1830 / 249 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

1906

Deputtrten-Kammer desavouirt hiermit Alles, was in Betreff | ihrer Verhôre bekannt gemacht worden ist und noch bekannt | cmacht werden möchte. Im Namen der Kommission : (Gez.) Daunou, Präsident. Berenger, Secretair./ j Die Königl. Druckerei wird in Zukunft die Geseke und ; die Königl. Verordnungen in zwei abgesonderten Bülletíns ! herausgeben. Von dem Bülletin der % erordnungen find be- ; reits die drei ersten Nummern erschienen. | Dem Nouveau Journal de Paris zufolge wird i der König die Tuilerieen beziehen, sobald dieselben wieder in | Stand geseßt seyn werden. Durch die Sorgfalt des zum ; Gouverneur des Schlosses ernannten Obersten Bernard, wel- cher übrigens plößlich mit Tode abgegangen L die vollflommenste Ordnung darin wieder hergestellt. Man ist gegenwärtig mit der Aufnahme des Sinventariums sámmt- | licher in den Tuilerieen aufgefundenen ‘Papiere beschäftigt, i von denen viele von hohem Jnteresse sind. | Gestern fand mit der üblichen Feierlichkeit die Preis- | Verxheilung unter die hiesigen Königl. Gymnasien. statt. Nach- dem einer der Professoren des Gymnasiums Ludwig's des Großeù einen Lateinischen Vortrag gehalten, redete der Mi- nister des öffentlichen Unterrichts und Großmeister der Uni- | versität, Herzog von Broglie, dîie versamnielten Zöglinge in einer Rede an, worin er unter Anderm sagte: „Jünglinge. Die nunmehr beendigte glorreiche Revolutton hat die Ruhe Eurer Scudien nur auf einen Augenblick gestört, fie verleiht | dem heutigen Feste, das Euere Arbeiten krónt und das zu- | L z i Kae r j | gleich ein Bürger- und ein Familienfest ist, neuen Glanz. | Diese Epoche Eures Lebens wird Euch unvergeßlih seyn, | | t

| ¡ |

das Datum dieser Tage wird Euch alljährlich an die hoch-

herzigen Anstrengungen Eurer Väter und Brüder erinnern

und Euch aufmuntern, dur< Klugheit und Tugend die Frei- | heit zu erhalten und zu ehren, die ihr Muth Euch erkämpst | hat. . Das jeßt beginnende Reich wird ein Reich der Gesche | seyn. Bereitet Euch dur< frühe Gerwoöhnung an Arbeit, | durch Beharrlichkeit im Guten, durch Liebe zur Ordnung und | Wißbegiérde für diese s{hône Zukunft Eures Vaterlandes vor, zeigt Euch würdig, die Wohlthaten derselben zu genie- | ßen und den Ruhm dafür zu theilen. Die geschicften Lehrer, | die Eure jungen Gemüther und Eure Studien leiten, werden

künftig in den Geseßen und in der Achtung der Verwaltung | |

gegen ihre Pflichten eine sichere Búrg|chaft für die Anerken- nung ihrer Dienste finden. Kein Amc ist ehrenwerther, als das ihrige; feines soll mehr geehrt werden. Es- giebt feinc

Rechte, deren Verlegung wroeniger zu entschuldigen wäre, als | Eine Körperschaft, die nur durch die .

die der ihrigen.

gingen. An jeder Seite des Sarges_ gingen 70 Arme mit Fackeln. Die Zipfel des Leichentuches trugen der Marschall Hetzog von Reggio, der Marquis von Lafayette, der Großs- Referendarius der Pais- Kammer, Marquis von Semonvillez und ein Mitglied des Instituts. Der Verstorbene, der mit dem bedeutend jüngern Verfasser des bekannten Werkes über den Russischen Feldzug nicht zu verwechseln ist, hat hôchst

| geistreiche Memoiren über sein Leben herausgegeben , deren

Glanzpunkte der Nord - Amerikanische Befreiungsfkrieg, den er unter Lafayette mitmachte, und sein Aufenthalt am Hofe der Kaiserin Katharina sind. |

Einem von dem ia Straßburg residirenden General- Konsistörium der Augsburgischen Konfession erlassenen Rund- schreiben gemäß, ise am 22. d. M. in sämmtlichen Kirchen dieser Konfession die Thronbesteigung Ludwig Philipp’s durch

| feterlihen Gottesdienst begangen worden. Die hiesige prote-

\tantische Kirche feierte diejes Ereigniß bereits am 15. d. M., als dem ersten Sonntage nach der Cideslcistung des Königs.

Sm heutigen Moniteur liest man nachträglih einen ausführlichen Bericht - des Generals Valazé úber die wähe- rend des lebten Afrikanischen Feldzuges vom Ingenieur-Corps

der Expeditions: Armee unter seiner Leitung ausgeführten

Ingenieur - Arbeiten. Das Aoi\o de la Mediterrannée enthält folgendes

Schreiben aus Bona vom 8. August: „„Am 29. Juli gingen

die Französischen Fregatten „„Bellon3// und „la Duchesse de Berry‘“ hier vor Anker und waren im Begriff, 200 See- Soldaten ans Land zu seßen, welche die Citadelle beseßen sollten, als mehrere Tausend Beduinen , die von den benach- barten Höhen die Bewegungen der Franzosen sahen, drohe- ten, die Ernte zu zerstören und alle Felder in Brand zu ste>en, wenn jene landen wollten, Der Gouverneur machte dem Französischen Befehlshaber bemerklich , daß 200 Mann nicht hinreichen würden, ihn gegen diese Masse von Arabern zu verthcidigen, weshalb er ihn bitte, Niemand ans Land zu \chicfen, sondern bis zur Ankunft des größeren Geschwaders wieder in See zu gehen. Der die Nation befehligende Schiffs - Capitain Gallois folgte, im Jnteresse der Einwoh- ner, diesem Rathe und ging unter Segel. Am 1. -August legte das Geschwadex in fleiner Kanonenschußweite von Bona an, und schon um 4 Uhr Nachmittags waren die Truppen

am Lande. Das Geschwader wird sich unverzüglih nach

Tripolis begeben, um mit dieser Regentschaft einen neuen Vertrag abzuschließen.‘

Die Estafette d’Alger meldet aus Tripolis vom 15. August: „Jch benußte .die Abfahrt der Brigg ¡¡¿Actäon“‘‘, um Sie von dem Resultate der Expedition zu unterrichten. Kaum waren wir im Angesichte der Küste der Regentschaft

Wissenschaft und für die Wissenschaft ba ist, verdient | Tripolis, ais der Admiral Rosamel einen Parlamentair ab-

au<h nur der Regel jene Grundsäße ewiger Gerechtigkeit anzurufen, zu deren Be-

zu gehorchen und nie umfönst | chi>te, um dem Bey das Ultimatum der Forderungen Frank- | reichs zu überbringen. Der Bey ergab sich auf Discretion,

ründung in der bürgerlichen Gesellschaft sie sclber so viel | weil, wie er sagte, die Franzosen Alles könnten, was sie woll-

eiträgt. Jn den höhern Ständen den wissenschaftlichen Un-

terricht auf den hôchsten Punkt der Vollkommenheit zu brin- gen, den arbeitenden Klassen die Mittel an die Hand zu ge- ben, sih über die Natur ihrer Arheiten, Úber die Bedingun- gen eines glücklichen Erfolgs ihrer Unternehmungen zu unter- richten, und dur schnelle, angemessene und öôfonomische Maaßregeln die ersten Elemente menschlichen Wissens Uber das ganze Land zu verbreiten, freien und gerechten Regierung, weiche ißre Macht und Dauer auf das gebildete Bewußtjeyn der Bürger gründet; dies wird das Ziel, und könnten wir do schon hinzufügen, der Erfolg unserer Bestrebungen seyn! Alle, Lehrer und Schüler, Jüung- linge und Männer, Volk und Regterung, werden , ih hofe es, in Zukunft einnüthig dahin arbeiten, um diesen von al-

len Seiten si< Luft machenden ungestünien Eifer auf tiefe |

Studien und auf múhevolle Eroberungen der Wissenschaft

über die Unwissenheit, der Wahrheit über den Jrrthum zu |

richten. Hier steht uns ein unermeßliches Feld offen, hier fennt der Ehraciz der wetteifernden Gemüther keine Gränzen !‘/ Auf diesen Vortrag, der mit Begeisterung aufgenommen wurde, folgte die Vertheilung der Preise, deren das Gymnà- sum Ludwigs des Großen 4, das Heinrichs TV. 11, das Karls des Großen 20, das Gymnasium Bourbon 11, das des heiligen Ludwig 9, das Gymnasium Stanislaus 6, das der heitigen Barbara 3, und das Gymnasium von Versailles 4 davon trug.

Gestern fand das Leichenbegängniß des Grafen v. Segur, „Pairs von Frankreih und Mitgliedes der Französischen Afa- demie, statt; er wurde nah dem Kirchhofe des Pater Lachaise gebracht. Deputationen der Pairs - Kammer und des Snsti-* tuts, so wie zahlreiche Freunde, folgten dem Sarge, welchem Abtheilungen von National-Garden und Linientruppen voran-

dies sind die Pflichten einer |

ten, nachdem sie Algier eingenommen hätten. Die Hauptbe- | dingungen des unterzeichneten Vertrages sind folgende : ¡Die | Tripolitantschen Schisse grüßen die Französische Flagge mit | 33 Kanonenschüssen; keine Nation, unter welchem Vor-

wande es auc sey, hat künfcig einen Tribut zu zahlen ; die ! Seeräuberei is unter den strengsten Strafen untersagt; es dúrfea feine Christen mehr zu Sklaven gemacht werden, und die in der Regentschaft Tripolis befindlichen sollen sogleich in

Freiheit gesezt und dem Befehlshaber des Geschwaders übers | geben werden. Der Bey von Tripolis verpflichtet sich, | 800,000 Fr. als Entschädigung für die Verluste, die seine | Sceráuber dem Französischen Handelsstande zugefügt haben, | so wie für die Kosten der Expedition, an Frankreich zu ent- | ritten. 400,000 Fr. sind bereits am Bord des „„Trident‘‘z; | die andere Hälfte soll im Oktober d. J. gezahlt werden. Der | Plan, eine Besaßung in Tripolis zurücézulassen, is aufgeges | ben worden. Der Bey hat dem Contre - Admiral Rojamel am Bord des „„Trident‘/ einen Besuch abgestattet, den die- ser mit den Offizieren seines Geschwaders erwiederte.//

Das Aviso de la Médirerrannée berichtet aus Algier vom 10. August: „Die Araber haben sich in großer Anzahl in der Nähe der Stadt versammelt und ‘halten die Positionen beseßt, in denen unsere Truppen si<h“ na< dem Gefechte von Staoneli am 19. Juli verschanzt hatten. Diese Elenden gehen nur auf Plúnderung aus und schonen sich selbs unter einander nicht, wenn sie einen unter sich im Besikz eines gestohlnen Gutes wissen. Alle sich einzeln hinauswagenden Soldaten werden von ihnen umgebracht. Algier gewinnt allmálig ein Europâisches- Ansehen, man haut Straßen und richtet Pläße ein, und am. verwichenen Sonntage gab uns so-

Beilage

1 Beilage zur Allgemeinen Preu

gar eine Tänzerin ein Schauspiel unter freiem Himmel zum Besten. Madame Einetti, so heißc sie, mag zu ihrer Zeit eine reizende und gewandte Frau gewesen seyn: wir ha- ben gelacht, wie im s{<dönsten Schauspiel. Hr. v. Bourmont wohnte der Vorstellung bei. Die Musik- Chöre unserer Re- gimenter spielten zu dem Schauspiele auf. Madame Ginetti ist aus Palma hierher gekommen. Unter den Zuschauern sah man auch einige. Türken und Mauren. Das is ein An- fang, von Bildung. Gestern kam ein Marabout hier an der sich einen Vetter des Kaisers von Marókfo nannce.‘‘ : Das genannte Blatt giebt ferner folgendes Schrei- ben aus der Bai von Algier, vom 18. August: „Die Korvette „„Cornelie// brachte am 13ten die Nachricht von den neuesten Französischen Ereignissen hierher. Seit einigen Ta- gen waren schon ‘na< Privatbriefen außerordentliche Ge- rüchte in Umiauf, denen man aber, da sie von Handels-Fahr- zeugen mitgebra<ht waren, wenig oder gar feinen Glauben ¡chenkte. Ler hâtte auch glauben mögen, daß cine so große jo vollständige Revolution in drei Tagen beendigt werden fônnte. Admiral Duperré hat ert heute die neue Flagge auf- gezogen, weil er abwarten wollte, bis die Land-Armee dasselbe thun fönne. Er hatte auch no< andere Gründe, die er in

seinem Tagesbefehl vom l4ten d. andeutet. (vergl. d. gestr.

Nr. d. St. Z.) Man erinnert sih nämlich, daß der Wechsel der Farben zu verschiedenen Zeiten den Engländern cit hinreichender Grund und ein guter Vorwand zu seyn schien, um sich der Schiffe, die sle vereinzelt antrafen, zu bemächtigen ad [a Y A A Ans 7 y Nach Oran und Bona sind Schiffe abgegangen, um die

: Ls Vos E A Ht : e a “L j dort in Garnison liegenden Truppen hierher zurückzuführen.

Man will die Streitkräfte hier concentriren. Das Linien- schiff „„Maria Theresia‘‘- ist, mit 400 Türken am Bord, nach Smyrna abgesegelt.‘ i i ; Der See-Práäfeft von Toulon hat unterm 28ten d 87 Uhr Morgens, nachstehende telegraphische Depesche an den

Matime - Minister gerichtet: „Das Linienschiff „„Algesiras““ -

ist, mit dem Geteral Clausel und seinem Gefolge am Bord diesen Morgen mit günstigem Winde nah Algier unter Se- gel gegangen.“

_ Das Journal des Débats sagt: „Die lekten Nach- richten, welche die Regierung aus Algier erhalten hat, sind vom 19. August. Es ist wahrscheinlich, daß Herr v. Bourmont

Afrikanischen Armee behalten wird.“

Die hiesigen Advokaten haben gestern mit großer Stim- |

menmehrheit Herrn Mauguin zu ihrem Aeltesten und Vor- steher gewählt. ai Die im Bureau des Constitution nel eröffnete Sub-. [A E ju den drei Revolutions , Tagen Verrounde- ten und die Familien der dabei Gefallenen beläuft sich heu

l d ite auf 447,222 Fr. N

Im hiesigen Buchhandel sind zwei nicht uninteressante

Broschüren erschienen, welche leicht einen lebhaften Federfrieg herbeisühren dürsten. Die eine, von A. Dumesnil, führt den Titel: „les- jésuités tricolores”: unter diesem Namen ver-

steht der Verfasser nämlich die Doctrinairs , die, nach seiner |

bis jus Ankunft des General Clausel den Ober - Befehl der |

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d A0 vorgestellt. Nach der Audienz beim Könige wurde er Botschafter gieichsalls der Königin, so wie den Prinzen und Prinzessinnen des Königl. Hauses, vorgestellt.// Mittelst Königl. Verordnung vom 30ften v. M. is der f des Wasgaus, Herr Nau de Champlouis statt des derrn v. Esmangart zum Präfekten des De Ni : L ‘partemet derrhein ernannt worden. E h Der Marine-Kommissarius von Bayonne hat unterm | Il. August, um 9 Uhr Morgens, mittelst des Telegraphen D See-Minister Nachstehendes gemeldet: „Der Französische Konsul in San-Sebastian schreibt mir unterm gestrigen Ds- aa E an demselben Tage der Befehl, die Schiffe unter retfarbiger Flagge in alle Spanischen Häfen zu) 5 Fz: F iy D F G É à? ; dort angekommen sey. ‘/ P A E __ Der Minister des Jnnern hat die Erlaubniß zum Bau eines Stadhauses in Saint Lo, eines Gymnasiums in Mils hau und zur Errichtung einer kolossalen Statue des Ge- s P, o seiner“ Vaterstadt Avranches ertheilt. Die Kosten * dieser drei Unternehmungen, belaufen si 210,000 Fr- / Me 4E

Großbrttantew und Jkland

Londo a, 1. Sept. Aus Brighton schreibt man, daf mehr als 20,000 Fremde bei der Anfunft Ihrer Majestäten dort versammelt gewesen seyen. Nur mit Mühe habe man das Volk davon zurückhalten fônnen , von dem Wagen der hohen Herrschaften die Pferde abzuspannen und ihn selbs im Triumphe nah der Stadt zu ziehen. Die Einwohner und Badegäste von Brighton haben sowohl dem Könige als der Königin durch eine Deputation eine ehrerbietige Adresse überreichen lassen, die von Jhren Majestäten sehr huldvolk I iel wurde. Prinz Georg von Cambridge begleitete >ôchstdiejelben auf einer Spazierfahrt, die ér j tags unternommen ae E 1 L RAEE

er Herzog und die Herzogin von Cumberlan gestern dem Herzoge- von Cambridas ein arafes Wi, U welchem sehr viele angesehene Personen eingeladen waren.

Vorgestern hatte der Königl. Sächsische Kammerherr Graf von Vißbthum und gestern der Niederländische Botschaf- ter eine Unterredung mit dem Grafen von Aberdeen im

auswärtigen Amte. „Wir lesen in Französischen Blät-

| Die Times äußert : ¡ tern, daß der Herzog von Wellington einige leichte Einwürfe | gegen die Anerkennung des Königs der Franzosen erhoben habe, die jedoch dur den persönlichen Wunsch unseres Kö-

nigs beseitigt worden seyen. Die Bemerkungen des Sir Rob. Peel, heißt es ferner, hätten den Minister - Rath ein- stimmig gemacht, wiewohl die Abgesandten Karls X. sich Mühe gegeben , die Anerkennung zu verzögern , und zwar in der Hoffnung, daß sich inzwischen die übrigen Europäischen Mächte zu ihren Gunsten erklären würden. Wir fönnen je- doch die Versicherung ertheilen, daß an dieser ganzen Ge- schichte nichts Wahtes sey. Unser Ministerium hat nicht einen AugenbliF angestanden, die Anerkennung Ludwig Phi-

Ansicht die geeignetsten Männer sind, um den Untergang | cines Staates zu vollenden. Die zweite Schrift 'ist in Form | eines Briefes über Paris gefaßt und enthält gleichfalls starke Ana e ul die L MINS. :

Der Temps meldet: „Heute frúh ist am Portugiesi- schen Gesandtschafts -Hotel eine L S gen worden, wodurch alle hier lebenden Portugiesen aufgefor- dert werden der provisorischen Regierung auf Terceira den Eid der Treue zu leisten. Viele der ausgewanderten Portu- giesen betrachten die Formel des verlangten Eides als der Charte zuwider laufend. Die in Brügge lebenden Portugie- sen haben sich geweigert, diesen Eid zu leisten , und die hier wohnenden wollen sich heute versammeln, um sich gemeinsam über das von ihnen zu befolgende Benehmen zu berathen. Wir werden das von ihnen Beschlossene mittheilen.“

Paris, 1. Sept. Der heutige Moniteur eröffnet seinen amtlichen Theil mit nachstehender Anzeige: ¿Gestern überreichte Se. Excellenz Lord Stuart -de Rothesay dem Kö- nige in einer Privat-Audienz das Schreiben Sr. Großbrita- nischen Majestät, welches ihn mit dem Charakter eines außer- ordentlichen und bevollmächtigten Botschafters am Französi- schen Hofe beglaubigt. Se. Excellenz wurde vom Minister

der auswärtigen Angelegenheiten, Grafen Molé, begleitet und |

lipps auszusprechen. Sobald ünsere Nachbarn nun

der gegen die chemaligen Minister cinaut iten a und aus den in den Portefeuilles derjelben gefundenen amt- lien Aftenstücfen erschen haben werden, daß der Herzog von Wellington niemals um die Maaßregeln des Fürsten von Polignac etwas gewußt habe, und -daß er, wenn er im All- gemeinen um Rath gefragt wurde, immer der standhafte Gegner aller Handlungen der Willkühr gewesen sey, so wer- den unbezweifelt die Bande der Freundschaft zwischen Eng- land und Franfreih no< enger und fester werden. England unterläßt nichts, was ein Beweis seines guten Willens gegen Franfreich seyn fann. Wir glauben, daß man vor der Hand wenigstens nicht die Absicht hege, einen neuen Botschafter nach Paris zu senden; ein neues Beglaubigungs - Schreiben ist jedoch am Freitage dem Lord Stuart de Rothesay zugefer- tigt worden, und-dieses wird ihn bereits in den Stand Pete haben, das freundschaftliche Vernehmen mit der neuen Frans zösischen Regierung ganz vollständig herzustellen.“/

Niederlande. -

Brüssel, 2. Sept. Gestern Mittag um 12 Uhr hat Se. Königl. Hoheit der Prinz von Oranien , an der Prie seines General -Stabs, seinen Einzug in die hiesige Residenz gehalten. Mehr als 10,000 Mann Bärger - Garde waren vom Lackener Thore an in der Straße des Pontneuf und in

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