1875 / 32 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

im Iahre 1874 érzielten Gewinn aüsfchließlich zum Besten der Riksbank \ck\»}st| zu verwenden. C. A. Larsson: Die Zucker= fabrikaßvn für die nächsten 10 Jahre unbefteuert zu lassen.

Die Kammern waren bisher aus\{ließlich mit Erledigung dieser Anträge beschäftigt, ohne auf den vorgeleoien Etat und andere Regierungsvorschläge zurückommen zu tönnen, wahr- \cheinlich wird die nähste Woche au demselben Zweck gewidmet

werden müssen.

Dänemark. Kopenhagen, 3. Februar. In der heutigen Sißung des Folkethings wurde die vierwöchentliche Neuwahl der Beamten des Thinges vorgenommen. Krabbe wurde mit 54 von 66 gültigen Stimmen zum Präsidenten, Högsbro und I. A. Hansen mit 52 und 44 Stimmen zum Vize Präsidenten wieder gewählt. :

Seitens des M inisteriums ist, wie den „H. N.“ geschrie- ben wird, die Bereitwilligkeit, die gewünschten Aufklärungen über Dänemarks Stellung zum Auslande zu geben, unverändert, der eingetretene Aufshub hängt daher lediglich mit der vom Folke- thing gewählten vermeintlih minder angemessenen Form zusam- men und das Ministerium wünscht in geheimer oder sogenannten Ausschußsißung ebenfalls niht blos mit dem Folkething allein, sondern auch mit dem Landsthing zu verhandeln. Leßteres wird daher seine Maßregeln vorher zu treffen haben.

Aséen. Aus Shanghai wird der „A. A. Z.“ vom 3. d, M. telegraphirt: „Die Prollamation, welche das Hinscheiden des Kaisers von China zur all gemeinen Kenntniß bringt, detaillirt die bei seinem Begräbniß u beobachtenden Ceremonien und zeigt an, daß sein Nachfolger en Thron bestiegen hat. Es herr\{ht allenthalken Ruhe, und das Gerücht, daß Unruhen in Verbindung- mit der Thronfolge- srage entstanden sind, hat keine Bestätigung gefunden.“

Afrika. Nach den neuesten Berichten aus der Cap- stadt hat in Stellenbosch, am 14. Januar, eine mit Lebens- verlust verknüpfte große Feuersbrunst stattgefunden. Sie bra in einem Shuhmacherladen aus und hatte zur Folge, daß 50 Häuser mederbrannten und Eigenthum im Werthe von 20,000 Pfd. Sterl. eingeäschert wurde. In Folge des Brand- unglücks herrsht in der Stadt großer Nothstand.

Aus Cairo wird dem in London erscheinenden „Eastern Budget“ vom 20. v. M. geschrieben: Die Ankunft des Prinzen Arthur von England wird hier allgemein industriellen Motiven zugeschrieben. Der Vize-König hat beschlossen, eine Eisenbahn längs des ganzen Laufes des Nils zu bauen, und somit eine Verbindung zwischen dem Sudan und Cairo herzustellen.

Nr. 6 des „Central-BVlatts für das Deutsche Reich“, herausgegeben im Reichskanzler-Amt (Berlin, Carl Heymanns Verlag), hat folgenden Juhalt : 1) Allgemeine Verwaltungsfsachen: Mitthei- lungen über den Stand der Rinderpest; Verweisung von Ausländern aus dem Reichsgebiet. 2) Münzwesen: Uebersicht über die Aus- prägung von Reichsmünzen; Uebersicht über die bis Ende Dezember 1874 sür Rechnung des Deutschen Reichs zur Einziehung gelangten Landes-Silber- und Kvpfermünzen. 3) Zoll- und Steuerwejen: Kompetenz einer. Steuerstelle. 4) Postwesen: Padcketverkehr mit Paris; Werthangabe bei Geldfsendungen nach Belgien und darüber hinaus; Postwerthzeichen in der Reichsmarkwährung. 5) Konsulat- wesen: Ernennungen; Exequatur-Ertheilung.

Nr. 6 des Justiz-Ministerial-Blatts für die preu- zishe Geseßgebung und RecGtspflege, herausgegeben im

ureau des Justiz - Ministeriums, enthält folgendes Erkenntniß des Königlichen Ober-Tribunals vom 5. Januar 1875: Bei Zuwiderhand- Jungen gegen das Preußische Holzdiebstahlsgefeß ist die Verhängung der Nückfallsstrafe niht durch die stattgehabte Vollstreckung der frühe- ren Berurtheilungen bedingt.

Ueber den Bären von Berlin

in seiner mythischen und geschichtlihen Bedeutung hielt der Prof. Paulus Cassel am 4. Febrrar einen Vortrag în der Aula des Friedrich-Wilhelms8-Gymnasiums vor einem zahlreichen Auditorium. Der Buúhstabe tödtet, begann der Redner, aber der Geist macht leben- dig. Es gilt dies besonders von der Erinnerung, wie sie sich dar- itellt in Literatur und Geschichte. Wenn man demnach nicht mit dem Buchstaben, sondern mit Herz und Geist an manche Dinge, welche uns dureh die Geschichte überliefert werden, deren Ursprung oft räthselhaft erscheint, herantritt, so erfährt man, daß oft tiefe Bewe- gungen und Anschauungen in Dingen verborgen liegen, deren Bedeu- tung man gering anschlägt. Jn diesem Sinne hat man auch Bilder, Wappen und Thiere in der Geschichte zu betrachten.

Die alten Deutschen waren nicht allein ein Waffen- volk, fondern auch ein Wappenvolk. Sie lehrten in Bil- dern und Thieren tiefsinnige, sie charakterisirende Gedanken, ähnlich wie in der alten Geschichte Aeshylos vom Kampf der Sieben gegen Theben. Da haben die Feinde sowohl wie die Vertheidiger der Stadt ihre Wappen, da kämpft auf dem einen Schilde Typhon mit dem Zeus, der auf dem anderen Schilde erscheint,

Hier find es uicht mehr die Menschen, die mit einander ringen, es zeigen sih in den Bildern ihre Jdeen und Gedanken, und in der That war die alte Welt weniger abstrakt als unsere Zeit, fie redete mehr im Bilde als wir. Festzuhalten ist aber auch hier, daß der Buchstabe tödtet und uur der Geist frei macht. Von diesem Gesichts- punkte aus find auch alle Sagen zu beurtheilen, z B. die Sage vom Dietrich. Hier erscheint ein Recke, der zum König Dietrich von Wern das heutige Verona kommt und an seinem Arm einen Diclen Ning trägt. Dieser Recke heißt Wildebär und wird ein Held d s Königs Dietrich, indem ex, als Bär verkleidet, einen anderen gen, Utgeneu Helden des Königs befreit.

So wie dieser Held etwa in der Sage dargestellt wird als. ein Bär m {t einem Ringe, stellt fich ungefähr seit vielen Jahrhunderten das Way vet von Berlin dar, und es ist in der That von Interesse,

u betraht.*0, welche gedanklihe Bedeutung in diesem Wappen liegt.

iele bringen die Entstehung desselben in Zusammenhang mit Albrecht dem Bären, sedoch ist selbst nicht einmal festgestellt, wie Albrecht zu diesem Beinam.-n kam. Sein Wappen als Markgxf von Brandenburg ist es uicht. Wie er dazu gekommen sein dürfte, ließe fich dur folgende historische Ver- gleihung feststellen. Albrecht dex Bär lebte zu einer Zeit, in welcher der Kampf der Hohenstaufen uit den Welfen beg(nuen hatte. Er steht gegenüber Heinrih dem Löwen, und so kaun man mit ziemlicher Bestimmtheit sagen: „Dhne Heinrich den L'êôwen kein Albrecht der Bär.“ 3 ; ' \:

In dem fortdauernden Kampfe diese: beiden Geschlecht er aber treten sich die Gegensäße von Norden uns Süden schon gleichj. 1m in den Nawen entgegen. Man rang um ein“ ganzes Stück nord schen Binnenlandes! ÄAlbrecht erwarb \chließlich e Nordmark, und hat fein ganzes Leben lang mit großer Kraft und Czergie für die Gur- manifirung und Christianisicung derselben gewirkt. (Er hat besonders in seinem Lande bedeutungsvolle Spuren seiner Wirksamkeit hinter- Aasfsen, mit ihm hängt es unzweifelhaft zusammen, daß unsere Stadt das Wappenbild des Bären annahm. Alte Siegel mit dem Wappen bfißen wir leider nicht, auf einem Wappen des 14. Jahrhunderts fontint der Bär vor, aufgerichtet, hinter sich am Bande ein Sch.ld ichiepvend, worauf odex Adler, das brandenkurgische Wappen, darge- tellt ist. Das bedeuiet nichts weiter, als der Bär zieht gleichsam wie ein Roß den Wagen, d. h. er erkennt die brandenburgische Herrschaft an. Îz einem spêteren Jahrhundert kommt wieder ein Siegel vor,

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{er C orps gegeben.

Jt Vérlage der Königl. Gch. Ober-Hof-Buchdruckerei (R. v. Decker) find soeben erschienen: : :

Handbuch für preußische Standesbeamte in den alt- ländischen Provinzen mit Ausshluß von Neu-Vorpommern und Rügen 1e M R Sustizsenats zu Ehrenbreitenstein, von

agen,, Kreisgerichts-Rath;

9 ül uncen in Grundbuchsachen, von Paul Wolff, dritte umgearbeitete Ausgabe der „Verfügungen in Hypothekensachen.

Nr. 1 und 2 der „Hydrographishen Mittheilungen“ für 1875 enthalten: Bericht über die im Laufe des Jahres ausge- führten Vermessungen der Königlich großbritannishen Admiralität. Segelanweisung für die Straße der Dardanellen. Die Häfen San- tander, Santonna, San Sebastian und Pasages. Inseln an der Ostküste von Neu-Guinea bis zum Ostkap. Tiefseelotbungen des „Challenger““ zwischen Australien und Neuseeland. Hafenanlagen von Bokoska. Hafen von Doboy. Kleinere hydrographishe No- tizen. Literarisches.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Eine zweite Serie von Vorträgen, zu Gunsten der deutschen Expeditionen in das JInnere Afrikas, veranstaltet von der deuts cch- afrikanishen Gesellschaft, beginnt Mittwoch, den 17. d. Mts., Nachmittags 5 Uhr, im Saale der „Urania" am Leipzigerplaß, und {lit am 24. März cr. nah dieser Reihenfolge: Am 17. Februar Hr. Dr. Pruß über Phönizier alter vnd neuer Zeit; am 24. Febrar Hr. Prof. Dr. Hartmann das Weib in Afrika; am 3. März Hr. Dr. Zenker die Ergebnisse aus den Beobachtungen des Venusdurchganges; am 10. März Hr. Dr. Adolf Bernhard Meyer aus seinen Erlebnissen in Neu-Guinea; am 17. März Hr. Dr. O. Kersten über Jerusalem und die dortigen Deutschen; am 24. März Hr. Prof. Dr, P. Ascher- ien uber eine Expedition deutscher Gelehrten in die lybiïche Wüste. Billets für alle sechs Vorträge zu 6 # sind in der Bibliothek der biesigen Gesellschaft für Erdkunde, Krau}enstraße 42, zu hahen; für Einzelvorträge beträgt der Kassenpreis später 1 H 50 Pf.

Bei der gegenwärtig überall“ zur obligatorishen Pflicht gemachten Fleischshau kommt es wesentlich auf genaue mikroskopische Untersuchungen an, die nur dur vorzüglichße Instrumente ausgeführt werden können. Das bereits 1819 gegründete Optische Institut von F. W. Schie ck (Hallesche Str. Nr. 14) beschäftigt sich lediglich mit der Herstellung der besten achromatischen Mikroskove, die sich zu wissen)chaftlichen Untersuchungen vortrefflich eignen. (S. d. Inserat in Nx. 27)

Um Zeichnungen, Photographien, sowie Handschriften, welche auf einer Seite des Papiers geschrieben sind, ohne bescndere Uebung auf rein mechanishem Wege zu vervielfältigen, bedient man sich jeßt der sogenannten Lichtdruck-Apparate, welche in verschiedenen Größen bei Drews (Morißstraße 2), besonders gut zu haben find. Die auf diese Weise-gewonnenen Pausen sind dem Original vollkom- men ähnlich, und beschädigen das Leßtere in keiner Weise. Je yach der Lichtstärke kann die ganze Operation {hon in wenigen Minuten beendet werden. (S. d. Injerat v. 21. Januar.)

Piloty's großes Gemälde „Thusnelda hat der König von Bayern um die Summe von 35,000 Fl. angekauft und der Pina- kfothe? einverleiben lassen.

Der Historienmaler und Professor an der Akademie der Künste in München, Frhr. v. N amberg, ist heute Nacht gestorben.

Die holländische Literatur hat einen {weren Verlust er- litten durch den Tod des Dichters E. J. Potgieter, welcher zu Amsterdam am 3. Februar in seinem 67. Lebensjahre gestorben ist.

Gelegentlih des vierhundertsten Jahrestages der Geburt Michel Angelo's, am 10. März 1875, wird zu Florenz eine Feier desselben veranstaltet. Das Haus der Buonarrxoti in der Via Ghibellina soll zu einem Museum hergerichtet und dem ent- sprechend ausgestattet und dekorirt werden, auch wird eine Ausstellung von Merken dés groizen Künstlers stattfinden. Der schriftliche Nachlaß Michel Angelo’s, welcher im Besiß der Familie geblieben und mit der größten Strenge verborgen gehalten wurde, ist bekanntlich von dem letzten der Buonarroti, der vor einigen Jahren starb, der Stadt Florenz vermacht worden mit der Bedingung, ihn auch ferner unter strengem Verschluß zu halten; die ftädtishe Behörde hat sich jedoch an diese

auf welchem der Bär der Ring um den Hals und den Adle- auf seinen Schultern trägt, was bedeutet, daß oer Bär die brandenbur- gische Herrschaft geduldig trägt.

Allgemeine Geflügel-Aus stellung

Der unter dem Protektorat Ihrer Köni-lichen Hoheit der Prinzessin Carl von Preußen stehende Verein der Geflügel- freunde in Berlin „Cypria* eröffnete, wie bereits gemeldet, gestern seine dritte allgemeine Geflügel-Ausstellung in -den Räumen der zweiten Etage der Kaiser-Gallerie.

Die Ausstellung, welche in Hinweis auf die Betheiligung von England, Frankreich, Belgien, der Schweiz und Italien eine inter- nationale genannt werden kann, liefert in quantitativer „owohl als qualitativer Beziehung ein durchaus befriedigendes Resultat und über- rasht dur ihre Vielseitigkeit und Mannigfaltigkeit. Von dem aus- gestellten Geflügel, welches seiner ursprünglichen Bestimmung nach in zwei Hauptkategorien, in die der Nußvögel und der Sing- oder Scchmuckvögel zerfällt, stellt die ersterwähnte Klasse das bei Weitem größte Kontingent.

So sind Tauben und Hühner, für deren bequeme Aufstellung sich die an der linken Seite des Eingangs befindlichen ausgedehnten Räumlichkeiten kaum als ausreichend erwiesen hatten, die ersteren in* 230 Nummern, die leßteren in 266 Nummern und in Exemplaren der auserlesensten Gattung, der edelsten Züchtung vertreten. Die Anzahl der Luxusvögel, unter denen die Papageien und Kafkfadus numerisch überwiegend vertreten sind, beschränkte {ich auf #160 Exemplare. Unter Denjenigen, welhe die Ausëstellung beschickten, verdient in erster Reihe Ihre Königliche Hoheit die Prinzessinck Carl genannt zu werden, Höchstwelhe den Verein mit 23 Exemplaren der seltensten, prachtvollsten Tauben- uud Hühnergattunxgen erfreute; nächstdem der Direktor Dr. Bodinus, wel- cher von Seiten des hiesigen zoologischen Gartens mehrere Pracht- exemplare von Tauben und Papageyen ausgestellt hat.

Herr Fr. Panzer, Berlin, und Herr R. Ebeling, Merseburg, sind durch 42 Cxremplare melodienreicher Kanarienvögel vertreten.

Die Feststellung der besondcren Vorzüge der einzelnen verschiede- nen Geflügelarten, fowie die damit verbundene Prämiirung der be- treffenden Eigenthümer, übernimmt eine Kommission von Sach- verständigen, an deren Spitze der Direktor Dr. Bodinus steht. Die Kommission wird wahrscheinlich bereits am nächsten Montag zusammen- treten, um betreffs der Preisvertheilungen eine Entscheidung zu treffen. Se. Majestät der Kaiser und König haben zu diesem Zweck eine goldene Medaille eingesandt; die übrigen Preismedaillen hat der Minister für die landwirthschaftlihen Angelegenheiten und der Verein felbst ausgeseßt. Beide Kaiserlihe Majestäten wurden heute auf der Ausstellung erwartet. Jhre Königl. Hoheiten der Prinz und die Prinzesfin Carl erschienen gestern Vormittag um 10{ Uhr in dem Aussftellungsgebäude und verließen die Ausstellung erst nach dem Verlauf einer Stunde, nachdem Höchstdieselben die verschiedenen dort befindlihen Geflügelarten einer eingehenden Besichtigung unter- worfen hatten. . Die Ausstellung wird, wie bereits gestern bemerkt, bis zum 9, Februar inkl. geöffnet sein.

Dos Zusammensein des Landtages, unter dessen Mitgliedern eine große Anzahl fräherer Corpsstudenten vertreten ist, hat die An- regung zur Feier eines Commerses von „alten Herren“ deu t- ( Es hat sih bereits zu diesem Zwedcke ein Con\ité aus früheren Mitaliedern deutsher Corps des fogenannten

grillige Vorschrift nicht gebunden erachtet, und jeßt werden dies, Schriftstücke publizirt. Es sind an 700 Briefe und Schriften voy Michel Angelo und etwa die doppelte Zabl von Briefen an ihy worunter sih solche von den berühmtesten Zeitgenofsen befinden. '

Land- und Forfiwirthschaft.

Laut Mittheilung der Königlich preußischen Bezirksregierun u Gumbinnen sind auch seit der leßten Veröffentlihung (verg) Nr. 26 d. Ll.) weitere Fälle des Auftretens der Rinderpest nici vorgekommen. Die angeordneten Sicherheitsmaßregeln find in de, Hauptsache unverändert g eblieben.

Die Regierung; u Gumbinnen hat durch Verordnung von 30. v. M: die Vieh-Ein- und Ausfuhr von und nah Ruß, land für die Kreise Oleß?o, Ly und Johannisburg verboten.

Getverbe und SHanudef.

Berlin. Die zirkulirenden Gerüchte über massenhafte Arbeiter entlassungen der Eisenindustrie find nah zuverlässiger Quell nicht begründet. In den größeren hiesigen Maschinenfabriken, ing. besondere in der des Geh. Kommerzien-Naths Borsig, hat ledigli da stets übliche Wechsel der Arbeiter stattgehabt und nirgends ist di Durchschnittsziffer überschritten. Dagegen is in fast allen hiesigen Fabriken eine Reduktion der Löhne um 10—15 % und auch noch darübe; hinaus eingetreten, wie dies durch die augenblickliche Konjunktur sig bedingt. Die Arbeiter haben sich dieser Reduktion willig gefügt, und nur in einer einzigen Nähmaschinenfabrik hat eine kurze, völlig- erfolg, lose Einst-llung der Arbeit Seitens der Arbeiter stattgehabt.

Die Berliner General-Bau-Bank hielt gestern ein ordentliche und außerordentliche General-Versammlung ab. In der ersteren wurde die Vertheilung von 13% Dividende für das leßte Ga schäftsjahr angekündigt, in der letzteren die Liquidation des Unter: nehmens beschlossen und Herr Assessor Löwenfeld zum Liquidator ge wählt. /

Stettin, 4. Februar. Die „Ostsee-Ztg.* {reibt : Der Wieder: ausbau des durch den gestrigen Brand beschädigten Eisenbahn: directionsgebäudes foll unverweilt in Angriff genommen wer den. Die Taxatoren befanden si heute bereits auf der Feuerstelle, um den Brandschaden festzustellen. schen Feuersocietät, die Mobilien 2c. sind bei der hiesigen National, versicherungs8gesellschaft versichert. Der Schaden am Gebäude wi auf ca. 30,000 Thlr. veranschlagt. Der Verlust an Akten kann nog nicht annähernd festgestellt werden, indessen hören wir, daß eine Sts rung in den Verwaltungsarbeiten nicht eintreten wird, wenn auch ein Verzögerung nicht zu vermeiden sein dürfte. Registratur und Kalky lutur werden in dem der Gesellschaft gehörigen Gebäude, Linden straße Nr. 19, in welchem sich die Baubureaux befinden, einstweila untergebracht werden.

Ein Dresdener Telegramm meldet der „B. B. Ztg. *, daß it einer Sißung des Aufsichtsraths der Dresdener Bank vom gestri gen Tage der Rechnungsabschluß vorgelegt wurde. Derselbe weist ein Netto-Erträgniß von 10% auf, wovon eine Dividende von 6% v theilt und der Rest zu Abschreibungen verwendet werden soll.

Aus Württemberg wird gemeldet, daß die Behörde sei einiger Zeit mit großer Energie gegen die Weinfäl\cher ein schreitet. Es werden Üntersuhungen der s\sogenannten Weine vorg nommen und in verschiedenen Fällen find hon Konfiskationen de Borräthe und selbs Verhaftungen vorgekommen.

Die Stuttgarter Lebens versicherungs- und Ersyagrt

nißbank bringt an. die Versicherten eine Dividende von 37 % zu

Nertheilung.

Der Bericht der Direktoren der Englischen Wechsler bank constatirt, daß die von der Generalversammlung beschlossen Reduction des Grundcapitals mit möglichster Beschleunigung ins Wer geseßt worden ist, so daß das Aktienkapital sich gegenwärtig ay 300,000 £ beläuft. Der Gewinn des leßten Geschäftsjahres beziffet sich auf 33,163 £, wovon 9746 £ für Geschäftskosten, 3076 £ a Abschreibungen abgehen. 17,500 £ kommen als 5tproc. Tantieme n 3 s. 6 d. pr. Aktie zur Vertheilung an die Aktionäre.

Verkehrs: Wnfstalten.

Liverpool, 5. Februar. (W. T. B.) Der fällige Dampfer ves der afrikanischen Westküste „Senegal* ift heute hier eingetrof

New-York, 95. Februar. (W. T. B.) Der Hamburger Pos dampfer „Cimbria* ift heute Nachmittag 1 Uhr hier ceingetroffe

Kösener Verbandes hierselbft gebildet und wird dasselbe demnä eine allgemeine Versammlung auf Freitag den 12, d., Abends 8 Ut im Hotel Janson, Mittelstr. 53/54, berufen. Der Commers selb dürfte in der leßten Woche dieses Monats stattfinden und hofft ma wie bei früheren ähnlihen Gelegenheiten, auf Betheiligung bis i die höchsten Semester hinauf.

Die gestrige Parforce-Vorstellung im Cirkus Salÿ monsky gehörte zu den glänzendsten Abenden der Saison. L Programm wies die hohe Zahl von 40 Nummern auf und zeig sämmtliche Künstler des außerordentlich zahlreihen P sonals des Hrn. Salamonsky in ihren vesten Leistung! Bei der Fülle des Ausgezeichneten ist eine Beschränkung auf è Hervorragendsie geboten, Dieses Prädikat verdienten auf dem Gebi! der höheren Reitkunst vor Allem die Leistungen der Direkto! Fr. Lina Salamonsky und des kleinen Fredy Salamons auf urgesatteltem Pferde, ferner die Parforcetouren d Miß Augustine Maguon, der große Brückeusprung des N Rudolph Seiffert und der amerikanishe Voltigeur Mr. Espe Bon den ausgezeichnet dressirten Schulpferden, welche der Stolz | Salamonsky'’schen Circus find, verdient namentlich das Springpfl Sankissow Erwähnung, welches, vom Direktor produzirt, 1 staunenswerther Leichtigkeit scine Sprünge ‘über zwei. anl Pferde und durch brennende Reifen ausführte; ferner ( auch Flik und Flock, der dänishe Hengst Morian, d #irländishe Pferd Punch und der erst seit zwei Monaten dressi russische Hengst Black Nick, leßterer geritten von Hrn. Hahnem! Den Glanzpunkt des Abends bildete jedoch die Vorführung der |! lichen 6 Rapphengste durch den Direktor, welcher für die auf Ausbildung der s{chönen Thiere aufgewandten Bemühungen mit verdientem Beifall belohnt wurde. Die Vorstellung |{chloß mit einl großen Ulanen-Manöver, geritten von 12 Damen. :

Das im Vorftehenden Angeführte enthält nur eine Ausl[ese | Vortrefflichsten. Es ist kaum nötbig, hinzuzufügen, daß auch l übrigen Mitglieder der Gesellschaft, Kunstreiter und Kunstreiterint männliche und weiblihe Gymnastiker und eine große Zahl Clow jedes in seiner Weise, Ausgezeichnetes leisteten und zu dem gg!l reichen Abend durch ihre vorzüglichen Produktionen beitrugen.

Am Aschermittwoch, Nachmittags 3 Uhr, findet im Cir Salamonsky eine Künstlervorstellung zu halben Preisen (aud Erwachsene), für sämmtliche Pläße statt. Neben ganz vorzügli Piecen gelangt in dieser Vorstellung auch die besonders in der Kir welt so beliebte Pantomime „Sneewittchen“ zur Aufführung,

Prozeß Ofenheim. |

Wien, 4. Februar. Jn der heutigen Sißung wurde zur Y

nehmung der sahkundigen Zeugen Peter Ponfickl und Karl v. Stra)

in Anwesenheit der Sachverstäudigen, Nordbahndirektors Fillul

und Nordwestbahndirektors Hellwag und des früheren technischen rektors der Lemberg-Czernowißer Bahn Em. Ziffer geschritten.

Redacteur: F. Prehm. Verlag der Expedition (Kessel), Druckt W. Els! Fünf Beilagen (einshließlich Börsen-Beilage).

Berlin:

Das Gebäude ist bei der \tädtif

Erste Beilage

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

2 32.

Personal-Veränderungen.

_ Königlich Preußishe Krmee. Offiziere, Portepee-Fähnriche 2. Frunennungen, Beförderungen und Versetzungen. Im stehendeu Heere.

Berlin, den 27. Janüar 1875. Deimling, Major und Flügel-Adjut. Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs von Baden, unter Entbindung von diesem Verhältniß, als Abtheil. Commdr. in das Feld-Art. Regt. Nr. 19, v. d. Hude, Major vom Gen. Stabe der 22. Div., als Abtheil. Commdr. in das 2. Garde-Feld-Art. Regt., Frhr. Roeder v. Diersburg, Major vom Gr. Gen. Stabe, als etatôóm. Stabsoffiz. in das Feld-Art. Regt. Nr. 8, versetzt. Mittelstaedt, Major vom Fuß-Artill. Regt. Nr. 6, unter Belassung in feinem Kommdo. nach Württemberg, à la suite S dais N Nippold, Hauptm. A la „auto des Feld: Art. Regts. Nr. 10, unter Entbindung von dem Koms- mando zur Dienstleist. bei der Abtheil. für die Artill. Angelegenheiten im Kriegs-Minist., als Battr. Chef in das Feld-Art. Regt. Nr. 7, Pfister, Hauptm. und Comp. Chef vom Fuß-Art. Regt. Nr. 6, unter vorläufiger Belassung in seinem Kommdo. zur trigonometrischen Abtheilung der Landes-Aufnahme, in das Fuß Art. Regt. Nr. 1, verseßt. Jung, Königl. württemb. Hauptm. und Battr. Chef vom Feld-Art. Regt. Nr. 13, unter Uebernahme auf den diesseitigen Etat, zur Die-stleist. in einer vakanten. Comp. Chef-Stelle_des Fuß-Art. Regts. Nr. 6 kommandirt. v. d. Knesebeck, Major vom 1. Garde- Feld-Art. Regt., unter Entbindung von dem Kommdo. als Adjut. bei der Gen. Insp. der Artill, zum Abtheil. Commdr. ernannt. v. Prittwiß- u. Gaffron, Hauptm. und Battr. Chef von dem- selben Regt. als Adjut. zur Gen. Insp. der Artill. kommandirt.

v. Anker, Hauptm. und Battr. Chef von demselben Regt., unter |

Beförd. zum Major, als etatôm. Stabsofffzier in das 2. Garde- Feld-Art. Negt.,, Reinecke, Pr. Lt. vom 1. Garde-Feld. Regt., unter Beförd. zum Hauptm. und Battr. Chef, in das Feld-Art. Regt. Nr. 26, Wyneken, Sec. Lt. vom 1. Garde-Feld-Art. Regt., unter Béesord. zuin Pr. Lk, An das Axt, Regt. Nr. 7, versebt, v: Sal- dern-Ahlimb, Hauptm. vom 1. Garde - Feld - Art. Regt., unter Entbindung von dem Kommanto als Adjut. bei der 2. Feld - Artillerie - Inspekcion, zum Batterie - Chef ernannt. Gelinek, Prem. Lieut. von demselben Regiment, zum Hauptm. und Battr. Chef, v. Plessen, Sec. Lt. von demselben Regt.,, zum Pr. Lt, v. Steinau-Steinrück, Port. Fähnr. von demselben Regt., zum außeretatsm. Sec. Lt. befördert. v. Ekensteen, Major und Abtheil. Commdr. vom 2. Garde-Feld-Art. Regt., in das 1. Garde - Feld - Artill. Regt. verseßt. Sluyterman van Lange- weyde, Pr. Lt. vom 2. Garde-Feld- Artill. Regt., zum Hauptm. und Battr. Chef, Frhr. v. Amstetter-Zwerbach und Grabeneck, v. Daniels, Sec. Lts, von demselben Regt., zu Pr. Lts. befördert. Schmidt, Pr. Lt. von demselben Regt.,, unter Beförderung zum Hauptmann und unter Stellung à la suite des Regts, zum etatsmäßigen Mitgliede der Artillerie - Prüfungs - Kommission ernannt. Ulrich, Hauptmann und Batterie-Chef vom Feld- Art. Regt. Nr. 1, in das Feld-Artillerie-Regiment Nr. 11 versetzt. Behrenz, Prem. Lt. vom Feld-Art. Regt. Nr. 1, zum Hauptm. und Battr. Chef, Haak, Sec. Lt. von dems. Regt., zum Pr. Lt.,, Die- ner, Wolff, Tilliß, Port. Fähnrs. von dems. Regt, zu außer- etatôm. Sec. Lts. befördert. v. Schüß, Pr. Lt. vom Feld-Artillerie- Regt. Nr. 2, in das 1. Garde-Feld-Art. Regt., Lorenz, Sec. Lt. vom Feld-Art. Regt. Nr. 2, in das Fuß-Art. Regt. Nr. 6 versetkt. Gaedke, Sec. Lt. vom Feld-Art. Regt. Nx. 2, zum Pr. Lt. beför- Hert, Fromme, Hauptm. und Battr. Chef vom Feld-Art. Regt. Nr. 3 unter Beförderung zum Major, als etatsm. Stabsoffiz. in das Feld-Art. Regt. Nr. 20, Ahlers, Pr. Lt. vom Feld - Art. Regt. Nr. 3 unter Belassung in seinem Kommando, als Adjutant der 8. Feld-Artillerie-Brigade in das Feld - Artillerie - Regiment Nr. 10, Ahrens, Kuhlmey, Sec. Lieutenants vom Feld - Artillerie - Re- giment Nr. 3, unter Beförderung zu Pc. Lieutenants, in das Feld- Art Regt. Nr. 18, Beaumont, Sec. Lt. vom Feld-Art. Regt. Nr. 3, in das Fuß-Art. Regt. Nr. 5, verseßt. Krulle, Pr. Lt. vom Feld-Art. Regt. Nr. 3, zum Hauptm. und Batt. Chef, Eichmann, Cämmerer, Sec. Lts. von demselben Regt., zu Pr. Lts., befördert. Oberg, Pr. Lt. vom Feld-Art. Regt. Nr. 4, unter Beförderung zum Hauptm. und Batt. Chef, in das Feld-Art. Regt. Nr. 23, Sperber, Sec. Lt. vom Feld-Art. Regt. Nr. 4, unter Beförd., zum Pr. Lt., in das Fuß-Art. Regt. Nr. 7, Biedermann, Sec. Lt. vom Feld-Art Regt. Nr. 4, in das Fuß-Art. Regt. Nr. 8, Biengz, außeretatsm. Sec. Lt. vom Feld-Art. Regt. Nr. 4, in das Fuß-Ar- tillerie-Regiment Nr. 3, Schroeder, außeretatêm. Sec. Lt. vom Feld- Artillerie - Regiment Nr. 4, in das Fuß - Artillerie - Regiment Nr. 6, verseßt. Krumhauer, Sec. Lt. vom Feld-Art. Regt. Nr. 4, zum Pr. Lt.,, Madlung, v. Minckwit, Port, Fähnrs. von dem- selben Regt., zu außeretatsm. Sec. Lts. befördert. Knaack, Hauptm. vom Feld-Artill. Regt. Nr. 5 und kommandirt als Adjut. bei der 4. Feld-Art. Insp., zum überzähl. Major, Karuth, Pr. Lt. von dem- j elben Regt., zum Hauptm. und Battr. Chef, Mertens, Sec. Lt. von demselben Regt., zum Pr. Lt, Specht, Lehnert, Bayer, Port. Fähnrs. von demselben Regt., leßterer unter gleichzeitiger Ver- seßung in das Feld-Art. Regt. Nr. 20, zu außeretatsm. Sec. Lts., befördert. Nöldecke, Hauptm. und Battr. Chef vom Feld-Art. Regt. Nr. 5, in das Feld-Artill. Regt. Nr. 9, Richter v. Stein- bach, v. Vietinghoff, Hauptleute und Battr. Chefs vom Feld- Art. Regt. Nr. 6, unter Beförd. zu Majs. als etatsm. Stabsoffiziere, ersterer in das Feld-Artill. Regt. Nr. 14, leßterer in das 1. Garde- Feld-Art. Regt., Collignon, Pr. Lt. vom Feld-Art. Regt. Nr. 6, in das Feld-Art. Regt. Nr. 21, verseßt, Kundke, Pr. Lt. vom Feld- Art. Regt. Nr. 6, zum Hauptm. und Battr. Chef, Siemon, Ham- mer, Sec. Lts. von demselben Regt. zu Pr. Lts. befördert. Hübner, Major und Battr. Chef vom Feld-Art. Regt. Nr. 7, als Abtheilungs- Commdr. in das Feld-Art. Regt. Nr. 25 verseßt. Wolff, Major und Battr. Chef vom Feld-Art. Regt. Nr. 7, zum etatsm. Stabsoffiz. ernannt. Friedrich I.,, Pr. Lt. von demselben Regt., unter Be- förderung zum Hauptm. und unter Stellung à la suite des Feld-Art. Regts. Nr. 3 zum etatsm. Lehrer an der Verein. Art. und Ingen. Schule ernannt. v. Häseler, Pr. Lt. vom Feld-Art. Regt. Nr. 7, zum Hauptm. und Battr, Chef, Müller, Sec. Lt. von dems. Regt., zum Pr. Lt, Kohlhauer, Schroeder, Port. Fähnrs. von dems. Regt., zu außeretatsm. Sec. Lts., befördert. Jacobi, Hauptm. und Battr. Chef vom Feld-Art. Regt. Nr. 8, unter Beförderung zum Major, als etatsmäß. Stabs-Offiz. in das Fuß-Ait. Regt. Nr. 15 verseßt. Dieß, Pr. Lt. vom Feld-Art. Regt. Nr. 8, zum Hauptm. und Battr. Chef, Hammersdorff, Sec. Lt. von demselben Regt., zum Pr. Lt, Dahlmann, Unteroff. von demselben Regt., zum D Fähnr. befördert. König, Major und Battr. Chef vom Feld- lrt. Regt. Nr. 9, zum etatsm. Stabs. Offiz., Leo, Hauptm. und Battr. Chef von demselben Regt., unter Stellung à la suite des Regts., zum etatsm. Lehrer an der vereinigten Art. und Ingen. Schule ernannt. Forsbeck, Prem. Lt. von demselben Regt, zum Hauptm. und Battr. Chef, Stern v. Gwiardowski, Sec. Lt. von demselben Regt., zum Prem. Lt., befördert, Saalmüller, Maj. und Battr. Chef vom Feld-Art. Regt. Nr. 10, zum etatsm. Stabs - Offiz. ernannt. Looff, Hauptm, und Battr. Chef von demselben Regt, als Adjut. zur Gen. Jnspekt. der Art. kommandirt. Menne, Lind- ner, Pr. Lts, von demselben Regt. zu Hauptleuten und Battr. Chefs, Rüder, Sec. Lt. von demselben Regt., zum Pr. Lt. befördert. Syl-

«vius, Maj. und Battr, Chef vom Feld-Art. Regt. Nr. 11, zum

|

Berlin, Sonnabend, den 6.

etatsmäßigen Stabs-Offiz. ernanüt. selben Regt., unter Beförderung zum Pr. Lt.,, in das Feld-Art. Regt. Nr. 22, Spangenberg, außeretatsm. Secc. Lt. vom Feld-Art Negt.

Commdr. vom Feld - Art. Nr. 14, in das

Frhr. Huber v. Gleichenstein, Hauptmann und Battr.

Chef vom Feid-Art. Regt. Nr. 15, in das Feld-Art, Kegt. Nr. 18 | Ge mberg, Prem. Lt. vom Feld-Art. Regt. Nr. 14, zum | | Kirhe würde die Bewilligung des Antrages gecn f\ehen, und L : e[0rDert. D ; sih darauf ftüßen, um ihre Zwecke zu verfolgen. vom Feld-Art. Regt. Nr. 15, in das Fuß-Art. Regt. Nr. 6 versetzt. | ch f stüßen, J à folg

F 0ft è Port. 4) c as es N | o pn , I Tischbein, Madlung, Port. Fähnr. vom Feld-Art. Regt. Nr. | nah den von ihm gemachten Erfahrungen und mit Rüfsicht

verseßt. Hauptm. und Regt., zum Pr. Lt.

Battr. Chef, Brutschy, Sec. Lt. von demselben befördert. Trantow, außeretatsm. S:c. Lt.

15, zu außeretatsm. Sec. Lts., Graß, Hauptm. u. Battr. Chef vom Feld-Art. Regt. Nr. 16, zum Major und etatêm. Stabs-Offizier, Weber, Pr. Lt. von demselben Regt., zum Hauptm. und Battr. Chef, v. Falkowsfki, v. Leslie, Sec. Lts. von demselben Regt, zu Pr. Lts, Laube, Hauptmann à la suite desselben Regts. und Lehrer bei der Artillerie-Schießschule, zum überzähligen Major be- fördert.

Feld-Art. Regt. Nr. 16, in das Fuß-Art. Vat. Nr. 14, versetzt. Nistow, Hauptm. vom Feld-Art. Regt. Nr. 17, unter Entbindung von dem Kommdo. als Adi. bei der 3. Feld-Art. Insp. uad unter Stellung à la suite des Regts, zum etatém. Mitgliede der Art. Prüf. Komm. ernannt. Burg, Pr. Lt von demselben Regt., unter Belassung in dem Kommdo. als Adj. der 11. Feld-Art. Brig, in das Feld-Art. Regt. Nr. 25, Hoffmeister, außeretatèmäß. Sec. Lt. vom Feld-Axt, Negt. N17, i das Fuß-Art. Reat Ne L, Stumpf, Maj. und Battr. Chef vom Feld-Art. Regt. Nr. 18, als etatsm. Stabs. Offiz, in das Feld-Art. Regt. Nr. 5, Reuscher, Hauptmann vom Feld-Art. Regt. Nr. 18, unter Entbindung von dem Kommdo. als Adjut. der 9. Feld-Art. Brig., als Battr. Chef in das Feld-Art. Regt. Nr. 21, Grebin, Sec. Lt. vom Feld- Art. Regt. Nr. 18, unter Beförderung zum Pr. Lt,, in das Fuß- Art. Regt. Nr. 7, Geisler, Sec. Lt. vom Feld-Art. Regt. Nr. 18, in das Fuß-Artillerie-Regiment Nr. 2, Kühling, Seconde- Lieutenant vom Feld-Artillerie-Regiment Nr. 18 in das Fuß-Art, Regt. Nr 3 verseßt. Uhde, Pr. Lt. vom Feld-Art. Regt. Nr. 18, unter Beförderung zum Hauptm., als Adjut. zur 2. Feld-Art. Inspekt. fommandirt. Bodenstein, Pr. Lt. vou demselben Régt., zum Hauptm. und Battr. Chef, v. Winterfeld, Kläber, Sec. Lts. von demselben Regiment, zu Premier - Lieutenants befördert. v. Rheinbaben, Major und Abtheilungs - Commaodeur vom Seld-Art. Regt. Nr. 19, in das Feld-Art. Regt Nr. 14, Hofmaun, Hauptm. und Battr. Chef vom Feld - Art. Regt. Nr. 19, unter Be- förderung zum Major, als etatsmäß. Stabsoff. 1n das Feld - Art. Regt. Vir. 4, Hempel, Sec. Lt. vom Feld-Art. Regt. Nr. 19, in das Fuß-Art. Nr. 1, Mahrenholz, außerelatsmäß. Sec. Lt. vom Geld - Artill. Regt. Nr. 19, in das Fuß - Artill Regt. Nr. 2 versetzt. Sieckel, Pr. Lt. vom Feld-Art. Regt. Nr. 19, zum Hauptm. und Battr. Chef, Schel e, Sec. Lt. von demselben Regt, zum Pr. Lt. Weise, Weiße, Port. Fähnms. von demselben Regt., zu dußeretats- mäßigen Seconde-Lieutenants befördert. No ehl, Major und Abthei- lungs - Commandeur vom Feld - Artillerie - Regiment Nr. 20 in das Feld - Artillerie - Regiment Nr. 1, Lenz, Prem. Lieut. vom Feld- Artillerie - Regiment Nr. 20, unter Belassung in seinem Kommando bei der trigonometrischen Abtheilung der Landesaufnahme, in das Feld-Art. Regt. Nr. 21 verseßt. Maschke, Sec. Lt. vom Feld-Art. Regt. Nr. 20, unter Beförderung zum Pr. Lt., als Adjut. zur 9. Feld- Art. Brig. kommändirt. Ulffers, Hauptm. à la suite desselb. Regts. und etatsmäß. Mitglied der Artill. Prüf. Kommiss., unter Entbindung von diesem Verhältniß und unter Verjeßung in das Feld-Art. Regt. Nr. 24, als Adjut. zur Gen. Inspekt. der Artill. kommandirt. Schnacckenberg, Major und etatsmäß. Stabsoff. vom Feld-Art. Regt. Nr. 21, als Abtheilungs-Commdr. in das Feld-Art. Regt. Nr. 17, v. Scheve, Pr. Lt. vom Feld-Art. Regt. Nr. 21, in das Fuß- Art. Regt. Nr. 7, Schmidt 11, außeretatsmäß. Sec. Lt. vom Feld- Art. Regt. Nr. 21, in das Fuß-Art. Regt. Nr. 5 vers ett.

Nichtamtliches. Preußen. Königsberg, 3. Februar. Die heutige 4. Sitzung der Provinzialsyuode wurde um 12 Uhr Vor- mittags eröffnet. Es waren einige neue vorschriftsmäßig unter- stüßte Anträge eingegangen, z. B. von Kretshmar, Militär-Ober- Pfarrer in Königsberg, wegen einer Kirchenkollekte, zum Besten der

inneren Mission; von Dodillet, Superintendent in Pillkallen, daß die

Wittwen von emeritirten Pfarrern dieselben Benefizien genießen möchien, als wenn ihre Ehegatten im Amte verblieben wären; von Hewelke, Superintendent in Danzig, um eine bestimmte ge- seglihe Norm bei der Wiedertrauung von geschiedenen Gheleuten, um das Gewissen des Geistlichen niht zu beshweren 2c.

Der Präsident war der Ansicht, daß bei der kurz zugemesse- nen Zeit für die Dauer der Synode die Wahl einer Kommission zur Vorberathung dieser Anträge zu zeitraubend sein möhte, und suht um die Genehmigung der hohen Synode nach, einen Referenten und Korreferenten dazu zu ernennen, welhe mit großer Majorität ertheilt wurde. Es ward nun von ihm zum Referenten: Braunschweig, Konsistorial-Rath in Marienwerder, zum Korreferenten: Bollmann, Ober-Bürgermeister in Thorn, ernannt, und diese Wahl von der Synode beifällig aufgenom- men. Die Berichterstattung soll Sonnabend, den 6. Februar, erfolgen.

Nach diesen Bestimmungen wurde in die Tagesordnung und in die Debatte über den Antrag Krah, Superintendent in Lag- garben, und Genossen, eingetreten, welher von der Staats- regierung eine feste Dotation für Zwecke der evangelishen Kirche beansprucht.

Zu diesem Antrage ergriff Dr. v. Horn, Wirklicher Geheimer Rath und Ober-Präfident in Königsberg, das Wort. Wenn man auch auf einer Seite zum Besten der evangelishen Kirche gern auf diesen Antrag eingehen möchte, so erheben sich auf der andern Seite doch au Zweifel und Bedenken dagegen. Jn Hin- sicht der Sache selbst, wegen einer Dotation, waltet kein Be- denken ob, denn die Kirche genießt von Seiten #s Staats bereits eine Dotation, wenn dieselbe au unzureihend Vaint Nun wird eine neue feste Dotation beansprucht, aber niht gesagt, wie hoch dieselbe sein soll und zu welhem speziellen Zwecke sie verlangt wird. Eine solche Forderung scheine für die Staats-Regierung unerfüllbar zu sein. Was ihr zu Theil wird dürfte auch von der an- dern Kirche beansprucht werden, da die Regierung zu beiden Kirchen in einem Paritätsverhältniß steht. Es ist nicht zu leugnen, daß die katholishe Kirhe an Geldeinnahmen mehr erlangt hat und besser ausgestattet ist, als die evangelishe. Diese Ausstattung des katholishen Kirchenregiments is vor einer langen Reihe von Jahren, seit dem Jahre 1821, vom Staate gewährleistet worden und bezieht sfih hauptsählih auf die hohen Würden- träger derselben. Es sollten damals die Domänen und Forsten zur Sicherstellung der Einkünfte des katholishen Klerus

Februar

Gevers, Sec. L. von dem- |

| Pfand Nr. 11, in das Feld-Art. Negt. Nr. 9, Anton, Mas. und Abth. | \pâtere Zeit vertröstet, zum Jahre 1833, aber die Forderung Feld - Art. Nr. 8, |

Kaufmann, Premier-Lieutenant vom Feld-Art. Regimert | Nr. 16, in das Feld-Art. Regt. Nr. 30, Mothill, Sec. L. vom |

7 d.

verpfändet werden, da sie aber bereits für die Staatsschuld als dienten, so wurde derselbe damals auf eine

ist seit jener Zeit in der Schwebe geblieben und hat geruht. Nun verlangt die evangelische Kirhe eine Dotation, ein Kapital oder Grundstück, aus deren Zinsen sie beliebige ihr noth- wendig .\einende Ausgaben bestreiten will. Die katholische

Uebrigens wünschte der Redner dem Antrage den besten Erfolg, der aber

auf die Zeitverhältnisse niht zu erwarten wäre.

Der Kanzler Dr. von Goßler beleuhtete den Antrag vom juristishen Standpunkte und erklärte fich außer Stande ihm das Wort zu reden.

Nach längerer Diskussion und ehe der Antrag auf Schluß der Debatte und Uebergang zur Tagesordnung angenommen worden, nahm der Ober-Präsident Dr. von Horn nochmals das Wort, um seiner früheren Rede noch einige erläuternde Worte hinzuzufügen. Es wäre keineswegs zu leugnen, daß im Jahre 1821 die fatholishe Kirhe in Hinsiht auf das Kirchenregiment reih ausgestattet sei, aber ein Theil dieser reihen Mittel kämen nicht allein den hohen Würdenträgern zu, sondern würde auh für allgemein nüglihe Anstalten der Kirche verwandt. Da gäbe es Demeriten- und Emeriten-Anstalten und andere gemeinnügzige Jnstitute, und wenn Hr. Seidenstüker von dem Reichthum der katholischen Kirche sprach, so sei dies niht im allgemeinen Sinne zu nehmen. Es gâbe eine Menge von s{hlecht dotixten katholischen Pfarrerstellen; die katholische Kirhe fordert für ihre Seelsorge mehr Geistlihe als die evangelishe und müsse bei Stiftung neuer Stellen selbst für die Dotation der dabei angestellten Pfarrer sorgen. Wenn im Allgemeinen die evangelische Kirche auch ärmer als die katholische erscheint, so ist sie zur Forderung einer festen Dotation nicht berehtigt. Es ist fehr unwahrscheinlich, daß der Finanz-Minister für Kirhenzwecke eine bedeutende Summe aus- seßen wird, ohne ihre Verwendung zu kennen. Die größere Selbständigkeit der Kirche berehtige niht zu Mehrbewilligungen.

Obgleih noch mehrere Redner angemeldet waren, wurde durch Majoritätsbeschluß die Debatte geschlossen, der Antrag abgelehnt.

4. Februar. Die heutige Sizung wurde nm 10 Uhr Vormittags eröffnet. Herr Kretshmar, Obverpfarrer in Königs- berg, befürwortete nohmals seinen Antrag zur Abhaltung einer Kollekte zum Besten der innern Mission. Von Herrn von Shme- ling und Genossen wurde der Antrag gestellt, daß vom Ober- Kirchenrath der alte Wortlaut im Trauungsformular wieder her- gestellt werde. Hierauf wurde in die Tagesordnung ein- getreten und von Körber, General - Landschafts - Direktor auf Körberode, begründete den Antrag der Kommission zur Vorberathung des Proponendums des evangelischen Oberkirchen- raths, betreffend die Aufhebung der Stolgebühren, welcher in gedruckten Exemplaren an sämmtlihe Mitglieder der Synode vertheilt ist. Professor Dr. Voigt \sprah den Wunsch aus, daß Beichte und Abendmahl auh zu den Stolgebühren zu zählen seien und beantragt, dieselben gleihfalls aufzuheben. Krah, Superintendent in Laggarben, kam wieder auf die Abgabe von 21/4, Sgr. = 25 Pfennige von den Konfirmanden an den Super- intendenten zu \prehen und stellte den Antrag, dafür ein Fixum zu erheben. Derselbe soll später zum Beschluß erhoben werden.

Der Antrag der Kommission zur Vorberathung des Propo- nendums des Evangelishen Ober-Kirchenrathes, betreffend die Aufhebung der Stolgebühren, hat folgenden Wortlaut :

Die Synode wolle folgende Erklärung beschließen: Die Provin» zial-Synode der Provinz Preußen erklärt in Beantwortung der in dem Proponendum des Evangelischen Ober - Kirchenrathes, betreffend die Aufhebung der Stolgebühren gestellten Fragen :

Ad 1. Es ift in Folge des Geseßes vom 9, März 1874 im firhlichen Interesse geboten, daß im Wege der Ge- seßgebung die Verpflichtung der Gemeindeglieder zur Entrich- tung von Gebühren an die Geistlihen und die Kirchendiener oder in deren Stelle an die Kirchenkassen a. für Aufgebote, b. für Trauungen in der Kirche, c. für Taufen in der Kirche, d. für Einseg- nungen in der Kirche einschließli des gewöhnlichen Konfirmanden-Unter- richts, sowie e. derjenigen Gebühren, welche bei Todesfällen, ohne daß die Kirche si bei dem Begräbnisse betheiligt, erhoben werden, aufgehoben und deren Wiedereinführung für unzulässig erklärt werde. Von die fer geseßlichen Aufhebung werden nicht betroffen: a Die Stolgebühren für Amtghandlungen, welche über das Maß des nach der Kirchenord- nung Nothwendigen hinausgehen und 4. die Stolgebühren für Amts- handlungen, welche von Cximirten und anderen Nicht-Parochianen verlangt werden. Freiwillige Opfer und Gaben bleiben zulässig. Un- abhängig von der geseßlihen Regelung der Angelegenheit und über das dafür angegebene Maß hinaus mit der Aufhebung von Stolgebühren selbständig vorzugehen, bleibt den Gemeinden überlassen. (§. 31 der Kirchengemeinde-Ordnung vom 10 September 1873,)

Ad 2. Die geseßliche Aufhebung der Stolgebühren in dem ad 1 angegebenen Sinne, und Umfange ist nur unter der Vorausseßung statthaft, daß a. den tezugsberechtigten Stellen oder Kassen oder den Gemeinden, welche mit der Aufhebung inzwischen selbständig vor- gegangen sind, die in §. 54 des Geseßes vom 9. März 1874 in Aus- sicht gestellte Entschädigung für Ausfälle in vollem Maße aus Staats- mitteln gewährt werde, und b. auch darüber hinaus der Staat da. wo es nöthig ist, den Gemeinden helfend zur Seite trete. s

Ad 3. Wenn und soweit die Aufhebung ohne Staatsbeihülfe erfolgt, ist die Ergänzung der wegfallenden Besoldungstheile in Er- mangelung anderer, den Gemeinden zu Gebote stehenden Mittel dur eine direkte Kirchensteuer zu besaffen. (Nr. 6 in §. 31 der Kirchen- gemeinde-Ordnung vom 10. September 1873.)

Ad 4. Indem wix im Uebrigen die in der betreffenden, von der Königlichen Staatsregierung dem Landtage vorgelegten Denkschrift zum Etat des Ministeriums für die geistlihen Angelegenheiten pro 1875 ‘aufgestellten Grundsäße behufs Ausführung der Bestimmung im Absatz 2 des §, 54 des Geseßes vom 9. März 1874 auch den kirhlihen Interessen für entsprehend erachten, halten wir es für zweifellos nothwendig, daß- bis zum Erlasse des in Ausficht genom- menen Geseßes die vom Staate zu gewährende Entschädigung nicht aus\chließlich den bei Emanation des Geseßes vom 9. März 1874 im Amte befindlichen Geistlihen und Kirchendienern, sondern auch E S kirhlihen Stellen, beziehungsweise Kassen geleistet werDEe,

Vorstehender Antrag der Kommission wurde nah längern Debatten mit unwesentlichen Abänderungen, über die später noch berichtet werden \oll, von der Synode zum Beschluß er- heben.

Schluß der Sißzung um 2} Uhr, die sechste Sißung ifff morgen, Freitag, den 5. d., um 12 Uhr Mittags.

C G R E Ei Ein