1830 / 172 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Ovpositions-Partei nur no< Männer, welche die Bahn der ate pv cui v, Diese beiderseitige Stellung der Re- gierung und der Opposition sollte allein die Wähler auffklä- ren und ihnen zeigen, welche Wahlen sie zu treffen haben, um, so viel solches in ihrer Macht steht, zur Erhaltüng der öffentlichen Ruhe und Ordnut deren Störung weder in ihrem noch in dem Funteressi Regierung liegen kafin, heizutragen.“/ | M

Der Constitutionnel betrachtet die Proclamation so- wohl, als die Prásidenten-Liste, als einen rein ministeriellen Aft ; jene enthalte nichts weiter, als was dié Herren v. ‘Po- lignac und v. Peyronnet dem Lande schon hundertmal gesagt hätten, d. h. neben einem Tadel der Adresse und der Ver- fündigung des Grundsaßbes, daß, wer “die «Gesinnungen der Minister verdächtige, auch die Absichten des Königs verkenne, das Versprechen, daß-man die Charte beobachten wolle, eine Verheißung, zu welcher jedo< die Nation unmögli Vertrauen haben könne, jobaäkd sie einen nur oberflächlichen Blick auf jeden eitzelnen Minister werfe. Ueber die Präsi- denten-Liste äußert das gedachte Blatt: „Von den 181 Depútirten, die gegen die Adresse gestimmt haben, befinden sich auf dieser Liste nur 91, so daß 90 nicht zu Präsidenten ernannt worden sind. Sollte diese absichtliche Weglassung ein den Wählern gelegter Fallsktrick seyn, um sie zu verleiten, diesen 90' ihre Stimmen zu geben? Die List wäre zu hand- greiflih, und fein Wähler würde darauf eingehen. Von den 321 Deputirten, die für die Adresse gestinimt habèn, findet sih auf der Liste ein einziger, und dieses ist Herr Favard de Lañglade. Einen ungleich wichtigeren Unstand, als diesen, dür- fen wir nicht mit Stillschwèigen übergehen, daß nämli der Siß von funfzehn Bezirks-Kollegien, welche bei den leßten Wahlen den Kandidaten der Opposition gewählt hatten, ver- legt worden ist. Daß diese Verlegung nicht die Wahl-Frei- heit fördere, leuchtet ein. Wahrscheinlich hat man dabei auf örtliche Umstände, eifrigere Behörden, einen s{<hwierigeren Zu- gang u. dergl. geréchnet; dieser Kunskgriss wird aber an dem Patriotismus der Wähler scheitern.“ |

,„Von den ernanuten 333 Präsidenten, ‘/ fügt - das SFournal du Commerce hinzu, „führten 124 auch den Vorsil bei den Wahlen von 1827; unter den 61 Pairs sind 31 von der Ernennung des Herrn v. Villèle. Dagegen fin- det sich, ganz gegen den Gebrauch, auf der Liste kein einzi- ger Bischof, wohl aber eine große Anzahl von Militairs. Die Präsidenten - Liste giebt übrigens nur- etwa zwei Drit- theile der ministeriellen Kandidaten an, denn von den 333 Prásidenten muß man noch die 61 nicht wählbaren Pairs abrehnen , wogegen die Gesammtzahl der Deputirten 430 be- trägt. Man versichert, daß die Namen sämnitlicher ministe- riellen Kandidaten am vorigen Freitag durch den Telegraphen nach allen Richtungen hin bekannt gemacht worden seyen.“

Der von der Regierung zur Entdeckung der Brandstif- ter in der Normandie ausgéseßte Preis beträgt 1000 Fr. fúr alle diejenigen , die zur Habhaftwerdung eines späterhin der Brandstiftung Überwiesenen Jndividuums beitragen.

Herrn. von Lamartine's neueste Dichtungen: »„,ÜUarmo- nies poétiques et réligieuses sind gestern hier im Druck erschienen; es sind sofort über 2000 Exemplare davon abge- seßt worden.

Großbritanien und Jrland:

Parlaments-Verhandlungen. Nachdem in der Sibung des Oberhauses vom 14. Juni. méhrere Bittschrif- ten überreicht worden namentlich einige von protéstanti- hen Behörden und Einwohnern der Stadt Galway, die darum na u daß die in diésem Jrländischen Orte noch un N dtischen Beschränkungen hinsichtlih der Katholi-

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en ebenfalls aufgehoben werden mögen -— legte der Mar- quis v. Londonderry dem Grafen v. Aberdeen wiederum einige Fragen in Bezug auf Griechenland vor. Er kam zu- nâchst wieder auf die Behauptung zurück, däß die dem Hause vorliegenden Papiere unvollständig und zusammengesucht seyen ; er müsse-dies, sagte er, täglich wiederholen, wenn auch die

Verwaltung und der ihr zu Gebot stehende Theil der Présse irh nicht tai nicht blos die Opposition, sondern auch \ndividuen von hoher und erlauchter Stellung, wie z. B. selbst den Prinzen Leopold, - deshalb zu verunglimpfen, weil sie ihre Pflicht. gethan und weil namentlich die Freunde des Welte sh bemühten, die Angelegenheit so viel als mdg- lh aufzuklären. ichstdem fragte er, ob der edle Gräf vohl AOG die Po eau eines vom 6. Januar 1828 da- tirten Schreibens des Sir Edivard Codrington an dén Secretaix des darnaligen Loud) Sao Admirals , welches Schreiben ein anderes von Sir H. Wellesley vom 10. Of- t ober 1827 enthalten, etivas einzuwenden haben würde?

bénden , náhé mit ihm ‘vertotndten Stäatsmän

“Mit dem. édélu Baron gegenüber (Lörd ünstreitig bei Behandlung der Griechis:

Er (der Marquís) wolle, wenn feine Einwendung dagegetr gemacht werde, auf deren Vorlegung antragen, weil es idt darum zu thun sey, si<h darüber zu vergewissern, ob Oesterreih und Preußen schon vor der Schlacht von Nava- rin -den von den andern Mächten eingeschlagenen Weg ge- billigt hätten. Unbezweifelt aber würde si<h in den erwähn- ten zwei Schreiben vollständiger Aufschluß darúber finden. Graf v. Aberdeen antwortete, daß, wenn der edle Marquis ihn, wie die übliche Artigkeit es erheischte, von dem genauen Inhalte seines jeßigen Antrages früher unterrichtet hätte, er (der Graf) sodann die fraglichen Papiere nachgelesen haben wúrde, um si<h davon zu unterrichten, ob ihre Vorlegung thunlich sey oder niht; unter den gegenwärtigen Umständen fônne er sich: jedoch nicht darüber erklären. Jun Bezug auf Oesterrei und Preußen habe er den edlen Marquis chon insofern befriedigt, als er ihm aus den vorliegenden Akten- stúcken nachgewiesen, daß beide Mächte mit dem Traktate vom 6. Juli einverstanden gewesen. Hierauf habe zwar ein edler Baron (Holland) entgegnet, daß dessenungeachtet „Miß- verständnisse zwischen den Verbündeten stattgefunden hätten ; indessen sey nun wiederum von ihm (dem Grafen) erklärt worden, daß die weitere Vorlegung von Papieren dem Staats- Interesse nachtheilig seyn würde. Lord Holland sagte, er habe den edlen Marquis so° verstanden, daß, wenn auch aus den offiziellen Zusicherungen Oesterreichs hervorzugehen scheine, daß diese Macht ihre freundliche Zustimmung zu den hin- sichflich Griechenlands. genommenen Maaßregeln ertheilt habe, er doch Ursache hätte, zu glauben , daß man Papiere zurü>- halte, aus welchen das Gegentheil hervorgehen würde. Selbst aus den bereits vorliegenden Aftenstü>ken könne man sogar, seiner (Lord H's.) eigenen Meinung nah, ersehen - daß Oesterreihs Benehmen den Erwartungen nicht entspr9o- hen habe. Dem Protokolle vom 15. Juni 1828 sei eine Depesche des Grafen Nesselrode an den Fürsten Lieven angehängt , worin es heiße: „Oesterreich selbsk

giebt dur<h Eröffnungen, von welchen ih in einer besondern

Depesche sprechen werde, die augenscheinliche Tendenz zu er- fennen, sich den Höfen, welche. die Friedensherstellung in Griechenland unternommen haben , näher anzuschließen, und drückt die Absicht nicht aus, die Türkei zu unterstüben.(“ Daraus scheine ihm hervorzugehen, daß der Abfasser der De- pesche frúher daran gezweifelt, daß sih Oesterreich den übri- gen Höfen näher anschließen wolle, und eigentlich die Absicht bei dieser Macht vorausgeseßt, die Pforte zu unterstüßen. In einer andern Depesche des Grafen Nesselrode -an den Fürsten Lieven heiße es: „Wir haben bereits einmal Veran- lassung genommen, zu erklären, daß, wenn unsere Verbünde- ten die Unabhängigkeit von Griechenland für nothwendig er- achten sollten, wir feinen Einwurf dagegen machen werden.“/ Bei dieser *Gelegetiheit werde auch einer Denkschrift von Seiten Oesterreichs gedacht, aus der hervorgehe - daß: diese Macht ebenfalls einen solchen Einwurf nicht zu machen habe, Nun wolle er zwar glauben, daß Gründe vorhanden seyen, welche die Vorlegung diejer Denkschrift und anderer Papiere vérböôten, inzwischen werde doch der edle Graf zugeben müssen , daß ‘aus allem diesen hervorgehe, es hâtten Zweifel darüber bestanden, ob Oesterreichs Hand- lungen mit seinen Zusicherungen übereinstimmten, Marquis v. Londonderry fügte shließli< hinzu, es sey ausgemacht, daß weder Oesterreich no<h Preußen sich gleich Anfangs be- reit gezeigt hättèn, in Konstantinopel dem Traktate vom 6. Juli gemäß zu verfahren ; sollte der edle Graf das Schreiben des Sir E. Codrington nicht vorzeigen wollen , so werde er unbezwéeifelt die Gründe angeben, die er dafúr habe; denn es dürfe niemals vergessen werden, daß, wenn Desterreich und Preußen ihre Mitwikküng in der Griechischen Angelegeuheit wirklich. verweigert hättén , diese igerung der Keim zu fünftigen Differenzen werden könne, von denen Niemand

den Ausgang vorher zu sagen im Stande sey. Es sey

immer der etriste Wunsh des leidèr nicht mehr [le-

f große Europicische Angele lle Haupt-Mächte in Bézug auf große uro} “Angele- genheiten eestimnits J érhaften; seine Nachfolger hätten es

fr Rêcht befüidén, von dieser Politik abzuweichen ; ‘ans wél-

n weisen Grüntden jedoch das séy noch unérmittélt. A A Ie “Holland) ‘stimme er n Frage im Principe nicht ganz überein „. denn der edle aron sey ein Grieche, während er selbst ein Türke wäre (Gelächter); izwifchen féy je6t Friede zwischen Türken und Griechen, und“ hätten Mebl

Eu so. weniger Grund si Mes zu Pte als

iehen ls Türken ‘sich über - die. Uhzulänglichkett der | vor-

gelegten Papiere zu beschweren hättén., “Nochmals Ge

er daher bie Höffnung ‘zu erkennen, der edle

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werde nächstens die Ursache angeben, die ihn von der Vorlegung der heute verlangten beiden Schreiben zu- rühielten. Als darauf die Bill zur Aufhebung gewisser Sporteln bei ‘einer eintretenden Thron - Verän- derung darch den Auss{uß ging, erklärte der Lord-Kanzler, daß er sowohl, als der Herzog von Wellington, bereit sey, jéden Vortheil , der ihnen dur<h Erneuerung der Patente ‘entspringen könnte, aufzugeben; inzwischen sey er doch dafür, daß diejenigen Beamten, die Mühe und Arbeit damit hät-

ten, auh eine entsprechende Remuneration dafür behalten -

niâßten, und schlage er-dies als Amendement zu der Bill vor, was auch sodann. eingefügt wurde. In der Angelegenheit des (mehr erwähnten) Richters Sir J. Barrington erschien dieser selbst ‘vor der Barre des: Hauses, um in Gemeinschaft mit seinem Sohne und einem Rechts - Consulenten seine eigene Vertheidigung zu führen. Der-General - Anwalt trat als öffentlicher Ankläger auf und hielt einen Vortrag. Da jedo< gewisse Papiere noch herbeizuschaffen waren, die Sir F. Barrington aus París will kommen lassen, so wurde die weitere Erwägung dieser Angelegenheit bis zur Ankunft die- ser Papiere vertagt. :

__— Im Unterhause wurde eine voin Marquis von Chandos vorgeschlagene Resolution des Jnhalts, daß die bisher von den Westindischen Zuckern erhobenen Zölle zu hoch und den: Interessen der Kolonieen nicht angemessen seyen, von 102 gegen 23 Stimmen verworfen, besonders weil der Kan z- ler dèr Schaßkammer sagte, daß erselbsi einen Vorschlag in dieser Hinsicht zu machen habe. -Wirklich kündigte auch der Minister einige Aenderungen im betreffenden Zoll - Systeme an; statt des ohne Unterschied vou feinen und ordinairen Zuckern bisher erhobenen Zolles von 27 Shill. soll in Zu- kunft die Steuer nach dem Werthe der Waare höher oder niedriger seyn, in keinem Falle jedoch 27 Shill. úbersteigen. Der Kanzler hoffte, daß die dadur<h wohl zu erwartende vermehrte Consumtion des ordinaîren Zuckers den Ausfall in der Einnahme vollkommen de>en werde. Als Norm sollen übrigens die Durchschnitts - Preise des Londoner Mark- tes angesehen werden, bei denen nah einer ähnlichen Sfala, wie bei den Getreide - Preisen verfahren wer- den soll. Auch ‘die F der inländischen gei- stigen Getränke >wird mit der des Westindischen Rums

“auf einen Fuß gebracht werden. - Hr. Huskisson stellte es

in Zweifel, ob die vorgeschlagenen Veränderungen den West- indischen. Kolonieen sehr zu statten fommen würden ; denn die jeßt am meisten im Bedrängniß ‘befindlichen, das seyen die alten Kolonieen Großbritaniens, diese aber prodnzirten sehr wenig ordinairen Zucker, welchem allein das neue System zu gut fommen werde. Auch machte Herr Hume die Einwen- dung, daß das sv veränderte Gefeß nur die Folge haben

“würde, daß man si< in den Kolonieen ganz besonders auf

den Anbau des s<lechtern Zuckers legen werde, so daz am Ende der Finanz-Minister, um den dadurch entstehenden Aus- Fall zu deen, zu einer Maaßregel wieder seine Zuflucht neh- men müßte, die denjenigen ,- die er jeßt begunstige, nur ge- fährlich seyn könne. Man seßte die Discussion über den Plan des Kanzlers auf nächsten Montag fest, und. erwartet, da viele einheimische Jnteressen dabei ius Spiel kommen, eine lebhafte Debatte. Im Suübsidien-Ausschusse, den das Haus darauf bildete, famen pee Kolonial-Ausgaben, na- méntlih für Nova-Sceotia, die ‘Prinz Edwards-Jnsel u. st. w. zur Sprache. Hr. H u me machte verschiedentliche Amendements wegen S der Ausgabe, die jedoch sämmtlich, und zwar fast immer mit derselben Stimmen - Mehrheit , verwor- fen wurden. Das" Haus rertagte sich um 25 Uhr.

Als der Marquis v. Londonderry in der Sibung des Oberhauses vom 15. Juni neuerdings auf Vorle- lug déx <hreibén des Sir E. Codrington und des Sir H. Wellesley antrug, erwiederte der Graf von Aberdeen,

daß es unzweckmäßig seyn würde, diese Papiere mitzutheilen.

Der Marquis überließ es dem Hause, zu entscheiden, ob nach einer solchen Verweigerung das Recht nicht ganz auf seiner Seite sey; inzwischen wolle er do<h auf seinem Antrage vicht bestéhéèn und nehme ihn sonah zurü>. Außerdem wurde in der Sißung dieses Tages nur über Bittschriften verhandelt, die von keinem besonderen Jnteresse waren.

_— Jm Unterhause- gab, am 15. Juni eine von Sir E. Knatchbull überreichte Bittschrift eines Londoner Kirch- spiels, das in den Wirkungskreis der neuen Polizei nicht aufgenommen seyn wollte, élegetiheit, über dieses Institut zu sprechen. Die meisten Redner gaben ihre Syftledenßeit mit der neuen Einrihtilng. 4. (elnen, lülofero die näch: liche Sicherheit in den Straßen der Hauptstadt und ihrer N ebungen dadurch bedeutend vermehrt worden sey. Sir

in anderer Tae hat sich die Krankh

merkung zu machen , daß das Haus nothwendig dem Ukber- reichen von Bittschriften und dem Reden darüber ein ge- wisses Ziel seßen müsse, weil es sonst: gar -nicht zur Beendi- gung seiner Staats - Geschäf _fomme. Er \<lage demnach vor, daß für die Dauer der Frgenwärtigen Session festgeselzt werde, spätestens um 57 Uhy, Nachmittags die Tages-Ord- nt vorzunehmen ; es blibew/ alsdann doch noch immer 15 Stunden täglih, so wie d Mittwoch, für die Bittschrif- ten u. \. w. reservirt. Herr Brougham, der dem Vor- schlage seinen Beifall ertheilte, sagte, daß er für den füunftigen Geschäßtsgang des Unterhauses einen Plan ent- worfen habe, den ‘er sich jedoh, da die diesjährige Session schon zu weit vorgerü>t sey, für eine spätere Mittheilung vorbehalte:. Herr H. Villiers brachte den im J. 1703 zwischen England und Portugal abgeschlo}senen und dermalennoch bestehenden Handels-Traftat von Methuen zur Sprache und schilderte in einer ausführlichen Rede (aus der wir einige Mittheilungen uns vorbehalten) die Nachtheile, die dieser Traftat für England gehabt, indem die Handels-Gesellschaft von Porto dadurch ein Monopol erhalten, England die \schlech- testen Weine, und zwar zu beliebigen Preisen, zu liefern. Er verlangte demnächst die Vorlegung gewisser Papiere, die auf diese Handels-Gesellschaft Bezug haben, einer Denkschrift des Lord Strangford vom Jahre 1808 und der darauf er- folgten Antwort, und endlich der Ein- und Ausfuhr-Listen Portugals und Brasiliens seit dem Jahre 1800. Nach einer Entgegnung des Herrn Courtenay (Vice-Präsidenten der Handels-Kammer), wurde die Vörlegung bewilligt.

‘London, 16. Juni. Die drei leßten (wie gewöhnlich unterzeichneten) Búlletins über den Gesundheits-Zustand / des Königs lauten folgendermaßen :

Schloß Windsor, den 13. Juni.

Se. Majestät litten an beschwerlichem Athemholen we- niger als gewöhnlich und haben eine gute Nacht gehabt.

Schloß Windfor, den 14. Juni.

Der König brachte den gestrigen Tag sehr ruhig. zu; die

Nacht war nicht gut, das Athemholen aber ist fortwährend

freier. Schloß Wéindfor, den 15. Juni.

Der König hat eine sehr gute Nacht gehabt; das Athem- holen bleibt leiht und Se. Majestät fühlen" sih besser.

Welche widersprehenden Nachrichten namentlich auch noch in den leßtverwichenen Tagen über das Befinden des Königs hier im Umlauf waren, ergeben nachstehende Auszüge aus der Times vom láten d. M.: „„JIn.einem Privat-Briefe aus Windsor vom 12ten d.,- Morgens, heißt es: „,„„Uner- achtet’der in den leßten Tagen erschienenen günstigen Bülle- tins bin ih im Stande, Jhnen aus authentischer Quelle zu versichern, daß Se. Maj. sich in einem sehr fieberhaften und niederschlagenden Zustände befinden. Noch vor einer Woche fonte der König gelegentlich eine gute.Mahlzeit zu sich neh- men „- jedoch seitdem hat sein Appetit allmälig nachgelassen und jeßt genießt er nur sehr wenig. Der Herzog v. Wellington, der gestern im Pallaste war, soll’ den König schwächer gefunden háben, als am Montage vorher, wo eine gefährliche Krisis stattfand. În den leßten Bülletins heißt es, der König habe gute Nächte zugebracht. Güte Nächte waren es freilich, wenn man sie tnit den früheren vergleicht, wo der König körperlich viel: zu leiden hatte, indessen was man gewöhnlich gute Nächte nennt, waren es nicht, indem D durch ‘narfkoti- sche Mittel bewirkt wurden. Was das Gerücht: betrifft, daß sich der Brand in den Beinen des Königs gezeigt habe, so roird es leider dur< die mir zugekommenen Nachrichten bestätigt. Se. Majestät sind genöthigt, beständig in derselben Stellung zu verbleiben ; die geringste. Veränderung erschwert das Athemholen. Kurz der Zustand: des hohen Ds ist von der Art, daß derselbe zwar möglicher Weije ‘noch viele Tage, ja viéle Wochen leben fann; aber allem Anscheine nach dürfte das so’ lange erwartete traurige Ereigniß: in sehr fkur-

zer Zeit ‘eintreten.//‘/ Jn demselben Blatte liest- man da- gegen auch Folgendes: „Seit dem t0ten “d. M. verspüren.

Se. Majestät weniger Beschwerde beim Athemholen, und au eit gebessert, die-Len- dengeschivulst insbesondere > hat ‘sehr nachgelassen. Es ist nicht die Wassersucht, an der der König leidet, und unwahr ist ‘es, daß man ihm Wasser abgezapft habe. Die verschie- denen Gerüchte über die Krankheit Sr. Majestät entspringen aus irrigen: Ansichten über - dieselbe und aús Unkenntniß dèr Constitution des Monarchen. Am 15ten war Sir M. -Tierney Lo D E Sir H: e diesen Tag e dem

nige zu te. r ig j<ten am gen sich - ges stärke zu fühlen und unterhielt sich in heiterer Stimmung

eel nahm die Gelegenheit wahr, neuerdings die Be- / mit den Umstehenden ; au<h nahm Se, Majestät heute mehr