1875 / 16 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

] Interieur von A. Seit, sowie Arbeiten von Arnz, Douzette, Weichberger, Berninger, Pohle, Shauß und Lül- vès, find größtentheils bereits von früheren Ausstellungen her bekannt. Dasselbe gilt von der tüchtigen Marmorfigur eines

Die Hermannschlacht. Werke das künstlerische Interesse seiner Besucher zu befriedigen. Durch die Arbeiten von Hubert Herkommer, einem in London

E ; O : s lebenden Deutschen, machte uns diese Ausftellung zunächst mit

Erste Beilage

Jn Detmold, also in unmittelbarer Nähe des Shlachtfeldes (soweit si dasselbe nah Tacitus und Dio Cassius bestimmen läßt), auf dem im Jahre 9 n. Chr. Hermann den Sieg über Varus und die rômischen Legionen erfocht und wo im Sommer dieses Jahres das Denkmal von Bandels für den Befreier Deutshlands auf der Grotenburg enthüllt werden soll, wurde (1801) Christian Dietrih Grabbe geboren. Das Drama, in welchem dieser „Michel Angelo des Trauerspiels“ die große nationale That Armins behandelt hat, war sein leßtes Werk: es erschien erst zwei Jahre nah seinem Tode (f 1836). Wie der Dichter seine ganze Lebenskraft an die Vollendung desselben geseßt hat, be- weisen noch erhaltene Briefe, welche Gottshall anführt. In dem einen derselben heißt es: „Die Studien zu diesem National- drama haben mich fürchterlih erschüttert, ihretwegen ward ih so krank, moht's aber nicht sagen“, und später: „Der Hermann- \{chlacht unterlieg' ih fast. Wer kann das Ungeheuere, jeden Nerv Aufregende vollenden ohne zu sterben. Wär' ih todt!“ Dieser Wunsch erfüllte fh nur zu bald: noch in demselben Jahre erlöste den Unglücklihen der Tod von seinen Leiden. Die „Hermanns\chlacht“ war der leßte Krampf, dessen Zuckungeu in einzelnen großartigen Zügen auf den Leser eine ergreifende Wirkung üben. Im Ganzen aber trägt das Werk den Stempel vollständiger geistiger und körperliher Zerrüttung, wie er sie in jenen Briefen selbft gesteht. Der großartige Plan des an sich epishen Stoffes, welcher ohne inneren Konflikt den durch List und Gewalt her- beigeführten Sieg Hermanns über das römische Heer zum Ge: genstande hat, löste unter der Hand Grabbe's die Formen des Dramas, in die er ihn niht zu bannen vermochte, vollständig wieder auf. Mit einer souveränen Verahtung fezt \sih der Dichter über alle Bühnenrülsichten hinweg. Gleih zu Anfang läßt er den Beschauer bergauf, bergab dem Marsche einer röômi- \{chen Manipel folgen. Panoramenartig folgt Scene auf Scene, eine die andere verdrängend, und zuletzt gliedert sih die Hand- lung nur noch in Tage und Nächte. Einzelne Charaktere sind grandios ausgeführt, manche Scenen von einer gewaltigen Be- herrshung der Massen, die ganze Behandlung aber, auch die Sprache, die ih oft epigrammartig zuspißt, eine durhaus mo- derne. Dies unterscheidet Grabbe's „Hermannss{chlacht“ von der Kleistschen, welcher wenigstens den Versuh machte, ihr ein histo- rishes Kolorit zu geben.

Heinrich von Kleist (geb. 1776 f 1811) s{hrieb seine „Her- manns\chlacht“ unter dem tiefen Eindruck der Ereignisse feiner Zeit. Wie Schénaich früher preußischer Offizier, gehörte er mit Leib und Seele dem preußishen Kriegerstaate an und fühlte im Innersten das Unglück feines Königshauses und seines Vater- landes mit. Als ein unmittelbarer Ausfluß der daraus hervor- gehenden Erbitterung gegen den Eroberer entstand im Jahre 1808 während seiner leßten amtlihen Thätigkeit in Königsberg das genannte Drama. Mit seinem Helden hat fich Kleist auf das genaueste identifizirt, wenn er ihn sagen läßt: „Einen Krieg, bei Mana! will ih entflammen, der in Deutschland, rasselnd gleih einem dürren Walde, um fih greifen und auf zum Himmel lodernd {lagen soll.“

Zur rücksichtslosen That gegen den Unterdrücker der Freiheit seines Vaterlandes wollte er mit dieser Dichtung entflammen, den deutschen Fürsten und Völkern Vorbilder aus der großen Vergangenheit vor die Augen rücken. In der Erhebung der mißvergnügten Fürsten, dem Abfall der deutshen Verbündeten von den Römern und der Versöhnung Hermanns mit Marbod find Anspielungen und Aufforderungen zur That verborgen, deren volle Wirkung auf des Dichters Zeit berechnet war. Die Zeitverhältnisse gestatteten die von ihm gewünschte Auffüh- rung in Wien zwar nicht, die Dichtung wurde sogar erst 1821 von Tieck aus Kleist's Nachlaß veröffentliht, aber der patriotische Gedanke, der dieses Drama gezeitigt, und dem er au in seiner Ode „Germania“ Ausdruck gegeben, kam doch im ganzen Volke zur Reife. Daß aber der Dichter unter dem bleiernen Druck des Unglücks vor der Zeit dem Leben freiwillig entsagte, ohne die ersehnte Befreiung genießen zu können, darin ist wohl die \{chwerste Strafe für seinen Selbstmord zu erkennen.

Betrachten wir das Drama selbst, abgesehen von den oben angedeuteten Beziehungen, \o is es Kleist vortrefflih gelungen, durch Vertiefung der Charaktere den epishen Gegenstand dra- matish zu gestalten. Besonders ist der Haß Hermanns gegen Rom für diesen Zweck auf das Glüllichste ausgebeutet, ja seine klugen Maßnahmen sind fast zu fein gesponnen für einen so urwüchsigen Helden, wie er- in unserer Vorstellung lebt. Den Farbenton des deutschen Alterthums für den Hintergrund seines dramatishen Gemäldes, deutsches Gemüth und Sitte hat Kleist im Ganzen treffend charafkterisirt. Dagegen wirkt die grausame Rache der Thusnelda an Ventidius abstoßend und ist nur aus dem hohen Grade der persönlihen Erbitterung des Dichters“ erklärlih und entshuldbar. Von seiner Ver- tiefung in die deutsche Urzeit zeugt auch die sehr poetishe und dramatisch wirksame Scene zwishen Varus und der Alraune.

Der gestrigen ersten Aufführung der „Hermanns\chlacht“ im Königlichen Schauspielhause lag eine geschickte Be- arbeitung von Rudolph Genée zu Grunde, welcher die abstoßen- den Szenen der Rache Thusnelda's mit Recht gestrihen und sih auf die Erzählung derselben beschränkt hat. Durch ange- messene Zusammenziehung und Kürzung hat das Werk an dra- matischer Wirksamkeit dabei entschieden gewonnen.

Die außerordentlich \forgfältige und würdige Ausstattung, die dem Werke von der Königlichen Bühne zu Theil geworden, beruht auf den genauesten historishen Kultur- und Kostümstudien und bietet ein überrashend getreues Bild deutschen und römischen Alterthums. Von den neuen Landschaften sind als besonders ftimmungsvoll die Straße in Teutoburg und die Ansicht des zerstörten Ortes hervorzuheben.

Die Hauptrollen des Stücks hatten Hr. Ludwig (Hermann), &r. Erhartt (Thusnelda), Hr. Kahle (Varus) und Hr. Berndal

(Marbod) übernommen, welche für ihre Leistungen zu wieder- holten Malen nah den Aktshlü}ssen durch Beifall ausgezeichnet wurden. Die patriotishen Schlußworte fanden in dem Jubel des Publikums lauten Wiederhall. Zum Schluß drückte die zahlreiche Versammlung auch Hrn. Direktor Hein für die vortreffliche scenishe Einrihtung ihre Anerkennung aus.

Der Vorstellung wohnten Se. Kaiserl. und Königl. Hoheit der Kronprinz und Jhre Königl. Hoheiten der Prinz und die Prinzessin Albrecht bei.

Berliner Kunstausfstellungen. I

Sahse's „Internationaler Kunstsalon“ (Taubenstraße 34) hat fih seit der Eröffnung feiner neuen an dieser Stelle bereits besprochenen, ftattlihen Lokalitäten fortdauernd bemüht, dur

einem Künstler von seltenster Begabung bekannt, dessen Name bisher hier kaum gehört worden war. Die fünf von ihm aus- gestellten Blätter interessant {hon allein dur ihre ganz eigenthümliche Technik, eine gemishte Verwendung von Aguarell- und Oelfarben, von denen die leßteren namentlich der Ausfüh- rung der Luft, weißlichen Mauerwerks und heller Hintergründe dienten trugen durchweg den Stempel einer in fih vollendeten originellen Meistershaft und erwarben durch ihre geistreiche Zeichnung und Charakteristik, durch ihre delikate und zu- gleich energishe Behandlung bei meist sehr kleinem Maßstabe die uneingeshränkteste Bewunderung. WVorzüglih in der Verhaftung eines Wilddiebes auf der Dorfftraße einer bayerischen Gebirgslandschaft, einer figurenreihen, lebendig bewegten Scene von frischester Kraft und Wahrheit des Ausdrucks, sowie in einem unvergleihlih feinen und zierlihen Kabinetstück, einer jungen, hellgekleideten Dame im Gespräch mit einer alten Bäuerin, zwei Figürchen, in denen ein bei dem winzigen Format über- raschend fesselnder und malerisch reizvoller Ausdruck der Köpfe erreicht war, machze sich das eminente Talent des Künstlers am anziehendsten geltend, während bei einer als „A. Fairy Ouver- ture“ betitelten Darstellung zarter, in nebelverhüllter Landschaft ihren Reigen \{lingender Elfengestalten, der Beschauer sih mit einer auf den Geshmack des englishen Publikums berech- neten Auffassung auseinanderseßen mußte, um auch hier den gleichen künstlerishen Vorzügen gerecht zu werden. Neben diesem Künstler lernten wir in dem Münchener Weiser einen Maler kenne, der in dem hier ausgestellten „Freigesprochen“, einer Scene in der weitläufigen Vorhalle eines Gerichts\aales mit ge- \{chickt vertheilten, von der graugetünchten Wand dunkel abge- seßten Gruppen trefflich charakterifirter Figuren, unter denen be- sonders die eines wahthabenden Soldaten eine nicht geringe malerishe Tüchtigkeit bewies, sih offenbar an Lindenschmit an- lehnte, an dessen Art und Weise sowohl die Anordnung der Komposition wie die gesammte malerishe Behandlung deutlich erinnerte.

In gesonderter, zu einem wohlthätigen Zweck veranstalteter Ausstellung bot der Salon drei beahtenswerthe Bilder Münchener Meister dar. Das erste derselben, die in etwas fraftloser Farben- gebung in Del ausgeführte Komposition „Amor und Psyche“ von Wilhelm v. Kaulbach, durch die Photographie allgemein bekannt, verbindet mit den Shwächen des Meisters die ihm eigene, einer gewissen Wirkung stets sihere elegante Linienführung. Eine bedeutend verkleinerte Copie der „Thusnelda im Triumph zuge des Germanicus“ von Karl v. Piloty machte das Publi- kum mit der farbigen Behandlung des gleichfalls in der Photo- graphie weitverbreiteten, bei Gelegenheit der Wiener Weltqus- stellung genügend besprochenen Bildes bekannt, dessen Haupt- mangel neben der mißrathenen Auffassung der Hauptgestalt die überall durchblickende Absfichtlihkeit einer malerish effektvollen Schaustellung is. Ein großes, figurenreihes Rococobild, die „Ankunft des Taufpathen“ von Herp fer, zeigte den Maler in der sehr geshicktten und gewissenhaften technischen Ausführung von äußerst vortheilhafter Seite, ließ aber doh den eigenartigen, leihten Duft der Rococoperiode einigermaßen vermissen und würde vor allem durch eine mehr von feinem Humor erfüllte Charafteristik bedeutend gewonnen haben.

Ein nur kurze Zeit ausgestellt gewesenes großes Historien- bild von Bloch in Kopenhagen, der „Verrath an Simson,“ den der Künstler in einer ungefügen, ges{chorenen Hauptes neben der aufrecht dasizenden Delila auf einem Ruhebette liegenden Ge- stalt von übermenschlicher, in der Dichtung zulässiger, im male- rishen Kunstwerk aber widernatürlih wirkender Größe darstellte, vermochte außer der sorgfältigen Durchführung keine besöndere künftlerishe Qualität aufzuweisen und deshalb auch kein rechtes Interesse zu erwecken. Ein regeres Interesse seitens unseres Publikums wird auch dem Kolofsalbilde von Dittenberger fehlen, das noh gegenwärtig eine Wand des Ausfstellungssaales fast vollständig bedeckt. Der Maler schildert den von dem russi- hen Volke in allseitiger Verehrung dem Kaiser Alexander dar- gebrachten Dank für die große That der Aufhebung der Leib- eigenschaft. Der Kaiser, eine Dankadrefsse in der zur Brust erhobenen Rechten haltend, steht vorn in der Mitte des Bildes, rings umge- ben von dihtgedrängten Gruppen der ihm dankbar huldigenden Unterthanen aus allen Theilen des Reiches. Jede einzelne Ge- stalt dieser Menshenmenge is mit hingebend liebevoller Sorg- falt durchgeführt, ein seltener, nirgends ermattender Fleiß auf die Bewältigung der mächtigen Tafel verwendet; aber die gesammte malerische Haltung des Bildes, Ton, Farbe und Vortrag ent- fprechen doch zu wenig den heutigen Anforderungen, um eine wirklih fkünstlerishe Befriedigung hervorzurufen. Nach dieser Seite hin bewährt ein neues Bild von Karl Beer, der Kar- dinal von Medicis, der zürnend seinem Bruder, dem Großherzog Franz, und der Bianca Capello gegenübertritt, die sich furcht- sam an den aufreht dastehenden Geliebten anshmiegt, die oft gerühmte malerishe Virtuosität des Künstlers in hohem Maße; die Charakteristik der drei Figuren jedoch bleibt in Geberde und Ausdruck der Köpfe durhaus äußerlich und ermangelt jedweder psychologischen Vertiefung.

Viel anspruchsloser erscheinen L. v. Hagns charakteristisch aufgefaßte, im schattigen Klosterhof bei hereinbrehender Dämme- rung \sih beim Bocciaspiel vergnügenden Mönche. Die einzelnen Gestalten in ihren langen weißen Gewändern sind aber nicht nur meisterlih in den ruhig harmonishen Ton des Bildes ein- gestimmt, sondern auch außerordentlih fein und interessant in- dividualisirt. Die bedeutendste der neueren Erscheinungen des Salons i} indessen ein großes Bild idealen Genres von Gugen Felix in Wien. Im Schatten eines blüthenshweren, von war- mer Dämmerung erfüllten Parks, umschlingt eine Nymphe in edel grazióser Bewegung die bekränzte Bronzeherme eines Pans mit dem linken Arme, während sie ihm mit der Rechten lachend den gefüllten Becher darreiht, und ihre Genoffin, die, dem Be- schauer den Rücken wendend, auf einem Tigerfell am Boden ruht, eine dunkle Weintraube zu dem Gott emporhält. Beide mehr als lebensgroße, nadckte Gestalten sind, die stehende in leuhtend zarter, die liegende 'in dunklerer Karnation, vortrefflich modelUirt und wenn auch etwas kühl, fo doch wirklich naiv auf-

gefaßt und von echt künfstlerisher Reinheit der Empfindung, der sih eine feinpoetische Wirkung des tief und harmonish ge- ftimmten Kolorits zugesellt.

Neben diesen Bildern verdienen namentlich auch eine italie- nische Landschaft von Preyex, cine tühtig bewegte Marine von Th. Weber, ein kräftig gemaltes Thierstück von Herbst und ein liebenswürdig empfundenes, wenn, auch im Motiv nicht neues Génrebild andächtig fkartenspielender Chorknaben von Thon eine chrende Erwähnung. Eine Reihe anderer Gemälde,

„jugendlihen Fauns“ von V. Schubert, neben welhcr unter

den plastishen Arbeiten des Salons namentlich noch ein Grgb- denkmal von Pohlmann hervorragt, eine Gruppe von edler Schönheit in der Gewandung und Bewegung der beiden, fi innig aneinandershmiegenden Kindergestalten, deren Züge wie von träumerish geahnter innerer Beseligung verklärt erscheinen,

in dem Ausdrucke rühreuder Empfindung aber von jedem senti-

mentalen Pathos frei bleiben. Aus einer kleinen gewählten Kollektion von Gemälden, die

in der Hofkunsthandlung von Alexander Duncker (Franzö- sischestraße 21) ausgestellt find, heben wir die anmuthige, solid

gemalte, nur etwas sentimental empfundene Halbfigur einer jugendlichen Italienerin von P. Martin und eine heiterklare, farbenreihe Herbstlandshaft von G. v. Bechtolsheim, einem Schüler Piloty's, hervor. Einen anderen Pilotyschüler von ent-= schieden ausgesprochener, niht etwa blos tehnisher, sondern wirklih fkünftlerisher Begabung lernen wir dort aus zwei Bil- dern von A. Poeckh kennen. Das größere derselbén zeigt einen jungen blonden Mann in rothem Kostüm, geshlißtem Wamms und Federbaret, der, von seinem Hunde begleitet, von langer Wanderschaft heimkehrend, eben in die Thür tritt und glücklih lähelnd seine Arme der froh zu ihm aufshauenden Mutter ent- gegenbreitet. Eine ruhige, gehaltene, aber echte und innige Empfindung s\priht aus beiden Gestalten des Bildes, dessen meisterlihe Durchführung in ihrem Ernft und ihrer strengen Gewis\senhaftigkeit das wohlthuende Streben nah durchaus gediegener, gleihmäßiger Vollendung be- zeugt. Dieselbe Eigenschaft carakterisirt das andere kleinere Bild, das einen munteren Handwerksgesellen schildert, der an der Thür der Zelle, die ihn aufnehmen soll, dem ob solcher Dreistigkeit ershreckt zurückfahrenden Gefängnißwärter mit rüh- rend freundlihem Lächeln aus seiner Dose eine Prise anbietet. Der still behaglihe Humor dieser ergöglihen Scene ist frei von jeder sih aufdrängenden Komik, aber gerade deshalb um so er- quicklicher; die saubere malerishe Behandlung verräth dieselbe innige, auch dem Beschauer sich mehr und mehr erwärmend mit- theilende Freude an der Arbeit, wie sie jenes größere Bild so vortheilhaft auszeichnet.

Im Club dex Landwirthe hielt am Dienstag Abend der Stadtrichter Willmanns einen Vortrag Uber das „Erbrecht und den Grundbesiß“, dem wir Folgendes entnehmen: Seit einigen Monaten is bekanntlih die Kommission zur Ausarbeitung eines einheitlichen bürgerlichen Geseßbuches für das Deutsche Reich zusammengetreten, die Ergebnisse ihrer Arbeiten wer- den eine der wichtigsten Grundlagen der wciteren Ausbildung des Deutschen Reiches bilden. (Fine besondere Berückfichtigung wird hier- bei namentlich das Familien- und Erbrecht erfahren, nah welchen die Verhältnisse der wichtigsten Institutionen des Staates, die Ehe und Familie sich regeln. In den Kreisen der Gutsbesißer ist nament- lich das bestehende Erbrecht Gegenstand vieler Angriffe gewesen. Bei jedem Nothstande des Grundbesitzes wiederholen sich die Klagen, daß das gleiche Erbrecht und das Pflichttheilreht mit der Natur des Grun d- besißes nicht vereinbar sind und dessen Verschuldung herbeigeführt haben, Die Zustände haben fih noch verschärft, seitdem die Lebens-, Erbzins-, und Erbpachtverhältnisse beseitigt sind, und der gesammte ländliche Grundbesiß den Regeln des gemeinen Rechtes unterworfen worden ist. Vor der Rezeption des römischen Rechtes bildete die Grundlage des Erbrechtes in Deutschland die Familie; der Grund- besiß, mit dem alle politischen Rechte verbunden waren und der die ganze äußere Stellung der Familie bedingte, durfte der Familie nicht entfremdet werden. Auf entgegengeselzter Grundlage beruhte das rô- mische Erbrecht, dessen Grundlage „die Person“ bildet. Sie ist be- rechtigt, über ihr Vermögen frei unter Lebenden und von Todeswegen zu verfügen, erst später m1 dem Verfalle der Sitten wurde ras Pflichttheilsrecht eingeführt. Die Gegensäße beider Rechte haben ihren Grund in der Verschiedenheit des Volkscharakters und des Nationalvermögens; denn während das deutsche Volk fich immer durch einen lebhaften Sinn für die Familie ausgezeichnet hat, betont der Nömer vorzugsweise die Freiheit der persönlichen Willens. Nicht ohne schwere Kämpfe ging die Rezeption des römischen Rechtes auf dem platten Lande vor sich, und wo dasselbe eingeführt wurde, suchte man es zu umgehen, Der Adel griff zu Erbverträgen, der Bauerns stand zu Guts- und Ueberlassungé-Verträgen, und es gelang der herr- schenden Anschauung, sih überall mehr oder weniger Geltung zu ver- hafen. Theils wurde das gleiche Erbreht für bestimmte Klassen ausgeschlossen, theils begünstigte man die Errichtung von Fidei- fommissen und Stammgütern unter Beibehaltung der hergebrachten Erbfolge. Der Kampf zwischen dem deutschen und römischen Rechte ift die Ursache der großen Verschiedenheit des in Deutschland herrschenden Güter- und Erbrechtes. . Die moderne Rechtsentwickelung drängt aber dahin, die rechtliche Gebundenheit d. s Grundbesißes zu beseitigen, „Freiheit des Grund- besißes" und „gleiches Erbrecht der Kinder“ sind aber nicht zu identi- fiziren. Obgleich nun in ganz Deutschland namentlih die ländliche Bevölkerung bemüht ist, das gleihe Erbrecht auszuschließen, so wird doch von der Veschränkung auf den Pflichttheil nur in den seltensten Fällen Gebrauch gemacht. Bestimmt der Erblasser selbst den Pflicht- theil, fo ist die regelmäßige Fo!ge davon eine tiefe Berfeindung der miterbenden Geschwister, welhe zu verhüten eine noch dringendere Sorge des Erblassers zu sein pflegt, als vie Vertheilung seines Ver- mögens. So is aus dem Nothreht der Kinder gegen unsittliche Verfügungen der Väter bei uns ein Zwangsreht erwachsen, das die Eltern hindert, die ihren Verhältnissen entsprehende Vex- theilung der Güter unter den Kindern zu bewirken. Solk auf der einen Seite die Freiheit des Grundbesißes erstrebt werden, so ift anderentheils auch dem Grundbesißer volle Freiheit einzuräumen, Soll der Grundbesiß nicht mehr zwangsweise zusammengehalten wer- den, so ist andererseits au die zwangsweise Zersplitterung und Ver- \huldung zu verhüten, d. h. es ist das Pflichttheilsreht zu beseitigen und dem Erblasser die volle Testirfreiheit zu gewähren. So kennen England und Amerika kein Pflichttheilsrecht, in beiden Staaten kann der Erblasser völlig frei verfügen, er karn einzelne Kinder bevorzugen oder zurüdckseßzen, er hat ja das meiste Verdienst um Erwerbung und Erhaltung des Geldes, das meiste Interesse an dem Wohle der Erben und die genaueste Kenntniß von thren persönlichen Eigen- \chafien. Deshalb muß das Géeseß dem Familienvater freie Hand lassen, von der geseßlichen Regel abzuweichen, soweit die Umstände es erfordern. Kaum jemals wird der Fall eintreten, daß ein Vater seine Kinder zu Gunsten fremder Per- fonen enterbt, auch wird die gleiche Liebe zu allen Kindern fich gel- tend machen. Wird jedem Grundbesißer Testirfreiheit gegeben, so er- cheint die Anbahnung einheitlicher Grundsäße für die geseßliche Erb- folge im Grundbesilze wesentlich leichter, dennoch aber wird die Reichsgeseßgebung Anstand nehmen, schon jeßt mit definitiver Rege- lung vorzugehen; zur Zeit muß der territorialen Geseßgebung der Vorzug gewahrt werden, da noch die Anschauungen des Volkes über die Verhältnisse der Eheleute und von den Pflichten der Eltern und Kinder weit aus einander gehen, Die Macht der Verhältnisse, die Aus- gleihung der bestehenden Verschiedenheiten, der zunehmende Verkehr wird auch auf diesem Gebiete die Unifikation anbahnen. Berlin: ______Redacteur: S. P reh m, * Verlag der Expedition (Kessel). Drukt W. Els3nexr, Drei Beilagen

unter ihnen die „Grotte der Egeria“ von Wilberg, der präch-

wechselnde Schaustelung mehr oder minder bemerkenswerther

tig goldig getönte „Pferdestall“ von Brendel, ein zierliches

(cinschließlich Börsen-Beilage.)

zum Deutschen Reichs-Anzeiger

V2 17,

Beförderungen in der Armee 1875,

: I. Zu Geueras-Lieutenauks. e Gen. Maj, v, Bernhardi, Commdr. der 10. Kav. Brigade. Ben, Maj. v. Bergmann, Insp. d. 3. Veld-Art. Insp. Gen. Maî. v. Rothmaler, Führer der 7. Div. Gen. Maj. v. Memerty, Kommandant von Danzig. Gen. Ma. Baron v, Kottwit, à la

guite der Armee.

R V s TI, Ju E E

ODbe ; ger, Commdr. der 12. Kav. Brigade. Je v. Thiele, Commdr. der 4, Garde-Inf. Brig. Oberst o, Sue Commdr. der 31. Kav. Brigade. Oberst v. Rauchhaupt, Commdr. der 29. Zuf. Brig. Oberst v. Klo eden, Jnsp. der Inf. Schulen. Oberst Frhr. v. Meerscheidt-Hüllessem, Commdr, der 11. Inf Brigade, Oberst v. Loebell, Commdr. derx T Sk Brigade. Oberst v. Boehn, Commandeur der 2. Garde-Infanterie-Brigade. Vberst Köhler, Commandeur der 6 Feld - Artillerie - Brigade. j Ge E e Ster are Malor erhalten: Oberst

. ; ommandant »on l ) ) Z Kommandant von Straßburg im E. E E.

A eas Ey Zu Den F Bon der Znfanterie: Oberst-Lt. Bechstatt, Commd des Inf. Regte. Nr. 66. Oberst-Lt. v. Giese, C ta Inf. Regts. Nr. 42. Oberst-Lt. Thiesen, Commd. des Inf, Regts. Nr. 118. Oberst-Lt. v. Koppelow, Commd. des Inf. Reg. Nr. 2 Oberst-Lt. V. n Commd. des Füs. Regts. Nr. 73. Oberst-Lt. v. Bastineller, Commdr. des Inf. Regts. Nr. 50. E L, Commbs des Leib-Gren. Negts. Nr. 8 Lverst-Lt. v. Shrabif ch, Flügel-Adj. Sr. Hohei ) von Sachsen-Coburg-Gotha. Slügel-Adj. Sr. Hoheit des Herzogs von

- Bon der Kavallerie: Oberst-Lt. v Diebitsch, Inspect des Militär-Veterinärwesens. Oberst-L g Lide deé Hus. Regts. Nr. 4 sens. Oberst-Lt. v. d. Decken, Commdr. des

j en Charakter als Oberst erhalten: Oberst-Lt. i Direktor des Militär - Knaben - Erziehungs - Snsiitis n Ao E Ae Ra von Küstrin. Oberst-Lt. Bar. . Dietnader, Brigad. der 9. Gensd. Brigade. Oberst-Lt 2 - ger, Jng. vom Plat in Wesel. E

i W Zu D Memtenaniio, “E iee C

a. Bon der Infanterie: Major v. Jossa, vom Inf. Regt. Nr. 30. Major Bar. v. Forstner, er Sf. E Ne 1 E jor Frhr. v. Meerscheidt-Hüllessem, vom Inf. Regt. Nr. 24 Major Dorndorf, vom Inf. Regt. Nr. 64. Major Bar. von Eberstein, vom Inf. Regt. Nr. 74. Major Frhr. Roeder von Diersburg I, vom Inf. Regt. Nr. 115. Major v. Wedell vom Zu). Regt. Nr. 33. Major Schwierz, vom Füs. Regt. Nr. 38, Major v. Kölichen, vom Inf. Regt. Nr. 56. Major Vog el, Commandeur des Kadettenhauses zu Oranienstein. Major v. Sommerfeld u, Falkenhayn, vom Juf. Regt. Nr. 58 Major Laube, vom Inf. Regt. Nr. 95. Major v. Gerhardt, vom Inf. Regt. Nr. 57. Major Fischer, vom Inf. Regt. Nr. 27. Major v. Kretschman, vom Gren. Regt. Nr. 8. Major v. Kaltenborn- Stachau, vo1n Gren. Regt. Nr. 2. Major v. Bülow, vot Inf. Regt. Nr. 96. Major v. Lindeiner, gen. v. Wildau, vom Kaiser Alerander Garde - Gren. Regt. Major Steinwachs, vom Inf. Regt. Nr. 111. Major Srhr. v. Vietinghoff, gen. Scheel, vom Inf. Regt. Nr. 84. Major v. S on, vom Inf. Regt. Nr. 49. Major v. Pawelsz, vom Inf. Regt. Nr. 75. Major v. Sobbe, vom T 189 E89

« Von der Kavallerie: Major v. Rettberg, vo ras goner-Regt. Nr. 4. Major v. Studniß, vom Dircia: Régt: Sin Carl Nr. 22. Major Poten, Adjut. der Gen. Insp. des Mili- tär-Erziehungs- und Bildungswesens, Major Graf v. Waldersee &Sührer des Ulan. Regts. Nr. 13. Major Frhr. v. Buddenbrock- Hettersdorff, vom Drag. Regt. Nr. 21. Major v. Saldern- Ahlimb, vom 2. Garde-Drag. Regt. Major Prinz Wilhelm von l pet Sa des Garde-Hus. Regts.

0. Don der Feld-Artillerie: Major Gerhar des Feld-Art. Regts. Nr. 5. Major v. Bewe e E Regt. Nr. 21 Mir V Kossel, Führer . des Feld-Art. Regts Nr. 26. Major Corsep, Führer des Feld-Art. Regts. Nr. 1. Major Le Bauld de Nans, vom Feld-Art. Regt. Nr. 21. Ma- jor Mathiaß, vom Feld-Art. Regt. Nr.- 23. Major v Heineccius, Sührer des Feld-Art. Regts. Nr. 25. Major Fas- g! 4 18 att E U ertums:

4. Don der Fuß-Artillerie: Maior v. Lili ° Zwowißki vow Fuß-Art. Regt. Nr. 5. Major Hein, o A Art. Regt. Nr. 15. Major v. Hellfeld, vom Garde-Fuß-Art. Regt.

o. Vom Ingenier-Corps: Major Rotte, Commdr. des

Pion. Bats. Nr. 9. Major Wilhelmi, Commdr. des Train-

f, Vom Train: E Nr. 6. Den Charakter als Oberst-Lieutenants erhalt l | s Ob ent: : Major v. Wichert, à la suite der Land-Gendarmerie. Major La A von der eau Major v. Dr ygalski, von and- Gendarmerie. ajor Haak, von der Land- i Berlin, den 18, Januar 1875. A Wilhelm,

Beförderungen in der Marine 1875.

i Zit Eontre-Admiralen: Capitain zur See Werner, Capitain zur See Bat \ch. Zum Capikain zur See: So t Gaulain Blät. a verst Galster, à la suits der See-Art. Abth., unter Be- lassung in seinem Verhältniß als Deceruent für Art. und Waffer, wesen 2c. bei der Admiralität, und unter Verseßung zu den Offizieren à la suite der Armee-, zum Gen. Maj. befördert. Berlin, den 18. Januar 1875. Wilhelm,

Personal-Veränderungen. Königlich Preußische Armee.

Offiziere, Portepee-Fäh nriche 2c. Ernennungen, Beförderungen und Verseßungen.

Bela, 1A Im A Gt run, 14, Januar. v. Quast, char. Port. Fähnr. Garde-Füs. Regt., v. Wedell, char. Port. Fäbnr T Garde: Regt. zu Fuß, Graf v. Rothenburg, char. Port. Fähnr. vom Regt. der Gardes du Corps, zu Port. Sähnrs., befördert. v, Steu- ben, Pr. Lt. vom Gren. Regt. Nr. 8, zum Hauptm. und Comp. Chef, Schmit, Sec. Lt. von demselben Regt., zum Pr. Lt,, von Ditfurth, Port. Fähnr. vom Inf. Regt. Nr. 24, zum Sec. Lt., Ffenburg, Pr. Lt. vom Füs. Regt. Nr. 35, zum Hauptmann und Comp. Chef, Schlief, Seconde-Lieutenant von demselben Regiment zum Premier-Lieutenant, v. Alten, char. Port. Fähnr. vom Inf. Regt, Nr. 48, zum Port. Fähur, Bramerel, Sec. Lt. vom Inf. Regt. Nr. 31, zum Pr. Lf. ar\ch, Pr. Lt. vom Inf. tal eee 84, zum Hauptm. und Comp. Chef, ulff L, Sec. Lt. yon gelben Regt., zum Pr. Lt., Fahrenkamp, Pr. Lt. vom Fs. egt. Nr. 86, zum Hauptm. und Comp. Chef, v. onat, Sec. Lt. von demselben Regt., zum Pr. Lt. Benefel d, Pr. Lt. vom Füs. egt. Nr. 90, zum Hauptm, und Comp. Chef, v. Derschau, Sec.

Berlin, Mituwoch, den 20. Januar

O. HRLAPUPAE T,

Lt. von demselben Regt., zum Pr. Lt., v. Pri buer Fähnr. von demselben Regt, Staeg A rid Unteroff E Dragoner-Regiment Nx. 15, zu Portepée - Fähnrichs, befördert Menzel, Untero . vom Inf. Negt. Nr. 58, v. Saenger Unteroff. vom Ulan. Regt. Nr. 10, Wilhelmi, car. Port. Fäÿynr. vom Füs. Regr. Nr. 37, zu Port. Fähnrichs, Noethling, Pr. Lt. vom Inf. Regt. Nr. 50, um Hauptia, und Comp. Chef, Freytag, Sec. Lt. von demselben Negt., zum Pr. Lt., Reuter, Unteroff. von demselben Regt., Lübbert, Unteroff. vom Ulan. Regt. Nr. 1, zu Port Fähnrs. befördert. y, Wobeser, Major vom Füs. Regt. Nr. 33, als Vat. Commdr. in das Inf. Regt. Nr. 78 verseßt. Menner. Hauptm. u, Comy. Chef im Füs. Regt. Nr. 93, zum Major beför- dert. v, Wulffen, Hauptm, und Comp. Chef im Inf. 3h Nr. 78, dem Regiment, unter Verleihung des Char. als Major, aggregirt. v. Kornaßki, Oberst - Lieutenant aggregirt dem JInfanterie- Regiment Nr. 21, unter Entbindung von seinem Kommando zur Dienstl. als Direktions-Mitglied der Militär-Schießschule, als Commdr. des Füs. Bats. in das Infant. Regiment Nr. 19 verseßt. v. Werder, Hauptm. u. Comp. Chef im Inf. Regt. Nr. 19, dem Regiment, unter Verleihung des Char. als Major, aggregirt. ‘Bar v, Bistraäu, Pr. Lt. von demselben. Regt., zum Hauptm. und Comp. Chef befördert. Graf v. Still fried-Rattoniß, Pr. Lt von demselben Regt., unter Belassung in feinem Kommando als Ad- E der 23. Inf. Brigade, zum überzähligen Hauptmann befördert roesike, Unteroff. vom Gren. Regt. Nr. 2, zum Port. Fähnr. befördert. v. Roux, Port. Fähnr. vom Füj. Regt. Nr. 34, zum Grenad. Regt. Nr. 9 verseht. Hardt, har. Port. Fähnr. vom Infanterie-Negmt. Nr. 54, zum Port. Fähnr. befördert. Brandt, Sec. Lt. vom Inf. Regt. Nr. 13, zum Pr. Lt,, v. Conta. char. Port. Fähnr. von demselben Regt, Schiffer, Unteroff. vom Inf. „Regt. NL 93, zu Port. Fähnrs., Beckhaus, Pr. Lt. vom Inf. Regt. Nr. 15, zum Hauptm. und Comp. Chef, v. Seydlit Sec. Lt. von demselben Regt, zum Pr. Lt., Werner, char. Port. Fähnr. von demselben Regt., Neubauer, Unteroff. von demselben Regt., Rintelen, Unteroff. vom Füs. Regt. Nx. 39, v. Engel- brecht, har. Port. Cas vom Ulan. Regt. Nr. 5, zu Port. Fähnrs. befördert. Richter, ec. Lt, vom Inf. Regt. Nr. 26, zum Pr. Lt, befördert. Vok, Digeomn v! Monteton, Portepee-Fähnrich vom Infanterie-Regiment Nr. 93, unter Beförderung zum Seconde- Lt, in das Ulan. Regt. N 16 vLetset v. Wolffersdorff char. Port. Fähnr. vom Inf. Regt. Nr. 96, zum Port. çähnr. beför- dert. Frhr. v. Wegner-Lincker, Sec. Lt. vom Hut. Regt. Nr. 12 zum Pr. Lt. befördert. Graf v. d. Schulenburg-Bodend orf, Sec. Lt, à la suite desselben Regiments in den Etat des Regts. wiedereinrangirt, _Haatk, Unteroff, vom Inf. Regt. Nr. 74, zum Port. Fähnr. befördert. v. Shußbar, gen. Milchling Sec. Lt vom Ulan. Regt. Nr. 13, à la suite des Regts. gestellt. Delhe es, dr. Lt. vom Inf. Regt. Nr. 17, zum Hauptm. und Comp-Chef be- ördert. Peppler, char. Port. Fähnr. von demselben Regt. zum Feld-Art. Regt. Nr. 2 verseßt. y. Gayl, Port. Fähnr. vom Cnf. Regt. Nr. 111 zum Sec, Lt., Wilhelmi, S Lt. vom Inf. Regt. Nr. 113 zum Pr. Lt., Groß, char. Port. Fähnr. vom Inf, Regt. Nr. 114, zum Port. Fähnr, v. Kröcher, Premier - Lieutenant vom Ulanen-Regiment Nr. 15, zum Rittmeister und Eskadr. Chef v. Derßen, Sec. Lt. von dems. Regt, zum Pr. Lt., v. Ruville, Me Fähnr. vom Jäger-Bat. Nr. 5, v. Byern, v. d. Wense Port. Fähurs. vom Jäger-Bat. Nr. 9, Bindewald, Port. Fähnr. vom Jäger-Bat. Nr. 10, Graf v. Oeynhausen, y. Mühlen -

Molle, Port. Föhnr. vom Inf. Regt. Nr. 87 um Sec. L Sreyschmidt, Ünteroffiz. von dems. Regt., Buben Un offiz, vom Vrag. Regt. Nr. 5, Scriba, Ünteroffiz. vom Hus. Regt. I 19; v. Stuckrad, Ünteroffiz, vom Inf. Regt. Nr. 94 u Port. &Saähnrs. befördert. Friedrichs, Sec. Lt. vom Inf. Negt. Nr. 117, zum Pr. Lt. befördert. Mahr, Hauptm. vom Juf. Regt. Nr. 94, unter Entbindung von seinem Kommdo, als Adjut. der 31. Inf. Brig., zum Comp. Chef ernannt. v Sto \ ch, Sec. Lt. von dems. Regt. und kommandirt als Adt{ut. bei der 96, Inf. Brig., zum Pr. Lt. befördert. Stieler I DO. Lt, vom Inf. Regt. Nr. 118, als Adjut. zur - 31. Inf. Brig. kom- mandirt. G ran, Pr. Lt. vom Füs. Regt. Nr. 40, zum Hauptm. und Compy., Chef, Jobst 11, Sec. von demselben Regt., zum Pr. Lt, Frhr. v. Wintzingerode, Pr. Lt, vom Juf. Regt. Nr. 65, zum Hauptm. und Comp. Chef, Stabenow, Sec. Lt. von dems. Regt., zum Pr. Lt., befördert. König, Vize-Feldw. vom Inf. Regt. Nr. 69, zum Port. Fähnr. ernannt. y. Müller, Pr. Lt. vom Ulan. Regt. Nr. 7, à la auite des Regts. gestellt und 1 Jahr Urlaub be- willigt. v. Derßen, Major aggreg. dem Gren. Regt. Nr. 9, in das Gren. Regt. Nr. 3 einrangirt. Krüger-Velthusen, Sec. Lt. v. Füs. Regt. Nr. 35, von seinem Kommdo. als Comp. Off. bei der Unteroff. Schule zu Weißenfels entbunden, Lüdke, Sec. Lt. vom Inf. Regt. Nr. 72, als Comp. Off. zur Unteroff. Schule in Weißenfels kom- mandirt. Ziege, Sec. Lt. vom Feld-Art. Regt. Nr. 4, zum Train- Bat Nr 11, Seele, Sec. Lt. vom Feld-Art. Regt. Nr. 17, zum Train-Bat. Nr. 1, Schönborn, Sec. L. vom Feld-Art. Regt. Nr. 21, zum Train-Bat. Nr. 6, Eichling, Sec. Lt. vom Feld-Art. Regt. Nr. 22, zum Train-Bat. Nr. 10, Heinemann, Sec. Lt. vom Feld- Art. Regt. Nr. 27, zum Train-Bat. Nr. 8 verseßt. Günßel, Hauptm. von der 2. Ing. Insp., unter Verseßung zur 1. Ing. Insp. behufs Verwendung im Feortif. Dienst, von der Stellung als Comp. Chef im Pion- Bat. Nr. 5 entbunden. Korn, Hauptm. von der 2, Ing. Jnsp., zum Comp. Chef im Pion. Bat. Nr. 5 ernannt. Frhr. v. Bock, Hauptm. von der 3. Ing. Jnsp., zum Maj. im Stabe des Jng. Corps befördert. Jannal, Jahr L, Pr. Lts. von derselben Insp., zu Hauptleuten, Drutckenbrodt, Nebel sieck, Sec. Lts. von derselben Jnsp., Ringe, Sec. Lt. von der 4. Ing. Insp., zu Pr. Lts, Driesel, Unteroff. vom Garde- Pion. Bat., zum Port. Fähnr. befördert. Ramdohr, Rittm. und Comp. Chef vom Train-Bat. Nr, 4, zur Großh. Hess. Train-Com- agnie verseßt. Liebach, Pr. Lt. vom Train-Bat. Nr. 1, unter Verseßung in das Train-Bat. Nr. 4, zum Rittm. und Comp. Chef befördert. Keil, Hauptm. und 1. Depot-Offiz. vom Train-Bat. Nr. 8 und kfemmdrt. als Depot-Offiz. bei der Train-Insp., unter Stellung à la suite des Garde-Train-Bats., zum Depot-Offiz. bei der Train-Insp. ernannt. v. Schönermarck, Pr. Lt. vom Train-Bat. Nr. 4, von dem Kommdo. zur Dienstleist. als 1. Depot-Offiz. beim Train-Bat. Nr. 8 entbunden. Bru, Pr. Lt. vom Train-Bat. Nr. 5 unter Beförderung zum Rittm. und Comp. Chef, in das Train-Bat, Nr. 6 verseßt. v. Stranßtz, 2 und etatômäß. Stabsoffiz. im Posen. Ulan. Regt. Nr. 10, zum Commdr. des Train-Bats. Nr. 5 ernannt. v. Diezelsky, Maj. und Escadr. Chef im Drag. Regt. Nr. 7, als etatsmäß. Stabsoffiz. in das Ulan. Regt. Nr. 10 verseßt. Frhr. v. d. Borch, Pr. Li. vom E Regt. Nr. 7, zum Rittm. und Escadr. Chef, v. Werder, Sec. Lt, von demselben Regt., zum Pr. Lt., befördert. Pilgrim, Oberst-Lt. und Brigadier der 11. Gensdarm. Brig, ein Patent seiner Charge verliehen. v. Mutius, Rittm. und Commdr. der , 1, Escadron, Chef der 2. Comp. , des Regts. * der Gardes du Corps, der Char. als Maj. verliehen. v. Klüber, Pr. Lt, vom Hus. Regt. Nr. 9, unter Entbindung von seinem Kommdo. als Adjutant der 14. Kav. Brig., in das Ulan. Regt. Rr. 7 verseßt. v. ngelbrecht, Le: Lt. vom Ulan. Regt. Nr. 7, dem Regt. unter Belassung in seinem ommdo. als Adjut. bei der Inspektion des Milit. Veterinärwesens

aggregirt. v. Mech ow I, Sec. Lt. vom Hus. Regt. Nr. 9, Thies,

Sec. Lt. vom Huf. Regt. Nr, 7, zu Pr. Lts, befördert, v. Dertzen II,

fels, Fort. Fähnrs. vom Jäger-Bat. Nr. 14 u Sec. Ls. befördert, (

und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

S775.

Sec. Lt. vom Drag. Regt. Nr. 17, in das Ulan. Regt. Nr. 7 ver- ebt. v. Wallnberg, Pr. Lt. vom Hus. Regt. Nr. 91, in seinem Kommdo. als Adjutant von der 13. zur 14. Kav. Brig. verseßt. Frhr. v. Puttkamer, Pr. Lt. v. Kür. Regt. Nr. 3, als Adjutant ur 13. Kavallerie - Brigade kommandirt. Loebbecke, Hauptmann à la suite des Inf. Regts. Nr. 50, unter Entbindung von seiner Stellung als Plaßmajor von Königsberg und Aggregirung bei dem gedachten Regt., zur Dienstl. bei einer Militär-Intendantur komman- dirt. v. Abercron, Rittm. aggreg. dem Ulan. Regt. Nr. 2 und kommdrt. zur Dienstl. beim Train-Bat. Nr. 3, in dieses Train-Bat., v. Puttkamer, Rittm. aggreg. dem Ulan. Regt. Nr. 1, ín das Train-Bat. Nr. 8, verseßt. Meinecke, Hauptm. und Batterie-Chef vom Feld-Art.-Regt. Nr. 18 unter Verleihung des Char. als Major, zum 1. Depot-Offizier beim Train-Bat. Nr. 8 ernannt. Bauer, Dberst und Kommandant von Diedenhofen, unter Belajjung à la suits des Inf. Regts. Nr. 29 in gleicher Eigenschaft nach Straßburg verseßt. v. Quistorp, Oberst und Commdr. des Inf. Regts. Nr. 22, unter Stellung à la suite dieses Regts., zum Kommandanten von Diedenhofen ernannt. v. Koppelow, Oberst-Lt. vom Juf. Regt. Nr 72 zum Commdeur. _des Infanterie - Regiments N». 22, v. Conring, Oberst - Lieutenant vom Grenadiec - Regiment Nr. 4, u Commdr. des Füs. Regts. Nr. 73, v. Bastineller, Ob erst- t. vom Inf. Regt. Nr. 65, zum Commdr. des Jaf. Regts. Nr. 50, v. Reibniß, Oberst-Lt. beauftragt mit der Führung des Green. Regts. Nr. 8, zum Commdr. diejes Regts., v. Lattre, Oberst- Lt. und Chef des Generalstabes des V. Armee-Corps, zum Commdr. des Inf. Regts. Nr. 74 ernannt. v. Perbandt, Oberst-Lt. vom Inf. Regt. Nr. 62, mit der Führung des Inf. Regts. Nr. 18, unter Stel- lung à la suite desselben, beauftragt. v. Kretschmann, Oberst-Lt. und Abtheil. Chef im Großen Generalstabe, zum Chef des General- stabes. V. Armee-Corps, v. Scher ff, Oberst-Lieutenant vom Großen Generalstabe, zum Abtheilungs-Chef im Großen Generalstabe ernannt. Cammerer, Major aggreg. dem Füs. Regt. Nr. 35, in das Gren. Regt. Nr. 4 einrangirt. v. Stwolinsky, Hauptm. u Comp. Chef im Inf. Regt. Nr. 57, unter Beförderung zum Major, in das Inf. Nr. 62 verseßt. v. Nenthe-Fink Major vom Großen Ge- neralstabe, als Bat. Commdr. in das Inf. Reg. Nr. 72 versetzt. Dammert, Major aggreg. dem Inf. Regt. 27, in das Juf. Regt. Nr. 65 einrangirt. v. Kusserow, Hauptm. u. Comp. Chef im Zuf. Negt. Nr. 65, dem Regt., unter Beförderung zum überzähligen Major aggregirt. Gifsot, Pr. Lt. vom Jäger Bat. Nr. 11, unter Beförderung zum Hauptm. u. Comp. Chef, in das Inf. Regt. Nr. 65 verseßt. v. Bredow IL, Sec. Lt. vom Jäger-Bat, Nu. 11. zum Pr. Lt. befördert. wv. Dresky, Hauptm. aggreg. dem Inf. Regt. Nr. 57 u, kommdrt. bei des Kronprinzen Kais. u. Königl. Hoheit, zur Zeit kommdrt. zur Dienstleist. bei dem Garde-Jäger-Bat., der Charaft:r als Major verliehen. Speck, Hauptm. U. Comp. Chef im Inf. Regt. Nr. 112, dem Regt., unter Beförderung zum Überzähligen Major, aggregirt. Triepcke, Pr. Lt. vom Inf. Regt. Nr. 74, unter Beförderung zum Hauptm. u. Comp. Chef, in das Inf. Regt. Nr. 112 verseßt. v. Woyna, _Pr. Lt. vom Inf. Regt. Nr. 111, - zum überzähl. Hauptmann befördert. Poten, Major aggr. ‘dem Huf. Regt. Nr. 4 und kommdrt. zur Dienstleist. als Adjut. bei dex Gene- ral-Jnsp. des Milit. Erziehungs- und Bildungswesens, unter Stellung à la suite des Hus. Regts. Nr. 4, zum Adjutanten bei der gedachten General-Jnspektion ernannt. Kneb el, Hauptm. von der 3. Ing. Insp. und kommdrt. zur Dien E beim Eisenbahn-Bataillon,

» unter Stellung à 1a suito der 3. Ing. Insp., zum Eisenbahn-Bataillon

verseßt. Münster, Pr. Lt. à la suite der 4. Ing. Insp. und vom Eisenbahn-Bataillon, in die 4. Ing. Insp. A E Durbliibt G E E E und Pyrmont ( i en. Lt, à la guite der Ar L Regts. Nr. 83 ernannt. R E

Neichstags - Angelegenheiten.

Dem Reichstag ist folgendes Gesetz, betreffend die Erweiterung der Umwallung von Straßburg, im Entwurf vorgelegt worden:

Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deuïtscher Kaiser, König

ros Pee Jes

verordnen im Namen des Deutschen Reichs, na erfolgte im- mung des Bundesraths und des Reithatnage was és E S L Der E wird ermächtigt, außer dem durch Ar- tikel T. des Geseßes vom 8. Juli 1872 für den fortifikatorischen Aus- bau der Festung Straßburg zur Verfügung gestellten Betrage einen Betrag bis zur Höhe von 17 Millionen Mark zur Erweiterung der Umwallung von Straßburg zu verwenden und zur Deckung der Bau- kosten, einsch{ließlich der Kosten des Grunderwerbs, diejenigen Grund- stücke, welche durch Hinausschiebung der Umwallung für die Militär- dia N e fu E sie E für die Reichsverwal-

anderweit erforderlich sind, der Stadt Straßburg i von 17 t ris Mark zu verkaufen. r ionen nan

J. 4. Von der im §. 1 auf 17 Millionen Mark festgeseßten Be- darfs)umme für die Erweiterung der Umwallung- von Cir ede wird dem Reichskanzler für das Jahr 1875 der Betrag von 6 Millionen S T gestellt.

le Ipater zu verwendenden Beträge sind in die Reichshaushalts- Etats der betreffenden Jahre A M Urkundlich 2c. Gegeben 2c.

Die nationalliberale Fraktion des Reichstages und Abgeord- netenhauses versammelte sich am Montag, Abends 6 Uhr, im Saale des Englisehen Hauses zu einem gemeinschaftlichen Diner, an welchem gegen 200 Abgeordnete theilnahmen. Der Präsident v. Forckenbeck hatte den Borsiß übernommen und brachte den ersten Trinkspruh auf Se. Majestät den Kaiser unter Hinweis auf die am 18. Januar in Versailles ae Proklamirung des Deutschen Kaiserreihs aus. Hierauf erhob fich der Abg. v. Unruh (Magdeburg) und feierte in einer längeren Rede das preußishe Abgeordnetenhaus als den Vor- Fämpfer für diejenigen Prinzipien, auf deren Boden das Reich heute steht. Der Präfident des Abgeordneten v. Bennigsen brachte einen Toast auf den Reichstag, Abg. Dr. Braun auf die Pranvenan v. Forcken- beck und Bennigsen, Abg, Robert v. Mohl auf den Reichskanzler Fürsten vou Bismarck, als den Gründer des Deutschen Reichs, Abg. Dr. Marquardsen auf die nationalliberale Presse. Dr. Moriß Gumbinner erwiderte diesen Toaft mit Hinweis auf die an der Tafel sißenden Prâäsi- denten der preußischen Nationalversammlung, des Abgeordnetenhauses, des Reichstages und der bayerischen Abgeordnetenkammer, (v. Unruh, v. Beunigsen, v. Forckenbeck und Frhr. v. Ea als Illustration für das Bestreben der Entwielung der nationalliberalen Partei unds{loß mit E A E e L EnCER E Präsidenten Dr. Simson.

ih ließ Herr v. Forckenbeck die nationalli ä des Reiches leben lliberale Wählerschaft

Landtags- Angelegenheiten.

Berlin, 20. Januar. Der dem Herrenhause vorges- legte Entwurf eines Gesetzes, Ae cttend le Au f- [lösung des Lehnsverbandes der nach dem Lehnrecht der Kurmark, Altmark und Neumark zu beurtheilen-

den Lehne, hat folgenden Wortlaut: