1936 / 283 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 04 Dec 1936 18:00:00 GMT) scan diff

Reichs- und Staatsanzeiger Nr. 283 vom 4. Dezember 1936. S. 4

der Vereinheitli<hung des Real- [EAT ea @ fia und der Verwirklichung des Grund- ages“ der Gleihmäßigkeit der Besteuerung haben“auch die Befreiungsvorschriften verein- heitli<ht und dabei dem Grundsay der Gleih- mäßigkeit der Besteuerung angepaßt werden müssen. Auf die Einzelheiten der Befreiungsvorschriften ein- zugehen, würde über den Rahmen dieses Aufsates hinausgehen.

Bei der Gewerbesteuer sind die Besteuerungégruridlagen bisher sehr erhebli<h voneinander abgewichen. In einigen Ländern war einzige Besteuerungsgrundlage der Gé- werbeertrag. Fn anderen Ländern wurde die Gewerbesteuer nah zw ei Besteuerungsgrundlagen erhoben, nämlih na<h dem Gewerbeertrag und dem Gewerbeka pital. Jn wieder anderen Ländern bildete das Gewerbekapital nur die hilfs- weise Besteuerungëgrundlage, nämlich in denjenigeu Fällen, in denen der Gewerbeertrag ein bestimmtes Mindestmaß nicht er- reiht. Fn anderen Ländern wurden der Gewerbeertrag und die Lohnsumme zugrunde gelegt. Fn Preußen war den Gemeinden ein Wahlrecht eingeräumt, die Gewerbesteuer ent- weder auf Grund des Gewerbeertrags und des Gewerbe- kapitals oder auf Grund des Gewerbeertrags und der Lohnsumme zu erheben. : i; :

Die Erfahrung lehrt, daß für die Gewerbesteuer eine ein - zige Besteuerungsgrundlage nicht ausreid< t. Würde die Gewerbesteuer nur auf den Gewerbe er tra g abgestellt, so würde die Steuer so konjunktur- und krisenempfindlih werden, daß in die Gemeindefinanzen eine gewisse Ungleihmäßigkeit und Un- sicherheit hineingetragen würde. Auch das Gewerbekapital kann nicht allein ‘als Besteuerungsgrundlage genügen, weil ohne gleichzeitige Heranziehung des Gewerbeertrags die Ge- werbetreibenden, die kein oder ein nur kleines Gewerbe- kapital haben, keine oder cine nur unverhältnismäßig niedrige Gewerbesteuer zu zahlen haben würden. Auch etne Abstellung der Gewerbesteuer allein auf die Lohnsumme kommt niht in Betracht, weil dann die lohnintensiven Betriebe einseitig betroffen würden.

Die Gewerbesteuerreform sicht mehrere Best euerungs- grundlagen vor. Dadurch tritt für den Steuerpflichtigen bis zu einem gewissen Grad ein innerer A usgleidc ein. Für die Gemeinden als Steuergläubiger wirkt die Anwendung ver- schiedener Besteuerungsgrundlagen ebenfalls ausgleihend. Sie bietet einen gewissen Schutz gegen Konjunkturs<hwankungen.

Es sind als Besteuerungsgrundlagen nebeneinander G e - werbeertrag, Gewerbekapital und Lohnsumme vorgesehen. Diese drei Grundlagen haben niht die gle i < e Be- deutung. Es fkann feine dieser drei Grundlagen als einzige ge- wählt werden. Es müssen in jedem Fall Gewerbeertrag und Gewerbeka pital als Grundlage dienen. Es wird unter Ver- wendung von Meßzahlen je ein Steuermeßbetrag für den Gewerbe- ertrag und für das Gewerbekapital ermittelt. Aus diesen beiden Steuermeßbeträgen wird durch Zusammenre<hnung ein einheitlicher Meßbetrag gebildet. Auf diesen einheitli<hen Meßbetrag wird der durch die Gemeinde zu beshließende Hebesat angewendet.

Die Festseßung des einheitlihen Steuerm eßbetrages ist Sache des Finanzamt s, die Festseßung des Hebesaßes und alles daran sih Anschließende ist Sache der Gemeinde.

Ueber das Verhältnis, in dem sich die Heranziehung nah dem HBewerbeertrag und nah dem Gewerbeka pital auf das Steueraufkommen auswirken wird, läßt sih ziffernmäßig ni<hts Genaues sagen. Es wird, allgemein betrachtet, höchstwahr- scheinlich die Besteuerung des Gewerbeer tra ges überwiegen.

Neben Gewerbe ertrag und Gewerbeka pital kann die Lohnsumme als Besteuerungsgrundlage gewählt werden. Eine Verkoppelung der Lohnsumme mit dem Gewerbeertrag und dem Gewerbekapital ist ni<t vorgesehen. Die Gemeinden, die für Ge- werbeertrag und Gewerbekapital“ immer nur einen einheit- lihen Hebesaß el iegeN können, können "dent Hebesäß: fürdie: Lohnsummensteuer àbw:e i<'end féstjeßéti. Eine’feste Be- ziehung zwischen Gewerbeertragsteuer und Gewerbekapitalsteuer und der Lohnsummensteuer ist demna<h nicht gegeben. Die Lohn- summensteuer soll aber im Hirbli> auf ihre arbeitsmarktpolitische Bedeutung nur mit Zustimmung derx obersten Gemeindeaufsichts- behörde erhoben werden können.

3. Vetrkoppelung der Hebesätze für die Grund- fteuer, Gewerbesteuer und Vürgersteuer.

$ 6 des Einführungsgesetßes gemäß wird der Reichsminister des Fnnern im Einvernehmen mit dem Reichsminister der Finanzen Bestimmungen darüber erlassen, in welchem Verhältnis e Hebesäße für die Gru ndsteuer, die Gewerbesteuer und die rgersteuer zueinander stehen müssen und inwie- weit die Hebesaße für diese Steuern der Genehmigung der Ge- meindeaufsihtsbehörde bedürfen. Die Verkoppelung der Hebesäße sUx diese drei Steuern ist dur den Grundsaß der Gleich- mäßigkeit der Besteuerung bedingt.

9. Besteuerungsgrundlagen, Steuermeßzahlen, Steuermeßbeträge, Hebesäge und Steuerbeträge. a) Grundsteuer

Besteuerungsgrundlage ist bei der Grundsteuer der Einheitswert (8 10 des Grundsteuergesetzes), Di ] gemetne Steuermeßzahl betrögt 10 vom Tausend (S 12 Absaß 1 GrStG.). Der Reichsminister -der Finanzen kann im Einvernehmen mit den beteiligten Reichsministern für ein- zelne Gruppen von Steuergegenständen n i e drigere Meßzahlen bestimmen (Z 12 Abs. 2 GrStG.). Bei der Festseßung nie dri- gerer Meßzahlen ist insbesondere an die kleinen Land- wirte und an den Neuhausbesig gedacht.

Aus der Anwendung der Steuermeßzahl auf die Besteue- runggrundlage (auf den Einheitswert) ergibt sih der Steuer - meßbetrag ($ 11 GrStG.). Auf diesen Steuermeßbetrag, den das Finanzamt festset und der Gemeinde mitteilt, ist dex durch die Gemeinde zu beshließende Hebesay anznwenden. Das Er- gebnis davon ist der Jahresbetrag der Grundsteuer.

Beispiel: Einheitswert 100 000 Reichsmark, Steuer- A Ao e oge erag 10 vom Tausend von 100000 = - Debesaß 125. FJahressteuerbetrag 125 vom 1000 = 1250 Reichsmark, 14 9 E

b) Gewerbesteuer.

| Besteuerungsgrundlage sind bei der Gewerbe - stèuer in jedem Fall der Gewerbeertrag und daz Gewerbe- kapital, Gewerbeertrag ist der Gewinn aus Gewerbe- betrieb, , der si<h na< den Vorschriften des Einkom men - steuergeseßes oder des Körperschaftsteuergeseyes ergibt, vermindert um die in den S8 8 und 9 GewStG. be- zeichneten Beträge (Z 7 GewStG.). Die wichtigsten Hin- M reGunungén sind die Zinsen für Dauerschulden, ite T eN A e a ngen N vom Hundert des Einheits-

‘11s Des zum Betriebsvermögen deé ¿ órende Grundbesiges g es Unternehmens gehörenden

LDE Steuermeßzchl für den Gewerbe erx t r aqgist beinatüxr- lichen Personen und bei Personengemein schaften qestaffelt bis zu 5 vom Hundert mit der Maßgabe, daß die ersten 1200 Reichs- mark des Gewerbeertrags frei bleiben. Sie beträgt bei anderen Unternehmen, zum Beispiel bei Kapita lgesell- schaften, einheitli< 5 vom Hundert. (8 11 Absatz 2 des Ge- werbesteuergesetes.) Aus der Anwendung der Steuermeßzahl, bei natürlichen Personen gesta ffel t, auf den Gewerbeertra g, ergibt sih der St2u ermeßbetrag für die Besteuerung nah dem Gewerbeertrag (8 11 Absayß 1 GewStG.). j Vie Steuermeßzahl für Gewerbekapital beträgt einheit-

Im Zug

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lih 2 vom Tausend ($ 13 GewStG.). Für Gewerbebetriebe,

“dexen -Gewerbekapitäl weniger als- 3000" Reichsmark beträgt,

wird ein“ Steuerrmeßbetrag nah dem Gewerbekapital nicht festgeseßt ($ 13 Absay 3 GewStG.). Aus der Anwendung der Steuermeßzahl 2 vom Tausend auf das Gewerbek apital ergibt sih der Steuermeßbetrag Gewerbek apital ($ 13 Absaß 1 GewStG.). i /

Durh Zusammenrechnung der Steuermeßbeträge, die sih na< dem Gewerbeertrag und dem Gewerbek apital ergeben, wird ein einheitlicher Steuermeßbetrag gebildet. Auf diesen einheitlichen Steuermeßbetrag, den das Finanzamt festseßt und der Gemeinde mitteilt, ist der durch die Gemeinde zu beschließende Hebesat anzumenden. Das Ergeb- nis davon ist der Jahresbetrag der Gewerbesteuer.

Wird als Besteuerungsgrundlage auh die Lohnsumme herangezogen, so beträgt die Diese Mebeall 2 vom Tausend (S 25 Abjay 2 GewStG.). Diese Meßzahl auf die Lohnsumme angewendet, ergibt den Steuermeßbetrag ($25 Absaß 1 GewStG.). Auf Grund dieses Steuermeßbetrags muß der Unter- nehmer die Steuer nach der Lohnsumme sel b st erre<nen. Bei der Lohnsummensteuer ist Besteuerungsgrundlage die Lohnsumme, die in jedem Monat an die Arbeitnehmer der in der Gemeinde belegenen Betricebsstätte gezahlt worden ist (L 23 Absabt 1 GewStG.). Uebersteigt die Lohnsumme des Gewerbebetriebs im Rechnungsjahr nicht 24 000 Reichsmark, so werden von ihr 7200 Reichsmark abgezogen (8 2 Absaß 2 GewStG.). Diese leßtere Maßnahme dient der Schonung der kleinen Betriebe.

Beispiel: 4000 Reihsmaxrk Lohnsumme im Monat. Steuermeßzahl 2 vom Tausend. Steuermeßbetrag daher 4x2 = 8 Reichsmark. Hebesaß 200 v. H. Lohnsummensteuerbetrag für den Monat 16 Reichsmark.

10, Steuerbefreiung des Reuhausbesitzes, insbesondere der Arbeiterwohnstätten.

Die $8 28 und 29 des Grundsteuergesèßes regeln die Be- steuerung des Neuhausbesivzes. Der sogenannte „mitt- lere Neuhausbesiß“ ist nah reihsre<tlicher Regelung in vollem Umfang von der Grundsteuer bis zum 31, März 1939 befreit. Dabei soll es verbleiben ($8 28 Absayz 1).

Für den sogenannten „neuesten Neuhausbesiß“ ist die Be- freiung von der Landesgrundsteuer und der halben Gemeinde- grundsteuer vorgeschrieben, und zwar für Kleinwohnungen bis zum 31, März 1939, für Eigenheime bis zum 31. März 1944. Auch diese Befreiungen werden na< dem Geseß ($ 28 Absay 2) aufrechterhalten. Die Regelung ist, um Belastungsverschiebungen

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Vilanz der Preisbewegung.

Im Hinbli> auf die entscheidende Saug, die die Stabil- erhaltung des Preis- und Lohnniveaus auf die Durchführung des Vierjahresplanes hat, zieht das Institut für Konjunkturforshung in etnem neuen Wochenbericht an dem durch die jüngste Ver- ordnung über das Verbot von Preiserhöhungen vom 26. November 1936 und die gleichzeitig erlassene erste Ausführungêverordnung bezeichneten Beginn der zweiten Periode staatlicher Preispolitik eine Bilanz der Preisbewegungen, die sih im ersten Vierjahres- plan herausgebildet haben. Danach seßte sih im ersten Halbjahr 1933 tin Deutschland zum erstenmal nah einem vier Fahre lang dauernden Rückgang aller wichtigen Warenpreise ein allgemeiner Umschwung in der Preistendenz durch, nachdem die Fndexziffer der Großhandelspreise im April 1933 mit 90,7 9% (1913 = 100) ihren Tiefpunkt erreicht hatte. Damit lagen die Großhandels- preise in ihrer Gesamtheit rd: 36 2%. unter dem Höhepunkt der "Jahre 1928/29 (Fuli.1928), . Im Oktober: 1936, udác< einem drei-

‘einhalbjährigett Wirtschaftsaufs<hwung, der --die: Sachgütererzeugung

zum großen Teil über den Stand der leßten Hochkonjunktur hin- ausführte, sind die Großhandelspreise insgesamt erst wieder um rd, 15 % höher als im Tiefpunkt (April 1933) und immer noch um 26,3 % niedriger als im Höhepunkt der «Fahre 1928/29.

An dieser Aufwärtsbewegung waren jedo<h nicht alle Preise

und Märkte gleihmäßig beteiligt: Die Preise der Agrarstoffe, die in der Krise am stärksten zurü>kgegangen waren, konnten, be- günstigt dur eine dahinzielende Politik der Reichsregierung, den Rückgang „am weitesten. aufholen, nämlich zu fast zwei Fünsteln; die Fndustriestoffpreise, die in der Krise nicht so stark gesunken waren, haben no< nit ein Fünftel ihres Rückgangs aufgeholt. Jnnerholb der Jndustriewirtshaft haben sih die Fertigwaren- preise etwas stärker erhöht als die Preise der Jndustrierohstoffe und Halbfertigwaren. Der gegenwärtige Stand der Preise der Fndu- strierohstoffe entspriht im großen und ganzen dem Stand vom Frühjahr 1932, das heißt also dem Stand, der nah der Durch- führung der Preissenkungsaktion im Winter 1931/32 erreiht war. Die Preise der Agrarstoffe sind in ihrer Gesamtheit wieder etwa so hoh wie im Sommer 1931. Die Entwi>klung der Agrarstoff- preise wurde in den ersten eineinhalb Fahren des Wirtschaftsauf- shwungs durch die Bewegung der Preise für die pflanzlichen Nahrungsmittel und Vieherzeugnisse, in den beiden leßten «Fahren durh die der Preise für Schlachtvieh bestimmt. Der Anstieg der Preise für pflanzliche Nahrungsmittel fand seinen Abshluß im Herbst 1934 mit der endgültigen Einführung des Festpreissystems B die vier wichtigen Getreidearten. Jm Durchschnitt lagen die Preise zu diesem Zeitpunkt um etwa 12 % über denen vom Ok- tober 1932. Die Preise für Vieherzeugnisse stiegen von Oktober 1932 bis Oktober 1933 um 10,9 %, seit dieser Zeit bis Oktober 1936 aber nur no< um 19%. Die Großhandelspreise für Schlachtvieh, die in der Krise am stärksten von allen Agrarpreisen abgestürzt waren, haben an der seit 1933 planmäßig durchgeführten Hebung der Agrarpreise am meisten teilgenommen. Die Jndex- isser lag hier im Oktober 1934 um 19,8 2 höher als im Oktober 1932; bis Oktober 1935 war sie no<hmals um 18,4 % gestiegen. Seither hat sie sih von Oktober 1935 bis Oktober 1936 um 3,2 % leiht abgeshwächt. , Die Preise der Kolonialwaren erreichten ihren Tiefpunkt erst im vierten Vierteljahr 1933. Bis Juni 1935 stieg die Jndexziffer um 17,8 %. Seither blieb sie, von kleinen Schwankungen ab- geschen, unverändert.

Am Markt der industriellen Rohstoffe und Halbwaren war die Preisbewegung durch die gegensäßlihe Bewegung der inlands- bestimmten und auslandsbestimmten Preise beherrsht. So sind die Warenpreise, die im wesentlichen vom Binnenmarkt bestimmt werden, in ihrer Gesamtheit vom Tiefpunkt im Mai 1933 bis Oktober 1936 nur um 3,5 % gestiegen, während sih die Preise der Rohstoffe, die ganz oder zum großen Teil eingeführt werden müssen, unter starken Schwankungen von ihrem Tiefpunkt im Februar 1933 bis Oktober 19386 um 27,6 % erhöht haben. Die Preisbewegung auf den Welt- märkten wurde in erster Lnie von den in der Landwirtschaft er- zeugten Rohstoffen, aljo von Textilien, Häuten, Leder und Kautschuk getragen. Unter starken Schwankungen erhöhte sich die Judexziffer der Großhandlspreise für Textilrohstoffe und -halbwaren, die aller- dings auch eimge deutsche Rohstoffe (z. B. deutsche Wolle) enthält, vom ersten Halbjahr 1933 bis Oktober 1936 um 43,9 %; die Jndex- zlsser für Häute und Leder um 25,4 %, die sür Kautshuk um 160 % (1. Halbjahr 1933 = 100). Allerdings war bei diesen Rohstoffen der Rückgang in den Jahren 1928 bis 1932 außerordentlich stark; er betrug im Durchschnitt xd, 67 %; rund ein Fünftel dieses Rü>- ganges ist bisher aufgeholt worden. Einen wesentli<h anderen Ver- lauf zeigten die Preise der industriell erzeugten Rohstoffe. Sie sind im großen und ganzen heute nicht wesentlih höher als im ersten Halbjahr 1933. /

Die Preisentwi>lung der industriellen Fertigwaren wurde in

für die Besteuerung nah dem

: Verbrguchsgütern « zeigen die Preise für. Textilwaren die \tärkstett ' Erhöhungen | (sie betragen“ im Duxchschnitt rund 20 2) und die it

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Erste Beilage

zum Deutschen ReichSanzeiger und Preußischen Staatsanzeiger ITr. 283 _BVerlin, Freitag, den 4, Dezember 1936

(] Sortsegung des Handelsteils. []

Berliner Börse am 4. Dezember.

Aktien und Renten uneinheitlich.

Ruhig und eng begrenzt wie an den Vortagen blieb das Geschäft au< an der heutigen Börse. Die Bankenkundschaft be- tätigte sich mit Käufen bzw. Verkäufen nur in einigen wenigen Werten. Entsprehende Zurückhaltung bekundete daher auch der berufsmäßige Börsenhandel. Kleinste Örders genügten, um zum Teil stärkere Kursausschläge nah beiden Seiten herbeizuführen. Beson- dere Erwähnung verdient die heute erstmals erfolgende amtliche s k: S A : , Notierung der Wintershall-Aktie, die im variablen Verkehr bei gemäß wird die Grundsteuer für diese Grundstüd>e einem Anfangsumsaßz von ca. 100 000 RM mit 137%, d. h. zum auf die Dauer von A zig Jahren durch das gestrigen Kassakurs, bewertet wurde. Von Montanwerten hatten Reich übernommen. Diese Regelung gilt für die Arbeiter- Fheinstahl mit 1% die größte Abweihung gegen den Vortag wohnstätten, die in der Zeit vom 1. April 1937 bis 31. März aufzuweisen, während sonst meist unveränderte Kurse zugrunde 1940 bezugsfertig werden. gelegt wurden. Dasselbe gilt au< von e an

Be denen nur Leopoldsgrube mit einer gegen den leßten Kassakur f. Pie, Alsllahme her sveten Tue gUS E erzielten Steigerung von 2/4 % auffielen. Autonomen Amortisationskasse 1913 (Zun. 19), Privatguthaben Gewerbesteuer. Am chemischen Markt zogen Farben zunächst um 4 und dann 12 930 (Zun. 438) Verschiedene is N S n en

Gewerbesteuerpflihtig ist jeder stehende Gewerbes» sogleih no<mals um 4 % bis auf 168% an, ohne daß es zu (Abn is “Quit! S Decuns U P eiadlenalas T betrieb, soweit ex im Fnland betrieben wixd. Darunter ist größeren Umsäßen kam. Leicht gedrü>t seßten Elektrowerte ein, täglich fälligen Verbindlichkeiten durh Gold 63,23 % (64,02 9/0). jedes gewerblihe Unternehmen im. Sinn des Le während sih bei einigen Tarispapieren Befestigungen ergaben, so : London, 2. Dezember. (D. N. B.) Woch As ba geseßes zu verstehen. Für Personengesellschaften, Kapitalgesell- insbesondere bei Thür. Gas mit + 24 %. Auch Autowerte zeigten Gäuk v A “a er. R Ie A i haften, die sonstigen juristishen Personen des privaten Rechts freundlichere Tendenz. Wiederum s{<wach lagen dagegen die schon is i n (nug an ba 2. n er | (in O E und die nicht rehtsfähigen Vereine ist eine besondere Regelung tags zuvor angebotenen Papier- u. Zellstoffwerte, so Woldhof e ina! Se la A N n e R in der Weise getroffen, daß diese Unternehmen stets in vollem mit 2, Feldmühle mit 154 und Aschaffenburger mit 1% %. | S D Rit Win a A O ie oten bude M E 20), Umfang gewerbesteuerpflichtig: sind. Spezialinteresse fanden Reichsbankanteile, die einen Anfangs- N 9 e oten A (Abn. 6020), an A Ee

Bisher waren in Preußen und in den meisten anderen gewinn von 2s % soglei auf 3 % erhöhten. i E vi O 5 h, ung 247 8 r h ) D Sicher- Ländern auch die freien Berufe gewerbesteuerpflichtig. Jm neuen Im Verlauf zeigte sich än den Aktienmärkten hier und da C, 2 Ab g 1300 ( e ), Sn E Gewerbesteuergeseß, das einheitlihes Reht für das gesamte etwas Kausfneigung, die dis Allgemeintendenz freundli<h felaltere ia Said L C e A Rat ché j f j i s î f Í é 2 : g A i DELL), E u ist eine Realbesteuerung der freien Berufe Farben zogen den ersten Kurs um ins Flam LA 7. auf L Depositen der Regierung 10 560 (Abn. 1500), andere Depositen:

für diese Gruppe von Grundstü>ken zu vermeiden, so vorgesehen, „daß die. Grundsteuer in ihrem bisherigen Betrag erstarrt._ : Nach* der bestehenden Regelung würden no< diejenigen Eigenheime Steuerbefreiung genießen, die bis zum 31. Marz (bzw. 31. Mai) 1939 bezugsfertig werden. Nach der Regelung des Geseßes ($ 28 Absaß 2 Ziffer 1) wird diese Frist auf den 30. September 1937 gekürzt. Die Oeffentlichkeit ist über die bevorstehende Regelung durch eine Pressenotiz aufgeklärt worden. Die Abkürzung hat sih als erforderlih erwiesen, um in einer Zeit, in der die Beschaffung der erforderlihen- Bay: arbeiter und Baustoffe für reihswichtige Bauten Schwierigkeiten bereitet, niht no< dur<h Steuerbefreiungen zur Erstellung von

Eigenheimen anzuregen. j : Dagegen besteht in vielen Gebieten ein dringender Ménaet an gesunden, einfach ausgestatteten Wohnungen, deren Mieten-in angemessenem| Verhältnis zum Einkommen der minder. F bemittelten Bevölkerung stehen (Arbeiterwohn. F stätten), Berechnungen haben ergeben, daß die Besizer, um für | diese Wohnungen zu tragbaren Lasten oder Mieten zu gelangen, bei den gegenwärtigen Baukosten von deri vollen Grundsteuer entlastet werden müssen, Die Befreiung dieser Grundstü>ke von der Grundsteuer würde, da die Steuer eine reine Gemeindesteuer wird, sih für die Ge- meinden unerträglih auswirken. $ 29 des Grundsteuergeseßes

Wirtschaft des Méuslandes.

Spanische Banknoten müssen bei den spanischen Sonsulaten abgestempelt werden.

Entgegen einer früheren Verlautbarung wird nunmehr von zuständiger Stelle endgültig darauf hingewiesen, daß die iw Deutschland laufenden spanischen Banknoten bis zum 9. Dezember bei den spanischen Konsulaten im Deutschen Reich (nit, wie fälshlih bekanntgegeben, bei der Reichsbank oder einer Devisen- bank) zur Abstempelung abgegeben werden müssen. Nach einem Erlaß der spanischen Nationalregierung, die sih auf alle im Ausland befindlichen spanischen Banknoten bezieht, muß diese Abstempelung zur Vermeidung von Verlusten bis zum 9. Dezem- ber vorgenommen werden.

Ausweise ausländischer Itotenbanken.

Paris, 3. Dezember. (D. N. B.) Ausweis der Vank von Frankreih vom 27. November 1936 (in Klammern Zu- und Abnahme im Vergleich zur Vorwoche) in Millionen Franken. Aktiva. Goldbestand 64 359 (unverändert), Auslandsguthaben 5 (Abn. 2), Devisen in Report (Abn. und Zun. —), Wechjel und Schaßscheine 9517. (Zun. 868), davon: diskontierte inl. Handelswechsel 7761, Schaßscheine und Wechsel öffentlicher Körpersc;aften —, diskontierte ausl. Handelswechsel 14, zu- sammen 7775 (Zun. 904), in Frankrei gekaufte börsenfähige Wechsel 295, im Ausland gekaufte börsenfähige Wechsel 1447, zu- sammen ‘1742 (Abn. 36), Lombarddarlehen 3464 (Zun. 15), Bonds der Autonomen Amortisationskasse 5640 (unverändert), Vorschüsse an den Staat : 1. Gem. Art. 1 und 2 des Geseßes vom 18. Juni 1936 12 298, 2. gem. Art. 3 des Geseßes vom 283. Juni 1936 —, zusammen 12298 (Abn. 5). Passiva. Notenumlauf 86 651 (Zun. 892), täglih fällige Verbindlichkeiten 15 129 (Zun. 351), davon: Tresorguthaben 157 (Abn. 165), Guthaben der

Die Reallöhne in den Vereinigten Staaten.

Verschiedene autliche und nichtamtliche statistische Erhebungen in den Vereinigten Staaten haben die fortschreitende Erhöhung der Lebenshaltungsfkosten und ihren Zusammenhang mit den Reallöhnen der Arbeiter untersucht.

Das Amt füx Arbeitsstatistik exklärt, daß die durhs<nittlihen Lebenshaltungsfosten für die Familien der Lohnempfänger mit niedrigem Einkommen in 32 großen Städten um 1,7 5 gestiegen seien. Diese Erhöhung sei fast völlig auf die. Steigerung der ‘ebensmittelpreise um rund 5,7 2 zurü>zusühren. Evenso seien die Mieten gestiegen. Die Preise für Möbel, Haushaltungsgegen- stände usw. hätten si<h nit verändert, während sih die Preise für Kleidung, Brennstoff, Licht und verschiedene andere Verbrauchs- gegenstände etwas ermäßigt hätten. Das Amt für Arbeitsstatistik E seit 1933 erfolgte Erhöhung der Lebenshaltungskosten auf 10 %.

Das Landwirtschaftsministerium hat eine Untersuchung ver- öffentlicht, in der es heißt, daß die Berbraucher mit ihren jevigen Verdiensten eine größere Menge Lebensmittel kaufen fönnten als 1928 oder 1929. Der Versasser dieser Untersuchung ist der Meinung, daß si die Verdienste der Fabrikarbeiter in deu Jahren 1928. bis 1933 ungefähr um denselben Prozentsaß gesenkt haben wie die Preise der Lebensmittel, nämlih um etwa 40 2. Seit dem Jahre 1933 seien die Verdienste der Fabrikarbeiter und die Lebensmittelpreise stark gestiegen, wobei die Steigerung der Lebensmittelpreise weniger s{<nell vor sich gegangen sei als die der Verdienste. Fm Vergleich zum Jahre 1928 stehe die Meßziffer des Lohnes der Fabrikarbeiter jeßt auf 88 und die der Lebens- mittelpreise auf 82.

Schließlich sind no<h vom Landesindustrieaus\{<uß für August 1936 Meßziffern berechnet, die eine geringfügige Steigerung der Lebenshaltungsfkosten für * Jndustriearbeiter in den Vereinigten Staaten, nämli<h um 0,5 %, angeben. Nach diesen Meßziffern sind die Mieten im Monat August dreimal so shnell gestiegen wie die Preise für Lebensmittel, Bekleidungsgegenstände, Brennstoffe Und Verschiedenes. Demnach scheint die in naher Zukunft zu er- wartende Steigerung der Lebenshaltungskosten in den Vereinigten E weitgehend dur< die Erhöhung der Mieten verursacht zu sein.

Verein. Stahlwerke gewannen 14, Mannesmann 4, Harpener j ) C L Siamená ia Reschsbankanteils waren auch S Banken 99 120 (Zun. 1520), Private 41110 (Abn. 580), Regierungs- gefragt und nohmals um % % auf 189% % erhöht. sicherheiten 82 430 (Zun. 4270), andere Sicherheiten: Wechsel und

Gegen Börsenschluß stellten sih Farben auf 1684, Wintershall Vorschüsse 8460 (Zun. 1660), Wertpapiere 20 180 (Abn. a0) auf 13724. Jm allgemeinen ergaben sih dem Verlauf gegenüber | Gold- und Silberbestand der Bantkabteilung 510 (Abn. S keine nennenswerten Veränderungen. Für eine ganze Reihe von | Verhältnis der Reserven zu den Passiven 38,18 gegen 42,15 %, variabel gehandelten Aktien konnte eine Schlußnotiz mangels | Clearinghouseumsäg 877 Millionen, gegen die entsprechende Woche Umsates wieder nicht erfolgen. des Vorjahrs 50 Millionen mehr. *) Vorwoche 10.

Am Einheitsmarkt waren deutshe Jndustrieaktien über- wiegend bis zu 5% % abgeshwächt, Vereinzelt ergaben sih auh< Besserungen, die aber über 3% nicht hinausgingen. Banken lagen mit Ausnahme von Ueberseebk. (+ 1 %) und Vereinsbank Hamburg (+ 4 %) abgeshwächt. Das gleiche gilt für Hyp.- Banken, von denen lediglih Dtsch. Hyp.-Bk. (+ 4 %) etnen Ge- winn zu verbuchen hatten. Auslandsaktien hatten uneinheitliche Kursgestaltung. Während Chade D und E je 14 RM und Conti Linoleum 1 % höher ankommen konnten, gaben Hohenlohe 1 % und Schles. B 3% % her. Aku blieben bei Zuteilung unver- ändert, Kolonialanteile wurden überwiegend niedriger be- wertet.

Auch der Rentenmarkt konnte eine klare Tendenz nicht zum | Ausdru> bringen. Die Umschuldungsanleihe wurde halbamtlich unverändert 89,70 ._ notiert, Zinsvergütungsscheine und Reichs-

AQuldbu< forderungen mächster Fälligkeiten gaben leiht nah, des- i | g FUr Reichsaltbesiß bürde die S I

hen Wiederaufbauzuschläge. Notiz angesichts der bevorstehenden Ziehung ausgeseßt. S ; yp. e Komm.-Obl. blieben troß geringen Aus1än dische Geldsorten und Banknoten. 3. Dezember

Der Kassarentenmarkt bot weiter ein ruhiges Bild: Stadtanleihen hatten uneinheit- Geld Brief

Pf.-Br., Liqu.-Pf.-Br. und Angebots ziemli< unverändert. lihe Kursgestaltung und neigten überwiegend eher zur Shwäche. Befestigt waren nux 28er Elberfeld Gold und 26er Berlin Stadt (je + 24), auch einzelne Breslauer Werte erhöhten si<h um 0,20, 20,38 920,46 Decosama Il gewannen % %. - Von Provinzanleihen notierten 1616 1622 28er Niederschlesien 26 % höher. Holsteiner und Sachsen waren 4,185 4,205 etwas abges<hwächt. Fn Länderanleihen vermochte sih kaum Ge- : f shäft zu entwideln, und die Kürsbewegung war eher nah unten 240... 247 gerichtet. Sonst lagen Neue Hamburger sowie Alte um 0,35 bzw. 2/45 2,47 0,10 fester. Von Reichsanleihen verloren 40er Postschäve 10 Pfg. 0.68 070 Am Markt der Jndustrieobligationen waren Arbed um 5% % 42,00 42/16 abgeschwächt. Farbenbonds gewannen 4 %. Auslandsrenten 0/128 0/148 neigten eher zur Shwäche. V SSE fs Der Privatdiskontsaß wurde bei 3 belassen. 2,451 9,471 Blanko-Tagesgeld erforderte unverändert 26—3% %. 54,32 5454 Bei der amtlihen Berliner Devisennotierung wuvde der holl. 47:05 47/23 Gulden mit 135,53 (135,45) festgeseßt. Jm übrigen ergaben sich 12,175 12/215 kaum nennenswerte Veränderungen. 12,175 12/215 583 Da7 11,555. 11,595 134,98 135,52 12/97- .13/03 5,64 5,68

a 41,70 41,86

Haupttagung der Reichsfachgruppe

Fleischwarenindustrie. Die Reichsfahgruppe Fleishwarenindustrie der Wirtschafts-

61,16 61,40

49,00 49,20

47,05 47,23

erster Linie von der Bewegung der Rohstoffpreise beeinflußt: Di Steigerung der auslandsbestimmten Rohstoffpreise pflanzte si< vor allem auf die Preise der industriellen Verbrauchsgüter fort, bei Produktionsmitteln nux auf Lederriemen, Sä>e u. a, m. Anderer- seits bewirkte die Konstanz der wichtigsten inlandsbestimmten Grund- stoffpreise (Eisen, Kohle, Chemikalien) eine entsprehende Konstanz der Produktionsmittelpreise. Verstärkt wurde diese grundsäßliche Entwi>lung durch die Produktionsentwi>lung. Die. starke Aus- dehnung der Produktionsgüterindustrie und die damit zusammen- hängende Kostendegression gestattete, die Preise zu senken; anderer- seits verhinderte die geringere Produktionsentwi>lung bei deni Ver- brauchsgütern einen entsprechenden Preisrückgang. Dementsprechend zeigen die Preise der Produktionsmittel- eine fallende Tendenz (sie waren im Oktober 1936 rd. 1 % niedriger als im Mai 1933). Die Preise der Robin Verbrauchsgüter folgten dagegen bald’ dem Anstieg der Rohstoffpreise. Sie erhöhten sich dur<s<nittlih jedes Jahr um 4 bis 5 %, so daß sie im Oktober 1936 um 18,5 % über ihrem Tiefpunkt vom April 1933 lagen. Von den industriellen

Verringerung der s<hwedischen Staatsschuld um 100 Millionen in einem Fahr.

Sto>holm, 3. Dezember. Die schwedische Staatsschuld er- fuhr während: des Haushaltsjahres 1935/36 eine Verringerung um insgesamt 100 Millionen Kronen. Zwar erhöhte sich die fundierte langfristige Shuld um 30 Millionen Kronen, jedo< verminderte sih die kurzfristige Verschuldung während des Fahres um insgesamt 130 Millionen Kronen. FUr - Zinszahlungen auf die Staatsshuld wurden während des Berichtsabschnittes 94,46 Millionen Kronen aufgewendet gegen 97,88 Millionen Kronen im vorhergehenden Haushaltsjahr.

Jndex der Großhandelspreise für Hausrat zusammengefaßten Waren den geringsten Anstieg. y :

Die Weltwirtschaft im Jahre 1936.

Veber die Entwi>klung der Wirtschaft im «Fahre 1936 ist aus einem Bericht des Jnternationalen Arbeitsamtes . zu entnehmen, daß si die industrielle Erzeugung in den meisten Ländern außer- ordentlich stark erhöht hat und die Arbeitslosigkeit zurü>gegangen ist. Jedoch verminderte sih die Arbeitslosigkeit niht in dem Maße, wie die industrielle Erzeugung anstieg. Ferner war eine ent- sprehende Belcbung des internationalen Handels ni<t zu beob» achten. Schließlich bezog sich die Erhöhung der Produktion haupt- sächlich auf die Erzeugung von Kapitalgütern und weniger : auf Verbrauchsgüter. i

Die Meßziffern zeigen, daß die Produktion in den Grund- industrien langsam den Stand vom Jahre 1929 wieder erreicht hat, Die Erzeugung von Jndustriewaren, die sih während der Krise um mehr als 30 % vermindert hatte, ist jeßt größer als 1929. Die Meßziffer der Arbeitslosigfkeit ist ständig zurückgegangen, aber sié liegt heute, für die ganze Welt gerechnet, no<h um 50 % über dem Stand von 1929, Der Umfang des Welthandels, der sih ebenso wie die industrielle Erzeugung um fast ein Drittel vermindert hatte, ist jeßt no<h um 20 27 kleiner als im Jahre 1929, /

Alle Meßziffern der industriellen Erzeugung für zwölf wichtige Länder: Belgien, Chile, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Groß- britannien, Japan, Kanada, die Niederlarde, Po en, die Tschecho- slowakei und die Vereinigten Staaten bestätigen, daß die industrielle Erzeugung in diesen Ländern ohne Ausnahme im Jahre 1936 höher lag als in den entsprehenden Monaten des Jahres 1935.

In den vier Ländern: Chile, Dänemark, Großbritannien und Japan, in denen die Krise nicht so ausgedehnt war und sehr bald eine expansionistishe Politik aufgenommen wurde, hat die indu- strielle Erzeugung gegenwärtig den Stand von 1929 beträchtlich überschritten. Fn Belgien, Kanada, der Tschechoslowakei und den Vereinigten Staaten, in denen der wirtschaftliche Niedergang sehr stark ausgeprägt war, ist der Stand der Produktion von 1929 no<h niht wieder erreiht worden. :

Deutschland, Frankreich, die Niederlande und Polen haben ihre Währung stabil gehalten. Die Meßziffer der deutshen JFndustrie- produktion lag im Jahre 1936 über der von 1929. In den drei anderen Ländern beträgt sie ungefähr 70 22 des Standes von 1929,

Ueber die Arbeitslosigkeit läßt sich allgemein feststellen, daß die

Fn Berlin festgestellte Notierungen und telegraphische Auszahlung, ausländische Geldsorten und Banknoten,

Telegraphische Auszahlung.

4. Dezember Geld Brief

12,50 12,53 0,713 70,717 42,10 42,18

0,147 0,149

3,047 3,053

2,489 2,493 54,48 54/58 47,04 47,14 12,20 12/23

67,93 68,07 5,39 5/40 11,605 11/62 2,393 2/357 135,39 135,67 15,18 15,22 54,72 54/82

13,09 13,11 0,709 0,711

5,654 5,666 48,34 48/44

41,94 42,02 61,32 61,44 48,95 49,05 47,04 47,14 11,08 11,10 1,813 1,817 62,90 63,02 57,18 57,30 20,98 21,02 8,766 8,784 1,978 1,982 1,359 1,361

2,488 2,492

4. Dezember Geld Brief 20,38 20,46 16,16 16,22

4,185 4/205

245 9,47 240 27 0,685 0,705 4196 -4212- 0,128 0,148

2451 2,471 54,32 54/54 47,05 47,23 12,175 - 12/215 12,175 12/215 5,33 - 5,37 H,555 11/595 135,06 135,60 12,97. 13,03 5,64 - 5/68

41,70 41,86 6116 6140

49,90 49.20 47,05 47,23

Sovereigns. . 20 Francs-Stüke . Gold-Dollars Amerikanische: 1000—5 Dollar. . 2 und 1 Dollar. . Argentinische. « « Belgische O E O Brasilianische « «-. % Bulgari\he . « «6+ «

| Notiz für | 1 Stüd>

1 Dollar

1 Dollar

1 Pav.-Peso -100 Belga

1 Milreis 100 Leva

1 fanad. Doll < /:100 Kronen 100 Gulden 1 engl. Pfund 1 engl. Pfund 100 estn. Kr. 100 finnl. M. 100 Frs. - 100 Gulden 100 Lire

100 Lire

100 Dinar -100 Lats

100 Litas 100 Kronen 100 Schilling 100 Schilling 100 Zloty

100 Lei

100 Let

100 Kronen 100 Frs. 100 Frs. - 100 Pejeten

3. Dezember Geld Brief

1200 12,53 0,708 0,712 42,12 42,20

0,147 0,149

3,047 3,053

2,489 2,493 94,48 5954,58 47,04 47,14 12,20 12,23

67,93 68,07 5,39 5/40 11,605 11/625 2,353 92,357 135,31 135,59 15,18 15,22 54,72 54/82

13,09 13,11 0,711 0,713

5,654 5,666

Aegypten(Alexandrien

und Kairo... Argentinien (Buenos

M A Belgien (Brüssel u.

Antwerpen) . Brasilien (Rio de

aneiro) .

Bulgarien (Sofia) . Canada (Montreal) . Dänemark (Kopenhg.) Danzig (Danzig) England (London). . Estland Finale D) E ¿nnland elfingf. Frankrei (Paris). . Griechenland (Athen) Holland (Amsterdam

und Notterdam). . Iran (Teheran) . Island (Neykjavik) . | 100 isl. Kr. Jtalien (Nom und

Mailand) . .. . . |100 Lire Japan (Tokio u. Kobe) | 1 Yen Jugoslawien (Bel-

grad und Zagreb). | 100 Dinar Lettland (Niga) . . | 100 Lats Litauen (Kowno/Kau- ,

nas) ... .,. . ,|100 Litas Norwegen (Oslo) . .| 100 Kronen Oesterreih (Wien) . | 100 Silling Polen (Warschau,

100 Zloty 100 Escudo

100 Lei

1 ägypt. Pfd. 1 Pap.-Pes. 100 Belga

1 Milreis 100 Leva

1 fanad. Doll 100 Kronen 100 Gulden 1 engl. Pfund

100 estn. Kr. 100 finnl. M. 100 Fres. 100 Drachm.

100 Gulden 100 Nials

Canadische « Dänische . Danziger .. . Englische: große .… -. 1 £ u. darunter Estnishe .... «.“ Mde ade as E ranzösishe o... Holländische .… Italienische: große . 100 Lire u. darunt. Jugoslawische .… Lettländishe .… ... C Norwegische ..….. Oesterreich. : große. . 100 Schill. u. dar. Polni\he. Numänische: 1000-Lei und neue 500 Lei 48,34 48,44 unter 500 Lei. - Schwedische . 41,94 42,02 | Schweizer: große . ; 61,32 61,44 100 Frs. u. darunt; 48,95 49,05 | Spanrishe .…...…. Tschecho)lowakisce: 47,04 47,14 9000, 1000 u. 500 Kr. | 100 Kronen 11,08 11,10 Kr. u. darunter | 100 Kronen 1,813 1,817 | Türfishe ..... . .|1 türk. Ptund Ungarishe .….. [100 Pengö 62,90 63,02 57,18 57,30

20,98 21,02 8,766 8,784 1,978 1,982 1,359 1,361

2,488 2,492

gruppe Lebensmittelindustrie hielt am 2. Dezember d. F. in Berlin ihre ordentliche Mitgliederversammlung unter dem Vorsiß des Reihsfachgruppenleiters, Fabrikant E. ‘Buschendo.rf- Gera, ab. Der Leiter der Reichsbetriebsgemeinschaft Nahrung und Genuß (DAF.), Wolkersdörfer, M. d. R., wies darauf hin, daß die Fleishwarenindustrie, von der für die deutsche Volksgemeinschaft große Opfer gefordert werden mußten, in besonderem Maße praktischen Nationalsozialismus in den legten Fahren bewiesen habe, Reichsfahgruppenwalter pke (DAF.) hob den opfer- bereiten Gemeinschaftsgeist in den Betrieben der Fleishwaren- industrie hervor. Bauer K ü per kennzeihnete als Vorsißender der Hauptvereinigung der deutschen Viechwirtschaft die Bedeutung der Meßziffern, mit Ausnahme - von Dänemark, Frankreih Und den dleishwarenindustrie und die Notwendigkeit ihrer Mitarbeit zur Niederlanden, 1936 niedriger sind als in den entsprehenden Mo- Erreichung unserer Nahrungsfreiheit. Er richtete einen dringenden e G. L Mae M L Appell an die Anwesenden zu weiterer disziplinierter Mitarbeit sonders der Fall in Australien, ‘Deutschland, Grof builauiteni bei der Durchführung der auf Marktausgleih und Preisstabili- Kanada und in den Vereinigten Staaten. ; sierung gerichteten Maßnahmen der Marktordnung. Nach Aus-

führungen über die Organisation und die Aufgaben der Fleisch- warenindustrie betonte Dr. Schwerdt als Hauptgeschäftsführer der Reichsfahgruppe im Rahmen seines umfassenden Geschäfts- berihtes erneut die unbedingte Einsaßbereitschaft der Fleisch- warenindustrie, besonders auch bei der Durchführung des Vier- lahresplans.

62,99 97,29 97,29

62,99 57/95 57/25

62,73 L 57/03 57.03

große, käferfrei 58,00 bis 72,00 4, Speiseerbsen, Vict. Konsum, gelbe 48,00 bis 50,00 Æ, Speiseerbsen, Vict. Riesen, gelbe 50,00 bis 53,00 Æ, Ges<hl. gla). gelbe Erbsen 11 63,50 bis 64,50 Æ, do. III 58,00 bis 59,00 M, Reis, nur für Speise zwe>e notiert, und zwar: Jtaliener- Reis, unglasiert 30,20 bis 32,00 M, JFtaliener - Reis, glasiert 30,70 bis 32,50 M, Perser- Reis 32,50 bis 33,50 M, Gerstengraupen, mittel und fein 40,00 bis 42,00 Æ, Gerstengraupen, grob 37,00 bis 38,00 4, Gerstengraupen, Kälberzähne 33,00 bis 34,00 M, Gerstengrüße 34,00 bis 35,00 Æ, Haferflo>en 40,00 bis 41,000 4, Hafer=- grüße, gesottene 44,00 bis 45,00 Æ, Roggenmehl, Type 997 24,55 bis 25,50 Æ, Weizenmehl Type 790 32,00 bis 33,00 Hy Weizenmehl, Type 405 37,00 bis 88,00 Æ, Weizengrieß, Type 405 39,00 bis 42,40 Æ, Kartoffelmehl 34,00 bis 35,00 M, Zu>er, Melis 68,35 bis 69,35 4 (Aufshläge na< Sorten- tafel), Röstroggen, glasiert, in Säcen 33,00 bis 34,000 V, Röstgerste, glasiert, in Sä>en 36,00 bis 38,00 f, Malzkaffee, glasiert, in Sä>en 45,00 bis 47,00 #, Rohkaffee, Brasil Superior

Kattowitz, Posen) . Portugal (Lissabon) . Rumänien (Bukarest) Schweden, Sto>holm und Göteborg) . .| 100 Kronen Schweiz (Zürich, Basel und Bern). |100 Franken Spanien (Madrid u. : A Barcelona) . . 100 Pejeten Fortseßung des Handelsteils in der Ersten Beilage. Tshehoslow. (Prag) | 100 Kronen Türkei (Istanbul) . . |1 türk. Pfund Ungarn (Budapest) . | 100 Pengö Uruguay (Montevid.) | 1 Goldpeso Verein. Staaten von Amerika (New York) | 1 Dollar

C S

1 Verantwortlich: für Schriftleitung (Amtlicher u. Nichtamtlicher Teil), Anzeigenteil f und für den Verlag: A u Präsident Dr. Schlange in Potsdamz für den Handelsteil und den übrigen redakionellen Teil: Rudolf Lanbsc in Berlin-Schöneberg. Dru> der Preußisden Dru>erei- und Verlags-Aktienaesellscaft, Berlin, Wilhelmstraße 32.

: Sechs Beilagen E ‘(einshl. Vörsenbeilage und zwei Bentralhandelsregisterbeilagen)

WagengesteUung für Kohle, Koks und Briketts im

Ru L ; hrrevier: Am 3, Dezember 1936: Gestellt 27 054 Wagen. Berlin, 3. Dezember. Preisnotierungen für Nahrungs

mittel. (Einkaufspreise des Lebensmitteleinzel- handels für 100 Kilo frei Haus Berlin in Originalpa>ungen.) Bohnen, weiße, mittel 37,50 bis 38,50 M, Langbohnen, weiße, hand- verlesen 47,00 bis 50,00 6, Linsen, kleine, käferfrei —,— bis —-— M, Linsen, mittel, käferfrei 53,00 bis 58,00 t, Linsen,

Die Elektrolytkupfernotierung der Vereinigung für deutsche Eleftrolytkupfernotiz stellte sich laut Berliner Meldung des „D. N. B,“ ür 10s 2E auf 61,00 / (am 8. Dezember auf 61,50 M)

ge