1830 / 207 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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welche Weise die fernere Ausbildung der schönen Künste am weckmäßigsten befördert werden fönne ; dieses Schreiben dabe Herr Shee dem Rath der Akademie vorgelegt, und es \rage sih mithin, was die Weisheit des Leßteren beschließen würde. Die Times ergreift diese Gelegenheit, um darauf aufmerfsam zu machen, wie nothwendig der Akademie eine Reform. ihrer inneren Einrichtungen und in Folge derselben die Beseitigung so mancher eingerissenen Mißbräuche sei. Sie beschuldigt namentli<h die Mitglieder der Akademie der größten Parteilichkeit bei den dffentlihen Ausstellungen, wo sie ihre eigenen Gemälde hinsichtlich des Lichtes und des mehr in’'s Auge springenden Lokals so zu stellen wissen, daß sie die Aufmerksamkeit der Besuchenden nothwendig mehr in An- spruch- nehmen müssen, als die Werke anderer ausgezeichneten Känstler , die niht Mitglieder sind, und denen sie nicht ein- mal erlauben , furz vor einer Ausstellung ihre Gémälde ab- zustauben, viel weniger no< mit einem aeuen Firniß zu über- ziehen. Am Schlusse macht das genannte Blatt der Akademie den Vorschlag, eine neue Gallerie zu erbauen und die Kosten dazu aus ihren jährlihen Einnahmen an Eintrittsgeldern bei den Ausstellungen zu bestreiten, die sih gewöhnlich auf 5 bis 6000 Pfd. belaufen. :

__Es sind wieder neuere Nachrichten von unserer Nieder- lassung am Schwanenflusse angekommen; die Kolonisten ha- ben bereits angefangen, sih mehr westlich auszubreiten, da die am Schwanen- und Canning- Flusse gelegenen besten Ländereien schon sämmtlich vertheilt sind. Sechs Flüsse, wo- von einer sehr ansehnlich, sollen neuerdings wieder entdeckt worden seyn; die Ufer derselben, heißt es, sind von einer reichen Vegetation bedecêt und versprechen einen vortrefflichen Boden, Zwei Fahrzeuge sind beim Schwanenflusse mit dem Wallfischfange beschäftigt.

Miederlande.

Aus dem Haag, 22. Juli. Se. Majestät der König sind am 19ten d. vom Lustschlosse Loo nah den Provinzen Ober-Yssel, Drenthe, Gröningen und Friesland abgereist. Jn Deventer wurden Se. Majestät von der Provinzial- und Stadtbehörde feierlih empfangen und seßten, nah Besichti-

ung der Truppen von der Garnison und der Bürgergarde, hre Reise nach Zwoll fort.

In der ganzen Umgegend von Herzogenbusch sind am 15tèn d. durh den Durchbruch eines Dammes: die Felder unter Wasser geseßt und die Kartoffel-, Heu- und Getreide- Aerndte gänzlich veruichtet worden. Er E

Am 12ten d. um 8 Uhr 45 Minuten Morgens -wurden in Antwerpen 110 Brief-Tauben nach London abgesandt, von denen die schnellste hon um 2 Uhr 18 Minuten in Lon- don war; sle hatte also den Weg von Antwerpen nach Londori, der in gerader Linie 62 Meilert betragen mag, in 5 Stunden zurückgelegt. :

Der verhaftete Herausgeber des in Brüssel erscheinen- den Blattes „le Belge/‘/, Herr Poot, ist mit seinem Gesuch um A wenige Freilassung gegen Caution zurückgewiesen worden. :

Deutschland.

Müúüncheñ-, 21. Juli. Se. Königl. Hoheit der Herzog -

von Toskana ist gestern hier angekommen und im Gasthofe zum goldenen Hirsch abgestiegen. er Königl. Staats-Minister des Hauses, des Aeußern und der Finanzen, ee Graf von Armannsperg, ist von Sr. Majestät dem Könige nah Brückenau berufen worden und bereits dahin abgereist. | Jn der Nacht- vom 18ten auf den 19ten rôthete ein gro- ßer Brand die Ostseite unseres Horizonts. Jn dem ungefähr 3 Stunden von hier entfernten Dorfe Aschheim brannten 3 Bauernhöôfe und die Wohnung eines Söldners mit mehreren Scheune ab. _ ‘Von Seiten des polytechnischen Vereins ist der Beschluß efaßt worden, ein Landes - Produkten - Kabinet anzulegen'; es at den Zwe>, dur<h Aufstellung charakteristischer Muster der Produkte Baierscher Techniker eine Uebersicht des Zu- standes der te<nis<hen Produktion Baterns zu gewähren. Es

wird gebildet dur< Ankauf der Muster und durch freiwillige |

Geschenke. Die ‘eingesendeten Muster und Produkte werden öffentlich ausgestellÇ. Von den als Geschenk S Produkten trägt das Kabinet die Fracht - und andere Kosten. Es werden er alle tehnishen Produzenten aufgefordert, Muster ihrer Arbeiten „an den Central ; Verwaltungs Aus- [<uß des polyte<nischen Vereins in München‘ einzusenden. as Ausland enthält eine sehr interessante Beschrei- bung der „„Maximilianischen Thürme// von Hrn. C. v. H. Dieje Thürme sind eine Erfindung des. Erzherzogs Maximí- |

lian von Oesterreich. Jhr Zweck is, die Stäbpfeiler befestig-

Richtungen Commissaire des Generalstabes abgegangen , den Bau solcher Thürme zu beginnen. 1 A A

Mlle. Heinefetter, eine sehr ausgezeihnete Sängerin, die vorzüglich in Paris großen Beifall gefunden, ist gegen- wärtig hier, und wir wetden das Vergnügen haben , sie be- reits morgen als Rosine im „Barbier von Sevilla// von Rossini und künftigen Mittwoch als Desdemona im „„Othello‘/, von demselben ‘Componisten, zu hören.

Darmstadt, 21. Juli. Jn der am 12ten d. M. ge- haltenen Sißbung der 2. Kammer der Landstände wurden mehrere a a R der ersten Kammer vorgelegt. Jn der Sißzung am 13. Juli berichtete der zweite Ausschuß über dew

ren Gränzen, ferner über den Geseßes-Entwurf wegen Siche- rung des Grund - Eigenthums und des Hypothekenwesens, und sodann über den Antrag der Abgeordneten Knorr und Goldmann auf Revision der landständischen Geschäfts-Ord- nung. Hierauf begann die Berathung über den Haupt- voranschlag der Staats - Ausgaben für 1839— 1832. Diese Berathung wurde in den Sibungen vom 15., 16., und

unter Anderem eîn Antrag des Abgeordneten Grafen Lehr- bach auf Ueberlassung der als Grofherzogl. Familiengut an- erkannten F Domainen an Se. K. H. den Großherzog zur Bestreitung der Civilliste der Kammer vorgelegt und an den betreffenden Ausschuß verwiesen.

Das heute erschienene Regierungsblatt Nr. 42 enthält die Urkunde über die Fundation einer katholisch - theologi- schen Fakultät an der Landes - Universität Gießen. Es wird darin Folgendes bestimmt: Die katholisch - theologische Fakul- tät soll mit der Landes-Universität vereinigt werden. Sie soll an Rang der evangelisch - theologischen gleih stehen; in den Verhältnissen aber, wo es auf den Vortritt ankommt, sollew beide theologische Fakultäten Jahr um Jahr darin unter ein- ander wechseln. Die Fakultät soll mit einer“ zum vollstän-

erschöpfenden Fächer erforderlichen Anzahl von Professoren

Vollständigkeit des Unterrichts herbeigeführt, als auch. den Studirenden für die Anlage ihrer Studien eine zwe>mäßige Anleitung dadurch gegeben wird. und Entlassung der dem Studium der katholischen Theologie sich widmenden Jünglinge, so wie der Handhabung der Dis- ciplin über dieselben, ist nah ‘den darüber für die Landes- Universität bestehenden allgemeinen Geseßen und Vorschriften

Recht ertheilt, die afademischen Grade und Würden, nämlich: des Licentiaten und Doctors, an solche Männer, welche si zu dieser Auszeichnung würdig bewiesen haben, unter den- O antes Bedingungen und Formen, welche für die rigen Fo die bestehenden Freitishe und andere Beneficien sollen die Kandidaten der katholischen Theologie dieselben Ansprüche> wie die Studirenden anderer Fakultäten, haben, sofern nicht bei einzelnen Stipendien die Stiftung entgegensteht. Sollte sich das Bedürfniß einer weiter reichenden Unterstützung zei- en, fo wird Fürsorge getroffen werden , daß ein besonderer onds zu Freitischen und Beneficien für die dem katholisch- theologischen Fache sich widmenden Jünglinge errichtet werde. Karlsruhe, 22. Juli. Jn der heutigen Karlsruher Zeitung liest man Folgendes: „Die Mannheimer Zeitung vom. 22. Juli enthält, mit tadelnswerther Bestimmtheit, die uus

fter, Freiherr von Berstett, am 20sten d. in Wiesbaden mit Tode abgegangen. Vielfacher Theilnahme gewiß, freuen wir uns, diese Angabe dahin berichtigen zu können, daß Herr Minister von Berstett, nach einer allerdings höchst gefährli- <en Entzundungskrankheit, dermalen außer Gefahr und auf dem Wege-erwünschter Genesung. sich befindet.“

“Ueber der Stadt Villingen zogen sich am 17ten d. M. gegen 4 Uhr Nachmittags zwei Gewitter zusammen, das eine von Südost, dgs andere von Nordwest kommend ; das Ther- mometer stand an der Mittagsseite im Schattèn- auf 20 Grad úber Null, fiel aber plôblih auf 12 Grad. Während eines heftigen Sturmes fiel ein schre>lichèr Hagelschauer und-Schlos- sen größer als Täubeneier; 8 Stück der größern, die ein da- siger Einwohner“ vor seinem. Hause sammelte, lieferten na

Beilage

E E E O L e cs S IERET g Sti E E E R

ter Lager zu seyn. Jn Oesterreich sind. bereits nah allen-

Geseßes-Entwurf wegen Feststellung und Erhaltung der inne- -

20. Juli fortgeseßt. Fn der Sißung am 19. Juli wurde

digen Vortrage der das Gebiet der katholischen Theologie

beseßt und beseßt erhalten werden. Das Lehrwesen soll, wie bei den anderen Fakultäten -der Landes -Universität, so einge- richtet werden, daß durch die Anordnung und Folge ín den. Gegenständen des Gebiets der katholischen Theologie sowohl:

Hinsichtlih der Aufnahme

zu verfahren. Der katholisch - theologischen Fakultät ist das

afultäten vorgeschrieben sind, zu verleihen. Auf

richtige Nachricht: es sey der Großherzogliche Staats-Mini

S nto MACEE A E: Irene. O DDIR, D O P E ri az ‘L

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Beilage zur Allgemeinen Preußishen Staats-Zeitung X 207. R S S E S) (R E T TE Eh C Se M A S A S IRI E SREA K I An E S ÄREISSS Ä SORRÄE A SOROHE 7. S N N RAE T; N N S S TNR H ISTEEERNTEE W UEIETI K A6

wei Stunden, erst bei einer Zimmer-Temperatur von 16 Grad Aber Null, einen Wassergehalt von 77 Loth. Ein großer Theil der Saaten ist zerstôrt, andere beschädigt.

Oesterreich.

Wien, 22. Juli. Unterm 15ten d. M. ist von Sr. Kaiserl. Königl. Majestät ein in Preßburg zu haltender Reichstag für das Königreich Ungarn und die damit verbun- denen Länder auf den 8. Sept. d. J. ausgeschrieben worden. Der Oesterreichische Beobachter giebt heute das die- \erhalb an sämmtliche Komitate ergangene Königl. Schrei- ben in Lateinischer und Deutscher Sprache; es lautet in lelz-

wie folgt : en ta t der Erste, von Gottes Gnaden, Kaiser vou Oe- sterreih, apostolischer König von Ungarn, Böhmen, Galizien Und Lodomirien, Erzherzog von Oesterreich 2c. 2c. 2c.//

„Der allseitig erwünschte Zeitpunkt ist nun herange- rúcft, wo die in Folge des 67sten Gesch-Artikels vom Jahre 41791 ausgearbeiteten urid von der in Gemäßheit des achten Geseb-Artikels des jüngsten Reichstages niedergejeßten Reg- nicolar-Deputation, unter der Leitung Sr. Kaiserl. Königl. Hoheit des Herrn Erzherzogs Reichs-Palatins, Unseres viel- geliebten Bruders, mit sorgfältigfter Mühe zu Stande ge- brachten Operate der reichstäglichen Berathung unterzogen werden sollen. - Indem Wir jedoch die ganze Fülle eines so wichtigen Gegenstandes, der fih auf alle Zweige der Staats- Verwaltung erstre>t, in Unserem Königl. Gemüthe erwägen, fühlen Wir Uns sogleich überzeugt, daß zu dem Ende, damit hieraus, ohne Abbruch der altherfömmlichen Landes - Verfaf- sung, für das allgemeine Wohl gedeihliche Geseße hervorge- hen, vor allen das wirksamste Beförderungsmittel sey, daß, Gevor zur Verhandlung dieser hochwichtigen und folgereichen Angelegenheit selbst geschrien wird, sowohl jene in gehör1ge Verathung zu nehmenden systematischen Operate aus allen Gesichtspunkten reislih erwogen, als auch einige Gegenstände, die Uns seit langer Zeit und viel beschäftigten, auf erwünschte Weise erledigt werden ;- denn Wir hoffen es nicht nur mit

uversicht, sondern sind auch völlig überzeugt, daß auf diese Art, indem Zeit und Ereignisse drängen, durch gegenjeitiges Vertrauen und freimüthige von anderen Sorgen nicht ge- fiôrte Berathungen in kurzer Zeit das Meiste vollbracht wer- den fônne.‘/ is A

¡Mehr als acht und dreißig Jahre Unserer Regierung find schon verflossen; die Wir der Wohlfahrt der Uns von Gott anvertrauten Völker gewidmet haben. Die in diesem Zeitraume vorgefallenen beispiellosen Ereignisse ‘haben zwar die Begebenheiten anderer Jahrhunderte weit hinter sich zu- xüûc>gelassen; doch haben Wir Alles glücklich bestanden, durch Vertrauen auf Gott und durch die Liebe Unserer Völker, welche Wir Uns durch unermüdetes Bestreben und väterliche Sorgfalt, die Wir ihrem Wohle stets und freudig widmeten, erworben zu haben, nach so vielen und unvergänglichen Be- weisen ihrer findlichen Liebe und Anhänglichkeit, huldvoll er- Fennen. Aber die Tage des Lebens sind Bn und jene, welche Uns, nach Gottes Fügung, noch übrig sind, widmen Wir freudig Unserem Herrscher -Berufe, und besonders dem, 4vas die Wohlfahrt Unsers theuren Königreiches Ungarn und der damit verbundenen Länder erheischt.“

„Nur sehnt sich noch bei diesem rastlosen Bestreben Un- Fer Vaterherz nach dem stärkenden höchsten Troste, den Durch- Aauchtigsten Kronprinzen, Unseren vielgeliebten erftgebornen Sohn, Erzherzog Ferdinand, als Unseren unmittelbaren Nach- «folger aud in Unserem Königreiche Ungarn und den damit verbundenen Ländern, gegen vorläufige Annahme der festge-

seßten diplomatischen Versicherungs -Urkunde und hierauf zu

leistenden Eid, als künftigen König und Herrn, nach gescb- dden Herkommen, mit der heiligen Reichsfrone Ungarns fpô- nen zu lassen und ihn so durch jenes Band, welches Uns, so lange Wir leben, stets das theuersde bleibt, des Vertrauens und der Liebe zu der hochherzigen Ungarischen Nation und durch eidliche Angelobung , ihre angestammte Verfassung zu \chirmen_und aufrecht zu halten, verflichtet zu schen, wobei Wir Uns jedoch die hôchste Königliche Machtvollkommenheit, die Verleihung der Privilegien und die Ausübung der Ma- jestäts- Rechte vorbehalten.‘ 3 : „„Zum Behufe dieser feierlichen und höchst erfreulichen Königs-Krdnung häben Wir beschlossen, den gejammten ge- treuen Ständen Unseres. Königreiches Ungarn und der da- mir verbundenen Länder eine allgemeine Reichsversammlung oder Reichstag auf den Mittwoch, : der auf den vierzehnten

Sonntag nah Pfingsten folgt, nämlich auf das Fest der Ge-

burt der seligsten Jungfrau Maria, welches auf den 8. Sey- tember laufenden Jahres 1830 fällt, in Unserer Königl. Frei- Stadt Preßburg auszuschreiben und kund zu machen, auch demselben, unter Gottes Beistand, persdnli<h vorzustehen ; auf welchem Reichstage Wir nach glücklih beendigter vorer- wähnter Krönungsfeier, und nachdem die Regnicolar - Depu-

‘tation in Gemäßheit des achten Gesebß - Artifels vom Jahre

1827 ihren Bericht erstattet haben wird, die Drucflegung der Operate derselben um fo geneigter gestatten werden, je aufrichtiger Wir von dem Wunsche beseelt sind, daß auf der Grundlage dizeser Operate in dem künftigen Reichstage, den Wir insbesondere für die Verhandlung dieser Operate be- stimmen und für den 2. Oftober des nächstfolgenden Jahres 1831 na<h Unserer Köuigl. Frei-Stadt Preßburg unfehlbar ausschreiben werden, heilsame Geseße zu Stande fommen. Zu diesem Ende, da es von höchster Wichtigkeit ist, daß als- dann die Bemühungen, welche dieser Arbeit gewidmet wer- den, durch feine anderweitigen Sorgen und Geschäfte unter- brochen werden, wollen Wir Uns noch bei diesem Reichstage, eingedenk des vierten Geseb - Artikels vom Jahre 18327, mit Uvsern getreuen Ständen über ein Subsidium an Rekruten berathen, indem die Ungarischen Regimenter, welche stets ein Muster von Heldenmuth waren, nunmehr, da sie seit vielen Jahren keine Verstärkung erhielten, schon so ges<hwächt sind, daß sie weder dem Ruhme der Nation entsprechen, no< dem Meilitairdienst, welcher auch in Friedenszeiten erforderlich ist, genügen fönnen.““ ¡Uebrigens werden Wir auch hinsichtlih der Beschwer- den und Postulate, welche auf dem leßten Reichstage nicht erledigt werden fonnten ,- Unsere Entschließungen huldreichst ertheilen und Uns auch über andere Angelegenheiten, die zur Beförderung des öffentlichen Wohles geeignet und ersprieß- lich scheinen werden, mit Unseren getreuen Ständen berathen. Wir tragen. euch daher gnädig auf und befehlen euch, daß ihr für den festgesezten Tag und Ort, wie es herkömm- lich ist, zwei- aus eurer Mitte gewählte und abgeordnete De- putirte, und zwar fähige, friedfertige und das allgemeine

1 Wohl liebende Männer , ohne alle Entschuldigung , absendet,

welche der vorbesagten allgemeinen Reichsversammlung, zu- gleih mit den übrigen Prälaten , Baronen , Edelleuten und Ständen Unseres Königreiches Ungarn und der damit ver: bundnen Länder, beizuwohnen haben; ihr werdet sorgsam darauf achten, daß cure vorerwähnten Deputirten zur vorge- schriebenen Frist sicher und unfehlbar daselbst erscheinen, bei Vermeidung der in dem allgemeinen Reichs - Defrete im Un- terlassungsfalle ausgesprochnen Strafe. Uebrigens bleiben

" Wir euch mit Unserer Kaiserlichen Königlichen Gnade wohl-

gewogen.“ e , ft Ms j „„Gegeben in Unserer Kaiserstadt Wien in Oesterreich, am funfzehnten Tage des Monats Juli im Jahre des Herrn Achtzehnhundert und dreißig.‘ j : „Franz m. p. / Graf Adam Reviczky m. p. Georg von Bartal m. p.‘

S < weiz.

Bern, 16. Juli. Jn der am 12ten d. gehaltenen bten Sikung der Tagsaßung war zuvörderst das Konkordat we- gen Fracht- und Transit Erleichterung auf der Handelsstraße von Norshach na<h Basel und Verrieres Gegenstand der Verhandlung; Basel wollte demselben nur unter 7, St. Gal- len unter Z Bedingungen beitreten. Der Gegenstand ward an den Herrn A C D zu’ näherer Prüfung und Berichterstattung verwiesen. Dem ‘Konkordat wegen

racht - und Transit - Erleichterung auf der Straße von Ba- di nah Ztalien über Genf und den Simplon traten Fry- burg und Wallis bei; Waadt hingegen verweigerte den Bei- trict unter der Erklärung, daß es schon Alles zur Erleichte- rung des Transits gethau habe. Jn der Hoffnung späteren Einverständnisses ward die diesfällige Berathung in den Ab- schied gelegt. Zur Revision der innern Zölle, unter Mitwir- fung des Herrn Zellweger, vereinigten" sich Zürich, Zug, Schaffhausen, St. Gallen, Aargau, Wallis, Gef, Neuen- * burg, Thurgau, Appenzell, Basel, Glarus, Luzern und Bern; St. Gallen ward ein Weg- und Brückengeld für die Straße von Aitstätten nach dem Stoß und für die Brücke über den Linthkanal bei Benken, und Graubünden gleichfalls ein Weg- geld für die Straße über den Splúgen und Bernhardin, un- ter Vorbehalt einer allgemeinen Zoll-Revision, bewilligt. Jn der siebenten Sibung wurden die Handels - Verhältnisse mit den auswärtigen Staaten berathen, An die Stelle des re-

E C E O A U E M E AEC E E U M