1830 / 246 p. 4 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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doch, wenn sie nur fernerhin sich wachsam, gemäßigt, ver- - derblih für Mordbrenner und Zerstdrer zeigt, so werden auch diese beiden Tage eben so ruhig wie der gestrige vorübergehen.““

In demselben Blatte liest man: „Wir fönnen dic Versicherung ertheilen, daß in Gent die größte Ruhe herrscht, daß die ganze Bevölkerung und die dort so zahlreiche Klasse von Fabrik-Arbeitern von einem herrlichen Geiste und von den preiswürdigsten Gesinnungen der Ergebenheit gegen den König und das Grund - Geseß erfüllt ist. Indem wir dieses berichten, haben wir zugleich den Zweck, jener unge- heuren Mehrheit von Brüsseler Bürgern, die in diesém Au- genblicke für die Aufre<hthaltung der dentlichen Ordnung jo große Opfer bringt, bemerklich zu machen, daß fie sih im vollkommensten Einverständnisse mit den angesehenen Einwoh- nern aller großen Städte sowohl als des Landes in unseren Pro- vinzen befindet. Gott verhüte, daß wir dem in einem Blatte dieser Provinzen (dem Journal de Gand) ausgedrúcten Wun- sche, daß der Siß der Regierung von hier verlegt werden möge, beistimmen sollten! Wir protestiren vielmehr gegen einen sol- chen Wunsch aus allen Kräften. Unsere städtische Garde, die sich so bewundernswerth in ihren Anstrengungen und in ißh- rem Eifer gegen die Mordbrenner und Zerstôrer zeigte, ivird, wir haben davon die feste Ueberzeugung, den Beiveis darlegen, daß fie feinem ‘andern Theile der Bewohner dieses Königrei- hes nachgiebt , sobald es sich um Ergebenheit gegen unsere Ínstitutionen,' unsere Dynascie und eine Ordnung der Dinge handelt, der diese shône Stadt den Grad des Wohlstandes und des Glanzes verdankt, welchen sie-in den leßten 15 Jah- ren erreichte; sie wird dacthun, daß sie niemals aufgehört hat, des Wohlwollens und des Schukes würdig zu seyn, von welchen ste so vielfältige und glänzende Beweise bereits erhalten hat.‘/

Dem Journal de la Belgique zufolge, befinden sih die Mitglieder der zweiten Kammer der General- Staa- ten, Baron v. Secus und die Herren Huysman d’Annecroix und Cornet de Grez, als Soldaten mit dem Gewehr unter den Compagnieen der hiesigen Bürger - Garde.

Aus Namur und Lôwen wird gemeldet, daß, nachdem sich daselbst einige Unruhen gezeigt, die Bürger - Garde an beiden Orten zusammengetreten sey und die Ordiung wieder hergestellt habe. Eben so ist au<h in Verviers eine namentli) unter, den Fabrikarbeitern entstandene Gährung bereits glúd- lih gedämpft worden. :

Rotterdam 31. August. Zu Antwerpen ist am vo- rigen Sonnabend Abends die gute Ordnung, die bis dahin geherrscht hatte, unterbrochen worden. Die. Schüßen-Gilde hat sich daher mit der Militair - Macht vereinigt und gegen die aufrührerischen Volkshaufen, wie versichert wird, mit dem besten Erfolge, Gewalt gebraucht.

Von allen Seiten seben sich Truppen nah den südli-. chen Provinzen in Bewegung. Vorgestern sind hier zwei Grenadier : Bataillone, so wie das Lehr - Bataillon, aus dem Haas angekommen und sofort auf Dampf-Fahrzeugen nach)

ntwerpen abgegangen. Drei Kürassier-Esfadronen, die eben- falls hier anfamen, haben gestern Abends ihren Marsch fort- gesekzt. Von Breda und Herzogenbusch haben sich zwei Bat- “terieen reitende Artillerie und zwei Battaillone Jufanterie in Marsch geseßt, und es werden, dem Vernehmen nach, binnen furzem mehr als 20,000 Mann beisammen seyn.

Sn Bezug auf die Ankunft Diepo Negoros in Bata- “via (Verg. das vorgestr. Blatt der St. Zeit.) erfährt man noch, daß er von zwei Frauen, einem Bruder und 20 Per- sonen, die zu seinem Gefolge gehörten, begleitet gewesen „sey. Sim Hafen, wo eine Wache aufgezogen war, wurde er von - Major Steurs und Capitain Roeps empfangen; in einem

mit vier Pferden bespannten Wagen fuhr er sodann nach dem Stadthause, wo mehrere Zimmer für ihn in Bereitschast geselt worden waren. Von der Expeditions-Armee sind be- reits 500 Mann nach den Niederlanden zurückgesande wor- den. Es heißt, daß unser Jndisches. Gouvernement Willens

sey, eine stehende Armee von ungefähr 20,000' Mann in den

dortigen Gegenden stets auf den Beinen zu erhalten.

: Schweden und Norwegen. Stoctholm, 27. August. Die Königin ist vom Lust- {loß Haga zur Stadt gekommen. JZhre Majestät sollen, dem Vernehmen nach, etwas unwohl seyn, Bon èiner Reise E Sali, nah Norwegen ist nicht mehr die Rede.

dnigl. Kommerz - Kollegium hat die Gehaits -Be- |

dingungen bekannt gemacht, unter welhen ein Königl. Ge-

- neral-Konsul für den neuen Griechischen Staat und cin Kon- sul: für Smyrna gesucht werden. ;

l Am {18ten d. wurde in Norrköping der Grundstein zu einer cisernen Brücke gelegt.

| Ausführung des H

Deutschland.

München, 29. August. Se. Majestät haben dem Königl. General-Konservator der wissenschaftlichen Samm- lungen des Staats und Vorstande der Akademie der Wis- sen]haften, Geh. Hofrath von Schelling, in belohnender An- erfennung seiner ausgezeichneten Verdienste um die Wissen- schaft, die Hochschule und die seiner Leitung anvertrauten Anstalten, den Titel und Charakter eines Wirklichen Gehei- men Rathes zu verleihen geruhet. |

Das gestrige Regierungs-Blatt enthält folgende den Vollzug des Handels: Vertrages mit dem Königreiche Preu- ßen und dem Großherzogthume Hessen , insbesondere den vertragsmäßigen Uebergang betressende Bekanntmachung: Zur Hebung derjenigen Anstände, welche besonders im Rhein- freise und am Maine über einige Bestimmungen der die andels - Vertrages mit dem Königreiche Preußen und dem GBroßherzogthume Hessen betreffenden Be- fanntmachungen vom 22. Dezember v. J. sich ergeben haben, sind die betreffenden Staats-Regierungen dahin übereingefkom- men: 1) daß das Großherzogl. Hess. Haupt - Zollamt Mainz und diejem forrespondirend die Königl. Baierschen Ober-Zoll- und Hallämter Aschafsenbuktg, Frankenthal, Rheinschanze und Speyer als Ein - und Austritts-Aemter für den vertragsmä- ßig freien oder erleichterten Verkehr auf dem Maine und dem Rheine zu wirken haben; 2) daß das Großherzoglich Hessische Neben - Zollamt 1ster Klasse zu Färstenfeld , dann die Neben - Zollämter zu Monsheim und Landenhausen und diesen gegenüber das Königl. Baiersche Zollamt. ochstetten, Ober - Zollamts Kirchheimbolanden , das Zollamt Kleinbocken- heim, Ober-Zoll-Amts Frankenthal, dann das Zollamt Mctten, Ober - Zollamts Brückenau, die vertragsmäßige Abfertigung der Úber dieselben ein- und ausgehenden Gegenstände inner- halb der Gränze ihrer Kompetenz vornehmen. Dieses wird biecinse zur öffentlichen Kenntniß gebrächt, damit das fóm- merzirende Publifum sich hierna<h achten könne. e

Karlsruhe, 29. August. Der Königl. “Französische Botschafter in Wien, Graf Rayneval, ist gestern hier durch nach ‘Paris gereist. i

Frankfurt, 30. August. S. K. H. der Großherzog von Oldenburg ist heute hier eingetroffen und im Gasthaus zum Englischen Hofe abgestiegen. i

S < weiz.

Zürch, W. August. Der Französische Kriegs-Minister hat, wie unsere Blätter melden, dem für die Verhältnisse der Schweizer - Regimenter bxrauftragten eidgenössischen Kommis- sár, Oberst - Lieutenant von Dießbach, die bestimmte Zusiche-

Genúge geschehen soli; mithin wird. bei ihrer Entlassung ein dreimonatlicher Sold als Gratification jedem Jndividuum, außer der Marsch-Entschädigung, ausbezahlt, und eben so wer-

den allen diesen Militairs die mit ihren Dienstjahren und

den bekleideten Graden in Verhältniß stehenden Reform - Ge- ‘halte ausgemittelt. "Die Linien-Regimenter kehren ungetrennt ynd bewaffnet in ihr Vaterland zurück. Für das Liquida- tions - Geschäft sollen die Verwaltungsräthe der Regimenter in Besançon si< versammeln." Ueber Besançon werden zwei, über Grenoble die beiden andern Regimenter nah der Schweiz instradirt. Das Regiment in Korsika bleibt dort, bis es durch ein Französisches wird erseßt seyn. Bet einer so einfach und erfreulich si<h darbietenden Entwickelung der Verhältnisse ward es ganz überflüssig gefunden, daß Abgeordnete der einzelnen Regimenter sih nah Paris verfügten, und auch von dem ihm durch den Vorort für dringende Bedürfnisse der Regimenter eröffneten Kredit war Herr von Maillardoz nicht im Fall

Gebrauch zu machen. | der fapitulirenden Stände erforderlich erachtet werden.

Vereinigte Staaten von Nord-Amerika.

New-York, 19. Juli. Die Abendpos enthält folgende No- tizen über die in Texas bestehende Kolonie von Eingebornen der Vereinigten Staaten, die vor mehreren Jahren von einem Ober- sten Austin gestiftet wurde. Der Hauptort in derselben heißt San Felipe; er liegt ungefähr 100 (Englische) Meilen von der Múndunñg des Brazos- Stroms entfernt, wurde vor 6 Fahren angelegt und zähle 30 Wohn- und Vorrathshäuser ; die Texas-Zeitung wird dort gedru>t. San- Felipe besißt 3 Gasthäuser, eine Schule und ein Postamt; bis jeßt waren noch keine ôffentlichen Gebäude inder ‘Kolonie vorhanden, man ist jedo<h in diesem Augenblick damit beschäftigt, ein Haus für Gerichtsbehörden ynd ein Gefängniß zu erbauen.

berst Austin ist ein einsihtsvoller Mann und ‘genießt. der

größten Achtung. Der erste Gedanke, ‘die Wildnisse von Texas

rung gegeben, daß dem 30sten Kapitel der Capitulationen ein

Eben so wenig dürfte ‘eine Konferenz

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mit Bürgern der Vereinigten Staaten zu bevölfern, wurde von dem Vater des Obersten, Herrn Moses Austin, aus Mis- souri gefaßt. Jm Jahre 1820 langte dieser in Bexar, der A von Texas, an, um für seinen Zwecf mit den

utoritäten von Neu - Spanien zu unterhandeln , während sein Sohn, der obengenannte Oberst Austin, sich nah New- Orleans begab, um sich zur Einschiffung nah Havana be- reit zu halten, im Fall es- nöthig geworden wäre, dort mit der Spanischen Regierung zu unterhandeln. Als Hr. Moses Austin ia Bexar ankam, erhielt er von der dortigen Verwal- tung den Befehl, die Stadt und die Provinz so schleunig als mögli zu verlassen; dieser Befehl gründete sih auf ein Gese6, dem zufolge kein Fremder das Spanische Gebiet ohne Paß betreten durfte. Schon war er reisefertig, als er zufál- liger Weise einem Freunde begegnete, der ihn wieder zum Gouverneur führte und dur<h Dokumente darthat, daß Herr Austin im Jahre 1799 in Louisiana ein Unterthan Spaniens gewesen war. Nach vielen überwundenen Schwierigkeiten

elang es ihm endlich, bei den Ober - Behörden der östlichen Provinzen eine Denkschrift einzureichen, in welcher er darum bat, 300 Familien in Texas ansledeln zu dürfen. Er verließ nun Bexar und kehrte na<h_ Missouri zurü, um dort das Resultat seiner getrossenen Maßregela abzuwarten. Auf seiner Rü>reise hatte er jedo<h dur<h_ schle<hte Witterung und Wege so große Múhseligkeiten auszustehen , daß er bald nach seiner Heimkehr starb. Später traf dic Erlaubniß zu der gewünschten Ansiedelung ein, die auch ohne Verzug von dem Obersten Austin benußt ward. Er begab sich sogleich mit 17 Freunden nah Bexar, um eine passende Gegend für die Kolonie auszusuchen und vorläufige Einrichtungen zu ihrer Anlegung zu treffen. Mit einem Eingeborenen als Führer durchzog er das Land längs den Strômen Guadaloupe , Co- lurado ünd Brazos und wählte die: Nachbarschaft des leßte- xen fúr seine Ansiedelung, die darauf im Dezember 1821 un- ter seiner persônlichen Oberleitung von mehreren Kolonisten bewerkstelligt. wurde. Diese ersten Ansiedler hatten mit sehr großen Schwierigkeiten zu kämpfen und mußten ganz außer- gewöhnliche Hindernisse besiegen. So ging z. B. ein aus Mew - Orleans abgefectigtes Schiff mit Lebensniitteln und Handwerks-Geräthe verloren, und, eine andere glücklich ange- gekommene ähnliche Ladung wurde von den Wilden vernich- tet, wobei 4 Menschen auf das. grausamste um ihr Leben ge- bracht wurden. Durch diese unglücklichen Ereignisse wurden die Kolonisten genöthigt, sich eine lange D vom Fleische wilder Thiere zu nähren; auch waren sie, jo lange ihre Zahl noch gering war, häufigen Ueberfällen der Indianer ausge- seht. Jm Jahre 1822 begab sich Oberst Austin wieder nach Bexar und stattete dort seinen Bericht ab, bei welcher Ge- legenheit ihm der Gouverneur die Auweisung gab, sich nach Mexiko zu verfügen, um durch -den damals versammelten Kongreß den mit seinem Vater: abgeschlossenen Vertrag be- stätigen zu lassen. Er folgte dieser Anweisung, mußte aber

in Mexiko beinahe ein Jahr warten, bis er seinen Zweck er-

fúlle sah; später erhielt er auch die Bestätigung des Staates Coahulaund Texas. Während dessen hatte alles Auswandern.nach der neuen Kolonie aufgehört, und sie selbst befand sich ihrer Aufld- sung nahe. Jm Jahre 1825 erhielt Herr Austin von der geselgebenden Gewalt des Staates Coahula und Texas ‘die Erlaubniß, noth 500 Familien anzusiedeln. Im Jahre 1827 schloß er einen neuen Vertrag, zur Ansiedelung von 300 Fa-

milien längs der Meeresfküste zwischen San Jacinto und La:

baca. Dermalen besteht die Austiasche Kolonie aus 1000 Fa- milien und nahe an 5000 Einwohnern. Ein verheiratheter Mann, der si< dort festseßen will, erhält eine Meile oder

4440 Acres Land gegen Zahlung von 157 Dollars; ein un-

verheirathteter 4 Meile und die übrigen F, sobald er heira- thet; verbindet er sich mit einer Mexikanerin, F wird ihm noch 2 Meile zugestanden. Wer Mitglied der Kolonie wer- den“ will, muß gerichtliche Zeugnisse über sein Wohlverhalten mitbringen. Die Ausgewanderten sind aus allen Theilen der Vereinigten Staaten, vorzüglich aber aus Missisippi, Alabama, Kentucky und Tennessee. Diesen Herbst begiebt“ sich eine aus 40 Personen bestehende Gesellschaft, in welcher sich viele Kapita- listen befinden, nah der Metagorda-Bai, deren Umgebungen sie vor andern Theilen der Kolonie vorziehen. Für den Weinbau und für Viehzucht in Nordamerika ist dié Kölonie

‘Unstreitig am besten gelegen ; sie Ea a Zuckerpflanzun-

gen und erzeugte im vorigen Jahre 550 Ballen Baumwolle, An geschickten Pflanzern ist fein Mangel. Was den Cha- rafter der Kolonisten betrifft, so stehen sie im Ruf der Sitts- lichkeit und Rechtschassenheit. Sie sind gastsrei gegen Fremde, frei von Vorurtheilen und leben in gegenseitiger Ein- tracht unter einander.Seitdem die Kolonie besteht, sollen rur

haften müssen. Diesen Notizen sind einige allgemeiné Be- merkungen über Texas hinzugefügt. Nach denselben zählt die- se Provinz, die fúnsmal so groß als Neu-England angegeben wird , ungefähr 20,000 Einwohner , hat einen fruchtbaren Boden, ein vorzüglich gesundes Klima und scheint in jeder Hinsicht“ von der Natur dazu bestimmt zu seyn, einst cine große Bevölkerung zu ernähren.

Die National-Zeitung von Philadelphia erhebt sich schr lebhaft gegen das Verfahren der dasigen Traktaten - Ge- sellschaft. „„Jst es nicht/‘/ (\sragt jenes Blatt) „ein. übertrie- bener und unerlaubter Eifer, der sh die Freiheit nimmt, religióse Flugschriften in Hôäuser hineinzuwerfen oder an den Thüren derselben stehenden Kindern in die Hände zu steŒen, wenn es der Wunsch der Aeltern oder Hausbesißer ist , sich die Wahl der Lektüre ihrer Hausgenossen selbsk vorzubehal- ten? Diese Flugschriften enthalten nur zu häufig Gegenstände, die sich mit individuellen Ansichten und religidsfen Meinun- gen nicht vertragen. Es ist ein allgemeines Geseß, daß eines Jeden Haus als sein festes Schloß zu betrachten sey; hierbei aber ist ni<ht nur von seiner körperlichen Sicherheit die Rede ; weniger dürfte ihn ein Einbruch in sein Haus verletzen, ale wenn man auf die Gesinnungen seiner Hausgenossen einen seiner Ansicht nach verderblichen Einfluß ausübt.‘

In dem Strafgeseßbuch von Pensyloanien finden sch unter Anderem folgende Bestimmungen: Prämeditirter Mord wird mit dem Tode bestraft; auf Todschlag steht das erste- mal Gefängnißstrafe mit harter Arbeit auf. 2. bis 6, das zweitemal auf 6 bis 12 Jahre; ferner werden mit derselben Strafe belegt: Hochverrath, auf 3 bis 10 Jahre; Brand- stistung, auf 1 bis 15; Verstümmelung , auf 1 bis 14; ge- waltsamer Einbruch, auf 2 bis 15; Fälschung, auf 1 bis 10; Pferdediebstahl, auf 1 bis 7; Meineid, auf 1 bis 8 Jahre.

Buenos-Ayres.

_Nach dem weiteren Inhalte des (in Nr. 243 d. St.-Ztg. theil- weise gegebenen) Schreibens aus Buenos-Ayres vom 16. Mai (in der Börsen-Halle) hat der Minister der auswärtigen Angele- genheiten D. Thomás v. Anchorena auf das Schreiben der neuen Provinzial-Regierung von Mendoza unterm 10. Mai geantwortet: ¿Die delegirte Regierung von Buenos - Ayres- habe ni<ht ohne Verwunderung vernehmen können, daß die vorige Administration von Mendoza durch den Impuls der dffentlichen Meinurig gefallen seyn jolle, unterstüßt von einer

btheilung ber Vorhut des National-Heeres, da sle sehr über- zeugt sey, daß fein solches Heer Befugniß gehabt, wider die Provinz Mendoza oder die ihr vorstehende Administration zu agiren, es wäre denn auf Befehl des National-Konvents in Santa-Fe geschehen, des einzigen , der in der lebten Zeit in der ganzen Republik bestanden habe und von dem größern ‘Theile der Provinzen, aus denen sle bestehe, anerkannt. wor- den fey, indem man wohl wisse, daß jene Administration, die, wie die Regierung von Mendoza -sage, gefallen sey, stets den von dem National-Konvente allen Provinzen dieser Republik vorgezeichneten Gang wider die Empörer vom De- zember 1828 in dieser Hauptstadt befolgt habe. Die Ver- wunderung der Regierung von Buenos - Ayres werde noch

rôßer bei der Veksscherung der von Mendoza, daß die Freund- chaft und das gute Vernehmen der Provinz, welcher sie vor- stehe, mit einigen der Schwester-Provinzen unglücklicherweise unterbrochen „worden; dg es doch in der That nie zur Kennt- niß der delegirten Regierung gekommen sey, daß Krieg in der Republik zwischen Provinzen und Provinzen bestehe, sondern blos von Seiten einiger Provinzen wider eine kleine Zahl von Häuptlingen, die ohne National-Autorität, noch andere erech- tigung als ihr persdnliches Anstreben, verschiedene Provinzen der Republik feindselig behandelt und gedroht hätten, dasseibe wider andre auszuüben ; indem der vornehmste der Empdrer denje- nigen nicht nur vom Siße der Regierung vertrieben, sondera sogar habe erschießen lassen, der der re<htmäßige Statthalter dieser Provinz gewesen, erwählt unter den Auspicien des National-Kongresses, beauftragt von allen Provinzen mit den Angelegenheiten des Friedens, des Krieges und der auswär- tigen Verhältnisse, und dessen heldenmüthigen, Anstrengungen der Friedens-Traftat mit dem Kaiser von Brasilien, dev der Argentinischen Republik ewige Ehre bringen werde, zu ver- dauken sey; und indem eben dieses Haupt des Aufruhrs, nicht im Stande, den gerechtén'Uinvillen des heroishen-Vol- fes zu zähmen, kein Bedenken getragen, durch die willtühr- lichsten und -abscheulichsten Maaßregeln das Land in einen Schauplatz des Schre>ens zu verwandeln, bis er den leßten Beweis seiner eignen Ohnmacht empfangen habe. Die Re- gierung von Buenos-Ayres, wachsam über die Rechte und Freiheiten der ihrer Sorge übertragenen Provinz, könne nicht

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3Z Fälle statt gefunden haben, wo man Personen hat vere

umhin, der Regierung von Mendoza den ungemeinen Wider-