1830 / 204 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

A E Ste Se

P E r f aas

1569 i getödtet worden war, bewilligte der König , da die lebteren

abhalten, wozu auch die Mitglieder der hohen Tagsaßung uud die Befe Regierung eingeladen wurden. : } Gestern Mittag ließ die hiesige Regierung den Mitglie- dern des eidgenössischen Freischießens den Ehrenwein über- reichen und denselben zugleih ihr Vergnügen bezeugen , sie

so zahlreih hier versammelt zu sehen. Eine Abordnung des kleinen Rathes wohnte dem Gastmahl der Schüßen - Gesell-

schaft bei. S panien.

Madrid, 8. Juli. Der Jnfant Don Fran: cisco de Paula ift, nebst seiner Durchlauchtigen Gemahlin und sämmtlichen Jnfanten Kindern, am 5ten d. M. nach San Sebastian gereift, um sich daselbst der Seebäder zu be- dienen. Die am 27. März von Cadix, unter dem Ober- Beschl des General Don Jose Bellido, abgesegelte Truppen- Abtheilung is nebst 300 Matrosen, welche als Ersaß-Mann- schaft für die Labordasche Flotte bestimmt wurden, am 20. Mai glüflih in Havana angelangt. Der unlängst. zum Königl. Spanischen Gla raerigere mit dem Prädikat Mi- nister-Resident, an den Königl. Sächsischen Hof bestimmte Herr Karl Yrujo, Marquis de Casa Yrujo, ist vermittelst eines Spezial - Befehls Sr. Katholischen Majestät zum ersten Di- reftor der Bank ernannt und die kürzlich geschehene Ernen- nung des Herrn Martinez zu gedachtem Posten zurückgenom- men worden, da dessen Functionen bei der Rechnungskammer mit den Obliegenheiten eines Bank - Direktors unverträglich seyen. Was dagegen den Marquis de Casa Yrujo anlangt, so behâlt derselbe als Bank - Direktor nicht nur scinen diplo- matischen Posten bei, sondern es ist ißm auch in vorerwähn- tein Kabinets - Befehl das Avancement in der diplomatischen Carriere zugesichert worden, gleich als ob er scinen gejandt- schaftlichen Posten Dresden selbst persönlich vorstehe. Vor Kurzem hatten, wie verlautet, zwischen dern Minißer der auswärtigen Angelegenheiten, Herrn Salmon, und dem ge- nanuten Marquis lebhafte mündliche Diskussionen stattgefun- den, indem Leßterer, obwohl bereits seit Monaten zu dem Geschäftsträger - Posten in Dresden ernannt, seine Abreise dahin doch fortdauernd verschoben hatte und Jener darauf drang , daß der Marquis sih unverzüglih auf seinen Posten begeben solle. Als jedoch Herr Salmon ißhu deshalb bei Sr. Majestät verflagte , erfolgte die vorgedachte Allerhöchste Ver- fügung, wonach nunmehr der Minister si zu beruhigen ha- ben wird. Der vormalige Geschäftsträger Portugals am Spanischen Hofe, Ritter-Lima, hat sich vor Kurzem mit sei- ner Familie nach Biscaya begeben, wo seine Gemahlin, eine geborne Spanierin, Eisen - Bergwerke besizt. “Er hatte sich, wie bekannt, bis auf den leßten Augenblick geweigert, dem hier refidirenden außerordentlichen Gesandten und bevollmäch- tigten Minister des von Spanien als König von Portugal anerkannten Jufanten Dom Miguel de Bragatuca , Grafen Figueira, das Portugiesische Gesandtschafts - Archiv zu»über- liefern, weshalb si dieser genöthigt gesehen hatte, die betref- fende Spanische Behörde aufzurufen, um ihn in Besiß des besagten Archivs zu seßen, zu welchem Endzweck der Hof- Alealde, Don Domingo Suarez, beauftragt wurde, si in dgs Haus des Lima zu begeben und die Auslieferung zu be- wetrfstelligen. Der Brigadier Latapie, dessen chon mehr- mals gedacht worden, hatte, als der Hof aus Aranjuez zu- rückgefommen war, dem Jnfanten Don Carlos seine Auswar- tung gemacht und von Sr. Königl. Hoheit die Versicherung erhalten, daß er in Madrid ungestôrr leben f£öónne. Zivei Tage darauf wurde jedoch Latapie_ verhaftet und unter Be-

gleitung von Gerichtsdienern nach Valladolid transportirt,

woselbsi der General - Capitain von Alt - Castilien angeroie- jen worden ist, cin wachsames Auge auf ihn zu haben. Der erste halbjährige Betrag der scit 4 Jahren rückständi- gen Zinsen. der Vales consolidados joll jezr, und zwar in Kupsergeld, bezahlt werden. Im Norden von Spanien, als 3. D. in den Provinzen Asturien, Montañas, giebt es ganze Distrikte, wo nit ein Piaster iu Silber zu finden is. Bei dem am lten. d. M. gehaltenen Stiergefecht, welchem der ganze Hof, mit Ausnahme des Jufanten Don Carlos und dessen Gemahlin , beiwohnte, wurde der er den näm- lichen Morgen auf Extrapost aus Sevilla angelangte Stier- fechter zu Pferde, Diego Luna, von einem Andalusischen Stier, welcher, obschon dur einen Lanzenstich des reitenden Kämpfers seitwärts geworfen, den Reiter: hierauf mit Blißes-

schnelle verfolgte, mit dem Pferde vom wüthenden Thiere auf

die Hörner gefaßt, in die Luft, und zwar #0 heftig- gegen die Schranken, geworfen, daß dem Pleador De Mibben ge brochen, Nase und Gesicht zermalmt und ein Auge aus dem Kopfe gerissen wurde. “Er starb eine Viertelstunde darauf. Nachdem die gewöhnlith angesekte Anzahl von se{chs Stieren

zwei Stiere sich nicht sehr brav gehalten hatten, auf allae- meines Bitten der Zuschauer , - noch d toro de E Als jedoch auch dieser erstochen * worden war , verlangte die vecsammelte Volksmenge, mit färchterlichem Geschrei, einen achten Stier. Se. Majestät machten jedo, indem sie ihre Loge verließen , eine verneinende Bewegung mit der Hand, und im Nu verstummte die tobende aus zwölf bis funfzehn tausend Menschen bestehende Menge. Der Corregidor von Madrid hat einen Befehl bekannt gemacht , welchem zufolge es den Besißern von Miethskutschen und Kabriolets verboten wird solche zum Gebrauch des Publikums in den Straßen,

auf Pläßen u. s. w. aufzustellen, indem es gegen die Moral und die

Ordnung der Dinge sey. Die Nonnen ‘eines in der Straße Alcala gelegenen Klosters, vor welchem, da die Straße da- selbst vielleicht mehr als 150 Fuß breit ist , sich cine lange Reihe Kabriolets und Wagen aufzustellen pflegte, haben sich nämlich bei dem Corregidor, welcher den größten Theil seines Lebens in den Klöstern zubringt , beschwert , daß ihre Ohren durch die ungeziemenden Redensarten der Kutscher im hôch- sten Grade beleidigt würden, und somit hat der Corregidor jenen Befehl erlassen, mit dem Bemerken , daß Jedermann, der einen Wagen nöthig hätte, ihn im Hause der Mieths- futscher holen lassen solle. Die Vales consolidados stan-- den am 26. Juni 435 bis 44 pCt.; am 29sten 45, 455, 45E,. 454 pCt. mit Umfaß; am {sten d. M. gingen sie auf 46 pCt.. mit Umsaß; am Zten wichen sie wiederum bis auf 45x und

45 pCt; am 6ten dis auf 44è, und haben sich heute auf 443

pCt. Werth, ohne sonderlichhes Gesuch, erhalten. Seit dem. 1sten d. M. sind die Actien der Bauk nicht ‘notirt, und stan- den sie an jenem Tage 18x pCt. ohne Begehr. Seit einer Woche haben wir zwischen 28 und 29 Grad Reaumur Hike, mit starkem Südwinde. i;

TUr el

Dee Allgemeine Zeitung giebt nachstehendes Schrei- ben ans Konstantinopel vom 25. Juni: ¿¿Der Pascha von Aegypren hat seit 18 Monaten der Pforte feine Art der ihr gebührenden Contributionen mehr entrichtet. Seine eigene Finanznoth und die ungeheuren Opfer, welche er dem Groß- herrn im Laufe des Krieges gegen Rußland gebracht hat, wurden demn Defterdar, an weichen die Staats -Einkünste abgeliefert werden müssen, zur Entschuldigung angegeben : der Sultan scheint aber von feiner Entschuldigung hôren zu wollen und verlangt, daß von der Verwaltung Aegyptens Rechenschaft abgelegt werde, wozu er ein Recht hat: “Mehe- med Ali isk weit entfernt, diesem Verlangen seines Oberherr1x Folge leisten zu wolien, und hat sich schon früher einem ähn- lichen au ihn gemachten zu- entziehen gewußt. Nun soll ein Abgeordneter mit unumshränfter Vollmacht nah Kairo ge- chit werden und die Autorität des Sultans daselbst gel- tend machen. Der ehemalige Reis Efendi, Pertew - Efendi, it mit diezer schr bedenflichen Mission beauftragt, zu- wel- cher ihn sein erprobter Muth, sein fester Wille und seine befannte Klugheit besonders zu eignen scheinen, allein mit Mehemed Aki ist nicht zu scherzen, und so bedächtig er in großen Angelegetißeiten zu Werke geht, so leiht überläßt er sich auch cinem ungemäß:gten Zorne, wenn er sich beleidigt glaubt. Die großen Rüstungen, welche seit mehreren Mo- naten in. Aegypten gemacht wurden und. die, wie es hieß, den Barbaresfen - Staaten gelten sollten, dürfien wohl eine andere Bestimmung erhalten und könnten eher dazu dienen, der Unabhängigkeits - Erklärung des Vice - Königs; wenn er zu sehr gedrängt würde, mehr Nachdrucé zu geben. Obgleich. man im Publifum Pertew-Efendi wegen. einer Familien-An- gelegenheit nach Aegypten reisen läßt, so sind doch die Agen- ten Mehemed Alis besser davon unterrichtet und haben schnell darüber nah Alexandrien Bericht erstattet. Die noch: an die Russische Regierung zu entrichtende Kriegskosten-Entschädigung giebt, ungeachtet der erhaltenen Nachlässe, der Pforte viel zu schaf- fen, und es fônnte dem Hause Rothschild gelingen, eine Anleihe: zu machen. Seit einigen Tagen heißt es sogar, man wäre über den Preis schon einig geworden, doch ist es niht wahrschein- lich, weil ohne eine frühere genaue Bezeichnung der Objekte, welche zur Sicherheit des Hauses Notÿischild für den Betrag der Anleihe dienen sollen, es nicht leiht zu cinem Abschlusse fommen fann und die Pforte bis jeßt von feiner Garantie sprechen hôren wollte. Dem starken Ausfalle des Staats- schaßes denkt der Suitan durch stärkere und allgemeine Be- steuerung zu begegnen, und nah einem von cinem Sardini- schen Offizier ausgearbeiteten Plane soll je6t- cine Grund-

und Personalsteuer im ganzen Reiche cingeführt werden , beé

Beilage

Beilage zur Allgemeinen Preußishen Staats-Zeitung X 204.

er alle Klassen und Stände, selbst die Geistlichkeit , die M eter e das regulaire Militair, in Anspruch genom- men würden; erstere durch_ förmliche Besteuerung, lebtere durch Gehalts-Abzüge. Diess Maáßregel hat sehr- große Un- iedenheit verursacht, und die Kasseehäuser wiederhallen

N dem Tadel der L und von Verwünschungen des

on j s WMyuerunapgelstes , der den Sultan ergriffen habe. Einige

ertheidiger des alten Systems sind ins Ge- E S Latidtie, T Die Unruhen in Albanien sind noch nicht gedämpft, und mehrere tausend Mann haben neuerdings Befehl erhalten, zur Armee des Groß-Wesirs, die gegen Ja- nina im Anzuge is, zu stoßen. Der Sohn des Groß-Wesirs, Emin-Pascha, ist in dieser Stadt von den Jnsurgenten ein- geschlossen und in Gefahr, in ihre Hände zu gerathen, wenn ihm der Vater nicht bald Hülfe bringt. Der Pascha von Salonichi ist abgescht worden, weil er einen Haufen Junsur- genten, der, von dem Pascha von Trikala gedrängt, sich auf das Gebiet von Salonichi zurückgezogen hatte, nicht nur nicht entwaffnet, sondern auch mit Geld und Munition unterstüßt haben soll. Ahmed-Pascha, ehemaliger Kommandant von Si- listria, hat das Paschalik von Skutari erhalten ; allein es ist zu befürchten, daß er sih erst mit bewaffneter Macht auf seinen Posten sc{hwingen muß. Auch in Klein - Asien dauern die Unruhen fort, und mehrere tausend Mann sind von hier

dahin beordert. ‘/

Brasilien.

Ein von der Allgemeinen Zeitung mitgetheiltes Privatschreiben aus Rio - Janeiro vom 4. Mai meldet: ¿Der Antheil, den die Bevölkerung Rios an der gestern stattgehabten Eröffnung der Legislativ - Versammlung nahm, war nicht sehr groß. Es drängten sich wenige Leute nach der Gallerie, ja selbst die Deputirten fanden sich nicht sehr zahl- reih ein. Abends war Theater mit spärlicher Beleuchtung der Stadt. Jm Theater wurden dêm Kaiser, der Kaiserin und Königin und der Constitution Vivas gebracht, der leß- tern am energishsten. Nach den bisherigen Merkmalen ist die Versammlung liberal. Einen der Hauptführer der abso- luten Partei, den vorigen Kriegsminister, Oliveira Alvarez, entfernten sie aus der Kammer , da seine Wahl - Dokumente nicht für vollständig befunden wurden. Er war von der Pro- vinz Rio - grande gewählt; man hatte die Wahl jedoch nicht anerfannt, da, zu jener Zeit ein großer Theil der Provinz vom Feinde occupirt war. Der bekannte Russische Staats- rath v. Langsdorf ist auf der Rückkehr nah Europa und Deutschland begriffen. Durch eine anhaltende Krankheit, die ihn in der Provinz Mattogrosso befiel, hat sein Gehirn bedeutend gelitten, sein Gedächtniß ward beinahe vertilgt. Ueberdies hatte er den Schmerz, seine Schöpfung, die Kolo- nie Mandiocca, gänzlich verfallen zu sehen. Die Regierung faufte den Plaß für ein Pulvermagazin. Se. Königl. Ho- heit der Herzog von. Leuchtenberg hinterließ die freundlichsten Erinnerungen der Verehrung und Liebe, was sich nah seiner

Abreise auf alle Weise ausspricht. ‘/

Inland.

Berlin,24. Juli. Das Beispiel, welches die Herren Gebrü- der Gericke durch sinn - und kunstreiche Umgestaltung ihres hier am Kreuzberge gelegenen Grundstückes gegeben haben, hat meh- rere Nachahmer gefunden. Die Natur hat bekanntlich in unse- ren nächsten Umgebungen Manches zu thun versäumt, wie- wohl einzelne Punkte, wie Treptow, Stralow und andere, den Fremden, der einmal von Vorurtheilen eingenemmen,

. unsere Naturgegenden besucht, mit Recht überraschen. Der

tur zu Hülfe fommt, und wenn gar, wie es jeßt der Fall ist, die Konkurrenz zu neuen Erfindungen und bunten Abwechse- lungen Anlaß giebt, so kann das Publikum nur dabei gewin- nen. Gleichzeitig mit einer von den Herren Direktoren Graß- hof} und Karrig veranstalteten geschmackvollen Umwandlung des sogenannten, vor dem Rosenthaler Thore belegenen „„Ge- sundbrunnens‘/ hat Herr C. Heinzelmann, der Besißer meh- rerer der Luisen - Sf im Thiergarten | gegenüber liegenden

tur zu Hülfe fomm ist inzwischen zu loben, der hier der Na-

Grundstücke einen großen Bau vorgenommen, den er in sei-

ner theilweisen Vollendung dem Publikum gestern eröffnet hat. Der Name „Elysium//, der dem Unternehmen beigelegt worden ist, scheint etwas präciôs gewählt und das geläu- figere „„Vauxhall‘“/, das sih in mehreren großen Städten neben einem „„Tivoli// findet, würde vielleicht mehr am rech- ten Orte gewesen seyn. Die zu dem Unternehmen ver-

einigten Grundstücke sind von bedeutendem Umfange, so daß man, selbst bei der Aussicht von dem in der Mitte befindlichen erhöhten Pavillon, faum daran erinnert wird, in einem von Bäumen eingeschlossenen Theile des Thier- gartens zu seyn. Die Kreis-Fahrbahn, ein nach einer neuen Construction erbautes verdeckces Caroussel, ist zwar nur ein schwaches Surrogat der Russischen Rutschberge, kann jedoch namentlich der jüngeren Welt immer noch Unterhaltung ge- währen; eine sogenannte „„Luft-Fahrbahn““ ist außerdem im Bau begriffen. Jn ein mystishes Gewand eingehúllt und den Blicken der Neugierigen entzogen ist noch das dem großen Pavillon gegenüber gelegene Belvedere, das, dem Vernehmen nah, zur Aufnahme der Höchsten Herrschaften, wenn sie das Lokal mit ihrem Besuche beehren möchten, bestimmt ist, Das Badehaus , die Bassins mit Springbrunnen, die Menagerie u. s. w. sehen eben so, wie die „„Luft-Fahrbahn‘/, ihrem Aus- bau noch entgegen. Das große Feuerwerk, das Abends auf cinem ebenfalls innerhalb des Grundstückes angebrachter

“Teiche abgebrannt wurde, gewährte in der That einen neuen

und überraschenden Anblicf und schien auch diejenige Unter- haltung zu seyn, an der das sehr zahlreich versammelt gewe- jene Publikum den meisten Antheil nahm. Das Etablisse- ment, durch seine Lage mitten im s{hönsten Theile des Thier- gartens sehr begünstigt, wird unstreitig gern besucht werden, wenn der Unternehmer für die Unterhaltung des Pukßlifums- durch geschmackvolle Abwechselungen Sorge trägt.

Die Eisenbergwerfke im Kreise Gummersbach- (Reg.-Bezirfk Köln) find in diesem Fahre nicht so ergiebig, wie gewöhnlih, weil in den Gruben, welche feine Grundstollen haben, das Wasser hinderlich ist. Auch die Eisenhütten sind hierd urch benachtheiligt.

Nachrichten aus Münster zufolge, stehen im dasigen Regierungs - Bezirk auf dem Kleiboden die Winterfrüchte im. Allgemeinen sehr schleht, auf dem Sande und hochliegenden Aeckern aber ungleich besser, und man verspricht sich davon noch eine ziemlich ergiebige Aerndte. Eben so hofft man von dem nach dem Froste gesäeten Roggen, auf trockenem gut ge-- pflegten Boden, noch leidlichen Ertrag.

Vermischte Nachrichten.

Ein New-Yorker Blatt enthält aus dem Berichte- eines Reisenden folgende Notizen über- die Afrikanische, von den Vereinigten Staaten aus gestiftete Kolonie Liberia : ¿Die Hauptstadt der genannten Kolonie und zugleih der Plaß, an welchem sich die ersten Ansiedler niederließen, heißt Monravia und liegt unter dem 6ten ® 21‘/, dstlicher Breite, und dem 10ten ° 10‘/, westlicher Länge, ungefähr eine Eng- lische Meile oberhalb der Mündung des Monserado-Stromes- und F Meilen von der Spiße des Vorgebirges gleiches Na- mens. Jn geringer Entfernung vom Monserado - Strom stúrzt sich der St. Paul-Strom in das offene Meer. Wäh- rend der ersten beiden Jahre lebten die Ansiedler in Stroh-Hütten, und vor ungefähr 5 Jahren wurde mitten in einem ko.hstämmigen mit dichtem Unterholz versehenen: Walde das erste gezimmerte fee in der Gegend gebaut, wo sich dermälen die Stadt befindet Damals drangen noch Tiger in die Wohnungen und wurden vor den Thüren der- selben niedergeschossen. Die ersten Ansiedler hatten große Schwierigkeiten zu überwinden, wie es bei neuen Kolonieen anfangs in der Regel der Fall zu seyn pflegt ; jedoch sind diese alle glúcflich überwunden worden „- und die Bewohner genie- ßen in diesem Augenblick alle Früchte ihres ausdauernden Flei-s ßes. Monrovia besteht jebt aus ungefähr 90 Wohn- und Vor- raths - Häusern, 2 Häusern zur Goktesverehrung ünd einem Gerichtshause. Viele dieser Häuser haben ein geschmack- volles Aeußere, alle sind gut und bequem. Der Flächen- raum, den die Stadt einnimmt, beträgt eine Quadratmeile ;- sie liegt ungefähr 70 Fuß über der Oberfläche des Meeres und enthält 700 Einwohner. Die Straßen sind im Allge- meinen 100 Fuß breit und rechtwinklich durchscchnitten. Die Kolonisations - Gesellschaft hat dort einen Agenten und einen Arzt. Der Agent ist die erste obrigkeitliche Person in der Kolonie und der Arzt sein Gehülfe. Es is keinem Weißen erlaubt, des Handels wegen sich in der Kolonie aufzuhalten, oder dort irgend ein Händwerk zu treiben, da diese Bortheile ausschließlich nur farbigen Leuten vorbehalten sind. Der Ko- lonial -Secretair , der Zolleinnehmer, der Stadtaufseher und die Konstabeln- werden vom Agenten angestellt; der Vice- Agent, der Sheriff, der Schaßmeister und- alle anderen Ci- vil-Beamten sind wählbar, und alle Aemter, mit Ausnahme

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