1830 / 190 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Mißbilligung über den von ihnen am 24sten v. M. bei Ge- legenheit der Wahl des Grafen von Preissac verübten Unfug zu erkennen giebt; es heiße niht seinem Könige dienen, wenn man die öôffentlihe Ruhe stdre und sih gegen irgend einen Bärger Gewaltthätigkeiten erlaube; er hoffe, daß man . ihn nie wieder in die unangenehme Nothwendigkeit verseßen werde der Einwohnerschaft von Montauban den Vorwurf zu ma- chen, daß sie die Achtung gegen die Geseke aus den Augen gelassen habe, Auch der Präfekt des Depts. des Tarn und der Garonne hat eine Verordnung erlassen, worin er, bei Strafe sofortiger Verhaftung und geseblicher Ahndung, jeden Volks - Auflauf auf offener Straße verbietet.

Der Globe will wissen, daß der Graf von Preissac bei dem General-Prokurator des Kdnigl. Gerichtshofes in Tou- louse eine Klage gegen die Anstifter des bei den Unruhen in Montauban auf seine Person gemachten Anschlags einge- reiht habe. e :

Es heißt, daß der diesseitige Gesandte am Kurhessischen Hofe, Hr. v. Cabre, als Gesandter beim Deutschen Bundes- tage nah Frankfurt gehen und den bisherigen Legations-Se- cretaix in Madrid, Hrn. v. Beaurepaire, zum Nachfolger in Cassel érhalten werde.

Der Dräpeau blanc meldet, daß der Graf v. Villèle sich anschicke, Toulouse zu verlassen, um si hierher zu begeben.

Großbritanien und Jrland. | London ,-3. Juli. Der König wird, dem Vernehmen

‘nah, die Residenz im Schlosse von Bushy- Park eine Zeit

lang noch beibehalten, da Se. Majestät diesem Aufenthalts- Orte, sv wie dem Schlosse von Kew, vor dein erst zur Hälfte vollendeten Schlosse von Windsor bei weitem den Vorzug geben sollen. i / (

¿Der Herzog vow Cumberland‘, heißt es im Globe, „dürfte unmittelbar nach der Bestattung des hochseligen Mos narchen eine Reise nah dem Festlande antreten, um daselbst seine bisher noch dort bestandenen häuslichen Einrichtungen atifzugeben und sodann seinen immerwährenden Aufeuthalt in Engländ zu: nehmen. ‘‘

Es ‘ist, wie man vernimmt, an den Obersten Fox, einen : Sohn des Lord Holland und Gemahl> der Miß Fißclarence,

Tochter Sr. Majestät, ein Expresser na<h Halifax, wo er

dermalen mit seinem Regimente stationirt ist, mit der Auf- | S forderung gesandt worden, sogleih na<h England zürüczu-

kehren, da es der Wunsch des Königs ist, alle seine Verwand- ten in seiner Nähe zu haben.

Die Morning- Chronicle äußert: „Keine von den in der Thronrede, bei Eröffnung der gegenwärtigen Parla- ments - Session, angekündigten Maaßregeln ist wirklich zu Stande gekommen ;- von beiden Häusern kann gesagt werdeu, daß die Mitglieder ihre Zeit ganz umsonst verschhwendeten, es müßte denn seyn , daß sich einige in der Kunst des Worte- und Redenmacheûs geubt haben.‘ /

¡Die Wahlen ‘in Frankreich „/“ äußert der Courier, ¿,\o sehr au der Verlauf derselben uns betrübt, verwundern uns doch nicht. Eine täuschende Hoffnung würde es nur seyn, uns jeßt noch damit schmeicheln zu wollen, daß die neue Kammer gemäßigter seyn werde, als die alte, und r a die Mitglieder derselben von ihrem constitutionnellen Berufe einen richtigern E als früher, haben werden. Die Regierung befindet fih unstreitig in einer “kritischen Lage, und eine baldige Veränderung des“ Ministeriums kann unmaßgeblih erwartet werden. Alles v jeßt von der Klugheit des Monarchen und von jener glücklichen 'Unter-

- scheidung zwischen Festigkeit nnd Eigensinn ab, die Ludwig

AXVIII. so ausnehmend gut zu treffen wußte. Leider er- sehen wir aus Briefen, die uns zugekommen ‘sind, daß- sich einigen Departements neben der Opposition gegen die Mi- nister auch Mangel an Achtung gegèn den König gezeigt hat. m Allgemeinen war dies jedo< nicht der Fall, und einige ugeständnisse, die zur rechten En der Nation gemacht ‘werden, würden Karl X. populair machen.“ j Die Times sagt in Bezug auf denselben Gegenstand : e-Welches auch immer dex Ausgang der- jeßt in Frankreich sih vorbereitenden großen Ereignisse seyn möge so ist so viel gewiß, daß die ruhige und würdige Weise, in welcher die Nation ihren Willen ausgedrückt und ihre Vertreter ge- wählt hat, immer zu bewundern bleiben wird. Nicht ein einziger Tumult, ja uicht cinmal ein Lärm oder eine gewalt- thätige Handlung, hat bei einer der zahlreichen Wahlen in der ‘Provinz stattgefunden. Die- Hülfe der Polizei ist nir- en requirirt worden, und fein einziger Wähler oder politi- her Parteigänger hat au< nur ein Wort fallen lassen, von dem das Geseß Notiz zu nehmen braucht.“

Zeit den verständigen Wün-

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Dasselbe Blatt bemerkt: „Aus den lezten Nachrich: ten von der Afrikanischen Küste scheint hervorzugehen, daß die Französische Armee nicht eben eine leihte Arbeit gefunden habe. Die Expedition na< Algier dürfte überhaupt das Schicksal haben, daß, fällt ste erfolgreich aus, die Französische Nation sie nur als eine Episode in der auswärtigen Politik Frankreichs ansieht, mißlingt sie jedoch, das Volk und seine Vertreter eine ganz besondere Wichtigkeit darauf legen,“

Aus Canton wird unterm 19. Januar gemeldet: „„Ge- stern fanden hier einige Bewegungen unter den Europäern und Chinesen statt. Vor einigen Monaten hatte die Eng- lische Faktorei ihre Beschwerden über verschiedene Prellereien, welche die Europäischen Kaufleute in China zu leiden ha- ben, dem Kaiser in einem ehrfurchtsvollen Gesuche zu erken- nen gegeben und dabei auf Abhülfe sehr gedrungen. Dies Gesuch war vom Vice- Könige der Provinz Cantou nach Hofe ge- sandt worden, aber ohne Antwort geblieben. Dem zufolge

zeigten sich gestern 13- oder 14 kleine Englische Fahrzeuge,

mit 5 Capitainen, 10 Offizieren, 30 Unteroffizieren und 180 Matrosen bemannt z an deren Spike befanden si<h fünf oder se<hs Herren von der Englischen Faktorei. Nachdem dieses bewaffnete Gefolge gelandet war, begab es sih auf den Weg, mit Vorauftragung. von Pappendeceln , die an langen Stä- ben wie Standarten getragen wurden , und auf welchen mit großen Chinesischen Charakteren “geschrieben stand, daß sie nichts beabsichtigten, als den Chinesischen Behörden einige Bittschriften zu übergeben. Dessenungeachtet fanden sie die Thore von Canton geschlossen und wohl bewacht, wobei die Chinesen ihre Entrüstung darüber laut werden ließen, daß armse- lige fremde Kaufleute, Fanguagas, sich eine solche Vermessenheit beigehen ließen. Der Bittschriften waren drei : eine an den Kai- ser, welche nur bei unvermeidlicher Nothwendigkeit abgesandt wer- den sollte, eine an den Vice-König, und eine an den Hoppo (das Oberhaupt des Zoll-Amtes). Alle enthielten die Auf- zählung der Beschwerden der Engländer, nebst dem Ultima- tum, nah welchem die Faktorci den Britischen Schilsen noch zugestehen wollte, mit China Handel zu treiben. Der Zufall

f wollte, daß in demselben ARge s ein Courier vom Hofe

Antwort auf dié bereits läng eingesandten Beschwerden ge- bracht hatte, wodur die Engländer ermahnt wurden , sich ruhíg za verhalten, allein ihren billigen Wünschen in keinem túcke genugt wurde. Die, Faftorei erließ hierauf einen Be- {luß, der än ihren Gebäuden angeschlagen wurde. (Es ist das von uns bereits mitgetheilte Verbot der Englischen Su- percargos fúr die Britishen Schiffe, ferner Handel mit China zu treiben, oder \auh” nur die Boca- Tigris hinaufzu- fahren.) Das Canton - Register, welches diesen Vor- gang umständlih erzählt, schließt mit folgenden Worten:

¿¿Der erlesene Ausschuß hat auf eine nachdrückliche Weise

allen Handel mit den Chinesen durch die öffentliche Kund- machung, daß fein Schiff vom Mutterlande den Bogue pas- siren soll, aufgehoben. Das Compagnie - Schif} „Duke of Sussex‘/ soll zu dem Eude zur Blokade hingelegt werden. Die- Corapagnie - Schiffe „Hythe“/ und „„Windjor“/ sind, dem Vertzehmen nach, na< der Gelben See bestimmt, und der Rest der Flotte nach Manila. Einige Mitglieder der Britischen Fäktorei werden mit den erstgenannten Schiffen

abgehen ; ein anderer dieser Herren wird sich nah der hohen

Regierung in Bengalen mit einem amtlichen Auftrage - bege- ben. Dieses sind die Tagesgerüchte."/

Miederlande.

Aus dem Haag, 4. Juli. Se. Majestät der König werden morgen aus dem Loo in dieser Residenz erwartet. Se. Maj. werden, dem Vernehmen nah; dem Großbritani- schen Botschafter eine Privat - Audienz ertheilen und Dien- stag e wieder na< bem Lustschlosse- Loo zurückkehren. Die Reise Jhrer Majestäten und J. K. H. der Prinzessin Mariane nach Brüssel, um die dortige Gewerbe - Ausstellung in Augenschein zu nehmen, scheint auf den 14. d. M. festge- seßt zu seyn. Nach einem Aufenthalte von einigen Tagen in lektgenannter Residenz wird der Königl. Hof si< wieder nah dem- Loo begeben, dort, wie man versichert , bis zum 25. August verweilen und dann hierher zurückkehren.

'Am 1sten d. feierte ein Verein von Gelehrten, Staats- Beamten und Privatpersonen, die in den Jahren 1801 bis 1810 die Universität Gröningen besucht haben, ein akademi- hes Gedächtnißfest. Die Theilnehmer, 200 an der Zahl, begaben sich mit den Studirenden der Universität unter Glockengeläute nach der neuen Kirche, wo Professor Lulofs eine dem Feste angemessene Rede hiele. Mittags war ein großes Gastmahl im Konzert - Saale der Stadt veranstaltet,

Beilage

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Beilage zur Allgemeinen Preußishen Staats-Zeitung 19909. a0 E ZUR M ONS E E R N S N N NAANZ A R Es A T R M Ea IROTE A In R A U EESGNE UMIIT T NIO T ZAR T R Ä E EIG N E

dem der Gouverneur der Provinz, der Bürgermeister von Gröningen und der dort fommandirende Obersi beiwohnten. Das Fest wurde durch eine Abend - Musik beschlossen, die von den Studenten bei Fackelschein dargebracht wurde. Am Abend des folgenden Tages wurden die Theilnehmer dieser akademi- schen Feier dur<h die Stadk zu einer außerordentlichen Vor- stellung im Schauspielhause eingeladen. j

_ Denbis zum 23. Februar reichenden Java-Zeitungen zufolge, hat sih einer der Anhänger Diepo-Negoro’s, Sentot, gletc- falls ganz für die Niederländische Regierung erklärt und sich erboten, mit seinen Truppen nah Banka zu gehen, um die in den dortigen Zinngruben beschäftigten Chinesischen Arbeiter, unter denen Unruhen ausgebrochen sind, zur Ordnung zurÜck- zubringen. Man hoffte, daß nunmehr, nah Wiedcrherstel- lung der Ruhe, die Kolonial - Ausgaben beträchtlich werden vermindert werden können. Der bekannte Priester Kiaya Modjo, der sich bei beiden Parteien verdächtig gémaächt hat, ist nach Amboina geschickt worden, um dort zu bleiben. Am 15. Februar wurde in Batavia der Grundstein zu einem neuen Gebäude für die Freimaurer - Loge „la Vertueuse“/ ge- legt. Die Feierlichkeit fand Abends öffentlich bei Facfelschein

statt. Jn den Provinzen Bantam und Anjer haben in

Folge starker Regengüsse große Ueberschwemmungen stattge- funden und viel Unglück auf den Feldern, in Wohnungen U. st. w. angerichtet.

An die Stelle des mit Tode abgegangenen Herrn Ode- vaere ist Herr Vanderhulst in Löwen zum Hofmaler ernannt worden.

MeRN{iMland.

Franffurt a. M.,- 5. Jali. Se. Königl. Hoheit der Kurfürst von Hessen slnd heute hier eingetroffen und im Gast- hof zum Römischen Kaiser abgestiegen.

Karlsruhe, 4. Juli. Jhre Köuigl. Hoheit die Frau Großherzogin und die Prinzessin Alexandrine Hoheit sind ge- stern nah dem Bade Griesbach abgereist, wo Höchstdieselben einige Zeit verweilen werden.

Nürnberg, 5. Juli. Se. Durchl. der Fürst Metter- nih, K. K. -Oesterreichischer Haus -, Hof - und Staats-Kanhz- ler, ist gestern mit Gefolge von dem Schlosse Johannisberg hier eingetroffen und hat heute früh die Reise na< Wien fortgeselzt.

S panien.

Madrid, 22 Juni. Der Hof wird einen Tag früher, als es anfänglich festgeseßt war, Aranjuez verlassen und den 25. Juni früh um 9 Uhr hier eintreffen. nem in der heutigen Madrider Zeitung bekannt gemach- ten Dekrete vom {sen d. wird verordnet, daß die Königl. Ar- mee, mit Jubegrif} der Garde, der Königl. Freiwilligen, der Küsten: und Gränz- Karabiniers, der Douane- Soldaten im Junern und jeder anderen Uniform und Waffen tragenden Corporation von’ nun an nur mit Stoffen und Waffen, welche im Lande erzeugt und verfertigt worden sind, bekleidet und ausgerüstet werden sollen. Für den Fall, daz besonde- rer Umstände wegen die Einfuhr einiger zur Bekleidung, Be- waffnung und Equipirung gehörigen Gegenstände aus dem Auslande nöthig werden sollte, so ist zuerst auf die im áten Artifel des Königl. Defrets vom 16. April 1816 angedeutete Weise bei dem Königl. Finanz-Ministerium hierüber die Ge- nehmigung einzuholen. Schon im Jahre 1719 war ein den- selben Gegenstand bezweckendes Dekret erlassen und 1796 aufs Neue in Anregung gebracht und bestätigt wordeu. Die

erren Pelegrin und Montemayor, ehemals Mitglieder des dnigl. hohen Raths von Castilien, welche ihrer Stellen ent- seßt worden waren , sind auf speziellen Befehl Sr. Majestät des Königs wiederum als Räthe in jenes Tribunal, und zwar mít der ihnen zukommenden Anciennetät, eingetreten. Der chemalige Banguier Don Francisco Crespo de Tejada, wel- her vom 9. März 1820 bis 9. Juli des nämlichen Jahres Mitglied der constitutionnellen provisorischen Regierungs-Kom- mifsion und in den Monaten April bis Ende September 1823 General - Schaßmeister des sich damals in Cadix befindeuden sogenannten constitutionnellen Spaniens war und sich seit- dem im südlichen Frankreich aufgehalten hatte, ist von dem Könige zurücégerufen worden und hat die Ehre gehabt, Sr. Mazj. vor einigen Tagen füx diese ihm erwiesene Gnade in Aran- juez die Hand zu füssen. Eine gleiche Gnade ist dem constitu- tionnellen Ex-Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Hrn, s de Castro (bis zum Jahre 1820 war derjelbe Spani- cher General-Konsul in Hamburg), widerfahren, welcher von

Ani ei:

Sr. Majestät wiederum in den Besis seiner Titel und Or- den 2c. geseßt worden ist und die' Erlaubniß erhalten hat, nach Madrid fommen zu dürfen. Er lebt seit einigen Jah- ren in St. Sebastian. Die bisherigen Direktoren der Spa- nishen Bank de San Fernando , der Banquier Don Andres Caballero und der Banquier Dou Julian Aquilino Perez, beide sehr reiche Leute, haben, wie es scheint, seit langer Zeit mittelst iprer eigenen Fonds nicht nur das zu jeder Zeit gänzlich unmo- tivirte Steigen und Fallen der Bank-Actien der nun liquidirenden San Carlos - Bauk und auch der Bank de San Fernando zu ihrem Privat-Nukben veranlaßt, sondern sich auch einer gewisse. Art Operationen übeclassen, bei welcher sie nur ge- winnen fonnten, da sie als Bank - Direktoren, bei etwä vor- zunehmenden finanziellen Schritten, von Seiten der Regie- rung fonfidenzielle Auzeigen erhielten und na<h dem Resul- tat nur erst die Erklärung von sich zu geben pflegten, ob das Geschäft für Rechnung der Bank oder für ihre Privat-Rech- nung gemacht worden sey. Man hat jene beiden Jndividuen höherer Seits mit Bestimmtheit veranlaßt, ihren Abschied zu fordern, weicher Aufforderung sie auch Folge geleistet haben. An ihrer Stelle sind Don Antonio Martinez, Contador mayor de Distribucion, und Don Francisco de Muguiro, Banquier und Chef des Hauses Yribarren Sobrínos ec Comp. hierselbst, zu Banf-Direftoren ernannt worden. Beide sind seit langen Jahren als sehr redlihe Leute bekannt. Seit dem 17. Juni, an welchem Tage die Vales reales con- solidados auf 407 und 41 pCt. standen, haben sie heute 43 pCt. (obschon ohne Nehmer) errei<ht, und hat das Gouver- nement, dem Vernehmen nach, die Absicht, sie no< um ein Paar pCt. zu heben, weil das Projekt, eine bedeutende An- leihe zu erôffnen (dur< Emission von Renten), noch fort- während die Minister beschäftigen soll, und die Spanischen Vales ohne Zweifei einen Theil der dafür zu erlegenden Va- leurs ausmachèn dürften. Der Finanz-Minister und diejeni- gen Personen, mit denen er sih berathet, arbeiten sehr viel, und ist man jeßt ernstlih damit beschäftigt, den dffentlichen Kredit so viel als möglich zu befestigen; auch giebt es no< Leute, welche fortwährend behaupten , daß bei Gelegenheit einer neuen und bedeutenden Renten-Emission vielleicht auch der ersten Anleihe der Kortes durch Laffitte gedacht und ein Theil zu 15 pCt. Kapital-Werth an Zahlungs statt ange-

| nommen werden dürfte. Der kärzlih in Vitoria auf Al-

lerhöchsten Befehl verhaftere Don Manuel de Oviedo, wel- <èr sich hatte drauchen lassen, um verschiedene , gegen den Grafen von Ofalia gerichtete, höchst unanständige, durchaus lüugenhafte Artikel in den Pariser Zeitungen zu verbreiten, ist vor wenigen Tagen seiner Haft entsprungen, hät sih nach Franfkreih begeben und daselbsi den Schuß der Geseke, als ein wegen politischer Meinungen verfolgter Spanier, in An- spruch genommen. Man hofft jedoch, daß die Französischen Behörden ihn, auf Verlangen des hohen Rathes von Kasti- lien, ausliefern werde.

Vereinigte Staaten von Nord-Amerika.

New-York, 31. Mai. Die (wie gemeldet worden) am 27sten. d. M. im Hause der Repräsentanten von Herrn Camberleng eingereichte und nah einer geheimen Sißung an- genommene Bill zu Verbesserungen in den die Handels-Ver- bindungen zwischen den Vereinigten Staaten und gewissen Großbritanischen Kolonieen betreffenden Anordnungen ent- hált im Wesentlichen folgende. Bestimmungen: - „Wenn der Präsident der Vereinigten Staaten die Nachricht empfängt, daß Großbritanien in seinen Westindischen Kolonieen, in fei- nen Besizungen auf dem festen Lande von Süd: Amerika

‘und auf deu Inseln Bahama, Caicos und Bermuda Schiffe

der Vereinigten Staaten zuläßt, ohne daß- sie hdhere Abgaben zu entrichten haben, als die eigenen Schiffe, und wenn es erlaubt, daß die Schiffe der Vereinigten Staaten solche Waa- ren dort einführen und gleichfalls wieder nah allen Orten, außer nah Britischen Besizungen, ausführen dürfen , deren Ein - und Ausfuhr Britischen Schiffen erlaubt ist, und da- bei zugleich diebisherigen Handels-Verbindungen der VereinigtenStaaten nach andern Theilen der Britischen Besißungen auf dem nämlichen Fu

bleiben auf dem sie dermalen bestehen so so

der Präsident befugt seyn, zu jeder Zeit vor der nächsten Ko.ngreß-Sißung die Häfen der Vereinigten Staaten entweder auf eine unbestimmte oder auf eine be- stimmte Zeit, so wie es die Umstände erheischen, den Briti- schen von den oben angeführten Kolonial #7 Besißungen kom: menden Schiffen mit gleihen Vergünstigungen für die Ein-