1899 / 95 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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Die Organisation, wie sie uns das Kultu8-Ministerium vor- gelegt hat, ift veranlaßt dur< eine Resolution des Abgeordneten- hauses. Ih möchte bei dieser Gelegenheit bervorheben, wie ge- fährlih es ift, wenn parlamentarische Körperschaften in allgemeinen Umrifsen Wünsche äußern, ohne näher die Richtung anzugeben, in der solhe Reselutionen in Ausführung gelangen sollen. Der Herr Minister hat seine Schuldigkeit gethan; er wird aber seben, daß die ziemli einstimmig angenommene Refselution keine Bedeuturg hat. Der Vertreter der größten Partei des Abgeordnetenhauses kat die Grundlagen der Reform, wie sie in jener Resolution ge- fordert wurden, bereits aufgegeben, und bis auf ein oder zwei Punkte muß i< mi< ibm anschließen.

So if im Großen und Ganzen die Maikonferenz dahin verlaufen, daß die Mehrzahl der Herren sih gegen eine fo umsafsende Reform ausfpra.

Darüber waren alle einig, daß das nächste Bedürfniß sei, die Kreispkvsiker in ihren Bezügen beffer zu stellen und vor allem die Bezüge pensionsfähig zu mahen. Das if ein Punkt, mit dem ih vellfommen übereinftimme; denn ih fühle es jeden Tag in meinem Amte, zu welSen unglaublihen Unzuträglichkeiten es führt, daß man einen alten, verdienten Kreiëphysikus, der kein Vermögen hat, nit pensionieren und ibm einen Nothpfennig für sein Alter geben ftann, daß man ihn überhaupt ni<t aus dem Dienst entlassen kann obne Disziplinaruntersuhung, und daß man nothgedrungen, weil der Mann mit seiner Familie sonft vis-à-vis de rien wäre, im Amt belassen muß, au< wenn er nit mehr fähig ift, den Anforderungen in Bezug auf die öfentli&e Gesundkeitépflege voll zu entsprehen das sind ganz traurige Verbältniffe, die auf das allerdringendste einer Abhilfe bedürfen.

Der Kreitpbysikus muß ein pensionefähiges Gehalt bekommen. Jett glaube ih, habe ih ganz loyal gehandelt, wenn ih junädhft na den Informationen vorgegangen bin, die ih mir ganz obne Rüdsicht auf die Parteien gebolt babe fo gut id sie bekommen fonnte selbft- verftändli<h war das ja eine freie und garz unverantwortli$e Konferenz; keiner der Herren bat irgend einz Verantwortlichkeit übernommen, fondern ih kann Ihnen nur tankéar sein, daß Sie die Güte gehaëtt haben, mir Ihren persönliéen Rath zu ertheilen; aber dieser Nath ift für mich dc< sehr bedeutsam gewesen und mußte es sein.

Auf Grund dieses Rathes bin i< nun zu diesem sehr ein- geshränkten und kleinen Entæœurf gckommen, mit dem Gedanken: das Notbwmendigfte, über defsen Nothwendigkeit alle einig find, ftebt drin ; und es ift ja au nit ausges{lofsen, daß, wenn i< wirkli noch eiwas zu ängstlih gewesen sein sollte, bier im Laufe der Be- rathung, der Kommission und au< im Plenum vielleiht, dies und jenes an dem Entwurf gebessert werden kann. Meine Herren, das ift do< gewiß, daß man auf diefem Entwurf, wenn man ihn erst einmal ¡um Gescy gemaht hat, weiter bauen fann, und daß man, wenn die Erfahrung es als nothwendig zeigt, später jederzeit weitergehen, auf dieser Grundlage allmäblih eine Reform der gesammten Medizinalverwaltung aufbauen fann, eine Frage, die zur Zeit übrigens no< außerordentli< zweifelhaft ift, wenigstens für einzelne Instanzen.

Meine Herren, fo ift der Gesezentwurf zu ftande gekommen. Jch

mödte nun nicht darauf eingehen, ob es si< mebr empfiehlt, den Î

Kreigarzt anders zu ftellen, als die Vorlage vors{läat das will ih aber gleih sagen, i< bin nit dafür, daß man alle Kreisärzte ein für allemal zu vcll besoldeten Staatsbeamten mat. I< glaube, wir haben eine ganze Arzabl von Kreisen, in denen kein Bedürfniß dazu vorhanden ift, ganz abgesehen ven den sonstigen Bedenken, die dagegen iprehen Bedenken, die ja au geltend gema>t worten find, daß ter Eyzienisde Kreiéaczt, ter voll besoltet ift, nur allzuleidt in die Lage kommen würde, in alle mögliden und urmöglihen Verbältrifse des Kreises bineirzushnüßfcn. Ih will dies ganz dabingeftelt sein laffen, das wird von der Persönlihkeit abbäncen; ih glaube nit, daß die Gefahr so groß iff, wie man fi< das vorstellt, aber i farn mi nit überzeugen, deß für alle unsere Kreise ein Bedürfniß beftänte, den Kreizarzt zum vollbesoldeten StaatéSeamten zu macher, abgesehen davon, taß das au sehr große Konsequenzen anderen Beamtenkatecorien gegenüber baben würde. Jch erinnere nur daran: wie sollen die Leute geftellt werden und wie sollen die Re- gierungs - Medizinal - Rätbe geftellt werden, woher sollen wir nohber die Regierungs- Medizincl-Rätbe bekommen? Kurz, dies alles wären Dince, die man erwägen müßte, und wellte man diesen Purlkt regeln, o t

Bosis fielen und tar

möglich sein.

Anders liegt die Sache und das mag in der Kommisfion auf das Gründlidfte erwogen werten ov man nidt dem KreiZarjt die Proxis beläßt, aber der Regieruxzg auédrüd>l < die Möglichkzit dur das Gesey giebt, diese Praxis einzushränken oder ganz ¡u untersagen; dern «& wird Fâlle ceben, mo man mit der Proxis des Kreizarztzes nit autkommen kann. Aber, wie gesagt, darauf mêcie ih beute nicht eingeben, ebensowenig wie auf die bier vorçceslaçzenen Gesurdbeittkcmamiifionen oder auf die Laboratorien, die, neterbei gesagt, übrigens ganz cinfa<h dur den Etat errichtet werden könreo, und tie man gar nit in das Gese in präziser urd urserer EScseßetsprace entipre<herder Meise, soweit ih bis jegt übersehe, bincinshreiben kann, kurz, alle diese Dirge können wir in der Kommisfion auf das freunt- liéfie und eirgeher dfte besprechen. Ich bin aber mit tem Gange der heutigen Diélussion scweit sebr jufri:den; ih bin tankbar dafür, daß ron allen Seiten wenigftens die Beratiung ter Vorlage in der Kemmiision als geeignct anerkannt worden ift, und darauf kommt mir an. Die Sache ift ja absolut unpolitis<h. Ich babe, glaute i, in der ganjen Zeit, scitdem ih Minifter bin, nc< nicht eine eiczige Bor- Iage in tas Hars gebracht, die so wenig politis@er Natur war wie dieje. Unricktig ift fie richt, im Gegentkeil ; darin ftimme ih mit Herrn Grafen Douclas relifcmmen ütercin, taß man die Winkengen, ar< die

alléwiribidaitliéen Wirkungen und ti fitilichen Wirkungen einer en Lrgiere cer nit bo genug verans<lagen farn, und inscfzrn

‘e Verlage im bédfi-n Grate widhtig. Aber politischer Natur

carridt und mir werten uns sehr rubig und sa<li< in der Scn tarüber untaibalten fönnen. Ich hoffe, meine Herren, mut Willen, ter auf allen Seiten dieses Hauses bestebt, lies pz fande ju bringen, taß es uné auch gelingen erlage ja maden, die, wenn fie nit alles auf cinmal

teu tizzen wirb, taß au in tygienisder De-

nürte man den ganzen Entwurf auf eine andere tann würde, glaube i, cine Amendierung nit

y $ ziehung tas Wohl unserer Bevölkerung gefördert wird, (Lebhafter Beifall.)

Abg. Dr. Endemann (nl.): Die Vorarbeiten für die Vorlage find sehr anerkennenêwertb; die Geschichte der Medizinalreform ift ja au< s{<on eine sehr alie. Aber troydem befriedigt die Vorlage nit. Ich bin ein Anbänger der Bestrebungen, die Medizinal-Abtbeilung vom Kultus-Minifterium loszulösen und unter das Minifterium des Innern zu stellen. Die Kreis-Pbysiker steben jet ja schon unter dem Landrath und unter dem Regierungs - Präsidenten, also unter Beamten, die zum Refsort des Ministeriums des Innern gebören. Daß darunter die Ausdvildung der Aerzte leiden würde, glaube ih nit. Die Vorlage reiht nicht aus. Sollen wir uns auf die troftreihen Worte des Kultus-Ministers verlassen? Es handelt si bier bei allen Fragen um Geld und no<mals um Geld; ift dieses vor- handen, dann Tann etwas geleistet werden. Man sagt, die Gesundheits- rflege würde weit in die Volkékreise eindringen. Aber das ift nicht so leiht; die Städte sind ja mit gutem Beispiel vorangegangen, aber auf dem platten Lande wird nc< sehr viel Arbeit nötbig sein. Der Kreitarzt, der Privatpraxis übt, kann nicht überall mit voller Energie seines Amts bei der Bekämpfung s{le<ter Zustände vorgehen. Die Gesuntheitekommissionen sollen ganz tüchtige Einrichtungen werten; i< will mi< darükter niht auslafsen, ebensorenig über die Stellung des Kreizarztes im Kreisaués{uß und im Kreistage. Die Stellung tes Kreizarztes wird immer eine prekäre bleiben, wenn er rit unabkängig wird. Im Großen und Ganzen danke ih dem Minister für die Vorlage. Wie sie in der Kommission sich gestalten wird, ist nicht abzusehen. Hoffentlih kommt etwas Besseres heraus.

Vize-Präsident des Staats-Ministeriums, Finanz-Minister Dr. von Miquel:

Meine Herren! Einer der Herren Vorredner hat gemeint, die Frage, ob die Physiker Privatpraxis treiben oder vollbesoldete Beamte werden sollen, sei ledigli eine Finanzfrage. Gewiß, meine Herren, sie ist auch tine. Finanzfrage, und bei der wachsenden Zahl unserer Staatébeamten wird man fi< immer befinnen müfsen, ob es ein dringendes Bedürfniß ifff, eine ganz neue Klasse voll besoldeter und auts{ließli< etatêmäßiger Beamten neu zu hafen. Aber, meine Herren, sie ist für mih do< nur sekundâr eine Finanzfrage.

Ob es z¡we>mäßig urd dienlih für die Sache der Hygiene ift, daß die Pbysiker überall und in allen Bezirken keine Privatpraxis treiben, is do< sehr befiritten, selbst unter den größten Sachkennern auf diesem Gebiet, und es ift dur<haus fals<, wenn man sagt, darükter be ftebe unter allen sahkundigen Personen Einverständniß. Das ift nah mciner Kenntniß von der Sahhe durchaus irrig. Ich kenne hervor- ragente Männer der Wissenschaft und der Praxis auf diesem Gebiet, wel&e genau auf dem Standpunkt ftehen, den ih Ihnen glei persönlih bezeihnen werde.

Meine Herren, nah meinen Erfahrungen in der Praxis erkenne ih persönlih an, daß es Bezirke giebt, namertli< in großen Städten, aber au< in Industriebezirken, wo ein Pbysiker derartig be- schäftigt sein muß, wenn er seine Aufgabe erfüllen foll, daß ihm die Möglichkeit einer einigermaßen ausgiebigen Privatpraxis kaum bleibt. Fn Beiirken, wo ein sol<es Bedürfniß ausnabméweise besteht ih balte es zur Zeit no< für eine Ausnahme —, würde ih nihts dagegen haben, mit den Physikern so zu verfahren wie mit den Schulinspektoren, deren Stellen wir dur< den Etat nah Makßgabe des Bedürfnifses nah und nah weiter besetzen; aber generell und obligatoris< in das Gese zu schreiben, daß die Pkysici nirgends Privatpraxis treiben dürfen, das würde i< ri<t nur für das Publikum, sondern au für den Arzt für verkehrt balten. (Sehr richtig! re<hte.) Hat er als Pbysiker nicht genügend Beschäftigung das liegt in der mens{<lihen Natur —, dann matt er si Beschäftigung. (Sehr ridtig !)

Und das Gebiet ter Hyziene is unbeshränkt. Man kann da in allen Lebensverbältnifsen chne Rü>sicht auf die Koften, ohne Rücksicht auf sihere Erfolge auf dem Gebiete der Hygiene ih mödte sagen experimentieren. Ih bin wobl seit 30 Jahren thätig gewesen auf dem Gebiete der öffentlichen Gesundbeitepflege ; aber wie viel inrige und heute verworfere Auffassungen auf diesem Gebiet find s<hon an meinem Auge vorbeigegangen! (Sebr wabr!) Die Vorlage erkennt an oder vielleiht die Motive —, daß auf dem Lande Aerzte für mebrere Kreise angestellt werden fônnen. Dann bekommen wir aber auf dem Lande der- artige Grtfernungen, daß die volle Besoldung und die auéilieilide Beschäftigung dieser Beamten den nöthigen

do< nit haben fann. Wenn in jedem Kreise DEyfici sich befinden, welhe daneben Privatpraxis betreiben, die Rerbéltrife der Bewohner genau kennen lernen, wifsen, was man unter den gegebenen Verbältnissen der Bevölkerung wernünftigerweise ¡umutben fann und was nit, so werden sie in solhen Fällen viel rüglider sein. Außerdem wird die eigenilihe Krankenversorgung, die J u2üburg der Heilkunde in vielen Landettheilen dadurch geradezu gefährdet werden, daß Sie dem Pbysiker die Ausübung der Privatpraxis gänzli obne Rüdfi&t auf alle Verhältnisse verbieten. In manchen Gegenden würde man taum Aerzte befommen können, wenn ni<ht die Physikats- Relungen daneben wären. Das find jecenfalls Bedenken, die zeigen, daë es fih hier dur<aus ni<t um eine ganz klare, zweifellose Frage handelt, daß man ganz einfa nur Ge d zu geben brauht, um neue Beomtenstellen zu freieren, und nun glaubt, damit wäre die Frage zelést. So lie,t die Sache nicht. Aber, meine Herren, wenn in Zu- 22nft vom Kultus - Ministerium nachgewiesen wird, daß in zinzelnen Bezirken mit besonders diht gedrängter Bevölke- ris eine sol<e ausscließlihe Beschäftigung des Gesundheits- 2rite wenn ih den Autdru> gebrauhen darf erforderli is, dann steht es der Staatsregierung immer zu ¡2 sagen: bier braude ih einen voll und auss<ließli<h beschäftigten Mann; i< zwinge ihn, entweder auf die Praxis oder auf seine St-flunz zu verzihten ; und für sol<hen Fall muß man natürlih au< zie Gehaltsverbältnisse angemessen regeln. (Sehr richtig!)

3 glaube, wir werden uns auf dieser Basis am besten ver- fiäntigen; wir wollen ja alle nah derselben Richtung bin, und die Fcmmissicn kann ja diese Frage erwägen.

Ih gete aber ro<h weiter. Infolge meiner NBorliebe für die Verbir dung der Gesundbeitépflege mit der allgemeinen Verwaltung ründe ib die Einrichtung, die wir früher in Hannover hatten glauben Sie nit, daß das blcß hanroversche Befangenheit ist, wenn id) tas sace —, empfehlen, nah weler die großen Städte selbft Stadtärzte ansteliten, die nicht gerade aués{ließli< beshästigt waren in der spezüfiscen Richturg der öffentlichen Gesundheittrflege, sondern sonst au< überall bei den Verwaltungen, }¿. B. an den Kranfcrnbäusern, FIrrenbäusern u. #\. w. die Hauptleitung batten. Sol<e Statdtärzte, die die Städte anftellten, hatten au die Befugniß, öffentlih-re<htli< als Phyfici zu fungieren. In

Hannover waren in allen größeren Städten folhe Stadiphbysiei. Ich habe nie darin einen Nachtheil erblid>t, und ih bia der Ueber- zeugung, daß dieje Einri<tung in dem Wur vieler Städte liegt. Es handelt fi< durchaus nit bloß um die Frage: wer zahlt das Gehalt? Es kommt au darauf an, ob der Arzt na< kommunalen Gesihhtépunkten angestellt ist, in vielen Fällen somit ein größeres Vertrauen, einen größeren Einfloß auf die Thätigkeit der Stadtverwaltung in Bezug aufdas bygienishe Gebiet genießt. Das mag die Konfiüissionauh erwägen, wenn sie eine Bestimmung treffen will, daß die Möglichkeit wenigstens gegeben wird. Wieviel Gebrauch davon seitens der Regie- rungen gemaht wird, fol<he öffentli - re<ilihe Befugnisse an Siadtärzte zu ertheilen, das muß der Regierung überlaffen bleiben. Es giebt ja jeßt in mehreren größeren Städten fol<he Stadtärzte, die keine Praxis treiben, auß niht treiben dürfen, die si< ledigli< mit der öffentlihen Gesundheitspflege als Rathgeber, Leiter und Führer beshäftigen, und das hat sid nah meiner Meinung in den verschiedenften Städten ganz vorzüglih bewährt.

Es muß au anerkannt werden, daß die Gehaltsbezüge und Pensionsverhältnisse der jeßigen Physiker, selb wenn sie in der bis- herigen Stellung verbleiben, einer Verbesserung und Regelung be- dürfen. Eine solhe Frage kann man aber ni<t dur< Gese ordnen, sie muß dur den Etat geregelt werden, denn wir normieren unsere Gebälter nit dur< Gesetze, sondern üterall dur< den Etat. Es wird sh fragen, ob man dafür eine allgemeine Regel finden kann, solange die Pbysiker au< Privatpraxis treiben dürfen, und wo man etwa die Grenze finden soll, diefe Privatpraxis zu bes<ränken? Das wird alles nur erwogen werden können na< den besonderen Verhältnissen des einzelnen Falles unter zur Dispositiousftellang von Minimal- und Maximalsäten, deren Vertheilung dann in der Hand des Herrn Kultus-Minifters in Uebereinstimmung mit der Finanz verwaltung liegen würde.

Man fönnte an der Vorlage weiter rermissen, daß sie fih auf die unterste Instanz beschränkt, daß sie niht die Frage, ob au< eine Reform in der Provinzial- oder Ministerialinftanz stattfinden müfse, beantwortet. Der Herr Kultus-Ministec bat jedo ganz richtig gesagt : Fangen wir do erst einmal bier in diefer Inftanz an ; das präjudiziert einer weiteren Reform in der höheren Inftanz in keiner Weise. Selbst wenn man das Gesetz in dieser Bezieburg no< ni<t für voll- ftändig bält, so würde das do in feiner Weise hindern, s später zu vervollständigen.

Ich bitte also, die Vorlage in der Kcemmission niht so zu be- handeln, daß das Kind gänzli erdrü>t wird.

Abg. Eblers (fr. Vag.): I halte die Bebauvptung, daf die Kreizpbvsiker von ibren Patienten abhängig feien und desFalb von der Privatpraxis befreit werden müßten, nicht für rihtig. Die Vorlage spricht die Hoffnung aus, daß die Kreisärite in Zukunft „den örtlichen und finanziellen Verhältnissen der einzelnen Gemeinden Rechnung tragen, über die Grenzen des Nothwendigen ni<t binau8geben und ih vor allem hüten werden, Maßnaßmen zu empfehlen, die si< niót bereits dur< die Erfahrung als gut bewährt haben.“ Wenn man solche Leute findet, dann sollte man sie glei<h zu Ober- Präsidenten machen. Redner bemängelt besonders die Bestimmung, daë in den Städten die Gesundbeitékemmissionen unter die Kreiëärzte gestellt werten sollen. Es liege do< gar feine Veranlafsung vor, gegen die großen Städte besonders mißtrauis< zu sein Sie hätten do< alle möglihezn gesundheitlihen Einrichtungen getroffen, fie

richteten bvzienis<: Stationen ein, ftellten Schulärite an u. E Redner beantragt ebenfalls die Ueberweisung der Verlage an cine Kommission.

Die Vorlage wird an die Kommission verwiesen, welche mit der Vorberathung der Vorlage über die ärztlihen Ehren- gerihte betraut ist, und zwar wird diese Kommission um 7 Mitglieder verstärkt werden.

Schluß 41/ Uhr. Nächste Sißung Montag 11 Uhr. (Erste Berathung der dem Hause zugegangenen Justizgeseß- entwürfe einschließli<h desjenigen über die neue Gerichts- organisation für Berlin).

Verkehrs-Auftalteu.

Budapest, 22. April. (W. T. B.) Die Grhebung der Schiffabrtsgebühren am Eisernen Thor, wel<he am 1. Mai beginnen follte, bat einen kurzen Aufs<hub erfabren, da die Organisation des Lootsendiernftes no< nicht vollständig beendet ift.

St. Petersburg, 21. April. (W. T. B.) Bei mäßigem Wasserftande hat gestern Abend der Eisgang auf der Newa S Die Gröffnung der Schiffahrt fteht unmittelbar evor.

Bremen, 21. April. (W. T. B.) Norddeutscher Lloyd. Dampfer „Bayern“, v. Oft-Asien komm., 21. Avril v. Port Said n. Bremen abgea. „Königin Luise“ 20. April v. New York n. Bremen abgeg. „Preußen“ 21. April v. Bremen in Colombo angek. „Friedri der Große“ 20. April v. Bremen in New York ‘angek. „Halle“, na dem La Plata best., 20. April Dover passiert. „Sawien“, n. Oft- Asien best., 20. April in Antwerpen angek. „Stuttoart“ 19. April v Bremen in Kremantle angek. und 20. April n. Adelaide abgeg. „Gera“ 19. April Reise v. Neapel n. Auftralien fortges. „Kaiser Wilbelm II.“ 20. April Mrgs. v. Gibraltar naŸ New York ab: gegangen. :

22. April. (W. T. B.) Dampfer „Barborofsa“ 21. April a. d. Weser angek. „Mainz“ 21. April Reise v. Lissabon n. Brasilien fortges. „Roland“, n. Baltimore beft., 21. April Dover paísfiert. „Ems“, n. New York ktest., 21. April in Neapel angek. „Stolberg“ 59 April Reise v. Moji n. Hongkong fortges. „Köniaébera“, n. Oíft- Aßen best., 21. April in Hongkong angekommen. „Ellen Rid>mers“, 22. April v. Galveston in Bremerbaven angekkommen. :

Hamburg, 21. April (W.T.B.) Hamburg-Amerika-Linie. Damvfer „Patria“, v. New York kommend, „Arabia“, v. Phila: elpbia kommend, gestern in Hamburg eingetr. „Rhenania® geftern v. Sl Thomas nah Hamburg abgeg. „Polynesia® gestern Prawle Point, „Deike Ri>mers“ Gibraltar, „Fürst Biemar>“ heute Dover paísiert.

922. April. (W. T. B.) Damvfer „Peansylvania“ gestern in Ner York, „Armania“ in Philatelpbia, „Andal. si2“ in Y-kohama, „Sophie Ri>mers“, von St. Thomas kommend, in Hamburg, „Sibiria* beute in Penang angek. „Scotia“ gestern von St. Thomas, „Frarcia“ von Havre nah Hamburg, „Fürst iémar>“ v. Cterbourg n. New York abgegangen.

London, 21. April. (W. T. B.) Castle-Linie. Dampfer „Pembroke Castle“ heute auf Heimreise in London angek. „Raglan Gaftle“ beute auf Auéreife Canarishe Inseln paff. „Braemar Castle“ heute auf Austeije v. London abgegangen.

Union-Linie. Dampfer „Norman“ heute auf Heimreise in Southampton angek. „German“ geftern auf Ausreise von den Ganariscen Inseln abgeg. „Gaul“ geftern auf Heimreise von Kapstadt abgegangen.

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich P

M 95.

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Zweite Beilage

Berlin, Sonnabend, den 22. Apri

eußishen Staats-Anzeiger.

1899.

208

Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrungs-Maßregeln. Nachrichten über die Verbreitung von Thierkrankheiten im Auslande. - Oesterreich.

Maul- und Nieder-Oesterreih

Ober-Oesterreihß . . Steiermark .

Krain Küstenland .

A NVorarlber

Böhmen Mähren S@lesien

Maul- und

Rotblauf d

Galizien Bukowina .

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9.

Komitate: Orte: Höfe:

Maul- und Klauenseuße . . 12 E Rotblauf der Schweine . . 19 Scchweineseuche . s ¿ 56

Gouvernements :

(Kaukasus) E

Selisawetpol

Kutais

Tiflis

Eriwan .

Küftengebiet . .

Ssemiretshinsk . Kars (Kaukasus)

1.— 15, Februar.

Rotblauf der Schweine . « Schweinepest (Schweineseuche) Rothlauf der Schweine ¿

Schweinepest (Schweine eue) Rotblauf der S<hweine . Schweinepest (Schweineseuche)

s \ Schweinepest (Schweineseuche) Maul- und Klauenseute . .

* | Schweinepeft (Schweineseuche)

. Maul- und Klauenseuche . . Maul- und Klauenseuche .

. {4 Rotblauf der Schweine .. Schweinepest (Schweineseuche)

. Maul- und Klauenseuhe . . Maul- und Klauenseuche .

. 4 Notblauf der Schweine .. Schweinepest (Schweineseue) Maul- und Klauenseuhe . .

, {4 Nothlauf der Schweine . Schweinepest (Schweineseue)

Rothlauf der Schweine .

* | Schweinepest (Schweineseuche)

7, Februar. OuEe: : Orte: Höfe: Orte:

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Klauenseuche . Klauenseuche ;

er Schweine . .

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28, Februar. Orte: Hôöfe : 4 1

14. Februar. 21. Februar. Zahl der verseuhten Bes est

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Februar.

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10. Februar. Zabl Komitate: Orte: Höfe:

17. Februar. 24. Februar. der verseuchten Komitate: Orte: Höfe: Komitate: Orte: Höfe: 24 204 4 S E 11 21 136 25 103 18 28 94 20 31 90 487 51 464 51 460 _—

Nufland. Rinderpe ft.

Oktober

getödtet :

16.—28, Februar.

Maul- und Klauenseuche. Zahl der verseuhten und verdächtigen

Orte: Ställe:

Basel-Landshaft . . Avpenzell a. Rh

St. Gallen . Graubünden

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Orte: Ställe:

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Rothlauf der Shweine und Schweineseuche.

Kantone: Orte: 8 S1

Belgien.

Kantone: Orte: 6 19.

Maulseuche.

1.—15. Februar.

16.—28, Februar.

Zahl der verseuchten

Provinzen: Gemeinden: Ställe: 9 188 311

Riederlanude. Februar.

Provinzen: Gemeinden: Ställe :

9 129 197,

Maul- und Klauenseuche.

Provinzen : Viocdbradant

Gelderland , Südholland. . .. Nordholland

Seeland . Utrecht .

D P Groningen

Drenthe

Limburg

Mordbrabant land S L

Stüdzabl des Viehs: 285

969 869 20 125 71 118 47 50 178.

Das Erlöschen der Maul- und Klauenseuche if dem Kaiserlichen Gesundheitsamt gemeldet worden vom Viehmarkte zu amburg und vom ftädtishen Viehbofe zu Dortmund am

. April, vom Viehhofe zu Magdeburg am 21. April, der Aus- bru der Maul- und Klauenseuche vom Schlachtviehhofe zu Bremen

am 21. April. ie V ¿cs B

1898

_ November Stü>zahl des Viehs : getödtet: gefallen :

Dezember

gefallen: getödtet: gefallen:

103 Se 25 537 20 37 51 8 73 51 42 93

224 7 47

23 93 33 2 48 398 wt 378 39

Land- und Forftwirthschaft.

Saatenstand in Preußen um die Mitte des Monats April 1899.

Na den im Königlichen Statistishen Bureau zusammengeftellten Ergebnissen der Erhebungen über den Saatenstand in Preußen be- rehtigte derselbe um die Miite des Monats April zu folgenden Er- wartungen (Note 1: sehr gute, 2: gute, 3: mittlere [dur<s<hnittli<e], 4: qgerings, 5: fehr geringe Ernte): Winterweizen 2,4 (im April 1898: 2,3), Winterspelz 2,0 (2,4), Winterroggen 2,8 (2,3), Klee 2,8 (2,3), Luzerne 2,7, Wiesen 2,8 (2,59). Wegen Auswinterung, Mäuseshadens, Schne>enfraßes und dergleihen wurden in Hunderttheilen der Anbaufläte der betreffenden Fruht umgepflügt : Winterweizen 0,7, Winterroggen 0,8, Klee 3,2, Luzerne 1,1 °/o.

s par wird ¡u diesen Zahlen in der „Stat. Korr.“ Folgendes emerft:

Die Weizensaaten sind allgemein gut dur< den Winter ge- kommen und baben dur< Schädlinge nur wenig gelitten. Auch die Roggen faaten haben zum gröften Theil in dem verflossenen, äußerst milden Winter weder dur< Frost no< dur<h Schnee Schaden ge- nommen. Eine Ausnahme hiervon bilden eine größere Anzahl ost- und westpreußischer Berichtsbezirke, in denen wegen ver- späteter Bestellung und zeitig eingetretenen Froftes die Saaten nur shwa< und darum wenig widerstandsfähig in den Winter kamen. Bedeutenderen Schaden cheint der Nahwinter im Monat März an- gerihtet zu haben. Besonders in den öftlihen Provinzen sank das Thermometer an manhen Orten bis auf 15 Grad Celsius unter dem Gefcierpunkt. Dazu kommt eine fast über das ganze Staatsgebiet verbreitete und in dieser Ausdehnung wohl nur selten dagewesene Mäuseplage. Durch den milden Winter begünstigt, haben diefe Nager besonders in den Provinzen Sghlesien und in einem großen Theil der Provinz Sachsen die Roggensaaten derartig beshädigt, daß bereits große Flächen umgeadert werden mußten. Aus einem Berichtsbezirk im Kreise Schweidniy wird beispielsweise mitgetheilt, daß innerhalb der zurü>liegenden fünfzig Jahre ein derartiger Mäuseschaden bisher niht beobachtet worden sei. |

In den Provinzen Ostpreußen, S{hlesien, Hessen-Nafsau und im Rbeinlande haben ferner Schne>ten die Saaten hin und wieder abge- frefsen; do< scheint der Schaden geringer zu sein, als na< den No- vemberberihten des Vorjahrs angenommen werden mußte. Zur Zeit wird die gedeihlihe Weiterentwi>elung der Saaten in den Provinzen Oft- und Westpreußen, Schleswig - Holstein, Hannover, Westfalen, Hessea - Naffau und Rheinland dur< anhaltend naßkaltes Wetter, in den Provinzen Posen und Schlesien sowie in einem großen Theile der Provinz Sachsen dur längere, erft in den leßten Tagen dur< Regen unterbroene Trodenbeit aufgehalten; wurden do< in einem Berichts- be¡irk de3 Kreises Weißenfels in der Zeit vom 1. November des vorigen bis zum 1. April dieses Jahres nur 71,2 mm Niederschläge gemessen.

Ebenfo ftôörend haben die Witterungsverhältnisse auf die Be- stellung der Felder mit Sommerfruht eingewirkt; fie wurde zwar bereits in den erften Tagen des Vormonats begonnen, dann aber dur< den Ende März fast allgemzin eingetretenen starken Frost unterbrochen. |

Der junge Klee, wel<er infolge Lagerns der Ueberfruht im Vorjahre nicht selten lü>enhaft aufging, hat von den Mäusen am meisten gelitten; Umad>erungen in größerem Umfange sind deshalb bereits erfolgt oder stehen no< bevor. Am ungünstigften lauten die Nachrichten über seinen Stand aus der Provinz Posen und den Regierungsbezirken Breslau, Liegniß und Merseburg; dort ist angeh-

lih ein großer Theil der Kleefelder von den Mäusen völlig vernichtet.

Die Wiesen sind im ganzen Often no< ohne jedes Wachsthum und fargen auh im Westen nur vereinzelt an arün zu werden; die Flußwiejen stehen größtentbeils vo< unter Wafser.

Der Umfang der Umad>erungen wird si<h mit Sicherheit erst im Mai dieses Jahres feststellen lassen, is jedenfalls aber son jet be- deutend größer als im Vorjahre. Für Weizen wird er sich in mäßigen Grenzen halten, bedeutender dagegen beim Roggen und besonders beim Klee sein, anscheinend zum großen Theile weniger dur eigentlihe Wintershäden als dur< Mäuse-s, vereinz:lt au< durh Schne>enfraß veranlaßt. So melden vom Hundert eingegangener Berichte Staate 29,4 einen Mäuseshaden, und zwar:

aus dem | aus dem Regierungsbezirk | Regierungsbezirk E e Sas E ie S es Gumbinnen i; Hildesheim i: Danzig . Lüneburg Marienwerder Stade . Franffur : Osnabrüd> . rankfurt . Aurich . i. Mürster Köslin .

Es Minden Stralsund . Arnsberg Posen

s Caffel Bromberg . MWies8baden Breslau Koblenz . Liegniß .

Düffeldorf . Oppeln . fleldorf

¿ Köln Magdeburg Trier . Merseburg Aachen . Erfurt .

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Das kranke S<hwein. Ein gemeinverftändliher Rathgeber zur Erkennung, Bebandlung und Verhütung der St>weinekrankbeiten, fowie zur Beurtheilung des Fleisches kranker Schweine. Von Thier- arit Dr. O. Hilfrei<. Zweite, verbesserte Auflage mit einer Tafel in Buntdru> und 25 Abbildungen. Verlag von I. Neumann, Neus damm. Preis geb. 1 4 60 4. In dieser neuen Auflage des Buches haben die Abschnitte über die Schwetineseucben entspreend den Fortschritten der Wissenschaft und Praxis eine vollständige Umarbeitung erfahren. So wird darin beispieléweise die sh immer mehr und mehr Anerkennung vershaffende Behandlung des Rothlaufs dur< die Impfung in ausführlicher Weise beschrieben und berihtet, wel<e Erfolge man bisher dur dieses Ver- fahren erzielt bat. Im übrigen if der Inhalt unverändert geblieben. Die dem Buche beigegebenen Abbildungen tragen ¡unm Verftändniß des Inhaits wesentlih bei. Das Titelbild zeigt ein in den natürlichen De wiedergegebenes Hautstä> eines mit Nefsselfieber behafteten Sc<hweines und ermögliht dem Laien die Unterscheidung der {weren Rotblauffeuhe von dem ungefährlichen Nesselfieber. Auch in diefer neuen Auflage wird sih das kleine Buch Schweinezüchtern, denen ein Thierarzt nicht sofort erreihbar ist, als Rathgeber nüßlich erweisen.

Handel und Gewerbe.

Konkurse im Auslande,

S z Galizien.

Konkurseröffnung über das Vermögen des protokollierten Kauf- manns Moriß Malawer inSanok mittels Bescheides des K. K. Kreisgerichts in Sanok vom 15. April 1899 Nr. S. 2/99. Provi- forisher Konkurêmaffeverwalter Advokat Dr. Arthur Goldbammer in Sanok. Wahltagfahrt (Termin zur Wabl des definitiven Konkursmafsseverwalters) 27. Avril 1899, Vormittags 10 Uhr. Die Forderungen sind bis zum 1. Juni 1899 bei dem genannten Gerichte anzumelden. Liquidierungstagfahrt (Termin zur Feftstelung der An- sprüche) 22. Juni 1899, Vormittags 10 Uhr.

___ Rumänien:

Lupu Ungar in Galat. Tag der Konkurêverbängung: 30. IIL./11. IV. 1899, Frist für Anmeldung der Forderungen bis 26. 1V./8. V. 1899. Termin für die Verifikation der Forderungen am 8./20. V. 1899.

Frazi I. Zlatarof in Tulcea. Tag der Konkursverhängung: 29. IIL./11. IV. 1899, Frist für Anmeldung der Forderungen bis 26. IV./ 8, V. 1899. Termin für die Verifikation der Forderungen am 8./20. V, 1899.

Bulgarien.

Durch Beschluß des Varnaer Kreisgerichts ist am 12. April 1899 Konkurs über das Vermögen des Kaufmanns Anton M. Lefkokilos in Varna eröffnet und zum provisorishen Konkursmafsenverwalter der Advokat Varban Papants<eff ernannt worden. Die Wahl des definitiven Massenverwalters erfolgt am 12, Mai 1899. Forderungen find bis zum 19. Mai 1899 dzm Varnaer Kreisgeriht (dur< bei diesem zugelassene Anwälte) zu melden Der Termin zur Feststellung der Ansprüche ist auf den 11. Juni 1899 anberaumt worden.

Das Kreisgericht in Widdin hat über das Vermögen des dortigen Kaufmanns Wanko N. Stefanoff den Konkurs verhängt.

Tägliche Wagengestellung für Kohlen und Koks an der Ruhr und in Oberschlesien. An der Ruhr find am 21. d. M. geftellt 15132, nihi reh<t- zeitig geftellt keine Wagen. N Oberslesien sind am 21. d. M. geftellt 5292, niht re<ht- ¡eitig geftellt keine Wagen.

Nachweisung

über verlangte und gestellte Wagen für die in den Eisen- bahn-Direktionsbezirken Magdeburg, Halle und Erfurt belegenen Kohblengruben.

Am 1. April 1899 wurden verlangt 2550, gestellt 2547 Wagen ¡u 10 t, am 2. April verlangt —,—, gestellt —,—, am 3. April verlangt —,—, gestelt —,—, am 4. April verlangt 2459, geftellt 2457, am 5. April verlangt 2724, gestellt 2724, am 6. April verlangt 2618, gestellt 2618, am 7. April verlangt 2671, gestellt 2671, am 8. April verlangt 2715, gestellt 2715, am 9, April verlangt 68, gestellt 68, am 10. April verlangt 2690, geftellt 2690, am 11. April verlangt 2605, gestellt 2605, am 12. April verlangt 2652, gestellt 2652, am 13. April verlangt 2577, geftellt 2577, am 14. April verlangt 2662, gestellt 2660, am 15. April verlangt 2742, gestellt 2742; im Ganzen wurden vom 1. bis 15. April verlangt 31733, geftellt 31726 Wagen zu 10 t.

_ Zwangsverfteigerungen. Beim Königlichen Amtsgeriht 1 Berlin stand das Grundstü> Tilsiterstraße 81, dem Rentier Gustav Schrader gehörig, zur Versteigerung, Fläche 6,01 a, Nußungswerth 8900 4 Ersteher wurde für das Meistgebot von 133 000 4 Kaufmann Jacob Moritz, Kurfürstendamm 124. Aufgehoben wurde das Verfahren der Zwangéversteigerung der nahbenannten Grundsftüe: Choriner- straße 50a., der Frau Anna Messerschmidt gehörig. Pappel-

allee 91/92, dem Ziegelmeister Carl Sperber gehörig.