1874 / 273 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Vereinswesen.

Der Weihnacht3bazar des Berliner Hausfrauen- Vereins im Indufstriegebäude (Kommandantenstraße) wurde, wie bereits gemeldet, gestern Mtttags 12 Uhr, in festlicher Weise eröffnet. Die Eingangépforte war mit Laubgewinden ges{mückt und vor den Ausstellungsräumen selbst empfing Herr Morgenstern an der Spiße der Aussteller den Vorftand des Vereins. Jn einer Ansprache em- pfahl derselbe das Werk der wohlwollenden Pflege des Vereins und versprach im Namen der Aussteller williges Eingehen auf die Wünsche der gechrten Damenwelt. Herr Johannes Bloch, Vorstandsmitglied des Vereins, wurde der Auftrag, die Ansprache des Herrn Morgenstern zu erwidern. Derselbe wies nah der „Voff. Ztg.“ darauf hin, was Herr Morgenstern aus den kahlen Räumen gemacht habe und welchen behag- lichen und geshmackvollen Anstrih er dem Ganzen zu geben gewußt habe. Dem ersten geglückten. Versuche werde hoffentlich die Wiederholung im größeren Maßstabe folgen. Mit dem Wunsche, daß der Weihnachtsbazar “wachsen, blühen und gedeihen möge, wie der Hausfrauenverein selbst, {loß die Erwiderung. Danach wurde Seitens der Aussteller jeder Vorstandsdame ein Bouget überreicht und begann nun die Besichtigung des Bazars unter Führung des Hrn. Morgenstern. Die Ausstellung macht einen gemüthlichen, feste lih stimmenden Eindruck, den einer Art feinen Weihnachts- marktes in geschlossenem Raume. Rothe und goldene Lambre- quins umsäumen die einzelnen Verkaufsstände. Die Verkaufs- tishe sind roth und weiß drapirt, Büsten und andere Defkora- tienen vervollständigen den festlihen Schmuck Die Beleuch: tung mit Gaslampen ist eine splendide und die Temperatur des Lokals eine äußerst behaglihe. Die Verkaufsgegenstände sind, wie {on er- wähnt, der, verschiedensten Art, in Summa 45 Stände, Und es hätten noch 2 Mal so viel Verkaufsstände vergeben werden können, wenn sich ein größeres, cbenfo günstig gelegenes Lokal gefunden hätte. Die Firmen, welche hier vertreten find, sind alle solide und führen nur feste Preise. Die Mitglieder des Vereins erhalten auf Vorzeigung ihrer Karte den festgeseßten Rabatt. Zu jeder Zeit werden zwei Vor- standsdamen im Bazar anwesend sein, um Auskunft zu geben und Anmeldungen von Mitgliedern für den Verein entgegen- zunehmen. Die Zahl derselben is jeßt \{chon auf 1700 gewachsen. Nach Eröffnung des Bazars hielt der Vorstand eine Sißung ab, in der die Auffichtstage vertheilt wurden. Mit größter Bereitwilligkeit üÜbernahmen die Damen ihre Aemter, wie denn überhauvt die Vorstands- und Bezirksdamen des Vereins mit höchster Opferwilligkeit fungiren In Bezug auf den Dele- girtentag der Hautfrauenvereine find hon Zusagen von außerhalb erfolgt: es wurde indeß in Anbetracht des Trauerfalles, der die Vor- sißende betroffen hat, beschlossen, den Delegirtentag bis in den Anfang des näbsten Jahres zu verschieben. Auf dem Bazar entwickelte fich alsbald nach der Eröffnung ein reges Leben und Treiben.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Berlin, 29. November Dec Ober-Konsistorial-Rath Dr. Twe t en, Professor derTheologie an der hiesigen Friedrih-Wilhelms-Universität feierte vorgestern sein 60jähriges Dozenten-Jubiläum. Zu Etrer des Jubilars wurde Abends von dem großen Kreise seiner Schüler und Verehrer ein Kommers veranstaltet, an dem, außer dem Rektor Prof. Mommsen, zahlreiche Vertreter der Gelehrten- welt sich betheiligten. Der Präses, stu3, theol. Riemann schilderte in sciner Ansprache den Jukilar als einen wahren Lehrer der Jugend, der Kraft und Tiefe des Denkens mit deutscher Innigkeit des Gemüthslebens verbinde. Dr. Twesten dankte mit herzlichen Worten. Stud, theol. Zupfke toastete hierauf auf den Kaiser, Rektor Prof. Mommsen auf die deutshe Jugend, stud. theol, Gröbler auf die Professoren und Prof. Tidmann ließ in Beantwortung das Re- formationslied anstimmen. Es folgte noch eine Reihe von Toasten und erst in spätester Stunde trennte sih die Versammlung.

Straßburg, 16, November. Nach mehrmonatliher Vorbe- reitung, welche von dem Herausgeber der „Elsäss. Korrespondenz* hier betrieben wurde, fanden sich gestern die Chefredacteure und Leiter sämmtlicher in Elsaß-Lothringen erscheinenden Blötter hier zu’‘ammen, um die Begründung eines Provinzial-Journalistenvereins für Elsaß-Lothringen zu bewerkstelligen. Die Tendenz dieses Vereins entspriht genau derjenigen der bereits bestehenden Four- nalistenvereine: Wahrung und Förderung der Standesinteressen, Unter- stüßung hülfsbedürftiger Mitglieder und deren Hinterlassenen sowie Gründung einer Pensionskasse. Die Verhandlungen der gestrigen VBer- sammlung nahmen in jeder Hinsicht den befriedigendsten Verlauf ; die von einem vorbereitenden Ausschusse entworfenen Vercinsstatuten wur- den einer eingeh-nden Prüfung unterworfen, in einzelnen Theilen er- gänzt und schließlich mit Einstimmigkeit angenommen. Die Ver- handlungen wurden in deutscher und französisher Sprache geführt; nah E.ledigung der Geschäfte vereinigte sich die Mehrzahl der 40 Mitglieder zu cinem gemeinschaftlichen Mahle.

Wir brachten neulich eine Mittheilung über die bei der Philo- logenversammlung von Professor Schlottmann besprocheneu, in Amerika gefundencn, angeblich phönifishen Alterthümer, in welcher angegeben ift, daß dieser Gelehrte geneigt sei, ein kolossales Steintild von etwa zehn Fuß Länge, daë in einer Farm beim Berge Onandaga gefunden wurde, für das Bild des altphönikishen Adonis zu halten. Dieser „Adonis“ oder Onandaga = Riese, wie er in

Amerika heißt, ist, so {reibt man jeßt der „A. Z.* aus Freiburg, wie jeßt durch aktenmäßige Nachweise klargeftellt ist, in Amerika aus Alabaster gefertigt, vergraben und ausgegraben, und das Ganze ein großartiger Betrug. Ausführlihes hierüber wird eine Mittheilung von Dr. Rau in New York im nächsten Heft des „Archives für An- thropologie“ (Band 7, Heft 3) bringen, welche das von Dr. v. Franßius shon im leßten Heft dieser Zeitschrift (7. Band 1, S. 132) aus- gesprohene Mißtrauen vollständig rechtfertigt.

Der „Daily Telegraph“ ‘hat von Hrn. Stanley Nachrichten erhalten, welche die erfolireihe Erforshung des Deltas und Hauptbettes des Flusses Rufiji, der etlihe 70 Meilen süd- lih von Zanzibar ins Meer fließt, melden. Der Brief ist aus Zan- zibar, 19. Oktober, datirt.

Die „Engl. Corr." vom 14. d. M. schreibt: Das Wetter war in diesem Winter auf den normannischen Inseln so mild, daß, wenn uicht hier und da das Fallen der Blätter das Kommen des Herbstes zeigte, man fih mitten im Frühling zu befinden glauben würde. In mehreren Gärten \proßten und blühten zum zweiten Male die Stachel- und Johannisbeer-Gesträuche, und in einigen Gärten pflüdckte man selbst _beträhtlich große Stacheibeeren. Auch Aepfel- bâume erlebten an vielen Orten eine zweite Blüthe.

Land- und Forstwirthschaft.

Berlin, 20. November. In der gestrigen Sißuna des Landes- Oekonomie-Kollegiums, welcher widerum der Minister für die landwirthschaftlihen Angelegenheiten, Dr. Friedenthal, beiwohnte, und in der der Landes-Oekonomie-Nath Dr. Thiel den Vorsiß führte, wurden zunächst die auf der Tagesordnung stebenden Wahlen für den Ausschuß des Kollegiums auf die morgende Sitzung vertagt. Hierauf erfolgte die Wahl der Mitglieder für diejenigen Kommissionen, welche auf Grund des Antrages des Ministers für die Landwirthschaft ge- wählt werden sollen. Diese Wahl ergab folgende Resultate:

__1, Kommission für Unterrichts-Versuhswesen 2c. v. Nathusius- Königsborn, v. Laer, Settegast, Baumstark, v. Rath, Kaufmaun.

II. Kommission für Wasserrecht, Melioration 2c. Richter, Graf v. Borries, Bokelmann, Gerpott, Wehrmann, v. Laer.

111, Kommission für Wegebau, Verkehr 2c. v. Wedell-Malchow, Kreiß, v. Lenthe, v. Röder, v. Rath, Frhr. v. Oeynhausen. __ IV. Kommission für die Agrargeseß„ebung. Graf ‘v. Ißtenpliß, Rey, Frhr. v. Oeynhausen, v. Lenthe, Shuhmann, Malgzahn. V. Kommission füc die Arbeiterverhältnisse. v. Hagen, Bokel- mann, v. Wed-ll, v. Saucken, F hr. v. Schorlemer, Bodenstein. __ VI. Kommission für den Waldschuß, Feld- und Waldpolizei. Graf v. Borries, v. Hermskerk, Wichelhaus, Hach, v. Bethmann- Holiweg, v. Buggenhagen.

VII. Kommission für das Veterinärwesen. Vissering, Schütz, Nobbe, Kennemann, v. Richthofen, Rimpau.

VIII, Kommission für die Pferdezuht. v. Saucken, v. Wede- meyer, v. Neumann, v. Nathusius - Königsborn, v. Buggenhagen- Limbourg. ;

IX. Kommission für die Viehzucht. Conrad, Lehmann, v. Her- Ford, Da Pa a A L

. Kommission für die Fischerei. Spängenberg, Kreiß, v. Rat Wendelstädt, Korn, Baumstark. O s n i __ Demnôchst trat das Kollegium in die Wahl der Preisrichter für die beiden von der Koppe - Stiftung ausgeseßten neuen Preise. Für die erste Aufgz:be: „Erörterung derjenigen besonderen Rück- sichten, welhe, menn Milchvieh das Hauptziel ist, Ki der Züch- tung und Haltung der Kälber erforderlih find, nebst Angabe der dur dieselben hierbei gebotenen Maßregeln“, wurden die Herren Professor e NN _Landes-Oekonomie Rath Spangenberg-Hanncln und Amtêrath Bodenstein - Nedliß gewählt. Für die zweite Auf- gabe: „Eine auf Untersuchungen gestüßte Abhandlung über die Eigen- {chaften der Schafwolle in Bezug auf deren Verwendung in den ver- sckiedenen Gewerben“, wurden gewählt die Herren v. Nathusius- Königsborn, Oekonomie-Rath Rohde-Eldena und v. Wedemeyer- Schönrade. Bei dieser Gelegenheit wurde gleichzeitig von dem Kuratorium der Koppe - Stiftung über die Einnahwen und Ausgaben der Stiftung Rechnuyg gelegt. Die Einnahmen beliefen fich auf 13,783 -Thlr. 27 Sgr. 6 Pf., die Aus- gabeu auf 1396 Thlr. 26 Sgr., so daß ein Bestand von 12,387 Thalern 1 Sgr. 6 Pf. am 31. Dezember 1873 verblieb. ‘Nun- mehr trat das Kollegium in die Berathung der auf der Tages- ordnung stehenden Gegenstände. Für die Kommissionen, von denen diejenige für die Agrargefeßgebung am Sonnabend, die für die Arbeiterverhältnisse am Montag, die für das Veterinärwesen am Dienstag, die für den Wegebau und das Verkehrswesen am Mittwoch, und die für die Pferdezucht am Donnerstag schon ihre Berathungen beginnen werden, werden bekanntlich von dem Mi- nisterium die Vorlagen {hon vorbereitet, Der Minister Dr. Briedenthal wies auf die Wichtigkeit der Arbeiterfrage hin und versprah für die heute stattfindende Berathung der Frage über die Bestrafung des Kontraktbruches tem Kollegium den im land- wirthschaftlihen Ministerium ausgearbeiteten Entwurf über die Rechtsverhältnisse der ländlichen Arbeiter vorzulegen, damit dieses Geseß ix. die Berathung mit hineingezogen werden könne. Zur Ver- meidung irriger Aufsassyngez halte er es für nothwendig, darauf hinzuweisen, daß es nicht seine Absiht sei, diejenigen

Gegenstände, welhe er den Kommissionen zur Berathung über- weise, nach erfolgter Kommissionsberathung auch noch dem Plenum zur Begutachtung vorzulegen, da dies dem mehr vertrau- lichen Charakter, welchen er den Kommissionsberathungen zu ver- leihen wünscht, nicht entsprehen dürfte. Jndessen halte er es sonst für zuträglih, daß einzelne Gegenstände, bevor sie in die Kommissio- nen gelangen, im Plenum besprochen würden. Diese Plenarberathung foll aber nicht den Zweck haben, bestimmte bindende Beschlüsse zu Wege zu bringen, sondern sie solle nur dazu dienen, den allgemeinen, für die Kommiffion wichtigen Gesichtspunkten des Plenums Ausdruck zu verleihen. Demnächst erfolgte die Berathung des Antrages des Hrn. Vissering, betreffend die Absperrung der Hornviehausfuhr aus Holland. Der Ausschuß beantragte, diesen Äntrag anzunehmen. Ueber denselben entspann sich eine längere sehr lebhafte Debatte. Bei der Abstimmung wurde derselbe mit 21 gegen 14 Stimmen an- genommen. Ohne weitere Diskussion {loß sich das Kollegium dem Antrage der HH. v. Salviati und Gen. an, den General- Sekretär zu beauftragen: kurze und übersichtlihe Berichte über die jedesmaligen Verhandlungen des L. O. K. theils noch während der Dauer der Sißungen, entweder unmittelbar nach deren Beendigung zu verfassen oder unter seiner Verantwortlichkeit verfassen zu lassen, damit diese Berichte in metallographisher Vervielfältigung so s{chleunig als möglih der Tageépresse, sowie der landwirthschaftlichen Fachpresse zugängig gemacht werden. In gleiher Weise wurde der An- trag der Herren Kreiß und Genoffen avygenommen: den Herrn Minister zu bitten, in geeigneter Weise Fürsorge zu treffen, daß vor definitiver Regelung der Eisenbahnfracht - Tariffrage Sach- verständige auch aus den Kreisen der Landwirthe in Verbindung mit Vertretern des Handels und der Industrie gehört werden sowie unter Beschaffung des erforderlihen Materials eine Enquête darüber zu veranlassen, wie fih die Frahsäße, welche für land- wirths{chaftlich in Betracht kommende Frachtgüter im internationalen Verkehr auf deutshen Bahnen in Ansaß kommen, zu den Frachtsäßen verhalten, welche für dieselben Güter auf denselben Bahnen im in- neren Verkehr zu zahlen find. Ein weiterer dringlicher Antrag des Grafen Jbenpliß ging dahin, den Minister des Innern zu bitten, es durch Instruktion als zweifellos anzuerkennen, daß der Amtsvorsteher berechtigt sei, auf Grund der SS. 99 und 63 der Kreisordnung in- allen Fällen des Ge- jeßes vom 24. April 1854, sowchl gegen solche Arbeiter, welche in den Häusern des Arbeitgebers wohnen, als auch gegen solche, welche zum unverheiratheten Gesinde gehören, vorläufige Straffest- seßungen zu treffen und zu vollstrecken, vorbehaltlih der Berufung auf eine richterliGe Entsheidung wird der Kommission für Berathung des Antrages über den Kontraktbruch der Arbeiter zur gleichzeitigen Erledigung überwiesen. Hierauf wurde die Sißung um 34 Uhr geschlossen, die nächste, wahrscheinlich. leßte Sißung findet heute Vor- mittag 11 Uhr ftatt.

Gewerbe und Handel.

Tilsit, 20. November. (W. T. B.) In der hiesigen Sar- faß’ schen Dampfschneidemühle ift heute Morgen der Kessel explodirt. Das Kesselhaus is vollständig zerstört, der Kessel wurde 200 Schritte weit auf ein in der Memel liegendes Floß geschleudert. Ein Arbeiter ist getödtet, fünf find {wer beschädigt.

Am 17. starb in Breslau der Geh. Ober-Bergrath und Berghauptmann a. D. Rudolph v. Carnall.

Der „Times“ wird von ihrem Spezialkorrespondenten in Cawnpore vom 17. ds. telegraphirt: „Jh habe die Märkte von Cawapore besucht und auch Erkundigungen längs der Linie eingezogen. Die Baumw ollenernte ist allenthalben gut ausgefallen und ihr Ertrag wird ras versandt, obwohl die Kommunikation auf dem Gangesfkanal cinige Zeit unterbrochen war. Die Indigoernte ist ebenfalls gut und Jndigosamen ziemlich. Es is jede Ausficht auf ein gedeihlihes Jahr vorhanden.“

Verkehrs-Anstalten.

Liverpool, 19. November, (W. T. W) Der Dampfer „Biafra* ist von der afrikanishen Westküste hier eingetroffen.

St. Petêrsburg, 19. November. (W. T. B) Nachdem seit zwei Tagen Froft eingetreten, geht in der Neva in großen Massen das Eis aus dem Ladoga-See. Die Bucht von Kronstadt ist mit M Ï bedeckt und die Verbindung zwischen hier und Kronstadt unter-

rochen.

Die Varna-Eisenbahngesellschaft macht bekannt, daß am 26. d. M. die fälligen Coupons der Obligationen und eine Divi- dende von 25 sh. pr. Aktie bezahlt werden.

Königliche Schauspiele.

Sonnabend, den 21. November, Opernhaus. (228. Vorstellung.) Cesario. Oper in 3 Akten nah Shakespeare's „Was ihr wollt“ von Emiï Taubert. Musik von Wilhelm Taubert. Ballet von P. Taglioni. Unter Direktion des Komponisten. Anfang halb 7 Uhr. Mittel-Preise.

Schauspielhaus. (238. Vorstellung.) Ein Erfolg. Lustspiel P if Akten von Paul Lindau. Anfang halb 7 Uhr. Mittel-

reise.

Der „Español" von Sevilla berichtet weiter über den Raub und die Verstümmelung des berühmten Gemäldes von Murill'o (heil. Antonius von Padua), das in der Kathedrale von Sevilla aufbewahrt wurde: „Obwohl der an dem Gemälde verübte Schnitt, vom äußeren Theil des Gitters der Kapelle gesehen, keine Krümmung zu haben sceint, so ist dem doch nit so; denn wenn man es von der Nähe betrachtet, gewahrt man, daß er solhe durwweg hat, was fich auch wobl begreifen läßt, insofern es sehr {wer is, eine solche Handlung mit festem und ruhigem Pulse auszuführen bei der Stellung, welche das Bild hat, und der, welche der barbarishe Urheber dieser Schandthat bei deren Verübung nehmen mußte.“ Wie das genannte Blatt ferner berichtet, haben die Behörden Sevillas sofort, nachdem sie von dem Verbrechen Kenntniß erhalten hatten, die ent)prechenden Maß- regeln zur Entdeckung des Verbrechers und seines Raubes angeordnet. Alle Reisenden, Wagen und sonstige Gegenstände, welche die Stadt verlassen und den fostbaren Aus\&nitt bergen könnten, werden streng kontrolirt; das gleiche ist betreffs der Schiffe auf dem Guadalquivir angeordnet. Sofort gab man auch der Regierung von dem Ereigniß Nachricht, die dann alsbald den Gesandtschaften und den Konsulaten im Aus- land Weisung gab, ihrerseits Alles zur Entdeckung des Raubes zu Bs wenn derselbe etwa an den Ort gebraht würde, wo einer dieser

eamten seinen Siß hat. Die Handlanger und andere Bedieustete der Kathedrale hat man gefärglih eingezogen. Was das geraubte Bild selbst betrifft, so ist dasselbe von Murillo im Jahre 1656 ge- malt worden, in der Zeit, welcher die besten Werke dieses berühmten Malers angehören; damals zahlte das Kathedral-Kapitel im Ver- hältniß zu dem -Werthe, auf welchen heute das Gemälde von Kundigen geshäßt wird, nur einen sehr geringen Be- trag dafür. Im Jahre 1813, nach dem Rüdtzug der Franzosen, hatte Wellingron das Gemälde für England ankaufen und für dasselbe so viel Unzen Goldes bezahlen wollen, als auf seinem Raume P!aß hâtt-n. Das reiche und auf diesen Besiß stolze Kapi- tel ging aber auf einn solchen Handel nicht ein. Der Preis, den Wellington bot, belief fich, da das Gemälde 15 Fuß im Geviert hat, urd jede Unze 320 Realen werth ist und 14 Zoll bedeckt,- auf etwa 4,700,000 Realen. Das Gemälde selbst ift weltbekannt. Um fih einen Begriff von demselben machen zu können, braucht man \ich nur in das Gedächtniß zurückzurufcn, daß Murillo den Moment dar- stellt, wo der heilige Antorius von Padua, auf die Knie geworfen, die Arme nach dem Jesuskind aus\treckt, welches von der Höhe niedersteigt, umgeben von einer Engelschaar und die von himmlishem Licht durcbflossene Wolke zum Schemel. Das Gemälde ift das größte Meisterwerk Murillo's, ein Wunder derJnnigkeit und Einfachheit, herrlich durch seine Ruheund die Anmuth seiner Farben, von hinreißendem Eindruck. Aus Anlaß des

Raubes in der Kirche von Sevilla erinnerte die „Espassa Catolica“ an einen bald vor einem Jahre vorgefallenen Raub der heil. Jung- frau von Alonso Cano, welche in der St. Michaelskapelle der Kathedrale zu Granada sich befand; glücklicherweise is dieses Ge- mälde im Monat März dieses Jahres wieder beigebraht wor- den. Man fand dasselbe nach einer wiederholten Hausfsuchung bei einem italienishen Gipsfigurenhändler und brachte es unter kirchlichen Festlichkeiten, an denen die gesammte Bevölkerung theil- nahm, in die Kathedrale zurück. Der Italiener, bei dem man auch noch andere aus Kirchen geraubte Kunstsachen entdeckte, wanderte natürlich in das Gefängniß, derselbe i aber im leßten Monat daraus entflohen. Damals ging die Rede davon, daß eine ganze Bande existire, welche den Raub von Kunstw«crken betreibe. Da in der leßten Zeit folche Raubfälle im Palacio zu Madrid, aus dem die Cartons von Goya vershwanden, nnd in den Kathedralen von Toledo, Granada, Sevilla und anderen Orten vorkamen, so glaubt man wirklid auch jeßt wieder an das Bestehen einer solchen weit- verzweigten Diebs- und Räuberbande. Man fahndet eifrig nah dem JFtaliener und seinen Beziehungen. Vielleicht führen diese Nachfor- schungen zur Entdeckung des Ortes, wo das Meisterwerk Murillo's fich befindet. ck

Der Londoner Kunstverein (art-union) hat, wie das „Dr. J.“ mittheilt, für die Summe von 3150 Pfd. St. cinen sehr ge- lungenen Stich des berühmten Wandgemäldes von Maclise im Westminfterpalast, das „Zusammentreffen Blüchers und We llingtons*, anfertigen lassen, um dasselbe seinen Mitgliedern für 1875 als jährliche Gabe zu liefern. Das Bild selbst ist in Kaul- bachsher Manier ausgeführt und mit Wasserglas überzogen, leider jedoch durch Schimmelbildung auf der poröôfen Kalksteinwand (Do- lomit) an mehreren Stellen s{hadhaft geworden. Es stellt die histo- rishe Begegnung des alten deutshen Recken (ce vieux hussard débouché, wie ihn Napoleon nannte) mit dem „eisernen Herzog“ dar welche lange als eine faktische bezweifelt wurde, auf die Bitte des Künst- lers und den Wunsch Jhrer Majestät der Königin Victoria s von Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Hoheit der Kronprinzessin dur ein eigenhändiges Zeugniß des Grafen von Nostiz, Blüchers Adjutanten und Augenzeugen der Scene, beglaubigt ift. Die Auffassung ift eine sehr gelungene, durch lange Studien des Künstlers bis ins Einzelne getreue. Ein zerschossenes Landhaus mit der Inschrift „à Ia belle alliance“ bildet den Hintergrund, auf dem im Centrum des Bildes Wellington auf seinem ermüdeten Schlahtroß „Kopenhagen® ernst und fast erschüttert Blüchers festshließende Hand ergreift und- seinen Dank fagt. Frühere englische Behauptungen, daß Waterloo auch

ohne die Blüchershe Armee gewonnen war, sind bekanntlich ganz vor Kurzem von dem britischen Ing-nieur-Oberst Chesney in seinen „Mi- litary Biographies“ endgültig widerlegt worden. Blücher, der Feld- marschall „Vorwärts“, preßt Wellingtons Rechte wie im Ungestüm der Verfolgung, die er übernommen, und zu welcher sein feuriger Ren- ner unruhig anseßt. Um beide Feldherren sind rechts und links die Stäbe als Portraitfiguren gruppirt, dann auf der einen Seite die \chweren Reiter der Life-Guards auf ihren Rappen, auf der anderen die preußischen Hujaren auf leichteren, helleren Pferden, ihre Trom- peter mit tôönenden Hörnern. Der verstorbene Künstler verdient auch in Deutschland Theilnahme für sein trefflihes Werk.

Nach Beginn der größeren amtlichen Unterrichts-Kurse in der Stolze’schen Stenographie, welche im fstenographishen Bureau des Natiee Abgeordneten abgehalten werden, find noch so zahlreiche Anmeldungen eingegangen, daß die Einlegung weiterer größerer Kurse erforderlich erscheint. - :

Der erste derselben wird im Monat Januar 1875 in der König- lichen Gewerbe-Akademie, Klosterstraße 36, beginnen und Montag und Donnerstag, Abends von 8—9 Uhr, abgehalten werden. Der Tag der Eröffnung wird später festgeseßt und mitgetheilt.

Anmeldungen zu diesem Kursus werden {hon jeßt entgegen- genommen : : ; A

1) bei dew Lehrer der Stenographie, Herrn Kaeding, Büschings- straße 30 IIL.,

2) in der Papierhandlung des Herrn Honrath, Mohrenstraße 29, am Gensd'armenmarkt,

3) bei dem Kastellan der Königlichen Gewerbe - Akademie, Herrn Kutscher, Klosterstraße 36. ;

Den angemeldeten Theilnehmein wird der Tag des Beginns seiner Zeit brieflich bekannt gegeben werden. /

Diejenigen Theilnehm-r früherer Unterrichts-Kurse im fteno- graphischen Bureau des Hauses der Abgeordneten, welche die Nr 10 bis 12 des stenographischen Erzählers noch zu empfangen haben, fönnen dieselben in den Vormittagéstunden von 10—12 Uhr abheben.

Berlin, den 20. November 1874.

Der Vorsteher des stenographischen Bureaus des Hauses der Ab- geordneten. C. Heidenreich.

Redacteur: F. Prehm. Verlag der Expedition (Kessel). Druck: W. Elsner. , Zwei Beilagen einschließlich Börsen-Beilage.

Berlint

Beilage

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlih Preußischen Skaats-Anzeiger.

Ne 278.

Berlin, Freitag, den 20. November

1874,

Zusammenstellung abhanden gekommener, zur Amortisation angemeldeter und gerichtlich zu mortifizirender Werthpapiere:

blatt für die gesammte

Staatssohnldsohein: Lit. E. No. 5788 über 200 Thlr.

Sohnuldversohrelbung der Staats-Anleihe von 1854: Lit. D, No. 16,496 über 100 Thlr.

Sohuldversohrelbnung der Staats-Prämien-Anleihe von 1855: Ser. 1015 No. 101,448 über 100 ThIr.

Sohnldversohrelbungen der Staats - Anlelhe von 1868 B,: Lit. E. No. 27,154 über 50 Thlr. und Lit, F, Nr, 44,312 über 25 Thlr.

Sohuldverschreibungen der consolldirten 47% Staats-Än- leibe von 1870: Lit. C. No. 8350. 8351. 55,095 und 55,096 à 500 Thlr, Lit, D. No. 7779 und 49,966 à 200 ThIr., Lit. E. No. 14,235 und 57,775 à 100 Thlr. und Lit. F. No. 11,753 und 29,908 à 50 Thlr,

Vormals Königlioh hannoversohe Obligationen : Lit. F. I. No. 4961 und 13,674 à 500 Thlr. Courant, No, 8957 über 100 Thlr. Gold und No. 15,294 über 100 ThlIr. Courant. Lit, G. I. No. 657 über 100 Thlr. Gold,

Prämlen-Sohein des vormals Herzoglich nassanisohen An- lehns vom 14. August 1837: No. 32,833 über 25 FI.

M IRETINO der Provinz Sohleslen: Lit. C, No. 58 à 100 e :

Rentenbriefe der Provinz Posen:;: Lit. C. No. 5386 über 100 Thlr.

Rentenbriefe der Provinz Saohsen: Lit, A, No. 1095 über 1000 Thlr. Lit, C. No. 2016 über 100 Thlr. i

Rheinisoh-Westfällsoher Rentenbrief: Lit. B, No, 1937 à 500 Thlr. nebst Coupons Ser. 3 No. 12—16 und Talon. é

Paderborner Schuldversobreibung: Lit. D, No. 6259 à 200 Thlr. nebst Coupons Ser. 9 No. 4 und Talon,

EKnr- und Nenmärkischer 4% Nener Pfandbrief No. 66,841 über 200 Thlr.

Ostpreussische Pfandbriefe:

Bezeichnung der Pfandbriefe,

Departe- |

Gut ment Be-

Bemerkungen, oder

Prozent- satz.

47 pCt. Talons verloren ge-

4x pCt. ohne Coupons und 43 pCt. gangen.

Pfandbriefe der sohlesisohenLandsohaft,

I. Altlandsohaftliohe 33 proz. Pfandbriefe:

Kriclien; Gro s e e ate Li. ; 500 Thlr. Tag edo e N à 100 Ma ¿ch QS8. à 100 Tudyigedors, O s OM à 100 D e t s ONL 300 E eet e NE, 200 Milch. Ee e GS à 1000 Tite valdat e e «D à 1090 Sd e O8 à 1000 Beêrteläd0f, Kr. Sltecau, e S), à 1000 ea B à 1000 S T. a 80 Bed e e T G 80 BLABORHE Obere «ete ails t S) 50 BOOURKI Ct oa s . LW. 50 D C U 50 Ober Dane dor L Au R: 40 Dn a s, BB, 20 U R SlelaO, S 2 L EN, 20 Wandritsch ohne Eichwald . . L; 20 It i A a S NG 20 Milledott B e NG; 40 Waiesko, Alt- und: Neu 0, 08, 20 do, E O8. 20 B S 200 Le L T C 2 200 O0 o atis E 200 V A a ee ese B, 100 S e 2A ie G: 950 D Po ao oie o O 200 E ea S L 100

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f i o O co R D N

Statistische Nachrichten.

_Nach den vom Kaiserlichen statistischen Amt aufgestellten Nach- weisen der Einnahmen an Zöllen und gemeinschaftlichen Verbrauchssteuern im deutschen Zollgebiete für dieZeit vom 1. Januar bis Ende Oktober 1874 belief sih die Soll- einnahme sämmtlicher in Betracht kommenden Abgabenzweige auf 67,314,163 Thlr. gegen 70,002,422 Thlr. im entsprehenden Zeitraum des Vorjahres, hat sich also im laufenden Jahre um 2,688,259 Thlr. vermindert. Dieser Ausfall erhöht fich aber auf 2,835,292 Thlr., wenn man von dem Sollertrage die auf gemeinschaftliche Rechnung

ezahlten Ansfuhrbonifikation, welche sich auf 3,599,060 Thlr. gegen 452,027 Thlr. im Vorjahr beliefen, in Abzug bringt. Der Gesammt- ertrag aller Steuerzweige stellt sich dann nur auf 63,715,103 Thlr. gegen 66,550,395 Thlr. in 1873 und entfallen hiervon auf: Zölle 30,913,007 Thlr. (gegen 1873 weniger 6,432,490 Thlr.), Rübenzuckersteuer 8,480,186 Thlr. (gegen 1873 mehr 1,470,363 Thlr.), Salzsteuer 8,748,850 Thlr. (gegen 1873 mehr 316,481 Thlr.), Steuer vom inländischen Tabaksbau 237,939 Thlr. (gegen 1873 mehr 89,031 Thlr.), Branntweinsteuer 10,167,599 Thlr. (gegen 1873 mehr 1,291,374 Thlr.), Uebergangsabgaben von Brannt- wein 28,423 Thlr. (gegen 1873 mehr 2145 Thlr.), Brausteuer 4,902,058 Thlr. (gegen 1873 mehr 422,845 Thlr.), Uebergangsabgabe von Bier 237,041 Thlr. (gegen 1873 mehr 4959 Thlr.). Der oben nachgewiesene Einnahmeausfall kommt fonah lediglich auf Rechnung der Zölle und ist hier hauptsählich durch verminderte Einfuhr von Kaffee und Rohtabak, sowie durch die mit 1, Oktober v. J. in Kraft getretenen Zollbefreiungen von Roheisen und Zollermäßigungen für Materialeisen, Maschinen 2c. hervorgerufen. f :

Von der oben nachgewiesenen Solleinnahme find in den einzelnen Bundesstaaten folgende Beträge aufgekommen: in Preußen 45,809,382 Thlr. (1873: 47,321,589 Thlr.) und zwar: Ostpreußen 1,544,187 Thlr. (1873: 1,752,810 Thlr.), Westpreußen 1,702,316 Thlr. (1873:

T e S T EA Go E L NG A 90 T C Le R 5 E u C g NOR 5

No. XX.

(No. XIXK. s, Reichs- etc. Anzeiger von 1874 No. 192, Beilage.) Nar. Noi 284: à- 500 Thie:

154A: /90 5 TOI à ::00 Obe n E A S

TI. Altlandsohaftliohe 4 proz. Pfandbriefe: Bischkowitz, Kr. Nimptsch, . . . BB, No. 65 à 500 Thlr V a B a G S T1000 5 G s E ASN.0 s e n E A S s LOICS 20D Me S es S L 20 Mügébton L Aut 2 4 s S J S 100 do. S E Roi ai» e Eo M c E 8246 5 1000 Otté-Tangendorf „C D s 1265 100 SclmischoW e O8, 150 à 100 S a 76 à 100

ITI. Neue sohlesische 4proz. Pfandbriefe:

See L No: C04. . « à 1000 Thie E... S 200

E S E e. «A 00 i T S Io Pa O 5

IV, Zinsconpons zu altlandsohaftliohen 3{proz. Pfandbriefen: | über je über je . « [174 Thlr. |No. 55,101 lit. r—u. | 34 Thlr. E E 70,905 p—u. | 13 Thlr. L T: 100,792 P—u, |1!/29 Thlr. ü, - [108 Thlx: 104,667 p—u. | 264 Sgr. i do. 105,857 0—U. do. 1 SE Thl. 117,066 p—u. | 21 Sgr. do. 120,447 p—u, | 15} Sgr. 126,592 p—yu, | 135 und 131/14 Sgr.

129,954 p—yu. | 10} Sgr. 129,965 P—u. do. 129,966 P—u. do. 129,967 P-—u. do.

7,875 lit. 7,884 ,„ 7,886 25,256 26,358 33,476 33,480 42,839 Ls 42,837 r—u. : 42,840 r—u. do. 92,227 p—u. | 334 Thlr. 99,089 r—u, do. 99,090 r—U, do. 59,092 r—u. do. . Zinscoupons zu altlandsohaftliohen 4proz. Pfandbriefen; No. 47,649 lit. q—t. über je 18 Sgr. 40,000, t p p 18: Bgr. ce A2 Q 0) : LOSPT, ie 02.093, Duc o 0 12 SNE

VI. Pfandbriefe, : Die Sohlesisohen - 44 proz. Pfandbriefs Lit, A, Ser, III No. 207, 208 und 210 à 100 Thlr, mit Talons. Der 4proz. Pfandbrief Lit. C. Ser. IL. No. 19 à 500 Thlr, Der 44proz. Pfandbrief Lit, C. Ser, V. No. 53 à 500 , Nene Posener Pfandbriefe: Ser. I. oder VI. à 1000 ThIr.: No. 193. Ser. I. à 1000 ThIr.: No. 731. 5822. Ser. II à 200 Thlr.: No. 1375. 7779. 13,400. 14,779 und 19,793. Ser. III. à 100 Thlr: No. 1561. 3042. 7118. 11,223. 12,705. 12,770. 12,771 und 14,439. Ser. V. à 500 Thlr: “No. 310: 768, 1130. Ser. VI. à 1000 ThlIr.: No. 6019. Ser. VIII. à 200 Thlr.: No. 7211 und 8393. Ser. IX. à 100 Thlr: No. 3689. Berliner Stadt-Obligationen à 32 Prozent: Lit. E. No. 2077 à 100 Thlr, Lit, F. No. 1567. 9959. 12,046. 13,713. 14,394 à 50 Thlr, Lit, G. No. 3234. 7293. 10,392 à 25 Thlr. à 44 Prozent; Lit. D, No. 7992. 8127, 9800 à 200 ThIr. Lit. E, No. 9227, 10,417. 20,762. 21,268. 22,628 bis 22,636. 24,944 à 100 Thlr. Lit, F. No. 23,810 à 50 Thlr. Lit. G, No. 15,444. 15,445. 28,248. 31,329. 43,087 à 25 Thlr. Berliner Stadt-Obligationen, welche noch auf 5 Prozent lauten, da dieselben als angeblich gestohlen etc. zur Convertirung nicht präsentirt werden konnten. Lit, D, No. 11,096. 11,097. 11,102 à 200 ThIr. Lit, E. No. 28,990 à 100 Thlr. Lit, F. No, 16,931. 22,321. 22,324 à 50 Thlr.

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T1 RE g

(Erscheint auf Grund amtlicher Mittheilungen jedes Vierteljahr, s. Circular-Verfügung vom 12. November 1869, Staats-Anzeiger No. 268 Seite 4385 und Ministerial- innere Verwaltung 1869 No. 11 Seite 273.)

Sparkassenbüoher der Berliner Sparkass6: No. 115,053 lan-

tend auf Johann Klinger, Eisenbahnarbeiter, über 20 ThIr, 1 Sgr. 8 Pf. No. 54,148 lautend auf Sophie Tacke, Dienstmädchen, über

10 Thlr. 7 Sgr. 6 Pf. No. 103,900 lautend auf Henriette Elting,

Fräulein, über 10 Thlr. 11 Sgr. 8 Pf. No. 82,474 lautend auf Hedwig Masur, Dienstmädchen, “über 15 Thlr. 5 Sgr.

Sparkassenbnuoh des Magistrats in Bromberg No. 4030 lau- tend auf den Chausséepächter Swieciehowski zu Podgorce bei Znin. Berglsoh-Märkisohe Stammaktien à 100 Thir.: No. 290,440. 431,470. 488,065—68. 601,827. 601,831—32. 671,263.

Quittungsbogen Serle Q. No. 4 der Aktien, Emission de 1873, über die Einzahlung von 40 % = 80 Thlr. auf 2 neue Ber- gisch-Märkische Stammaktien.

Desglelohen Serle R. No. 15 über die Einzahlung von 40 4 = 800 Thlr. auf 20 neue Bergisch-Märkische Stammaktien,

Bergisoh-Märkisohe Prioritäts-Obligation IIL Serle à 100 Thlr, : No. 58,769.

Bergisoh-Märkisohe Prioritäts-Obligationen III Serie Lit. B. à 100 Thir. : No. 124,369—78.

Bergisoh-Märkisohe Prioritäts-Obligatlon IV. Serle à 100 Thlr. : No. 5044.

Bergisoh-Märkisohe Prioritäts-Obligationen VI. Serle à 100 Thlr, : No. 102,383—92.

Bergisoh-Märkisohe Priorltäts-Obligation VII. Serle à 200 Thir. :: No. 12,517.

Desgletohen à 100 Thir. : No. 78,640.

d u E E Prioritäts-Aktien I. Serle à 100 Thlr. : 0, é

Bergisoh-Märklsohe Nordbahn-Prioritäts-Obligationen à 100 Thir: No. 4665. 5499—500. 6781. 24,490. 31,746.

Berlin - Görlitzer Eisenbahn: Stamm - Prioritäts-Aktien No. 14,558. 14,637 und 16,816.

Cöln-Mindener Eisenbahn: Aktien (alte) No. 36,154. 54,906 à 200 ThIr.

Stamm-Aktien Lit, B, No. 8402, 8403. 47,520. 47,521, 47,531 à 200 Thlr,

4tproz. Prioritäts - Obligation IIT. Emission Lit. B. No. 30,394 à 100 Thlr.

Aproz. Prioritäts-Obligationen IV. Emission Lit, A. No. 2633 à 1090 Thlr.

No. 3729. 11,848. 13,910 à 500 Thlr.

No; 73. 5576. 7698. 12,776. 29,675. 25,676. 25,677. 25,678. 25,679. 26,802. 29,628. 29,629. 31,522. 42,583 à 100 Thlr.

4% Prioritäts-Obligationen IV, Emission Lit. B, No. 56,701. 57,154 à 100 Thlr.

Halle-Soran-Guben: Stamm-Prioritäts-Aktien No. 32871 bis 32,878, No. 24,772 und No. 28,944 bis 28,947 à 200 Thlr., Stamm- Aktien No. 11,145 bis 11,147. 36,193. 36,398. 15,024. 16,734. 11,140. 11,148. 23,904 über je 100 Thlr.

Märkisoh - Posener Eisenbahn: Stamm-Prioritäts-Aktie No. 35,808 über 200 ThIr.

Niedersohlesisoh-Märkisohe Eisenbahn.

BE Soi 61 uns

der Kapital No dazu ge- * | hörigen à

Coupons Thl] Sgr.

Bemerkungen,

der Emission.

Durch Diebstahl ab- handen gekommen,

132,304. Mit 100 | Coupons

und Talon. I, 19,921, | dito. 1100

Angeblich verloren ge- gangen,

Ohne Durch Diebstahl ab- Coupons handen gekommen.

und Talon.

Mit Desgl. Coupons : und

Talon.

Lit. G, No. 27,839. 31,512. 44,949 à 25 Thlr.

1,533,611 Thlr.), Brandenburg 6,042,096 Thlr. (1873: 6,025,188 Thlr.), Pommern 2,824,152 Thlr. (1873: 2,912,932 Thlr.), Posen 2,183,776 Thlr. (1873: 1,910,859 Thlr.), Schlesien 4,990,370 Thlr. (1873: 5,251,170 Thlr.), Sachsen 8,774,425 Thlr. (1873 : 7,847,095 Thlr.), Schleswig-Holstein mit Lauenburg und den Hauptämtern Lübeck und Hamburg 2,853,362 Thlr. (1873: 3,040,375 Thlr.), annover mit dem Hauptamte Bremen 4,162,716 Thlr. (1873: 449,983 Thlr.), Westfalen 2,041,440 Thlr. (1873: 2,430,096 Thlr.), Hessen-Nassau 2,076,413 Thlr. (1873: 2,290,793 Thlr.), Rheinprovinz 6,559,346 Thlr. (1873 : 7,827,508 t A Hohenzollern 54,787 Thlr. (1873: 49,168 Thlr.); fodann in: Bayern 2,974,643 Thlr. (1873: 3,152,153 Thlr.) Königreich Sachsen 4,654,019 Thlr. (1873: 4,825.055 Thlr.), Württemberg 1,420,507 Thlr. (1873: 1,411,395 Thlr.), Baden 1,985,999 Thlr. (1873: 2,241,865 Thlr.), Hessen 1,137,973 Thlr. (1873: 1,378,573 Thlr.), Mecklenburg-Schwerin und Streliß 471,855 Thlr. (1873: 462,506 Thlr.), Sachsen -Weimar 249,652 Thlr. (1873: 205,488 Thlr.), Oldenburg 233,043 Thlr. (18/3: 446,959 Thlr.), Braunschweig 1,780,601 Thlr. (1873: 1,592,319 Thlr.), Sachsen-Meiningen 437,099 Thlr. (1873: 403,202 Thlr.), Sachsen-Altenburg 171,548 Thlr. (1873: 167,297 Thlr., Sachsen-Coburg-Gotha 198,831 Thlr. (1873: 188,699 Thlr.), Anhalt 1,428,792 Thlr. (1873 : 1,183,087 Thlr.), Schwarzburg-Rudolstadt 86,412 Thlr. (1873: 80,689 Thlr.), Schwarburg-Sondershausen 70,284 Thlr. (1873: 31,817 Dhlr.), enl ä. L. 15,778 Thlr. (1373: 17,444 Thlr.), Reuß j. L. 111,448 Thlr. (1873: 106,105 Thlr.), Elsaß-Lothringen 3,631,385 Thlr. (1873: 4,189,683 Thlr.) Hierzu treten noch für das Großherzogthum Luxemburg 444,912 Thlr. (1873:

596,543 Thlr.) : Ein indishes Blatt enthält eine Statiftik über die

Wehrkraft der Eingeborenen-Staaten in Indien. Dar- nach zählen die kombinirten Armeen der eingeborenen indishen Fürsten

315,000 Mann. Die Artillerie zählt 5300 große GBeshüße, Hydrabad

hat die größte Armee: 36,890 Mann Jnfanterie, 8203 Mann Kavallerie und 725 Geschüßen. Zunächst kemmt Bundle- cund mit 22,163 Mann Infanterie, 2677 Mann Ka- vallerie und 421 Velen Cashmir nimmt den dritten Plaß auf der Liste ein mit 18,436 Mann Fußvolk, 1393 Reitern und 96 Ka- nonen. Gwalior besißt 16,050 Mann Infanterie, 6000 Mann Ka- vallerie und 210 Kanonen; Kattywar 15,300 Mann Infanterie, 4000 Mann Kavallerie und 505 Kanonen; Oodeypore 15,9000 Maun In- fanterie und 6240 Mann Kavallerie. Die Streitmacht jedes übrigen Staates übersteigt nicht 10,000 Mann.

Den Statistiken des „Bureau Veritas" zufolge wurden im Monat September 143 Segelschiffe, sowie 11 Damvfer als ver- loren oder vermißt gemeldet. Von ersteren gehören 61 der englischen und 24 der franzöfischen ee an, und von leßteren waren 7 englisch und je einer französisch, deuts, amerikanis und spanisch.

Verkehrs-AnFftalten.

ng an das eidgenössische Postdepaxtement ißt in Folge starken Sd eefalles und furchtbaren turmes. jeder Verkehr über den Simplon unterbrochen,

Aus Calcutta wird felegraphirt, i Hooghty eine unglückliche Kollifioa zwischen Zwei Beide sanken, aber ihre Namen find niht bekannt. : \ ch dem Schauplaß der G gesandt. Weiter wird

Bern, 19. November. Poi T. B.) Laut einer offiziellen Mel-

daß sich auf dem iffen ereignete.

wurde na C ° meldet: Es ist ermittelt worden, da

von Aden, und der „Cit i Die Ursache der Kollision ist noch nit aufgek

gemeldet,

ini Dampfer

e die, Schiffe, w&che nach einer Kolli on im Hooghly sanken, der „French Empire“, in Ballast City of Mrgs, vo’¿ London waren.

ärt. Eine Bootsmannse- \haft des „City of Edinburgh“ und drei M-trosen des „French (Smpire" wurden gerettel, Zwei Bootsmannscho“ten sind als vermißt

E O D E L G PE T. pf

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E a i cit: 2