1899 / 88 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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g. der Pensionskasse für die Arbeiter der Preußischen Staatseisenbahnverwaltung (Eisenbahn - O 9) LGE SanR S N aae D

der Regierungs-Assessor Dr. Freiherr Schen> Schweinsberg in Tilsit zum Barsttéien und Y & 3) der Regierungs-Affsessor Glaßel ebenda zum stellver- tretenden Vorfißenden der Schiedsgerichte daselbst ; 4) der Amtsrichter Dr. Freitag in Gostyn zum Vor- sigenden g

der Amtsrichter Paehold ebenda zum stellvertret Vorsißenden der S diedsgeriddte daselbst. E

Berlin, den 10. April 1899. Der Minister für Handel und Gewerbe. Jn Vertretung: Lohmann.

Bekanntmachung.

Die Buchhaltereten III bis VIII des Einziehungsamts der Gerichtskasse T bleiben des Jahresabshlufses icaza vom 17. bis eins<l. 22. April 1899 für den Einzahlungs- veTeaE gelost y uszablungen dagegen werden dur< die Zaÿhlstellen der Haupt- fasse ohne Unterbre<ung geleistet. H E D

Berlin, den 23. März 1899,

Königliche Gerichtskafse I. Kaehler, Amtsgerihts-Nath.

Angekommen:

Seine Excellenz der Präsident des Reichsbank-Direktoriums, Wirkliche Geheime Rath Dr. Koch, von seiner Urlaubsreise;

der Unter-Staatssekretär im Ministerium für Landwirth- haft, Domänen und Forsten Sterneberg, vom Urlaub.

Nichtamtliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 14. April.

_Seine Majestät der Kaiser und König begaben Sich, wie „W. T. B.“ meldet, heute Morgen um 81/2 Uhr nah Potsdam zur Besichtigung der Leib-Kompagnie sowie der 4., 8. und 12. Kompagnie des 1. Garde-Regiments z. F. und nahmen darauf militärishe Meldungen entgegen.

Jhre Majestät die Kaiserin und Königin waren gestern Vormittag bei der Generalversammlung des Frauen- Lazareth-Vereins (Augusta-Hospital) im Ministerium des Königlichen Hauses anwesend.

Heute Vormittag besuhten Jhre Majestät die Kaiserin und Königin das Gemeindehaus zur Erlöserkirhe in Rummelsburg und wurden dort von dem Vorsißenden des Evangelisch-Kirhlichen Hilfsvereins , Wirklichen Geheimen Rath von Leveßow, jowie von dem Vorsißenden des Gemeindehauses, Landrath von Treskow, dem ärzt- lihen Leiter des GELEE I: Geheimen Medizinal- Rath Dr. Fischer und den übrigen Herren und Damen des Vorstandes empfangen. Jhre Majestät besichtigten eingehend zunächst die von Leichtkranken überfüllte Poliklinik des Hauses, danach die in dem Hause befindliche Kinderschule, den Kinderhort, die Krippe und die Krankenstuben. Von dem Gemeindehause gingen Jhre Majestät nah der im Bau begriffenen großen Bara>e hinüber und vollzogen dort auf die Bitte des Vor- standes drei Hammerschläge auf einen in die Grundmauern einzulegenden Schlußstein. Die sämmtlichen Gemächer des Rohbaues wurden von Jhrer Majestät unter Führung des Geheimen Medizinal-Raths Dr. Fischer und des Bauraths Bartholomé eingehend besichtigt. um Schluß gingen Jhre Majestät durch die von Allerhö stdersclben erbaute erste Kirhe hindur<, in welher der Organist die Orgel spielte. Die Einwohnerschaft von Rummeleburg und Tausende von Schulkindern hatten sich in der Nähe des Gemeindehauses und der Kirche aufgestellt und begleiteten die Kaiserin mit endlosem Jubel. Viele Häuser hatten geflaggt, und vor dem Gemeindehause war eine mit Tannengrün und Fahnen reich dekorierte Ehrenpforte errichtet.

Die vereinigten Ausshüsse des Bundesrath s für Handel und Verkehr und für Justizwesen, sowie der Ausschuß für Juftiz- wesen hielten heute Sißungen.

Laut telegraphisher Mittheilung an den Admiralstab der Marine ist S. M. S. „Deutschland“ mit dem Divisions- Chef, Kontre - Admiral Prinzen Heinrich von Preußen, Königliche Hoheit, an Bord —, Kommandant: Kapitän zur See Müller, gestern in Shanghai angekommen; S. M. S. „Gefion“, Kommandant: Korvetten - Kapitän Rollmann, ist gestern von Kiautshou na< Shanghai in See gegangen; S. M. S. „Kaiserin Augusta“, Kom- mandant: Kapitän zur Sce Gülich, ist am 12. April in Taku angekommen und an demselben Tage nah Nagasaki weitergegangen. :

Sachsen.

Seine Majestät der König nahm, wie das „Dresdner ournal“ meldet, gestern, als am 50jährigen Gedenktage des turmes auf die Düppeler Höhen, im Park der Villa

Ee eine Huldigung der aus jener Zeit no< lebenden sähsishen Veteranen und der 1849 bei Unterdrü>ung des Straßenkampfes in Dresden betheiligt gewesenen Veteranen der K. sächsishen Truppen (Offiziere und Mann- schaften) entgegen. Etwa 700 Personen betheiligten si< an der Ovation, bei welcher dem König eine Jubel - Stammrolle überreiht wurde, in der die Namen aller no< lebenden, an dem Feldzuge von 1849 betheiligt gewesenen Offiziere, Unter- offiziere und Mannschaften ve eichnet sind. Der General- Adjutant, General der Kavallerie von Carlowiß hielt eine Ansprache an Seine Majestät, welche in cinem Hoch auf

Allerhöchsten Befehl ein Frühstü>X gegeben wurde. Kurze Zeit darauf erschien 2 König ebendaselbst und verweilte cini eit unter den Veteranen, denen Allerhöchstderselbe vor dem Abschied mit den Worten: „Auf das Wohl meiner alten Kriegskameraden!“ zutrank. Am Nachmittag, um 11/2 Uhr, nahm der König im Residenzschlosse aus Anlaß Allerhöchst- scines S50jährigen Jubiläums als Ritter des Militär- St. Heinricht-Ordens die Glü>wünsche einer Deputation der Ritter dieses Ordens entgegen. Um 51/2 Uhr fand bei Jhren Königlichen Majestäten im Residenzshlosse eine rößere Tafel statt, zu der die Deputation der Ritter des Militär-St. Heinrichs Ordens und eine Abordnung der 1849 er Kriegsveteranen mit Einladungen beehrt worden waren.

Sachsen-Alteuburg.

Der Landtag genehmigte, wie die „Geraer Ztg.“ meldet, in seiner vorgestrigen Sißun mehrere Ausführungs- gesche, die das bevorstehende Jnkrafttreten des Bürgerlichen Geseßbuchs erforderli<h macht, einstimmig nah den Beschlüssen der Spezialkommission.

Anhalt.

Die Session des Landtags ift gestern dur<h den Staats- Minister Dr. von Koseriß geschlosen A ads /

Oesterrei<h-Ungarn.

Im ungarischen Unterhause erklärte gestern i weiteren Verlauf der Debatte über A Budget ay Staats: sekretär des Ministeriums für die Landesvertheidigung Gromon, daß zur Zeit nicht die Absicht bestehe, die unga- rishe Landwehr mit Artillerie und technis<hen Truppen zu ver- [A me dies nicht nöthig und mit zu großen Kosten ver- unden sei.

Großbritannien und Frland.

Jn der gestrigen Sißung des Unterhauses brachte der Schaßkanzler Sir Michael Hi>s-Beach das Shazi ein. Dabei führte derselbe, wie „W. T. B.“ berichtet, Folgendes aus: Der Uebershuß des abgelaufenen Rechnungs- jahres betrage 186 000 Pfund Sterl. Der Voranschlag der Ausgaben für das neue Nag ET beziffere si<h auf 112 927 000 Pfund. Er schlage eine erminderung der jähr- lichen Ausgaben für den Dienst der Staatsschuld von 25 auf 23 Villionen Pfund vor, sodaß das Ausgabenbudget sich um 2 Millionen verringere. Der Voranschlag der Einnahmen belaufe sih auf 110 287 000 Pfund. Der Schaßkanzler brachte dann zwei neue Stempelabgaben in Vorschlag: die eine soll 5 Schilling auf 100 Pfund Sterling betragen und von allen ausländischen und kolonialen Stcts-Obligationen, Effekten und Aktien, die gegenwärtig keiner Abgabe unterliegen, bei dem ersten Anlasse, wo ein sol<hes Stü>k den Gegenstand eines Geschäftes in England bildet, entrichtet werden. Wenn ein so!hes Stück eingezogen und durch cin anderes erseßt wird, joll ein geringerer Saß der Abgabe zur Zahlung gelangen. Die zweite Stempelabgabe soll eine Mortgage-Abgabe von 21/7 Schilling auf 100 Pfund Sterling sein und von dem Kapital oder den Dcbentures einer Anleihe erhoben werden, die eine handelsgeschiihe Korporation oder Gesellschaft aus- giebt. Außerdem |<{lug der Schatßkanzler vor, die Abgabe vom Kapital einer Gesellshaft auf 5 Schilling von 100 Pfund und den Stempel auf Letters of Allotment von 1 Penny auf 6 Pence zu erhöhen. Ferner wird eine Erhöhung des Zolles für Weine unter 30 Grad Alkoholgehalt auf 18 Pence per Gallone, für Weine zwischen 31 und 42 Grad auf 3 Schilling per Gallone und eine Zuschlagsabgabe auf Schaumweine von 2 Schilling 6 Pence per Gallone beantragt. Auf nicht s{häumende Weine in Flaschen soll ein neuer Zoll von 3 Schilling per Gallone gelegt werden. Von der Durchführung dieser Vorschläge verspricht sih der Minister einen Uebershuß von 230 000 Pfund. Jm Laufe seiner Rede betonte der Schaßfanzler die beständige Zunahme der Staàis-Ausgaben und jagte, wenn diese Zunahme fortdauere, müsse sih das Parlament auf eine Erhöhung der Besteuerung vorbereiten oder andere neue Einnahmcquellen zu entde>en suchen. Die Vermehrung der Ausgaben sei indeß hauptsächlih den Kriegsrüstungen zuzuschreiben. Die Regierung hoffe, daß die bevorstehende Konferenz der Mächte, von dem Wunsch nah Frieden beseelt , im siande sein wérde, einige Hemmnisse für den furhtbaren Wettbewerb in den Rüstungen ausfindig zu machen, der für des Landes Leistungsfähigkeit, Thaikraft und Geldmittel so verderblih sei und von dem selbst die reichste Nation erlóst zu werden- bitten müsse. Gleich- zeitig aber befürchte er, daß, wenn die Ausgaben für Heer und Flotte verringert würden, Großbritannien scine Ausgaben na< anderen Richtungen zu vermehren haben werde. Mit Bezug auf die Erhöhung der Weinzölle sagte der Minister : weder die Lage des Weinhandels, noch die Verträge mit dem Ausland ständen der Auferlegung eines angemessenen Zolles ent- gegen. Der Parlaments-Sekretär des Aeußern Brodri> er- klärte, die Regierung habe feine Garantie für die Unabhängig- keit der Tonga-Jnseln gegeben. Ferner bemerkte Brodri>k auf eine an ihn gerichtete Anfrage, die britische Regierung habe feinen Grund zu der Annahme, daß die russi]h-cinesische Bank, abgeschen von ihrer Stellung als Agent und Banquier des belgishen Syndikats, ein Interesse an der. Peking- anfaubahn habe. Sodann erwiderte Brodri> auf eine weitere lnfrage, Großbritannien habe feinen Theil der nördli<h und nordöftli<h vom Rudolf-See liegenden britishen Sphäre aufge- geben, doch seien no< feine Verhandlungen mit Abessynien zwe>s Abste>ung dieses Grenzabschnittes eingeleitet worden. Bei der Debatte über das Budget bekämpften Fowler, Sir W. Vernon Harcourt und Courtney die vorgeschlagene Verminderung des Tilgungsfonds der Staatsschuld in Zeiten des Woblstands. Sir W. Vernon Harcourt erklärte, Großbritannien würde damit eingestehen, daß es zu <hwah und feige sei, den Verantwortlichkeiten zu begegnen, welhe die militärischen und maritimen Maßregeln zur Sicherung des Reiches ihm auferlegten. Schließlich nahm das Haus Resolutionen, be- treffend höhere Weinzölle und eine neue Stempelsteuer, an und vertagte fi D :

Das Kanal-Geschwader ist gestern von Gibraltar na< Cagliari in See gegangen. Dasselbe besteht aus acht Schlachtschiffen und 6 Kreuzern.

Frankrei.

Eine Note der „Agence Havas“ besagt: Jn den leßten Tagen wurde gemeldet, daß die an der Westgrenze Dahomeys

Allerhöchstdenselben ausflang. Sodann begaben sih die Vete- ranen na< dem Hotel Duttler in Strehlen, wo ihnen auf

eingetreten seien, ihre Arbeiten unterbrochen habe. Wi in der Lage versichern zu können, daß jeßt völliges f tes vernehmen unter den Kommissaren besteht und daß die Arbeiten am 9. April an Ort und Stelle wieder aufgenommen worden sind. : __ Dex Generalstabs-Chef der Marine, Admiral Cuver- ville hat, einer Bul tung des Marine-Ministers Lo >roy s: 2E Derigen E Ne E V eltend, die von ihm ein- gereichte Demi}ston (}. Nr. . Bl.) zurü i in I Laie E M AAIOAEN M A er „Figaro“ veröffentlicht »heute die Aussagen des Generals de Boisdeffre, des Majors Laut Tab des Archivars Gribelin vor dem Kassationshofe.

L Rußland.

er „Regierungsbote“ veröffentliht, wie „W. T. B.“ aus St. Petersburg meldet, einen ausführlihen Bericht über die Ursachen und den Verlauf der Studenten- bewegung, und meldet gleichzeitig, daß sich die Be- wegung auf die meisten ohshulen des Reichs erstre>e. Ueberall, heißt es in dem ericht, stehen sih zwei Parteien gegenüber: eine gemäßigte, die für die Wiederherstellung der Ordnung eintritt, .und eine radikale, die bei der Fort- sezung der Unruhen und der Forderung verschiedener Privilegien beharrt. Die Leitung der St. Petersburger Bewegung übt ein so- genanntes Organisations-Comité aus welches Aufrufe und Pro- klamationen veröffentlicht. Die Hauptführer der Bewegung wurden verhaftet und bei ihnen verschiedene unerlaubte Dru>schriften kon- fisziert. Die Leiter der Bewegung anallen betreffenden Hochschulen stehen miteinander in Verbindung und terrorisieren die großz-, für die Ordnung eintretende F Die Siudenten, die sh an der Bewegung betheiligt haben, verlangen ihre Wiederaufnahme, Amnestie für die bestraften Kommilitonen und theilweise auh eine Reorganisierung der Universitäts - Jnspektion. Das St. Petersburger Organisations - Comité veröffentlichte eine Proklamation, in welher auf die Rothwendigkeit eines Kampfes zur Erreichung politischer Reformen hingewiesen wurde. Die Proklamation erregte bei der Mehrzahl der Studenten Widerspruh, weil dadur<h der Bewegung ein niht wünschenswerther Charakter verliehen werde. Der „Regierungsbote“ sagt zum Schluß: Obgleih an den Unruhen nur die Minorität der Studenten theilnahm, find alle Studenten ausgeschlossen worden, da die Forderungen der Studenten hinsihtli<h einer Aenderung der tatuten und der bestehenden Geseßge von der Obrigkeit niht erfüllt werden können. Denjenigen Studenten, welche ihre jugendliche Verirrung offen befennen und si< bedingungslos den Vor: schriften der brigkeit e A soll es ermögliht werden, ihre Bildung abzuschließen ; die Führer der Bewegung dagegen, welche die Studenten zu ungeseßlichen Handlungen verleiteten und eine gedeihlihe Lehrthätigkeit verhinderten, unterliegen der ganzen Strenge des Gesehes.

Jtalien.

Der König und die Königin nahmen gestern, wie „W. T. B.“ aus Cagliari meldet, eine Parade der dortigen Garnison ab, wobei Allerhöchstdieselben von der Bevölkerung mit begeisterten Zurufen begrüßt wurden, und kehrten sodann unter fortwährenden Ovationen der Menge zu Fuß nah dem Palais zurü>. Um 11 Uhr begab fich der Admiral Fournier in Begleitung von zwei Kontre-Admiralen und neun Schiffskapitänen in Galawagen nah dem Palais, um dem König ein Schreiben des Präsidenten Loubet zu überreichen. Die Audienz bei dem König währte eine Stunde. Nach derselben wurden der Admiral Fournier und dessen Begleiter au<h von der Königin empfangen. Heute gedenken die Majestäten das französische Geschwader zu besichtigen und an einem Dejeuner bci dem Admiral Fournier an Bord des „Brennus“ theilzunehmen.

Spanien.

In dem gestern abgehaltenen Ministerrath erklärte, dem „W. T. B.“ zufolge, der Minister - Präsident Silvela, die Carlistenpartei sei gespalten, das Gerücht über Umtriebe derselben sei falsh. Der Minister - Präsident theilte ferner mit, daß die Regierung von dem Kabinet in Washington die Mit- theilung erhalten habe, der gegenwärtige Gesandte in Brüssel Storer sei zum Gesandten der Vereinigten Staaten in Madrid

bestimmt.

Türkei. Ein Jrade ordnet, dem „W. T. B.“ zufolge, die Ver- mehrung der Zivilshulen in Albanien und die Errichtung einer niederen Militärschule in jedem Sandschak an. Griechenland.

_ Theotofkis hat, wie dem „W. T. B.“ aus Athen gemeldet wird, nach einer langen Besprechung mit dem König den Auf- trag zur Kabinetsbildung übernommen und hofft, heute dem König die Ministerliste vorlegen zu können. Gutem Vernehmen desselben Bureaus nah dürfte das neue Kabinet, wie folgt, zusammengeseßt werden : Theotokis Präsidium und Jnneres, Simopulos Finanzen, Athos Romanos Auswärtiges, Oberst Komunduros Krieg, Buduris Marine, Kara- pavlos Justiz, Eftaxias Kultus und Unterricht. Das neue Kabinet werde die Ausschließung der Offiziere aus der De- putirtenkammer, eine neue Eintheilung des Königreichs in administrativer Hinsicht und die Bildung einer staatlichen Polizei vorschlagen. Dänemark,

Der Kronprinz und die Kronprinzessin haben, wie „W. T. B.“ meldet, mit dem Prinzen Harald und der Prinzessin Thyra gestern Abend über Korsör und Kiel eine Reise ins Ausland angetreten.

Amerika.

Der Präsident McKinley hat, wie „W. T. B.“ aus Washington erfährt, an den räsidenten der Französischen Republik Loubet ein Schreiben gerichtet, in welchem er scine hohe Anerkennung über die Thätigkeit des französischen Ver- treters bei den ea L mit Spanien ausspricht. In diesem guten Dienste, heißt es in dem Schreiben, erbli>en de E aner ein weiteres Freundschaftsband der beiden ölfer.

Der Marine-Sekretär Fans hat erklärt, daß die Ver- einigten Staaten in Samoa hinreichend vertreten seien, falls niht weitere wichtige Ereignisse einträten. Der Admiral LOA habe keine Verstärkungen verlangt, jepon E außer dem Leutnant Hughes, welcher den getödtelen Armeen ersege, noh drei Offiziere beordert worden, sich mit dem nächsten

thätige range tcS-Lew Ge Abgrenzun gskommission infolge von Mißhelligkeiten, die zwishen den Kommissaren

Postdampfer nah Samoa zu begeben.

Nath einer Meldung des „Reuter'schen Bureaus“ ist der |- Admiral Kauß dur den lezten, von Auckland abgegangenen Dampfer dahin instruiert worden, unnöthige Kollisionen zu vermeiden, jedoch Eigenthum und Leben zu beschüßen, bis die | drei Mächte entschieden haben würden, was in Bezug auf die

e geschehen solle. E Afrika.

Aus Kairo meldet die „Agence Havas“, Lord Kitchener, welcher si< gegenwärtig in Suakin aufhalte, werde über Berber nah Säro ge kehren; gegen die Mahdisten sei keine Expedition abgeschi worden.

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Parlamentarische Nachrichten.

Die Berichte über die gestrigen Sißungen des Rei h83- tages und des Ke ilen der Abgeordneten befinden sich in der Ersten und Zweiten Beilage.

Jn der heutigen (65.) Sigzung des Reichstages, welher der Staatssekretär des Znnern , Staats- Minister Dr. Graf von Posadowsky, der Minister des Innern Freiherr von der Re>ke, der Staats- ekretär des Auswärtigen Amts, Staats - Minister von,

uülow, der Staatssekretär des Reichs - Marineamts, Staats-Minister, Kontre-Admiral Tirpiß und der Staats- sekretär des Reichs - ustizamts Dr. Nieberding bei- wohnten, stand unächst Vlgende nterpellation der Abgg. Dr. Lehr D). Ri>ert (fr. 9g.), Dr. Schaedler

entr.), Graf von Arnim ), Schmidt-Elberfeld (L Volksp.) und Genossen auf der Tagesordnung:

„Jst der Herr Reichskanzler bereit, über die Vorgänge vor und auf Samoa, sowie über die von der Regierung getroffenen und beabsihtigten Maßnahmen Auskunft zu geben ?“

Nachdem der Staatssekretär des Auswärtigen Amts, Staats-Minister von Bülow sich zur sofortigen Beantwortung bereit erklärt hatte, begründete der Abg. Dr. Lehr die Jnter-

ellation. f Bei Schluß des Blattes nahm das Wort der Staats- ekretär des Auswärtigen Amts, Staats - Minister von

ülow, dessen Rede morgen im Wortlaut nachgetragen werden wird.

Das Haus der Abgeordneten seßte in der heutigen S Sigzung, welcher der Präsident des Staats-Ministeriums, eihskanzler Fürst zu Hohenlohe, der Vize-Präsident des Staats-Ministeriums, Finanz-Minister Dr. von Miquel, der Minister der öffentlichen Arbeiten Thielen und der Minister

für Landwirthschaft 2c. Freiherr von Hammerstein bei- wohnten, die erste Berathung des Gesehentwurfs, betreffend den Bau eines Schiffahrtiskanals vom Nhein bis

zur Elbe, fort.

Abg. Stengel (fr. konf.): Es handelt si< um eine wichtige prage und wenn diejenigen, welhe Bedenken gegen die Vorlage aben, si< davon überzeugen sollten, daß dieselbe achtheile mit ih sie fih dazu entschließen müssen, die Vorlage ab- zulehnen, obglei<h fie von der Staatsregierung unter ihrer vollen Verantwortlichkeit eingebracht worden ist. Sollen wir Vorlagen der Regierung niht einer gründlihen Prüfung unterziehen, dann fönnten wir uns lediglich auf die Abstimmung beschränken. Es handelt \si< hier aber um eine \{<werwiegende wirthschaftlihe Maßregel, und ob die Stimmung im Lande für die Kanalbauten gerade so sehr eingenommen ist, das möôhte ih doch bezweifeln. Es is durchaus bes reiflih, daß die anderen Landestheile Kompensationen ver- angen. Die Eisenbahnüberschüsse werden dur< die Verbilligung der Kanalfrachten mehr beeinträ<htigt werden, als man bisher ange- nommen hat. Da wir auf die Eisenbahnübershüsse schon die großen Mehrausgaben für die Beamtenbesoldungen begründet haben und da au<h allerlei andere Ansprüche an die Staatsfinanzen geltend ge- macht werden, so könnten leiht die Mittel zur De>ung folzer Ausgaben fehlen, und die Steuerzahler müßten eintreten. Auf die Einzelheiten will ih nit eingeben, denn diese werden besser in dec Kommission erledigt. Der Eisenbahn-Minister behauptet jeßt, daß die Eisenbahnen an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit ange- fommen sind. Das widerspri{ht seiner Grklärung bei der Berathung des - Dortmund-Rhein-Kanals, wo der Minister ausdrüdli< erklärte, daß die Eisenbahnen den Verkehr auch in Zu- kunst würden bewältigen können , wenn ihre Einrich- tungen verbessert würden, namentli au< dur< Vergrößerung der Bahnhöfe. Der Kanal wird wegen seiner großen Sohlenbreite und wegen der Verbreiterung seiner Wasserfläche na< oben hin, sowie wegen der Schußdämme einen Streifen Land von 50 m Breite einnehmen. Darauf haben zahlreihe Eisenbahn- geleise Plaß, die den Nerkehr au< während des Winters bewältigen können. Daß das Ruhrgebiet von dem Kanalbau eine größere Kohlenproduktion erwartet, ist felbstverständlich. Die Kohlenproduktion hat si< {on dort von 33 auf 50 Millionen Tonnen vermehrt, die Zahl der Bergarbeiter von 100 000 auf 180 000 Köpfe. Zt es richtig, daß die Regierung dur ihr Projekt die Vermehrung der Zahl der Arbeiter in einem verhältnißmäßig so kleinen Gebiete fünstlih fördert? In Amerika hat der Verkebr au erhebli< gesteigert, aber niemand denkt daran; zwischen die Eisenbahnen Kanäle zu bauen. Bei unserem Klima ist es bedenklich, sich auf die Kanäle zu verlassen. Denn es können strenge Winter kommen, die den Kanal drei bis vier Monate specren, und es würden die größten Kalamitäten entstehen, wenn die Eisenbahnen niht vorhanden und nicht so ausgestattet wären, daß sie den Verkehr bewäliigen können. Wenn man SwWhleppbahnen mit einem starken Unterbau herstellt, auf welhem Wagen von 45 t Ladefähigkeit gefahren werden, wie In Amerika, und zwar 30 Wagen in einem Zuge, so kommt man bei einer Zugfolge von einer Stunde auf 32400 & täglich. Jet spricht man allerdings davon, daß die Kanalabgaben die Verzinsung des Kapitals und die Unterhaltungskosten de>en sollen, Der Kampf um die niedrigen Kanalabgaben wird erst im zweiten Akte kommen, wenn man den Kanal nur erst sicher hat. Die Handelskammer zu Dortmund spricht es ofen aus, daß ein Kanal mit Abgaben, welche die Zinsen und Unterhaltungskosten de>en, (aen 1s nüge. Die norddeut soll fi< für den

analbau gut eignen. hat ers 31 m von Herne an hinaufzusteigen und naher 16 m zur Elbe wieder hinab- zusteigen. Der jandige Boden der Ebene läßt au< das Wasser leiht dur<si>ern. Ob die Flüsse, die den Kanal speisen sollen, au immer das dige Wasser liefern werden, ist fraglich, Die E ebet haben ihre Studien im Frühjahr gema<t, wo Wasser rei lih vorhanden ist. Die Wasserversorgung ist sehr heikel; man hat ja an einigen Stellen die Versorgung bald von dem einen Flusse, bald von dem anderen in Aussicht genommen. - Aber wie soll es werden, wenn alle Flüsse versagen? Scließli<h wird der Kanal nur von der Weser und von der Elbe gespeist. Das is aber eine große Härte für die Anwohner dieser Flüsse. Die Unterhaltungs- und Verwaltungskosten, wel<e die betheiligten Provinzen arantieren ollen, sind merkwürdig niedrig bere net. Dieses ganze Verhältniß ann zu großen Unliebsamkeiten ühren; denn die Garantie ist bere<hnet na< den Angaben der Regierungsvertreter, und diese basieren den Eisenbahntarifen; wenn diese

bringt, so werden

so hohe Garantie übernehmen sollen, weil ja die Grundlagen der Berechnung si vershoben haben. Für die Wasserstraßen haben wir in den leyten Jahren sebr erbeblihe Aufwendungen gemacht. Unsere Eisenbahntarife lassen in Bezug auf ihre Höhe no< sehr viel zu wünschen übrig. Sie sind vielfach zu ho, und troydem protestieren die Sciffahrtsinterefsenten der Eisenbahntarife, weil fie dadurch ruiniert werden. Der Dortmund- Ems-Kanal, der ftatt 58 Millionen 80 Millionen gekostet hat, ist wegen allerlei Mängel, diz sih herausgestellt haben, bis jegt noh nicht eröffnet. Man solle ers warten, ob der Kanal si bewährt, ehe man

doch damit zufrieden verzinsen. Werden

hat an den Eisenbab

die Kanäle rentabel

einige Millionen nur Rhein: Kanal muß a

verträge abgelaufen

bisher, zum Einen

solle, ob man

anderen Stücken zu Kanals is das Lan

beim Schluß des

mit großen Koften in ähnlihem Terrain einen neuen Kanal baut. Eine Ermäßigung der Eisenbahntarife ist nothwendig; man könnte

ganze Rentabilitätsbere<hnung zum Schaden der Steuerzahler. Man sollte «die Kanäle den Privatunternehmern überlassen, der Staat

Kanal würden {ih schr bald private Unternehmer finden. laae wird ja an eine Kommission gehen, der eine \{<were Aufgabe ufallen wird. Mögen die Beschlüsse derselben und des Hauses dem Sande zum Segen gereichen. : ;

Abg. Herold (Zentr.): I halte es au<h für zweifelhaft. ob

anlagen angelegten Kapitalien kann es ni<t darauf ankommen, daß

nicht ein Torso bleiben fol ; es ist ohnehin hon bedauerlich, daß man den Lippe- Kanal nit mehr bauen fann, der mit Stichkanälen nah den großen Städten hätte versehen werden können, was im Emscherthale nit mögli ist. Ein Ein)allsthor für ausländisches Getreide wird durch den Kanal nicht geschaffen; diese Einfallsthore sind hon vorhanden. Ehe der Kanal fertig gebaut sein wird, werden die Handels-

aber au< ni<t nöthig. Kartoffeln und Holz billiger nah dem Westen befördern können als Schaden der Land- und Forstwirthschaft des Westens.

Nutzen wird } h billigen Düngerfrahten und die Industrie dur<h die billigeren Frachten für ihre Rohstoffe und Fabrikate. Fraglih ist cs aller- dings, ob man den Meittellandkanal

niht eine zu große Zahl von ( / aber au, um die bei einem Stü>e gemahten Erfahrungen bei dn

Redner empfiehlt die Einseßung einer Kommission von 21 Mitgliedern. Hierauf nimmt der D des Staats-Ministeriums, Finanz-Minister Dr. von

Wortlaut wiedergegeben werden wird.

lebhaft gegen jede“ Ermäßigung

sein, daß die Eisenbahnen die Staatsschulden die Eijenbahntarife ermäßiat, dann fällt die

Für den Dortmund-Rhein-

nen genug ju thun. Die Vor-

sein werden; aber bei den großen, in Verkehrê- einen geringen Zinéfuß ergeben. Der Dortmund- usgebaut werden, wenn der Dortmund-Ems- Kanal

sein. Besondere Garantien find niht möglich, Der Osten wird Getreide, namentlich aber

haben die Landwirthschaft dur die

aleih auf einmal bauen vorgeben könnte, {hon um

ni<t stü>weise Arbeitern heranzuziehen, dann

verwenden. Beim Bau des Dortmund-Ems- deskulturinteresse niht überall gewahrt worden.

iquel das Wort, dessen Rede Blattes no<h fortdauert und morgen 1m

Am 15. und VIILI. Konferenz

Die einleitenden Re

D Ober-Medi aube: Leipzig, zum

\<usses für Wo über wel<e nähere

Jahres

laufenden

Anträge auf Bewi Bewilligung von

Hetrathsfällen und Inyalidenrenten b

3724,80 M, für f dem Inkrafttreten

verfahren wurde i

Spulern u. f. w. alten Bedingungen

besißer wollen {ih Aus Gomm

N.“ zugehen, b Versammlung der

1} Stunden.

arbeit.

zeitverkürzung. beshlofsen.

Akademie der

Tarife aber herab eut werden, so fönnen die Inter- ees mit Recht si ia wehren, daß sie in Zukunft eine

Sekretar: Herr V

Statiftik und Volkswirthschaft.

fahrtseinrihtungen statt, in der 1 über dic „Fürsorge für das Säuglings8alter“ und 2) über die „Erleichte Geldmittel für die E de Bauthätigkeit" verhandelt werden foll.

gedru>t zugestellt werden, haben übernommen: zum ersten Thema die

und Ober-Bürgermeister Be>-Mannheim. Anmeldungen zur Theil- nahme an der Konferenz sind an das Bureau der Zentralstelle für Arbeiter-Wohlfahrtseinrihtungen, Berlin W., Köthenerstraße 23, zu richten. Im Anfcluß an die Konferenz wird eine Sitzung des Aus-

Bei der Juvyaliditäts- und anstalt Oldenburg lagen in - den drei ersten Monaten des

des Vorjahres sind in Klammern beigefügt) vor: 163 (113)

erstattung in Hetrathsfällen, 25 (29) Ip auf Beitragserstattung in Todesfällen und 44 (38) Anträge au

verfahrens. Es wurden in dem genannten (73) JFnvalidenrenten, 27 (25) Altersrenten, 91 (108) Erstattungen in

13 363,20 4, die der Altersrenten durchschnittlich 140,13 4, im Ganzen

in der Höhe von 340 731,10 bewilligt und bei 2447 Erstattungs- anträgen in 2293 Fällen die Beitragserstattung verfügt.

cingeleiter, in 5 Fällen, darunter 3 Lungenkranke, abgelebnt. Am 1 Ayril d. J. befanden sih 26 (13) Kranke in der Fürsorge der Persicherungsanstalt, darunter 18 (12) Lungenkranke an 4 verschie- denen Kurorten. Der Aufwand für ‘die Kranfenfürsorge betrug în dem oben bezeihneten Zeitraum 5523,48 (3004,36) A6

Aus Reichenbach i. Schl. berihtet die „Schl. Ztg.“ : Von den ‘in den mehanis<hen Webereten beschäftigien 1607 Webern,

für den Fall des Wiederantritts der Arbeit Straferlaß. Die Fabrik-

Verhand der Steinbruchsarbeiter verlangt Herabseßung der Arbeitszeit von 11} af 10 Stunden und G-währung eines Stunden- lohns von 30 4 für Ecwachsene und von 27—29 H für ältere, niht mehr voll leistungsfähige und jugendlihe Arbeiter. Den Steinbruchs- besigern is bis zum 28. d. M. Bedenkzeit gegeben.

Fn Nürnberg is vor einigen Tagen ein Auéstand der Töpfer-

gel ellen ausgebrochen. S

è ufgestellt: Verkürzung “der wödchentlihen Arbeitszeit um Pion eie allohn von 45 $ für die Stunde für Ar- beiter, die das 19. Lebensjahr errciht haben, 40 S für jüngere Arbeiter, Abschaffung der Ueberstanden, Gewährung von

I r nothwendige Ueberarbeit, ) p ges Der Ausstandsausshuß der Dachde>kergehilfen giebt bekannt, daß no< 47 Mann Eer 95 verheirathete) ausständig

d, dem 22 Mann abgerei s m ey Mannheim wird der „Rhein.-Westf. Ztg." ge\chrieben :

Die Bauschlosser, Dachde>Dter, Maler und Tüncher treten in eine Lohnbewegung ein,

Sn der Sihung der philosophish-historis<en Klasse der

16. Mai d. J. findet in Stuttgart die der Zentralstelle für Arbeiter-Wohl-

<terung der Bc:schaffung der erate, die den Theilnehmern an der Konferenz vorher

zinal-Rath Dr. Hauser-Karlsrube und Dr. med. zweiten die Herren Landesrath Brandts- Düsseldorf

hlfahrtspflege auf dem Lande stattfinden, Mittheilungen no< ergehen werden.

Arbeiter-Versicherung. Altersversiherungs-

(die Zahlen für. den gleihen Zeitraum

ligung von Invalidenrente, 39 (35) Anträge auf Altersrente, 109 (130) Anträge auf Beitrags-

Uebernahme des Heil- Zeitraum festgeseßt 100

20 (24) in Todesfällen. Die Höhe der bewilligten etrug durchshnittlih 133,63 #4, 1m Ganzen

ämmtliche Renten zusammen 17 148 M Seit des Gesetzes wurden auf 3288 Anträge 2700 Renten

Das Heil- 1 36 (16) Fällen, darunter 20 (13) Lungenkranke,

Zur Arbeiterbewegung.

haben bis gestern früh 83% die Arbeit unter den

wieder aufgenommen. Die übrigen 772 fordern

auf keine Verhandlungen mehr einlassen. ern wird der „Mgdb. Ztg.“ geschrieben: Der

Na< Wiittheilungen, die den „Münch. eträgt die Zahl der Ausftändigen 100. In einer Maurer und Steinhauer wurden nachstehende

Abschaffung der Accord- t find. (Vgl. Nr. 81 d, Bl.).

Sie fordern Lohnerhöhung und Arbeits- ie Dachde>er haben für Montag einen Aus\tand

Kunft und Wissenschaft.

Verba auf -cœæ& und den urgriehis{:n Deklination8ablaut der Nomina auf -eóc". Aus einer jüngst von Szanto veröffentlichten elishen Inschrift wird in der Abhandlung nachgewiesen, daf die gemeingrie<hishen Verba auf -&o im Elishen ihr räâsens auf -cœ bildeten, daß dies aus -exjo& entstanden ist und für die zu Grunde liegenden Nominalitämme wie ßaadeós alten Deklinationsablaut, stark 7», s<wah <eu, feststellt. Daran knüpft ih eine Widerlegung der Behauptung, daß lange Nokale vor o —+ Konsfonant im Urcgriechishen verkürzt seien. Herr Harna> Tegte eine Abhandlung vor „über den ursprünglichen Text Act. Apost. 11, 27. 28°. Der Verfasser sucht zu zeigen, daß das „Wir“ in jener Stelle niht ursprünglich is und daß daher der westliche Text der Apostelgeshihte, welcher dieses „Wir“ bietet, ein korrigierter ist. In der Sigung der vbysikalish-mathematishen Klasse der Akademie von demselben Tage (vorsizender Sefretar : ard Waldeyer) las Herr Frobenius „über die Komposition der Charaktere einer Gruppe“. In der Abhandlung werden Eigenschaften der Charaktere einer Gruppe entwielt, die es mögli<h machen, aus bekannten Charakteren neue abzuleiten. Besonders führt zu diesem Ziele der Saß: Das Produkt zweier Charaktere einer Gruppe läßt si<h als eine “lineare Verbindung aller Charaktere darstellen, deren * Koeffizienten positive ganze Zahlen sind. Herr van't Hoff las eine mit Herrn H. M. Dawson bearbeitete zwölfte Mittheilung aus seinen Untersuhungen „über die Bildungs- verhältnifse der ozeanishen Salzablagerungen, insbesondere des Staß- furter Salzlagers“. Aus dem früher beschriebenen Magnesium- fulfattetrabydrat Mg 804 .4H20 bildet sich dana<h no< unterhalb 95 9 unter Einfluß der wasserentziehenden Wirkung von Magnesium- <lorid ein bisher niht beschriebenes Fünfviertelhydrat von der Zu- fammensezung 804 Mg . 5/4 Hz O bez. 4504 Mg.5H20.

Der Verein für deutsches Kunstgewerbe beschäftigte si am Mittwoh Abend mit der NUen der Medaille“, die neuer- dings auch bei uns, besonders durch b e Preisausschreiben des Ministers der geistlichen 2c. Angelegenheiten, das Jnteresse weiterer Kreise gewinnt. Direktor Dr. P. Jesien vom Kunstgewerbe - Museum \childerke unter Vorführung zahlreicher Originale und Lichtbilder die neuerlihe MWiederbelebung dieses Kunstgebiets in Frank- reich. Aus dem tro>kenen Graveurstil, dem die Medaille seit Beginn unseres Jahrhunderts verfallen war, und der zum theil uo heute niht überwunden ist, haben zielbewußte Künstler in kaum dreißig Jahren die moderne Medaille zu vollendeten Leistungen emporgeführt. Dur<h die Arbeiten der Chaplain, Roty und ihrer zahlreihen Genoffen hat Paris auf vorausfihtli< lange Zeit die Führung in diesem Kunstzweige gewonnen. Der Bortragende legte dar, wie dort auch Privatleute R Auf- träge jeder Art zu diesem Erfolge beigetragen haben. Wenn wir bei uns eine deutsche Medaillenkunst zu shaffen wünschen, ohne ledigli< Nach- ahmer der französishen Vorgänger zu werden, so müßten auh bei uns dur< ernsthaste Aufträge starke und persönliche Künstler für dieses Gebiet gewonnen werden. Zahlreiche Anläfse, Jubiläen, Stiftungen, Preisvertheilungen 2c. bôten Gelegenheit, ein dauerndes Erinnerungs üd zu schaffen. Auch werde es sich empfehlen, die älteren Vorbilder der Medaillenkunst zu studieren, besonders die Meisterwerke der Italiener und der Deutschen, wie au< die Münzen der Griechen, die alle das Münzkabinet im Alten Museum in reicher Auswahl darbiete.

Der Bau des Hauses der Berliner Sezession auf der Gartenterrasse neben dem Theater des Westens soll so beschleunigt werden, daß die Eröffnung der Ausstellung voraussichtlich am 15. Mat erfolgen wird. Anmeldungen sind son jeyt sehr zablreih eingegangen. Bö>lin und Leibl werden mit einer Reibe ihrer besten Werke vertreten sein. Die Sfulypturensammlung wird einige Werke von Adolf Hildebrand enthalten. Geplant ist außerdem eine Schwarz - Weiß - Ausstellung. Das von L. von Hofmann gezeihnete Ausstellungs3-Plakat kommt in den nächsten Tagen zum Aushang.

Fn Weimar is am Mittwoch Abend der berühmte Augenarzt Professor Karl Alfred Gräfe an den Folgen der Influenza ge- storben. Gr war am 23. November 1830 in Martinskirchen in der Provinz Sachsen geboren, ftudierte in Halle, Heidelberg, Würzburg, Leipzig, Prag, Berlin und Paris, wurde im Jahre 1893 Assistent bei seinem Vetter Albreht von Gräfe in Berlin, habilitierte sih im Jahre 1858 in Halle für Augenheilkunde und begründete gleichzeitig eine Anstalt für Augenkranke. Im Jahre 1873 erhielt er die ordentliche Professur der Angenheilkunde in Halle, welche er im Jahre 1892 aufgab. Der Verstorbene erwarb < du: < seine akademische Lehr- thätigkeit und durh seinen rastlosen Eifer in der augenärztlihen Praxis sowie als ausgezeichneter Operateur einen so großen Nuf, daß jährli etiva 4000 Kranke bei ihm Hilfe suhten. Ihm ge- lang es zuerst, in den tiefsten Theilen des Auges hausende Parasiten unter Erhaltung des Auges zu entfernen. Bon \einen wissenshaftlihen Schriften sind seine „Klinishe Analyse der Motilitätsstörungen des menschli<en Auges“ (Berlin 1858) und die „Symptomenlehre der Augenmuskellähmungen“ (Berlin 1867) hervorzuheben. “Außerdem {rieb er „Ein Wort der Erinnerung an A. von Gräfe“ (Halle 1870) und gab mit Sämisch u. A. das „Handbuch der gesammten Augenheilkunde" (Leipzig 1870—80, 7 Bde.) heraus. Im Jahre 1897 war er na< Weimar A das er fih als Ruhesiy erkoren hatte und wo er nunmehr gestorben ift.

Aus Hamburg meldet „W. T. B. vom gestrigen Tage : Der auf der Tiefsee-Ervedition befindliche Dampfer „Valdivia“ ift am Donnerstag woblbehalten in Suez angekommen.

Land- und Forftwirthschaft.

Saatenstand in Nord-Italien.

Mailand, den 7. Avril 1899. Die Aussaat im Herbst 1898 fand unter günstigen Verhältnissen statt, und die erste Gatwidelung der Winterfrüchte war eine zufriedenstellende. Die Felder ftehen im allgemeinen schön, nur ist die Saat infolge von Tro>kenheit und von Reif im März d. J. etwas zurüdgeblieben. Regen ift daher erwünscht und scheint auch jeßt beginnen zu sollen, Die Aussaat von Winters weizen wird als ungefähr glei derjenigen in früheren Fahren an-

zegeben. L y i E Die Vorbereitungen für die Aussaat von Mais und Reis sind

nahezu beendet.

Getreidemarkt Genuas im Monat März.

Genua, den 7. April 18399. Der Markt ift andauernd lustlos. Der Konsum kauft nur das Nothwendigste für den laufenden Bedarf, während die Spekulation fich ganz passiv verhält. _ /

Hartweizen. Die Wiedereröffnung der Schiffahrt im Azow- {hen Meer, welche am 26. März stattgefunden, blieb ohne Einfluß auf das Geschäft. Der direkte mport \to>t gänzlich. Die Preise für Hartweizen sind ca. um 1 Frc. per Doppel- zentner zurü>gegangen. Man verkauft hier disponible Dur Taganrog P 938 18 Fr. ex Magazin, während der _ russische Export für prompte Waare noh 18,50 Fr. verlangt. Für spätere Abladung herrs{<t absolut keine Nadfrage. Wann etwa der Noth» stand in den östlichen Provinzen Rußlands eine Ce O den russishen Exporthäfen später hervorruft, läßt sich nit absehen. Die Berichte über den Stand der neuen Saaten lauten im all- emeinen günstig und würden einen weiteren Preisrü>gang auf den

arften im Frühjahr erwarten lassen. E An D e Tnbert. Gbirka (Ulka Nicolajeff}) Odessa

P 99 werthen 164 Fr. bis 165 Fr. cif.

Wi haften vom 6. April (vorsißender En us (ik F, Schmidt über „die elishen

Gelbmais 9,50 Fr. cit.

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