1830 / 221 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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auf die Aufschläge , die künftig, statt blau, weiß seyn sollen, G A N Der Ober - Befehlshaber benachrichtigt die provisorischen Herren Chefs jeder Legion, daß er am 4169 AN: auf dem Marsfelde eine Musterung über die Pariser Natio-

¿Garde halten wird. Ag Gage 9 i, (gez) Pafamnetts.

Die hier anwesenden Deputirten, worunter man au) Herrn v. Martignac bemerkte, versammelten sich gestern, etwa 180 an der Zahl, in dem sogenannten Konferenz:Saale, um die große Deputation von. 20 Mitgliedern zu ernennên, die bei der morgenden Eröffnung der Kammern dem Statthalter entgegen gehen soll. Man hatte dieses Lokal dazu wählen müssen, da in dem gewöhnlichen Sißungs -Saale Vorberei- tungen zu der Eröffnungs-Sißung getrossen wurden. Herr Vahlen de Pompières führte als Älters-Präsident den Vor), und die Herren Villeraain, Vatimesnil, Cormenin und Oder- fampf verjahen als júngste Mitglieder der Kammer das Amt der 4 Secretaire. Diejenigen ‘Personen, die zu der heutigen Crösf- nungs-Sißung Eintritts-Karten erhalren haben , müssen sich zwischen 10 und 11 Uhr, in welcher Zeit die Thüren nur geöffnet. sind, einfinden. Der Statthalter wird um 1 Uhr erscheinen. / ' Mid

Die hiesigen Zeitungen berichten heute, daß der König der Regierung entsagt habe. Folgendes ist der Hauptinhalr ih- rer Meldungen : *) Der König und die Königl. Familie de- finden sih seit dem Z3isten v. M. in Rambouillet. Eine große Anzahl von Generalen und Stabsoffizieren, jo wie et- wa 2000 Maun von allen Waffengattungen, sind ihnen dort- hin gefolgt. Karl X. war Anfangs gesonnen - sich nach der Vendée zu begeben. Die Unruhen aber, die sich von der Hauptstadt aus mit Blißesschnelle nach Orteans , Chartres, Blois, Tours uud dem ganzen Lande an der Loire verbreitet hatten, verhinderten die Ausführung diejes Vorhabens. Se. Majestät entschlossen sich daher , Frankreich zu verlasse, und fertigten am 2ten den Pair, Marquis von Larochejacquelein, mit dem Auftrage nach* der Hauptstadt ab, für (Sich und Jhre Familie eine sichere Besoleitung bis nach Cherbourg zu ver- langen, von wo Höchstdieselben Sich nah England 9 ein- schiffen wollten. Herr von Larochejacquelien traf am Mittage desselben Tages in. der Hauptstadt ein und überbrachte zu- gleich die Abdication des Königs und des Dauphins zu Gun- íen des Herzogs von Bordeaux. In Folge dessen' wurden sofort fünf Kommissarien ernannt, welche die Reije Karls X. bis nach Cherbourg sichern sollen. Es sind die beiden ‘Pairs, Marschall Herzog von Treviso ***) und Herzog von Coigny- die beiden Depuirten, Oberst Jacqueminot und v. Schonen, und der Advokat Herr Odillon- Barrot. Diese fünf Kom- míssarien haben si bereits heute (Zten) auf den Weg nach Rambouillet begeben ; sie find zugleich beaustragt, alles Uebrige, was auf diese Angelegenheit Bezug hat, zu ordnen. )

Der Messager des Chambres will wissen, daß die Herren v. Montbel und Capelle die einzigen Minister wären, die sich noch in der Umgebung des Königs befänden; wohin

sich die übrigen fünf Minister gewendet, jey völlig unbekaunt.

Der Temps behauptet, daß Hr. v. Peyronnet in Tours verhaftet worden sey. | O

Die städtische Kommission begab sich (wie der Moni- teur meldet) vorgestern, den General Lafayette an der Spike, nach dem Palais-Royal, wo sie von dem Herzoge v. Orleans

empfangen wurde, der ihr seine ganze Familie, mit Ausnahme

des Herzogs von Chartres, welcher gus Joigny an der Spise. seines Regiments erwarter wird, vorstellte. Der Herzog und die Herzogin, umgeben von ihren Kindern, zeig- ten sich demnächst mit dem General Lafayette von dem SBal- fon des Palais - Royal. herab der zahlreih verjammelten Menge, die sie auf das freudigste begrüßte und thren Ju- beiruf verdoppelte, als der Herzog vor den Augen des Vol: fes die dreifarbige Fahne entfaltete. Der Statthalter hat

die Mitglieder der bisherigen städtischen Kommission erjucht, ! 1 l d

: Marquis von Martainville, abgedanft hat, ein Verein von Notabeln zusammengetreten, um für die Ruhe ‘der Stadt,- “so wie fúr die Sicherheit der Personen und des Eigenthums,-

ihre Functionen als solche in Bezug auf Alles , ivas die in- nere Sicherheit der Stadt betrisst, provisorisch noch fortzu-

seben, und ihnen seinen lebhafteste. Dank für den Patrio- |

tismus, den Muth und den Eifer, die sie für das allgemeine Beste bewiesen, zu erkennen gegeben.

Dié mit der Verwaltung der Civil-Liste beauftragten Kommissarien von Barante und Empis zeigen im Moniteur an, dáß bei der Besibnahme des Schlosses zu Saint - Cloud

*) Wir theilen diese Rachrichten mit, indem wir die Au- thenticität derselben vdllig dahin gestellt seyn lassen. “_**) Naciy Anderen, nach Unter=Ftalien oder Spanien. »*) Rach Anderen, der Marschall Maisoz.

das fostbare Mobiliar desselben von dem Volke nur un- bedeutend beschädigt worden sey. Die Ordnung, die dabei geherrscht habe, verdanfe man besonders den Zöglingen der polytechnischen Schule und den Magaßregeln des provisori- schen Gouverneurs des Schlosses, Herrn Maréchal.

Der Moniteur erwähnt lobend der Bereitwilligkeit, mit der von allen Seiten die geseblihen Steuern bezahlte würden; auch die Entrichtung der Thorgefälle an den Bar- rièren, die einige Zeit durch die Umstände unterbrochen wor- den sey, gehe jeßt ungehindert vor sich.

Durch die verschiedenen Barrièren rücken fortwährend Truppen von allen Waffengattungen mit dén ‘National -Far- ben in die Stadt ein und sind von den Bewohnern der um- liegenden Dörfer begleitet. Sie werden nach den von der Stadtbehörde angewiesenen Punften geführt und mit Lebens- mitteln, so wie mit anderen Bedürfnissen, versehen.

General Drouot ist zum Gouverneur der Militair - Di- vision, deren Stab sih in Meb befindet, ernaunt wordeh.

Der Genera! Fabvier ist gestern als provisorischer Gou- verneur des Jnvaliden-Hauses installirt worden.

Der Marquis von Pastoret soll seine Entlassung als Kanzler von Frankreich eingereicht haben.

Die mit der proviforischen Leitung der verschiedenen Mi- nistericn beauftragten Kommissarien versammelten sih gestern

| im Palais Royal bei dem Herzoge von Orleans,.wo sie fünf

Stunden lang beisammen blieben.

Der Herzog von Laval -Montmorency ist gestern aus London hier eingetroffen.

Die meisten hiesigen Theater wurden gestern wieder mit Vorstellungen zum Besten der Familien der in den Tagen des 27sten, 28sten und 29sten Gefallenen oder Verroundeten geöffnet. Der Sänger Nourrit sang in den Theatern der Bariétés, der Nouveautés und der Porte-Saint-Martin eine von Casimir Delavigne gedichtete Kantatée.

Die Kommission der hiesigen Bühnendichter macht be- fannt, daß sie für die nächsten Darstellungen ihrer dramati-: schen Werke auf den ihnen zukommenden Theil der Einnahme: gänzlich. verzichteten, damit der volle Ertrag den Familien der Gefallenen und Verwundeten zu Gute kommen möge.

Der Herzog von Böourbon - Condé hat - für denselben: Zweck die Summe von 600) Fr. hergegeben.

Dex Baron F. v. Rothschild hat der städtischen Kom- mission für die Verwundeten, so wie für die Witwen und Waisen der Gebliebenen, die Summe von 15000 Fr. zustellen: lassen, 1M

y Die in der Expedition des Constitutionnel eingegangenen: Unterstüßungs-Summen betragen bis heute 53,865 Fr.

Das Journal dy Commerce meldet: „Gestern, ver:

sammelten sh einige Kaufleute unter der Säulenhalle der- Börse, unterhielten sich aber nur von den Tages-Ereignissen. Die Syndikars-Kammer begab sih gestern früh zu dem Ba- ron Louis, um über die Angelegenheiten der Börse mit ihm. zu berathen. Es ist beschlossen worden, bis auf neuen Be- fehl den Wiederbeginn der Fondsgeschäfte, in Rücksicht der- Liquidation der vor den leßten Ereignissen abgeschlossenen Geschäfte, noch aufzuschieben. Die Wechjel-Agenten werden heute Abend eine General-Versammlung halten, um die Mit-

tel in Erwägung zu ziehen , diese Liquidation auf eine alle-

Interessen möglichlk wahrnehmende Weise zu beendigen. Mor-

gen früh wird eine zweite Versammlung bei Herrn Laffitte-

stattfinden, zu welcher das Syndikat der Wechsel - Agenten, die Prâsidenten der Handels-Kammer und des Handels-

Gerichts und die Mitglieder der Bank eingeladen sind.// Das geuannte Blatt dringt auf die baldige Erdffnung der-

Börse. i

Mehrere Blätter wollen wissen, daß durch den Telegra-

phen die Nachricht eingegangen sey, die dreifarbige Fahne:

wehe in Toulon und Marseille. In Rouen ist am 31. Juli, nachdem der: dortige Maire,

zu sorgen.

Der’ Eigenthümer der Gazette de France, Herr von: Genoude, äußert in einem Schreiben an den gegenwärtigen: Haupt - Redacteur dieses Biattes, Herrn Lubis, daß er dessen: „Sie hätten,“ fügt er hinzu, „das Blatt gleich von Anfang an mit meinem Na-" men unterzeichnen können, denn ich werde die Folgen der-

ÄÜnordnungen vollkominen billige.

geseßlichen Aeußerung meiner Meinungen niemals fürch- ten.‘ Herr Lubis selbst macht Folgendes bekannt: „Jch

halte es für dienlich, anzuzeigen, daß eine von Ludwig XVIL.

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dem Eigenthümer der Gazette für- literarische Arbeiten be- willigte Pension seit dem 19. Mai d. J. eingezogen, und daß Herr von Genoude, nach seiner Abseßung im Jahre 1828, von dem Ministerium des 8. August nicht wieder auf die Liste der Staatsräthe gebracht worden war. Die Ga- zette war also damals das unabhängige Organ ihrer Redak- toren, wie sie solches auch jeßt ist. Sie hat stets gewollt, und will auch noch die: verfassungsmäßige Monarchie mit allen von ihr unzertrennlichen Bedingungen und Freiheiten.‘

Die Akademie der Wissenschaften hielt gestern ihre ge- wöhnliche Montags-Sißutig. e

Der Moniteur giebt nachstehende telegraphische De- pesche des die 19te- Militair-Division befehligenden Generals an den Kriegs-Minister: „Lyon, 1. August um 1 Uhr Mit- trags. Gestern herrschte von 6 Uhr Morgens bis 4 Uhr Nachmittags große Verwirrung. Die Ruhe stellte sich jedoch auf das von der Civil -Behöôrde gegebene Versprechen , eine Eliten-Compagnie städtischer Garden zu bilden, wieder her. Die Polizei in der Stadt wird gemeinsam mit der Natio- nalgarde gehandhabt. Die Truppen sind in ihre Kasernen zurückgekehrt, ohne daß auch nur das geringste Gefecht statt- gefunden hätte. Abends war die Stadt ruhig, wie wenn am Tage nichts geschehen wäre.‘

Aus Toulon vom 28sten wird geschrieben: „Das Li- nienschiff} „„Algesiras// hat das Artillerie-Geräth, das sich an feinem Bord befand, ausgeschisst und war mit den Fregatten „Medea und „Circe‘/ im Begriff, Lebensmittel fär die Expeditions-Armee einzuschiffen; aber alle drei haben Gegen- befehl erhalten. Die „„Circe‘“ wird die auf dem Linienschiffe ¿„Duquesne“/ angekommenen Kranken nach Marseille bringen und dann nach Algier zurúckfsegeln. Die Brigg „„Cicogne“ ist vorgestern mit 200,000 Fr. nah Morea abgegangen. Die Korvette „„Diligente“/ ist gestern, von Navarin kommend, in den hiesigen Hafen eingelaufen.‘

Das Aviso de la Méditerrannée enthält folgende Privat-Nachrichten aus Algier, vom 19. Juli: „Der Contre- Admiral Rosammel trifft Anstalten, um sich in einigen Tagen mit der unter seinen Befehlen stchenden Schiffs-Division nach Bugia und Bona zu begeben und die dortigen Beys der Französischen Regierung zu unterwerfen. Von dort aus wird dex Contre-Admiral nah Tunis segeln, um dieser Regent- schaft zu versichern, daß die Besibnahme Algiers in den freund- schaftlichen Verhältnissen, die bisher zwischen ihr und Frank- reih bestanden, feine Aenderung hervorbringen werde. Am láten Abends erhob sich in der hiesigen Bai ein Sturm bei glühendem Ost-Süd-Ostwinde. Das Thermometer zeigte noch während der Nacht 28 Grad. Die Flotte hat keine bedeutenden Havaricen erlitten. Die Brigg „„d*Assas““ ist am

.:15ten nah Smyrna mit Depeschen für den Admiral Rigny

abgesegelt. General -Lieutcnant Berthezène bewohnt den Garten des Dey außerhalb der Stadt. Das Linienschiff „¿Couronne‘/ isst vor einigen Tagen mit Türkischen Miliz- Soldarxen am Bord nach Smyrna unter Segel gegangen ; auch die Schiffe „Scipio‘/ und „die Stadt Marfeille// neh- men deren an Bord; auf leßterem befinden sich bereits 750. Jeder Türke hat 5 Piaster Reisegeld erhalten. Am 12ten d. M. hielt der Ober-Befehlshaber um 5 Uhr Morgens am Meeres-Ufer cine Musterung úber die zweite und dritte Di- vision. Die Ruhr greift im Heere immer mehr um sich; man zählt 150 bis 200 Kranke bei jedem. Regimente.‘

Der Graf v. Bourmont soll in Toulon gelandet seyn, si{ch aber sogleich wieder uach Neapel eingeschifsc haben.

Großbritanien und Frland.

London, 3. August. Am vorigen Dienstage fahr der König nach dem benachbarten Dorfe Teddington, wo er von den Etnwohnern mit herzlicher unverkennbarer Freude empfan- gen wurde. Ehrenpforten von Blumen und Jmraergrün

waren am Eingange, so wie in den Straßen des Dorfes, er- |

richtet; Sprüche und Embleme waren an jedem Hause an- gebracht, und einen sehr angenehmen Eindruck schien der Ju- bel der ehrlichen Landleute auf Se. Majestät zu machen.

Der Courier sagt: „Wenn England jemals auf einen vom Volke geliebten Monarchen und auf einen geschicéten

tinisier stolz seyn fonnte, so-hat es gegenwärtig Ursache

dazu; denn gewiß würden, wenn dies nicht der Fall wäre, nicht blos Schwierigkeiten für die Politik, die England der- malen zu beobachten hat, sondern auch Gefahren für das Land selbst daraus erwachsen seyn.‘

Ers vorgestern ist der Marquis von Santo - Amaro, außerordentlicher Gesandter des Kaisers von Brasilien, in Begleitung seines Sohnes hier angekommen,

- Herr Brougham hat in der Grafschaft York uicht blos an einem Orte Reden gehalten; die kürzlich mitgetheilte hielt er in der Stadt Leeds; am folgenden Tage, an welchem er 100 (Engl.) Meilen zurücklegte, redete er hinter einander an folgenden acht Orten die Wähler an: ‘in Bradford, Ha- lifax, Elland, Honley, New-Mill, Penistone, Sheffield und Barnsley. Nach dem lektgenannten Orte, wo der Markt- Plaß voll von Menschen war, die ihn erwarteten, kam er erst spát am Abende; es wurden jeddch außer den GBas-La- ternen auch noch viele Fackeln angesteckt, und ein ganz eige- nes Schauspiel gewährte es, als unter dieser Beleuchtung der mit Jubel empfangene Kandidat die versammelten Wäh- ler anredete.

Unter den neuerdings erwählten Parlaments-Mitgliedern werden folgende Männer bemerkt: Hr. Alexander Baring sur Callington, Admiral Sir Joseph Yorke für Reigate, Hr. R. Grant für Norwich, Sir George Rose und Capi- tain J. P. Rose für Christchurch, Sir R. Vivian für Wind- sor, Oberst Sibthorp ' für Lincoln, Lord Palmerston und Hr. Cavendish für die Universität Cambridge, Lord Nugent für Buckingham , Oberst Davies für Worcejter, Sir E. B. Sugden (General -Fiskal) für Weymouth und Herr Herrics ur Harwich. :

Das neueste Heft der hiesigen Monatsschrift : „„La- belle Assemblée‘/ enthält das wohlgetroffene und in künstlerischer Hinficht nicht leiht zu übertreffende Bildniß ZJhrer Königl.

| Hoheit der Frau Herzogin von Cumberland.

Auf dem einen der fünf von dem Portugiesishen Blo- fade- Geschwader weggenommenen Schiffe der „,Velocity‘/, die von Lima und Valparaiso kam hat sich eine große Baarladung, dem Vernehmen nach von 200,000 Pfd. Sterl. befunden. ;

Aus Jrland wird gemeldet, daß dort die diesjährige Aerndte einen reichlichen Ertrag verspricht, und daß nament- lich die Kartoffeln bereits im Preise sehr gefallen sind, so daß dadurch den disher von der Theurung der Lebensmittel sehr hart bedrängten niederen Volksklassen eine große Erleichterung \chon geworden ist.

Deuts hf anb

München, 5. August. Se. Majestät der Kdnig hat angeorduet, daß in jeder Pfarrfirche zwei Deuktafeln aufge- hangen werden sollen, deren eine die Namen jener Pfarr- angehörigen enthält, welche in den Kriegen von 1805 bis 1813 geblieben sind, und die andere dem ehrenden Andenken jener Pfarrangehörigen gewidmet ist, welche in dem Befrei- ungs-Kriege von 1813, 1814 und 1815 fielen und welche hierbei freiwillig unter die Fahnen des Vaterlandes getreten ‘sind.

Einer allerhöchsten Verfügung an den landwirthschaftli- chen Verein und den polytechnischen Verein zufolge, ist die. Bewilligung ertheilt worden, daß sich eine Privat-Gesellschafc unter der Benennung: „Actien-Gesellschaft zur Beförderung der Leinen-Fabrikation//, nah den Grundlagen des vorgeleg- ten Planes bilden dürfe. Von dieser Genehmigung wird jedoch die in $. 12. des Planes wegen einer Beschau-Anstalt für Waaren, die nicht von der Gesellschaft zum Absa( über- nommen werden, vorgeschlagene Bestimmung ausgenommen. Zugleich wurde dem General-Comité des landwirthschaftlichen Vereins und dem Central-Verwaltungs-Ausschuß des volytech- nischen Verkins in Folge allerhöchsten Signats vom 2. Juli erôssnet, daß Se. Königl. Majestät in dem Antrage der ge- dachten Vereins-Vorstände mit großer Zufriedenheit die fort- gejeßten gemeinnüßigen Bestrebungen derselben wahrgenom- men habe, und lebhaft wünsche, bald die Verwirklichung der Actien-Gesellschaft zu erfahren.

_ Karlsruhe, 4. Aug. Jhre Königl. Hoheit die Frau Großherzogin ist in höchst erfreulihem Wohlseyn vorgestern von Griesvah nach dem Sommer - Aufenthalte im Schloß Favorité zurückgekominen. Jene treffliche Heilquelle hat ih- ren Ruhm vollkommen bewährt und unsern theuersten Wün- schen aufs schönste entsprochen. Ihre Königl. Hoheit trafen heute hier cin, um einen Besuch in Bruchsal abzustatten.

Rastatt, 4. Aug. Se. Majestät dex Kdnig von Wäür- temberg trafen vorgestern hier ein und nahmen das Absteige- Quartier im Gasthof zum goldenen Kreuz. Gestern Morgen famen Se. Königl. Hoheit der Großherzog: von dem Schlosse Favorite herúber, um Se. Majestät dahin abzuholen. . Jhre Königl. Hoheit die Frau Großherzogin waren Tages vorher aus Griesbach zurückgekehrt. Die höchiten Herrschaften ver- weilten den gestrigen Tag in der Favorite. Abends kamen Se. Majestät, in Begleitung des Großherzogs , wieder hicr- her und jeßten diesen Morgen die Reise nah Stuttgart fort.