1830 / 177 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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vallerie und Artillerie zu Pferde von der zweiten Armee und geruheten für die bei allen Regimentern angetrossene ausge- eichnet gute Ordnung dem hef des Generalstabes ‘der Mi- itair - Kolonieen, dem Corps -Commandeur und sämmtlichen Befehlshabern dieser Truppen und Regiments-Commandeurs

Allerhöchst Jhre Erkenntlichkeit zu erkennen zu geben. An “dem-

selben Tage wohnten Se. Majestät der Kaiser , bei. Gelegen- heit des Pfingstfestes, der heiligen Liturgie in der Kathedrale zu Elisabethgrad bei. Nach dem Gottesdienste hatten sowohl die-fommandirenden Generale, als auch die Regiments-Com- mandeurs der - dritten Kürassier - Division, die Ehre, ur Tafel Seiner Majestät gezogen zu werden. Um i hr Abends wurden die Junker dieses Corps vorge- stellt, von denen einige das Glück hatten, von Sr. Kaiserl. Majestät zu Offizieren ernannt zu werden. Am Iten geruhte der Monarch mit den Truppen des 3ten Reserve - Kavallerie- corps- militairische Uebungen anzustellen , welche zur hohen Zufriedenheit Sr. Majestät ausfielen. Der Gejandte der Ottomanischen Pforte, Halil - Riphat - Pascha hatte auf seiner Rückreise aus St. Petersburg die Allerhöchste Einladung er- halten , in Elisabethgrad die Ankunft Sr, Majestät des Kai- sers zu erwarten. Bei der Revue- vom 7ten war er zugegen und hatte hierauf nebst Nedjib- Efendi die Ehre, zur Tafel Sr. Kaiserl. Majestät gezogen zu werden. Am S8ten (‘dem . denfwürdigen Tage, an welchem im Jahre 1828 die Russsi- he Armee, unter der persönlichen Anführung Sr. Majestät des Kaisers, über die Donau ging) hatte Halil - Riphat - Pa- s{<hà, nachdem die militairischen Uebungen beendigt waren, seine Abschieds - Audienz. Ehe der Kaiser Elisabethgrad verließ, beglúckte Er die Pension für adliche Fräulein mit einem Besuche; die zwecémäßige Einrichtung und musterhafte Ordnung dieser Anstalt zog ganz besonders die Aufmerksam- „Feit Sr. Majestät auf sich, und nachdem Allerhöchstdieselben der Vorsteherin dieses Erziehungshauscs Jhre hohe Zufkieden- heit zu erkennen gegeben hatten, versprachen Sie, Sich bei Jh- rer Majestät der Kaiserin dahin zu verwenden, daß Aller- hôchstdieselbe diese Pension unter Jhren hohen Schuß“ nehme. Als am uämlichen Tage Sr. Majestät berichtet ward, daß auf den Einwohnern von Elisabethgrad ene Summe von ‘15,000 Rubel rückständiger Kronabgaben laste- und daß die Zahlung dieser Schuld ihnen schwer werde , so geruhten Sie denselben solche Allergnädigst zu erlassen, Um 12 Uhr Morgens verließ der Kaiser Elisabethgrad. Als Seine Majestät in dem zum Bezirk der Ansiedlung des Kúrassier- Regiments Prinz Albrecht von Preußen gehörigen Dorfe Adshamka anlangten, wurden Sie von der Geistlichkeit em-

pfangen. Seine Majesiät traten in die Kirche; da diese un-

ter den zur Militair - Kolonie der dritten Sei Dan ehôrenden Kirchen die erste ist, welche Seine Kaiserl. Ma-

jestät besucht haben , so geruheten Sie zu befehlen, daß zum Andenken an. diesen Besuch statt der hölzernen Kirche eine steinerne erbaut werde. Von Adshamfa begaben sich Seine Majestät nach Petrifkowfka, woselbst der Stab der | h

Zten Kürassier-Division steht. Ueber die in den vier Kanton- nisten - Bataillonen , der Eskadrons -Schule, dem Regiments-

ospitale, in der landwirthschaftlichen Einrichtung und der

tuterei herrschende Ordnung geruhten Seine Kaiserl. Ma- jestät, Sich mit vollkommener Albriedenbeit zu äußern. An demselben Tage verließ der - Kaiser Petrifowfa um 4 Uhr Nachmittags und langte am 9ten d. um 10 Uhr Abends, in Allerhdchstem Wohlseyn, in Koseleß an.

__ Odes{a, 12. Juni. Gestern ist einer der Türkischen Gesandten, Nedjib-- Efeudi, von Elisabethgrad hier angefom-

men. Der dermalige Kapudan - Pascha, Halil-Rifat, wird

jeden Augenblick erwartet.

Frankrei c<.

; Paris, 20. Juni. Der König bewilligte gestern dem auf der Durchreise nah Berlin begriffenen Königl. Preußi- schen Gesandten in Madrid, Herrn von Liebermann eine A ea ae Se. Majestät arbeiteten demnächst mit dem räsidenten des Minister-Raths. Der Dauphin is gestern von Compiègne wieder in St. - Cloud eingetroffen. : ____ Jhre Sicilianische Majestäten sind ebenfalls gesiern, in Begleitung der Herzogin von Berry und des Prinzen von Salerno, von Rosny hierher zurückgekehrt. Se. .Maj. der König werden Sich, mit Jhren E henen Gästen, so wie der gesammten Königlichen und Orleansschen Familie mor- gen nach Versailles und Trianon begeben. Jm Park von ersailles werden bei dieser Gelegenheit ‘die großen Wasser- kfünste spielen. - i Heute giebt der Spanische Botschafter , Graf Ofalia,

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Ihren Sicilianischen Majestäten zu. Ehren, ein glänzendes.

‘die, wenn auch nicht ohne einen anscheinend

Fest. Jn dem Hofe des Hie des Botschafters ist zu dem Ede ein großer Speisesaal erbaut worden, dessen von dem befannten Decorations - Maler Ciceri gemalte Tapeten - den Löôwenhof des Maurischen Pállastes von Alhambra vorstellen. Die Höhe des Saales beträgt, 40 Fuß; auf der oberen in weißem Stuck gearbeiteten Hälfte der Wände sind. dieselben Verse aus dem Koran, die man ín dem genannten Maäuri- schen Königs - Pallaste liest, mit goldenen Buchstaben nachge- bildet. Außerdem sind die Wände mit den Wappen von Si- cilien und Spanien reih verziert. Die Decke des. Saales ist dunfelblau mit silbernen Sternen. Auch der im Hôötel selbst befindliche Thron - und der Ball - Saal sind mit großer Eleganz decorirt. z : Zu“ der (in der Nachschrift zum gestrigen Blatte der Staats-Zeitung gegebenen) Verordnung über die Proroga- tion der Wahl- Versammlungen in 20 Departements liefert der Moniteur den nach stehendèn, allem Anschein nach, aus amtlicher Feder geflossenen Kommentar: „Zwei Wahrheiten müssen aller Welt einleuchten : die eine, daß das Wahl-System gleichförmig seyn muß; die andere, daß es wünschenswerth ist, daß fein Unbefugter mitstimme. Es waltet nun aber eine ziemlich große Ungewißheit über cinen Hauptpunkt der ge- genwärtigen Gesebgebung in Wahlsachen ob. Sind die in der Wähler - Lists widerrechtlih übergangenen Wahlmänner , die bis zum 1. Oftober gegen diese Auslassung nicht protestirt haben, nichtsdestoweniger zu der gegenwärtigen Ausübung ih- rer Befugnisse berechtigt, oder bleiben dieje Befugnisse bis zur nächsten Jahres-Revision der Listen suspendirt ? Dies ist die zu lôsende Frage. Der Cassationshof und mit ihm 17 Königl. Gerichtshöfe sind der Meinung daß die Nachlässig- feit des Wählers die Suspension seiner Rechte nach sich ziehe. Andere Gerichtshöfe, jedo<h nur in schr geringer An- zahl, stimmen für die entgegengeseßte Ansicht. Die Regierung ist, wie dies naturlich war, der Auslegung des Cassations- hofes beigetreten, und eine sehr ansehnliche Zahl von Wählern hat desgleichen gethan. Mehrere andere dagegen find andern Sinnes gewesen. Unter diesen giebt es Einige, die ihren Prozeß vor den Königl. Gerichtshöfen verloren haben; an- dere, deren Reclamationen für gültig befunden worden find; noch- andere, hinsichtlich deren der Rechtsstreit noch gar nicht entschieden ist. Ein Urtheil in le ter Instanz ist überdies noch bei feinem von ihnen erfolgt; denn der Cassations - Hof hat über diese neueren Contestationen noch nicht ‘erfannt, und es fehlt ihm an Zeit, selbige bis zur Zusammenberufung der Wahl-Kollegien zu erledigen. Es wäre aber ein wesent- lichet Uebelstand, wenn die Operationen, woran jene Wähler Theil zu nehmen wünschen, vor sich gingen, bevor die obwal- tende. Ungewißheit beseitigt wäre. Denn da in Wahl - Ange- gelegenheiten die- Appellation das Urtheil des ersten Richters nicht suspendirt, so müßten diejenigen, denen dieses Urtheil gunstig géwesen, bei_den Wahlen nothwendig zugelassen wer-

denz; sie würden also der von ihnen reflamirten Befugniß theil-

hastig- werden, wogegen diejenigen, die bereits von deu Kö- nigl. Gerichtshöfen abgewiesen worden sind, so wie diejeni- gen, die, im Vertrauen auf die Jurisprudenz des Cassätions- Hofes, sich-aller und jeder Reclamation enthalten haben, von den Wahl - Kollegien ausgeschlossen seyn würden , da sie doch dieselben Anspräche, dieselben Rechte als jene hätten. Hierzu komint noch, daß, wenn nun späterhin das Erkennt- niß des Cassations - Hofes erfolgte und wenn selbiges eben so ausfiel (wie man solches ohne Vermessenheit als wahrscheinlich annehmen darf), als diejenigen, die derselbe úber die nämliche Frage bereits abgegeben hat, es in mehreren Wahl-Köllegien eine ziemlich große Anzahl von Wählern gegeben haben würde,

rge, doch ohne einen . reellen Rechts - Anspruch und mithin unbefugter Weise mitgestimmt hätten. Andererseits fönnte jenes spätere Erkenntniß nach den Wahlen der Bezirks-Kollegien und vor denen der Departements - Kollegien erfolgen, und es würde sodann die seltsamste Folgewidrigkeit eintreten, die sich nur denfen läßt: ein und dasselbe Jndividuum nämlich, - das durch den von ihm geleisteten Steuerbeitrag in zwei Kolle- gien zulässig war, würde, ohne irgend eine Aenderüng in Stand und Vermögen, im Bezirks - Kollegium mitgestimmt haben, wogegen es im Departements - Kollegium nicht mehr N Denis dürfte; und zwar in beiden Fällen mit gleichem Anscheine des Rechts. Noch eine dritte Sonderbarfkeit wúrde eintreten: die Departements - Wahl - Kollegien wärden nämlich bei der zweiten Zählung der Wähler ungleich f<hwä- cher als bei der ersten seyn, und mehrere der älteren Wäh- ler, die, vor der Eintragung der neuern, Mitglieder jener Kollegien waren, wegen des hdhern Steuer- Beitrages die- ser leßtern aber davon ausgeschlossen werden mußten, würden aufs Neue auf die Liste’ gebracht werden müssen. Allen die-

| 1345 sen, Uebelständen hat die Regierung dur<h die Verordnung ? der Minister des Jntrern hat zu demselben Behufe aus dem

“vom 18ten d. M. vorbeugen wollen. Diese Verordnung

wird unfehlbar den Beifall aller Derer erhalten, die es lie- ben, daß gleiche Rechte au< mit gleichen Vortheilen ausge- âbt werden, und die és für unerläßlich halten, daß eine úber- einstimmende und unparteiische Regel das wichtige Werk der

Wahlen leite. / l E “Der Messager des Chambres bemerft , bei Mit-

theilung dieses Artikels, er wünsche aufrichtig, daß die Liebe zum Geseblichen allein der Regierung ihren Entschluß einge- geben habe, bezweifle es jedoch.

Die Nachricht von der glücklichen Landung der Truppen au der Algierschen Küste wurde vorgestern Abend, außer in

der großen Oper, auch noch im Théâtre-français verfündigt,

und von dem versammelten Publikum mit dem tausendfälti- gen Rufe: „Es lebe der König !// aufgenommen. Da die Dampfboot - Fahrt zwischen - der Afrikanischen Küste und Toulon jebt ihren Gang nimmt, so fann man hier in der

“Regel am dritten Tage Nachrichten von der Armee haben.

Ein hiesiges Blatt bemerkt über den Punkt, wo die Truppen gelandet sind: „„Das Vorgebirge Sidi - el - Ferruch oder Turetta - Chica bildet auf beiden Seiten Buchten. In der westlichen, welche einen tresslichen Ankergrund hat, wird die Flotte liegen bleiben. Hier befi det sich ein fleiner Ha- fen, in welchem die Algierische Regierung ihre verschiedenen Landes - Produkte, namentlich Ochsen, nach der Spanischen Küste und den úbrigen Europäischen Häfen verschisst, Von Sidi- el: Ferruch führen zwei Straßen , die eine direft, die andere die Küste entlang úber das Kap Caxines nach Algier ; die kürzere beträgt ünf Lieues; beide, namentlich aber die entferntere, werden vön fleinen Gebirgsfketten durch- schnitten, die indessen dem Reisenden feine besonderen Hinder- nisse in den Weg legen. Die Vegetation ist auf dieser gan-

zen Strecke hôchst üopig ; überall triff man Aloes, Cactus,

Myrthen und Feigenbäume u. a. m. Auch befinden sich die 'Landhäuser der Konsuln von Frankreich, Sardinien und Eng- Tand zwischen Algier und Turetta - Chica. Rechts von dem geraden Wege nach Algier, und zwar dicht an demselben, liegt das Kaiserschloß und links der Beobachtungs-Posten der Ma-

rine auf dem Berge Bujareah. Wahrscheinlich werden die

nächsten Operationen der Armee gegen diese beiden Men 4

“Positionen gerichtet seyn. Der Punkt, an welchem die

mee landete, war durch mehrere Battericen vertheidigt. Auf

einer unlängst erschienenen Charte sind deren fünf angegeben;

ihre Anzahl ist aber wahrscheinlih größer, da Sidi -Ferruch gewissermaßen als der Handels-Hafen des Algierischen Staats betrachtet werden kann.//— Ein anderes hiesiges Blatt macht auf die unglaubliche Schnelligkeit aufmerfsam, womit die ‘Truppen ausgeschifst worden sind (nämlich in se<hs Stunden); die Armee werde sich jet wahrscheinlich in drei Corps thei- Ten, wovon das eine den Landungs-Punkt beseßt halten , das andere die Küste entlang operiren und das dritte die Höhen, welche die Landhäuser des Französischen und Amerikanischen Konsuls beherrschen, zu gewinnen suchen würde, um sich auf den Bergen südlich von Algier zu verschanzen. |

Das Journal des Debats spricht in einem Auf- Faße ‘seine Freude über die glücklich vollbrachte Landung der Expeditions - Armee aus, ist jedoch der Ansicht, daß dieser Krieg mit der großen Frage zwischen dem Ministerium und dem Lande, welche sih er| durch die nächsten Wahlen ent- scheiden werde, nichts zu thun habe und feinen, der constitu- tionnellen Sache nachtheiligen Einfluß auf dieselben ausúben Werde. i :

Der Minister des öffentlichen Unterrichts hat eine Kom- mission ernannt, welche ihm am löten des nächsten Monats einen ausführlihen Bericht úber den jeßigen Zustand der Hiesigen Gymnasien in wissenschaftlicher , religiöser und mo- ralischer Beziehung, so wie in Hinsicht auf die innere und Ddfonomische Verwaltung derselben, erstatten soll. i

Die (gestern erwähnten) beiden Briefe des Grafen von Effiat und des Vicomte von Colomb sind bei dem Notar “Guérinet deponirt worden. Bis auf die in dem erstern ent- Haltenen zahlreichen Sprachfehler, bemerkt der Constitutionnel, Feyen beide wörtlich abgedruc#t worden.

. Die von den Herren d’Andigné de la Blanchaye und Guilhem in Angers eingereichte N mußte, da sie gegen Bêéamte gerichtet war, zuvor dem Staats - Rathe unterwvr- fen werden; dieser soll jeßt dahin entschieden haben, daß eine gerichtliche Belangung nicht zulässig sey.

Am 24sten v. M. hat ein Gewitter in zehn Dorf -Ge- meinen des Departements der Yonne die Felder verwüstet und alle Hoffnung auf eine Aerndte zerstört. Der König und der Dauphin haben ein jeder die Summe von 2000 Fr. zur Unterstüßung der unglücklichen Gemeinen bewilligt, und

Unterstüßungs-Fonds 20,000 Fr. zur Verfügung des Präfek- fen jenes Departements gestellt.

Am 15ten d. ist die Brasilische Fregatte „le Prince:-Im- périal/‘/ auf der Rhede von Brest angekommen. ‘, Am Bord dieses Schiffes befindet si<h der Herzog von Leuchtenberg, der

“nach einer dreitägigen Quarantaine an's Laud steigen wollte.

Er wird ohne weiteren Aufenthalt die Reise dur Frankreich nach Baiern antreten.

Die Korvette „„Lionne‘/, Capitain Gaston de Missiessy- war am lten d. im Begriff, nach den Gewässern von Algier und von da aus nach der Levante unter Segel zu gehen. Am Bord derselben befand sich der Schwiegersohn des Gra- fen Guilleminot, Herr von Royer, und die Generalin Tre- zel, welche zu ihrem Gemahl nach Griechenland reist.

Briefen aus Lissabon vom 5ten d. zufolge, waren dort aufs Neue mehrere im Namen der Königin Donna Maria erlassene Proclamationen im Umlauf. Dieselben sind von Dekreten begleitet, wonach, im Namen der jungen Königin, ein Gerichtshof, tin neues Ministerium und ein Staats- Rath auf Terceira errichtet werden sollen.

Großbritanien und Jrland.

London, 20. Juni. Es sind heute früh mehrere Yri- vatberichte aus Windsor eingelaufen , die über .den Gesund- heitszustand Sr. Majestät ungünstig lauten. Der Bischof von Chichester liest dem Könige häufig Stellen aus der hei- ligen Schrift vor. i

Am {18ten d. kam sowohl im Ober - als im Unterhause nichts von Bedeutung und allgemeinem Interesse vor. Im Erstern beschäftigte man sich fast ausschließlich mit einer Scheidungs - Bill, und: im Lebtern schien die durch den Aus- {uß gehende Bill, wegen der in der Schottischen Gerichts- barkeit vorzunehmenden" Aenderungen, so viele Langeweile zu erregen, daß Herr Brougham sich genöthigt sah, die über ganz andere Dinge lant si< unterhaltenden Mitglieder zu ersuchen, sich in die Nebenzimmer zu begeben, um durch ihre Conversationen den freilich eben ear trocéenen Geschäftsgang nicht zu unterbrechen. Auf diese Aufforderung entfernten sich auch die Mitglieder bis auf 40, die den Auseinanderseßzun- gen der Rechtsgelehrten zuhörten. Als das Haus darauf einen Ausschuß zur Erwägung der Bill wegen veränderter Rechts-Verwaltung in England und Wales bilden sollte, trug Hr. Jones, auf den Grund, daß die Vereinigung der Walli- sischen Gerichtsbarkeit mit der Englischen in Wales selbst Un- zufriedenheit errege, darauf an, daß die Bill erst in 6 Mo-

“naten dur<h den Ausschuß gehen (d. h. jeßt verworfen wer-

den) solle. Dieser Vorschlag wurde jedoch von- 129 gegen 30 Stimmen verworfen.

Bei Gelegenheit einer Erwähnung des am Jahrestage der Schlacht von Waterloo beim Herzoge von Wellington stattgefundenen großen Mictagsmahles legt die Times fol- gendes Bekenntniß hinsichtlih ihrer Gesinnungen gegen den genannten Minister ab: ¿„Der Herzog von Wellington hat ein beneidenswertheres Geschi> als irgend ein Engländer, der ihm in seiner Laufbahn seit vielen Menschen - Altern vor- angegangen ist; denn er hat nicht allein alle andern Men-

schen in der Kraft-Anwendung seines Vaterlandes, zur Nieder-

lage und Vernichtung der Feinde desselben, úbertroffen, sondern es ist ihm auch durch Anstrengungen, die, weil sie unbezwei- felt uneigennübiger“ waren, darum auch edler zu nennen sind,

unter mannigfachen Schwierigkeiten gelungen, England einen anhaltenden Friedens - Genuß zu sichern ein Versuch,-an dem jeder Andere gescheitert wäre, weil es eben solcher Siege, wie der seinigen, bedurfte, um ihn durchführen zu können. Er is es, von dem die Geschichte zu berichten haben wird, daß der größte Kriegsheld seiner Zeit zugleih dem Lande und seinen inneren Zwisten der thätigste Friedenstifter , so wie allen übrigen Ländern der ganzen Welt der gemäßigtste und friedfertigste Minister gewesen ist, der jemals das Groß- britanishe Conseil geleitet hat. So lange nun der edle

erde in seiner civilistischen Laufbahn dieselbe Festigkeit,

eradheit und Scharfsicht zeigen wird, die seine militairischen Dienste charakterisirten, wird er uns zu seiner Unterstüßung bereit finden; falls er jedo, was wir nicht vorausseßen, von jener n der Ehre abweicht, wird er au< wahrnehmen, daß wir ihm ein thätiger und ausdauernder, wenn nicht auch ein fur<tbarer Feind un fônnen.‘/ 4 R Den Vorschriften des Parlaments zufolge, ist eine Ue- bersichts -Tabelle von ben während der leßten 6 Jahre an dem Sonnabend jeder Woche in Umlauf gewesenen Bank- Noten im Dru erschienen. Man verspricht sich von diejer Tabelle einen Nuben für dis künftigen Paëlaments - Erôrte- rungen über die Landes-Valuta und zieht vorláu fig ‘das Re-