1874 / 223 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Neben der Verpflegung nah dem Normal-Speiseetat dürfen fernerhin extraordinâre Verpflegungszulagen an Brod (bis zu 125 Gramm), Bier (bis 1/ck Liter) und Kaffee (eine Morgen- portion) nur ‘an diejenigen Zuhthaus- und Gefängniß - Gefan- genen beider Geshlehter verabfolgt werden, welhe an den be- treffenden Tagen mit besonders {weren und anstrengenden, na- mentlich mit Schweiß erregenden Arbeiten beschäftigt find. Die Verabfolgung darf niht stattfinden, wenn Gefangene durch Faulheit oder Nachlässigkeit Anlaß zur Rüge geben.

Eine spezielle Feststellung der einzelnen Arbeitsarten, für welche die Verabfolgung von extraordinären Verpflegungszula- gen statthaft ist, hat fich nah den bisherigen Erfahrungen als unausführbar erwiesen, und ist deshalb den Bezirksregierungen überlassen worden, die erforderliche Feststellung nah Anhörung des Direktors und des Arztes der betreffenden Anstalten, sowie unter Zuziehung des Regierungs-Medizinalrathes zu treffen. Es isst hierbei als maßgebender Grundsaß festzuhalten, daß die Zulagen keineswegs bestimmt sind, den Gefangenen eine mit dem Zwecke der Strafvollstrekung niht vereinbare Annehmlich- feit oder Erleichterung bei jeder {weren Arbeit zu gewähren. Sie sollen vielmehr nur verhüt:n, daß durch Arbeiten, welche mit ausnahmsweiser starker Anstrengung verbunden sind, eine Aufreibung und eine für die Gesundheit dauernd nachtheilige Erschöpfung der Körperkräfte stattfinde. Die Verabreihung von Kaffee is auch bei besonders ekelerregenden Arbeiten (beispiels- weise bei länger dauernder Kloakenreinigung 2c.) zulässig.

_— Ueber die Ausbildung und Prüfung für den Königlichen Forstverwaltungsdiens hat der Finanz- Minister unterm 30. Juni d. I. neue allgemeine Bestimmungen festgestellt, von welchen wir einige der wihtigsten mittheilen: ___$. 1. Die Befähigung zur Anstellung als Oberförster im König- lichen Forstdienste wird erlangt durch: das Bestehen der Feldmesser- Prüfung, des feorstwissenschaftlihen Tentamens und des forstlichen Staatseramens.

Die Feldmesser-Prüfung muß vor Beginn des im $. 16 angeord- neten praftishen Ku1sus bestanden werden.

8. 2. Die Ausbildung zu den forstliben Prüfungen erfolgt durch vorbeceitende Beschäftigung im Walde, dur systematische wissenschaft- liche Studien und durch praktishe Uebung in allen Geschäften der Forstverwaltung.

8. 3. Die Zulassung zu der Laufbahn für den Königlichen Forst- verwaltungsdienst kann nur demjenigen gestattet werden, welcher 1) das Zeugniß der Reife als Abiturient von einem Gymnasio des Deutschen Reiches oder von einer Preußischen Realschule er s er Ord- nung erlangt, 2) das 22. Lebensjahr noch nicht überschritten hat, 3) eine namentlich auch hinsichtlih des Seh-, Höôr- und Sprachver- mögens fehlerfreie, fräftige, für die Beschwerden des Forstdienstes an- gemessene Körperbeschaffenheit besißt, 4) über tadellose sittliche Füh- rung je. ausweist, und 5) den Nachweis der zur forstlihen Ausbil-

dung erforderlichen Subfsistenzmittel führt.

S. 4. Die forstlihe Ausbildung beginnt mit einer mindestens 7 monatlichen, jedenfalls die Monate Oktober bis April umfassenden praftischen Vorbereitung im Walde, unter Leitung eines Königlichen Mbertiness 2c. (Forstbeflissene.)

. 8. Nach beendigter Vorbereitungszeit hat der Oberförster dem Forstbeflissenen ein Zeugniß über «deren Dauer, sowie über seine Füh- rung eda as e a p auszustellen 2c.

urch diese eugniß erlangt der Forftbeflif} ädi

‘Sorte | gniß g Forstbeflissene das Prädikat

8. 9. Zur weiteren forstwissenschaftlihen Ausbildung hat der Forsteleve eine Forstakademie oder ein mit einer Universität verbun- Lees Forstlehrinstitut des Deutschen Reiches mindestens 24 Jahr zu

esuchen 2c.

$. 10. Nach Vollendung dieser forstwissenschaftlihen Studien und zwar spätestens binnen 6 Jahren nah Beginn der Vorbereitungs- zeit ($. 4) ift die Meldung zum Tentamen bei dem Finanz-Ministerio mittelst schriftlicher Eingabe zu bewirken 2c.

_$. 14. Ueber das Ergebniß des Tentamens wird vom Finanz- Minister ein Bescheid ausgefertigt. Durch denselben erhält der Eleve, wenn er das Tentamen bestanden hat, - das Prädikat „Forstkandidat“ und die érforderliche Anweisung über die Fortseßung seiner Laufbahn 2c.

__$. 15. Auf Grund des bestandenen Tentamens erfolgt, wenn kein Bedenken obwaltet, die Vereidigung derjenigen Forstkandidaten, welche nit dem reitenden Feldjäger-Corps oder einem Jäger-Bataillon N oder nit {on anderweit den Staatédiener-Eid geleistet

aben.

8. 16. Zu seiner weiteren Ausbildung hat der Forstkandidat, welcher zuvor auch die Feldmesserprüfung abfolvirt haben muß, fi in lehrreihen Forsten durch fortgeseßtes wissenschaftliches Selbststudium, besonders aber durch eifrige Theilnahme an allen Geschäften im Walde und üterhaupt an allen in den künftigen Beruf einschlagenden Arbeiten praktis alle für den Forstwirthshaftsbetrieb und die Geschäfts- verwaltung erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten unter Leitung geeigneter Königlicher Oberförster gründlih anzu-ignen.

$. 19. Der Zeitraum für die praktishe Ausbildung des Forst- kandidaten beträgt nach vollständig genügender Ablegung des Tenta- mens und der Feldmesserprüfung noch mindeftens zwei Johre.

__$. 26. Nach Abjolvirung des prafktischen Bienniums . und Er- füllung aller in Bezichung auf dasselbe vorgeschriebenen Bedingungen, und nahdem der Militärdienstpflicht genügt ist, kann der Forftkandidat bei dem Finanz-Minifter fich zum forfstlihen Staatsexamen melden.

Der Anspruch auf Zulassung zu demselben erlisht, wenn die S niht binnen 5 Jahren nach dem Bestehen des Tentamens erfolgt.

__ $. 29. Hat der Kandidat das Examen bestanden, so wird für ihn von der Prüfungskommission ein Zeugniß ausgefertigt, auf Grund dessen er das Prädikat „Ober-Försterkandidat“ erlangt und in die Liste der Anwärter zu den Ober-Försterstellen eingetragen wird 2c.

S. 30. Ob und wann ein Ober-Försterkandidat demnächst als Oberförster angestellt wird, bleibt wesentli von feiner ferneren Dienst- führung, von dem Fortschreiten seiner Ausbildung, von der Bethäti- gung eines lebendigen Interesse für den Wald und die Waldgeschäfte, von Tüchtigkeit und Auszeichnung durch Fleiß und befriedigende Lasa ARAngig, I

__$: 33. er die Laufbahn für den Königlichen Forstverwaltungs- dienst durch den Eintritt in das reitende En oder S E Jäger-Bataillon zum Dienst auf Forstversorgung verfolgt, hat eben- falls allen Paez en Se mit den aus dem militärischen De von felbst folgenden Maßgaben, vollständig Genüge zu leisten.

$. 34. Um eine weitergehende allgemeine Vorbildung und um- fasscnde Geschäftsfähigkeit zu erwerben, wixd den Aspirauten. des Forsiveewaliguga enes empfohlen, áuch voch Universitätsstudien der

echts- und Staatswissenschaften, außer den forsttechnischen Studien, zu Ier e Förfterkand (6

S. 39. er-Försterkandidaten, welhe außer der vorgeschrie forstlichen Studienzeit noch mindestens 2 Semester auf E tien sität dem Studium der Rechts- und Staatswissenschaften obgelegen haben, können nach mindestens einjähriger Beschäftigung bei einer Regierung (Finanz-Direktion) oder mit von der Central-Forstbehörde direkt übertragenen Arbeiten, bei dem Finanz Minister, unter Vor- [egung der Zeugnisse über ihre Universitätsstudien, beantragen, daß sié einer besonderen Prüfung in jenen Wissenschaften baten werden. Die Zulaffung zu dieser Prüfung erfolgt, wenn sich nach dem Re sultate der forsttechni/chen Prüfung und aus den über die Beschäfti- gung des Kandidaten abgegebenen Aeußerungen ($8. 32 und 25) ergiebt, da far m Ablegung der Prüfung für genügend vorbereitet zu er-

8. 36. Die Prüfung ($8. 35) wird durch die Forst-Ober-Exami-

Examinatoren für die Rechts- und Staatswissenschaften vom Finanz- Minister berufen werden 2c. ssenschaf Finanz

Die in dieser Prüfung bestandenen Ober-Försterkandidaten wer vom Finanz-Minister zu Lorstafsessoren E s

8. 37. Die Forstmeister werden aus den durch hervorragende forsttehnishe Leistungen und Geschäftsgewandtheit sich auszeichnenden Oberförstern gewählt, wobei diejenigen, welhe die im $. 39 bezei- nete Prüfung bestandez haben, nah Maßgabe ihrer in der Stellung als Oberförster weiter dargelegten Befähigung, vorzugsweise werden berücksichtigt werden.

Im deutshen Gewerbe-Museum (Königgrägzer- ftraße 120) wird am Donnerstag, den 24. d. M., die Aus- stellung der Schülerarbeiten des lehtvergangenen Jahres eröffnet werden. Da die Kompositionsklassen bereits während dieser Zeit in Thätigkeit gewesen find, so liegt eine größere An- zahl ausgeführter Blätter vor, welche, für die verschiedenen Zweige des Kunstgewerbes bestimmt, ein besonderes Interesse gewähren werden. Auch aus der seit einem Jahre eröffneten Klasse für Thierzeihnen kommen zahlreihe Studien zur Ausstellung.

Am 21 und 22. September hielt die permanente Kommission der europäischen Gradmessung in der Aula des Königlihen Polytehnikums zu Dresden ihre Sizungen. Der Vize - Präsident derselben, Dr. v. Bauernfeind, eröffnete, wie das „Dr. J.“ meldet, dicjenige am 21. September, Vormittags um 11 Uhr, durch Mittheilung eines Schreibens des bisherigen Präsidenten, Feldmarschall-Lieutenants v. Fligely in Wien, nah welchem derselbe sich aus Gesundheitsrüksichten veranlaßt gesehen habe, bei Sr. Majestät dem Kaiser von Oefster- reih um Enthebung von seinem Kommissariat nachzusuchen. Sein Entlafsungsgesuch fei in Gnaden genehmigt worden und die Unterzeihnung der Einladungen zur vierten Konferenz der europäishen Gradmessung daher sein leßter Akt für die euro- päishe Gradmessung gewesen, von der er nur mit wehmüthigem Herzen scheide. Die Versammlung \sprach ihr innigstes Be- dauern aus über diesen Verlust und gab vorläufig demselben Ausdruck durch Absendung eines Telegramms, in welchem zu- gleih Seiner Excellenz der Dank für seine, den Gradmefsungs- arbeiten gewidmete ersprießliche Thätigkeit niedergelegt wurde. Nach einigen anderweiten ge\chäftlihen Mittheilungen ging man zur Aufstellung des Namensverzeichnisses der Bevollnr ächtigten der einzelnen Staaten über, welches gedruckt den Konferenzmit- gliedern vorgelegt werden soll, nahm alsdann die frühere Ge- \häftsordnung als den der Plenarsitzung vorzulegenden Entwurf einer folhen an und trat endlich in eine kurze Vorberathung über das den Konferenzberathungen zu Grunde zu legende Pro- gramm ein, worauf die Sitzung gegen 1 Uhr geschlossen wurde. In der am 22. September gegen 10 Uhr dur dasselbe Präsi- diumeröffneten Sizung trug Prof. Dr. Bruhns den Entwurf des Be- rihts der permanenten Kommission vor, den dieselbe der allgemeinen Konferenz zu erstatten gedenkt, und General-Lieutenant Dr. Baeyer den Bericht des geodätishen Instituts resp. Centralbureaus. Nah Annahme derselben erfolgte durch ausführlihe Diskussion die endgültige Feststellung des Programms für die allgemeine Konferenz unter Beifügung der dazu nöthigen Motive. Der im ersten Artikel erwähnte Entwurf des Programmes gelangte zur unveränderten Annahme. Anwesend waren die Mitglieder der permanenten Kommission Dr. Baeyer, Dr. v. Bauernfeind, Dr. Bruhns, Dr. SHirsch, General-Major v. Forsh, General Ibañez und General-Major Dr. de Vecchi, sowie von den übrigen Bevollmächtigten der Regierungs-Rath Nagel.

Der internationale Postkongreß hat, laut Tele- gramm aus Bern von gestern Nachmittag, die allgemeinen Unionstaxen für einen Brief bis zum Gewicht von 15 Gramm auf 25 Centimes und für Sendungen von Waarenmustern, Zeitungen und Drucksachen bis zu 50 Gramm auf 7 Centimes festgeseßt, vorbehältlih einer limitirten Zuschlagstaxe, welhe nah dem Maßstabe des Transits erhoben werden darf.

Der General-Lieutenant und Präses der General-Ordens- Kommission, Freiherr von Loën, if von Urlaub hierher zurück- getehrt, desgleichen der Königlih bayerische Militärbevollmächtigte Oberst Fries.

Der General - Major und Commandeur der 3. Garde- Infanterie-Brigade, Knappe- von Knappstaedt, hat sih mit Urlaub nah Mecklenburg und Posen begeben, ebenso der General- Major und Commandeur der 1. Garde-Kavallerie-Brigade, von Krosigk, nach Dessau und der Provinz Sachsen.

Der französische Gesandtschafts-Sekreiär de Baloy ist, auf der Reise nah Teheran begriffen, hier durch und zunächst nach St. Petersburg weitergereist.

Zum neuen Kursus der Artillerie-Schießschule find eine Anzahl von Hauptleuten und Lieutenants von den verschiedenen Artillerie-Regimentern der Armee hier eingetroffen.

Königsberg i. Pr.,, 23. September. Die Verhand- lungen gegen die als Rädelsführer bei den Unruhen in Quednau betheiligten Personen haben heute vor dem Ge- \{chworenengerihte begonnen. Für die Verhandlungen find vier Tage in Ausficht genommen. Das Verfahren gegen die übrigen Theilnehmer wird vor dem Kreisgerichte stattfinden.

Kiel, 21. September. Die „Kieler Ztg.* veröffentlicht fol- gende Bekanntmachung: f E _Se. Majestät der Kaiser und König haben während Seiner An- wesenheit hierselbst zu wiederholten Malen Allerhöchstseine Befriedi- gung und Seinen Dank für den Ihm gewordenen herzlichen Empfang jowie die Ihm gegebenen Beweise der Ergebenheit ausgesprochen und mih zu beauftragen geruht, hiervon die Bewohner der Stadt Kiel a E iti g zu seßen, welchem Allerhöchsten Auftrage ih hiermittelst omme. Kiel, 22. September 1874. Mölling, Bürgermeister,

_ Bayern. München, 20. September. Von den König- lih italienishen Offizieren, welche den größeren Truppenübungen in Preußen beiwohnten, is der Major im Generalstab, Ferrer o, hier eingetroffen, und wird General de Vecchi, der fich von Hannover nach Berlin begab, dieser Tage hier eintreffen. Major Ferrero, welher mit der ihm übertragenen Besichtigung der militärischen Etablissements und Einrichtungen in hiefiger Stadt bereits begonnen, hat im Auftrage seiner Regierung dem baye- rishen Kriegs-Ministerium ein Exemplar der Großen General- ftabskarten von Süditalien überbracht.

Dem zur Zeit hier versammelten Landesaus\chuß der bayerischen Feuerwehren zu Ehren wurde von der hiefigen Feuerwehr gestern Abend im Saale des Bürger- vereins ein sehr besuchtes Abendfest mit Musik, Gesang und patriotishen Reden veranstaltet. Inspektor Jung von hier, der in höchst dankbaren Worten der reichlihen Spenden gedachte, welche Se. Majefiät der König den einzelnen Feuerwehren zu- wandte, erwähnte auch mit Dank der reihlihen Mittel, welche

nati ons-Kommisfion bewirkt, in welche zu diesem Behufe besondere

10,000 Fl. für dessen Unterstüßungskafse.

4200 Masthinen. Unter lautem Beifall und

Nächsten Noth und Gefahr es erfordert. Landesaus\hu}ses werden heute stattfinden.

22. September. Von dem Ministerium des Innern, Abtheilung für Landwirthschaft, Gewerbe und soeben ein Bericht veröffentliht worden über die Ergeb- nisse einer Erhebung über die in bayerishen Fabriken und größeren Gewerbebetrieben zum Besten der Ar- beiter getroffenen Einrichtungen. Derselbe umfaßt 48 Seen Text und 104 Seiten tabellarishe Beilagen in Groß- quart.

Sachsen. Dresden, 22. September. Durch eine im heutigen „Dr. J.“ veröffentlihte Bekanntmachung des Gesammt- Ministeriums vom gestrigen Tage wird die gegenwärtig vertagte Ständeversammlung zum 1. Oktober d. I. wieder ein- berufen. Efzz

Der Prinz Georg ist in Begleitung des Rittmeisters von der Planiÿ heute Morgen nah der Weinburg gereist.

A Das Dr. I berich.et über dent glänzenden Verlauf des bei prähtigem Wetter im Königlihen Großen Garten abge- haltenen Gartenfefstes zum Vortheil des Albertvereins S 6 : ie Betheiligung des Publikums war eine außerordentlich groß viele Tausende wogten durch die freundlich cesbenlieten GtnaroBe Festplaßes. Wie die übrigen Feste des Albertvereins, so zeichnete sich auch das diesjährige durch geschmackvolle Arrangements aus. Fn anmuthigster Weise war der Hauptfeslplay am Königlichen Palais mit Flaggenschmuck und eleganten Bauten dekorirt. Auf der Ostseite des Palais, zwishen leßterem und dem Teich, erhob sich das Zelt für den Königlichen Hof, auf der Südseite das Zelt des Direktoriums des Vereins. Rings um das Palais waren zierliche Pavillons für den Verkauf der Loose der mit dem Feste ver- bundenen Lotterie errihtet, wie Buden aus grünen Reisern, in denen von jungen Damen Erquickungen dargeboten wurden. Als die Nacht einbrach, wurde der Festplaß tageshell erleuchtet. Zwei elektrische Sounen ergossen ihr intensives Licht über den Plaß und über den Teich, bis in das Dunkel dex fernsten Alleen. Vor dem Königlichen Zelte flammten die bekrönten Namenszüge der Majeftäten auf und ebenso gegenüber am Teiche, auf den beiden Seiten eines riesigen Sterne, zwei große rothe Kreuze, das Zeichen des Albertvereins. Einen Glanzpunkt des Abends bildeten die Nebelbilder, welche auf der östlichen Façade des Palais, in der ganzen Höhe desselben, vorgeführt wurden. Den Reigen der Bilder eröffnete die fiegreiche Germania. Sodann erschienen, begrüßt vom begeisterten Hochrufe des versammelten Publikums, die gelungenen Bildnisse Sr Majestät des Kaisers Wilhelm und Ihrer Majestäten des Königs und der Königin, wie Ihrer Königlichen Hoheiten des Prinzen Georg und Gemahlin. Ein Genius, die Kaiserkrone hoch emporhaltend, machte den Schluß der von passender Musik begleiteten, mit magishem Zauber wirkenden Bilderreihe. An der Zllumination hatten sich auch die Bereits den Tag über festlich dckorirten Restaurationslokalitäten be- theiligt, wie denn auch die Hauptalleen, durch welche die Festtheil- eme hen Heimweg antraten, durch bunte Lampions hell belcuhtet

ren. :

Seincn Glanzpunkt fand das Fest in der Anwesenheit unseres, von der-versammelten Menge mit lebhaften Fans begrüßten Ks- nigspaares, Allerhöchbstwelhes dem Fest zwei Mal im Laufe des Tages die Ehre eines längeren Besuches schenkte, und Ihrer Königlichen Hoheiten des Prinzen und der Frau Prinzessin Georg, Höchstwelche an dem ersten Rundgange Ihrer Majestäten Theil nahmen. Der König und die Königin geruhten, begrüßt von den Klängen der Sachsen- bymne, zuerst um 2 Uhr auf dem Festplaße zu erscheinen und mehrere Stunden daselbst zu verweilen. Allerhöchstdieselben wohnten dem ischerstechen bei und erfreuten auf einem Rundgange die Damen der Loos- und Erfrishungsetablissements mit huldvollen Ansprachen und freigebigen Einkäufen. Abends erschienen die Majestäten wieder, um E Vorführung der Nebelbilder und dem großen Zapfenstreich beizu- ohnen.

Württemberg. Stuttgart, 22. September. (W. T. B.) Zu der hier tagenden Generalversammlung des deutschen Gustav-Adolph-Vereins sind zahlreihe Theilnehmer aus allen Gegenden Deutschlands eingetroffen. Heute fand zunähst eine Sizung des württembergischen Hauptvereins stait.

__— Der frühere württembergische Justiz-Minister Frhr. von Wächter-Spittler ist gestorben.

Baden. Karlsruhe, 20. September. Durh Erlaß des Ministeriums des Innern wurde den Altkatholiken in Thiengen, die bisher auf die Benüßung der dortigen Kreuz- fapelle angewiesen waren, die Mitbenußung der Stadtkirhe und der Genuß der erledigten Kaplaneipfründe zugewiesen. Die Alt- katholiken in Freiburg haben bei der Regierung den Antrag gestellt, ihnen an Stelle der Universitäts- oder Jesuitenkirche die Pfarrkirche zu St. Martin mit dem betreffenden Kirhenvermögen zu überweisen.

Sessen. Darmstadt, 21. Septewber. Das heute aus- gegebene Großherzoglihe Regierungsblatt Nr. 45 enthält ein Geseg, das Notariat in der Provinz Rheinhessen betreffend. Der’ ‘für die Berathung der Kirchengesegtze gewählte Aus\chuß beendigte in seiner heutigen Sizung die Berathungen mit der Regierung über die fraglichen Geseze. Dem Vernehmen des „Frkf. I.“ nah if die Feststel- lung des Berichts für den nächsten Donnerstag in Aussicht ge- nommen. Man versichert, daß über die meisten Punkte eine befriedigende Verständigung erzielt sei. Der erste Tag der dem- nähstigen Session dürste namentlih der Erledigung einer Reihe von formellen Angelegenheiten, Wahlprüfungen, Wahl eines Sekretärs an Stelle des ausgeschiedenen Abgeordneten Greim 2c., sowie dem neuen Pensionsgeseß gewidmet sein.

Mainz, 23. September. (W. T. B.) Das „Mainzer Journal“ veröffentliht eine Erklärung katholisher Männer des Großherzogthums Hessen, welche behufs Besprehung der neuen heffishen Kirchengeseßentwürfe zusammengetreten find. Dieselbe stellt eine energishe Agitation gegen die Entwürfe in Ausficht. Auch würde man in Hessen den Entwürfen, sobald fie Gesegzeskraft erlangt hätten, denselben Widerstand entgegenstellen wie in Preußen.

Oldenburg. Aus dem Fürstenthum Lübeck, 20, September. (H. N.) Abends 8t Uhr traf heute der Kaiser in Begleitung des Prinzen Carl von Preußen und des Bec ibiczons von Meckenburg-Schwerin nebst hohem Gefolge in Eutin ein, empfangen von dem Großherzoge und einer unabsehbaren

Die Berathungen des

das Königlihe Staats-Ministerium des Innern dem Institut

Menschenmenge. Der Kaiser fuhr mit dem Großherzoge in

der Feuerwehren geærährt, insbesondere die Bewilligung von J 3 Während es im Jahr 1868 in Bayern nur 200 freiwillige Feuerwehren gab, giebt es deren jeßt 1629 mit 159,000 Mann und

al- lendem „Gut Heil“ betonte Bürgermeister Wiedenmayr in s Begrüßungsrede den rein kosmopolitishen Charakter des Feuer- wehr-Instiuts, der es zu einer wahren Wohlthat mache, im Ge- dränge der heutigen vielfahen Bewegungen, Strömungen und Agitationen einem Verein von Männern zu begegnen, welcher, über das Alles erhaben, ohne Bedenken, ohne Unterschied, nur dem einen Ziele lebt: mit Gut und Blut einzustehen, wenn des

andel, ift

offenem Wagen dur die fefilich geschmückte und erleuchtete Stadt zum Großherzoglichen Shlofse, begleitet von dem ftür- mischen Jubel der Volksmenge. Nach eingenommenem Thee fuhren die Herrschaften um 9 Uhr 30 Minuten weiter über Lübeck nach Berlin.

_ Das heutige Volksfest, verbunden mit einer Geflügel- ausftellung in Eutin, war |vom \{chönsten Wetter begünstigt und von einer zahlreihen Menschenmenge besucht.

Lübe, 21. September. (Lüb. Ztg.) Der Senat bringt auf Wunsch des Höchst-Kommandirenden Folgendes zur -öffent- lichen Kenntniß: i - M

„Von dem General-Kommando des IX. Armee-Corps if dem Senate für das in Anlaß der diesjährigen Herbstübungen der 17. und 18. Division, sowie des vereinigten IX. Armee-Corps den Truppen bewiesene bereitwillige Entgegenkommen aller städtishen und ländlichen Behörden der Ausdruck de” lebhaften Dankes dargelegt und bemerkt worden, daß die gastlihe Aufnahme und die den Truppen überall entgegengebrachte große Herzlichkeit bei Offizieren und Mannschaften noch lange eine angenehme Erinnerung hinterlassen werden.“

Bremeen, 20. September. Die Sanitätsbehörde hat soeben ihren Iahresberiht erstaitet. In zwei Hauptpunkten, verbesserter und völlig durhgeführter Kanalisation der Stadt und Errichtung eines öffentlichen Schlachthauses, 1pricht ders elbe von Stillstand in Folge des Mangels an technishen Kräften. Ferner ift demselben Folgendes zu entnehmen: Es sind im verflossenen Jahre 432 Brunnen, darunter 286 öôffentlihe, untersucht worden, Und 17 derselben mußten, als ganz \{chlechtes Wasser enthaltend, geschlossen werden. - Die Anregungen der. vom deutschen Bun- desrath niedergeseßten Cholera- Kommission haben zu _regel- mäßiger Untersuhung des Grundwasserstandes (mit der übrigens der Verein für öffentlihe Gesundheispflege schon seit 6—7 Jahren vorangegangen war), zu geognostischer Unter- suchung des Bodens und zur Errichtung einer meteorologischen Station im großen Krankenhause hierselb geführt. Der mit der Revision der Bauordnung beauftragten Deputation find Winke in Betreff der sanitären Anforderungen an Straßen- und Häuseranlagen gegeben worden. Ueber den öffentlichen Gesund- heitszustand des vorigen Jahres kann Günstiges ausgesagt werden ; im ganzen Gebiet find 23,9, in der Stadt Bremen 23 auf je tausend Einwohner gestorben, während die Sterblichkeitsziffer in der Stadt 26,, im Jahre 1872, 25,7 _ im Iahre 1871 und 24,4 im Durchschnitt des Iahrzehnts 1861/70 betrug.

Hamburg, 23. September. (W. T. B.) Der Dampfer „Finnmarfken“ mit dem Linienschiffs-Lieutenant Weyprecht und den bei diesem befindlihen übrigen Theiinchmern der österreichischen Nordpol - Expedition ijt, von einem Staatsdampfer mit Musik von Blankenese aus eingeholt Und mit Kanonendonner empfangen, Unter allgemeiner Theilnahme der Bevölkerung gestern Abend #11 Uhr hier eingetrossen. Bürger- meister Kirchenpauer begrüßte die Ankommenden in einer warmen Ansprache; der Landungsplaß war illuminirt und mit benga- lishen Flammen beleuchtet. Für die Führer der Expedition fand ein Banket in „Streits Hotel“, für die Mannschaften eine fest- lihe Speisung im Seemannshausfe ftatt.

Wien, 22. September. Der Kaiser traf am 19. d. M. in Alcsuth ein. Der Erzherzog Ioseph- war bis Egyek entgegengefahren. In dem genannten Orte wurden Se. Majestät von der Komitatsdeputation mit einem 150 Pferde starken Banderium erwartet und vom Ober- gespan Szögyényi begrüßt. An der Ortsgrenze hatte sich das Volk massenhaft aufgestellt und sandte Sr. Majestät stürmische Eljen entgegen. Se. Majestät ritten, nachdem Allerhöchstdie- selben das bereitstehende Pferd bestiegen, auf das Manövrirfeld.

(W: D B) Der Kaiser hat vermittelst Handschrei- bens vom 20. d. dem Ober-Lieutenant Payer und dem Linien- \chiffs-Lieutenant Weyprecht in Anerkennung ihrer mit hin- gebungsvoller Aufopferung unter den größten Lebensgefahren mit seltener Energie und Thatkraft im Interesse der Wissen- \haft geleisteten Dienste das Ritterkreuz des Leopold-Ordens verliehen. s

s Wie dem „Frdbl.“ aus London telegraphirt wird, ge- denkt die Kaiserin am 1. Oktober die Insel Wight zu ver- lassen und die Rückreise in die Heimat über Boulogne, Straßburg und München zu nehmen. Nach der „Wien. 3 trifft Ihre Majestät am 6. Oktober von München in Wien ein und nimmt mit der Erzherzogin Marie Valerie, Höchstwelche am Tage vorher eintrifft, den Aufenthalt in Schönbrunn.

_— Die unter dem Befehle des Contre - Admirals Baron Sterneck stehende Kaiserliche Königliche Es cadre, bestehend aus S. M. Panzershiff „Kaiser“, der Fregatte „Radeßky“ und der Korvette „Frundsberg“, ist am 18. d. M. in Triest eingetroffen und in der Bucht von Muggia vor Anker gegangen.

Eine Deputation deck- Offizier-Corps des 6. Ulanen- Regiments Kaiser Alexander von Rußland hat si nah St. Petersburg begeben, um den hohen Inhaber des Regiments zum 25jährigen Inhaberjubiläum zu beglückwünschen. Bei dem der Deputation gegebenen Banket, zu welchem sih der Kaiser sowie die meisten der militärishen Mitglieder des Kaiserlichen Hauses und die geladenen Gäste in österreihischer Uniform ein- gefunden hatten, erhob Kaiser Alexander sein erstes Glas „auf das Wohl seines besten Freundes, Sr. Majestät des Kaiser3 Franz Ioseph!“

Der Entwurf einer ungarischen Konkursordnung ist, wie das „Prag. Abendbl.“ mittheilt, bereits \o weit gediehen, daß auch der legte Theil binnen Kurzem erscheinen wird. Die Kommission, welche zur Berathung dieses Entwurfes einberufen wurde, wird, wie der „P. Ll.“ erfährt, in der zweiten Hälfte des künftigen Monats ihre Sihungen beginnen. A

Bezü- lich der bekannten Vorfälle an der ungari} ch- rumänischen Grenze meldet dasselbe Blatt, daß die Seitens Oesterreihs nach Bukarest abgegangene Vorstellung an Ent- \chiedenheit nichts zu wünschen übrig lasse. Die rumänische Regierung habe au sofort eine Untersuchung angeordnet, Und ihr bereitwilliges Entgegenkommen lasse hoffen, daß die geforderte Genugthuung in jeder Beziehung, d. h. sowohl betreffs des Sthadenersaßzes als auch betreffs der strengen Bestrafung des \huldtragenden Offiziers nah Beendigung der Untersuhung ge- geben werden wird.

Schweiz. Bern, 20. September. Der Regierungs- Rath hat zu Professoren an der fatholishen Fakultät ernannt die Herren Dr. Körner in Meßt und Hurtault, Pfarrer in Genf. Außerdem haben sih die Herren Professor Friedrich in München und Pfarrer Herzog von Olten bereit erklärt, im Wintersemester während einiger Zeit Vorlesungen zu halten.

Olten, 22. September. (W. T. B.) Die hier stattgehabte Versammlung von Delegirten der \{weizerischen, liberal gesinn-

Defterreich - Ungarn.

gearbeiteten Entwurf angenommen. wortlih und absegzbar.

Frankreich. Par

des Innern, General von

ausgebrochen.

möglichst viele Urlaube zu

Präfekten des „Hr. Präfekt! Grenoble stehenden Zwischenfall in Kenntniß

If ère-

fommenden Falles für die

wo die bringen sollten, ten Soldaten konnten nehmen, auf dem dU aufshlagen. Wenn die es erlaubten,

folgendes

werden in

schleunige Antwort.“ such zu entsprechen, daß eine Stunde na dem sie an Zahl die waren. Ganz

wort. Die Stadt Voiron,

und 460 Pferde zu einem Tturchnäßten Ihnen nicht zu sagen, rung des Maires von

lebhaften Mißfallens hat

heit. feiner Soldaten am

fennen und vorauêseßen kon

für ihn, seinen Generalstab men lassen. Der General diesem Vorgange, welcher gemacht hat, in Keuntniß z

behörde nit einverstanden

Belang, daß werde und daß

gen Sie 2c.

Amte suspendirt. Marseille,

ungeseßlihen Verhaftung

Spanien. Madr „Gaceta“ meldet, daß der die befestigten Stellungen Zufuhren iff unter der

Ueber Bayonn gemeldet: Bei dem in

es an seiner Zukunft

befreundeten Mächte.

Präsident geht heute dem Könige die Dekrete Auflösung

blicklih die

In den Sißungen de

hen Staatsrath Nicola

sucht, sendet herzlide Grüße.

in Bologna in der fünfte italienische

Masi, des

Vormittags wö! dotti eröffnet (Bezirksärzte als bezahlt werden). Der

Luigi Luzzatti und Fedele wodur sie alle Freunde laden, um fich unter einan

ten fatholishen Vereine hat den vom Centralcomité aus-

Ländern und namentli in

einer Verfassung für die christkatho- lische Kirche in der Shweiz mit unerheblichen Aenderungen Nach dieser Verfassung

Tage nach dem \üdlihen Frankreich abgegangen. Graf Chaudordy, Madrid, geht am Mittwoch auf seinen Posten ab. In der Garnison von Limoges Der Kriegs-Minister gab s\ogleih Befehl, die Compagnien nah verschiedenen Nachbarstädten zu zerstreuen und

Im Verfolg der großen Manöver von La-Tour-du-Pin hat der General Bourbaki

Der General Cambriels, Kommandant der in Jnfanterie-Division, hat mich von

geseßt, welcher si anläßlih der der Truppen von den Kriegs-Manövern in Voiron ereignet hat. 9. September langten die Truppen bei strôömendem Regen und unter allen Anzeiche=, daß die shlechte Witterung 3 Lemys an. Der General wußte, daß Sie meiner die Einwohnerschaft des Isère-Departements aufgefordert hatten, vor-

tragen, und richtete daher an die beiden Kolonnen die

so wollte ich sie gern in die Häuser einquartieren. Truppen und ihr General würden ihnen dafür erkenntlich sein. Noiron mit 2200 Mann und 460 mit 4200 Mann und 450 Pferden anlangen. Í Der Maire von Moirans beeilte si, diesem Ge- und ich fann Ihnen mit Genugthuung melden, ihrer Ankunft alle unsere Soldaten, troß- Bevölferung weit übertrafen, untergebracht anders verhielt sich der Maire von Boiro1 einem ziemlich langen Verzuge ertheilte er eine abscchlägige Ant-

mochte nit in ihren Schuppen und ‘ofalität i 1 beherbergen, die in Folge dessen im Freien, auf Boden l Hr. Präfekt, wie empfindlih mich diese Weige- Noiron, die dur keine nachträgliche Erklärung gemildert wurde, berührt hat. i | feines icärferen Ausdrucks zu bedienen gegen Seldaten, die thei!l- weise dem Isère-Departement selbst angehören, L ßez Gegensaß zu der Zuvorkommenhetit der Gemeindebehörden von Moi- rans, als daß man etwas Anderes darin jehen Tonne, den Patriotismus und die Sympathie für die französi\he Armee, an- dererseits aber ein unverhohlenes Uebelwellen. 1E seine der General Cambriels in seiner Eigenschaft als Divisions-General, dem das Wohlergehen und die Gesund-

die Quartierzettel zurückgeschickt, großen Verwunderung darüber,

stab annehmen würde, was 1hm

auf seine Truppen den peinlihsten Eindruck wohnecschaft gaben ihm die Gewißheit,

vorübergehende Einquartiexung gesorgt hätte. die wahre Gesinnung der 3 1g die Verantwortlichkeit dieser unpatrioti)

rung der Gastfreundschaft auf die Schuldigen zurückf «lle.

erlittenen Mißhandlungen gestorben war, He digten zn 15jähriger Zwangsarbeit verurtheilt.

Laserna in Pampelona eingetroffen.

der deutsche Konsul Lindau einen Toast aus auf

Ideen der Humanität kämpfe. ( antwortete mit einem Toast auf den Deutschen Kaiser und die

Nah Mittheilungen aus carlistischer riones vorläufig noch einem Zusammenstoße aus, noch Verstärkungen an si ziehen will.

Ftalien. Rom, 18. September. (It. N.) Der Minist er-

welchen auch der russische Staatsrath ë die Versammlung ihm zu Ehren nachstehende, vom Präsidenten vorge- \chlagene Tagesordnung einstimmig an:

Auftrage der russischen Regierung die italienisheu S fog O in Bologna versammelte pádagogische Kongz:eß den

Lehrern Rußlands im Namen

einem

räfeften Grafen Capitelli, Meek russischen Staatsraths anderer Körperschaften eröffnet worden. halb zwölf Uhr der

reiches wie gewähltes Publikum wohnten der lich haben die Nationalökonomen

Nationalökonomie in Italien zu

ist ein Bischof verant-

is, 21. September. Chabaud-Latour,

Der Minister ist auf einige

der neue Gesandte Frankreichs in

ist der Typhus

bewilligen.

folgendes Schreiben an den

Departements gerichtet:

folgendem Rückehr

Am

anhalten würde, in Grand Einladung gemäß

Einquartierung der Soldatei Sorge zu Maires von Moirans und Voiron, Nacht vom 10. zum 11. zu- Telegramm: „Unsere etwas ermüde- niht, ohne siheren Schaden zu rchnäßten Erdboden ihr Nachtlager Einwohner von Moirans und Voiron Die Wir Pferden, in Moirans Ich bitte um gefällige

BVoiron. Nach die über 15,000 Einwobner zählt, ver- bedeckten Lokalitäten 2200 Mann brauche

übernachten mußten. Jch

Diese Gleichgültigkeit um mich

bildet einen zu großen darin sehen fönnte, als einerseits

Als Ausdruck seines

Herzen liegen, dem Maire von Voiron ( welhe dieser ihm zu seiner daß man seine Gefinnungen o ver- nte, daß er für sich und seinen General- i für seine Truppen verweigert wurde, sein berittenes Gefolge hatte zukom- für seine Pflicht gehalten, mih von

und bat es

u seßen. Zahlreiche Erklärungen der Ein- daß diese mit der Gemei!de- war, sondern im Gegentheil gern für die Es ist von höchstem Bevölkerung nicht verkannt schen Verweige- Genehmi- C. Bourbafki.“

Auf Grund dieser Mittheilung hat der Präfekt den Maire von Voiron, Ahille Iaquemet, für zwei Monate von seinem

92. September. (W. T. B.) Das Krieg s- gericht hat wegen der am 5. September 1870 vorgenommenen

die in Folge der dabei

einer Person, heute einen Angeschul-

id, 22. September. (W. T. B.) Die Regierungsgeneral Marquis Pavia der Carlisten bei Pobleta und Co-

guabla in Maestrazgo genommen hat. Ein Transport von

Bedeckung von Truppen des Generals

e, 22. September, wird telegraphisch Bilbao stattgehabten Banket brachte Spanien, wel- nicht verzweifeln dürfe, da es für die Der Deputirte Iosé Vittoria

Quelle weicht M o- da er vorher

um Sr. Majestät

Abend nah Turin, welche die

zur Unterschrift vorzulegen,

der Kammer und die Veranstaltung von neuen

Parlamentswahlen ankündigen. _ Wie in vielen anderen Ländern,

Zeit der Kongresse.

ist in Italien augen-

s pädagogischen Kongresses in Bologna, Nicola Biely beiwohnt, nahm

Erfreut, den Kaisexlich ru}fi- Biely in seiner Mitte W haben, der im chulanstalten be-

der wissen]chaftlihen Verbrüderung Am 15. September i ebenfalls

Saale des Lyceums Galvani Turnerkongreß in Gegenwart des Assessors Berti, des Studiea-Direktors Biely, der Vertreter des Heeres und j Jn Forti wurde am 16. Kongreß der italienischen Medici con- , welche von der Regierung mehr unterstüßt, Präfekt der Provinz und ein ebenso zahl- Eröffnung bei. End- Antonio Scialoja, Luigi Coffa, Lampertiro ein Cirkular in Umlauf gefeßt,

der Nationalökonomie nach Mailand ein-

der über Mittel und Wege zu berathen, die befördern, damit die in anderen England wissentshaftlih festgestellten und

deS«

praktis crprobten Fertschritte in der Nationalsfonomie auch in Italien eingeführt werden.

Im Kriegs-Ministerium werden die verschiedenen Pläne geprüft, welhe zur Anlage der direkten Eisenbahnver- bindung zwishen Turin und Marseille ausgearbeitet worden find.

Rußland. St. Petersburg, 19. September. Ueber das Budget des Domänen-Ministeriums pro 1875 mel- det die russische „St. P: Z.“, daß die Einnahme auf 10,138,000 R., (um 323,000 R. mehr als im laufenden Jahr), veranschlagt worden is. Die Haupteinnahme liefern die Kronsforste: 9,188,000 R. Auch die Ausgaben des Ministeriums werden steigen. Sie find für 1875 auf 4,816,000 R., (um 154,000 R. mehr als im laufenden Jahr), berechnet. Die Balance wird also im Ganzen do günstiger sein, als in diesem Jahr. Die Haupt- Ausgabeposten sind folgende: Die Unterhaltung der Central- verwaltung 373,000 R., die Forstverwaltungen in den Gou- vernements 2,580,000 R., die Lehr- und ökonomischen Forst- anstalten 117,000 R., die Aufforstungs-Arbeiten in verschie- denen Gegenden 721,000 R., verfhiedene Ausgaben, darunter 850,000 R. an Landsteuern für die Landschaft, 1,026,000 R. Die der Landschaft gezahlte Landsteuer wächst von Jahr zu Jahr in beträhtlihem Maße: 1871 611,000 R., 1872 750,000 R., 1873 betrug fie gar 1,303,000 R.

Mirse-Chanim, der Gesandte des Chans von Chokand, is am 17. d. M. von hier abgereist.

Dänemark. Kopenhagen, 17. September. Der Prinz von Wales ift hier heute Vormittag mit dem Dampfschiff „Os- borne“ angekommen. Kurz nachdem die Dampfyacht vor Anker ge- gangen war, begab \fih der Hofmarschall Kammerherr Lövenskjold, welcher dem Prinzen während seines Aufenthalts hier attachirt wor- den i, an Bord derselben. Um 12 Uhr stieg der Prinz unter Salutshüfsen von den Batterien und Kriegsschiffen bei der Zoll- bude ans Land, wo derselbe vom Könige und der Königin, vom Kronprinzen und der Kronwinzessin, der Prinzessin von Wales mit ihren Söhnen und der Prinzessin Thyra, sowie vom Prinzen Johann (Bruder des Königs) empfangen wurde. Unter den bei der SBollbude Versammelten befanden sih ferner der Conseilspräsident, der Kultus- und der Marine- Minister, sowie die Mitglieder der englischen Gesandtschaft. Es paradirte eine Abtheilung Infanterie mit einem Musikcorps, wel- ches bei der Landbesteigung die englische Nationalmelodie spielte. Áls die Herrschaften in ihren Equipagen davon fuhren, wurde ihnen ein mit Hurrahrufen erwidertes Hoch gebracht. Der König und die Königin so wie die anderen Mitglieder der Königlichen Familie mit ihren Hohen Gästen statteten auf dem Wege nah Shhloß Bernstorff der Erbprinzessin Caroline in ihrem Palais einen Besuch ab. Der Prinz von Wales reist in Begleitung des Adjutanten, Oberst Teesdale und des Sekretärs Mr. Knollys.

Ueber die Wahlen der Wählmänner schreibt man den „H. N.“: Wie man erwarten konnte, sind bei der gestrigen Wahlmannswahl der höchstbesteuerten Wählerklasse des Lands- things alle hier von den tonangebenden Blättern aufgestellten Personen fast einstimmig gewählt worden. Die Zahl der Wähler, welche sich zur Abgebung ihrer Stiume eingefunden hatte, war verhältnißmäßig gering, aber doch größer, als bei der Wahl der aus allgemeinen Urwählern bestehenden Klasse. Von fsämmt- lichen 2424 Wählern erschienen 410 oder 17 Prozent. In dem an Kopenhagen grenzenden Orte Frederiksberg, der Volkszahl nach die größte Stadt nah Kopenhagen, welcher leßteren Stadt er wahrscheinlih in näherer oder fernerer Zeit einverleibt werden wird, wählten 78 von der Gesammtzahl 730. Auch in Kjöge, Roskilde, Holbäk, Rönne, Aarhuus og Aalborg wurden \sämml- lich von den Konservativ-National-Liberalen aufgestellten Waÿl- männer gewählt.

Der neue Kriegs-Minister General Steinmann wird hier in den nächsten Tagen zur Uebernahme seines Amtes er- wartet. Als bisheriger kommandirender General in Jütland gab er den dortigen Spißen und civilen Autoritäten ein Abschieds- diner und den Offizieren der dort garnisonirenden 4 Bataillone und des Dragoner-Regiments eine Abschiedsaudienz.

19. September. Der Großfürst Alexis von Ruß- land is heute Mittag am Bord der russischen Dampffregatte „Swjetlana“ angekommen. Die Fregatte legte ih vor Anker und wechselte Salut mit der Batterie „Sixtus“.

Amerika. New-York, 22. September. (W. T. B.) Nachrihten aus Guatemala zufolge hat die dortige Regie- rung die für den gemißhandelten englishen Konsul Magee geforderte Entschädigung bezahlt und durch feierliche Salu- tirung der englishen Flagge weitere Genugthuung geleistet.

Afriïa. Ein in der Kapstadt am 24. August einge- troffenes Telegramm meldet den Ausbruch eines Krieges in der Transvaalshen Republik, hervorgerufen durch die Beseßung cewisser Ländereien Seitens der Republik. Der Haß der Kaffern is hauptsählih gegen die Niederländer gerichtet. Der Präsident der Republik hat indeß die Bürger zu den Waffen gerufen. Der Schauplaß der Aktion i ein Ort, genannt Pol- fontein, und ein Häuptling, Namens Malimo, hat davon Besitz ergriffen und nimmt das Gebiet in Anspruch. ‘Man glaubt aber, daß die ganze Streitigkeit ohne -viel Schwierigkeit beigelegt werden wird.

Statistische Nachrichten.

Die Durchschnittssumme der Sterbefälle auf je 100,000 Ein- wohner betrug für die Ende August und Anfang September fallende Woche:

für Breslau München

Berlin

Neapel

Rom, Florenz, Turin, | . 5

Venedig, Amsterdam . | * eines Beschlusses des Bundesraths veröffentlicht das Kaiserliche statistische Amt in dem jeßt herausgegebenen 2. Hefte der Vierteljahréhefte zur Statistik des Deutschen Reichs für 1874 ein Berzeichniß der Verunglückungen deutscher Seeschiffe, soweit solche im Laufe des Jahres 1873 zur Kenntniß der betreffenden Behörden gelangt sind. Dieses Verzeichniß enthält außer Unterschei- dungsfignal und Namen jedes einzelnen verunglückten Schiffs weitere Angaben über Heimathshafen, Gattung, Ladungsfähigkeit, Erbauungs- jahr, Hauptmaterial, Verbolzung, Beschlag, Chronometerführung und Besaßung. Ueber die Zeit der Verunglüdckungen liegen ebenfalls genaue Angaben vor, mit Ausnahme der Fälle, in denen Schisse verschollen sind; dasselbe gilt von dem Orte der Verunglückung. Außerdem wird noch nachgewiesen: der Hauptgegenstand der Ladung, der leßte Ab- gangsort und der Bestimmungsort des Schisfes, sowie die Versiche- rung des Schiffs und der Ladung, soweit hierüber Angaben haben ge- macht werden können. Wir entnehmen aus dem Verzeichnisse fol- gende Angaben von allgemeinerem Interesse.

Glasgow 2 Christiania, Wien, Paris 40 London 36 Edinburgh

Auf Grund

Die Gesammtzahl der im Jahre 1873 als verunglückt angezeig- ten deutschen See(chiffe betrug 187 mit einer Ladungsfähigkeit von