : : Der Constitutionnel enthält, in Bezug auf die von den Ministern und General-Direftoren an ihre Untergebenen erlassenen Rundschreiben, folgende Betrachtungen eines Beam- ten: „„Bei dem jebigen Verfahren gegen die Staatsbeamten muß jeder Familien - Vater zu seinem Sohne sagen: Wähle Dir einen Stand, suche Dir cin Gewerbe, welches Du will, nur werde niht Beamter. Sein Gewisßen für eine ‘“ Anstellung hingeben, is der höchste Punkt der JImmoralität. “Der Staat macht mich ‘zum Beamten, das Gefeß macht mtch zumgWähler. Meine Thätigkeit muß ih dem Staate wid- me mein. Votum aber dem Lande geben. Als Wähler leiste

ih den Eid, dem Könige und der Charte treu zu seyn, und den- noch soll ih die Kandidaten eines Ministerinms wählen, das ih, meiner innersten Ueberzeugung nach, als den gefährlichsten Feind des Königthums betrachte, und das die Charte, die ich beschwo- ren habe, durch Staatsskreiche vernichten will. Jhr sagt zu mir, *” lege Dein Amt nieder, wenn Du dies nicht willst; wähle zwi]chen Elend oder Schmach. Das sagt Jhr im Namen des Throns,

‘der Moral, der Religion zu mir, einem armen Beamten, der ih meine Pflicht stets gewissenhaft erfüllt habe und jeßt am Ende meiner Laufbahn den Lohn für: 25jährige- Dienste em- pfange. JZhr, die Ihr hoch steht, habt nicht dasselbe, zu be- fürchten. Nach 15tägiger Verwaltung cines Ministeriums ' erhaltet Jhr eine Pension, die zwölfmal. so groß ist, wie die eines itn Staats-Dienste ergrauten Beamten. Seyd Jhr die Eigenthümer meines Gewissens, seyd Jhr die Eigenthüiner des Landes? Zhr nennt Ench die Regierung; aber vor Euch * war ein añderes Ministerium tie Regierung. Noch am 7teti August. v. J. mußte ih für die Männer des vorigen Mini- steriums stimmen, ‘und am 9ten sollte ih es fúr die Kandida- ten des jekigen. Jch bin also nur eine Maschine, ein Au- tomat ; diejenigen, die ih gestern als gute Bürger loben und denen ich meine Stimme geben follte, soll ih heute als Un-

ruhestifter angeben. Und. Jhr verlangt, daß den Beamten | ) : Ee Vornamen des Herzogs sind Wilhelm Heinrich, und der erste

| Name wyurde bekanntlich als der- Hauptname betrachtet. ).

Achtung zu Theil werde, während Jhr fie derselben beraubt ? err von Peyronnet hat nur -Eines hierbei übersehen, näm-

lich das Gesel. Das Votum soll geheim seyn; wie werden also die Männer des 8ten August es fkfeunen lernen? - Sie werden nicht genug Spione finden, um die Gesinnungen und

den Wahlzettel des Wählers auszuspüren. Die Freiheit jedes einzelnen Wählers wird unter dem Schuße Aller stehen. Uebrigens würde ih nicht anstehen, dfentli<h und laut zu stimmen, wenn das Geseß es erlaubte, denn ich habe die

“Ueberzeugung , daß Herr von Peyronnet früher, als ih, ab- geseht werden wird.“

‘Der Univer sel, welcher behauptet hatte, daß auf der Wähler - Liste des Seine - Departements sih über 300 Perso- nen befänden, die Bankerott gemacht" und si ni<ht wieder habilitirt hätten, wird von dem Constitutionnel aufgefordert,

_dieselben namhaft zu machen. : -

Die seit einiger Zeit in dem „„Universel‘/ erschienenen halb- officiellen Artikel sollen aus der Feder des Präsidenten des Handels - Büreaus, Grafen- Beugnot , geflossen seyn, erzählt sich, daß, als ihm Jemand sein Befremden darüber

“_zu erkennen gegeben, daß er sich aufs Neue mit dem Jour-

nalismus befasse, der edle Pair lächelnd geantwortet habe :

¿¡„Warum nicht ? der Handel geht so schlecht !‘/ A

Mehrere Schulvorsteher hatten unter den Belegen für ihren Wahl - Census auch die jährliche Abgabe von 150 Fr. aufgeführt , welche sie als Schullehrer an den Staat zu zah- len haben. Der Präfekcur-Rath hat aber dahin erkannt, daß diese Universitäts - Abgabe nicht als eine direïte Steuer zu betrachten sey.

Man |

Der Staats - Rath hat in seiner Sißung vom 9tén d. das Abseßungs - Urtheil des Universitäts - Conseils gegen den Redacteur der Schulzeitung, Herrn Guillard , - bestätigt und sein Cassationsgesuch verworfen.

Im Saal der Deputirten - Kammer sollen se{<s neue Statuen errichtet werden; der erste Bildhauer des Königs, Herr Bosio, ist von dem Minister des Jnnern mit der An- fertigung des Standbildes Heinrichs IV. beauftragt.

Der junge Fürst von Schwarzenberg is gestern nah dem

Fohannisberg abgereist; morgen wird sich der Kaiserl. Oester- reichische Botschafter, Graf von Appony, dorthin begeben.

Nachrichten aus Madrid zufolge, hat der Marine-Fn- tendant von Carthagena, Don Antonio Vacaro, von seiner Regierung Befehl erhalten , mehrere Lootsen - Fahrzeuge und Boote mit Ankern und Tauen bereit zu halten, um den zur Französischen Flotte gehörigen Schiffen, die sich vor dem Ha- fen zeigen würden, Beistand zu leisten. Am 20. Mai war auf. der Höhe von Carthagena cin Englisches Geschwader er- schienen, von dem ein Linienschiff und eine Fregatte sich dem Hafen näherten und dann wieder in die hohe See stachen. Das Truppen - Corps , das die Spanische Regierung an der Französischen Gränze zusammenziehen läßt, soll schon 14,000 Mann stark seyn.

Das Journal du Commerce meldet heute, daß, da die in Hâvre eingelaufene „Bayonnaise‘/ Port - au - Prince nur 24 Stunden päter, als die „„Pomona‘/, verlassen, sie auch feine andere Nachricht als die Bestätigung derjenigen mitgebracht habe, wona<h man der baldigen Abreise eines Haitischen Kommissarius nah Frankreich, Behufe der Wie- der-Anfknüpfung der in Port-au-Prince abgebrochenen Unter- handlungen, entgegensehen dürfte.

Ja der Buchhandlung von Dèsauges ist hier so eben eine Geschichte Friedrichs des Großen von Camille Paganel (2 Bände in 8. Preis 15 Fr.) im Druck erschienen.

Die Weinhändler von Paris und Bercy haben eine

. Subscription eröffnet, um den beiden Adjunkten der Mairie

von Angers, Grafen von Contades und Herrn Retaiiliau, für ihr Betragen bei den lebten Unruhen dajelbst eine goldene Medaiíle schlagen zu lassen. :

Im Departement des Calvados dauern die Feuersbrünste- so wie die Verhaftungen verdächtiger Personen, fort.

Großbritanien und Frland.

London, 12. Juri. Der Privat - Korrespondent des Morning-Herald meldet aus Windsor, daß der König nicht blos, wie das Gesundheits - Bülletin besage, eine gute Nacht gehabt und an Athem /Befklemmungen minder gelitten habe, „fondern fich auch so entschieden wohler befinde, daß die Aerzte selbst ihr Erstaunen darüber nicht genug äußern fôön- nen. Inzwischen , fügt jener Korrespondent hinzu, sey die starfe Constitntion des Monarchen -in den leßten 14 Tagen so erschüttett worden, daß auf eine gänzliche und anhaltende Wiederherstellung leider ni<ht zu hoffen sey.

Die Morning-Chronicle will wissen, daß der Herzog v. Clarence den Thron als Henrich IX. besteigen werde. (Die

Die Time s- giebt in einem langen Artikel ihren Un- muth darüber zu erfennen, daß die Opposition im Unterhause jekt anfängt, sich so stark zu zeigen und die Minister mit al- len Waffen der Dialektik zu bekämpfen sucht. „Wahrlich“, sagt das genannte Blatt, indem es namentlich dem Un- terhause vorwirft, daß sehr wenig gethan werdê, „die Her- ren werden nicht ins Parlament gesandt, um bei langen Re- den sich einander anzusehen und zu gähnen, oder um anders gesinnte Jndividuen und- Parteien mit ungereimten Vorschlä- gen und. hinterlistigen Einwürfen bis aufs Blut zu plagen. Gescheidter thäten sie, zu Hause zu bleiben, als ganze Par- ‘laments-Sessionen, wie es mit der leßten der Fall war, in unnüßer Redseligkeit geschäftslos zu verbringen; denn die Minister würden doch in diesem Falle wenigstens Muße ha- ben, ihren amtlichen Verrichtungen nachzugehen, während sie sich jeßt für den größeren Theil jedes Tages denselben ent- ziehen müssen, und zwar zu gar keinem anderen Zwecke als um der Opposition ¿, „nichts thun zu helfen.///‘/ Die Times prophezeit darauf, daß, wenn es im Unterhause so fortgehe-. wie bisher, dasselbe mindestens 4 Monate versammelt bleiben múßte, um alle seine diesjährigen Geschäftè zu Ende zu bringen. : i i T

Der Globe s{lägt vor, daß das Unterhaus in Zukunft,

zur Beschleunigung seines Geschäftsganges , - ein E

Comité aus einigen seiner gelehrtesten Mitglieder, die: dafür A 0A F Beilage

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Beilage zur Allgemeinen Preußishen Staats-Zeitung Æ 170. Ü S Ra ROAOSA-N RTIER T CDE RDIEI K I A T S R C I N A A TME G ESZERES EMEN S TIR T E E E R S

eigens besoldet werden sollen, ernenne und diesem sowohl die Erwägung aller Privat -Bills als die Befugniß übertrage, die zur Einbringung eines Antrages nôthige Erlaubniß zu ertheilen. Die Times meint jedo<h, daß dann ent- weder eine Appellation von dem Comité an- das Haus gestattet seyn müsse, wodur) nichts gewonnen wäre, oder die Appellation werde nicht gestattet, in welchem Falle das Comité eine gefährliche Macht hätte, die zu vielen Miß- bräuchen Anlaß geben könne. | 5

Auch der Morning-Herald giebt in der Weise, wie die Times, (deren Bemerkungen in dieser Hinsicht wir vor- gestern mitgetheilt haben) dié Vermuthung zu erkennen , daß namentlich in den nächsten drei Monaten die Getreidepreise in die Höhe gehen und zu Einfuhren vom Auslande Anlaß geben dürften. \

Jn Glasgow hat die Nachricht, daß hier der Jrländer Byruie den Schotten Mackay in einer Boxerei getödtet habe, große Unruhe unter den -dorr sehr zahlreichen Boxern erregt. (Es haben sich förmlih zwei Parteien gebildet, von der die eine, deren Anhänger sich Byrniten nennen, aus lauter Jr- ländern besteht, und die andere, die der Mackayisten, nur einheimische, d. h. Schottische Boxer zähle. Da es einem National-Ruhme gilt, so fechten die Parteien mit vieler Er- bitterung; zwei Menschen sind bereits getödtet worden, und 143 Verhaftungen hatten schon beim Abgange der leßten Post stattgefunden, ohnè daß die Ruhe an öffentlichen Orten ganz wieder hergestellt werden konnte.

Wir haben jeßt Nachricht von dem Untergange eines zweiten Britischen Kriegsschifes erhalten, nämlich von der Fregatte „„Succeß‘/ von 28 Kanonen, die auf dem Schwanen- Flusse (Neuholland) verunglückt ist.

Laut Briefen aus Gambia vom 15. April war nicht allein Capitain Boteler von dem zur Aufnahme der Afcika- nischen Küste abgesandten Schifse „„Hekla‘/ todt, sondern es waren auch. alle übrigen Offiziere jenes Schiffes, mit Aus- nahme eincs Midshipman, theils sterbenskrank; theils schon gestorben. Natürlich hat diese Unternehmung dadurch fürs erste ihre Endschaft erreicht.

Niedérlande.

Aus dem Haag, 15. Juni. Am 11. d. legte Se. K. Q, dek Prinz Wilhelm Alexander Paul Friedrich Ludwig, ältester Sohn Sr. K. H. des Prinzen von Oranien, den Grundstein zu der großen Schleuse des neuen Bassins zu Amsterdam. Der Prinz, der zu dem Ende mit seinen bei- den jüngeren Brüdern Abends zuvor aus Soestdyk in jener Hauptstadt angekommen war, begab sich am genannten Tage, Morgens um 11 Uhr mit seinem Gefolge nah dem Werft, wo er vom Bürgermeister der Stadt Amsterdam empfangen wurde. Von hier aus“ wurden die drei Prinzen auf Kriegs- schaluppen nach dem Deiche übergeschifst, wo ein großes Zelt aufgeschlagen war, in welchem si<h die Mitglieder des Ma- gistrats und der verschiedenen Behörden, sq wie der Gou- verneur der Provinz versammelt hatten. Der ganze Deich war mit einer Masse schaulustiger- Bewohner Awnsterdams bede>t. Bei dem Eintritte in das: Zelt wurden die Prinzen mit einer heiteren Musik begrüßt. Hierauf bestieg der Bürgermeister einé Rednerbühne “und hielt eine der Feier- lichkeit angemessene Redê, an“ deren Schlusse er den ältesten Prinzen ersuchte, den“ Grundstein zu der neuen Séhleuse zu legen. Der Prinz empfing sodann aus der Hand der Tochter des Bürgermeisters ein Schurzfell und eine sil- berne Kelle und legte den Grundstein. Die Feierlichkeit wurde nah einer Schlußrede des Bürgermeisters mit dem Rufe: Es lebe der König! beendigt. . Der Grundstein ist von sHwar- zem Marmor und enthält eine bleierne Kapsel, in der ein Pérgament mit der ausführlichen Beschreibung der Feierlich- e t vi lone e tung D vorhandenen Mün- en niedergelegt wurde. ie jungen Prinzen reisten no<h an demselben Abend nach Soestdyf zurú>. \ h p

_ Der heutige Staats/Courant enthält in 27 Artikeln das von der Kammer angenommene Geseß wegen definitiver Seststellung des 10 jährigen Budjets.

An sämmtliche Justiz - Beamten is die Weisung ergan- gen, auf die Vollziehung des neuen Preßgesekes streng zu halten und die im Umkreise. ihres Ressorts erscheinenden Tagblätter und Flugschriften genau zu beaufsichtigen. Ueber tese Gegenstände haben sie zu bestimmten Zeiten der Regie- ung Berichte einzusenden. :

Dänemartf{

Kopenhagen, 15. Juni. Gestern Nachmittag gingen, aus der Ostsee kommend, zwei Russische Fregatten und eine Brigg in der Rinne zu Anker; sie wollen mit Kadetten eine Kreuzfahrt bis na<h Jsland hinauf vornehmen.

Vom _ 22. bis 26. Mai incl. sind abermals 91 Korn - La- dungen durch den Sund passirt, wovon unter andern 48 nach Englischen und 27 nach Niederländischen Häfen be- stimmt waren.

Deer e G.

Wien, 14. Juni. Den neuesten Berichten aus Laibach vom kiten d. M. zufolge, befanden Sih Jhre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin daselbst im erwünschtesten Wohlseyn.

Aus Agram vom 8ten wird gemeldet: Seit dem Zten d. haben wir wieder eine ungemein lästige in der Sonne über 30 Grad Reaumur- steigende Hiße. Das Erdreich ist bereits sehr tro>en und fängt an auszudorren. Der Weinstock wird mit Ende dieser Woche seine Blúthenzeit vollendet haben, ein seltencr Fall, indem sonst hier zu Lande erst um diese Zeit die Reben ‘in die Blüthe treten. Alles hoffe dieses Jahr guten Wein, indem der Gang der Natur bis jest jenem vom Jahre 1811 gleich kommt.

__ Nachrichten aus Triest vom 5ten d. zufolge (welche die Allgemeine Zeitung mittheilt), war daselbst von Ve- nedig die Gadarre „l’Abondanza‘‘ angelangt, um die für den Kaiser von Marocco nah erfolgtem Friedensshlusse bestimm- ten Geschenke an Bord zu nehmen und nach Tanger zu brin- gen. Sie bestehen aus Cochenille, Spiegeln und Porzellan.

Dou Gla. y.d.

__— Frauffurt a, M., 18. Juni. Von Seiten des hiesigen Vereins zur Unterstüßung von Jnvaliden aus der Schlacht von Belle-Alliance ist heute folgende Bekanntma- chung erschienen : :

Der unterzeihnete Verein bringt zur öffentlichen Kenatniß, daß er, dem Sinne seiner Stiftung gemäß, be- schlossen hat, zur Feier der Erinnerung an die Schlacht bei Belle-Alliance (18. Juni 1815), deren Jahrestag heute wie- derfehrt, cine Vertheilung von Sieben Hundert Siebzig Gulden oder: 440 Rehlr. Pr. Courant eintreten zu lassen. Zivei und zwanzig Jnvaliden, ‘deren Namen unten

»

verzeichnet sind, erhalten jeder Zwanzig Thaler Pr. Courant, -

als Unterstüßung für 1830. SFranffurt a. M., den 18. Juni 1830.

Der zur Unterstübung in der Schlacht bei Belle-Alliance ins valid gewordener Deutscher Krieger dahier bestehende Verein. Georg von St. George, Präsident. Alexander Ber- nus. Pfarrer Bohn, Domfapicular. Ober - Hof - Prediger Breidenstein zu Homburg. - Georg Brentano - La Roche. Þy. Kirchner, Konsijtorialrath. A. Stein, Pfarrer. L Vertheilu ng für 1830. Friedri<h Schmidt. Peter JZanscheid. August Sattler: Johann Fischer. Johann Fried- rich Hüsfe, Erdmann Zimmer. Johann Zimmermann. Gotts- sried Moldenhauer. Michael Arndt. Johann Saffran. Michael Simon. Gottfried Makowsky. Michael Wallath, Christoph Arendt. Johann Arendt. Gottfried Bäcker. -Fried- rich Backhaus. Franz Candail. Martin Dannenberg. -Jo- hann Gottfried Döring. Wilhelm Els. Gottfried Engel;

Vereinigte Staaten von Nord-Amerika.

_New-Yorfk, 9. Maï. Nach amtlichen Berichten hat die Münze der Vereinigten Staaten seit ihrem Entstehen bis zum 1. Januar dieses Jahres folgende Summen in Umlauf geseßt : in Goldmünzen 8,691,530 Dollars, in Silbermünzen 25,266,077 und in Kupfermünzen ungefähr 539,530 Dollars. Der Ge- sammtbetrag aller in den Vereinigten Staaten kursirenden Münzen wird auf ungefähr 23 Millionen Dollars geschäßt,

| wovon ungefähr 14 Millionen unsere eigenen sind, und

hauptsächlih Silber; 5 Millionen Spanische Dollars mit ihrer Scheidemünze, und ungefähr 4 Millionen von verschie- deñen andern Gattungen. Mehr als ein Drittheil unserer Silbermünzen sind aus dem Umlauf gekommen und unsere Goldinünzen beinahe ganz verschwunden; die Ursache davon ist darin zu suchen, daß unser Gold geseblich zu niedrig und

unser Silber zu hoh geshäßt wurde, woraus ein Mißver-

hältniß zu dem Werthe entsprang, den beide im Handel hat- ten. Dieser Gegenstand wird indessen dermalen untersucht, und man hofft, durch gecignete Maaßregeln diesem Uebel ab-