1874 / 268 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

gegen Ablieferung desselben, ohne weitere Prüfung feiner Legitimation, die für die vorstehend bezeichnete Prioritäts-Dbligation neu auszu- fertigenden Coupons für die fünf Jahre . . . . bis nebst neuem Talon, sofern nicht Seitens des legitimirten Inhabers der Obligation bei dem Gesellshafts-Direktorium dagegen vorher \chrift- liher Widerspruch erhoben ist. _Ist dieser Talon nicht bis zum präsentirt, so wird derselbe werthlos und es erfolgt die Aushändigung der ueuen Cou- pons und des Talons nur noch an den Inhaber der Obligation. Magdeburg, den Magdeburg-Cötben-Halle-Leipziger Eisenbahngesellschaft. N I N N:

(L:S) Direktoren. (facsimilirt.)

V: Tilgungsplan der auf Grund des Allerhöchsten Privilegiums vom zu emittirenden 4F % igen Ee der Magdeburg-Cöthen-Halle-Leipziger Eisenbahngesellschaft von 1,500,000 Thalern.

Stückzahl | Jahr | Stüczahl Jahr | der zu der der zu d Br a tilgenden Til- tilgenden Til- | tilgenden gung. | Obligationen. | Obligationen.

1893 | 166 366 1894 | 173 382 1895 | 181 399 1896 | 189 418 1897. f 197 436 1898 | 206 456 1899 | 216 476 1900 | 229 498 1901 | 236 920 1902 | 246 9543 1903 | 257 969 1904 | 269 994 1905 | 281 620 1906 | 293 648 1907 | 307 677 1908 | 320 1926 708 1909 | 339 1927 231

1910. | 850 Ea. 000

Stüdäzahl der Til-

Jahr |

gung.

1911 1912 1913 1914 1915 1916 1917 1918 1919 1920 1921 1922 1923 1924 1925

gung. Obligationen.

1875 | 1876 1877 1878 1879 1880 1881 1882 1883 1884 1885 1886 1887 1888 1889 1890 1891 1892

102 107 111 116 122 127 133 139 145 152 158

Die heute ausgegebene Nr. 46 der Allgemeinen Ver- loosungs- Tabelle des Deutshen Reihs- und König- lich Preußischen Staats - Anzeigers enthält die Ziehungslisten folgender Papiere: Bayerif} ce Grundrenten-Ablösungs-Schuld- briefe; Bayerische Hypotheken- und Wechselbank-Pfandbriefe; Böhmische, Bukowina, Istrien, Kärntener, Krai- nische, Kroatish-Slavonishe, Mährishe, Nieder- österreihishe, Oberösterreihishe, Oesterreichische Schlesische, Salzburgishe, Steyermärkishe, Un- garische Grundentlastungs - Obligationen; Finnländische 10 Thlr. Obligationen de 1868; Finnländische 6proz. fundirte Staats-Anleihe; Florenzer 4proz. Prämien-Anleihe de 1868; Genueser 150 Lire-Loose de 1869; Gießener Stadt-Obligationen; Kurländishe unkündbare Pfandbriefe; Mährishe Propinations - Ablösungsfonds - Obligationen; Neuenburger Prämien-Anleihe; Polnische 500 Fl. und 200 Fl. Obligationen; Prager Eisen-Indufstrie-Gesellshaft, Silber-Prioritäten; Salzburger Prämien-Anleihe; Tatter- \all- Aktien-Gesellschaft (Berlin), Obligationen; Weftpreußische Pfandbriefe.

Die Allgemeine Verloosungs - Tabelle erscheint wöchentlich einmal und if zum Abonnementspreis von 15 Sgr. vierteljährlich durch alle Postanstalten, so wie durch Carl Hey- mauns Verlag, Berlin, 5. W., Königgräzerftraße 109, und alle Buchhandlungen zu beziehen, für Berlin auch bei der Expedition, Wilhelmstraße 32. Preis pro einzelne Nummer 21/2 Sgr.

Nichtamtliches. Deutsches Nei.

Preußen. Berlin, 14. November. Se. Majestät der Kaiser und König trafen vorgestern Abend gegen 64 Uhr auf dem Iagdshloß Legzlingen ein, wo bald nah der Ankunft das Souper eingenommen wurde. Gestern Morgen um 9 Uhr begaben Allerhöchstdieselben Sich in Begleitung der Hohen Iagd- gesellshaft nach dem Forstrevier Kolbiß, wo ein Lapptreiben und nach dem Dejeuner ein eingestelltes Jagen abgehalten wurde. Abends 7 Uhr fand ein größeres Diner im Jagds\hloß Letlingen statt.

Am Mittwoch, 18. d. M., gedenken Sih Se. Majestät der Kaiser und König zur Abhaltung der Hofjagden nach Springe zu begeben. :

Der Bundesrath hat in seiner Sizung am 7. d. Mts. beshlossen, im amtlihen Verkehr zur Abkürzung des Worts

„Mark“ das Zeichen L zu bestimmen.

In der heutigen (10.) Sizung des Deutschen Reichs- tages, welcher der Reichskanzler Fürst von B1smarck, der Prä- sident des Reichskanzler-Amtes, Staats-Minister Dr. Delbrü, der Königlich sähsishe Staats-Minister von Friesen, der bayerische Ministerialrath von Riedel und viele andere Bundesbevoll- mächtigte beiwohnten, wurde zunähst die Wahl und Konstituirung der Kommission zur Vorberathung des Geseßentwurfes über die Naturalleistungen an die bewaffnete Maht im Frieden mitgetheilt. Vorsitzender ist der Abg. von Winter, Stellvertreter Abg. von - Schöning, Schriftführer Abgg. Rohland und von Soden. Dann trat das Haus in die dritte Berathung des Geseßentwurfes über den Marken\schußg ein und erledigte denselben bis zum Schlusse des Blattes ohne erheblihe Aenderungen bis zum §. 12.

__— Nachdem in Folge der zwischen den deutschen Bundes- regierungen getroffenen Vereinbarungen die Maturitäts-Zeugnisse aller deutshen Gymnasien vom Michaelis - Termine d. I. ab die gleiche Geltung haben, find mit Allerhöchster Genehmigung die 32: 3 Und 11 der Verordnung über die Ergänzung der Offiziere des stehenden Heeres wie folgt modifizirt worden

9. Die E Qualifikation eines jungen Mannes zum Portepeefähnrih wird entweder durch den Besiß des vollgültigen Abiturienten-Zeugnisses eines deutshen Gymnasiums, oder einer der- enigen Realschulen 1. Ordnung, welche durch Publikation im Armee-

erordnungs-Blatt ausdrücklih als zur Ausstellung eines solchen be- rechtigt anerkannt find, nachgewiesen; oder es entscheidet darüber die Ablegung der Portepeefähnrih-Prüfung vor der Ober-Militär-Exami- nations-Kommission.

priixten Flähe mit 123 Thlrn. und der durch die Expropriation

begleitet von seinem ersten Adjutanten, Major Frhrn. v. Frey- \{chlag, nach Oberstdorf im Allgäuer Hochgebirge abgereist, um dort etwa 14 Tage zu verweilen. Der Erzherzog Franz Karl von Oesterreih, Vater des Kaisers Franz Ioseph, is gestern Mittags mit einem Extrazuge von Salzburg

um

von der BeiLringung eines von dem betreffenden Lehrer - Kollegium

wähnten Gymnasien oder Reals{ulen. Außerdem gelten als Primaner - Zeugnisse, welche zur Ablegung

ders ausgestellten Reifezcugnisse derjenigen Progymnasien und höheren Bürgerschulen, deren I. Klasse als der Sekunda eines Gymnasiums, oder einer Realschule T. Ordnung gleichstehend durch Publikation im Armee-Verordnungs-Blatt anerkannt ift.

_§. 11. Es ist in der dritten Zeile zu seten statt „preußischen Universität“ „deutshen Universität“.

Nah einem Spezialerlaß des Finanz-Ministers und des Ministers des Innern vom 24. v. M. sind diejenigen Geld- ftrafen, welche auf Grund der Bestimmungen der §8. 35 und 68 der Kreisordnung vom 13. Dezember 1872 von den Kreisaus\chüssen innerhalb ihrer Amtsbefugnisse festgeseßt werden, nicht zur Staatskasse, sondern zur Kreis-Kommunalkasse zu vereinnahmen.

Der §. 5 des Gesezes über die Enteignung von Grundeigenthum vom 11. Juni 1874 bestimmt, daß Hand- lungen, welche zur Vorbereitung eines die Enteignung recht- fertigenden Unternehmens erforderlih find, auf Anordnung der Bezirksregierung der Besiger auf seinem Grund und Boden ge- schehen lassen muß, und daß die Gestattung der Vorarbeiten von der Bezirksregierung im Regierungsamtsblatt generell be- kannt gemaht wird. Zur Verhütung von Mißverständnissen Hat der Handels-Minister in einem Cirkularerlaß vom 22. v. M. darauf aufmerksam gemacht, daß diese Vorschriften \sih lediglih auf die Regelung des Verhältnisses zwishen dem Unternehmer und den Grundbesizern beziehen, dagegen die Frage, ob und von welcher Behörde überhaupt für bestimmte Unternehmen die Erlaubniß zur Vornahme der Vorarbeiten zu ertheilen is, un- berührt lassen. Es if daher auch jeßt noch die Erlaubniß zur Vornahme der Vorarbeiten bei derjenigen Behörde nachzu- suchen, welche vor Erlaß des Geseßes vom 11. Juni 1874 zu deren Gewährung befugt war. Was insbesondere die Vor- arbeiten zur Ausführung von Eisenbahnanlagen betrifft, so wird die Erlaubniß zu deren Vornahme nach wie vor nur von dem Handels-Minister ertheilt. Ers auf Grund dieser Erlaubniß vermag der Unternehmer die Gestattung des Betretens von fremdem Grund und Boden - bei der Bezirksregierung nachzu- suchen, welhe das weiter Erforderlihe nah Maßgabe des §. 5 cit, zu veranlassen hat.

“_— Ein Seiler klagte gegen die Rheinishe Eisenbahn- gesellshaft auf Zahlung niht nur des Werthes einer expro-

herbeigeführten Entwerthung der darauf befindlich gewesenen Seiler- bahn im Werthe von 2000 Thlrn., sondern auch noch auf Zahlung des zwanzigfachhen Betrages des jährlichen Geshäfts- betriebes. Diesen zuleßt erwähnten Anspruch erklärte der Appellationsrihter für unzulässig, und das Ober - Tri- bunal trat auf die Nichtigkeitsbeshwerde des Klägers diesem Erkenntnisse bei, indem es dasselbe durch folgendes Gleichniß motivirte: „Wenn ein Banquier ein blühendes Banquiergeschäft mit einem jährlihen Gewinne von 100,000 Thlrn. in feinem Hause betreibt, \o bildet niht der zwanzigfache Betrag dieses Geschäftsgewinnes, der sich auf 2 Millionen Thaler beïaufen würde, den außerordentlihen Werth dieses Hauses, sondern es kann bei Berehnung dieses außerordentlihen Werthes in dieser Beziehung nur in Betracht kommen, welchen Vortheil gerade dieses Haus nah seiner Lage und sonstigen Umständen vor anderen Häusexn gewähre. Der bei Expropriationen zu erseßende außerordeni iche Werth muß aber immer (nah S. 114 Tit. 2, Th? 1, A. L. R.) ein Werth des ex- propiirten Gegenstandes bleiben.“

“_—— Zum Thatbestande des betrügerischen sowohl als auch des einfachen Bankeruttes (88. 281 und 283 St. G. B.) gebört nah einem Erkenntniß des Ober-Tri- bunals vom 20. Oktober cr. nur die Thatsache der Zahlungs- einstellung, niht aber auch der erfolgten Eröffnung des Konkurses, weshalb denn se\bf| da, wo die letztere wirklich stattgefunden hat, die Zahlungseinstellung vom Strafrichter noch besonders und unabhängig von der Bestimmung des Civilrichters festgestellt werden muß. Auch gehört zum Thatbestande des strafbaren Bankeruttes nur die Zahlungseinfstellung, nicht aber die Zahlungsunfähigkeit, deren keine nothwendig durch die andere bedingt ift.

Die zur Kriegs-Akademie kommandirten Offiziere behalten nah einer Bestimmung des Kriegs-Minist:rs den An- \spruch auf Wohnungsgeldzushuß§ß für die Garnison Berlin auch während der Zeit der Unterbrehung der Vorlesungen zwischen dem 1. und 2. resp. 2. und Z. Coetus. i ues

Nah einer Allerhöhsten Bestimmung dürfen diejenigen Schiffahrt treibenden Mannschaften des Beurlaubten- standes der Infanterie uno der Jäger 2c., welche gemäß §8. 50 pass. 5 der Verordnung vom 5. September 1867 von den in diesem Iahre bei dem Garde-Corps, Ill. und X. Armee-Corps abgehaltenen Uebungen des Beurlaubtenstandes befreit geblieben find, im Januar oder Februar 1875 nach Maßgabe der Ordres vom 11. Dezember 1873 (pass. 1) und vom 11. Juni d. I. behufs Unterweisung im Gebrauh des Infanteriegewehrs resp. der Jägerbühse m/71, nachträglih einberufen werden. Weitere Winter - Uebungen der dazu verpslihteten Mannschafien des Beurlaubtenstandes haben pro 1874/75 nicht stattzufinden.

Der Botschafter des Deutschen Reichs in Paris, Fürst zu Hohenlohe, ift gestern von hier über München auf seinen Posten zurückgekehrt.

Der Bevollmächtigte zum Bundesrathe Bürgermeister Gildemeister trifft von Bremen heute Abend hier ein.

Die fällige engli\che Post aus London den 12. Abends ist ausgeblieben. :

Bayern. München, 12. November. Se. Majestät der König wird die Residenzstadt morgen wieder verlassen und si nah Hohenshwangau begeben, wo Se. Majestät bis zum Weih- nachtsfeste verweilen wird. Ihre Majestät die Königin-Mut- ter begab sich dieser Tage von Hohenshwangau nah Parten- kfirhen, um daselbst für die nähsten Wochen Aufenthalt zu nehmen. Se. Königliche Hoheit Prinz Luitpold ist gestern,

ier eingetroffen,”

seine Enkelin, die Prinzessin Gisela, zu besuchen.

_ Um den Andrang unvorbereiteter junger Leute zur Portepee- Fähnrih-Prüfung zu verhüten, ist die Zulaffung zu derselben abhängig

Schon Abends 5 Uhr trat der Erzherzog die Rückreise nah Salzburg an.

ausgestellten Zeugnisses der Reife für die Prima einer der oben er-

der Portepeefähnrich-Prüfung berechtigen, die zu diesem Behuf beson-

_— (Korr. v. u. f. D.) Durch die Entlassung von Dispo- sitions Urlagubern, d. h. solhen Mannschaften, welche vor Ablauf ihrer dreijährigen Dienstzeit als vollkommen ausgebildet zur Vérfügung ihrer Abtheilungen beurlaubt werden, hat die bayerische Armee in den Monaten Oktober, November und De- zember je ein durchschnittlihes Manquement von 10,( 00 Mann. Das 2. und 3. Feld-Artillerie-Regiment (Corps-Ar illerie) sollen nun au, gleihwie die übrigen Regimenter der bayeri- hen Armee, noch einen weiteren sogenannten etatsmäßigen Stabs-Offizier (Major) erhalten, der zur Verfügung des Re- giments-Commandeurs steht und Vorftand der verschiedenen Regiments-Kommissionen ift.

___— An Stelle des in den Ruhestand getretenen Regierungs- Direktors Frhrn. v. Lindenfels wurde der neuernannte Direktor der Regierung von Mittelfranken, Hermann Fischer, gleih- zeitig zum Vorstand des protestantishen Konsistoriums in Ansbach ernannt.

Durch Konsistorial-Entschließung is die protestantische St. Salvatorkirhe in Schweinfurt auf Ansuchen der e katholishen Gemeinde vorläufig auf die Dauer eines

Jahres zur Abhaltung des altkatholishen Gottesdienstes über- lassen worden.

Sachsen. Dresden, 13. November. Zu Ehren des heutigen Geburtstages Ihrer Majestät der Königin Mutter fand Morgens große Reveille der Militärmusik statt. Nachmittags ist die Königliche Familie bei Ihrer Majestät der Königin Mutter zum Diner vereinigt.

__— Das „Dr. I.“ \{hreibt: In ueuester Zeit ist von dem Ministerium des Innern in zwei Fällen die nahgesuhte Erlaubniß zur Vérbrennung von mens{hlichen Leihnamen aus- nahmsweise ertheilt worden. Es is dies geschehen, um die ge- wünschte Gelegenheit zur Anstellung wissenshaftliher Forshungen zu bieten. Wie uns mitgetheilt worden is, besteht aber die Ab- sicht, hinkünftig eine gleihe Erlaubniß niht weiter zu ertheilen.

Württemberg. Stuttgart, 12. November. Wie der „St. A. f. W.° mittheilt, ist durch Se. Majestät den König in Gegenwart sämmtlicher Minister heute die Beeidigung des mit der Führung des Kriegs-Ministeriums beauftragten General- E v. Wundt im Königlichen Residenzshlosse vorgenommen worden.

Hessen. Darmstadt, 12. November. Die Erste Kam- mer der Stände sehte in ihrer heutigen ( 4.) Sizung die Baerathung der Kirchengeseze fort. Das Geseh über den Mißbrauch der Amtsgewalt der Geistlihen wurde im Wesent- lichen in Uebereinstimmung mit der Zweiten Kammer angenom- men, jedoch der oberste Landesgerihtshof als kirhliher Gerichts- hof bestellt; ein Antrag des Fürsten zu Isenburg-Birstein, diesen Gesezentwurf für eine Abänderung der Verfassung zu erklären, wurde abgelehnt. Sodann wurden die 10 ersten Artikel des Gesezentwurfs, betreffend die Vorbildung und Anstellung der Geistlichen, angenommen, jedo die Bestimmuna über die Knaben- Seminare und Convicte gestrihen. Ein Antrag von Dalwigk, die Regierung um Verhandlungen mit dem Bischof von Mainz behufs Errichtung einer katholi\sch - theologishen Fakultät nebst Convict zu ersuchen, wurde angenommen, dagegen der Antrag, bis dahin die Berathung des leßteren Geseßzes zu vertagen, abgelehnt.

Meck&lenburg. Ludwigslust, 12. November. Se. Königliche Hoheit der Großherzog hat fich heute Abend von hier nah Letlingen zur Jagd begeben und wird am Sonntag früh, den 15. d., in Schwerin eintreffen. Ihre Königlichen Ho- heiten die Großherzogin und die Großherzogin-Mutter, sowie die jüngeren Großherzoglihen Kinder, werden am Sonn- abend, den 14. d., von hier nah Schwerin zurückehren.

Braunschweig. Braunschweig, 13. November. (Brschw. Tgbl.) Der preußishe Gesandte, Prinz von Ysenburg, wurde am Mittwoch zur herzoglichen Tafel zugezogen und trat am Donnerstag die Rückreise wieder an. Gestern Morgen haben die in das Husaren-Regiment eingetretenen Rekruten den Fahneneid geleistet, nahdem unter Trompetengeschmetter die Standarte vom Schloß geholt worden war. Dem Professor Homwaldt ist in Anerkennung der trefflißen Ausführung der beiden Reiterstatuen Carl Wilhelm Ferdinands und Friedrich Wilhelms das Ritterkreuz des Ordens Heinrih des Löwen ver- liehen worden.

Das dur v. Campe's Tod lücckenhaft gewordene Mi- nisterium is der „Köln. Ztg.“ zufolge jeßt zusammengeseßt, wie folgt: Geheimer Rath Schulz erster, Geheimer Rath Zimmer-

Präsident Trips dritter Minister; niht stimmführendes Mitglied des Ministeriums bleibt der Ministerial-Rath Grotian.

Sachsen - Meiningen - Hildburghausen. Meinin- gen, 10. November. (F. I.) Der vertagt gewesene Landtag hat gestern in dem interimiftish zum Sißzungslokal hergerih- teten Saale des Schütenhauses seine Sißungen wieder eröffnet. Der Präsident Runkert gedachte einleitend des Brandunglücks und der reichen Theilnahme, welche ein Zeichen für das Einheits- gefühl sei, das im deutshen Volke Wurzeln geschlagen. Zur Tagesordnung wurde nur über die Verweisung der Vorlagen an die Ausschüsse verhandelt und für das Volks\hul- und Lehrer- besoldungs-Geseß ein neuer aus sieben Mitgliedern bestehender Aus\huß gewählt.

Heute publizirt der Magistrat ein Statut, welches den Wiederaufbau von Scheunen in der Stadt und den Vor- ftädten verbietet und weiter anordnet, daß die noch bestehenden Scheunen bis zum 1. Juni 1876 entweder beseitigt werden oder zu anderweitem Gebrauch kommen müssen.

_ Bremen, 12. November. Wie der „Wes. Ztg.“ von zu- ständiger Seite mitgetheilt wird, hat der bremishe Staat kürzlich ein Areal von 60 bis 70 kalenberger Morgen bei Bremerhaven auf preußischem Gebiet, jedoch in unmittelbarer Nähe des bre- mischen Gebiets und des künftigen Norderhafens, von ver- schiedenen Grundbesißern erworben und zwar zu dem Zweck, auf demselben die bei der Anlage des Norderhafens fernex aus- zugrabende Erde, welhe in Bremerhaven felbst nicht mehr

unterzubringen ist, abzulagern.

Oesterreich - Ungarn. Wien, 13. November. Die „Wien. Z.“ enthält folgendes Telegramm aus Pardubig, 12. No-

vember: In Folge eingelangter Nachrichten, welche die Erkran- kung des Erzherzogs Karl Ferdinand meldeten, haben der Kaiser und die Kaiserin an der heutigen Iagd nicht Theil genommen. Uhr ab, und zwar reisen Ihre Majestäten bis Gänserndorf ge-

Ihre Majestäten reisen morgen, Freitag früh um 9

meinsam, von dort aus begiebt sh der Kaiser nah Wien, die Kaiserin nah Gödöllö.

S Saframent-n versehen worden.

mann zweiter, der zum Geheimen Rath ernannte Obergerichts-

Nach einem Telegramm des „Prag. Abendbl.“ if der Erz- herzog Karl Ferdinand in Sclowiß bereits mit den h. Sterbe:

Dem „,Telegraphen-Korrespondenz-Bureau“/ wird aus zuverlässigster Quelle versichert, daß die anläßlih der Veröffent- lihung eines Aktenstückes (Andrassy\cheNotean den Handels- Minifter Banh1ns) durch ein hiesiges Blatt entstandenen Ge- rühte von Zerwütfnissen zwishen dem Grafen Andrassy und der österreichischen Regierung oder gar von einer cisleithanishen Ministerkrisis jeder Begründ ung entbehren.

Pest, 12. November. Die heute von „Reform“ und „Ma- gyar Ujsag“ verzeichneten Gerüchte über die Demission Ghyczy's werden von „Pesti-Naplo“ dementirt. Ghyczy sei allerdings in Folge der Vorfälle im Steueraus\husse verfstimmt, habe aber feinerlei Aeußerungen über seinen Rücktritt gethan. Die Nach- rit der „Reform“ wird als Tendenzgerücht angesehen. Die Debatten im Steueraus\chus\e gestalten sih sehr weit aus- sehend; auch heute konnte bei den divergirenden Meinungen über die Steuerrefklamirungs-Aus\{hü}e kein Beschluß gefaßt werden. Der Finanzaus\chuß nimmt in der Budgetvorlage bedeutende Abstrihe vor. Im Kultus- und Handelsbudget wurde über eine

Million gestrihen, größ:re Ausgabsposten wurden in Shwebe gelassen, und das Telegraphenbudget wurde behufs neuerlicher Zusawmenstellung an das Ministerium zurückgewiesen.

Schweiz. Bern, 13. November. (W. T. B.) In der heutigen Sizung des Nationalraths fanden die betreffs des Militär-Organisationsgeseßes noch bestandenen Differenz- punkte ihre Erledigung, und wurde. das Geseß bei der General- abstimmung einstimmig angenommen.

Niederlande. Haag, 13. November. (W. T. B.) Der

: Minister-Resident der Niederlande am Königlih italienishen

Hofe, I. van den Hoewen, is zum außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister in St. Petersbarg ernannt worden.

Belgien. Brüssel, 11. November. Die Kammer hat heute die Vollmachten aller Deputirten, welche seit dem Schluß der lezten Session erwählt worden sind, für gültig erklärt. Dann ritt sie zur Bildung ihres Bureaus. Thibaut wurde zum Präsidenten, und Tak und Schollaert zu Vize-Präfidenten wie- der erwählt. Die Kammer wird morgen ihre Sekretäre, ihre Quästoren und die permanenten Kommissionen ernennen. De Borlhgrave lehnt die Erneuerung seiner Wahl als Sekretär ab, weil er wünscht, künftig einey thätigen Antheil an den parla- mentarishen Kämpfen zu nehmen.

Großbritannien und Jrland. London, 13. November. (W. T. B.) Bei der anderweiten Wahl in Wenlock wurde Sir G. C. W. Forester (konservativ) mit 1720 Stimmen zum Parlamentsmitglied gewählt. Der Gegenkandidat Lawley (liberal) erhielt nur 1401 Stimmen. / :

14. November. (W. T. B.) Erzbischof Manning hat ein neues Schreiben gegen Gladstone's Schrift über die va- tifanishen Dekrete veröffentlicht, in welchem er seine frühere Behauptung, daß durh das vatikanische Konzil keine Neue- rungen eingeführt worden seien, wiederholt ¡und erläutert. Am Schlusse des Schreibens bedauert Manning den Irrthum Gladstone's, welcher, nahdem er sein ganzes Leben der fried- lihen Entwickelung Englands gewidmet, jet den Frieden zu zerstören drohe. Ebenso hat Monsignore Capel eine längere Broshüre zur Widerlegung Gladstone's publicirt. „Daily Telegraph“ erklärt sfich ermähtigt, auf das Bestimmteste in Abrede zu stellen, daß Döllinger bei der Abfassung der beiden lezten Schriften Gladstone's über den Ritualismus und über die vatikanishen Dekrete betheiligt sei. Es sei Döllinger völlig unbekannt geblieben, daß Gladstone beabsichtigt habe, diese Schriften zu veröffentlichen. /

Frankreich. Paris, 11. November. (Köln. Ztg.) Der Kriegs-Minister hat strengen Befehl gegeben, daß kein Fremder unter keinerlei Vorwand die neuen Befestigungsarbeiten von Paris besuchen dürfe.

In der gestrigen Sißung des Generalraths des Seine-Departements wurde ein von Hrn. Clemenceau vor- geshlagener Wunsch, daß der Volksunterricht ein obligatori- scher, unentgeltlicher und konfessionsloser sei, mit großer Mehr- heit an eine Kommission verwiesen.

Dänemark. Kopenhagen, 12. November. In der vorgestrigen Landthingssizung brachte der Justiz-Minister einen Gesezvorshlag über Kontrolirung der Fremden und Reisenden ein, wodurch die Bestimmungen über die Ver- pflihtung, bei der Ankunft hier im Lande mit Reisepaß versehen zu sein, aufgehoben worden. Bei Einbringung des Geseß- vorshlages bemerkte der Minister, daß eine Aufhebung der bezeichneten Geseybestimmungen durch die Veränderungen, welhe während der legten Decennien sowohl hier als auh in den angrenzenden Ländern mit der Gewerbe- gesezgebung, Paßgesezgebung, den Kommunikationsmitteln und den sozialen Forderungen überhaupt vorgenommen seien, zur

Königliches |Opernhaus.

Mit glänzendem Erfolge gelangté gestern Abend unter der Leitung des Komponisten, des Königlichen Ober - Kapellmeisters Wilhelm Taubert, die Oper Cesario im Königlichen Opernhause zur ersten Aufführung. Der Text ist nah Shake- \peare's „Was ihr wollt“ von Dr. Emil Taubert in freier Dichtung hergestell. Aus dem von Humor und üder- müthiger Laune übersprudelnden englischen Vorbilde tritt aber für die Oper, in welcher z. B. der Narr ganz fehlt, das Aus- gelassene in den Hintergrund, dafür aber das Lyrifche, als dank- bare Aufgabe des Tondichters desto mehr hervor. Der Kompo- nist hat all den verschiedenen Seiten des menshlihen Herzens, die auch in jener Fastnachtskomödie angeschlagen werden, der Trauer um den Verlust eines geliebten Bruders, der Sehnsucht der verlangenden, der Qual der unerhörten, dem Jubel der glücklihen Liebe u. #. w. die rihtigen Töne verliehen, und ein musikalishes Kunstwerk geschaffen, welches des Schönen so viel bietet, daß aus dieser Fülle faum Einzelnes hervorgehoben werden kann. Als besondere Glanz- punkte treten hervor im erften Akt: das Duett (Viola und Ber- nardo): „Gott, der über Sternen wacht, \{hüße mi in Gnade, das komische Terzett der Junker Tobias, Christoph und des Fabio:

„Der beste Lootse ist der Wein,“ das Duett (Viola und Orsfino) : |

„Lieb' ist das Meer,“ das Schlußterzett (Olivia, Viola, Orsino) : „Still in der Gondel ;“ im zweiten Aft: die großen Arien des Or- fino: „Sie stürmen hinaus in die Waldesnacht,“ der Olivia : „Ce- sario! Wie weilst Du fern !“, die Duette (Viola, Olivia): „Kann auch mein Lieben er nicht theilen,“ (Olivia, Sebastian): „Wenn durchs Fenster lauscht die Naht“, Maria's Arie: „Schmeichelnde

Nothwendigkeit geworden wäre. Während der Vorschlag des Iustiz-Ministers in seinem ersten Paragraph?n die Verpflihtung, mit einem Reisepaß versehen zu sein, aufhebt, giebt derselbe in seinen folgenden Paragraphen Bestimmungen über die Bedin- gungen für das Recht der Ausländer, fich in Dänemark aufzu- halten, über das Befragen der Fremden in den Hotels und Gasthäusern nah ihren Namen, Stellung und lezten Aufent- haltsort 2c. 2c.

13. November. (W. T. B.) Die von der Linken in der gestrigen Sitzung des Folkething vorgeschlagene Tages- ordnung, in welher die ernftlihe Mißbilligung des Verfah- rens des Kultus-Ministers gegenüber einem Schullehrer aus- gesprochen wurde, ist heute zurückgezogen worden. Die Re- gierung hatte für den Fall der Annahme der Tagesordnung die Auflösung des Folkethings in Ausficht gestellt, und die Linke erklärte nunmehr, daß fie eine solche, da sie die Person des Königs in den Wahlkampf hineinziehen würde, nit herbeizu- führen wünsche. -

Asien. - Der Fri edens- und Freundschaftsvertrag zwishen China und Peru lautet in seinem sechsten, die Kulifrage betreffenden Artikel, folgendermaßen: L A

„Peru und China anerkennen ofen und frei das unentäußerliche und jedem Menschen zustehende Recht des Heimathwechsels. Jhre Angehörigen fönnen daher frei von einem Lande zum anderen gehen, sei es zum Zweck einer Reise, einer Handelsunternehmung, der Arbeit oder zu ständiger Niederlassung. Beide Mächte vereinbaren, daß ihre Staatsangehörigen einzig und allein in Folge freier Entschließung auswandern dürfen, und verwerfen einmüthig jede Auswanderung, die nicht ganz aus eigener Willensbestimmung hervorgeht, sowie jede Art von Gewaltthätigkeit oder Betrug, der in Macao oder in chinesischen Häfen zum Behufe der Ausfuhr cinefisher Unterthanen vollzogen werden könnte. Ebenso verpflichten sih beide Vertragschließenden, \treng nach dem Wortlaut der Landesgeseße Jeden zu bestrafen, der fich gegen diesen Erlaß vergeht, und jedes Schiff gerichtlih zu ver- folgen, welches si zu solchen geseßwidrigen Unternehmungen hergiebt."

Afrika. Der Bey von Tunis hat in einem vom 22. Ramadha 1291 (1. November 1874) datirten Erlaß an seinen Minister General Kheredine demselben feine volle Zufrie- denheit mit der Führung der Geschäfte gegenüber den entgegen- stehenden böswilligen Gerüchten ausgesprochen.

Wie qus der Kapstadt unterm 16. Oktober ge- meldet wird, is die]Lage der Dinge auf den Gold- und Diaman- tenfeldern noch unbefriedigend und das Geschäft liegt darnieder. Präsident Brugers thut sein Bestes, um die Gesetze der Trans- vaalschen Republik mit denen der älteren europäischen Nieder- laffungen in Südafrika in Einklang zu bringen. Er hat in sei- nem Volksraad eine Vorlage zur Regelung von Länderstreitig- feiten sowie Unterrihts- und andere soziale Maßregeln einge- braht. Zwischen den Eingeborenen-Häuptlingen an der Grenze der Kapkolonie sind Reibungen entstanden. Das Vimberley- Hospital is abgebrannt.

Statistische Nachrichten.

Berlin. Die Zahl derjenigen Personen, welche durch die städtishen Bezirks - Einshäßungs - Kommissionen zuv Staats- Klassensteuer eciugeshäßt worden sind, beläuft sih auf etwa 350,000. Davon fällt mehr als ein Viertel in die erste Einkommen- steuerstufe (140 bis 220 Thlr. Einkommen) und sast eben soviel in die zweite (221 bis 300 Thlr. Einkommen).

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Von dem im Verlag von J. Guttentag (D. Collin) hier- selbst erscheinenden Werke: „Die Preußische Stempelgeseß- gebung für die alten und neuen Ländesthetlt, Kommentar für den praktischen Gebrauch, heräusgegeben von Hoyer} Regierungs- Rath und Provinzial - Stiempelfiskal“ (Zweite, umgearbeitete Auf- lage) ist soeben die zweite Lieferung , enthaltend die §§. 7 bis 31, ausgegeben worden.

Gewerbe und Handel.

Berlin. Der hiesige Verein zur Wahrung des Grundbe - sies beschäftigte sih gestern Abend mit der Revifion des Statuts des Berliner Pfandbriefamtes. Da am Montag Abend die Generalversammlung des Pfandbriefamtes zufammentritt, um über die vom Ausschusse vorgeschlagenen Statutenänderungen zu berathen, so dürfte es von Interesse sein zu erfahren, wie der Verein, dem das Pfand- briefamt seineEntstehung verdankt, darüber denkt, und welche Aenderungen im Statut der Ausschuß vorgeschlagen hat. Hr. Dr. Schmidt behandelte in einem längeren Vortrage das Pfandbriefamt, wobei er die Mängel, welche für die Statutenänderung noch maßgebend gewesen, hervorhob. Das Pfandbriefamt hat bisher an 7,000,000 Thlr. Pfandbriefe aus- gegebenz sein Reservefonds hat die Höhe von 200,000, seine Er- sparnisse die Summe von 22,000 Thlrn. erreicht. Die Zukunft des Instituts ist für alle Fälle gesichert. Der einzige Wunsch, der übrig bleibt, wäre nah den Ausführungen des Redners der, daß eine größere Betheiligung der Grundbesißer bewerkstelligt werde. Man hoffe dieses Ziel zu erreichen zunächst durch Erwei- terung der Beleihungsgrenzen, die jeßt so eng gezogen seien, daß das Pfandbriefamt die Berechnung des Grundstüctswerthes so stellt, daß derselbe nur 199 600,000 Thlr. für ganz Berlin betragen würde, während der Werth thatsächlich 733,000,000 Thlr. beträgt.

eßten 10 Jahre stellt den leßten zu niedrig. Wenn man bedenke, daß 1863 die Gesammterträgnisse der Miethen in Berlin 14,000,000 Thlr., 1868 {on 20,000,000 Thlr. und 1873 gar 36,000,000 Thlr. ergeben haben, so gebe dies feinen richtigen Maßstab, Der Aus*chuß hat daher vorgeschlagen, das Statut dahin abzuändern, daß anstatt des zehnjährigen der fünfjährige Durchschnittsertrag der Miethen maßgebend sein soll. Auch in Bezug auf die jeßt übliche Berechnung der Hälfte oder drei Viertheile der Feuerkasse {lägt der Ausschuß eine Aenderung vor, indem er in guten Gegenden die volle Feuerkasse in Anrechnung gebracht wissen will. Was die Beleihung von neu erbauten Häusern betrifft, so kann dieselbe nach den bisher gültigen Bestimmungen erst 5 Jahre nach der Fertigstellung des Ge- bâudes erfolgen. Der Ausschuß s{chlägt hier eine nur dreijährige Frist vor, fügt aber hinzu, daß hierbei 5 bis 10 Prozent des Miethsertrages in Abrehnung gebracht würden. Was endlich die Bestimmung betrifft, nah welcher jeder Darlehnsfucher verpflichtet ist, 2 pCt. der erhaltenen Summe sofort im Baaren in den Reserve- fonds zu entrichten, so glaubt der Ausschuß, den Eintritt vieler Grundbesißer zu erreichen, wenn diese Baareinzahlung auf 1 pCt. festgeseßt würde. Seine eigene Organisation betreffend, wünscht der Ausschuß das Recht der Konstituirung für sich, sowie die Erweiterung des Einflusses der Delegirten auf die Wahl und die Besoldung der Beaniten. Jn der Versammlung des Eingangs genannten Vereins war man mit allen diesen Aenderungen einverstanden, und zu erwähnen bleibt noch, daß der Verein eine besondere Hypothekenbörse errichten will und bereits eine Kommission mit den nöthigen Vell- machten hierzu versehen hat. : d

Die im Umlaufe bifindlihen Aktien I. Emission und Inte- rimsscheine auf die Aktien IL. Emission der Königsberger Ver- einsbank im Gesammtbetrage von 1 Million Thlr. werden vom 9. c. ab auf Inhaber lautende Aktien à 600 Rm. dergestalt umge- tauscht, daß gegen eine alte Aftie T. Emission cine neue vollgezahlte Aftie und gegen fünf Junterimssheine zwei neue vollgez1hlte Aktien ausgehändigt werden. Der Umtaush wird in Berlin durch die Preußische Bodenkredit-Aktien-Bank bewerkstelligt.

Eine falsche 20-Thaler-Note der Hannoverschen Bank Litt. E. Ser. XVI. Nr. 86,249 ift angehalten worden.

Die am 9. November abgehaltene Generalversammlung der Werkzeugmaschinen-Fabrik „Union“ fonstatirte in Allem Uebereinstimmung mit den Vorschlägen der Direktion und des Auf- sihtsraths, genehmigte 6% Dividende pr. 15. November c. zur Aus- zahlung und bestätigte durch Wahl das kooptirte Aufsichtsrathsmit- glied Dr. Enzmann. | L

London, 14. November. (W. T. B.) Der Präsident des Court of Rolls hat die Entscheidung getroffen, daß die Jnhaber der 3 pCt. Obligationen der Varna-Eisenbahn vor den Aktionären der Bahn und den Inhabern der 6pCt. Obligationen befriedigt werden sollen.

' Verkehrs-Anstalten. E Die VBetriebseröffnung der Eisenbahn Münster- Enschede wird nach einer Aeußerung der Direktion voraussichtlich am 31. Dezember cr. erfolgen; die Aktien der Gesellscha\st werden demgemäß bis zu diesem Tage die Bauzinsen erhalten. ¡ Hamburg, 13. November. (W. T. B.) Der gestern von hier nah New-York abgegangene Dampfer der Adlerlinie, „Lessing“, ist, während er bei Glückstadt vor Anker lag, durch den von Brafilien kommenden Dampfer „Bahia“ angesegelt und am Bug beschädigt worden. Der Dampfer „Klo pst ock“ von dek Adlerlinie übernimmt in Folge dessen die Passagiere und die Ladung des „Lessing“ und geht sofort nah New York, Der Dampfer „Bahia“ hat vei dem Zu- jammenstoß ebenfalls Schaden gelitten. S g Durch Rettungsbote der Rettungsgesellscchaft ür Sch iffbrüchige wurden während der Stürme vom 22, und 23. Ok- tober 28 Personen gerettet: 6 Personen bei Cuxhaven, 5 dergl. bei Bremerhaven, 8 dergl. bei Spiekerog, 9 dergl, bei Borkum. New-York, 13. November. (W. T. B.) Der Hamburger Postdampfer Westphalia“ ist heute Morgen hier eingetroffen.

Königliche Schauspiele.

Sonntag, den 15. November. Opernhaus. (222. Vorstel- ung.) Zum ersten Male wiederholt : Cesario. Oper in 3 Akten nah Shakespeare's „Was ihr wollt* von Emil Taubert. Musik von Wilhelm Taubert. Ballet von P. Taglioni. In Scene gesezt vom Direktor M. Ernst. Unter Direktion des Komponisten. Anfang halb 7 Uhr. Mittel-Preise. z : Schauspielhaus. (232. Vorstellung.) Don Carlos, Infant von Spanien. e in 5 Akten von Schiller. Anfang halb 7 Uhr. Mittel-Preise.

/ ide, den 16 November, Opernhaus. (223. Vor- stellung.) Der Feensee. Große Oper in 9 Abtheilungen. Musik von Auber. Margarethe : Frl. Horina. Zeila: Fr. Kupfer-Berger. Graf Rudolph: Hr. A Albert: Hr. Link. Anfang halb 7 Uhr. Mittel-Preise. / i E T UIEQUE, (233. Vorstellung.) Ein Erfolg. Lustspiel in 4 Akten von Paul Lindau. Anfang halb 7 Uhr. Mittel-

reise.

ß Siaüda den 17. November. Opernhaus. (224. Vor- stellung.) Lohengrin. Romantische Oper in 3 Akten von Richard Wagner. Elsa: Fr. Mallinger. Ortrud: Frl. Brandt. König Heinrich: Hr. Fricke. Lohengrin : Hr. Niemann. Telramund : Hr. Bey. Anfang halb 7 Uhr. Hohe Preise.

Schauspielhaus. (234. Vorstellung.) Alte Schweden. Schau- spiel in 5 Akten von A. E. Brachvogel. Anfang 7 Uhr. Mittel-

Au in der Berechnuug des dur schnittlihen Miethsertrages der

Töne“ ; im dritten Akt: Orsino's Bravour-Arie: „Wer ziert mit Blumen das Gemah“, sowie das folgende große Duett mit Viola, und der das von Hrn. Paul Taglioni geshmackvoll ar- rangirte Ballet begleitende Hochzeitshor, der dur Kürzung noch gewinnen würde,

Die trefflihste Aufführung trug zum Erfolg der Oper wesent- lih bei, da die Hauptpartien durch Hrn. Beßy (Orfino), Frau Mallinger (Viola), Fr. v. Voggenhuber (Olivia) und auch die klei- neren Rollen gut besezt sind (Frl. Lehmann: Maria, Tobias: Hr. Fricke, Sebastian: Hr. Schmidt, Antonio, Bernardo: Hr. Kro- lopp, Hr. Barth, Christoph: Hr. Sachse, Malvolio: Hr. Salo- mon, Fabio: Hr. Schott). Die durch Hrn. Direktor M. Ernst er- folgte Inscenirung if geschickt, die Ausstattung der Königlichen Oper würdig. Unter den neuen Dekorationen ist namentlich die des Hafens in Mondbeleuhtung- im ersten Akt hervorzuheben.

Die Sänger wurden fast nah jeder Scene dur Hervorruf geehrt, auch der Komponist mußte . nah jedem Akt, nach dem leßten zweimal, vor der Gardine erscheinen, um den lebhaftesten Dank des Publikums entgegenzunehmen.

D ie Kunstausstellung der Königlichen Akademie der dana

Genremalerei (Schlüß). (Vergl. Nr. 261 d. Blattes.) : i Nachdem in den bisherigen Aufsäßen die verschiedenartigsten Richtungen und Stoffgebiete der Genremalerei ins Auge gefaßt worden sind, is \{chließlich noch ein Blick auf das sogenannte volksthümlihe Genre zu werfen. Dieses, das seine Motive mit

Preise.

orliebe dem bäuerlihen oder fkleinstädtishen Leben entnimmt, vit nah wie vor 1a afte Linie in Düsseldorf kultivirt. Die beiden hervorragendsten Meister des Faches, Knaus und Bautier, hatten sich zwar an der diesmaligen Ausstellung nicht betheiligt ; von vielen der neben ihnen thätigen Künstlern war dieselbe aber so reih beshickt worden, daß eine Ginzelbesprehung jedes Bildes \sih von selber verbietet. i In stoffliher Hinsicht bot die Mehrzahl der Bilder kaum etwas anderes als mehr oder minder gelungene Variationen der bekannten, oft verwendeten Grundthemata, die ihren künstlerischen Reiz vornehmlih durch gemüthliche Auffassung und ansprechende Charakteristik empfangen. Scenen aus dem Leben in Haus und Feld, in der Familie und in der Schenke, Vorgänge aus der Schule, Vergnügungen der Jugend und ähnliche Motive des Kleinlebens waren auch diesmal, theils in rein zuständlicher Schilderung, theils mit Betonung der ernsten oder humoristishen Konflikte, die sich aus diesen einfachen Verhältnissen ergeben, von C. Hübner, Beinke, Leineweber, Hornemann, Son- derland, Moeselaagen, Shuback, Tannert, E. Hart- mann u. A. in zum Theil recht verdienstlihen Bildern behandelt worden, ebenso{in den mer dem landschaftlichen Genre fich nähern- den Darstellungen von F. Schlesinger und Chr. Böttcher, dessen „rheinishe Idylle“, eine Familie vom Felde heimkehrender Bauern, füc die Gattung, der fie angehörte, besonders arak- teristish war. Ohne in den Typen ihrer Bilder oder in der G lanthkein von den Uebrigen abzuweichen, hatten Sonder - mann und Seyppel weniger oft benußte Motive gefunden, der Erstere in einer Gruppe fißender Bauern, denen ein Gipsfiguren- händler die Büsten „unserer Helden" zum Kauf anbietet, der