1830 / 196 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

1496

wünschen ruhig bei ihren Feldarbeiten zu bleiben, aber die Bewohner der entfernteren Provinzen, durch" den Durst nach Beute und die fanatischen Reden ihrer Priester (Marabouts) aufgereizt, werden sih vor dem Falle Algiers nicht unterwer- fen, und es werden starke mobile Kolonnen nöthig seyn, um die Flanken der Armee zu decken. Auch könnte die Verbin- dung zwischen Sidi-Ferruch und Algier, obgleich sie nur fünf Lieues beträgt, durch cinen so s{hneilen, beutesüchtigen und von dem unebenen Terrain begünstigten Feind, wie die Beduinen, jeden Augenblick unterbrochen werden, Ein mit Lebensmitteln und Munition beladener und von ei- ner Bedeckung von 200 Mann begleiteter Wagenzug ist bereits von ihnen genommen und die Bedeckung zum Rückzuge genöthigt worden. Die Armee - bedarf daher nothwendig einer Verstärkung. Der zweite Sohn des Grafen von Bourmont, Lieutenant beim “ersten Batail- lone des 49sten Linien - Regiments, welcher in dem Gefechte vom 24sten v. M. in dem Augenblicke verroundet wurde, wo er an der Spiße seiner Grenadiere die Mauer eines vou Túrkischer Jufanterie beseßten Gartens ersteigen wollte, be- findet sich außer Gefahr. Jn diesem Gefechte bildete sich unsere Armee in verschiedene Quarrés, die entfernt genug von einander waren, um mit Leichtigkeit mandvriren zu kôdn- nen. Es is der Arabischen Kavallerie nicht gelungeu , - auch nur ein einziges derselben zu durhbrehen, und “sie mußte eiligst ihre Höhen wieder zu gewinnen suchen. Die einzigen den Algierern günstigen Stellungen sind“ kleine Hinterhalte, verfallene Moscheen, Grüppen von Palmen- und Feigen- báumen u. st. w.‘‘

Jn einem von demselben Blatte mitgetheilten Scbrei- ben von der Armee vom 27sten v. M. heißt es: „Das Heer hat das Kaiser - Fort umgangen, und die Anordnungen zum

ngrif scheinen abgeändert worden zu seyn. Wir sind nur noch eine halbe Stunde von den Algierschen Forte ent- fernt. Mit unseren Ferngläsern erkennen wir genau die Anhöhen, an denen unser Lager liegt, und das Kaiserschloß mit“ seinen Batterieen; vor lezterem Fort entdeckten wir einige Vorderwerke von Europäischer Form, woraus sich schließen läßt, daß Europäcr die Schanz-Arbeiten leiten. Die Nächte sind zwar sehr kurz, wir glauben aber mit der Aufstellung unserer Belagerungs-Batterieen in sieben Stunden fertig zu seyn. Leider ist das Belagerungs-Geschüß | noch zurück, Die Verbindung zwischen unserer Öperations- Linie und dem Lager von Sidi - Ferruch ist durch aufgewot- fene Schanzen gesichert. Der von uns gebahnte Weg |ch!ließt sich an die Rômersktraße an und ist für die Artillerie béfahr- bar. Die Befestigungen. im Lager sind beendigt und scheinen uneinnehmbar zu seyn; das Lager wird von stark beseßten Bastionen flankirt und ist mit Gräben von 20 Fuß Tiefe um- geben, welche mit Seewasser angefüllt sind. Die Bai, in der die Fíotte vor Anker gegangen ist, heißt „la baie Du- perré‘/ und Torre - Chica, wo mehrere hundert Barraen erbaut worden sind, „Bourmont - Ville‘/, Der erste Bach, den man entdeckte, wurde der Lorberbach genannt, weil der NRosen-Lorber in großer Menge an seinen Ufern wächst.‘

Der hiesige Königl. Gerichtshof hat gesiern, auf den An- trag des Herrn von Genoude, verantwortlichen Herausgebers der Gazette, daß man ihn so lange der Verhaftung Überhe- ben möge, bis der Cassationshof über sein. Cassationsgesuch | in dem Prozesse mit dem Baron Méchin , entschieden haben werde, dahin erkannt, daß demselben, gegen eine Cautions- leistung von 500 Fr. , vorläufig seine Freiheit zu lassen sey.

Von -dem gedachten Gerichtshofe wurde gestern auch die Angelegenheit des Herrn Madrolle, roelcher bekanntlich" we-

en der in seiner Denkschrift an das Conseil des Königs ent- | altenen Angriffe auf den Pariser, so wie auf mehrere an- dere Königl. Gerichtshöfe, zu 14tägiger Hafr und einer Geld- buße von 150 Fr. verurtheilt worden war, in zweiter Jn- stanz verhandelt. Nach einer Vertheidigungs-Rede des Hrn. Madrolle selb|, worin derselbe namentlich erklärte, daß es nicht seine Absicht gewesen, den Königl. Gerichtshof zu verun- glimpfen , sprach dieser folgendes Urtheil: „Fn Erwägung, daß Madrolle bei der Publikation der infkriminirten Schrift ih, wie es scheint, von der Ueberspannung seines Geistes at fortreißen lassen, daß er im Uebrigen in der Audienz ge-

äáugnet hât, daß es seine Absicht gewesen, die Mitglieder des Königl. Gerichtshofes von Paris, so wie der verschiedenen anderen Gerichtshöfe und Tribunale, deren in verschiedenen Paragraphen seiner Schrift Erwähnung geschieht, zu beleidi- gen; spricht der Gerichtshof den Madrolle von jeder Anklage, unter Erlassung der Kosten, frei.‘

Die. bisher von Herrn Brissaud herausgegebene „„Ga- zette constitutionnelle des Cultes‘/ erscheint seit gestern nicht

|

längst wegen eines den König und die Religion beleidigenden Artifels zu 6monatlicher Haft und einer Geldbuße von 1009 Fr. verurtheilt rourde. Ñ “Herr Villemain hat am 6ten d. seine Vorlesungen úber die Literaturgeschichte des Mittelalters ges{hlo}en und- wird

dieselben im nächsten Jahre durch die späteren Jahrhunderte fortführen. F IP Jahrhunderte

Großbritanien und Jrland. Parlaments-Verhandlungen. Herr Brougham

verlangte in der Sibung des Unterhauses vom 9. Zuli Auskunft darüber, ob dasselbe noch am Dienstage (den 13. Zuli) ver]ammelt seyn wárde. Da die Minister dies nicht verneinten, so bemerkte Herr Brougham, daß er an dem ge- nannte Tage den früher von ihm angekändigten Antrag in Bezug auf die Sklaverei ia den Kolonieen noch zur Sprache bringen wolle; in Rücksicht jedoch auf den vorgerückten Zeit- punkt der Session werde er sich begnügen, darauf anzutra- gen, daß das Haus den Gegenstand in ‘den ersten Tagen der nächsten Session in reifliche Erwägung ziehe. Hr. D’ Con- nel und Hr. Hume brachten das Verfahren des Gouver- neurs von Neu-Süd-Wales, General Darling, wider den verschiedene Bittschriften von Gefangenen sowohl als freien Einwohnern jener Kolonie eingelaufen waren, zur Sprache. Hr. Hume erzählte, der Gouverneur habe den Herausgeber einer Zeitung, wegen vorgeblichen Pasquills auf ihn, vor Ge- richt stellen und ihn dort von einer durch seinen Adjutanten erwählten Jury, bei der sih sieben Offiziere befunden hätten, verurtheilen lassen. Jenes sogenannte Pasquill sey dem Hause mitgetheilt worden, und er (Hr. Hume) sey überzeugt, daß selbst der amtseifrige General - Anwalt nichts darin ge- funden habe, was auch- nur einer Notiz werth sey. Der sehr ehrenwerthe Herr (Sir G. Murray) dürfte si{ zwar weigern, den Gouverneur zurückzuberufen, um ihn hier wegen seines Betragens zur Rechenschaft zu ziehen; dem näch- sten. Parlamente würde es jedoch unerläßliche Pflicht seyn, den Gegenstand von Neuem recht ernstlich zu besprechen. Hr.

Hume meinte, die schmeichelhafte Adresse, welche dem Gou-

verneur ‘vor einiger Zeit von Bewohnern der Kolonie über- reicht worden sey, habe durchaus feine Bedeutung, denn von

! 30,000 Einwohnern hätten nur 115 die Adresse unterzeichnet,

und unter diesen befänden sich 45 Magistrats - Personen, 22, die sich noch nicht 6 Monate in der Kolonie aufgehalten, und 20, die sih um Ländereien und andere vom Gouverneur ab- hängige Bewilligurigen beworben hätten; ein Beamter, der sich geweigert, die Adresse zu unterzeichnen, sey vom Gouver- neur nach Eng!and zurückgeschickt worden. Dieser übe in der Kolonie größere Gewalt aus, als selbst der König hier. Er fônne z. B. ein Paar Tausend Morgen Landes, und zvar- wo der Boden vorzugsweise gut sey, seinen Schüßlingen bewilligen; er fônne Dem oder Jenem gestat- ten, sich mehr oder weniger Bedienten zu halten, er könne Magistrats-Perfonen creiren u. s. w. Unter solchen Umständen sey es wirklich zu verwundern, daß die Adresse nur von so We- nigen unterschrieben worden sey. Man brauche fich nur un- ter den Nameo Derjenigen umzusehen, denen der Gouverneur in der leßten Zeit Ländereien bewilligt, so werde man viele darunter finden, die früher die Adresse unterzeichne. Das Interesse von Neu-Süd-Wales verlange durchaus die Ent- fernung eines folchen Gouverneurs und mache es dringend nothwendig, daß die Kolonie unter den direkten Einfluß der Englischen Gesebe gestellt werde, damit nicht Jeder das zum Geseß machen fônne, was ‘ihm eben gut -dünke. Sir M. W. Ridley nahm die Unterschriften der aigegriffenen Adresse in Schus. Sir G. Murray meinte, das ehrenwerthe Mitglied für Aberdeen habe soine Nachrichten unbezweifelt von einem úberaus heftigen und von Vorurtheilen eingenom- menen Einwohner der Kolonie erhalten. „Es wird‘, sagte der Minister, „von Mißbrauch der Gewalt in den Kolo-

nieen gesprochen; giebc es aber nicht auch, frage ih., einen

Mißbrauch der Gewalt in diesem Hause? Darf wohl ‘ein Mitglied desselben gegen ‘einen öffentlichen Beamten Anschul- digungen vorbringen , die aus hôchst unglaubwürdigen Quel- len herrühren und nur eben dadurch Bedeutung erhalten, daß sie im Parlamente ausgesprochen werden? Wahrlich, meines Erachtens kánn von keiner Gewalt ein mehr indiskreter Gebrauch gemacht werden, besonders wenn das Jndividuum, gegen das die Anklage gerichtet ist, sich in solcher Entfernung efindet, daß es nicht sogleih eine Erwiederung ertheilen fann.// Herr Hume entgegnete darauf, daß er bereit sey, zur Unterstüßung seiner Anschuldigungen Zeugen vor die Barre des Hauses zu Gefen. Sir R. Vyvyan fragte, ob es wahr sey, daß die neue Polizei auch in Gibraltar eingeführt-

mehr. Nan wird. sich erinnern, das der Herausgebêr un-

worden? Six G. Murray erwiederte, das, was die Zeí-

. ser hätten dem Könige zwar den Nath ertheilt,

1497

tungen darüber gemeldet hätten, sey nicht ganz richtig. Man habe es für nöthig befunden, in Gibraltar, das von sehr ge- mischten Einwohnern bewohnt und den Gefahren ansteckender Krankheiten mehr als andere Orte ausgese6t sey, eine Ges undheits- Polizei zu errichten, zu welchem Zwecke ein Kommissarius, der at der Spiße des Jnstituts stehen würde / hingesandt worden ; feinesweges wolle mau aber das Polizei-Wesen auch úber at dere Kolonieen verbreiten. Sir R. Vyvyan bemerkte, es sey von den Zeitungen auch erzählt worden, daß dem erwähn- ten Kommissarius die Schlüssel der Festung übergeben _wor- den seyen; darauf erwiederte Sir G. Murray, dap der ehrenwerthe Baronet, wenn er jemals in einer Festung ge- wesen wäre, das Ungereimte etner solchen Nachricht \chon von selbst eingesehen haben würde. Die Bill wegen baa- rer Bezahlung aller Tagelöhner, die bereits zweimal verlesen worden war , wurde von Herrn Lyttleton, der sie früher eingebracht hatte, zurückgenommen. Hr. Hume wandte sich an den General-Anwalt mit der Bemerkung, daß er ver- nommen habe, es sey bei Gelegenheit der auf dem Throne eingetretenen Veränderungen mehreren Kapital - Verbrechern die Gnade des Königs zu Theil geworden. Nun gebe es aber einige Verbrecher geringerer Art, denen, seiner Mei- rang nah, die Wohlthat der Begnadigung ebenfalls, und zwar ohne Nachtheil für die Verwaltung des Rechts, hôâtte zu Theil werden können. Er wünsche darum zu wissen, ob

man vielleicht noch die Absicht hege, Herrn Alexander, dem ;

ehemaligen Herausgeber des Morning-Journals , die fernere

Gefängniß-Strafe zu erlassen? Wenn man Mördern BVerzei-

hung werden lasse, so verdiene doch wohi ein Verbrecher je- ner Art mehr, als-alle anderen, die D (gung Der G e- nerai-Anwalt bemerîte, daß ihn der berührte Gegenstand nicht angehe, er daher feine Antwort ertheilen fônne; Sir R. Peel fúgte jedoch hinzu, der ehrenwerthe Vertreter von Aberdeen sey falsch unterrichtet, wenn er glaube, daß Möôr-

dern die Königl. Verzeihung ertheilt worden scy ; qu Mini-

en ersten Bericht úber die zum “Todé verurtheilten Verbrecher, der ihm vorgelegt werde, nicht zu bestätigen; gegen ihr Ecwisen, würden sie jedoch gehandelt haben, wenn sh darunter ein Mörder befunden hätte. Neuerdings

fahren des „„whigistischen General- Anwalts‘“, das derjelbe gegen die Freiheit der Presse beobachtet habe, auf das hef- tigste zu tadeln , besonders als derselbe in Vorschiag brachte, daß die Caution, welche jede neue Zeitung zu stellen habe, von 300 auf 400 Pfd. erhöht werde. Herr Warbuton meinte, die Herausgabe neuer Zeitungen werde dadurch noch mehr erschwert; schon jeßt sey sie ungemein schwierig, und die alten Zeitungen, die sich im Besibe reicher Kapicalisten befänden, wärden dadurch in ihrem Werthe, der bereits an 100,000 Pfd. betrage, noch gesteigert, was eben jo unbiflig als unpolitisch sey. Der Vorschlag des Gencral-Anwalts, der ein Amendement zu einem ältern Gesehe bildete, ging jedoch mit 63 gegen 47 Stimmen durch; von welchem Um-

stande Hr. Hobhouse Veranlassung nahm, abermals dem

Genexral-Anwalt vorzuwerfen / daß während seiner Amtsfüh- rung nicht weniger als 147 gerichtliche Verfolgungen gegen Prager von Flugschriften eingeleitet worden seyen; hein eben durchgegangener Vorschlag werde nicht allein nichts Gu- tes bewirken denn die vermögenden und einflußreichen Zeitungs - Herausgeber dürften sich schwerlich dadurch bewegen lassen, ihre Blätter besser zu redigiren jondern nur Uebles zur Folge haben, indem er die kleinen, minder verbreiteten, aber oft sehr nüblichen Journale unterdrücken würde. Sir

Rob. Peel hielt h verpflichtet, zum Schuße seines Kolle- -

gen, des General-Anwalts, aufzutreten. „„Das Verfahren meines ehrenw. und gelehrten Freundes,“ jagte er, „„Fann demselben nur, wie auch jeder richtig Urtheilende es zugiebt, zur. Ehre gereichen. (Lautes Rufen von der Opposition : Hört, hört!) Ja, ih wiederhole es, nur zur Ehre gereicht es ihm! (Beifall von den Ministerial - Bän- ken.) Sein Augenmerk war. niht, um die Gunst der Presse oder des Volkes zu - buhlen; nur dahin war es gerichtet, das zu thun, was ihm als gerecht erschien, gleich- gúltig darüber, was man im ersten Augenblicke von seinem Versahren denken mochte, denn davon konnte er überzeugt seyn, die Zeit werde fommen, wo man seine Motive richti- ger werde zu würdigen wissen, Zwei Unvollfklommenheiten wurden bisher an unserm Gesehe wider das Pasquill gerügt ; zuerst die, daß die auf das geringere Vergehen geseßzte Strafe der Verbannung zu streng ley und theilweise in ihrer Aus- führung einer Ungerechtigkeit gleihfkomme, theilweise aber auch nicht geeignet sey, irgend Jemanden abzuschrecken. Die andere Rüge bezog sich auf die Zügellosigkeit der ‘Presse in der

Verbreitung von Verläumdungen gegen Privat - Persoñen, vor denen selbst Frauen nicht ges{chüßt sind, die in öffentlichen Blät- tern den |chamlosesten Bemerkungen ausgeseßt sind. Jch frage nun,soll das Geseß hiergegen gar feinen Schuß gewähren fönnen 2 Sollen dffentliche Verläurider , unter dem Schube- obskürer unbekannter Personen, die sich als Zeitungs - Herausgeber melden, ungestraft ihr Gift verbreiten fônnen, und nament- lih auch gegen Frauen, die sich bisher vergebens nach dem Schuße umgesehen haben, auf welchen sie eben so gut berech- tigt sind und den, wie ih glaube, die Legislatur ihnen ge- währen sollte. Man sagt uns, die vorliegende Bill sey nur gegen die minder vermögenden Zeitungs - Herausgeber gerich- tet; doch diese sind es ja eben / die sich am meisten des an- geregten Vergehens \chuldig machen. Blätter, wie die Times, dürfren schwerlich jemals ein Pasquill gegen Pri- vatpersonen aufnehmen, denn der Charakter, den ein solches Blatt sich zu bewahren hat, würde dies nicht dulden und búrgt uns dafür, daß es nie geschehen werde; ftieinere Blätter lassen sich jedoch durch solche Rücksichten nicht zurük- - halten. Wahr ist es, wir können solche Blätter verachten, allein Frauen und oft auch Männer befinden sich in der Lage, öffentliche BVerläumdungen nicht gleichgültig hinnehmen zu fönnen,“ Der General-Anwalt selbs fügte noch hinzu, daß es einmal das Schicksal aller Beamten in sciner Stellung fty, unpopulär zu erscheinen, und müsse er sih daher ebetfalls darein fügen,” dena nichts würde ihn davon abhalten, seine Pflicht zu thua. Zwar wisse er, daß nicht allem Preß-Un- fuge gewehrt werden könne, denn das große Publikum fände

einmal Geschmack# an dentlichen Sfanda'en ; diesen jedoch

so viel als môglich vorzubeugen und denjenigen ‘Privatperso- nen, die vom Gericht eine Schadloshaltung zugesprochen er- halten - diese wirklich zu verschaffen, habe er für unerläßlich erachtet. Das Haus vertagte sich bis zum nächsten Dienstage (den 13. Juli),

London, 10. Juli. Das Hof-Journal meldet, daß

| in Folge eines von Sr. Majestät ausgesprochenen Wunsches | der Capitain Adolph Fibclarence auf scinem Schiffe „Pallas“

alle Vorbereitungen treffen lasse, um auf demsetiben den König sowohl, als den Herzog von Sussex, die dajeibst ein Diner

nabmen mehrere Mitglieder die Gelegenheit wahr, das Ver- j einnehmen wollen, zu einpfangen.

Es find hier die. bis zum 20. Juni reichenden Blätter der auf der Jnsel Terceira, unter dem Namen: „Chronica da Terceira‘‘, seit Kurzen: erscheinenden Zeitung eingegangen. Sie enthalten , außer einigen Tages-Befehlen des Grafen v.

: Villa-Flor und einigen Dekreten der Regentschaft, nichts Ei-

genes von politischer Bedeutung. Das Verzeichniß der -von Zeit zu Zeit dort anlangenden Kauffahrtei- Schisse zeigt zur Genüge, daß die Blokade des Miguelistischen Geschwaders nicht ausreichend sey, um die Jnsel von aller Verbindung ab- zuschneiden. Das Biatt vom 12. Juni enthält den Anfang einès Wieder-Abdruckes aller Grundgeseße der Portugiesischen Monarchie, wobei sich auch die von Dom Pédro ertheilte Charte und die von den Vertretern der Königin Donna Ma- ria T. erlassenen Dekrete befinden. „Wenn aber‘/, fügt die Times dieser Meldung hinzu, „die Regentschaft den gegen- wärtigen Beherrscher von Portugal blos mit solchen Geseßen und Ökrdonnanzen, die außerhalb der Insel, auf der sie pro- mulgirt werden, ganz fraftlos sind, bekämpfen will , so hätte sie sich die Mühe einer Neise nach den Azoren ersparen fön- nen. Ein Geseßbuch und ein Finanz - System für Portugal. würden, wenn man sie in einer Londoner Offizin hâtte druf- fen lasen, in Portugal eben solche Gültigkeit gehabt haben, als jebt, da man sie in- der Stadt Angra drucken läßt.

Ueber die vor einiger Zeit in Singapore stattgehabte Feuersbrunst enthält die legte hier angekommene ¡„Singapore- Chronicle‘“ mehrere nähere Umstände. Das Feuer brach am Abende eines Sountages um 8 Uhr aus und dauerte mit der größten Heftigkeit bis zum nächsten Morgen um 3 Uhr, ohne daß es bis dahin, auch bei der größten Anstrengung, möglich

ewesen wäre, ihm Einhalt zu thun: die Häuser von 3 Stra- pen wurden hierbei fast gänzlich ein Raub der Flammen, und schon in den ersten 40 oder 50 Minuten brannten nicht we- niger als 30 hölzerne Häuser bis auf den Grund nieder. Die Feuersprißen trafen später ein, als es. hátte geschehen sollen , und als sie in Wirkung geseßt werden sollten, fand man sie unbrauchbar. Das Feuer nahm auf eine furchtbare Weise zu, bis endlich, nachdem es ungefähr 140 Gebäude zer- stôrt hatte, seine Wuth an hohen steinernen äusern gebro- chen wurde, wo es feinen weitern Ausweg sand und nah vieler Mühe endlich gegen 4 Uhr Morgens gelöscht wurde. Wie man sagt, brach es in der Werkstätte eines Grobschmie-

des ausz den Verlust, den es hauptsächlich in Folge der