1875 / 43 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Am 17. d. M. feierte der Senior der Universität R o ft o >,

ordcntliher Professor: der klassischen Philologie und Beredtsamfkeit, Dr, F. V. Fri ßs\<he, welcher der Univerfität seit 46 Jahren ange- hört, sein 5D jähriges Doktorjubiläum. Wie der „Nat. Ztg." aus Kairo, 4. Februar, gemeldet wird, ist Dr. S<hweinfurth vom Khedive mit der Gründung einer eographischen Gesellshaft für Aegypten betraut worden, welche als zien für alle an die großartigen Unternehmungen im Süden des Reichs sich AELHS En Enge und Entde>kungen dienen soll, Die ins Leben zu rufende Körperschaft wird au<h zum Zwe>te haben, die im Gange befindlihen Expeditionen mit Justruktionen wissenschaft- licher Art zu versehen und der Erforshung Afrikas, sowie scinem Handel neue Bak;nen vorzuzeichnen.

Der bekannte Mariette-Bey hat in den Ruinen von Karnak eine Inschrift zu Ehren Tutmosis Ill. entde>t. Diese bestätigt vollkommen die Theorie des Herrn Chabas, indem sie ni<ht mehr allgemeine und unbestimmte Namen zur Bezeichnung der fremden, von Tuimosis begegneten Völkerschaften angiebt, sondern vierhundert und etliche genaue, deutlih erkennbare Namen aus Arabien, Armenien, Nubien und den Küstengegenden des mittelländischen Meeres enthält. Jene Inschrift ift somit ein wahres, 35 Jahr- hunderte altes geographbisches Denkmal.

Land- und Forstwirthschaft.

Der Deutsche Landwirthschaftsrath haite in seiner leßten Sesfion in Folge der vielen Klagen, welche über die Unzuläng- lichkeit des Hagelversicherungswesens in Deutschland laut werden, felgenden Beschluß gefaßt: „Eine Kommission mit dem Auf- trage ecinzuseßen, zunähst Nachrichten zu sammeln über den gegen- wärtigen Zustand des Hagelversicherungsweseus in Deutschland, sodann aber Vorschläge zu machcn, wie den bei der Häufung diescs Zustan- des sih etwa herausstellenden Mängeln abgeholfen werden kann.“ Die neunte Kommission hält es für ihre Berathungeu von Wichtig- Feit, sh zunächst ein Bild darüber zu s{afen, welche Ausdehnung das Hagelversierungswescn überhaupt genommen hat, was nur gelingen kann, wenn neben der Größe der jährlich versicher- ten Summe ou< die räumli<he Ausdehnung bekannt wird, welche das Hagelversicherungsges<häft genommen. Die Hagel- versicherungsgesellschaften sind eincêtheils ni<ht im Stande, andern- theils s{werli< gewillt, die gewünschten Aufschlüsse zu geben. Die Kommission hat deéhalb an die landwirthschaftlichen Vez cine, felbst an die kleinsten Lokalyereine, die Aufforderung gerichtet, folgende Fragen zu beantworten: 1) Jn welchen der leßten fünf Jahre hat es im Vereins bezirke gehagelt? 2) Wie groß war ungefähr die Fläche, welche in diesen fünf Jahren, die cinzelnen verhagelten Flächen zu- sammengerechnet, vom Hagel betroffen wude? 83) Ist gegen Hagel- \<lag regelmäßig Verficherung genommen worden, und bei welchen Gesellschaften ? 4) Jst die Versicherungênahme verbreitet oder kommt fie nur vereinzelt vor? 5) Sind Gründe vorhanden, welche von der Versicherungsnahme abgehalten haben? Die Beantwortungen dieser Fragen sollen an das Bureau des deutschen Landwirthschaftsraths eiu- gesendet werden.

(Bayer. Corr.) Aus tem bayerischen Hochgebirge kommen |

zwar nicht unerwartete, aber sehr trübe Nachrichten über die Ver he e- rungen, welche die fast beispicllosen S<hneemaf sen dieses Winters im wefolge haben. Der ganze Wildstand ist jetzt hon zum größten Theile ruinirt, alle s und Thäler, Schluchten, Gräben und Rücdep, alle sonst günstigen Winterstände liegen unter einer Schnee-

Die Baptisten-Gemeinden in Preußen *)

Die Baptisten, wel<he in England ‘und Nordamerika schon seit dem vorigen Jahrhundert aufgetreten sind, haben in Preußen seit An- fang der Pa ger Jahre Anhänger gefunden. Nachdem zuerst in Berlin und Memel kleinere Vereinigungen derselben zusammen- getreten waren, hat si<h in der Zahl der Anhänger eine stetige Zunahme gezeigt. Nach den amtlichen Ermittelungen waren im Jahre 1872: 1) in der Provinz Preußen 5724, 2) in der Provinz Brandenkurg 2123, 3) in der Provinz Pommern 1169, 4) in der Provinz Hannover 801, 5) in der Provinz Hessen-Nassau 787, 6) in der Provinz Schlesien 450, 7) in der Rheinprovinz 427 Baptisten vorhanden, während si< in den übrigen Provinzen nur eine geringere Zahl von Anhängern befand Die Gesammtzahl der- selben, welche nah den im Jahre 1861 angestellten Erwittelungen in dcn älteren Landeëtheilen nur erst 5452 betrug, ift geg-nwärtig auf ca. 12,000 Mitglieder anzunehmen. Nur verhältnißmäßig wenige Baptisten halten sih abgesondert und ohn: Anschluß an einen be- stimmten Gemeindeverband ; die bei weitem größte Zahl derselben ist zu Gemeinden vereinigt, Die meisten Gemeinden haben außer dem Hauptorte dcs Verbandes eine mehr oder weniger große Anzahl von Stationen, d. h, Orten, wo einzelne Versamm- lungea stattfinden, und erstre>en si< zum Theil über aus- gedehnte räumlihe Bezirke. Demgemäß differirt au<h die Mit- gliederzahl bei den einzelnen Gemeinden; dieselbe beläuft ih bei 23 Gemeinden auf weniger als 200, bei aht Gemeinden auf 200— 400, bei fünf Gemeinden auf mehr als 40 Personen. Jn den Ge- meinden zu Berlin und Stettin sind mehr «als 400 Mitglieder an dem Hauptorte resp. in unmittelbarer Nähe desselben vereinigt, Die Zahl der gegenwärtig bestchenden Gemeinden ist bei den stattgehab- ten amtlichen Erörterungen auf 47 angegeben, in derselben sind jedoch einige Orte mit einbegriffen, wel<? in der von den Baptisten her- ausgegebenen Statistik für das Jahr 1871 als Hauptftationen be- zeichnet sind; nah Ausweis der leßteren sind außer der seit dem Jahre 1837 bestehenden Gemeinde in Berlin in den Jahren 1840—1849 sechszehn, in den Jahren 1850=1859 2wdölf und 1860 -—1869 wie- derum zwölf Gemeinden begründet,

Die Mehrzahl der Gemeinden is im Besitz eigener Kapellen. In den größeren Gemeinden is Gemeindevermögen von beträchtlichem Werthe vorhanden. Die Gemeinde in Berlin besißt eine Kapelle und ein Gemcindehaus zum Wer!he von etwa 40,000 Thlrn. Die Gemeinde in Stettin hat für 23,000 Thlr. ein Grundstück erworben, und auf demselben ein Haus errichtet; die niht zu Gemeindezwe>en benußten Räumlichkeiten des leßteren sind vermiethet und ergeben nacy Abzug der Zinsen einer darauf lastenden Grundbuchschuld einen Er- trag von 1000 Thlrn. Ebenso besißt die Gemeinde in Königsberg ein Grundstü> mit Kapelle und Wohnhaus zum Werth von 21,900 Thalern, auf welchem eine Schuld von 14,000 Thlrn. haftet. Der Werth der den Gemeinden in Memel und Elbing gehörigen Grund- stü>e nebst den darauf befindlihen Gebäuden ist auf 12,000 Thlr. beziehungsweise auf 8000 Tklr. angegeben. Auch die Gemeinden in Templin und Barmen haben Grundbesiß mit Gebäuden zum Werthe von 13,000 Thlrn. beziehungsweise 16,500 Thlru., auf welchen Grund- s{<ulden zum Betrage von $000 Thlrn. beziehungsweise 3000 Thlrn. ruhen. Die zur Unterhaltung des Gottesdienstes erforderlichen Aus- gaben werden, abgesehen von einigen kl¿ineren Verbänden, welche von anderen Gemeinden unterstüßt werden, dur freiwillige Beiträge der Mitglieder gede>t. Jn den Gemeinden in Berlin, Cöln und Stettin werden zu diesem Zwecke Jahresbeiträge in Höhe von durchschnittlich 2700 Thlrn. beziehungsweise 700 und 600 Thlrn. aufgebracht.

Die Glaubenssäße der Baptisten, welhe in der Dru>schrift „Glaubensbekenntniß und Verfassung der Gemeinden getaufter Christen, gewöhnli<h Baptisten genannt. Hamburg 1866“ darstellt und in dieser Fafsung von den Baptisten-Gemeinden als die ihrigen anerkannt sind, zeigen, abgesehen von ihrer Auffassung über die Bedeutung der Taufe, keine wesentlihen Abweichungen von der Lehre der reformirten Kirche und ist in ihren religiösen Ansichten as Nichts enthÆten, was den im $. 13 Tit. XI. Th. 17, Allg. Land-Rechts für die Zu- lássung von Religionsgesellshaften aufgestellten Bedingungen widerstritte. Die Aufnahme neuer Mitglieder erfolgt nah voraufgegangéner Prü- fung und persönliher Ablegung des Glaubensbekenntnisses vor der Gemeinde mittels Abstimmung, bei welcher Stimmeneinhelligkeit als

*) Aus den Motiven zum Geseßentwurf, betreffend die Erthei- lung der Korporationsrehte an Baptisten-Gemeinden.

de>e von 5 bis 20 Fuß. Der Verlust an zu Grunde gegangenen, im Schnee begrabenem und no< tägli< verendendem Wild läßt fich zur Zeit niht einmal annähernd bestimmen. Am Linderhof liegt der Schnee 5 bis 7 Fuß hoch, und je weiter in die Berge hinein, um so tiefer ist der Schnee, und dazu ist in den leßten Tagen noch eine Kälte bis zu 14 Grad R. gekommen. Weitere und noch viel s<lim- mere Klagen werden aber über die in ihren Folgen weit verhän niß- vollere und tägli<h zunehmende Abtreibung der in Privatbesißz übergegangenen Waldmassen des bayerischen Hochgebirges erhoben, und der dringende Wunsch ausgesprochen, daß die gegenwärtig wieder versammelte Landesvertretung dieser systematischen, die traurigsten Folgen für Land und Leute na<h f\i<h ziehenden Waldverwüstung energisch entgegentreten möge.

Gewerbe und Sandel.

Die Verhandlungen wegen Begebung einex neuen Prioritäts- Anleihe der Breslau-Schweidniß-Freiburger Eisenbahn find der „B. B. Z.* zufolge bereits zum Abschluß gekommen. (Es handelt si< hierbei um eine 43 prozentige Prioritäts-Anleihe im Be- trage von 16,850,000 s und besteht das UÜebernahme-Konfortium aus der Direktion der Königlichen Sechandlung, dem Bankhause S. Bleichröder, der Breslauer Diskontobank Friedenthal & Co. und dem Bankhause E. Heimann in Breélau. Der Erlös der Anleihe ist für die gänzliche Fertigstellung und Ausrüstung der Linie Küstrin- Stettin bestimmt und involvirt nicht etwa einen unvorhergesehenen Mehrbedarf, sondern bildet einen Theil der für die Linie von Hause aus präliminirten Geldmittel.

Der Geschäftsbericht der Dresdner Bank pro 1874 spri<t seine Befriedigung darüber aus, daß troß der ungünstigen allgemeinen Geschäftslage das Institut cin leidlihes Erträguiß geliefert habe. Das Gewinn- und Verlust-Konto weist ein Erträgniß von 123/32 % brutto und 91/16 % netto aus. Die am Jahres\chlusse vorhandenen eigenen Effekten mit 532,333 Thlr. Buchwerth erhöhen fich um 91,769 Thlr. reportirte Effekten = 624,102 Thlr. Der g1ößere Theil der eigeren Prioritätenbestände wurde mit Nuyten reali- firt, die restlihen wenigen Konsortialbestände find vollständig abgewi>elt und erbrachte de Liquidirung des sächsis<en Bankvereins und der Dresdener Handelsbank einen entspre<hcnden Gewinn. Der Gesammiumsaß auêëscließli<h des Wechselcontos belief si< auf 198,490,717 Thlr, die Summe der Handlungsunkosten auf 50,827 Thlr, Die Umsäße im regelwäßigen Geschäftsverkehr haben, wenn auch unter dem Einflusse d-r Zeitverhältnisse uur langsam fortschrei- tend, von Monat zu Monat zugenommea. Der Reingewinn beträgt 317,673 Tblr., die Dividende 6 % und verbleibt ein Gewinnvortrag von 1534 Thlr. Bilanz 6,397,720 Thlr.

Na der „Dr. Pr.“ werden, abgesehen von dem Erfolge der gegen den früheren Aufsichtsrath des Thüringer Bankvereins geltend gemachten Schadenansprüche, außer den bereits vertheilten 14% aller Wahrscheinlichkeit nah no< mindestens 2% an die Gläu- biger zur Vertheilung gelangen.

Unter dem Namen Malteser Bank of Credit wurde in Malta jüngst eine Bank mit einem Kapitale von «iner Million Pfd. Sterl. gegründet, welches demnächst zur Subskription gelangen joll. Dieselbe wird nicht nur ihre Vertretungen in London, Paris, Rom, Wien, Konstantinopel und Alexandrien haben, sondern auch Filialen in den wichtigsten Handelspläßzen Europas und der Levante errichten.

besonders wünschenswerth erachtet wird. Angehörige der Landeskirche werden uur aufgenommen, nachdem dieselben ihren Austritt aus der b'sherigen Kirchengemeinschaft in der geseßli<h vorgeschriebenen Form erklärt haben. Die Beschlüsse der Gemeinden werden in den berathenden Versammlungen derselben na<h Stimmenmehrheit ge- faßt, wobei allen Mitglied-rn gleihes Stimmrecht zusteht. Im Uebrigen wird der Dienst in der Gemeinde von Aeltesten, Lehrern und Diakonen versehen, welche von der Gemeinde ge- wählt werden. Hinsichtlich der Vertretung nah Außen sind allgemeine Grundsäße nicht aufgestellt, da es biëher an ciner Veranlassung dazu gefehlt hat und werden nähere Bestimmungen darüber bei Auf- stellung der Gemeindestatuten zu treffen sein. Jn Betreff der bürger- lichen Ordnung anerkennen die Baptisten die Verpflichtung, sich den Landesgeseßen unbedingt zu unterwerfen; sie bekennen sih dazu, daß „die Obrigkeiten von Gott verordnet seien und daß er sie mit Macht bekleidet, zum Schutze der Rech:lichen und zur Bestrafung der Ucbel- thäter“; sie halten sich d mnach verpflichtet, allen Geseßen der Obrig- feit unbedingten Geborsam zu leisten, wenn dieselben di: freie Ausübung der Pflichten ihres <ristlihen Glaubens nicht be- schränken, und denselben dur< ein stilles und ruhiges Leben in aller Gottseligkeit ihre {were Aufgabe zu erleihtcrn; insbesondere erklären sie sih au<h für verbunden und bereit, wenn fie von der Obrigkeit dazu aufgefordert werden, Kriegsdienfte zu übernehmen und sich der Ableistung re<htsmäßig geforderter Eide zu unterziehen. In Uebereinstimmung mit diesen Grundsäßen führen die Baptisten na den stattgehabten Ermittelungen einen geregelten, sittlichen Lebens- waudel und üben unter fich eine strenge Kirhen- und Gemeindezucht. Mitglieder, deren Lebenswandel ihrem Bekenntnisse widerspricht oder welche irgend eins dcr göttlichen Gebote übertreten und troß der an fie gerichteten Ermahnung ia der Sünde beharren, werden ebenso wie solche, die sih \{<werer öffentiihes Aergerniß erregender oder mehr- fah wiederholter Sünden \<huldig machen, dur< Abstimmung in der Gemeinde unter Entziehung ihrer Rechte ausgeschlossen und findet die Wiederaufnahme erst nah erfolgter Prüfung und Ablegung des Sündenbekenntnisses statt.

Die wesentlichen Vorausseßungen für die Führung eines geord- neten Gemeindelebens find daher bei den Baptisten als vorhanden anzusehen und wird cs demnach für gerechtfertigt zu erachten sein, die Erlangung der bücgerlichen Rechtsfähigkeit für ihre Gemeinden zu- gänglih zu machen,

Berliù, 19, Februar. Ju der gestrigen Sißung der Stad t- verordnetenversammlung ftand die Berathung über den Gesebz- entwurf, betr. die Verfassung und Verwaltung der Provinz Berlin, auf der Tagesordnune. An Stelle des verhinderten Stadtverordneten Horwiß hatte der Stadtverordnete D-. Pflug das Referat übernom- men, der verschiedene Bedenken gegen den Geseßentœurf hervorhob und die gründliche Durchberathung der Vorlage in einer Deputation empfahl, die baldmöglihst positive Vorschläge zu machen habe. Außerdem beantragte er, die stenographischen Aufzeihnungen über diese Angelegenheit nicht nur dem „Kommunalblatt" beizulegen, sondern auch auf andere Weise zwe>mäßigst zu verbreiten, um in der Bürger- haft möglichste Klarheit über die Angelegenheit zu hafen.

Nachdem die Stadiverordneten Beutner, Meyer und Löwe diesen Antrag befürwortet und der Stadtverordnete Dr Virchow den Geseßz- eniwurf gegen die Vorredner in Schuß genommen hatte, wurden bei der Abftimmung die Änträge des Referenten angenommen. Die De- putation soll aus 14 Mitgliedern bestehen, und wurden auf Vorschlag des Vorstehers gewählt die Stsdtverordneten Vollgold, Berlin, Beut- ner, Gerth, Meyn, Neumann I, Dr. Virchow, Kochhann, Richter IL,, Ullstein, Löwe, Dr, Stryk, De. Pflug und Kaufmann. h

Stadty. Dr. S tryfk referirte über das auf die neue Geschäfts- ordnung bezügliche Schreiben des Magistrats. Es werden, wie be- reits erwähnt, Seitens dcs Magistrats nur zwei Bedenken geltend gemacht. Der Magistrat wünscht eine Deklaration des $. 6 dahin, daß die mit der Dienstleistung bei der Stadtverordnetenversammlung beauftragten Beamten nach wie vor der Disziplinargewalt des Ma- gistrats unterstellt bleiben, und eine Deklaration des $. 33 in dem Sinne, daß während der Ferienzeit die in gedachtem Paragraph vor- gesehenen Mitglieder nur das Recht haben sollten, die Beschlußfassung über einen bestimmten Gegenstand für die betreffende Sitzung aus- zuseßen. Die Versammlung erklärte sih mit dieser Auslegung ein- verstanden und soll nunmehr die neue Geschäftsordnung mit dem 1. März in Kraft treten.

| mnziallandtage das erste Mal auf drei Jahre,

Verkehrs-Anstalten.

Die Arbeiten zur Herstellung der belgischen Stre>e der Ant. werpen-M.-Gladbacher Eisenbahn werden am 22. Februar von der Gesellshast Grand Certral in Herenthals beginnen und sol, len ua<h den Bedingungen in zwei und einem halben Jahre been- digt sein.

Wie die „Carlsruher Ztg." unter dem 17. Februar mittheilt, ist dem Eisenbahn-Comité in Hardheim, wel<hes den Bau einer Eisenbahn von Tauberbischofsheim über Königheim, Schweinberg, Hardheim Höpfingen nah Walldücn und bezichungsweise Buchen zum Anschlnß an die Se>kach-Amorbacher Bahn anstrebt, it von dem badischen Handels-Ministerium zu erkennen gegeben worden, daß diese Bahn , da sie vom Comité mit Recht als eine Sekundär- bahn gedacht fei, ni<ht auf Staatskosten mit Gemeindebeiträgen zu erbauen, sondern als cin Privatunternehmen der Gemein: den und sonstigen Betheiligten zu behandeln sei, demnach zuy dessen Ausführung diese selbst in erster Reihe die erforderlichen Mittel aufzubringen hätten und ebenfalls eine angemessene Staatsunterflüßzung werde beantragt werden, sofern bei näherer Ermittelung der wiith- schaftlichen Bedeutung der Bahn ein erheblihes Interesse der All- gemeinheit an deren Zustandekommen zu Tage trete. Wenn das Comité mit dieser Behandlung sich einverstauden erkläre und die von ihm in Ausficht gestellte nähere Da: stellung der voikswicthschaftlichen Verhältnisse der betheiligten Ortschaften ein günstiges Ergebniß liefere, so werde das Ministerium die te<nis<e Untersuchung und Bearbeitung des Projekts auf Staatékosten vornehmen laffen, sobald es über die hiezu nöthigen te<hnis<hen Kräfte verfügen könne.

Der Verwaltungsrath der Alföld-Fiumaner Eisen- bahn, diren Prioritäten bisher no< in Thalern bezahlt wurden, erläßt folgeude Bekanntmachung: Auf Grund des Etlasses des Königlich ungarischen Kommunikatiors-Ministeriums vom 31. August 1874, laut welhem im Sinne der Konzessione-Urkunde die Staats: garantie nur in Silber Oesterr. Währung geleistet wird, beehren wir ans die Besißer unserer Prioritäten davon zu verständigen, daß wir vom 1, März 1875 die Coupons unserer Obligatiozen nur in Budg- Pest bei der gescllschaftlihen Hauptkasse und bei der Ungar. Allgem, Creditbank und in Wien bei der K. K. priv Creditanstalt für Handel und Gewerbe mit je fünf Gulden Oesterr. Währung Silber einlösen werden.

Triest, 17, Februar. Zu der internationalen Fahr plan- Konferenz haben si<h die geladenen Bahnverwaltungen zahlrei eingefunden und die Sißungen heute unter dem Vorsiße des Dele- girien der Südbahn, Verkehrsdirektors Schüler, begonnen. Unter den mannigfachen, zur Diskussion gelangenden Fragen nimmt die Feststellung des internationalen Transitverkehrs tur< Anbahnung von möglichst harmonischen Anschlüssen an die Grenzbahnen die hervor- ragendste Stelle ein. Nach den sehx eingehenden Versiudien werden die Arbeiten der Kosferenz nur “eine gcringe Anzahl von Sitzungen in Anspruch nehmen und ist hierzu blos no< der morgige Lag in Auësicht genommen.

In der zweiten Woche des Februar wurden im Gotthard- tunnel auf der Seite von Gbschcnen 21,90 M., auf der Seite von Airolo 25,50 M., zusammen also 47,40 M. gebohrt, Der tägliche Fortschritt beträgt somit 6,77 M.

New-York, 18, Februar. «Der Dampfer „Frisia* von der Hamburg-Amerikanishen Gejellschaft ist heute Morgen 6 Uhr hier eingetroffen.

2m

Die zweite, aus verschiedenen Vertretern der Ortschaften des neuen Landkreises Berlin bestehende Versammlung setzte am

| Donnerstag Abend die Berathung über den Gesetzentwurf, betreffend die Bildung der Provinz Berlin, fort und erledigte die $8. 12 —48,

In $. 13 wurde gewünscht, daß die Zahl der Abgeordnetea zum Pro- später aber für f e <8 Jahre waßgebend sein foll. $. 14 überträgt die Wahl der Atgeord- neten dem Magistrat und den Stadtverordneten Berlins und (Char- lottenburgs, sowie der Kreisvertretung des Landkreises; die Ver- sammlung wünscht die Wahl nach direktem und allgemeinem Wahl- recht und will, um sfozialistishen Elementen vorzubeugen, nur diejenigen vom Wahlrecht ausschließen, die nicht mindestens 12 (t Steuer zahlen, Die Abstimmung wurde jedo< vertagt. $, 40 bestimmt, daß der Provinziallandtag unter anderen au die Kosten für „Kanalisationen" zu bewilligen habe; die Versammlung bes{leß, dafür das Wort „tünstlihe Wasserstraßen“ zu seßen, um nicht etwa zur Kanalisation Beriins herangezogen zu werden. Alle übrigen Paragraphen der Re- gierungêvorlage, von denen nur zwei eine längere Debatte hervor riefen, wurden ohne Weiteres angenommen. Die Versammlung wird in einer dritten Zusammenkunft den Entwurf zu Ende berathen und am 28. d. M. uo eine allgemeine Versammlung berufen,

Die Luther stifiung für Waisen des Berliner Lehrer- standes hat au< im vergangenen Jahre segensrei< gewirkt. Wie der am 18. Februar erstattete Jahresbericht hervorhebt, haben Se. Majestät der Kaiser und König und Se. Kaiserlih2 und Königliche Hoheit der Kronprinz der Stiftung wiederum reiche Gaben zugewandt, desgleichen verschiedene Behörden, die Aachen-Münchener Jever - Versicherungs - Gesellschaft und die Deutsche Holzgesell schaft. Die Stiftung hat im vergangenen Jahre dur< den Tod ihren früheren Vorsißeuven, den Geheimen Regierungs-Rath Fürbringer, verloren, dessen Thatkraft und Einsicht zur Förderung der guten Zwe>ke wes-ntlih beigetragen haben. Die Unterstüßungen konnten bei dem günstigen Kassenausweise erhöht und somit der wachsenden Theue- rung wirksam entgegengetreten werden. Das Weihnachtsfest wurde am 31, Dezember begangen und kostete theils an Gaben, theils an Verleihung baaren Geldes 753 Thlr. Die Zahl der unterstüßten Waisen beirägt 78. Dem Kassenberichte ist zu entnehmen, daß die Einnahmen 2395 Thlr,, die Auêgaben 2166 Thlx. betrugen, unter leßteren sind 1922 Thlr. Unterstüßungen. Der Fürbringer- Fonds be- läuft fich auf 600 Thlr., seine Einnahmen betrugen 130 Thlr., seine Ausgaben 122 Thlr. Der Helenen-Fonds lieferte 122 Thlr. Zinsen.

Theater.

Im Königlichen Opernhause kam gestern neu einstudüt das Trauerspiel „Struensee* der Gebrüder Michael- und Meyer Beer na< mehrsähriger Ruhe und mehrfa<h neu beseßt wieder zur Aufführung.

Emil Pohl's „Wir Barbaren", das einstige Zug- und Kassenstü>k des Woltersdortf-Theaters geht morgen neu ei studirt in Scene; da einige zeitgemäße Aenderungen und Couplets eingelegt worden, #0 wird die früher sehr gern gesehene Posse auch jeßt wohl wieder ihre Freunde finden. :

Hr. und Fr. de Padilla sind gestern früh zu einem mehr- a Aufenthalt hier eingetroffen und im Hotel Royal al- estiegen.

N Am Breslauer Stadttheater ging am 16. d. M Friedrich Spielhagen's Schauspiel „Liebe um Liebe" zum ersten Male in Scene und fand einen vollständigen Erfolg. wohnte persönlih der Aufführung bei und wurde wiederholt gerufen.

Prozeß Ofenheim. /

Wien, 19. Februar. (W. T. B.) Nach einer einstündigen Schluß- rede Ofenheims ¿begann der Präsident des Gerichtshofes mit dent Resumé der Verhandlungen. Im Verlaufe desselben wurde der Präsi- dent von einer Ohnmacht befallen, so daß die Sißung aufgehoben wer den mußte. Die nächste Sißung wird wahrscheinlih morgen stattfinden.

Redacteur: F. Prehm. Berlag der Expedition (Kessel), Dru>t W. Elsner,

Drei Beilagen (eins{<ließli< Börsen-Beilage).

Berlin:

/ 16) Der Ausleger des Wasserkrab- |

Der Autor

Erste Beilage

2 A3,

M 24e 2, Wi L

zum Deutschen Reichs-Anzeiger uud Königlih Preußischen Staats-Anzeiger.

den 19. Februar.

A ; Königreich Preußen. Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentlihe Arbeiten.

In Gemäßheit der Artikel 42 und 43 der Rei i 2 )ei 42 un! r Reichsverfassung und im Aufl ( Be- Ae vom heutigen Tage veroffentlichte Bahnpolizei-Reglement für die Sleabutea DENS is Dundeërath des Deutschen Reichs die nachfolgende i E

beschlossen : S Nal Dn A) Os Gie Eisenbahuen Deutschlands

T. Signale auf der freien Bahnfstre>e.

a. Die akusti i 5 k | : He Steile e BIA A es find für das Bahnbewachungs-Personal mittelst elektrischer

1) Der Zug geht in der Ri ( | Ei i i s (Abmelde-Signah). r Richtung von A. na< B. | Einmal eine bestimmte Anzahl von Gloenschlägen. “Ver Zug geht in der Richtung von B | N (Abmelde-Signal), <tung von B. nach A. ie Bahn wird bis zum nächsten fahrplanmäßi- Y M uge A t befahren Ruhe: Signetz 58 ist etwas Auße öhnliche ( S i Ä (Alarm-Signas). uyergewöhnlihes zu erwarten Sechsmal diefelbe Anzahl von Glod>ens<lägen. Außer den elekiro-akustishen Signalen können au< i jer, ! Hornsignale b Et Signal L: langer, kurzer, kurzer, langer Ton, Man e L g L «x 2: das vorhergehende Signal zweimal zu geben, iy L anges eig L langer Ton, _ ¿ TUrzer, turzer, Turzer, kurzer Ton, zweimal zu geben, =— b. Die optis<en Signale sind wie folgt zu geben: S j ; Dei Täde: | 9) Der Zug darf ungehindert pas-| Der Babnwä A j N ß WC i r | siren (Fahr-Signal). | gegen den E E

Zweimal dieselbe Anzahl von Glo>enschlägen. Dreimal dieselbe Anzahl von Glo>enschlägen.

Dil N ——

E ———— p E E A E L

Mau

L bei Dunkelheit:

| Ver Bahnwärter macht Front | gegen den Zug und hält die Hand- laterne mit weißem Lichte dem

e Bee gegn.

: y „(rgend Ver Vahnwärter hält die Hand-

einen Gegenstand in der Richtung | laterne mit arü Li Q

gegen das Oeleise Pru grünem Licht dem Zuge m Ansang und am Ende einer| Am Anfang und am E i

| langsam zu dur<fahrenden Strecke | langsam zu bub fatebec a

| find Scheiben aufgestellt. Dem kom- sind Sto>laternen aufgestellt. Dem

menden Zuge zugekehrt muß die erste | kommenden Zuge zugekehrt muß die

| N Va S die leßte mit | erste Laterne grü nes, die lebte

| E, in, i weißes Licht zeigen.

S Bahnwärter \{wingt einen | Der Sab äer \<wingt seine

| egenstand hin und her. | Handlaterne hin und her, welche,

j

|

| 6) Der Zug soll langsam fahren. |

Der Bahnwärter hält

7) Der Zug soll halten (Halt- Eignal),

| sofern es die Zeit erlaubt, roth I E T U / i | zu blenden ift. E es ignatlen Ir, 5 bis 7 können au Signale am Telegraphenmaste wie folgt ge- Signal 5: Der Zug darf unge- | Rechtsseitiger Tele ‘äg | if f Si 'ign N Dl " Unge- | graphenarm s{<räg| W L S hindert pasfiren (Fahr-Signal). j gas, en gerihtet (unter cinem des E eleirapbeim fee Me : - ¡ Winkel von etwa 459), ; A Signal 6: Der Zug soll lange | Außer dem vorhergehend angege- | sam fahren. | benen Signalzeichen ein Stab mit | runder Scheibe am Telegraphenmast Signal 7: Der Zug soll halt “eti T gnal 7: D oll halten tehtsseitigerTelegraphenarm wa- Rothes Licht d ignallat i ais 4 S gerecht gestellt. | des Telegraphermace Mallaterne s te optischen Signale am stati ? C i N? 2 A0 ffen And ie fe s E Vlod>stationstelegraphen, welche in der Ruhestellung „Halt zeigen 8) Freie Fahrt. | RechtsseitigerTelegraphenarm schräg | ¡ua oben gerichtet (unter einem | | Red von etwa 450),

Gr ünes Licht der Signallaterne des Telegraphenmastes.

Weißes Licht der Signallaterne.

9) Halt. RechtsseitigerTelegraphenarm wa-

gerecht. a 4 N auf und vor den Bahnhöfen. / . 9. Vie akustishen Signale mit der Stations lode 10) Die Abfahrt des : iten und i | : Erlaubniß 70 Cinfcbes, i naht, nes auch | Kurzes Läuten und ein deutli<h markirter Schlag. Finsteigen. Zwei markirte Schläge. 12) Abfahrt. : L i Drei markirte Schle b. Die optischen Signale am “e onhofs-Abschlußtelegraphen sind folgende : i / | ei Tage: bei it: 13) Einfahrt ift gesperrt. Der Telegraphenarm muß na<| Die S A etc: re<ts wagere<t gestellt sein. phenmaste zeigt nah Außen rothes Licht und nah Innen (dem Bahn- hofe zugekehrt) grün es Licht. Die Signallaterne am Telegra- phenmaste zeigt E Außen gr ü- gee Boe es Innen (dem L : i i ahnhofe zugekehrt) w ei ß es Licht. 15) Fit Sner Entfernung von 600 bis 1000 Meter vor dem Bahnhofs-Ab|chlußtelegraphen ift auf E Dasselbe i S ein Vo r\signal in automatischer Verbindung mit dem ersteren aufzustellen. fd befindet. etner, um eine Achse drehbaren runden Scheibe bestehen, in deren Mitte eine Laterne Zeigt der I fS G Gelezeans 8 Signal e „Einfahrt ist gesperrt * so ift die senkre<t stehende volle runde Scheibe, und bei Dunkelheit die i i : i ( ibe, eit die in der mit grün em Licht dem kommenden Zuge zugekehrt, während A T M N

telegraphen : : | Einfahrt ist frei“ die Scheibe horizontal liegt oder parallel zur Bahnlinie steht di : Z ; h 1 ==_Die Lat i 0. Die optischen Signale am P legeapyen werden wie folgt geen: 8 dts Ein zur Ein- oder Durwfahrt RechtsseitigerTelegrai bei Dunkelheit: A graphenarm des | Rothes i s gugelassener Zug soll halten. Perroutelegraphen wagerecht gestellt. | terne A V O s er Zug darf einfahren. Prrretc E A R des) Grünes Licht der Signalla- errontelegraphen s{hräg nach oben | terne des . R (E einem Winkel von es Perron-Telegraphen. etwa 499),

d, Di eyris@en Signale an den Wasserkrahnen, iu verseßen, er Ausleger des Wasserkrahnes ist am Ausgusse desselben bei Dunkelheit mit einer Laterne

Rothes Licht der Signallaterne.

14) Einfahrt ist frei. Der Telegraphenarm muß ä j re<ts na< oben gerichtet ini Qrdg

ter einem Winkel von etwa 459),

Der Audieter fiebt parallel Der Ausleger steht parallel zur Richtung des Geleises. /

Der Ausleger steht quer (winkel- re<t) zur Richtung des Geleises.

bei Dunkelheit: ees 4 b cs er der l dem Aus- es Wasserkra i Signallaterne. R A Rothes Licht der auf dem Aus- leger des Wasserkrahnes befindlichen

nes läßt die Durchfahrt frei.

17) Der Ausleger des Wa erkrah- ues sperrt die Durchfahrt.

Midi Baz

_—————e

E L IIL, Signale am Zuge. Für die optischen Signale am Zuge sind folgende Anordnungen zu beobachten : bei Dunkelheit:

E 18) Kennzeichnung der Spigze des! O Zuges: |

a, wenn der Zug auf eingelei-| siger Bahn oder auf dem für die Fahrtri<tung be- stimmten Geleise einer aweigeleisigen Bahnstre>e fährt,

- wenn der Zug ausnahms?- weise auf dem nicht für die Fahrtrichtung bestimm- ten Geleise einer zweigelei- sigen Bahnstrecke fährt.

Zwei Neis leu<tende Laternen vorn an der Lokomotive.

Kein besouderes Zeichen. |

Kein besonderes Zeichen. Zwei roth leuhtende Laternen

vorn an der Lokomotive.

DANE fich in Ausnahmefällen die okomotive nit an der Spike des Zuges oder fährt dieselbe mit dem Tender voran, so sind die La- ternen am Vordertheil des vor- ! L 214 | dersten Fahrzeuges anzubringen. 19) Kennzeinung des Slusses| wand. u E

Ç 2 An der Hinterwand des | des Zuges (Schlußsignal.) [Wagens eis E E E

runde Scheibe.

} An der Hinterwand des leßten Und weiße Wagens zwei nach vorn grün n nah hinten roth leuchtende La- | ternen. ;

| | Für einzeln fahrende Lokomoti- | [ven auf der freien De ge» | “zugt eine roth leuhtende

|

l i Naterne und (bei Bewegung der Lokomotiven auf ¡Bahnhöfen die Anbringung einer ¡Laterne mit weißem Lichte am An- fange der Lokomotive und am Ende ¡des Tenders, bei Tender-Lokomoti- 20) Es folgt ein Extrazug na. | Außer dem Schlußsignal is S. A A bten, grüne Scheibe oben auf der Hin- [aß c d beid nas pri M sterwand des leßten Wagens ‘oderinen Liter aub 148 N T ¡zu jeder Seite desselben. nes Licht zeigt. : ür einzeln fahrende Lokomoti- ven E chis T did: einer ; ; A ¡grun leuchtenden Laterne hinten. e Uge obs Scheibe vorn Eine grün leuhtende Laterne okomotive. [Über den weiß leuhtenden Later- [nen vorn an der Lokomotive, Kein besonderes Signal.

21) Es fommt ein Extrazug in entgegengeseßter Richtung.

22) Die Telegraphenleitung ift zu

c: Eine weiße run j revidiren. ß de Scheibe vorn

jan der Lokomotive oder an jeder 23) Der Bahnwärter \oll fof R dee Pules, Der Y r soll fofor in Schassuer s{wingt seine| Ein Schaffner \{wingt fei seine Stre>e revidiren ¡Müßte oder einen andern Gegen-| lter E i: 0 en-¡terne d land dem Wärter zugewendet. E | E Í IV. Signale des Zugpersonals. ie akustisGen Signale d Je i : „nut D e des Zugperjonals find zu geben wie folgt : 24) Achtung geben (Achtungssignal).

Fi , ir 25) Bremsen anziehen. Gin mäßig langer Pfif,

Drei kurze Pfiffe {nell hintereinander,

E

26 Bremsen loslassen. Zwei mäßig lange Pfiffe {nell hintereinander,

b. mit der Mundpfeife: 27) Das Zugpersonal soll sei i i 28) Abt \ soll seine Pläße einnehmen.

Ein mäßig langer Pfiff,

Zwei mäßig lange Psiffe, V. Rangirsignale.

a. Akustische, mit der Mundpfeife oder dem Horn, sind in folgender Weise zu geben:

Vorziehen. | Eiù lager P} oder Tot, a. r C4 - , , on, Zurüd>drüden. | Zwei mäbia lange Pfiffe oder Töne,

Halt. | Drei kurze Pfiffe

oder Töne s<nell hintereinander, C a Nu

b. Dptische sind in nachstehender Weise mit dem Arm zu geben :

bei Tage: | bei Dunkelheit: Senkrehte Bewegung des Armes) Senkrehte Bewegung der Hand- es oben nach unten. laterne von oben na unten. Wagerechte Bewegung des Armes Wagerechte Bewegung der Hand- N Sea en u und her. : tige reisförmige Bewegun Armes. [Handlaterne. E

Allgemeine Bestimmungen.

Die vorstehend für einen Zug gegebenen Bestimmungen finden au a ‘Bord, eue g d U Mltänaburen ca UA aus M j ordnung tritt mit dem 1. April 1875 in Kraft, fie findet Anwendu isen} A Deutschlands. Ausgenommen von derselben sind ie Eisenbahnen nette A Gen E lags on bee Ar gevunit find, U L lea bei wel<hen vermöge ihrer untergeordneten j Î gen Landesbehs i ih8-Ei i Auinahme für páfa erkannt 00 rde mit Zustimmung des Reichs Eisenbahn-Amts eine ieselbe wir Ü i Bundedregierungen ula das „Centralblatt für das Deutsche Reich* und außerdem von den / le von den Auffsichtsbehörden oder Eisenbahnverwaltu Î ¿Des Ce find R i Ditnen bie Gie mitzu 009, A Aae 1 , quf einzelnen Bahnen die Einführung der dur< vorstehend ti S gnialeinri tungen ohne besondere Schwierigkeiten bis zum 4 dende 1815 mge Ben ues nnen für deren Ausführung von der betreffenden Landésregierung mit Zustimmung des Reichs-

1875 cit gemessen Fristen bewilligt werden. Desfallsige Anträge sind bis zum 1. März

Berlin, den 4. Januar 1875, Der Reichskanzler. Fürst v. Bismar>,

Vorziehen. Zurüc>drüden.

j Halt. | Beweguñg des der

einzeln fahrende Lokomo-

Die vorstehende Signalordnung wird bi Ü i i izi Gia S a a ird hierdur< für das preußische Staatsgebiet publizirt.

Signallaterne.

ttnmw anna

j Nr. 16 des „Amtsblatts der Deutschen Reihs-Po st- erwaltung“ hat folgenden Inhalt: Cam Bat A t Pos d, Februar 1875. Umwandlung der Postanweisungs- und ostvor- yBbeträge im Verkehr mit Bayern und Württemberg. Vom 13. A tuar 1875. Unbefugte Benußung von Freimarken zu 10 und 30 Post - Dampfschi verbindung zwischen Dänemark, den Faröer

und Maud Nr. 1 des Ministerial-Blatts für die Verwaltung in den Königlich P giPDile

ore DIE olizei-Kontraventionssachen, f verfahrens (cfr. 8. 73 an en, ferner im

im Königl. Staats-Ministerium

Cirkular, die V ad

innere i erabreihung von Amtsb

Staaten heraus i inisteri

¿ gegeben im Bureau des Ministeriums des nnern

B olgenden Inhalt: Erlaß, die Verpflichtung cas See eines

ci efalls bei dem Standesbeamten spätestens am folgenden Tage,

1874 Rüdsicht auf Sonn- oder Festtag betreffend, vom 28. Dezember

Tie A2 Erlaß, die Fenfebung von Dolmetschern bei den Standes- in betreffend, vom 30. ezeinber 1874, Bescheid, die Verpfli&h-

hofes zur Entscheidung der Kom 1874, Mer die Verwendung und eine innere Gemeinde-Angelegenheit ist hörden ea von der Aufsichtsiu

der Städte-Ordnung vom 30, Mai

893,

tung der Magistratsmitglieder zur Uebernahme der Funkti i stellvertretenden Standesbeamten ca E 2s Bebinen 1874 Vereinnahmung der von den Landräthen in Chaussee-

e rei8ordnung) und der im Diszipli ° fügten Geldstrafen zur Staatskasse betreffend, vom 12. Dezember 184 Cirkular, die Bearbeitung der SUamte des Direktors der Staatsarchive

fend, vom 6. Januar 1875.

treffend, vom 30. Dezember 1874. Erkenntni etenz-Kon enußung des Bürgervermögens als

anz zu entscheiden ($8.

Der Minister für Handel, Gewerbe und öffentlihe Arbeiten. A henba<.

26. Juli 1847, Erkenntniß vom 9. März 1872, I.-M.-Bl. S. 19 Bescheid, die Zulässigkeit der Uebertragung der Sein La N pflege und des Wegebaues von den Gemeinden au die Amtsbezirke betreffend, vom 12. Dezember 1874. Bescheid, die Zulässigkeit dex Uebernahme von Funktionen der Magistratsmitglieder, resp. der Stadt- verordneten, Seitens der Kirchenvorsteher betreffend, vom 14. De« zember 1874. Verfügung die Unzulässigkeit der Anlegung des Ver- i 7 | mögens milder Stiftungen in von Korporationen oder ommunen eit-Thierärzten, bê- l egeben Jnhaber-Papieren betreffend, vom 16. Dezember 1874. des Königlichen Gerichts- lar, die Kompetenz zur Ausstellung von ichenpässen im ikte vom 14, November Königreiche Sachsen betreftend, vom 93. Dezember 1874, Cirkular die Erstattung der Beerdigungskoften unvermögender, im Gefängnisse gestorbener Personen Seitens der en- verbände betreffend, vom 25, November 1874, Cirkular, betreffend,

Wege des polizeilichen Zwangs-

ättern an Kr

nur von den ftädtishen Be- 11, 36, 49 der Deklaration pom

88, 1, 2 den Normal - Speisetarif für die Strafanstalten