1830 / 190 p. 4 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

1452

und Ausfuhr zu dffnen und zu gleicher Zeit 2 früher erlassene auf die Handels - Verbindungen zwischen den Vereinigten Staaten und gewissen Britischen Häfen sih- beziehende Ver- ordnungen vom 18ten April 1818 und vom 1. März 1823 entweder zu fuspendiren oder gänzlich zu widerrufen, so wie es die Umstände erheishen. Ferner wird in der erwähnten Bill bestimmt, daß sobald in Folge obiger Be- dingungen die Häfen der Vereinigten Staaten geöffnet wor- den sind, ‘es Britischen Schiffen und ihren Ladungen erlaubt seyn soll, von solhen Jnfeln, Provinzen oder Kolonieen Großbritaniens fommend, die auf oder nahe dem Nord-Ame-

rikfanischen Kontinent und nödrdlich oder östlich von den Ver-

einigten Staaten liegen, in die Häfen der leßtgenannten Staa- ten einzulaufen.// Die- Botschaft des Präsidenten, welche die geheime Sißung veranlaßte, in deren Folge die eben er- wähnte Bill angenommen wurde, war zugleich an den Se- nat und das Haus der Repräsentanten gerichtet und lautete

|

im Wesentlichen folgendermaßen: „Meine Herren! Jch halte

es für meine Pflicht, Jhnen anzuzeigen, daß ih tägli cine entscheidende Antwort der Britischen Regierung auf einen ihr in Beziehung auf den Kolonial - Handel gemachten Vor- schlag erwarte. Jch habe diese Mittheilung aufgeschoben, weil ih die besagte Antwort, no<h vor Schluß der Kon- greß-Sißungen zu erhalten hoffte, und wurde jeßt veranlaßt, sie zu machen, weil die Antwort möglicher Weise, da das Packetboot, das sie mitbringen soil, wider Erwarten no< nicht eingetrossen ist, erst nah Vertagung der Sißungen anfommen fônnte. Jn diesem Fall müßte, wenn unser Ge- sandte auch in seinen Unterhandlungen glücklich gewesen wäre,

das dermalen bestehende Jnterdikt nothwendiger Weise bis |

zur nächsten Sibung in Kraft verbleiben, weil der Präsident in feinem Fall autorisirt ist, es aufzuheben. Obgleich aber noch keine entscheidende Antwort eingegangen ist, fo geben die lebten Nachrichten von Herrn Mac Lane hinlänglichen Grund, ein günstiges Resultat zu erwarten und meinen Vor- schlag zu rechtfertigen, daß Sie mich im Voraus mit Jhrem Entschluß bekannt machen.“ Der Nattonal - Jntelligencer äußert: ¡¡Dhgleich im Kongreß die Verhandlungen über den Tarif viel Zeit weggenommen haben, so glauben wir dennoch, daß man nicht Ursache haben wird, es zu bedauern. Diese Verhand- lungen bahnten auf jeden Fall den Weg zu wünschenswerthen Modificationen und dienten hoffentlich auch dazu, zu bewei- sen, daß manche Auflagen, die für einzelne Theile des Landes als drücfend ‘angesehen werden, nicht nur für das Ganze, fondern sogar fúr diejenenigen vortheilhaft sind, von denen man glauben sollte, daß sie ‘am meisten darunter leiden. Uebrigens haben diejenigen Staaten, die sich verleszt glaubten, Gelegenheit gehabt, im Kongreß ihre Klagen laut werden zu lassen. Diese Befugniß, si beklagen zu können, gehört zn den ‘theuersten Rechten des Menschen; sie mildert seinen Kummer, ekleichtert seinen Schmerz, mäßigt seinen Zorn und s{<üßt gegen Gewältthätigkeiten. ' In einer New -Brunswic> Zeitung liest man : „Der

Telegraph der Vereinigten Staaten versicherte neulich , daß

einige Artikel, die er aufgenommen, vorher dem Präsidenten Jacfson wären vorgelegt und von ihm bestätigt worden, namentli ein politischer, der viele heftige persduliche Aus- fälle ‘enthielt! Dieses ist das erste Eingeständniß, daß ein Präsident der Union die Ober - Aufsicht über cin heftig politisches und zu einer gewissen Partei sich bekennendes Blätt anmaßte, und wir hoffen, kein zweites Beispiel dieser Art wieder wahrzunehmen.“ ;

Dem Jahres - Berichte des Secretairs des Schaßamtes ufolge, sind von Seiten dèr Regierung, seit Einführung dér

ersassung bis zum 24. Dezember 1828, für dffentliche Er- ziehungs-Änstalten gegen 11 Millionen Dollars und ¿uf Un- terstüßung von Kanalbauten über 3 Millionen Dollars’ aus- gegeben worden. : von Texas erschienen, die großen Beifall findet. Die in dex Stadt Albany bestehende Handwerker - und Pächter-Banuk schrieb neulich ihren Actionnairen eine Jahres- Dividende von 50 pCt. zu Gute.

Ein Herr Rivafenoli, erster Direktor ciner der großen Bergwerk - Gesellschaften in London, ift mit Z anderen unter ihm angestellten Beamten in Frederisburg (Virginien) an- efommen, um in den Goldbbezirken der Vereinigten Staaten Intersuchungen" anzustellen ; sie gedenken fich zuerft nah Nord- Karolina zu begeben, und wenn sie irgendwo Gold genug finden, um vortheilhafte Ausbeute erwarten zu föunen, fo wollen sie dann Anstalten zur Gewinnung diejes edlen Me- talies treffen. /

Jn Washington - ist ein“ Agent der Choctaw - Judianer | lag -der Culminations - Punkt des ganzen Nivellements der

F Washington ist eine neue sehr - ausführliche Karte

angefommen , mit der Vollmacht , ihre dstlih von Mis i belegenen Besizungen ‘zu verkaufen. S Stamm betont aus ungefähr 21,000 Seelen und bewohnt im Staat Ala- bama eînen 20 Englische Meilen breiten und 70 Meilen lan- gen Strich Landes; . er verlangt für seine Besibungen den

| Werth von ungefähr einer Million Dollars.

In Tat L

Berlin, 10. ne Aus P osen schreibt man: „Auchindem Po

Großherzogthum sen wurde in allen evangelischen Kirchen das dritte Säkularfest der Uebergabe des Augsburgischen Glau- bens - Bekenntnisses feierlich begangen. Besonders groß war der Andrang von Andächtigen aus allen Ständen in die Labae evangelische Kirche auf dem Graben, ‘die an jenem esitage angemessen und auf das ges<hma>vollste verziert war. Es geschah mit frommen Sinne hier, wie in den ge- sammten evangelischen Kirchen der Provinz, Alles, was zur erhebenden und würdevollen Feier des denkwürdigen Tages beitragen fonnte.““ |

ÎIm verflossenen Quartal sind in den Hafen zu Sw i-

nemünde 293 Schiffe von 16,567 Lasten Größe eingelaufert, und zwar 260 beladen, 29 geballastet , 3 Nothhafner und 1 Nothrheder. von 9250 Lasten Größe, nämlich 153 beladen, 10 geballastet, 2 Nothhafnerc und 1 Nothrheder. Ausgelaufen sind dagegen 353 Schisse von 173,390 Lasten Größe, worunter 277 belas den, 73 geballastet und 5 Nothhafner waren. Unter den aus- gelaufenen Schiffen befanden sich 249 Preußische, 167,476 Lasten groß, von welchen 194 beladen, 51 geballastet und 4 Nothhafner waren.

Auf den Jnseln Usedom und Wollin sind in diee

sem Jahre, bis zum Schluß des verflossenen Monats, 2056

Tonnen Heringe, und zwar 8772 Tonnen mehr als im vori- gen Jahre, gepa>t worden. Allem Anschein nach wird (wie man aus Stettin meldet) der Fang auch im Herbste reichlich ausfallen, was um. so mehr zu wünschen ist, ‘als der schlèchte Fang in den früheren Jahren die Fi\cher sehr entmuthigt und sie der Mittel beraubt hatte, die alten unbrauchbar ge- wordetien Neve durch neue zu erseßen.

Im vorigen Monat sind aus Oberschlesien auf der

Ober in Breslau angekommen: 55 Schiffe mit Bergwerks- Produkten, 7 Schiffe mit Wolle, 46 Schiffe mit Brènnholz, 3 Schiffe mit Stabholz, 2 Schiffe mit Heu und Stroh, und 69 Gänge Bauholz.

- C E R fie Se

Nivellement der Landenge von Panama.

Die Französischen“ Akademiker Bouguer und La Conda=--

mine reisten úber den Jsthmüs ‘von Panauia, als sie über Portobelo na< Quito zur bérúhmten Gradmessung gingen. Sie waren mit Barömetern versehen, aber sie vergaßen, sle z1 öffnen. Man erfuhr durch sie nihts über die Höhe der Wasserscheide. Ulloa versuchte eine Barometermessung in Cruces, wo die Reisenden den Rio Chagres* vérließen; aber troß der Regelmäßigkeit der stündlichen Barometer-Verände- rungen unter den Tropen, fiel die Messung doch sechsmal zu

groß aus. Die von Ulloa in den Observaciones astronomi-_

cas y nautiecas befannt gemachten Barometer-Höhen in -Cru- ces und an der Meereskliste gebèn 210 statt 35 Par. Fuß für die Lage von Cruces- úber dèm Meere. Seit der Grade messung in Quito , also seit mehr als 80 Jahren, sind wir in derjelben Unwissenheit über die Berghdhe von der Land- enge von Panama ‘und úber die Möglichkeit eines für See- schiffe fahrbaren Kanals zur Verbindung beider Meere ge blieben. Alle neuerèên mit Barométern versehenen Reisende, Humboldt, Caldas, Boussingault , Rivero, Pentlaud, haben nicht den Jsthmus berährt. General Bolivar hat das Ver- dienst, in den Jahren 1828 und 1829 diese für den Welt- handel so wichtige Gegend durch zwei Columbische Jingenieur- Offiziere (einen Engiänder, Lloyd, und einen Schweden, Falmarc) haben aufnehmen und nivelliren zu lassen; ja, er hat auf die freisinnigste Weise befohlen, die Resultate des Nivel- lements, sammt allen Karten, in Europa bekannt zu machen. Der eben erschienene Theil der Philósophical Transactions für 1830 enthält diese Bekanntmachung. Die Operation ging von dem Ufer der Südsee oder von Panama aus, gerade nördlich na< dem obern Laufe des Rio Chagres, ivo (etwas östlich von dem Zuflüsse des Rio Pegueni) der Wasser|ptegel des Chagres 169 Engl. Fuß über den hohen Wassern in der Bai von Panama gefunden ward, Jn dieser Strecke zwi- schen Panama und der Confluenz des Chagres und -Pegueni:

Darunter befanden si< 166 Preußische Schiffe

1453

fand die Oberfläche d's Sees von Nicaragua, der an 90 Fuß tief _ ist, 134 Spanische Fuß über der Oberfläche des nahen Oceans echaben.

Landenge; -er heißt Alto de Maria Henriqué und ist 633 Engl. Fuß über Panama erhaben. Die Regenzeit und die furhtbare Nässe der Waldüngen hinderten, im Juni 1828, die Fortseßung der Arbeit. Herr Lloyd konnte erst im Fe- bruar das Nivellement vollenden ; er folgte immer den Ufer des Rio Chagres, erst südwestlich bis Eruces, dann nord- westlich (über das Städtchen Gorgona und die Confluenz des Rio Trinidad) bis zur Mündung des Chagres oder der Küste des Antillischen Meeres. Die Bergkette is in diesem Theile der Landenge fask gänzlich unterbrochen ; die höchsten Hügel-Rüken. oder vielmehr die höchsten Hügel-Gruppen lie- en im südlichen Theile des Jsthmus zwischen Cruces und Punüiia, Oestlicher erhdhen sih die Berge, aber Hr. Lloyd irret, wenn er behauptet, daß die Cordillere südlih von der Bai ron Mandîínga, da wo ste in den Continent überseßt, immer _ansteigend, ohne Unterbrechung mit der Cordillere des Choco und der Provinz Antioquia zusammenhängt. Súdlich von Rio Tuyra, zwischen dem großen Rio Atrato und dem Ufer der Südsee, ist vielmehr niedriges Land, und

Ses Lloyd scheint das Projekt unbekannt zu seyn, die

ahia ‘de Cupica, etwas nôrdli<h von der Punta de San | t E i einer gemeinschaftlihen See- und Landmacht der meist be-

Francisco Solano mit te:n Rio Napipi oder MNaipi (einem Zufluß des Atrato) zu verbinden. Das Haupt-Resultat der von Bolivar angeordneten Untersuchung der Landenge ist- die- ses: der Verkehr zwischen beiden Meeren (bei Portobelo und Panama) kann dur< Kanäle für die kleine Schifffahrt er- leichtert werden; aber Eisenbahnen vom Zusammenflusse des Rio Trinidad und Chagres bei Panama oder bei Chorera (et- was westlich von Panama) werden vorzuziehen st eyn. Jhre Anlage dürfte nur deshalb fostspielig seyn, weil die mit Gras bewachsenen Ebenen (Savanas) durch viele kleine Bäche, die in der Re- enzeit anschwellen, durchstrichen werden. Herr von Hum- boldt , der den Culminationspurkt des Jsthmus -auf dem Wege zwischen beiden Häfen, nah Kenntniß der Temperatur und der Vertheilung der Pflanzen, auf etwas weniger als 990 Englische Fuß (Lloyd's Messung giebt 633) geschäßt hatte, machte s<on längst auf die verschiedene Höhe der Südsee und des Antillischen Meeres zur FSluthzeit und auf die dadurch modificirte Höhe des mittleren Wasser stan. des beider Meere aufmerfsam. Lloyd und Falmarc fanden den Unterschied des hohen und niéderen Wassers in Panama am Stillen Meere 27, an der Mündung des Chagres am Atlantischen Ocean 172- Fuß. Die mittlere Höhe des Was- serstandes des Atlautischen Oceans ist Z:2 Englische Fuß ge- ringer als die des Stillen Meeres; aber innerhalb 12 Stun-

den ist bald das eine, bald das andere Meer das höhere,

zum Beispiel zur Zeit der Ebbe ist das Stille Meer um einige Fuß niedriger als der Aclantische Ocean. Da Schiffe, welche mehr als 12 Fuß Wasser ziehen, nicht in den Rio Chagres einlaufen können, so s{lägt Herr Lloyd einen kleinen Derivations - Kanal in die Bahia del Limon (‘Navy Bay) vor, welche ein eben so sicherer als bequemer Ankerplalz ist. Der neue Continent bietet fünf Verbindungspunkte zwischen beiden Meeren dar, die Quebrada de la Raspadura im süd- lichen Choco (wo bereits vor dex Revolution ein kleiner von einem Franziskaner - Mönch gegrabener -Kanal existirt hat); die Bay von Cupica im nökdlichen Choco; die Landenge von Panama; den See von Nicaragua und den Isthmus von Huasacualco , dessen schon Hernan Cortez in seinen Briefen an Kaiser Karl V. als „eines Geheimnisses‘/ erwähnt. Die rößeren oder geringeren Vortheile , welche jeder dieser fünf unkte dem Welthandel gewähren fann, hat Herr von Hum- boldt ausführlicher in seinem „Vayäge aux * égions egui- noxiales” (Ed. in 8vo) T. IX. p, 325—401 und in der zweiten Ausgabe des „Exszsai politique sur le Mexique” T, I. p. 202 248 entwielt. Der See von Nicaragua und der Rio San Juan scheinen allein zu einem eigent- lich Dceanishen Kanale C gene Seeschiffe tragend, wie der Kaledonische und Nord-Ho ändische) geeignet zu seyn. Briefe aus Guatemala vom -20. Oktober 1829 melden : daß der General Verver, Minister des Königs der Niederlande, bei der Central-Republif, no< immer au Befehl seines Ho- fes mit dem Projekte einer Meer- Verbindung zwischen dem Golf von Nicoya und dem Sce von Nicaragua beschäftigt sey. Die in Guatemala herrschenden politischen Unruhen ha- ben allein bisher die Ankunft Holländischer Jngenieurs ver- hindert. Das-Spanische Gouvernement, in der Zeit des un- bestrittenen Besißes der Kolonicen, hat nie die Landenge von Panama, wohl aber den Jsthmus zwischen dem See von Nicaragua und dem Stillen Meere nívelliren lassen. Diese le6te Operation wurde, auf Befehl des Capitain - Ge- neral von Guatemala, Don Matis de Galvez, von dem Jn- genieur Don Manuel Galisteo im. J. 1781 ausgefüßrt, Man

Ueber die Vernichtung der Nord - Afrikanischen Seeräuberei, mit Rü>sicht auf den Norjd-Deut- schen Handel.

(Aus der Allgemeinen Zeitung.)

Die Expedition der Franzosen gegen Algier hat auch in Deutschland eine entschlafene Hoffnung eret, die Hoff- nung auf eine freié Schifffahrt der Deutschen Flagge nach den reichen Ländern des Mittelländischen Meeres: _Im Jahr 1814 harte der friegerishe Enthusiasmus der Völker sich ge- schmeichelt, daß die verbündeten Mächte ihre siegreichen Waf- fen gegen die Afrikanischen Seeräuber fehren würden. Da- mals stistete der tápfere Sir Sidney Smith in Paris einen antipiratis<hen Verein und“ überreichte dem Kongresse in Wien sein bekanntes Memoire über die Vernichtung der Sec- räuberei der Barbareskenstaaten. Er trug auf Aufstellung

theiligren Nationen an, zur Bewachung der Küsten des Mittelländischen Meeres und zur Verfolgung aller Piraten zu Wasser und zu Land. Auch ein Deutscher Professor, F. Herrmann in Lübeck, widmete den versammelten Monarchen eine in ähnlichem Geiste verfaßte Denkschrift, verlangte aber nicht weniger als die Landung eines Europäischen Heeres von 75,000 Mann’ auf der Küste von Algier und die Kolonisirung dieses Staates. Nähere und dringendere Interessen , insbe- sondere die Rückkehr Napoleons aus Elba, nahmen die Thä- tigkeit der Fürsten in Anspru<h. Als jedo< im Jahre 1817, wenige Monate nah der Züchtigung Algiers dur<h Lord Exmouth und van der Capellen, einige Kaperschiffe der Barbaresfen selbst in die Nordsee sich wagten und fast an den Küsten Englands mehrere Hanseatische und Ol- denburgische Schiffe aufbrachten, so veranlaßte dies den Bun- destags - Gesandten der freien Städte zu einem Antrage in Betreff der Afcifanishen Seeräuberei. Es wurde eine Köimmission ernannt, die in ihrem Berichte vom Z. Ful, 1517 hauptsächlih in Vorschlag brachte, unter Verwendung der betheiligten Seemächte England zu ersuchen, alle Barba- resfken - Fahrzeuge außerhalb des Mittelländischen Meeres als Seeräuber zu behandeln und einstweilen zu theilweiser Steue- rung des Uebels fräftige Maaßregeln zu treffen. Der Vor- schiag wurde genehmigt, und nur von Seiten Badens wurde später darauf angetragen, dur eigene Kraft den Handel der Deutschen Bundesstaaten zu sichern. Den Wünschen des Deutschen Bundes entsprechend, famen im Jahre 1818 die in Aachen versammelten Monarchen dahin úberein, daß Eng- land und Frankreich im Namen der verbündeten Mächte die

Barbaresken - Staaten zur BVerzichtleistung auf ihr bisheriges

Raubsystem auffordern sollten. Die Aufforderung erfolgte wirklih im Jahre 1819, aber ohne Erfolg. Unterdessen war im Jahre 1818 au< in Hamburg ein „antipiratischer Verein zusammengetreten und hatte rasch si< verbreitet. Es wut- den Deputirte und Geschäftsführer ernannt, Subscriptionen für ‘freiwillige Beiträge erdfffüet, dem Deutschen Bundestage einige Denkschriften über die Zwecke des V-réins überreicht und von diesem mit Dank und Anerkennung aufgenommen. Von dem' Auslande fonnte man jedoch niht mehr a!s einige hôöfliche aber ausweichende Protections-Versicherungen exlan- gen; die Anfangs ziemlich reichlich eingegangenen Gelder wur- den zwecklos zer]plittert ; die Hoffnungen shwanden, die Bei- träge sto>ten, und die Gesellschaft lde fich auf, so wie schon früher die des Sidney Smith spurlos verschwunden war. Es war nichts Anderes zu erwarten, da si< diesen Verei- nen, die es im Eénflange mit der damaligen Stimmung der Völker, aber im Widerspruche mit derjenigen der Kabinette, auf Kriegs- und Kreuzzüge abgesehen hatten , keine Veran- lassung zu unmittelbar entscheidender Thätigkeit darbieten fonnte. Allmälich trat eine friedliche Resigriation an die Stelle des friegerishen Sinnes. Wie man die Eroberung Nordafrifa’s früher als ein nicht sehr schwierizes Unterneh- * men sih gedacht hatte, so behauptete man nun, daß selbst Hunderttausende der besten Europäischen Truppen gegen díie fangtischen Muselmänner ‘auf die Länge nichts ausrichten würden. Sebst na der Ueberwindung“ Algiers sah man das stolze England dur< Tribute und Geschenke die Sicher-

heit seiner Schiffahrt erkaufen ; und man drang nun auch -in Deutschland darauf, auf diplomatischem Wege die Fesseln des Handels zu ldsen, die man mit, dem Schwerte zu zer- hauen nicht hoffen durfte. Schon im September 1751 hatte