1830 / 238 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

1820

Sie zugleich bitte, anliegenden Brief bei dem Herrn - Justiz- Minister zu unterstüßen, damit wir ehrenvoll freigesprochen

und rehabilitirt werden. N (Gez.) C. -Caron,

für die Herren Nantil, Moreau, Gamelan,

Pombas, Grandménil und alle in den Jahren

1820, 1821 und 1822 wegen politischer Vergehen verurtheilten Offiziere.“ ,

Der Messager des Chambres hebt es als ein merk- würdiges Factum hervor, daß vom 31. Juli bis zum 17. August in Paris kein- einziger ‘Mord oder Diebstahl bekannt geworden sey. i j

. Aus Toulon vom 13ten wird gemeldet: Die Bomben- schiffe „„Cyclope‘/ und „„Finisterre// sind nah der Levante unter Segel gegangen, um eine Festung, die von Albanesern, welche dieselbe nicht räumen und sih den Bestimmungen des Protokolls nicht unterwerfen wollen, beseßt ist, zur Ueber- gabe zu zwingen. Die aus Algier angekommene Fregatte ¿„Venus“/ hat, außer den drei Millionen Fr., au< 200 Sol- daten, 75 Kranke, 20 Offiziere und den Brigade - General

Poret de Morvan am Bord. Als das Bombenschiff „„Fi- |

nisterre/‘/ der Fregatte auf der hohen Sec begegnete und die dreifarbige Flagge aufzog, wußte der Capitain derselben nicht, was er davon denken sollte; er signalisirte daher nur seine Nummer und segelte weiter fort, ohne mit dem Bomben- schiffe zu sprehen. Wie groß war erst sein Erstaunen , als er bei jeiner Ankunft auf der hiesigen Rhede auf allen Schif- fen dieselbe Flagge wehen sah; seine Ungläubigkeit war jedoch so groß, daß er die weiße Flagge erst einzog, nachdem er mit dem Admiral des Hafens gesprochen hatte. Mit diesem Schiffe sind aus Algier folgende Nachrichten gekommen : Bis zum 7. August waren die Verordnungen nur wenig be- fannt. Marschall Bourwont schien betrübt zu seyn; er sprach

wenig, nahm keine Besuche an und ging nicht aus dem Hause.

Wahrscheinlich hat er vorausgesehen, daß diese Maßregeln den

Sturz der Königl. Familie Ire wúrden. Er war im )

Begriff, auf dem Dampfboot „Sphinx‘/ nach Franfreich zu- râd zu kehren; die neueren Nachrichten von dort bewogen ihn jedoch, in Algier zu bleiben, wo er sich no<h am 8. Au- ust befand. Er wak damit beschäftigt , die bei der Kassau- bah liegenden Häuser niederreißen zu lassen ,- um vor diejer Citadelle einen großen Plaß zu bilden. Das Land ‘ist noch immer im Aufstande, und bewaffnete Araber nähern sich der Stadt auf eine Stunde. Man war noch immer nicht ohne Besorgniß, daß die T Uer der Stadt selbst aufstehen möchte. Der unglú>lihe Ueberfall bei Belida? hat zu“allen diesen. Besorgnissen Stoff gegeben. Die Kabäilen , welche das ganze Französische Heer vernichtet zu haben glauben, treiben ihren Uebermuth aufs äußerste. Bis zum 8. August hatte man in Algier no< keine Nachrichten von der Expedi- tion gegen Bona und Tripolis. Die Expedition gegen Oran, die am 6. August unter Segel gegangen ist , besteht aus den Fregatten „„Sirène‘/, „„Dido‘// und „Amphitrite// und meh- reren Transportschiffen. Am Bord dieser Schiffs - Abtheilung befindet sich das 21. Linien-Regiment,“/ i ) Die France Nouvelle theilt nachstehende “Details über den Ueberfall. bei Belida in Afrika mit: „Das kleine Heer, mit dem der Marschail Bourmont am 22ten, 23ten und 24ten v. M. einen Streifzug nach dem Atlas unternahm, bestand aus zwei Bataillonen, 100 Pferden und 4 Geschüßen. In dem Gefechte vom 2Mten wurden 19 Mann und drei Offiziere verwundet. Ein Factum verdient besonders Erwäh- nung. Als gegen Mittag das in der Vorstadt befindliche Hauptquartier angegriffen wurde, shi>te man den Major Hrunet de Lagrange mit einem Theile seines Bataillons ab, um den Feind zu verjagen, der sich bereits der umliegenden Gärten bemeistert hatte. Der beim Generalstabe befindliche Fürst von Schwarzenberg: stieg vom Pferde, ergrif} ein Ge-

wehr und bat um die Erlaubniß, als einfacher Tirailleur in

den Reihen des Bataillons mitmarschiren zu dürfen. Wäh- “rend des Gefechts wurde er mit einem Beduinen handgemein und tôdtete denselben mit eigener Hand. Auf der Rückkehr stellte der Major den jungen Fürsten dem Oberbefehlshaber vor und verlangte für ihn die den Tapferen gebührende Belohnung.“ s

Das Aviso de la Méditerrannée meldet aus Tou- lon ‘vom 14. August: „Die Fregatte „, Artemise‘/ die Korvette „„Caravane‘/ und die Gabarre „„Lamproie// sind ge- stern, die leßtere mit 600,000 Patronen, schleunigst nah Algier unter Segel gegangen.“/

Großbritanien und Jrlan d.

London, 21. August. Der Herzog und Prinz Geörge von Cambridge, die mehrere Tage bei Jhren “Majestäten

empfingen hier im Cambridge-House dié Besuche: der Herzoge von Sussex und Gloucester, welcher Leßtere vorgestern aus Cheltenham zurückgekehrt ist.

Der Russishe Gesandte hatte gestern zuerst mit dem Herzoge von Wellington im Schaß- Amte und alsdann mit dem Gräfen von Aberdeen im auswärtigen Amte eine lange Konferenz. Auch der Niederländische Botschafter hatte an diesem Tage eine Zusammenkunft mit dem Grafen von Aberdeen.

Die Morning-Chronicle sagt: „Einem Gerüchte zufolge, hat das Resultar der Wahlen die Minister bewogen, auf ihre Verstärkung mehr bedacht zu seyn, um mit größerer Sicherheit dem Parlamente entgegentreten zu föônnen. Dem Vernehmen nach sind’ in dieser Hinsicht bereits Unterhandlun- gen eröffnet worden. ‘/

Aus Portsmouth wird vom gestrigen Tage gemeldet : ¿Drei Regierungs- Dampfboote sind nah Cowes beordert worden , mit der Bestimmung, den vormaligen König von Frankreich -und seine Familie aufzunehmen, so wie dieselben hinzugeleiteu, wo es ihnen beliebt, jedo<h nur als Privat- Personen. Die Herzogin von Berry befindet si<h auf der Insel Wight, und zwar im Jnnern des Eilandes.“/

Der Courier fährt fort, sich gegen die übermäßige Theilnahme zu erklären, welche die Französischen Ereignisse in Großbritanien finden. „„Daß‘/, sagt er, „„Hr. Cobbett und andere Leute seines Gelichters nur einen böslichen Zweck im Auge haben, wenn sie große Diners zusammenbringen und dabei aufreizende Reden halten, wikd wohl Jedermann zuge- ben, indessen gewährt eben der bekannte Charakter solcher Leute eine Bürgschast dagegen , daß sie ihre: Absichten, aus denen -sie jeßt gar fein Geheimniß mehr machen, au< nur theilweise erreichen. Jst es auch zu bedauern, daß sie, be- günstigt durch das Jnteresse, welches die lebte Französische Revolution erregt har, im Stande sind, Versammlungen zu- sammen zu befommen , die man zahlreich; ja sogar achtbar nennen muß, wenn man sie mit denen vergleicht, die sie son|

bei anderen Gelegenheiten aufzutreiben pflegten, so braucht

es doch nicht im geringsten zu beunruhigen, wenn Cobbett etwa 100 oder 150 Schwachkdöpfe anredet, die, sobald der Enthusiasmus, der sie in eine so wenig respektable Gesell\chost geführt hat, sich erst etwas gelegt hahen wird, es bedauern werden, daß sie si<h selbst eine solche Schande zugezogen haben. Die Radical - Reformer, wie sie sich selbst zum Unrterschiede von den Vertheidigern einer wahren und vernünftigen Reform nennen, werden wohl shwerli<h im Stande seyn, von den Ereignissen in Frankreich zu ihrem eigenen Besten Nußen zu ziehen. Auch dürfte es

der allmäligen Maaß haltenden Verbesserung des alten Systems nachlassen, wie sie die Zeit-Umstände, die fortschrei- tende Bildung der niederen Klassen und ihre eigenen Ueber- zeugungen vom Rechten und Zweckmäßigen hervorgebracht und noch täglich hervorbringen. Der geschickte Staatsmann, der sich jeßt an der Spiße unserer Verwaltung befindet , be- sißt zu viel Festigkeit, um sih zu Zugeständnissen treiben zu lassen, die unzwe>mäßig wären , oder in Verbesserungen zu úbereilen, die er selbst vielleiht vorzuschlagen gedenkt, zu deren erfolgreicher Entwickelung jedo< Zeit nöthig ist. Auf der andern Seite wird er si< aber auch nicht, wie einige seiner eigensinnigen und minder entschlossenen Vorgänger, ab- schre>en lassen, das Rechte zu thun, blos weil einige Leute, die eigentlich die Constitution umzustürzen wünschen, mit dem wenigen Guten, das sie empfehlen, eine Masse von Schlech-

Sir Rob. Peel, welches wirkliche Reformatoren auf dem Wege sind, den jeder wahre Freund menschli<her Glückselig- feit und einer guten Regierung einschlagen möchte, dürfen wir vertrauensvoll Alles erwarten, was Vernunft und Rechts- gefühl vorschreiben; etwas, das mehr als dies wäre, würde der menschlichen Glückseligkeit und einer guten Regierung eben so zum Nachtheile gereichen , als der entgegengesebte Weg, den Karl X. von Frankreich eingeschlagen hatte.“( Jn dem (gestern erwähnten) vom Courier mitgetheil- ten Schreibèn aus Paris heißt es ferner: „Wie man hört, ist es sehr zweifelhaft, ob eine Krönung überhaupt stattfinden werde, da man nicht geneigt scheint, die großen Ausgaben machen zu wollen, die eine solche Ceremonie veranlassen würde. Jn allen Verwaltungs - Zweigen herrscht die größte Thä- tigkeit, und man fann wohl sagen, daß eine gänz neue Orga- nisation des Staates im Werke sey. Durch einen besondern Zufall weiß ich sehr bestimmt, daß der König während der

“Beilage

in Windsor verweilten, - famien gestern nah ‘der Stadt und

…_ zogen werden, daß es im Plane der Jesuiten lag, Frankreich

ihnen nicht gelingen, unsere Minister zu bewegen, daß sie in

tem verbinden. Von dem Herzoge von Wellington und dem

: 1821 Beilage zur Allgemeinen Preußischen Staats-Zeitung F 238.

anzen vorigen Woche täglih {hon um 7 Uhr Morgens mit |

einen Ministern konferirt hat. Dieser Tage habe i< mich mit einem ausgezeichneten Mitgliede des Ministeriums über einige Punkte ziemli ofen unterhalten ; der eine betraf den Umstand, ob es wohl angemessen gewesen, in der Charte zu erflären , daß die fatholische Religiòôn die der Mehrheit der Franzosen sey. Der Minister bemerkte sehr verständig und richtig, daß ein Geseßgeber immer ‘die Folgen im“ Auge ha- ben müsse und man nit vergessen dürfe, daß die Geseße niht fowohl für den Weisen als für den Unwissenden ge- macht werden. - Wiewohl, fuhr er fort, der öffentliche Unterricht in Frankreih während der leßten zehn Jahre, besonders dur< die Errichtung vieler öffentlichen Schulen in den Departements, wo sie sih sehr wohlthätig erzeigt hät- ten, bedeutende Fortschritte gemacht habe, so sey doch noch in sehr vielen Departements die größte Unwissenheit verbreitet. Für den die Vendée in si<h begreifenden Theil von Frank- rei, der si<h noch besonders unter dem Einflusse unwissen- der Priester befinde, sey eben jene Phrase in der Charte, welche die Vertheidiger der Gleichheit aller Religionsbeken- ner wider sih habe, am meisten geeignet, eine Wiederkehr der’ früher stattgefundenen schre>lihen Auftritte zu verhüten, und dies sey ein menschlicher Zwe>, der um jeden Preis hätte erfauft werden müssen. Folgende Anekdote ist mir mitgetheilt worden, doch will ih die Wahrheit derselben nicht verbürgen: Jm vorigen Winter lebte der Gesandte einer aus- wärtigen Macht, seiner Gesundheit halber, in Rom. Er wurde ‘dort zufällig mit dem Jesuiten-General, der ein ge- borner Niederländer isi, bekannt, und unterhielt sich mit -ihm über den Zustand von Frankreih. Bei dieser Gelegenheit äußerte der Pater: „Le Prince Polignac est venu six ans trop tôt pour nous“, und hieraus fann der Schluß ge-

nach und nach durch die allmälige Verbreitung ihrer Lehren, für das große Werk, es in die Begriffe des Mittelalters zu- rück zu verseßen, empfänglicher zu machen.“ Die Times äußert: „Höchst merkwürdig ist der von R antes von Tracy‘/ dem Verfasser der bewundernswer- then Commentare zu dem großen Werke Montesquieu?s ¿in ‘der Französischen ‘Deputirten-Kammer gemachte Vor- \hlag zur Abschaffung der Todesstrafe in Fällen gleich denen, die den lebten Französischen Ministern, falls man sie schul- dig erfennt, das ‘Todes - Urtheil zuziehen würden. Frankreich befindet sich wirkli, in Bezug auf revulotionnaire Hinrich- tungen , in einer ganz eigenthümlichen Lage. Es ist nämlich sich selbst sehr deutlich bewußt, daß es sih in den Augen der Welt ganz besonders in dieser Hinsicht von allen Beschuldi- gungen frei zu erhalten habe. Das exste Blut, das jeßt auf dem Schaffotte flôsse, würde, vermöge der Erinnerungen an das „, was früher einmal statt gefunden , allgemeinen Abscheu und ein geheimes GBrauen einflößen ; Niemand würde denken oder es glauben wollen , daß das Leben dér schuldigen Mini- fter das einzige Opfer sey, das gebracht werden würde. Wir preisen daher ‘voll Freude und Dankbarkeit jede Maßregel, welche die Besorgnisse Europa'’s, daß frühere Scenen wie- derfkehren würden , zerstreuen muß. —- Wir vernehmen , daß General Baudrand der Ueberbringer eines Schreibens ist, in welchem Ludwig Philipp, König der Franzosen, dem Kö- nige von Großbritanien seine Thronbesteigung notifizirt; ein ordentlicher Botschafter soll ebenfalls bald nachfolgen. Un- sere Regierung kann nun natürlich ‘keinen Augenblick länger anstéhen, den constitutionnellen Souverain von Frankreich an- A L 6 Brieic Das’ ehemals Britische, jeßt Portugiesische Schiff „„Va- lente‘“/ ist noch ni<t in Hull ‘angefommen , wird A da es bereits am 26sten v.- M. von Lissabon abgegangen seyu soll, sehr bald ‘dort erwartet. Wie die Times versichert, sind wirklich Befehle nah Hull ergangen, das Schiff festzuhalten, sobald es eingetroffen seyn wird, und zwar auf den Grund, daß seine durch das Portugiesische Prisen-Gericht früher aus- lde o v) Condemnation- nicht in gehöriger Ordnung erfolgt ey. Das genannte Blatt-bemerkt bei dieser Gelegenheit noch: ¿Aus den lebten Angriffen auf die Britische Schiff- fahrt, die sih das Miguelitische Blokade - Geschwader bei Terceira erlaubt hat , dürfte eine Frage von fommerziellem sowohl als politischem Jnteresse entspringen. Wer mit dem Charafter der gegenwärtigen Regierung Portugals bekannt ist, wird sich auch ni<t wundern, wenn er erfährt, daß das

nichts weniger als ein bloßer Zufall.

unserer Schiffe eingeleitet worden, eben so unregelmäßi l der üblichen Verfahrungsweise der zu solchem Rude oan leßten Gerichtshöfe zuwider sey, als die ihm zu Grunde lie- gende gewaltsame Handlang auh dem Völkerrechte weder entspricht, noch darin irgend eine Ermächtigung findet. Die nach dem Tajo gesandten Fregatten werden viélleiht die Mit- tel finden, sich für das uns zuleßt gethane Unrecht eine Ge- nugthuung, so weit sie die National - Ehre betrifft, zu ver- schaffen ; die dabei unmittelbar interessirten Parteien werden A e n gra Ersaß des ihnen dur< ussprüche des Admiralitäts-Hofes in Lisabor te

D rA L E kfönnen.““ D cinabon. IBCIOIRS

__Es find hier Trinidad-Zeitungen bis Anfan i eingelaufen. Das Elend der Pflanzer Áuf Tiriivas Die unausgeseßter heftiger Regengüsse, hatte die ausübende Ge- walt veranlaßt, den Bewohnern der Însel eine auf 2 Monate verlängerte Frist zur Bezahlung der Kolonial-Abgaben zu be- willigen, mit der Zusicherung, diese nöthigenfalls no< weiter ausdehnen zu wollen. Dem neuen Sklaven-Geseß gemäß war ein Pflanzer, der einen Neger gepeitscht hatte, zu einer Geld- an E SeSnagss ede worden.

i le hler angekommenen Zeitungen aus Tabago gehen bis zum 26. Juni. Die Französischen Kolonisten, die E. A sucht ‘hatten , sich auf der Indischen Küste in der Nähe des Vorgebirges Gracios a Dios anzustiedeln , sind genöthigt ge- wesen, ihren Plan aufzugeben. Nach dem, was man achöôrt, a sie sich in dem beklagenswerthesten Zustande befunden

Mit dem 1. Oftober erscheint hier unter dem Namen ¡Der Europäisch-musikalische Courier‘/ eine neue mustkalische und, wie es scheint, viel versprechende Zeitschrift in“ Engli- scher, Deutscher und Französischer Sprache, deren Heraus- geber der befannte als Clavierspieler und Componist rühm- lichst ausgezeichnete Baron v. Flor ist, der sih auch als Er- finder eines neuen Jnsruments, Florandino genannt, befannt gemacht hat. i

6 Der Hamburger Korrespondent giebt in einem Schreiben aus London folgende Nachrichten über die An- kunft Sr. Majestät Karls X. und seiner Familie: „Die Ein- |hiffung, ‘sagt man, geschah zu Cherbourg von Seiten des Königs ohne alle besonderen Zeichen von Mißmuth und Unzu- friedenheit. “Unmittelbar nah der Ankunft des Königs stat- tete, auper dem Unter - Gouverneur von Portsmouth, auch der Admiral Sir Thomas Foley, als Kommandant der Dü- nen, Karl X. einen Besuch ab. Karl X. soll erflärt haben, dap er nicht eher ans Land gehen werde, als bis er dazu die ausdrülihe Erlaubniß der Britischen Regierung erhal- ten habe. Diese Sprache Sr. Majestät soll zunächst durch die Znsinuationen veranlaßt seyn, welche ihm über die Stim- mung unsers Kabinets vor seiner * Abreise aus Frankrei<h ge- gegeben wurden, - Man sicht zugleih hieraus, wie sehr sh diejenigen Englischen Blätter im Jrthum befinden, welche unjere Regierung, als von diejem Ereigniß überra\cht , dar- stellen wollen. Man wußte es seit anderthalb Wochen: vor- aus. ‘Aber nicht minder falsch ist es auch, als ob ihm unsere Kabinets - Minister absichtlih aus dem Wege gegangen wä- ren , wie die Morning Chronicle meint: denn der Umstand, daß Graf Aberdeen bei der Anfunfet Karls X. der einzige in der Stadt anwesende Minister war , ist nichts mehr und als : Auch fertigte der edle Graf jogleih einen Courier mit der Neuigkeit an den erzog von Wellington nah Schloß Walmer ‘ab, von. woher Se. Gnaden am Mittwoch zwischen 6 und 7 Uhr in der Stadt eintrafen. Se. Majestät erfuhren die Ankunft Karls X. officiell ‘dur<h den Grafen am Mittwoch Mittag bei ihrêm Eintreffen aus Windfor im St. James-Pallaste ; aber schon in aller Frühe an diesem Tage durchlief die Kunde davon die City und erregte sogleich einen großen Lärm unter den Neuigkeits-Krämern und Fonds-Spekulanten. Man hatte.än der Börse zuleßt--nicht mehr daran glauben wollen; auch wünschte man dort eben so allgemein , wie in unserm“ Kabi- nette und in ganz England, sobald als möglih die Königl. Gäste wieder abreisen zu sehen. Ehe no< die näheren Nach- richten über Karls X. Absichten bekannt waren, hieß-es vor- gestern in der City, daß er zunächst na<h Hamburg und von da nah Sachsen gehen wolle,“ und daß er sich -an das hiesige große Banquierhaus Coutts wegen Kreditbriefe na< Ham-

gerichtliche Verfahren, welches in Lissabon nach der Wegnahme

burg gewendet habe. So viel scheint gewiß, daß unsere Re-