1830 / 233 p. 4 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Mi ate B S E e R E R E s M R E Cnt p r o M Ca c

1782

erworben hat, ‘als wir in zwanzigjährigem Kampfe zu etlan- gen vermochten.‘ i i /

Die Gesellschaft: „„Hilf dir, so wird dir auch der Him- mel helfen‘/ versammelte si, wie der Constitutionnel berichtet , vorgestern, um einen Bericht úber ihre Wirfsam- feit zu vernehmen, worin es heißt: „Wir haben es zwar nicht mehr mit einer Regierung zu thun, die wir hassen mußten, aber allen Regierungen thut es noth, aufgeklärt und besonders von Jutriguen befreit zu werden. Tugend- hafte Männer müssen, wenn sie die Wassen niedergelegt ha- ben, ihre Stimme so lange erheben , bis für das Glück und die Wúrde unseres Landes nichts mehr zu wünschen übrig bleibt. Wir schlagen Jhnen däher, meine Herren, vor - zU bleiben, was wir bisher waren , das uns verecinigende Baud | fester zu schließen und es auf die Departements auszudehnen. Ueber die- Lage der Gesellschaft ‘soll Jhnen ein Bericht vor? | gelegt werden; Sie werden daraus ersehen, daß Fhr Aus- schuß beträchtliche Ausgaben in den Augenblicen der Unruhe hat machen mússen; Sie werden den Werth derselben beur- theilen. Der Ausschuß hat Jhnen ferner einen Vorschlag zu machen , dessen Ausführung er als cine Pflicht für uns Alle betrachtet. Unsere Gefährten Bories, Raoul, Pommier und Goubin sind für die Freiheit, die wir wieder errungen ha- ben, auf dem Schaffot gestorben. Wir verlangen, daß der náchstfolgende Ausschuß bevollmächtigt werde, sich mic dem Minister des Junnern über die Errichtung eines Denkmals | fr die am 21. September 1822 auf dem Greve - Plaße ge- | storbénen Bories, Raoul, Pommier und Goubin zu bespre- chen.‘/- Dieser Antrag wurde cinstimmig genehmigt.

Die Stadt Paris will den in den leßten Tagen des Juli Gefallenen ein Denknal auf der Stelle des alten Öpern- hauses errichten lassen. Die Gebeine derselben follen gesam- melt und in eine Gruft unter dem Denkmal beigeseßt wer- den. Die Namen der Gebliebenen sollen auf \chwarze Marmortafeln eingegraben und diese in der Kapelle des No- numents aufgehängt werden. Eine Jnschrift über dem Giebelfelde der Kapelle soll die Dankbarkeit der Nation aus- drúcfen und das Ganze mit Bäumen und einem Rajenpiaße umgeben werden. Æ#

Ein hiesiges Blatt bemerkt: „Der Monat Juli is der Freiheit günstig. Am 26. Juli 1581 fündigten die Nie- derländischen Verbündeten Philipp 1. durch ein Edikt den Ge- horsam auf. Am 11. Juli 1690 war die Schlacht bei Boyne, in der Jakob 1. besiegt wurde und deu Thron verlor; am 4. Juli 1776 erklärten Vereinigten Staaten von Nord - Amerika für ul

m 14. Juli 1789 wurde die Bastille zerstört; a id 29. Juli 1830 war Pa- riser Revolution.‘ j

Viertausend junge Leute vom hiesigen Handelsstande versammelten sich gestern auf dem Vendome-Piabe und be- gaben sich von da, je vier in ciner Reihe „, mit einer großen dreifarbigen" Fahne nach dem Palais-Royal , wo sie den Kô- nig um die Erlaubniß baten, diese Fahne im Börsengebäude aufbewahren zu dürfen. Die Erlaubniß dazu wurde ihnen von Sr. Majestät gern ertheilt. Der Zug verfügte sich nunmehr nach der Börse und lieferte die Fahne in die Hände des Präsidenten des Handels - Tribunals, Banquiers Vassal, ad. Abends war die Börse erleuchtet.

An sämmtliche Französische Schisssstationen in fremden Meeren und Welttheilen soll der Befehl'ergangen jeyn, nach Frankreich zurückzukehren.

Einer der Redacteure des National, Mignet, isi vom Grafen Molé zum Archivar im Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten ernannt worden. :

Man ‘hat Nachrichten aus Algier bis zum 3. Augu. Die aufrúhrerische Bewegung der Araber war unterdrückt und die Jnsurgenten waren zurückgeschlagen worden. Mar- {hall Bourmont befand„sih noch in Algier, wo man von den Verordnunugg Juli und ihren Folgen noch nichts wußte Me y É neuerdings folgendes Schreis ben an den 1 tet:

Minienschisses „„UAlger“‘“, in der Y Algier, am 4. August.

Gnädiger" B 1ten v. M.- hatte ih die Ehre, Ihnen verschiedene hte Über die Operationen gegen Bona einzusenden, welche die Unterwerfung dieses Plabes herbeige- führt haben; derselbe wird jeßt bereits von den Truppen, die der Contre-Admiral Rosamel ans Land geseßt hat und deren Einrücken in die Stadt durch die energischen Maaß- regeln des Schiffs - Capitains Kerdrain vorbereitet war, in Besiß genommen seyn. Heute übersende ih Ewr. Exc. die Berichte der Fregatten - Capitaine Leblanc uúd Ropert, von

Brigg „„le Voltigeur ‘/ und die Station vor Oran befeHligt. Capitain Leblane hatte nah Oran einen Offizier des Oberbe- fehlshabers mitgenommen, der dem dortigen Bey Vorschläge machen und von demjelben zugleich die Akte über seine Un- terwersung unter die Französische Regierung in Empfang nehmen sollte. Die Unterhandlung zog sich aber in die Länge und führte zu feinem günstigen Resultare. Capitain Leblanc entschloß sich daher in Uebereinstimmuüng mit dem Capitain Ropert zu einem durchgreifenden Schritte , nämlich die Un- hlússigkeit des Bey und den Zwiespalt unter der Miliz zur Besiznahme des Forts Mars-il- Kibir zu benußen , das die Bai, deren Ankerplialz vielleichs der sicherste an der ganzen Afrikani¡chen Küste ist, völlig beherrsht. Die beiden Briggs legten deim gemäß, durch den „„Endymion ‘/ verstärkt, unter dem Fort an und seßten 150 See-Soldaten an's Land. Die Türkische Garnison räumte sogleih das Foxt, das nunmehr von 100 See-Soldaten besebt ist. Es ist mit 12 Geschüßen versehen, uúid die Approschen desselben können, da es an der Spiße einer Halbinsel liegt, leiht von der Artillerie un- serer Briggs beschützt werden. Der Bestimmung des Oberbefehls- habers gemóß, seil die Sradt Oran von Französischen Truppen bejeßt werden. Diese-schisfen sich bereits heute auf den Fre- gatten „Sirene‘/, „„Umphitrite‘/ und ¡7 Iphigenie‘ ein. Den Befehl úber diese Expedition habe ih dem Schifss - Capitain Najsieu anvertraut; derselbe geht morgen unter Segel, und

| (ch fann Ewr. Excellenz dafür bürgen, daß er das Unterneh-

men mit der Klugheit und Entschlossenheit leiten wird, die alle Handlungen diejes Ober-Ossiziers charafterisiren.‘“/ (Am Schluß des Schreibens empfiehlt der Admiral dem Minister mehrere Marine - Offiziere zur Auszeichnung und Befôr- derung.)

Gestern fand die jährliche Prüfung der hiesigen Handels- {hule statt. Herr Laffitte, der Baron Karl Dupin und der Direktor der Änstalt, Blanqui, hielten dem Zwecke der Zu sammenfunft angemessene Vorträge an die Jugend. 7

Die Französische Akademie wird in ihrer Sibung vom 95. d. M. den großen Monthyonschen Preis von 8000 Fr. der „Staats -Defonomie von J.. B. Say‘/ und den zweiten von 6000 einem juristischen Werke des Advokaten Lucas zu- erftennen.

Geueral Clausel ist heute nach dem Süden abgegangen, um sich nah Algier cinzuschissen.

Aus Madrid sind hier Nachrichten bis zum 5. August

die Verorinungen vom 25. Zuli ohne weitere Bemerkung. Die Spanische Regierung hat ein neues sehr beschränfendes Reglement für die Presse erlassen.

Großbritanien und Jrland.

Lon don, 14. August. Der Herzog von Gloucester hält sih dermalen in dem Bade-Orte Cheltenham auf, von wo aus er kürzlich der Herzogin von Kent im Schloß Malvern cinen Besuch abgestattet har.

Unter den ehemaligen Parlaments - Mitgliedern, die, bei den fürzlich stattgefundenen Wahlen, von ihren früheren Kon- stituenten nicht wiederum erwählt woxden sind, bemerft man Herrn Stratford Canning für Old-Sarum, Oberst Wilson für die Grafschaft York, Herrn Macçauley für Saltafh, Herrn Maberly für Northampton, Herrn Protheroe für Éversham, Herrn Davenport für Shastesbury und Sir Tho- mas Lethbridge für Somerset.

Die Morning- Chronicle bemerkt, daß im vorigen Parlamente 160 Sdhne von Pairs Sibe im Unterhause ge- habt hätten; zähle man dazu noch diejenigen andern Meitglie- der des Unterhauses, die durch den Einfluß von Pairs er- nannt werden, so gehe daraus augenscheinlich hervor, daß beide Häuser bisher nur von einem und demselben Jnteresse regiert worden seyen.

Nächst der auf nächsten Montag festgeseßten Versamm- lung in der London-Tavern wird am Mittwoch in der Frei- maurer-Halle ein großes öffentliches Diner zur Feier der ía Frankreich stattgefundenen Ereignisse gegeben werden. Sir Francis Burdett wird dabei den Vorfiß fúhren; die Lords Nugent und John Russel, die Herren Brougham, Hobhouje und andere Parlaments - Mitglieder werden zugegen seyn; auch sind zur Gallerie der Halle Zuschauer - Billets sür Das- men ausgegeben worden.

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Aus dem Haag, 16. August. Ueber die Feierlichkeiten, welche bei der Vermählung J. K. H. der Prinzessin Ma- riane mit Sr. K. H. dem Prinzen Albrecht von Preußen stattfir.den sollen, vernimmt man Folgendes: Am 14. Sept. wird die Vermählung selbst stattfinden; am 1öten Abends

denen der erstere die Brigg „„Dragon‘/, der leßtere die

eingegangen. Die Hof-Zeitung von diesem Tage enthält

1783

wird Cour bei Hofe, am 16ten Diner bei Sr. K. H. dem Prinzen von Oranien und Abends Gala im Niederländischen Theater , am 17ten Volksfest und großer Ball bei Hofe, am 18ten Diner bei Sr. K. H. dem Prinzen Friedrich und Gala im Französischen Theater, am l9ten Kirchgang und großes Diner bei Hofe seyn. Die Königl. Familie wird sich dann auf ‘einige Zeit nach Amsterdam begeben.

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Wien, 18. August. Jhre Kaiserl. Hoheit die Erzher- zogin Sophie sind diejen Morgen, zur großen Freude der Kaiserl. Familie und des ganzen Publikums, von einem Erz- herzoge glúcflih entbunden worden. Die hohe Wöchnerin und der neugeborne Prinz befinden sich wohl.

Ein (von der Schlesischen Zeitung mitgetheiltes) Schreiben aus Wien vom 14. August meldet unter Anderm : ¡Die Krönung Sr. Kaiserl. Hoheit des Erzherzogs - Kron- prinzen/- zum König von Ungarn, is verschoben und voriäu- fig der 28. September d. J. zum. Krönungstage bestimmt worden. Es scheint nun entschieden, daß der zum Feldmar- schall promovirte General der Kavallerie, Fürst von Hohen- zollern-Hechingen, durch Se. K. H: den Erzherzog Ferdinand von Este, General der Kavallerie und Kommandirenden in Ls im Präsidium des Hoffkriegsraths erseßt werden wird.

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Gotha, 18. August. J. K. H. die Frau Großherzogin von Mecklenburg-Streliß, welche unter dem Fncognito einer Gráfin- von Stargard gestern Abend mit Suite hier eintra- fen und im Gasthofe zum Mohren übernachteten, haben heute ¿hre Reise nach Rumpenheim weiter fortgeseßt.

Hamburg, 20. August. Der hiesige - Korrespon- dent giebt folgendes Schreiben aus Braunschweig vom 16, August: „Am 13ten d. M., Morgens gegen 9 Uhr, trafen Se. Durchl. , unser vielgeliebter Herzog, im erwünschten Wohlseyn mit Gefolge hier ein. Nachdem Höchstdieselben einige Stunden von der Ermüdung der Reise ausgeruht hat- ten, empfingen Sie huldreichst die zum Hofe gehörigen Per- sonen und ließen sh darauf Vortrag über die Vorkomtnuisse der leßten Zeit erstatten. Dix frohe Kunde Über die ersehnre Rückkehr des allverehrten Landesherrn und die Gewißheit, ihn den Gefahren in Paris glücklich entrücft zu sehen, er- füllte alle getreuen Unterthanen mit der reinsten Freude, und unzählige Menschen eilten dem Schlosse zu, um Se. Durchl. zu erblicken. Man beabsichtigte, den Herzog Abends feierlich im Theater zu empfangen, was er sich jedoch verbat, indem er sich von der Reise noch angegrissen fühlte. Am {l4ten d., Abends , brachten die Offizianten eine Fackelmusik, welche

huldreichs aufgenommen und bei welcher das jedesmalige Er- | scheinen Sr. Durchl. auf dem Balkon durch ein tausendfa- |

ches Vivatrufen bezeichnet wurde. Gestern wohnten Se. Durchl. dem Gottesdienste in der Domkirche bei.

Türkei.

Der Oesterreichische Beobachter meldet in einem

Schreiben aus Konstantinopel vom 26. Juli: „Am 13ten d. M. feierte der Kaiserl. - Russische außerordent- lihe Gesandte, Herr von Ribeaupierre, die Geburts- feste Jhrer Majestäten des Kaisers und der Kaiserin durch ein im Gesandtschasts-Hôtel in Bujufdere gehaltenes Te Deum und ein daselbst stattgefundenes Ballfest, Jllumination und Feuerwerk, ‘wobei besonders die geschmackvolle Beleuchtung der dort vor Anker liegenden Russischen Fregatte allgemeinen Beifall erhielt. *) Auch diesmal waren, außer dem diplotna- tischen Corps und den angesehenen Fränkischen Bewohnern der Hauptstadt, mehrere Mitglieder des Türkischen Ministe- riums zu dem. Feste geladen.“‘ ;

„Die Erzählungen der Hofleute, welche diesem Feste beigewohnt hatten, besonders die Beschreibung des Feuer- roerfs, scheinen bei dem Sultan den Wunsch erregt zu haben, ein solches Feuerwerk zu sehen. Dies geschah bei einer we- nige Tage nachher, am 17. Juli, veranstalteten Lust - Partie nach den Prinzen-Inseln, wohin sich der Sultan, in Beglei- tung einiger Personen seines Hofstaates, des Serasfiers und Kapudan - Paschas , an Bord des Dampfschiffes begab, und wo durch Türkische Feuerwerker einige Kunstfeuer abgebrannt wurden. Bei diesem Anlasse wurden die auf den Prinzen- Inseln befindlichen Griechischen Klöster von Sr. Hoh. reich- lich beschenkt.‘ -

¿Die Pforte hat- in den leßten Tagen beruhigendere

*) Vergl. Nr. 226 dex Staats-Zeitung, Art. St. Petersburg.

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A Nachrichten über den Stand der Dinge in Albauten erhal- ten, welher noch vor Kurzem ernstliche Besorgnisse veran- laßt hatte. Sie besorgt nicht mehr, daß der Pascha ácits Scutari mit den aufrührerischen Albanesern gemeinschaftliche Sache mache; die ihr von Mustapha Pascha zugekommenen Versicherungen sind von der Art, daß sie sih der Treue und Unterwürfigkeit dieses Statthalters für versichert hälr. Auch zeigt der Groß- Wesir aus seinem Haupt-Quartier Monastir an, daß es ihm gelungen sey, mehrere Häuptlinge der Aiba- neser mit ihren Truppen durch Auszahlung ihres rück ständi- gen Soldes zum Gehorsam zurücfzuführen, und daß er die Hossnung nôähre, auch die übrigen Aufrührer, entweder in Süte oder mit Gewalt, baldigst wieder zur Ordnung zu brin- gen. Jnzwischen versäumt die Regierung nicht, dem Groß- Wesir Verstärkungen an Truppen, Artillerie und Munition zuzujenden, um ihu in dea Stand zu seben, gegen jene ge- sährlichen Meuterer mit dem erforderlichen Nachdruck zu Werke zu gehen?“ /

¡Das erste und dringendste Bedürfniß bleibt jedoch die Herbeischasfang der nöthigen Geldmittel zur Befriedizung der sehr bedeutenden Forderungen der Albaneser an Sold: Rückständen. Die zu diesem Ende und zu andern nicht min- der dringenden Zahlungen in der Hauptstadt gusgeschriebene außerordentliche Steuer soll sich auf zwanzig Millionen (Türkische) Piaster belaufen, die jedo \{chwerlich hereinge- bracht werden dürften, obgleich dabei die Großen des Reichs und die Minister mit 1500 Beuteln, die Ulemas mit 900, die verschiedenen Zünfte, jede mit 30 40 Beuteln (der Beutel = 500 Piaster), betheilt worden, und die hiesigen Banquiers sich zu einer Beisteuer von 2000 Beutelin bereit er- flärt haben. Jnwiefern die in die Provinzen abgesendeten Commissaire den gehegten Erwartungen entsprechen werden, ijt bei der großen Erschöpfung der- meisten dieser Provinzen nicht leicht zu bestimmen.“

¡Es haben in den verflossnen Tagen mehrere Verände- rungen, sowohl in den Statthalterschaften, als in den Mi- nister -Stellen, statt gefunden. Unter den erstern bemerkt man die Ernennung des bisherigen Gouverneurs von Kaißa- rieh, Ali Schewië Pascha, zum Statthalter von Erzerum, und die Beförderung des Beglerveg Osman Hairi Pascha zum Statthalter von Kaißarieh. Gestern fawd»-die Ernen- nung des bisherigen Kiaja Beg oder Minister des Junern, Ali Nedschib Esendi, zum. ersten Finanz-Minister oder Dej- tecdar statt, Seinea Posten erhielt der Kiaja Beg und Reis Efendi des Lagers, HadiaLleudämginer der Bevollmäch- tigten beim Kongresse von A ie weitere Bestim- mung des seines ‘Postens X Defterdars Sadik Efendi ist noch nicht bekannt. ¿Auch der Griechische Patriarch Agathangelos, welcher seit vier Jahren das Haupt des Klerus seiner Nation war, ist am 16ten d. M. seiner Würde enthoben worden. Zu scei- nem Nachfolger ward durch allgemeine Waßl der durch meh- rere gelehrte Werke bekannte bisherige Metropolir des Klo-

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sters vom Berge Sinai, Dionysios, bestimmt -und von der Pforte bestätigt, 1hm auch aus besonderer Rücksicht auf die dermaligen Zeitumstände die Entrichtung der gewöhnlichen Exnennunugs- Taxe von hunderttausend Piastern nachgelassen Unter den Urfachen, welche die Entfernung des vorigen Pa- triarhen, welcher der Pforte sonst feinen Anlaß zu gegründeter Beschwerde gegeben, herbeigeführt haben, wird angeführt, daß er sich geweigert habe, die Vertheilung der Kopfisteuer-Scheine zu übernehmen und die dafúr zu entrichtende bedeutende Summe vorzuschießen ; eine Weigerung, welche durch den Umstand gerechtfertigt werden dürfte, daß es dem Patriarchen bei der jo sehr überhand nehmenden Auswanderungs Lust der Grie- chen }chwer , wo nicht unmöglich, gewesen seyn würde, die ihm zugestellten nah der bisherigen Einwohnerzahl berehne- ten Kopfsteuer-Scheine an Mann zu bringen und den dafür geleisteten Vorschuß zu decken.‘ ‘l dev i

„Die Ankunft eines Türkischen undz Schiffes aus Trapezunt, welche auf der eb Personen in Folge ansteckender Kranfkheitemünd 2 gels verldren hatten, gab der Besorgniß«® um, daß diese Todesfálle durch die Pest herbeigeführe worden- seyn dürften. Auf Verwendung der sremden Gesandtschaften wurden so- gleih Vorkehrungen getroffen, um die Gefahr der Ansteckung und Verbreitung des Uebels zu entfernen. Glücklicherweise haben die einige Tage hindurch dauernden Besorgnisse sich als grundlos erwiesen, und nach allen, auch in den Griechi- schen Pest - Spitälern eingezogenen, Nachrichten genießt diese E fortwährend eines vollkommenen Gesundheitszu- andes.

„Ein am gestrigen Morgen hier angelangter Englischer Courier hat die Nachricht von dem Ableben Kdnig Georg 1V