1830 / 235 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

1796

er diese Einschiffung enthält der gestrige Moniteur das nachstehende P r:068 fol

¡Nachdem wir, die unterzeichneten an den König Karl X, in der Absicht abgeordneten Kommissarien, ihn und seine Familie na< Cherbourg zu geleiten und für ihre Sicherheit Sorge zu tragen, uns an Bord des Amerikanischen Schiffes ¿¿Great-Britain‘/ begeben, haben wir konstatirt , daß König Karl X. und JJ. KK. HH. Ludwig Anton Dauphin , die Dauphine, der Herzog von Bordeaux, die Herzogin von Berry und Mademoiselle am 16ten d. M. um 2 Uhr auf dem gedachten Schiffe eingeschifst worden sind und um Punkt 3 Uhr das Französische Ufer verlassen haben, um der Engli- schen Küste zuzusegeln. Ueber dieses Alles haben wir das gegenwärtige Protokoll aufgenommen, unterzeichnet und durch den bei der Einschiffung anwesenden See - Präfekten des Hafens von Cherbourg mit unterzeihnen lassen.

So geschehen in Cherbourg, 16. August 1830.

(Unterz.) der Marschall Marquis Maison. v. Schonen. v. la Pommeraye. Odillon-Barrot. Der See-Präfekt P ouyer.“‘

Jn der vorgestrigen Sißung der Deputirten - Kammer legte der Minister des Jnnern einen Geseß-Entwurf wegen Eröffnung eines Kredits von 5 Millionen zu verschiedenen dffentlichen Bauten, Behufs der Beschäftigung der brodlosen Arbeiter, vor. Ein Theil dieser Summe ist bereits in fol- gender Weise- repartirt worden : :

Für den Saal der Deputirten-Kammer . . . . 500,000 Fr. - /¿ Triumphbogen an der Barriere de l’Etoile 150,000 - - die Königl. Bibliothek 75,000 ¿ ¿ Schule der shônen Künste 100,000

- Kirche zu St. Denys 100,000

- ¿ Magdalenen-Kirche 200,000 ¿ ¿ Taubstummen-Anstalt 50,000 - - den Pflanzengarten 50,000 -

¡Alle diese ôffentlichen Bauten““, bemerkt der Temps, „werden durch die eben erwähnten Zuschüsse beschleunigt, und man ist unablässig mit der Eröffnung neuer Werkstätten be- schäftigt. Durch die Bewilligung für den neuen Saal der Deputirten - Kammer wird dieses Gebäude bis zum Oftober unter Dach seyn. Zwei Millionen erhält die Stadt Paris als ein Darlehn aus dem Schabe; hiervon sollen 500,000 Fr. zur Erweiterung mehrerer Straßen verwendet werden./“

Am 22sten d. M. wird der König auf dem Marsfelde eine große Musterung úber die Pariser National - Garde abhalteir.

Der National enthält Folgendes: „Wir bestätigen heute eine Nachricht, die wir gestern no<h als unverbürgt gaben. Der Kriegs - Minister hat gestern um 2 Uhr eine telegraphische Depesche erhalten, des Jnhalts , daß der Fürst von Polignac in der Nacht vom 15ren auf den 16ten in Granville (Seestadt im Dept. des Kanals) verhaftet worden ist. Er war als Bauer verkleidet und ist sofort nach St. Lo abgeführt worden.“ Der Messager des Chambres fügt dieser Nachricht folgendes Privatschreiben aus St. Lo vom 16ten hinzu: „Jn unserer Stadt herrscht große Freude. So eben trif]t hier die Deligence aus Granville mit meh- reren National-Gardisten dieser Stadt ein; sie bringen uns die Marquise von Saint - Fargeau und einen Menschen, den sie für ihren Bedienten ausgab. Es ist aber der Fürst Ju- lius von Polignac; er is von mehreren Personen erkannt worden, und hat sih auch selbst zu erkennen gegeben. Nach äberständenem Verhöre wird er sowohl als die Marquise in gefängliche Haft gebracht werden. Als die National - Gardi- sten Granville verließen, sagte man ihnen, daß noch ein an- derer Unbekannter, den man für Herrn von Montbel hielt, On worden sey. Jch kann dies jedoch nicht ver-

rgen.

Das Journal des Débats will wissen, daß die Pa- riser Gendarmerie aufgelöst worden sey, und daß an deren Stelle, zur Bewahrung der ödffentlichen Sicherheit, cin neues Corps unter dem Namen einer Municipal-Garde er- rihtet werden wúrde.

Im Börsenberichte unserer heutigen Zeitungen liest man : 7,În demselben Maße, als - die neue Ordnung der Dinge, von. der wir jeßt regiert werden, an Stätigkeit und Macht gewinnt, sieht auch unsere Börse das Vertrauen und die Ka- pirálien zurückkehren. Die Aufregung, die man seit einigen Tagen in der Hauptstadt wahrgenommen, die unruhigen Be- wegungen einiger Handwerker. reichten hin, Besorguisse zu verbreiten, die jedoch zu verschwinden anfangen, seitdem man sieht, -daß die Regierung feste und weise Maßregeln ergrif- fen hat und von allen Seiten der arbeitenden Klasse Beschäf- tigung verschasst, so daß damit den Unruhestiftern jeder Vor-

wand zur Aufwiegelung genommen wird. An der gestri- gen Börse, und nämentlih gegen Ende derselben, sind alle Fonds nicht unbedeutend gestiegen ; namentlich ging die Spa- nische perpetuelle Rente um 1pCt. in die Höhe. Herr Agua- do gab Jedermann, wahrscheinli<h um das Steigen dieser Papiere no<h mehr zu befördern, die Versicherung, daß der König von Spanien so eben die Errichtung einer National- Garde. in Madrid anbefohlen habe.“

Großbritanien und Jrland.

London, 16. August. Neuerdings erwählte Mitglieder des Unterhauses sind: Herr H. Goulburn (Kanzler der Schab- fammer) für Armagh, die Lords W. Powlett und W. Ras- sell für die Grafschaft Durham, und Hr. Leader (an der Stelle des Kron - Anwalts Hrn. Doherty ) für Kilkenny. Hr. Doherty ist an der Stelle des Hrn. V. Fißgerald für Newport, und der Lekbtere für einen andern Flecken in Jr- land erwählt worden.

Der Courier vom lten d. äußert: „Mit Bedauern sehen wir, wie in England eine gewisse Partei sich ganz besondere, ja zum Theil lächerliche Mühe, giebt, die lebten Ereignisse in Sgranfreih auch hier zu einem politischen Vehikel zu machen und so in beiden Ländern einen Geist der Feindseligkeit gegen alle noch so herrlichen Jnstitutionen zu erwecken, wenn diese nicht mit den Grundsäßen einiger Anführer der Revolution übereinstimmen. Ohne alle jene gefährlichen Lehren von ab- soluter Macht und gôttlichem Rechte, die dem gesunden Men- schenverstande ebea so widerstrebend als für die menschliche Glückseligkeit shädli<h sind, im mindesten zu begünstigen, mag uns doch wohl die Frage vergönnt seyn, ob der Ver- such, hier dadur< eine Aufregung zu erhalten, daß man auf eine prahlerische Weise Beiträge für die Franzosen sammelt, die ihrer nicht bedürfen, und republikanische Jdeen verbrei- tet, die von den Grundsäßen unserer eigenen Verfassung ganz und gar abweichen, nicht zu Meinungs - Verschiedenheiten und Entzweiungen führen kann, die nur Uebles zur Folge haben dürften? Nichts kann, nah unserm Dafürhalten, von den Absichten, mit denen diese Aufregung begünstigt wird, deutlicher zeugen, als die Thatsache, daß gerade diejenigen Handlungen der Französischen Deputirten-Kammer, die in den Augen aller gemäßigten „und gutgesinnten Leute hier als zweideutig erscheinen, von jener Partci eben als die nachahmu.ngswürdigsten Maßregeln gepriesen werden.- So wird z. B. jener Aft, dur< welchen 93 Pairieen aufgeho- ben werden, die Karl X. unter der Ausúbung einer ihm von der Charte verliehenen Prärogative creirt hat, úber die Ma- gen gelobt, wiewohl doch der einzige angegebene Grund der Rebellion gegen Karl eben seine Verleßung jener Charte war, welche die Kammer streng beobachtet wissen will. Mit echt republifanischem Eifer wird der Plan, die Pairie fúr nicht erblich zu erklären, angepriesen, wiewohl mit seltsamer In- conjequenz zugegeben wird, es sey re<t, die Thronfolge erb- lich zu machen, und man dabei die wichtige Betrachtung au- ßer Acht läßt, daß nur dadurch, daß die Pairie erblich ist, den Pairs eine gewisse Unabhängigkeit von der Krone er- halten werden fann. Denn wird -die Pairie auf. die Lebens- dauer beschräuft, so ist dem Könige oder dem muthmaßlichen Thronerben immer ein Mittel an die Hand gegeben, sich die jedesmaligen Pairs dienstbar zu erhalten, indem er ihren Erben die Pairie verspricht oder zu entziehen droht; hierdur< aber würde cine Macht geschaffen wer- den, die mit der Zeit den Monarchen despotischer ma- chen föônnte, als irgend ein denfbares Sÿstem absoluter Monarchie. Wir hegen zu der Französischen Deputirten- Kammer das Vertrauen, daß sie einige ihrer Maßregeln und Vorschläge, welche die Herzen unserer Ultra - Liberalen für sich gewonnen zu haben scheinen, von Neuem in reifliche Ueberlegung ziehen , und daß dabei das Rechte und Verstän- dige über ausshweifende ungerechte Theorieen den Sieg da- von tragen werde. Als aufrichtige Bewunderer des helden- müthigen Benehmens der Franzosen, da sie eine Regierung abschüttelten, die despotish seyn wollte, ist es uns auch wohl gestattet,® unsere entschiedene Meinung gegen das System auszusprechen, das einige Leute in Frankreich gern befolgen wollen ; der aufrichtige Ausdruck unserer Theilnahme an der Sache der Freiheit selbst giebt uns, wie wir glauben, ein

Recht, uns gegen unnöthige und ungerechte Neuerungen zu

erflären und das Publikum davor zu warnen, daß es den Vorstellungen einer Partei Gehör leihe, die, wenn sie könnte, die Französishe Revolution mit allen ihren Unvollkommen- heiten zu einem Muster der Nachahmung machen “möchte. Die neue Constitution scheint uns úberaus unvollkommen,

Beilage

“dieser Hinsicht die in

1797 Béilage zur Allgemeinen Preußischen Stadäts-Zeitung X 235.

und darum halten“ wir es au< für unrecht, sie mit unge- mäßigtem Lobe zu überschütten. Das geben wir inzwischen zu, daß wir, sie môge nun vollkommen oder unvollfklommen seyn, fein Recht haben, uns einzumischen, obwohl uns andrerseits das Recht zusteht, gegen den Versuch, uns mit den’ soliden Vortheilen, deren wir genießen , unzufrieden zu machen, indem man falsche Vorstellungen von den Vorthei- len verbreitet, deren Andere sih erfreuen, lebhaft zu prote- tiren. Jn unserer Zeit soll man freilich ni<ht am Unvoll- kommenen festhalten, blos weil es alt is, do<h man sollte auch niht na< eben aufgekommenen Systemen greifen, blos weil sie neu sind; in unserer Zeit macht freilich die Vernunft mehr als zu irgend einer andern sih geltend, doch zu feiner Zeit bedurfte es auch wiederum mehr der vernünftigen War- nungen, als eben jetA : |

¡Der Herzog von Wellington‘/, heißt es- im Hof-Jour- nale, „hat seinen Freunden die Ermächtigung ertheile, dem Gerüchte, daß er, bevor die berüchtigten Verordnungen in Frankreich erlassen worden, dem Fürsten Polignac einen Brief geschrieben , worin er ihn aufgefordert habe, fest und beharr- lich zu bleiben, auf das allerbestimmteste zu widersprechen. Wir können dem noch hinzufügen, daß der Herzog, weit da- von eatfernt, den Fürsten von Polignac zu seinem verfassungs- widrigen Verfahren eine Aufmunterung zu ertheilen, vielmehr von Zeit zu Zeit dem Französischen Botschafter sein Be- dauern über den Gang der Dinge in Frankreich zu erkennen gegeben und die Hoffnung gegen ihn ausgesprochen hat , daß man bald einen gemäßigtern Weg einschlagen werde. /

Jn der heutigen Times lièst man: „Die Britische Regierung muß es als ihre Pflicht ansehen, nicht blos mit Frankreich wegen der leßten Ereignisse sih nicht zu entzweien, jondern vielmehr mit demselben und seinem neuen Monar- «hen auf den freundschaftlichsten Fuß fich zu stellen. Seit langer Zeit hat man im Publikum die gehä}sige Jnsinuation Zu verbreiten gesucht, daß der Herzog von Wellington den Fürsten von Polignac bewogen und angetrieben habe, die ‘Freiheiten Frankreichs umzustoßen. Für jeden vernünftigen Menschen trägt jedoch eine solche Behauptung schon in sich selbst ihre eigene Widerlegung. Kein Einklang der Gesinnun- gen, feine Sympathie kann zwischen dem aufgeklärten Mini-

er, der mit einem Streiche die Ketten von 7 Millionen jeiner Mitbürger zerbrochen, und jenem Unvernünftigen be- sehen, der seinen Mitbürgern keine andere Alternative, als die Sklaverei -oder den Tod, gelassen hat. /

Der Courier, der dem obigen Artikel der Times, sei- nem wesentlichen Jnhalte nach beitritt, fügt hinzu: „Es ist endlich einmal Zeit , jeßt, nachdem der Herzog von Welling- ton auf das bestimmteste erklärt hat, daß er feinen Theil an den Staats-Streichen des Französischen Ministeriums ge- Habt, diese Frage ganz auf sih beruhen zu lassen.‘/

Ueber das neue Französische Ministerium äußert die Tirñes: „Das vom Ksnige der Franzosen zusammengesebte Kabinet besteht aus Männern, deren Talente und Grundsäße allgemein bekannt sind. Der Graf Molé besonders genießt in Europa einer Achtung, die uns die günstigsten Erwartun- gen von den Unterhandlungen hegen läßt, die durch seine Werinittelung zwischen Frankreich und den auswärtigen Mäch- ten angeknüpft werden sollen.// Der Globe fügt hinzu: ¿Wir hegen die feste Ueberzeugung, daß die Maaßregeln, welche den Widerstand des Französischen Volkes und den Fall der Bourbonen hervorgerufen haben, mit keiner einzigen aus- wärtigen Macht verabredet worden waren. Jeßt, da die

diplomatische Verbindung zwischen Frankreich und dem Übri-.

gen Europa wieder angeknüpft werden soll, dürfte diese un- sere Meinung von allen Seiten eine augenscheinlihe Bestä- tigung erhalten.“ A ] ;

Die Morning-Chronicle behauptet im Widerspruche mit dem Courier , daß die Französische Nation nothwendig éhre ehemaligen Minister nah der ganzen Strenge des Ge- seßes verurtheilen müsse. „Weit davon entfernt,“ sagt jenes Blatt, „Frankreich zur Rache antreiben zu wollen, halten wir es doch für unsere Pflicht, es nicht zuzugeben, daß in ngland herrschende öffentliche Mei- nung verkannt werde; vielmehr müssen wir erklären, daß

- jeder E darauf rechnet, der Fárst von Polignae

werde nebst seinen Mitschuldigen dem Gerichte- überliefert und der so sehr verdienten Strafe nach ihrer ganzen Strenge

anheimfallen.‘“ - M : Herr Ouvrard , der sih jeßt hier befindet, soll bereits

mehrere Unterredungen mit dem Herzoge von Wellington gehabr haben.

Folgendes ist das (gestern erwähnte) Schreiben des Bri- tischen Konsuls in Algier, datirt vom 7. Juli d. J.: „Ehe die Uebergabe des Plabes stattgefunden, ließ mich der Ge- neral Bourmont ersuchen, in meinem eigenen Namen mit dem Dey wegen einiger Französischen - Kriegsgefangenen zu unterhandeln; auch ließ er mir seinen Wunsch mittheilen, mich in seinem Hauptquartiere bei sih zu sehen. Jch bielt es sür meine Pflicht, beide Aufforderungen von mir abzuleh- nen. Nachmittags, als das Fort in die Luft gesprengt wor- den war, sandte der Dey nach mir. Jch fand ihn in einem schre>lichen Zustande, die ganze Stadt war in Aufruhr, und alle Einwohner, die mich erblicéten, riefen mir zu, ih möchte ihr Retter seyn. Auf Bitten des Deys verfügte ih mich von ihm zum General Bourmont, um ihn um die Mitthei- lung seiner Bedingungen zu ersuchen. Der Generak empfing mich mit aller möglichen Artigkeit und gab mir die Zusiche- rung, daß, wenn die Forts und Palläste am nächsten Mor- gen in seine Hände geliefert würden , Leben, Eigenthum und Religion der Einrwoohner geschüßt und respektirt werden soll- ten. Der Dey willigte zum Glúck ein, denn hätte er \si< geweigert, so würden die Batterieen augenblicklich wieder ihr Feuer begonnen haben, und eine allgemeine Niedermebelung wäre wahrscheinlich erfolgt, wénn die Stadt von den Fran- zosen erstúürmt worden wäre. Jn der Nacht vom ten be- fand sih die Stadt in großer Verwirrung, denn der Dey war nicht im Stande, das Volk zu dem- Glauben zu bringen, daß Leben und Eigenthum wirklih ges<hüßt werden würden. Er nahm endlih zu mir seine Zuflucht und sagte mir: „Wenn nicht Sie, als Englischer Konsul, si<h bei den Leuten dafür verbürgen, daß ihre Sicherheit nicht gefährdet werden soll, so sind sie nicht zur Nachgiebigkeit zu bewe- gen, und die Folgen davon dürften schreclih seyn; geben Sie jedoch Jhr Wort, fo werden sie ihm glauben und sich zufrieden stellen.‘/ Jch verfügte mich sogleich zu- dem Volke, ertheilte demselben die gewünschte Zusicherung, die ihre zu- frieden stellende Wirkung nicht verfehlte und die Ordkung fo- gleich wieder herstellte. Gestern (am 6. Juli) hatte ih aber- mals auf seinen Wunsch eine Unterredung mit dem Dey, in dgr er mich bat, ihm die Mittel zu verschaffen, mit seinem Gefolge, das aus 81 Personen besteht, Algier verlassen zu können; auch forderte er als leste Gunst von. mir, daß i< die Verwaltung seines Eigenthums in Algier für jeßt über- nehmen möchte. Jch habe natürlich beiden Wünschen nach- zukommen gesucht, und General Bourmont hat dem Dey au<h jede mögliche Erleichterung bei seiner Ueberfahrt nach Livorno, wohin er sich zunächst zu begeben gedenkt, versprochen. Der General, der ihn mit vieler Aufmerksamkeit behandelt, hat ihm auch einen großen Theil seines Vermögens zurückgestellt. Ich hoffe, die Regierung wird mir die Gerechtigkeit wider- fahren lassen, daß ih die National-Ehre zu fördern wußte, indem es meinen Bemühungen gelungen is, zuerst den Dey vor seinen eigenen aufgebrachten Unterthanen zu shüßen und “alsdann ein sicheres Geleite für he zu er- halten. Dem Dey muß i< billigerweise das Zeugnip geben, daß er während einer Regierung von mehreren Jah- ren niemals eine Handluñg zügelloser Grausamkeit oder Un- gerechtigkeit begangen hat. Bei meiner , nachdem die Fran- zosen in die Stadt gerückt waren, mit ihm gehabten Unter- redung, hatte ih es unterlassen, meinen Degen abzunehmen, wie dies sonst in seiner Anwesenheit gebräuchlich war; ich ent- schuldigte mich bei ihm, indem ih ihm sagte, daß es nicht aus Mangel an Achtung, sondern nur deshalb geschehen wäre, weil sih so viele Offiziere auf den Straßen befänden, und wünschte i<h demnach, es so anzusehen, als hätte ih feinen Degen an der Seite. Der Dey erwiederte mir , daß, weit entfernt, dadurch beleidigt zu seyn, er mich selbst mit einer Waffe bekleiden wolle, die meiner würdiger wäre. Er ver- ehrte mir darauf seinen eigenen Ceremonien-Säbel, der eine der schönsten Damascener - Klingen hat, in einer s Scheide stet und am Griffe von Smaragden und Rubinen reich geziert ist. Jch erwähne dieses Factums als eines Be- weises der Dankbarkeit und der guten Gesinnung des Deys, durch welche ih meinerseits, wie ih gern gestehe, mich recht sehr geschmeichelt E | 0 ;

eutschland: ¿d

Kassel, 20. August. Unseres heutige Zeitung enthält

folgende Kundmachung: „„Die Unterzeichneten beeilen si,