1830 / 259 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

1984

endôthigt, einzuschreiten. Vorgestern und gestern wurden da- Bit Bur Wsitchunden in dem Gehölze von Marly angestellt und mehrere verdächtige Personen daraus verjagt ; einige der- selben auch verhaftet. Ein reitender Forstwächter wurde da- bei von den Wilddieben getddtet, die ihrerseits zwei Mann verloren. Die Gefangenen sind nach Versailles gebracht wor- den, wo der Königl, Prokurator eine Untersuchung gegen sie eingeleitet hat. Patrouillen von National-Garden durchstrei- [en diese Forsten, in denen jeßt die Ruhe völlig hergestellt

, Einstweilen ist das Jagen in den Revieren von Ver- sailles, St. Germain, Marly und Sèvres untersagt worden.

Großbritanien und Jrland.

London, 11. Sept. - Die Herzogin von Kent stattete in diesen Tagen mit der Prinzejsin Victoria einen Besuch in Worcester ab, wo der Bischof und die Honoratioren der Stadt sie feierlich empfingen. Nachdem die Fürstinnen die Sehenswürdigkeiten des Ortes in Augenschein genommen hat- ten, kehrten sie, von dem Jubel und den Segenswünschen der Einwohner begleitet, nah Schloß Malvern zurü.

“Wie lange Karl X. und seine Familie im Schlosse Lul- worth bleiben werden, is noch unbekannt; die erlauchten

Personen haben, wie es heißt, selbsk geäußert, ihr Aufenthalt | in England hänge von Umständen ab, die nicht in ihrer Macht |

stünden. Jhre Einrichtung deutet indessen auf längeres Blei- ben. Karl X. lebt sehr eingezogen; vorigen Montag machte er jedoch eine Jagdpartie in Bealeitung des Herzogs v. An- gouleme. Leßterer geht fast täglich auf die Jagd.

Baron Kenkzinger, Privatjecretair Karls X., hat sich im Auftrage seines Gebieters nah Oesterreich eingeschi}t.

Der Courier bemerkt auf die (gestern mitgetheilte) von der Times an den Herzog v. Wellington ergangene Auf- forderung ,- bei dem Festmahle in Manchester das Gerücht, daß er an den Maaßregeln des Polignacchen Kabinets Theil genommen, fúr cine Verläumdung zu erklären: daß der Her- zog politische Gegenstände in Privat - Gesellschaften nicht zu beruhren pflege, jedoch sowohl persönlich, als durch seine

reunde, jener abges{hmackcen Verläumdung widersprochen abe; er hofft indeß, daß der A jene Aufforderung nicht T

von sih weisen werde. Für den Fall inzwischen , daß der Herzog das Stillschweigen vorzdge, stellt der Courier wiederholt folgende Behauptungen auf: 1) der Herzog hatte an der Ernennung des Fürsten v. Polignac zum Mi- nister Karls X. feinen Antheil; . 2) der Herzog mißbil- ligte, von der ersten Woche der Polignacschen Administration an, das System derselben; 3) der Herzog schrieb an den Fürsten v. Polignac während der Dauer der Administration des Lebteren keinen einzigen Brief und sandte ihm feine Bot- schaft zu, der oder die dessen Benehmen gebilligt oder den- selben zu irgend einer unconstitutionnellen Handlung aufge- fgrdere hätte, so wie er ihm überhaupt weder Schreiben noch otschaft irgend einer Art zukommen ließ, das oder die sich auf dessen Verfahren als Französischen Ministers bezogen ätte, / i F “Der Herzog von Wellington wird am Tage, nachdem das große ihm zu Ehren bereitete Festmahl ‘in Manchester statt gefunden, in Liverpool erwartet, wo er nebst vielen anderen angesehenen Männern eingeladen ist, der Eröffnung der Eisenbahn beizuwohnen. Der neue Ober-Secretair von Jrland, Sir Henry Har- dinge (früher Kriegs - Secretair ) geht sehr entjchieden zu Werke. So hat er an einem Tage sieben Offiziere der Du- bliner Miliz entlassen, die an der Orange- Prozesfion vom 12. Juli Theil genommen. | /

Der Vice- Admiral Sir E. Codrington isk am Z3ten d. von hier nach St. Petersburg abgereist, um dem Kaiser von Rußland per\dnlich seinen Dank für die huldreiche Weise ab- zustatten, in welcher Se. Majestät Jhren Beifall hinsichtlich seines Benehmens während seines Ober-Befehls im Mittel- meere geäußert. (Der Admiral ist. bekanntlich bereits durch Hamburg gekommen und har sich seitdem auf der Trave eingeschi}c). Er gedenkt im' Laufe k. M. nach England zu- rúckzufehren. Erst vor kurzem hatte er der Regierung eine Denkschrift wegen Vertheilung der noch unbezahlten Prisen- gelder von Navarin eingereiht. Cinige hiesige Blätter wa- ren der Meinung, diese Schrift würde als untoward aufge-

"nommen werden; man weiß indessen, daß eine von ihm selbst eingegebene Denkschrift an die eigene Person unsers Monar- chen günstige Ausnahme und sorgfältige Aufmerksamkeit ge- funden. Bekanntlich hat der berühmte Secheld erst im April v. J. eine vom Herzoge v. Wellington persönlich ihm ange- botene Pension von 800 Pfd. jährlich ausgeschlagen.

Lord Marcus Hill geht in kurzem mit einer diplomati- schen Mission nach dem Kontinente. - Haag und St. Peters-

burg werden in dieser Hinsicht als seine Bestimmungsorte genannt. :

Neben Lord John Russell, dem Obersten Jones und

rn. Calvert wird auch Hr. Lytton Bulwer, ein bekannter C sich als Wahl - Kandidat für Southwark melden.

Der Admiral Sir Charles Morice Pole, Kammerherr Sr. Majestät, ist am Montage ‘auf seinem Landsiße Alden- ham Abbey (Herts), nach kurzem Unwohlseyn, im 74. Jahre seines Alters, verschieden. Seine militairische und parla- mentarische Laufbahn fällt vornehmlich in die Jähre 1801 1808. /

Niederlande.

Brássel, 12. Sept. Der Kommandant der Bürger- garde hat sich veranlaßt gefunden, die hiesigen Handwerker und Fabrik - Arbeiter gegen die böswilligen ‘Absichten einiger Unruhestifter, die gern Aufläufe veranstalten wollen, zu war- nen. Die Bürgergarde fährt fort, die Ruhe in der Stadt aufrecht zu erhalten, doch ist von Seiten des Chefs derselben mißfällig bemerkt worden, daß viele Bürger sich im Dienste durch Stellvertreter erseßen lassen, welche die nöthigen Si- cherheiten feinesweges darbieten. Das Schloß zu Tervue- ren wird von 40 Mann Bürgergarde bewacht, die von vier zu vier Tagen abgelöst werden.

Die in Gent erscheinende Zeitung berichtet: „„Die uns heute zugegangenen Nachrichten überzeugen uns, daß in unse- rer ganzen Provinz dieselbe Ruhe herrscht, die auch hier in Gent mcht einen Augenblick gestört worden ist. Die geselzs liche Ordnung und die Behdrden werden überall respeftirt. Auf verschiedenen Punkten der Provinz finden seit einigen Tagen Truppen - Bewegungen statt; Termonde hat Verstär- fungen erhalten, wodurch die Besaßung dieses Plakes ein achtbares Ansehen gewonnen hat. Jn Alost erwartete man sowohl Kavallerie ais Jnfanterie zur Verstärkung der Gar- nison; in mehreren andern Städten scheint es derselbe Fall B seyn. Die hiesige Handelskammer und der Gewerbe-

erein haben bereits Bittschriften an den König gegen die Trennung der beiden Theile des Königreichs übersandt, was den Beweis liefert, daß es nit blos eine T Sud Leute hier giebt, welche die wahren Juteressen unserer Stadt rich- tig zu beurtheilen verstehen. Jn Sr. Nicolas, wo man seit dem Beginn der in Brüssel ausgebrochenen Unruhen den größten Enthusiasmus gezeigt hat, cirkulirt jeßt ebenfalls eine bereits von zahlreichen Unterschriften bedecfte Adresse gegen die Trennung des Nordens von dem Süden. Alle achtbaren

Einwohner dieser Stadt halten es für ihre Pflicht, dieje

Adresse zu unterzeichnen./4

Die in Vorschlag gebrachte Trennung Belgiens von Holland giebt den in Antwerpen erscheinenden Zeitungen stets von neuem Anlaß, sih nahdrücklich dawider auszu}prechen. Ein in dem neuesten Blatte des Journal d’Anvers er- schienener Aufsaß betrachtet die Frage aus den Gesichtspunkten des Handeis und der Schifffahrt, des Gewerbfleißes jeder Art und des Bergbaus, der Agrikultur und des Grund- Eigenthums, und sucht überall den shädlihen Einfluß nachzu- weisen, den eine Trennung der beiden Landes - Abtheilungen darauf ausúben woûrde. „Diese große Frage‘, heißt es, „die in einigen Städten. unseres schönen Landes mit zu geringem Nachdenken von einigen exaltirten Köpfen aufgefaßt worden, greift das Wohlseyn Belgiens in seinem innersten Wesen an. Die Verwirklichung dieser Jdee würde den größten Theil der Quellen des Wohlstandes, dessen wir seit einigen Jahren uns erfreuen und zu dem wenige Staaten ein Seitenstück darbie- ten, sehr bald versiegen lassen.// Am Schlusse des Artikels wird gesagt: „Wir glauben hinlänglich dargethan zu haben, daß die Trennung Belgiens von Holland der Wunsch. keines Belgiers scyñ kann, der die Dinge von ihrem wahren Ge- sichtspunfte aus betrachtet. Mögen unsere Betrachtungen die: jenigen aufklären , die sich durch blinde Leidenschaft über das rechre Ziel hinaus haben verleiten lassen.‘/ :

Die Gazette des Pays-Bas stellt es ebenfalls in Zwei- fel, ob der Handelsstand von Brüssel, und namentlich die Handelskammer dieses Ortes, wenn man sie befragte, mit dem Wunsch einer Trennung Belgiens von Holland ganz einverstanden seyn würde. : i “G RGBE

Alle Mitglieder des Amortisations - Syndikats sind auf den 28. Sept. zu- Amsterdam zusammenberufen. Allem- Ver- muthen nach steht diese außerordentliche Zusammenberufung unter den gegenwärtigen Umständen in Verbindung mit der Frage über die Trennung des Nordens vom Süden. Da das Syndikat in Besi6 der Einkünfte von den Kanälen und

Beilage

1985 Beilage zur Allgemeinen Preußishen Staats-Zeitung Æ 259.

Landstraßen ist, so dúrfte es sich darum handeln, die Freiheit oder die Fessel zu bestimmen, mir welchen die Circulation zu Lande und zu Wasser in Zukunft umgeben werden soll.

Der Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar ist von Gent nah Antwerpen abgegangen. :

Aus Mastricht schreibt man: „„Herr von Brouckère, der gestern hier angekommen war , ist heute früÿ nah Ant- werpen abgegangen, wo sich alle Belgischen Deputirten, die sich nach dem Haag begeben , versammeln.“

Aus dem Haag wird gemeldet, daß der Minister der auswärtigen Angelegenheiten am 9ten d. dem Französischen L Valazé ein großes diplomatisches Diner gegeben Habe. des Marquis de la Moussaye Französischer Gesandter am Niederländischen Hofe werden.

Amsterdam, 11. Sept. Während der abgelau- fenen Woche erlebten wir eine solche Abwechselung in den Preisen der Staatspapiere, wie sie gewiß nur selten statt findet. Wirkliche Schuldscheine , welche vor acht Tagen auf 54 pCt. standen, fielen bis 46 und haben sich jeßt wieder bis 52 pCt. gehoben; Kanz- Billets gingen während diefer Zeit um 5 Fl. zurü, erholten sich aber wieder um 4 Fl. Außerordentlich niedrig gingen die neuen Z?próc. Syndifat- Obligationen, welche bis zu 645 pCt. zurückgeworfen wurden ; gestern famen dieselben wieder auf 72 pCEt. Auch ausländi- sche Staatspapiere theilten, jedoch in geringerem Maaße, diesen Preiswechsel , nur Spanische Perpetuelle wichen un- gefähr 10 pCt. und nahmen später ihren vorigen Stand wie- der ein. Die Ursache dieser seltsamen Erscheinung liegt haupt- sächlih in bedentenden Verkäufen, erstlih von Seiten der Spekulanten, die zum Realisiren gezroungen waren und an- dere ebenfalls zu forcirte Verkäufe mit sih fortzogen ; ferner von Particulièrs, die durch den ungünstigen politischen Stand der Dinge eingeschüchtert wurden. An den jüngsten Tagen wart'‘es' êtwas ruhiger , weil man versicherte, daß Frankreich án feinem Fall den Aüfrührern in Belgien Beistand leisten würde, und weil der Entschluß des Königs, seinen Rechten nichts zu vergeben, ‘allgemeinen Beifall findet; der innere Zustand von Frankreich und der niedrige Börxrsenstand in London lassen indeß noch Besorgniß zurück. Engl. Spanische Obligationen haben auch etwas im-Preise nachgelasse:; in Griechischen ist beinahe fein Handel gewesen. Geld auf Prdlongation steht 57 à 6 pCt., auf Leihung 5 à 55 pCt. Der Umsaß in Weizen war am gestrigen Getreide - Markt nicht von Bedeutung; schôdne Sorten kamen nicht. vor, und andere würdèn nur niedriger anzubringen gewesen seyn. Für Roggen hielt die Fragè sowohl zum Verbrauch als zur Ver- \chiffung stets an, und ansehnliche Partieen davon gingen leiht von der Hand. Gerste, Hafer und Buchweizen blieben Preis haltend. Folgende Preise sind angelegt: für 127. 128- pfünd. bunten Polnischen Weizen 370. 375 Fl., für 123p{ünd. rothbunten 335 . 340 Fl. , fúr 117 . 118. 119. 120pfünd. Preuß. Roggen 188. 190. 194. 198 Fl. im Verbrauch; un- ter Schloß für 115. 116.118. 119pfünd. Preuß. 166 . 169. 170. 174.176. 178 Fl., für 120pfünd. Pernauer Roggen 185 Fl. , fúr 118. 120pfüúnd. Rigaer 176. 180 Fl, für 117- pfúnd. ‘Archang. 175 Fl. , für 98pfünd. alte Winter, Gerste 125 Fl., für 78pfünd. dicken Hafer 98 Fl., für 105pfünd. Holsteinsch. Buchweizen 168 Fl.

D eau: t-fch l an d:

Kassel, 12. Sept. Se. K. H. der Kurfürst und Se. Hoheit der Kurprinz sind: diésfen Abend um 5 Uhr hier-ein- getroffen und im Palais “am Friedrichsplaßke abgestiegen. Allen feierlihen Empfang hatten Se. K. H. sich verbeten. Das Ausséhen des Durchlauchtigsten Regenten bestätigte bei den zahlrteich auf dem Plaße versammelten Einwohnern die frohe Versicherung von der Herstellung Seiner Gesundheit. Se. K. H. begaben sich, nah kurzem Verweilen im hiesigen Palais, nach Wilhelmshöhe; Se. H. der Kurprinz bezog die im Sthlosse Bellevúe für Hôchstdenselben in Bereitschaft ge- \eßten Appartements.

Kasjel, 14. Sept. - Se. Königl. Hoheit der Kurfürst Haben folgende Verkündigung zu erlassen geruhet :

¡So wie Wir in der Ferne Unserer Unterthanen leb- Hafte Theilnahme bei der Uns betroffénen Krankheit rit in- niger Rührung anerkannt und darin aufs neue die seit Jahr- hunderten erprobte treue Anhänglichkeit der Hessen an ihre Fürsten bewährt gefunden ‘haben ; so haben Wir besönders auch die

Man glaubt daselbst, der General werde an der Stelle

durch Unsere Rückkehr erregten frohen Empfindungen mit wahrer Zufriedenheit bemerkt. Dieses Gefühl hiermit aus- zudrücen, finden Wir Uns um so mehr bewogen, als Wir zugleich anzuerkennen nicht umhin föônnen, wie durch die rúhmlich vereinte Thätigkeit Unseres braven Milit.irs und Unsrer rehtlihen Kassel]hen Bürgerschaft die zu Unserem Leidwesen kürzlich eingetretenen Störungen der öffentlichen Ruhe schnell beseitige worden sind; Störungen, die Wir úüber- haupt gleih anfangs nur einigen Wenigen beimessen fkonn- ten, denen es unbekannt ist, daß etwaige gerechte Beschwoer- den und gegründete Bitten bei Uns stets Gehör finden, und daß Wir unermúdet dahin streben, das wahre Wohl Unseres Landes zu befördern. Wilhelmshöhe, den 13. Sept. 1830. Wilhelm K“

__ Darmstadt, 12. Sept. Die heutige Zeitung ent- hâlt Folgendes: „„Es sind in unserer Umgegend seir kurzem mancherlei Gerüchte über Unruhen, die in hiesiger Sradt vorgefallen seyn sollen, im Umlaufe, und es haben sogar mehrere öffentlihe Blätter von dergleichen Vorfällen gespro- chen. Es ist in der That um so unbegreiflicher, wie sich solche Nachrichten haben verbreiten können, da sich nicht nur nicht das Mindeste von unruhigen Auftritten hier ereignet \ hat , sondern da auch nicht einmal irgend etwas vorgefom- men is, was zu dergleichen nur Anlaß oder Vorwand hätte geben können. Wir. können im Gegentheil versichern , daß nieznals mehr Ruhe und Ordnung hier geherrscht hat, als gegenwärtig. Junsbefondere hät sich dies bei- den in den leßz- ten Wochen und Tagen zum öfreren vorgekommenen Gele- genheiten, wo sich der Geist der Einwohner lauter und dffent- licher fund zu geben pflegt, namentli bei der Wieder-Erôdff- nung dés Theaters, bei den Namens - und Geburtsfesten* J. J. K.K. H.H. des Großherzogs und der Großherzogin, so wie mehrerer Prinzen des Giuoßherzoglichen Hauses, eben fo durch die allgemeinen Aeußerungen der Freude als durch die musterhafte Ordnung und Eintracht, welche dabei herrschte, auf das unzweideutigste erwiesen.“

Jn der am 21. August gehaltenen 96sten Sibung der 2tew- Kammer - der Landstände beschloß die Kammer unter Anderem, die Proposition der Staats-Regierung wegen Er- bauung. einer Gendarmerie-Kaserne nicht zu genehmigen, viel- mehr die Regierung zu ersuchen, den in der Kasse der Gen- darmerie befindlichen Ueberschuß und den Erlôs dés wieder zu veräußernden Bauplabes in die Staats -Kasse abgeben zu lassen; ferner dem Autrage der Staats-Regierung, das ‘neue Staats - Budget, anstatc für die Jahre 1830 1832, fúr die Jahre 1831 1833 zu bewilligen, die Zustimmung nicht zu ertheilen. Jn der 98sten und 99sten Sißung am 24. und 25. August wurde über die Civil-Liste 2c. Berathung gepflogen:

Hamburg, 14. Sept. Der allgemein geschäßte Mini- ster-Resident und General - Konsul Sr. Großbritanisch- Han? nôdverschen Majestät, Hr. von Duve,„ ist nach langer und schmerzlicher Krankheit hierselbst mit Tode abgegangen.

Schweiz.

Bern, 9. Sept. Durch Kreisschreiben vom G6ten d. wurde den an den Militair - Capitulationen ‘mit Franf- reich Antheil habenden Ständen von den Anstalten Kenntniß gegeben, welche der Vorort, in Folge der ihm: érthéilten Voll- machten zum Empfäng der rüctehrenden Regimenter an der Schweizergränze, zur Ausscheidung der Angehdörigen- der ver-

| schiedenen Kantone ‘und ihrer Justraditung nach ihren Hei-

mathvsorteñ getroffen hat. Um allos Nöthige: mit den Fran- zösischen Behörden zu verabreden: und den Rückmarsch vom“ Tage der Entlassung an anzuordnen, wird’ sich “dercidgend}i- sche Oberst Hr. Guiguer 'nach Befancon - begeben 100? die

“Abdankung statt haben soll.

Aus -St. Gallen wird gemeldet: „Den 4ten und 5ten d. M. langten auch in St.- Gallen circa 50 Mann von der in den leßten Juli- Tagen in Patis zersprengten St. Gallischen Schweizer-Garde an. Jhre mißliche Lage, wie siein dentlichen Blättern geschildert worden , bestätigte sich vollkommen. So sehr diese Krieger | die theilnehmende eidgenössishe Auf- nahme und Verpflegung Basels, Aärgau’s und Zürich?s rühm- ten, so bemächtigte sh ihrer am Hauptorte ihres ‘eigenen Kantons ein ganz anderes Gefühl, als sie den' Tag nach ih- rer Ankunft in ihre 5 bis 6 Stunden weit entfernten Hei- mathgemeinden mit 3 Bakken und in jene bis 15 Stunden entfernten mir 3 oder 9 Baben gewiesen wurden. —- Abste-