1899 / 89 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Personal-Veränderungen.

X11. (Königlih Württembergisches) Armee-Korps.

Im Sanitäts-Korps. 7. April. Die Assist. Aerzte: Dr. Friederi< der Res. vom Landw. Bezirk Leonberg, Dr. SGutt- mann der Res. vom Landw. Bezirk Stuttgart, Dr. Zeller der Res. vom Landw. Bezirk Heilbronn, Sonntag der Landw. 1. Auf- gebots vom Landw. Bezirk Ulm, Dr. Krailsheimer, Dr Walder, Dr. Wagner der Res. vom Landw. Bezirk Stuttgart, Dr. Oesterlen vom 2. Feld-Art. Regt. Nr. 29 Prinz-Regent Luitpold von Bayern, Dr. Kößle vom Feld-Art. Regt. König Karl Nr. 13, leßterer unter Verseßung in das 2. Feld-Art. Regt. Nr. 29 Prinz-Regent Luitpold von Bayern, zu Oberärzten, Dreger, Unterarzt im Inf. Regt. Kai)er Friedrich, König von Preußen Nr. 125, zum Assist. Arzt, befördert. Den Stabsärzten: Dr. Heller der Landw. 1. Aufgebots vom Landw. Bezirk Gmünd, mit der Erlaubniß zum Tragen der bisherigen Unit- form, Dr. Haidlen, Dr. Müller (Ernft) der Landw. 2. Aufgebots vom Landw. Bezirk Stuttgart, Dr. Moosbrugger der Landw. 1. Aufgebots vom Landw. Bezirk Bibera<h, Dr. Eppler der Landtb. 2. Aufgebots vom Landw. Bezirk Gmünd, Dr. Reichert der Landw. 2. Aufgebots vom Landw. Bezirk Eßlingen, Dr. Allgayer dec Landw. 2. Aufgebots vom Landw. Bezirk Biberah, Dr. Rall der Landw. 2. Aufgebots vom Landw. Bezirk Ravensburg Dr. Volz der Landw. 2. Aufgebots vom Landw. Bezirk Ulm, Dr. Fischer der Landw. 2. Aufgebots vom Landw. Bezirk Leonberg, Dr. Gaupp der Landw. 2. Aufgebots vom Landw. Bezirk Gmünd; den Oberärzten: Dr. Hü>el der Landw. 2. Aufgebots vom Landw. Bezirk Reutlingen, Dr. Lütje der Landw. 2. Aufgebots vom Landw. Bezirk Calw, der Abschied bewilligt.

Beamte der Militär-Verwaltung.

9, April. Den Ober-Apothekern der Landw. 2. Aufgebots: Picot vom Landw. Bezirk Hall, Dr. Baur vom_ Landw. Bezirk Biberach, Dr. di Centa vom Landw. Bezirk Hall, S reiber vom Landw. Bezirk Ulm, Dr. Goldmann vom Landw. Bezirk Heil- bronn, der Abschied bewilligt.

Kaiserliche Marine.

Offiziere 2c. Ernennungen, Beförderungen und Ver- sezungen. Berlin, Sloß, 10. April. Wahrendorff, Kapitän zur See, mit Außerdienststellung S. M. Linienschiffs „Oldenburg" als Kommandant auf S. M. Linienschiff „Sachsen“ übergetreten.

Befördert sind: Die Korv. Kapitäns: Friedri, kommandiert zur Dienstleistung im Reichs-Marineamt, Franz, Präses der Minen- BVersuskommission und Kommandant S. M. Spezialschiffs „Pelikan“, Winkler, kommandiert zum Admiralstabe der Marine, zu Freg. Kapitäns; die Kapitänlts.: Kinderling, Kommandant S. M. Kanonenboots „Jaguar“, Weber, Kommandant S M. Kanonen- boots „Wolf“, Grumme vom Stabe S. M. Yalht e Hoben- zollern“, Ni>el, kommandiert zur Dienstleistung - im Meichs- Marineamt, Kutter vom Stabe S. M. Linienschiffs „Kurfürst Friedri Wilbelm“, Krüger (Ernst), kommandiert zur Dienst? leistung bei der Insp. der Marine-Art., zu Korv. Kapitäns; die Oberlts. zur See: „v. Abeken vom Stabe S. M. großen Kreuzers „Deutschland“ , v. Trotha (Adolf) vom Stabe der 2. Div. des Kreuzer-Geshwaders, Frhr. v. Kevyserlingk, fkowmandiert zum Admiralstabe der Marine, Lange vom Stabe S. M. kleinen Kreuzers „Frene“, Timme, Komp. Führer bei der 1. Matrosen-Div., Heuser vom Stabe S. M. fkleinen Kreuzers „Zieten“, Meurer von der 1. Torpedo-Abtbeil,, Hahn vom Stade S. M. Linienswiffs „Baden“, Feldt, Sievers vom Stabe S. M. Liniensciffs „Kurfürst Friedri Wilhelm“, Engels vom Stabe S. M. großen Kreuzers „Hertha“, Scheunemannn vom Stabe S. M. Linien- \<iffs „Oldenburg“, Werner, Adjutant der Marine-Depot-Insp., zu Kapitänlts.; die Lts. zur See: Mansbholt vom Stabe S. M. Spezialshifs „Loreley“, Wallis vom Stabe S. M. großen Kreuzers „Kaiserin Augusta“, Hesse vom Stabe S. M. Küsten-Panzerfchifffs „Fritbjof“, v. Grumbkow, kcmmandiert zum Matrosen - Art. Detachement Kiautshou, Koppen vom Stabe S. M. Schulschiffs „Blücher“, Brebmer vom Stabe S. M. Linienschiff3 „Kurfürst Friedri< Wilhelm“, Be>é vom Stabe S. M. Schul\chiffs , Blücher“, Hauers vom Stabe S. M. Küsten - Panzerschiffs „Beowulf“, Heuberer vom Stabe S. M. Schulschiffs „Sophie“, Leon- bardi vom Stabe S. M. kleinen Kreuzers „Wacht“, Hillebrand vom Stabe S. M. Sculschiffs „Nixe*, Strauß vom Stabe S. M. Shuls<ifs „Carola“, Dietert (Walter) vom Stabe S. M. kleinen Kreuzcrs „Blitz“, Mo> vom Stabe S. M. Schul- {is „Sto“. Wittmann vom Stabe S. M. Schulschifts „Charlotte“, Föôrts< vom Stabe S. M. [kleinen Kreuzers „Condor“, S&uur 2m Stabe S. M. kleinen:Kreuzers „Cormoran“, Witt vom Stabe dec 2. Div. 1. Geschmaders, Bruns vom Stabe S. M Torpedo-Divisionsboots „D 4", Hagedorn vom Stabe M. Torpedo-Divisionsboots „D7“, Döhring_ vom Stabe M. fleinen Kreuzers „Zieten“ Krah vom Stabe S. M. Ileinen Kreuzers „Hela“, Heine (Karl) vom Stabe S. M. fleinen Kreuzers „Greif“, Quaet-Faslem vom Stabe S. M. Torpedo - Divtsionsbects „D4“ , Breithauvt vom Stabe S. M. Torpedo-Divisionsboots „D 8“, zu Oberlts. zur See; die Fähnriche zur See: Pochhammer vom Stabe S. M. Kanonen- boots „Jaguar“, Kettler vom Stabe S M. &üsten-Panzzrschiffs „Frithjof“, Fischer (Robert) vom Stabe S. M. Küften-Panzer- is „Beowulf“, zu Lts. zur See, unter Ertbeiluna des Zeug- nisses der Reife zum Seeoffizier ; Hempel, Maschinen-Ober-Ingen. von der Marine-Station der Nordîee, zum Stabeingen. ; die Maschinen- Ingenieure: Stiegel von der Marine-Station der Nordsee. Zirpel von der Marine-Station d. Oftiee, zu Maschinen-Ober-Ingenieuren ; die Masciner-Unter-Ingenieure: K ümmel von der Marine-Station der Nordsee, - O fterwald von der Marine-Station der Ostiee, Dito von der Marine-Station der Nordsee, Junker von der Marine- Station der Osiscee, Bo>-Megner, ri, Bergmann von ter Marine-Station der Nordsee, u Maschinen-Ingznieuren; die Ober - Maschiniften: Köser, Nelles von der Marine-Station der Nordiez, Haböôö> von der Marine“ Station der Ostsee, zu Maschinen - Unter - ngenieuren ; Neumann, Torpedo- Ober-Mechaniker von der Marine - Station der Ofisee, unter Feststellung seines Dienftalters unmittelbar binter dem Maschinen-Unter-Incen. Leykum, ¡um Toivedo-Unter- Fnaen.; die Ober-Masiristen : Nitier von der Marine-Station der Nordsee, Risse, Thomsen von der Macine- 1 der Osisee, Steff von der Marire-Station der Nortszæe, Frütel von der Reimann, Schlichting, Tietge, con der Marine-Station der Nord- genieuren. Nach ein- Torpedc-Ingen. Marines- überzähl. Viasdiren-Unter-Ingericure: um, Hartig, Obm von ter Marine- on ter Marine-Station der s Ofticee, Müller

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ubtenfiande. Beförtert sind: Dammann , Oberlt. Ga Es

Lantw. Bezirk T1 Bremen, jum Kapt!än

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Krigler, Ed>ert, Fried- | ar | | über Samoa versagte.

Abschiedsbewilligungen. Berlin, Schloß, 10. April. N Freg. Kapitän, auf sein GesuŸ mit der geseßlihen enfion zur Disp. gestellt und gleichzeitig zum Bureauche] und Bibliothekar der Marine-Akademie und -Shule ernannt. Gerstung, Korv. Kapitän, auf fein Gesu< mit der geseßlihen Pension der Abschied bewilligt. Sonnefeld, Ober-Maschinist a. D., zuleßt bei der 1. Werft-Div., auénahméweise der Charakter als Maschinen- Unter-Ing. bewilligt.

Fm Sanitäts-Korps. Berlin, Schloß, 10. April. Befördert sind: Die Marin--Ober-Stabsärzte 2 Kl.: Dr. Dam- mann, Dr Koh von der Marine-Station der Nordfee, Dr. Davids, Dr. Grotrian von der Marine-Station der Ostsee, Lerche von der Marine-Stailion der Nordsee, Dr. Arendt von der Marine- Station der Ostsce, zu Marine-Ober-Stabêärzten 1. Kl.; Dr. Hobenberg, Dr. Spiering, Marine-Stabtärzte von der Marine- Station der Ostsee, zu Marine-Ober-Stabsärzten 2. Kl. ; die Mearine- Ober-Assift. Aerzte: Dr. Senf, Dr. Mixius von der Marine-Station der Nordsee, Dr. Richter, Dr. Fröôse, Dr. Wang von der Marine- Station der Ostsee, Dr. Ottow von der Marine-Station der Nordsee, zu Marine-Stabsärzten ; die Marine-Assist. Aerzte: Steinbrü>, Dr. Mac Lean von der Marine-Station der Nordsee, Dr. Oloff von der Marine-Station der Oftsee, Dr. Schmidt, Dr. Frie (Karl) von der Marine-Station der Nordsee, zu Marine-Ober- Assist. Aerzten. Dr. Buschmann, Overarzt der Res. a. D. im Landw. Bezirk Hamburg, Dr. Gebse, Oberarzt der Ref. a. D. im Landw. Bezirk 111 Berlin, im aktiven Marine-Sanitäts-Korps und zwar als Marine-Ober- Assist. Aerzte mit einem Patent vom 14. März 1899, Dr. Hausch, Assist. Arzt der Res. der Marinz-Sanitätsoffiziere im Landw. Bezirk Landsberg a. W., unter Beförderung zum Marine- Ober-Assist, Arzt, im aktiven Marine-Sanitäts-Korps, angestellt. Dr. Heinemann, Marine-Unterarzt von der Marine-Station der Nordsee, zum Marine - Assist. Arzt befördert. Dr. Mediger, Assist. Arzt der Ref. a. D. im Landw. Bezirk Posen, im aktiven Marine- Sanitäts-Korps und zwar als Marinz-A})fist. Arzt angestellt.

Befördert sind: Dr. Stöve, Marine-Assist. Arzt der Res. im Landw. Bezirk Königsberg, zum Ober - Assist. Arzt der Res. der Marine - Sanitätsoffiziere, Dr. Kiefer, Marine - Assist. Arzt der Seewehr 1. Aufgebots im Landw. Bezirk Mannheim, zum Ober- Assist. Arzt der Seewehr 1. Aufgebots der Marine-Sanitäts- offiziere; die Marine - Assist. Aerzte der Reserve: Stade im Landw. Bezirk 1 Bochum, Dr. Schrader im Landw. Bezirk Wiesbaden. Dr. Keßler im Landwehr-Bezirk Stade, Dr. Hübner im Landw. Bezirk Mülheim a. d. Rukr, Dr. Siegele im Landw. Bezirk Heidelberg, Dr. Ringhardß im Landw. Bezirk Essen, Dr. Landgraff im Landw. Bezirk 1_ Bremen, Dr. Fla<s im Landw. Bezirk Dresden- Altstadt, zu Ober-Assist. Aerzten der Res. der Marine-Sanitätsoffiziere, Dr Meier, Marine-Asfsift. Arzt der Seewehr 1. Aufgebots im Landw. Bez. 1 Oldenburg, zum Ober-Assist. Arzt der Scewehr 1. Aufgebots der Marine-Sanitättoffiziere; die Marine- Assist. Aerzte der Res.: Dr. Kasbaum im Landw. Bezirk Heidelberg, Dr. Krause im Landw. Bezirk Hamburg, Dr. Orxenius im Landw. Bezirk 111 Berlin, zu Ober- Assist. Aerzten der Ref. der Marine- Sanitäts8offiziere, Dr. Faeris<, Marire-Unterarzt der Ref. im Landw. Bezirk Rybai>, unter Festseßung seines Dienftalters unmittelbar binter dem Marine- Assist. Arit der Nes. Dumas, Dr. Klug, Marine- Unterarzt der Res. im Landw. Bezirk Kiel, zu_Assift. Aerzten der Res. der Marine-Sanitätsoffi:iere. Dr. Diesing, Ober-Assift. Arzt der Ref. der Marine-Sanitätsoffiziere im Landw. Bezirk Magdeburg, behufs Uz?bertritts in die Kaiserlize Schußtrupve für Deutsch - Ostafrika der Abschied mit dem 18. April d. I. bewilligt. Dr. Arendt, Marine- Ober-Stabsarzt 2. Kl., bisher kommandiert zum Reihs-Marineamt, mit dem 15. Juni d J. von Berlin nah Kiel versegt. Dr. Runkwißz, Marine- Ober-Stabsarzt 1. Kl., unter Verseßung von Wilhelmshaven na< Berlin, mit dem 1 Mai d. I. zum Reihs-Marineamt kom- mandiert. Dr. Dobberkau, Marine-Assist. Arzt, auf sein Gesuch aus dem aktiven Sanitäts - Korps au?geschieden und zu den Marine- Sanitätsoffizieren der Ref. übergetreten.

Deutscher Reich8tag.

65. Sigung vom 14. April 1899, 1 Uhr.

Zur Verlesung gelangt die von den Abgg. Dr. Lehr (nl.), Dr. von Leveygow (d. kons.), Ri>ert (fr. Vag.), Dr. Schaedler (Zentr.), Graf von Arnim (Rp.) und Schmidt- Elberfeld (fr. Volkep.) und Genossen eingebrachte Inter- pellation:

„Ist der Herc Reichskanzler bereit, über die Vorgänge vor und auf Samoa, sowie über die von der Regierung getroffenen und beabsihtigten Maßnakmen Auékunft zu geben?“

Nachdem der Staatssckretär des Auswärtigen Amts, Staats-Minister von Bülow ch zur sofortigen Beantwortung bereit erflärt hat, nimmt zur Begründung der Interpellation das Wort der

Abg. Dr Lebr: Eine allzu freundlihe Ofterstimmung war es niht, die dur<h die deutshen Lande ging, als die Nachrichten aus Samoa eintrafen. Die Erregung mußte bei uns um fo größer sein, als man in weiten Kreisen auf etwas ganz Anderes, gehofft batte, auf eine gründlihe Aenderung der Samoa - Akte, die zur Alleinberrshaft Deutschlands über Samoa führte. Die Nach- ridten über die Beschießung würdea einen no< wunderbareren Charakter erbalten, wenn si die weitere Na@richt bewaör- beitet, daß die Beschiezung {on eine halbe Stunde vor dem angesetzten Anfange stattfand. Die Ercregung im Volke if viel färter, als es den Anschein hat. Einen Schuldigzn zu suchen in diesem Stadium der Dinge, wäre müßig. Aber angesichts der vielen Vorwürfe, die jegt aegen die Regierung erboben werden, muy daran erinnert werden, daß man seinerzeit bier im Reichétage dem Fürsten Biamar> die Mittel zur friedlichen Stablierunag der deutschen Herrschaft Die Zustimmung zum Zusammentritt der Kom- mission, die diese Wirren regeln soll, hat England jeßt wunderbarer Weise an die Bedingung geknüpft, daß die Beschlüfie nicht einftimmig, sondern mit Mehrheit gefaßt werden follen. In Amerika hat

| sh erfreuliher Weise s<hon eine fehr kräftige Reaktion gegen die

amerikanischen Ansprüche seitens der Deutsch-Amerikaner gezeigt. Es wird weientlih zur Berubigung beitragen, wenn die Vertretung des Autwärtigen Amts uns Klarheit v:rshafffli über die Wahrheit der uns zugegangenen Nachrichten, über tas Eingreifen des Oberrichters in tie Königéwabl, über das Verhaltea des amerifkfanis<zn Admirals Kau, über befsen Betauptung, taß ec in völliger Ueberein- stimmung mit allen Korfuln und SHiffékommandanten handle, über die Bescciehung von Apia, welhe no<h unlängst die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ als Vertrazgsbru< bezeihnet bat. Wir hören jet vlöglih au ven der Etablierung der englischen Schutherrshaft über die Tonga-Inseln, weldze au einen Bruch der Verträge bedeutet. Herr Kaug soll au dem deutshen Schiffe ver- boten baten, ten Hafen von Apia zu verlaffen. Diese ganz unglaub- lie Nachricht bedarf der Aufklärung; wie sie uns hier überkomrmen ift, fann fie unmögli wahr scin. Wiracrienunsere Marine und ihre Dffiziere viel ¿u bo, alé daf wir an die Möglichkeit eines sol<hzn VBorcarges alanben. Daf cin deutider Lffizier dem unbecedtigen Befehle eines frzmden Offiziers folgen sollt-, halten wir info fc urmögli. Beschuldigt

i wird ein teuisdber Plantagen%ea 7.11, Me WYataafa-Leute aufgeht zu

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Firmen, ihre Lezrater find aié gebildete Leute bekannt, bie si altiv

¡wiien Samosnern und Engländern nit betbeiligten,

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wird. Von Angriffen gegen iamomniie Vêllhea weiden die Amerikarer wil fie uns im Jahre 1355 ja den- In bem Vorgehen gegen bie Deutschen Gnglänter und Amerifaner i<heint mir Cyflem zu licgen. Wie die Dinge fliehen, war der Overrichter nit ber: <tigt,

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h in die Königswahl einzumischen, die korrekt vor \i a

mit großer Mehrheit erfolgt is; wir glauben ee E E Bo \hießung Apias geradezu ein Logen war, denn das einseitige Vorgehen einer einzelnen der drei Mächte wird dur den Vertrag untersagt. Jch betone ausdrü>li<, daß niemand von uns daran denkt, wir möchten England und Amerika aus diesem Anlaß den Krieg erklären. Sie können es uns glauben, wir hegen folie Absihten nicht ; aber eine klare Auskunft erbitten wir, und eine entschiedene Haltung der Reichsregierung erwarten wir, wie sie namentli England gegenüber nothwendig ift. Wir haben hoffentli<h endlih etwas von dem bewundernäwerthen, gesunden, nationalen Egoismus der Engländer gelernt. Den Dank weiter Kreise würde si<h die Regierung endlich verdienen, wenn sie die Willkür der Amerikaner beantworten würde mit der Ablehnung weiterer wirths{haftli<her Konzessionen. Höchst bedauerlich ift, daß wir von unseren Schiffen kein einziges dorthin entsenden können. Deutschland muß zur See stark sein. Hätten wir rechtzeitig für die Vermehrung der Flotte gesorgt, dann würde uns diese \<merzlide Erfahrung erspart geblieben sein. Aber, Gott sei Dank, wir befinden uns seit Annahme des Flottengeseßes auf dem richtigen Wege. Eine ftarke Fiotte ist für uns eine Nothwendigkeit, seitdem wir zu einer kolonialen Welipolitik übergegangen sind. „Unsere Zukunft liegt auf dem Wasser“: von diesem Standpunkte aus muß auh die Samoafrage betra<htet werden, die Großmaht- stellung des Deutschen Reichs wird dadur erst ihre Besiegelung er- halten. Darum haben wir auch die heutige Inte: pellation gestellt, die uns Klarheit bringen foll über das, was geschehen ist, und dem e zeigen soll, daß die Zeiten des deutshen Weltéürgerthums

rüber sind.

Staatssekretär des Auswärtigen Amts, Staats-Minister von Bülow:

Ich bin gerne bereit, meine Herren, mi< über eine Angelegenheit auszusprehen, welde die öffentlihe Meinung mit Recht lebhaft be- \<äftigt und die für die Regierung seit Wochen ein Gegenstand ernster Aufmerksamkeit ist. Auf der anderen Seite werden Sie es verstehen und ih denke, au<h der Herr Antrag- steller wird e8 verstehen (sehr gut!) wenn i< in meiner amtliGen und verantwortlihen Stellung niht Dinge sagen werde, welhe cine friedlihe Beilegung der entstandenen Schwierigkeiten in Frage stellen könnten. (Sehr wahr!) Ueber die Vorgeschichte der jüngsten Wirren auf Samoa habe ih mich in der Budgetkommission ausgesprohen. Ich habe namentli<h darauf hingewiesen, wie es seit dem Inkrafttreten der Samoa-Akte dort selten weder an Unruhen no< an Reibungen zwischen den Vertretern der drei betheiligten Regierungen gefehlt hat.

Was unser Verhalten gegenüber diesen Verwi>kelungen angeht, so kann ih dasselbe zusammenfassen in den einfahen Saß: Fest- halten an der dur< die Samoa-Akte gegebenen Rechtslage, solange diese Akte ni<t dur< übereinstimmenden Beschluß der unterzeih- nenden Mächte modifiziert is (sehr rihtig!), also Achtung der Anderen auf Grund dieser Akte zustehenden Rechte, aber au< volle und unbedingte Aufrehterhaltung unserer eigenen deutschen Rechte. (Sehr rihtig) Im Interesse der Ruhe auf Samoa wie im Interesse ruhiger Beziehungen zwischen den be- theiligten Regierungen würden wir ‘es an und für sih nügli< finden, wenn die na< und na< unzureihend ge- wordene Samoa - Akte ersezt werden könnte dur< eine der gegen- wärtigen Situation besser entsprehende Neuregelung.

Fn diesem Sinne habe ih seiner Zeit im Hinbli> auf die mannigfahen Unzuträglichkeiten, welche die Dreiherrshaft in Samoa mit \\< bringt, in der Budgetkommission gesagt, wir wären geneigt, wie ih mi< ausdrü>te, in eine reinlihe Scheidung zu willigen; da si< aber die Nawtheile des gegenwärtigen Zustandes der Dinge für die beiden anderen betheiligten Mächte ebenso fühlbar machen wie für uns, so haben wir keine Veranlaffung und empfinden auch kein Bedürfniß, in dieser Richtung aus eigener Initiative mik besonderen Vorschlägen bervorzutreten. So lange aber die Samoa-Akte zu Recht besteht, muß dieselbe von allen Betheiligten loyal beobattet werden, dem Buchstaben nah und dem Geiste nah. Wortlaut und Tendenz der Samoa-Akte fordern, daß auf Samoa nur sol<he endgültige Entscheidungen getroffen werden, welhe auf einstimmigen Beschlüssen der drei betheiligten Regterungen beruben. Wir haben deshalb von vornherein in London und in Washington keinen Zweifel darüber gelassen, daß wir fol<e Ver- änderungen in Samoa, zu denen wir unsere Zustimmung nicht ge- geben hätten, als re<tsunverbindli< betraten müssen, Wir konnten nit zugeben, daß entgegen dem zweifellosen Lext der Samoa- Akte, im Widerspru<h mit dem Vertragsrehte ohne uns oder gar gegen uns über Samoa entschieden werde. Dieses von uns aufs gestellte und vertretene Prinzip der nothwendigen Einstimmigkeit i| zuerst von Amerika und \ließli< au< von England angenommen worden. Ein anderer leitender Gesichtépunkt für uns war, uns niht in die Streitigkeiten der eingeborenen Häuptlinge einzumishen. Den vershiedenen Thronkandidaten auf Samoa stehen wir an und für si< obne parti pris gegenüber. Da aber die provisorishe Regierung des Häuptlings Mataafa von den drei Konsuln anerkannt worden war, so mußte sie unserem Konsul als der legale status quo so lange ersheinen, bis dur< einstimmigen Beschluß der drei Mächte eine neue Regierung eingeseßt war. Schon weil wir uns den internen Vor- gängen auf Samoa gegenüber neutral verhalten, haben wir das Eingreifen englisher und amerikanischer Schiffe in diese Streitig- keiten weder mitgemacht noch gebilligt.

Veber die legten Zusammenstöße auf Samoa liegen bisher nur ver- stümmelte und lüd>enhafte Telegramme unseres Konsuls und mehr oder weniger glaubwürdige Berichte dusländischer Telegraphen-Agen- turen vor, so daß über dieselben ein abshließendes Urtheil no<h nit möglich ift. Ueber einen Korflift zwishen dem omerifanishen Admiral und dem Kommandanten von Sr. Majestät Schiff „Falke“ if uns ni<t das mindeste bekannt (höôrt, hört! links), und ih halte in Uebereinstimmung mit meinem verehrten Freunde, dem Herrn Staatssekretär tes Reichs-Marineamts, einen solen Konflikt für vollständig unbegründet. Jedenfalls bin ih überzeugt, daß das Berhalten, taß tas Ehrgefühl, der Laft, die Selbstbeherrs<ung unserer See-Offiziere ebensosehr über alles Lob erhaben wax, wie die Mannszucht der Leute. (Bravo !)

Was den in Samoa verhafteten Reihsangehörigen angeht es handelt si< augenscheinli<h um den Leiter bder Pflanzung VBailele, Herrn Hufnagel —, so haben wir foglei<h in ernster eise die Aufmerksamkeit ber englischen Regierung auf diesen Vorfall gelenkt und der bestimmten Erwartung Ausdru> ge-

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geben, haß unserem Landsmann kein Leib geschehen werde, \sofera derselbe, wie wir bestimmt annehmen, unschuldig sein sollte. Dur diese lokalen Vorgänge auf Samoa fkann übrigens

der endgültigen Regelung - der dortigen Verhältnisse nicht präjudiziert werden. Diese Regelung erfolgt nicht an Ort und Stelle, sondern fie kann nur bervorgehen aus der Vereinbarung der drei betheiligten Kabinette. Um eine foihe Neuregelung herbei- zuführen, haben wir die Entsendung einer Spezialkommission in Vorschlag gebra<ht und für die Beschlüsse dieser Spezial« kommission Einstimmigkeit gefordert und na< Ueberwindung nit unerbeblier Schwierigkeiten au< durhgeseßt. (Bravo!)

Fh freue mih, mittheilen zu können, daß die englishe Regierung durh ibren hiesigen Botschafter mir nunmehr amtlich erklärt hat, fie acceptiere die Vorschläge der deutschen Regierung binsihtli<h der Ver- hantlung8weise und der Funktionen der Spezialkommission.

Die Funktionen und Befugnisse der Spéezialkommission kann ih in Kürze, wie folgt, zusammenfafsen :

Die im Hinbli> auf die in Samoa ausgebrohenen Unruhen und zum Zwe>k der Wiederherstellung von Rube und Ordnung das selbst dur die drei Signatarmächte der Berliner Samoa-Afkte ernannte Kommission wird die provisorishe Regierungsgewalt über die Samoa-Inseln übernehmen.

Zu diesem Zwe>e foll die Kommission die höchste Amts8gewalt in «den Inseln ausüben. Alle und jede anderen Amtspersonen da- selbst, sei es, daß deren Amtsgewalt aus den Bestimmungen der Berliner General-Akte oder anderweit hergeleitet ist, haben den Befeblen der Kommission zu gehoren, und die drei Mähhte werden ibre konsularis<hen und Marinevertreter zu entsprehender Unter- ordnung anweisen.

Keine Maßnahme, welche von ben Kommissaren in Gemäßheit ibrer vorbezeichneten Amtsgeroalt getroffen wird, soll rehtsgültig fein, wenn nicht alle drei Kommissare der Maßnahme zustimmen.

Es gehört zu den Aufgaben der Kommissare, zu erwägen, welhe Bestimmungen sie für die zukünftige Landesregierung oder die Abänderung der Berliner Schlußakte für nothwendig erachten, und an ihre Regierungen über die Auffassungen, zu denen sie ließli gelangt find, zu berichten. i

Meine Herren, wir geben uns der Hoffnung hin, daß es der Spezial- kommission gelingen wird, zu einer gere<ten, billigen und für alle Theile annehmbaren Regelung der Verhältnisse auf Samoa zu ge- langen. Wir werden nur solchen Beschlüssen unsere Zustimmung geben, dur< welche die klaren deutshen Rechte und die gewichtigen deutshen Interessen auf Samoa nicht beeinträchtigt werden. ;

Fn einem Theile der ausländischen Presse ist darauf hingewiesen worden, daß der Werth von Samoa nicht im Verhältniß stehe zu der Bedeutung, welche diese Inselgruppe in der internationalen Politik und für die internationalen Beziehungen gewonnen habe. Gewiß, meine Herren, au< wir Deutschen glauben, daß wegen einer Infelgruppe in der fernen Südsee, die von 30 000 Wilden bewohnt wird, unter denen kaum 500 Europäer leben, mit einem Gesammthandel von kaum 3 Millionen Mark, zwishen drei großen und gesitteten und Gristlihen Völkern den Krieg zu entfesseln, im böhsten Grade ru<hlos sein würde. Jh bin au<h davon durchdrungen und rathe, dies auf keiner Seite zu vergessen —, daß es in der aus- wärtigen Politik vor allen Dingen darauf ankommt, si< ni<ht das rihtige Augenmaß beeinträchtigen zu lassen und jede Frage nah ihrer realen Bedeutung einzushäßen. Dabei dürfen wir aber zweierlei nit vergessen: Einmal, daß wir die Pflicht haben, Handel und Wandel, Eigenthum und Erwerb unserer Landsleute auf Samoa zu hüten, dann aber, daß wir auf Sauoa vertrag8mäßige Rechte be- fißen, deren Aufrechterhaltung das deutshe Volk als eine nationale Ehrensache empfindet. (Sehr rihtig! Bravo!) Wir ver- langen auf Samoa ni<ts mehr, als uns dort vertragsmäßig zusteht. Diese unsere vertragsmäßigen Rechte aber dürfen und werden wir nit verkürzen lassen. (Lebhafter Beifall.)

Abg. Richter (fr. Volksp.) zur Geshäftsocdnung: Nach diesen Erklärungen des Staatssekretärs habe ih keinen Anlaß, eine Be- \sprehung der Interpellation zu beantragen. Dagegen halten \fi< meine Freunde für verpflichtet, zu erklären, daß fie mit der Art der Begründung absolut nichts gemein haben wollen. Nah dem Wort- laut handelte es si{< um eine einfahe Anfrage über den unklaren Thatbestand ohne irgend welhe Anschuldigungen nah irgend welcher Seite. Hätten wir gewußt, daß die Gelegenheit benußt werden

würde, dem |pezifishen Chauvinismus des Alldeutshen Berbandes Ausdru> zu geben, so hätten wir die Unterzeihnung abgelehnt.

__ Abg. Dr. Lieber (Zentr.): Auch wir halten den Augenbli> nit für gegeben, um in eine Besprehung einzutreten. Wir verzihten darauf. Im übrigen stehen wir auf dem Standpunkt des Abg. Richter, halten aber nit für nöôtkia, ausdrü>li<h zu erklären, was selbstverständlich ist: für die Worte der Begründung wird man durch die Unterzeihnung der Interpellation nit verantwortlih gemacht.

Abg. Rid>kert (fr. Vgg.): Auch wir haben nicht den Wunsch einer Besprehung. Wir erklären nur : wenn wir eine Ahnung von dieser Art der Begründung gehabt hätten, von diesen Angriffen auf den Reichstag, io wären wir anders verfahren.

Abg. Dr. von Levegow (d.konf.): Wir halten die Bespre<ung augenbli>li< für s{ädli<. Selbstverständlih übernehmen au< wir nicht die Verantwortung für jedes Wort des Interpellanten.

Abg. Graf von Arnim (Rp.): Auch meine Fraktion i} der Meinung, daß angesihts der politishen Lage und der eben gehörten Erklärung man gut thun wird, abzuwarten, wie die Dinge sich ent- zideln werden, und auf die Bespreung vorläufig zu verzichten. L jedes Wort des Begründers von jedem einzelnen Unterzeichner uautershrieben werden soll, hat der Antragsteller garniht erwartet.

Abg. Fürst Herbert von Bismark (b. k. F.): Als Mitunter- zeihner der Samoa- Akte wollte i< na< den kurzen Reden, die wir gebört haben, au meinerseits erklären, daß ih es für angemessen halte, vorläufig ktie Besprehung nicht ci: treten zu lassen. Ich hâtte font Anlaß genommen und nehmen müssen, auf einige Dinge einzu- gehen, die der Staatssekretär berührt hat, und auch als früherer Fach- mann einigen Aeußerungen des Interpellanten widersprehen müssen, da es Lehrsay des L ismar>’¡<en Systems war, wirths<haftliche Dinge nit mit politischen zu vermengen.

Abg. Liebkne<ht (Soz) exklärt ebenfalls, seine Partei sehe von einer Besprehung keinen Nußen, bedauere aber sehr, daß man nicht auéführli< gegen die Begründung protestieren könne.

Damit wird der Gegenstand verlassen.

Hierauf wird die erste Lesung des Entwurfs einer Fernspre<-Gebührenordnung fortgeseßt.

Abg. Dr. Hasse (nl.) erklärt, er habe zwar nichts dagegen, daß das platte Land und bie kleineren Städte mehr als bisher berüd- sihhtigt würden, halte aber das Gebührensystem für unpraktisch. Gbenso sei es irrationell, die Kosten für Neuanlazen aus den Ein- nahmen des Betriebes zu de>en. Anzuerkennen sei, daß der Saß von 1 4 für Gespräche auf weite Entfernungen erhöht werden müsse. Eine Reibe weiterer Wünsche könnte in der Kommission erörtert werden. Seien au< nicht alle Wünsche erfüllt, jo bedeute die Vor- lage immerhin cinen Forischritt. Am besten wäre (s, die Vorlage einer besonderen Kommission ¡u überweisen,

i Dr. Oer t el- Sachsen (d. kons ): Niht uur auf uns, fondern zum theil au in Hantelékreisen hat die Vorlage den Eindruck eines

immerhin gelungenen Versu<s des Ausgleihs zwishen den Städten und dem vlatten Lande im Sinne der Gerechtigkeit gemacht. Das so- genannte Individualsystem halte ich persönli für das richtige, vor- ausgeseßt, daß ein zuverlässiger automatisher Gesprächszäbler ge- funden wird, Der E Mes Art der Benugzung des Fern- \prehers würde am eheften auf diesem Wege entgegengetreten werden können. Wir wünschen eine unterste Stufe für die Grundgebühr bis 500 Theilnebmer von 50 4; diese Anregung wird niht etwa nur von agrarisher Seite, sondern au< aus Handelskreisen gegeben. Für die nähsten Entfernungen soll bis 50 km der Tarif von 25 F gelten; vielleicht läßt s< für 20 km ein Saß von 10 bis 15 4 einführen. Daß jedes angefangene Hundert Gespräche abgerundet wird, scheint uns au zu weig zu gehen, namentli wenn die Gespräche registriert werden. Au nah unserer Meinung wird hier dem Reichskanzler zu viel zur Feststellung überlaffen; man sollte do< im Geseße Bestimmungen über den Vorortêverkehr und eine Grenze für die Vororte festsezen. Bei den Bestimmungen über die Zuschläge für Anschlüsse auf Ent- fernungen über 5 km und die Gebühren für Anschlüsse in Orten ohne Fernspre<hneß muß der Reichskanzler jedenfalls großes Woblwollen zeigen; denn gerade diese beiden Dinge kommen für den Landwirth draußen sehr erheblih in Betracht, wenn ibm der Fernspreher etwas nügen soll. Im Ganzen begrüßen - wir das Gesez mit Freuden als Abschlagszahlung ‘und erwarten bezüglich dieser Zuschläge das ver- \prodene und eigentli auh selbstverständlihe Wohlwollen,

Abg. Dasbach (Zentr.): Ich stimme mit dem Abg. Singer darin überein, daß der Tarif zu kompliziert ist. Wenn die Zahl der Theilnehmerans{<lü}e ein Grund für höhere Gebühren sein soll und die Zahl der Gespräche ebenfalls, so wicd es alle drei Jahre zu neuen Säßen kommen, und das Publikum hat also eine beständige Gebührenerhöhung "zu erwarten. Rach der gestrigen Aufflärung läßt sich ja darüber reden, ob wir für die größeren Städte wirklich eine fleine Erhöhung zugestehen sollen; aber au< dann muß das Material für die Begründung dieser Forderung ganz erhebliÞ überzeugender sein. Hoffentliß wird in der Kommission Aufschluß gegeben. Die weitgehenden Vollmahten für den Reichskanzler sind für uns unannebmbar troy alles Vertrauens, das wir in den Reichskanzler sezen. Die Säße, die in Zukunft gelten sollen, sollten uns in der Kommission mitgetheilt werden, damit wir sie prüfen und in das Geseßz hbineinschreiben können. In Berlin bestehen zur Zeit allerdings no< viele Mängel im Fernsprehwesen, Mängel, an denen mehrfach au die Beamten \{uld sind, besonders in der Kontrole der rihtigen Anschlüsse. Wir beantragen die Ueberweisung der Vorlage an die Postkominission, die gestern eingeseßt ist.

Staatssekretär des Reichs-Postamts von Podbielski:

Ich möchte dem Herrn Vorredner nicht auf seine Kritik des vor- liegender Geseßentwurfs antworten, weil, wie er selbst ausgeführt hat, diese Dinge in der Kommission eingehend ¿u erörtern sein werden, wo seitens meiner Verwaltung das Material zur Beurtheilung der einshlägigen Fragen zur Verfügung gestellt werden wird. Dagegen möchte ih auf zwei Punkte eingehen, die zwar nicht im direkten Zusammenhang mit diesem Geseg stehen, die aber der Herr Vorredner gestreift hat, und zwar zunähst auf den Wunsch, daß überall, wo Fernsprechanlagen in den Städten und auf dem Lande vorhanden sind, diese auch zu öffentlichen Fernspre<\stellen eingerichtet werden möchten. Ih gestatte mir, dabei auf meine vorjährige Er- klärung zurü>zugreifen, die dahin ging, daß es in meiner Absicht läge, die Fernsprechanlagen in kleineren und mittleren Städten und auf dem flahen Lande in erhöhtem Maße für einen solhen Verkehr auszubilden. Ih habe damals ausgeführt, daß zum öffentlichen Syprechverkehr ungefähr 9000 folcher Anstalten eingeri<tet werden würden; nach der jetzigen Feststellung werden es im Neichs-Postgebiet etwa 10 000 sein, und s{<on innerhalb eines Jahres sind nahezu 5000 öffentlihe Sprechstellen und Umscaltestellen eingerihtet. Wo es also no< nit geschehen ist, dürfen Sie sich versichert halten, daß in nächster Zeit mit der Einrichtung vorgegangen werden wird. Sie ersehen daraus, meine Herren, daß die Verwaltung niht müßig gewesen is; aber in so kurzer Zt hat \si< naturgemäß nicht das Ganze durhführen lassen. Ih hoffe aber, daß ter Abg. Dasbach anerkennen wird, daß wir nah der Rihtung wirkli den bere<tigten Wünschen des Landes in jeder Beziehung entgegenzukommen be-

müht sind.

Was das zweite Moment anlangt, nämli die Klagen über einen nicht immer einwandfreien Betrieb bei den Fernspre<-Vermittelungs- anstalten in Berlin, daß man namentlih nicht selten unrihtige Ver- bindungen erhält, so ist dies zum theil darauf zurü>zuführen, daß bei der enormen Ausdehnung und Frequenz, die das Fernspre<hwesen in Berlin genommen hat, es si nicht vermeiden läßt, gelegentli< au jüngere Telephongehilfinnen zum Dienst heranzuziehen, die nc< nicht die volle Sicherheit und Umsicht besißen, und daß viellei<ht au manhmal die genaue Ueberwawung der Apparate versäumt wird. Die Mängel sind mir bekannt. Sie können ih aber ver- sichert halten, daß die Verwaltung bestrebt ist, diese Mängel abzustellen, und wir hoffen au, daß es gelingen wird, Ver- sehen mehr und mehr einzushränken. Aber immerhin werden wir bei dem großen Personal und bei der gewaltigen Aus- dehnung der ganzen Anlage mit gewissen Fehlern re<nen müssen, und wir hoffen nah dieser Richtung hin auf Nachsiht. Auf der anderen Seite aber jeien Sie überzeugt, daß die Verwaltung bestrebt ist, den besten Betrieb auch hier in Berlin anzubahnen und aufre<ht zu er- halten. (Bravo!)

Aba. Blell (fr. Volksp.): Die Vorlage ausgefallen, als man fast allgemein geglaubt hat. Angenommen war, es würde cine allgemeine Verbilligung eintreten. Der bisherige Pauschalsaß soll wegfallen und an seiner Stelle eine Staffelung ein- geführt werden. Wie dieses differenzierte System wirken wird, darüber fann man s< gar kein Bild machen. Für eine große Masse von Aren ist es doch ganz glei, ob sie mit 500 oder mit 36 000 An- ges<lofenen sprechen können, da sie nur mit einem bestimmten, begrenzten Kreise Fernsprehverbindungen pflegen. Es fönnte daraus eine Vermehrung der Einzelgespräche erfolgen, die garzxit in der Absicht lag. Jede Vereinfahung und Verbilligung des Tarifs hat Be- lebung des Verkehrs zur Folge Diese alte Wahrheit wid sih auch auf diesem Gebiet bewähren. Um nun die Differenzierung plausibel zu maden, weist man darauf hin, daß nur 16 Städte mehr zu be- zahlen haben werden. Es kommt aber auf die Zahl der Theil- nehmer an, und da stellt sich heraus, daß niht weniger als 60 9/o der bisberigen Theilnehmer mehr bezahlen sollen als bisher. Jedenfalls müssen die Gebühren danach eingerihtet werden, daß für keinen der bisherigen Theilnehmer die bisherige Gebühr von 150 G überschritten wird. Jn zehn verscictenen Punkten soll dem Belieben des Neichs- kanzlers die Festseßung der Gebühren überlassen bleiben, Das halten wir sür ganz unannehmbar. Unter allen Umständen muß die Gebühr für Ort- und Nahbarortverkehr geseßlich festgeseßt werden. Die Mittel sür die Neuanlage von Fernsprechanstalten müssen aus An! leihen, nicht aus laufenden Einnahmen, bestritten werden.

Abga. Graf vou Bernstorff - Lauenburg (Rp.) erklärt ih im allgemeinen für die Vorlage. _ Den Anschluß der Privatpersonen an das Fernsprehneß in großea Städten follte man nicht erschweren, sondern thunlichst erleichtern. Die Möglichkeit der Einzelzählung der Gespräche für den Angeschlossenen sollte jedenfalls im Geset erhalten bleiben. Aus praktishen Gründen empfehle sich die Berathung in

ist do< anders

der Posll'ommission.

Abg. Dr. Pahni>e (fr. Vgg.): Die bloße Ziffer, daß 60 % der bisherigen Theilnehmer na< dem ‘neuen Tarife mehr bezahlen [ues entsheidet bereits zu Ungunsten der Vorlage. Eine allgemeine 3erbilligung wurde gefordert und erwartet; eine Vertheuerung für mehr als die Hälfte war es nit, was man erwaitete. Daher ist die Enttäushung au< ziemlih allgemein gewesen und bat deutlichen Ausdru in den an uns gelangten Eingaben gefunden. Das Gebühren- system muß jedenfalls ‘gänzli umgestaltet werden. Redner weist auf die Einrichtung des Telephonbetriebes in Schweden hin.

Staatssekretär des Reichs-Postamts von Podbielski: F< möchte dem Herrn Abg. Dr. Pachnike glei<h den Wechfel, betreffend meines Kollegen in Schweden , rrâsentieren. QDer- selbe lautet dabin, daß in Schweden die Herstellung sämmt- liher Apparate im Staatshetriebe erfolgt. (Heiterkeit links.) Sie sehen, Sie würden dem niht zustimmen. Ich kounte nit unterlassen, Sie darauf hinzuweisen. Es sind eben besondere Verhältnisse, die dort zusammenwirken, daß in jenen immer- hin kleinen Verhältnissen ein fehr intelligenter Herr, wie es mein Kollege dort if, unendlich viel bat erreichen können und auch vielleicht in Zukunst no< erreichen wird, während ih z. B., wenn ih einen Staatsbetrieb für alle die SaŸhen einrichten wollte, die hier in der Privatindustrie hergestellt werden, gerade von ihrer Seite Widerstand finden würde.

Es ift daun öfter ausgeführt worden, daß das Geseß nur ein Provisorium bedeute, und wir es, wenn ein Gesprächszähler ?äme, auf ganz anderen Grundlagen aufbauen müßten. Meine Herren, es sind in neuerer Zeit, namentlich scitdem i hier die Anregung ge- geben, . eine Menge Gesprächszähler bei der Verwaltung eingereiht und geprüft worden ; aber wenn auch der eine oder der andere davon ih bewährt hätte ein Gesprächszähler kostet Geld, mit seiner Einführung würde wieder eine Vertheuerung der Anlagen verbunden sein, und wir müßten do< diesem Moment bei der Gestaltung des Tarifs Rechnung tragen.

Fch glaube, ih habe gestern hon erwähnt, der automatishe Be- trieb is in Amerika anscheinend zu einer gewissen Vollkommenheit ge- langt; ob er sih bewähren wird, darüber if man aber felbst in Amerika noh nicht: zur Klarheit gelangt. Ih freue mi indeß, daß in Deutschland si< Herren gefunden haben, die diesen Versuch hier machen wollen. Die Reichs-Postverwaltung hat ihre Bereitwilligkeit zur Prüfung des neuen Systems erklärt, und sobald die Instrumente hier sind, werden wir zunä<hst ein Jahr läng mit der Sache* Proben anstellen, Ab:r, meine Herren, die Berehnungen, die seitens der Amerikaner in Bezug auf kolossale Ersparnisse aufgestellt wurden, treffen nicht zu. Täusche ih mi nit, so werden es bei einer Theil- nehmerzahl von Tausend ein paar hundert Mark, alfo fo minimale Ersparnisse sein, daß auf den Einzèlnen thatsächli<h nicht viel ent- fällt. Das kommt daher, daß, wie ih son ausführte, an Stelle der Fernsprehgehilfinnen Mechaniker treten werden, die sehr gut ausgebildet sein müssen und demna au< sehr große Kosten ver- ursahen werden. Außerdem möchte ih noch anführen, daß das System Doppelleitungen erfordert und daß da, wo nur Einleitungen vorhanden sind, die Verwendung des Systems ausges<lossen ist. Erst bei Doppelleitungen sind wir in- der Lage, es einzurihten. Wir haben übrigens bei solhen Erfindungen au vielfah erlebt, daß im einzelnen die Sache klappt, naher aber, wenn die rauhe Wirklichkeit kommt, eine Menge von Umständen eintreten, die Veranlassung sind, daß die Apparate nicht so funktionieren, wie man glaubte erwarten zu dürfen. Denn, meine Herrea, es kommen, abgefehen von sonstigen Zufällen, an die Apparate nicht bloß Leute heran, die alles Einzelne genau beachten und nah der Vorschrift verfahren, sondern wir müssen au< mit der rauhen Hand eines Dienstmädchens oder des Hausknechts rehnen: da wirb nit sanft verfahren und mit der Neuerung is} es dann oft sehr viel s<neller zu Ende, als wie man es vielleiht im ersten Moment geglaubt hat.

Die Vorlage wird an die Postkommission überwiesen.

Bei der darauf folgenden ersten Berathung des Ent- wurfs eines Telegraphenwegegeseßes bemerkt der

Staatssekretär des Reichs-Postamts von Podbielski:

Meine Herren! Ih möchte zunächst zur Kenntniß des hohen Hauses bringen, daß dank der Bewilligungen, die das Haus im laufenden Etat gemacht hat, au vorgesehen war die Verbindung von Deuts{h- Südwestafrika dur<hKabel mitDeutschland. Seit gestern Abend funktioniert diese Verbindung; Swakopmund und fomit Deutsch - Südwestafrika ist jeßt mit der Heimath auf telegraphishem Wege verbunden. (Bei? fall.) Wenn i< nun auf das Geseß selbst eingehe, meine Herren, fo möchte ih zunächst darauf hinweisen, daß die deutsche Telegravhen- verwaltung auf cin halbes Jahrhundert ihrer Thätigkeit in diesem Jahre iurü>sieht. Naturgemäß trat in den ersten Jahren und Jahrzehnten ein dringendes Bedürfniß niht hervor, viele Wege für die Anlage und Unterbringung der Telegraphendrähte zu benußten, indem es si baupt- \ä<li< darum handelte, die Telegraphenlinien im engeren Sinne im Gegensay zu den Fernsprehlinien mit einer ziemli be- schränkten Zahl von Drähten oberirdis<h an der einzx Seite der Eisenbahnen oder Chausseen entlang zu führen und in großen Städten wenige kurze Stadtkabel bis zum Telegrapßenamt zu legen. So lange ergaben sih für die Telegraphenverwaltung keine nennens- werthen Schwierigkeiten. Zwei Bundesrathsbeshlüfe find es aus den Jahren 1868 und 1869, die für das Gediet d2E Norddeutschen Bundes die Bedingungen festgeseßt unter denen die Benußzung der Eisenbahnen Kunststraßen außerhalb der Städte für Telegraphenzwe>e zuläsfig sein sollte. Die im Bunde vereinigten Staaten nahmen diefe Bedingungen für alle Staatsbahnen und Staatsstraßen an und legten fie den Unternehmern von Privatbahnen und Privatstraßen dei der Konzessionie- rung auf. Die Städte selbst hatten ja zweifellos ein großes Interesse daran, daß sie an das allgemeine Telegraphene ne angeshlofsfen wurden, und infolge dessen legten sie au nah keiner Richtung hin Schwierigkeiten în den Weg. Es ging alles rubig und friedlih ab, bis zum Beginn der 80er Jahre das Fern- sprehwesen, der Fernsprehverkehr in die Erscheinung trat und natur- gemäß eine Unruhe in dieses Stillleben bineinbrachte. Die rapide Ausdehnung des Fernspre@wesen2 zunäGs| in den großen und dam in den mittleren Städten, die Herstellung der Verbindungslinien zwischen den verschiedenen Netzen nöthigte die Verwaltung dazu, eine weit größere Anzabl von Wegen wie bisher für ibre Anlagen zu benußen. Die in tehnif{en NRü>ksihten begründete Unmdögli&hkeit, Fernspreh* und Telegraphendrähte an denselben Geftängen anzubringen, drängte die Telephonlinien auf die Landstraßen, von denen

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