1899 / 128 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

o ett E M H rue m 0A

E E E, G E H af: Sia

Theater und Musik,

Konzerte.

Dem Andenken Michael Glinka's war ein Konzert ge- widmet, welches an dem Rg Geburtstage des nationalrussischen n Die erfolate Ent-

chem den Tonseßzer

Komponisten im Beethovenjsaale stattfand.

büllung einer Gedenktafel an dem Hause, in wel bei seiner Anwesenheit in ftorbenen und ebenfalls bekannten Komponiften , Balafkirew,

Ilediglih Or

Hymne aus der Oper „Das Leben für den Zar“. aeführten Werken find in Deutschland bisher

volle Orchesterstück „Kamarinétkaja“

Drama „Fürst von Cholm“ weniger interesfierte. Leben für den Zar“, einem S@&lage berühmt und poprlär machte, ift

gestrigen Konzerts glänzenden Abschluß.

Im Königliben Opern hause findet morgen eine Aufführung von Mascaani’'s Over „Cavalleria rusticana“ und Leoncavallo?s

Oper „Bajazzi“ ftatt.

Im Königlichen Schauspielhause geht morgen , neu einstudiert, „Der Traum ein Leben“, dramatisches Märchen in 4 Auf- Besetzurg lautet:

Mabn; der König: Herr Nesper;

ülnare: Fräulein Lindner; der alte Kaleb : Herr Heine; Karkhan: fa Hükener; der Mann vem Felsen: Herr Arndt; ein altes Weib:

zügen von Franz Grillparzer, in Scene. Die ¿affud: Herr Oberländer; Mirza: Fräulein Der Christians; Zanga: Herr Pobl;

räulein Wienrih. Das Werk if vom Ober-Regisseur Grube in

Scene gefeßt.

Im Neuen Königlihen Opern-Theater gelangt morgen

„Die Fledermaus“ zur Aufführung. In der am Sonntag, Neuen Theater ftattfindenden

ompositionen von Victor von Woikowski-Biedau, gleitung am Klavier persönli ausführen wird.

Mannigfaltiges.

In der gestrigen Sihung der Stadtverordneten lagen zwei Der eine, von den Stadtvv. Goldshwidt, Ruge und Genoffen eingebrackt, ging dabin : „den Magistrat um Auêkunft zu ersuchen, ob es wahr sei, daß in den Berliner Gemeindeshulen Sammlungen zur Beseitigung der Kirchennoth in Ost-Afrika stattgefunden

ben.“ Der zweite, von den Stadtv. Singer und Genoffen gestellte

ntrag forderte, diese Sammlungen in den Schulen zu untersagen. Da der Stadtv. Schwalbe geaen die Dringlichkeit dieser Anträge elben auf die Tageê- ordnuna der nächsten Sigzung gesegzt. Die {on -mehrfach erörterte Magisftrat8vorlage, betreffend die Anstellung von Schulärzten, gelangte

stern nochmals zur Berathung, kam j-doh wiederum nit zur Erledigung, ondern wurde nochmals einem Ausschuß überwiesen. verordneten-Versammlung hatte bekanntlih beschlofsen,

dringlihe Anträge vor.

Einspruch erhob, wurde die Berathung der!

fofsung über die Vorlaçe io lange autzuî

eine Dienstinstruktion für die Schulärite zugegangen fei. Der Magistrat hatte darauf erwidert, daß eine Dienstirstruktion für ein neu einzu- rictendes Amt dur Gemeindebeshluß nicht festgelegt w müsse erft Erfahrungen sammeln. Die Versammlung b erwäbnîi, die Angelegenbeit nochmals in einem Aus\{uß vorberathen zu laffen. Alsdann ging sie zur Berathung der Vorlage, betreffend die Begrüßuzg und Bewirtbung des VIL. internaticnalen Geogravhen- Konarecffes und die Herstellung eines Führers durch Berlin für die Der Kongreß wird in der Zeit vom 23. September bis 4. Oktober tagen. Der Magistrat hat sih damit einverstanden erflärt, daß eine gewischte Deputation eingesetzt werde, um zu in welch?r Weise die Begrüßung und Bewrirthung der Kon- und daß für die Her- ellung eines Fübrers alé Feftscrift für die Gäste ein Betrag von an welhzr die

Tbteil-ebmer an dem Kongrefi, über.

beratben, _di jun angr am ¿zweckmäßigften geschieht,

5000 # bewilligt werde. Nah längerer Debatte,

Wetterberiht vom 2. Juni, S8 Ubr Morgens.

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Temperatur 4°N.

Wind. ¡ Wetter. |

Stationen.

in ? Celsius

Bär. auf 0 Gr. u. d. Meeressp

red. in Millim.

59C.

4 beiter 2 wolkig 2 wolkenlos 2 beiter 4'beiter G!'wolfig j 5beiter 1|wolfenlos 1\wolfenlos 1/beiter 2 beiter 2beiter

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Bellmulet Aberdeen . Christiansund Kopenhagen Stock#holm Haparanda ___ Cork, Queens- town 767 Ghberbourg . | 769 [der 767 ylt 769 amburg 769 winemünde | 768 Neufahrwafser} 768 1ibedeckt Memel . . . | 767 2'heiter | ai 11/4 T67 still|Duast | ünfter Wftf.| 768 1\woifenlos Karlsruhe . . | 768 4\wolkenlos Wiesbaden. . | 768 2 wolkenlos München | 769 2\weolkenlos Chemnitz .. | 769 ftillwolfkenlss | 14 Berlin .- . | 769 [WNW Z3lbeiter len L eo 007-4 ftill|wolfig 14 Breélau... | 769 {NW 2 wolkenlos | 12 _ Fle d’Aix . . | 766 (O 3'wolfenlos | 11 Nizia . e - | 766 |ONO 3\wolkenlos | 17 E T O f fill wolkenlos | 22

Uebersiht der Witterung.

Der Lufidruck if über West-Guropa boch und idmäfig vertheilt, dementsprechend ist die Luft- égung Moriy das Wetter vorwiegend heiter und troden. Barometrishe Depressionen liegen übec Schottland und Nordrußland, wäbrend über Rord- weitd-utihland der Luftdruck am hödften ift. Fn Deutslaud dauert die ruhige, heitere und trockene

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Berlin im Jahre 1857 der Tod ereilt batte, gab Veranlassung zu dieser von - einem Schüler des Ver-

geleiteten musikalischen Gedähtnißfeier, bei welcher

e Glinka’'s zum Vortrag gelangten Das dem Dirigenten unterstelite Orchester setzte sih aus den hier anwesenden Mit- gliedern der Shweriner Hof kap elle und einigen hiesigen Kürftlern zusammen. Zum Vortrag gelangten die Ouverture und vier Zwischenspiele zu dem Drama „Fürst voa Cbolm“ von N Kukolnik; die Ouvertüre zu der Oper „Ruslan und Ladmila® ; „Kamarinskaja", Phantasie für Or- ester über zwei russishe Volkslieder ; Capriccio brillant über das Thema „La Jota Aragonesa“; Entr’acte zum Epiloa und Schluß- Von den auf- namentlich die Ouverture zur Oper „Ruslan und Ludmila“ und das wirkungs- bekannt geworden, anerkennerswertber Ausführung au gestern ungemein gefielen. Auch das Cayriccio fand ungetheilten Beifall, während die Musik zu dem Die Oper „Das

bier eigentlich nur dem Namen nach bekannt; die erhebenden Accorde der Sc{lußbymne aus derselben fanden aber au bei den zablreihen Besuchern des vollen Anflang und gaben dem Abend einen

den 4. Juni, Mittags 1 Uhr, im W obltbätigkeits-Matinée hat den gesanglihen Theil des Programms die bekannte Konzertsängerin ea &Fulie Müllerbartung übernommen. Zum Vortrag gelangen

welcher die Be-

egen, bis ihr vom Magistrat

erden könne; man eschlofß, wie son

welche bei

Rustan:

Die Stadt- die Beschluß-

Friedrichshain. am 16. Dezem

daß die liche Gesundheitépflege die den kommenden Winter für dr den zu errihtenden beiden

berechnet find, derselben n ch der Einrichtung der lich. Die Vorlage gelang nabme.

einer Schenkung der Wittwe ordneten

{loß die

Fnagenieure fin en Tagen vom 12. bis 14. Juni statt. im lezten Jahre beschäftigt haben und in der tversammlung neben den laufenden Jahres-

d welhe den Verein bevorftebenden Haup geshäften des von allgemeinerem Inte Dampfdruck ; fesseln un stungen; Í Erlaß des Königlich fächsi rôöhrige Siederobrkefsel; Einrichtungen der Preußen; Anstellung von Versuchen ragen; Preisausschreiben über die Geschichte der Dampfmaschine und über gewerblih über die führenden T-chnik ;

sein. Um 54 Uhr hält Herr

„Soziol-Korr.“ hetenden Jubelfeier. s{winagbß während fc

evanaelis{-lutheris&en Gemeinde

etheiligten, weiteren

i Fachrverk-Pavillons auf “dem

Krankenhäuser

estellt

often auf je 709 000 #,

einiger Bestimmungen

Hanke für Zwecke

Die 40. Hauptversammlung des Vereins deutscher det in diesem Jahre in Nürnberg, und zwar în

Damwmvfmaschinen Entwurf eines

Fortschritte Herausgabe

in Nürnberg und Umgegend stait.

Eine partielle

Himmel am Donnerstag, den 8. 5 Ubr 48 Minuten bis 6 Uhr 46 Minuten können. Zur Beobachtung des interefsanten Phänoment, bei welchem der Mond etwa 1/8 des Sennendurchmefssers bedeckt, wird die Uran ia- Sternwarte dem Publikum bereits um © Ubr Morgens geöffnet G. Witt im Theatersaal einen kurzen, erläuternden Vortrag mit Lichtbildern über die Bedeutung und den Verlauf der Finsternikß.

Die Deutsche

Witterung fort ; die Temperatur ist meist wieder ge- stiegen und hat steäenweise den Mittelwerth über-

schritten.

Deutsche Seewarte.

P E P E E E A E S E EE S E f B Ah

Theater.

Königliche Schauspiele. Sonnabend: Opern- baus. 140. Vorftellung. Cavalleria rusticana. (Baueru-Ehre.) Oper in 1 Aufzug oon Pietro

Mascagni.

Tert nah dem gleichnamigen Volksftüdck

von G. Verga. Bajazzi. (Pagliacci) Oper in 2 Akten und einem Prolog. Musik und Dichtung von R. Leoncavallo, deutsch von Ludwig Hartmann.

Anfang 7ck Uhr. Schauspielhaus.

studiert: Der Traum ein Leben.

149. Vorstellung. Neu ein- Dramatisches

Märchen in 4 Aufzüg-n von Franz Grillparzer.

In Scene gesetzt Anfang 7+ Uhr. Neues Opern

U - Theater. Komische Operette

Meilbac und Halévy. Bearbeitet von C. Haffner

vom Ober-Regisseur Mar Grube.

Die ‘Fledermaus.

mit Tanz in 3 Akten nah

und Richard Genáe. Musik von Iobann Strauß

Tanz von Emil Graeb. ; q 5 Uhr ab Konzert des Erk’schen

Garten von

Anfang 74 Uhr. Im

Mäuner-Gesangvereins unter Mitwirkung der Kavelle des „Königin Elisabeth Garde-Grenadier- Regiments Nr. 3“ statt. Die Theater-Billets be- rechtigen zum Eintritt in den Garten.

Sonntag: Operntaus. häuser und der Sängerkrieg auf

141. Vorstellung. Tanu- artburg.

Romantische Over in 3 Aften von Richard Wagner.

Anfang 7 Ukr. Schauspielbaus.

frau von Orleans.

150, Vorstellung. Die Jung- Eine romantische Tragödte

in 1 Verspiel und 5 Aufzügen von Friedrich von

Schiller. Anfang Neues Anfang 74 Uhr.

Opern-Th

7} Uhr. eater. Die Fledermaus. Bill-treserve)jaz Nr. 49.

en Gegenftand der Berathung bildete die dringlihe Vorlage des Magistrats; betreffend die-Erbauun

Dieselbe war damit bégründet, daß, ungeachtet der ber 1897 erfolgten Eröffnung des Krankenhauses in der Gitschinerstraße 104/105 mit 150 e der flädtischen fortdauernd gewachsen sei und im vorigen Winter einen derartigen Umfang angenommen habe, eputation für die städtishen Krankenanfstalten- und die öffent- Bereitstellung weiterer Krankenbetten für ingend nothwendig- erahtet- habe. Ja E Us sollen 128 Krankenbetten bereit- werden. Die Erbauung der beiden Pavillons, insgesammt also auf 140 000 fol fo bes{leunigt werden, da im kommenden Winter möglih Pavillons sind an Kosten 204 418,95 # erforder- te mit großer Stimmenmehrheit zur An- Von einer an den Reicstag gerichteten Petition des Magistrats um Ablehnung des Gefeßentwurfs, betreffend Aende- rungen soweit in demfelb nabm die Versamm einverstanden, daß au

n eine Auédehnung des Postregals gefordert wird, lung Kenntniß. Sie erklärte si ferner damit f dem Sxrerzierhof der Haupt-Feuerwahe ein welche den Komponisten in feiner Heimath mit E für Sprißen und ein Brunnen für Feuerlôschzwecke

i ergestellt werden. Bez:üglih der Vorlage, welche die Annabme des Baumeisters und

Versammlung, den der Schenkung zu ermächtigen. sammlung, daß die Rück der Stadt künftig au

dürfe, daß feine Gr nah § 9 der Kau Kaution zu haften hätte, lie folgte eine geheime Sißung.

zablung der Kautionen an die Bedienfteten gegen die amtlihe Bescheinigung erfolgen sagansprüche der Stadtgemeinde Berlin, für welche tionsbestimmungen vom 30. November 1896 die bekannt geworden seien. Auf die öffent-

Vereins berathen werden, resse: Normalien zu Rohz:leitungen für hohen Grundsäße für die zur Ermittelung ihrer Lei- Gesetzes über die hen Minifteriums des Innern über eng-

e und Hauusfeuerungen; der Ingenieurwissenshaften und der aus- eines internationalen technischen MWörterbuches; Betheiliguna an der Weltausstellung in Paris 1900. Ferner werden folgend D oerfel, Prag: Die Fnáenieur Kullmann,

e Vorträge Damvfüb-rhitzung bei Corlißmascbinen; Zivil- Nürnberg: Der Stand der Wasserversorgung în Bayern; Ingenieur Erhard, Wien: Nürnbe' gs Metall-Industrie; Profefior E. Meyer, Söttingen : Große Gasmaschinen; Jagenieur Friese, Nürnberg: Die Anforderungen der Elektrot-chnik an die Kraftmaschinen. Die Vormittage der versammlung sind den Verträgen

Sonnenfinsterniß wird bei günstigem Funi, Morgens in der Zeit von

Armenshule in beriht-t, im vergangenen Monat Zeuge einer ers» In den 1850 er Jahren von Pastor von Bodel- iner Amtsthätigkcii als Beistliler der deutschen gegründet. hat die Armenschule felbît das \chwere Kriegéjahr und die darauf folgende Zeit glüdcklih über- standen. & 1879 trat Herr Fleishhauer alé Lehrer ein.

Sie ertbeilt gegenwärtig etwa 150 Schülern Unterricht.

Stadtvv. Singer, Kalish, Sas T1. und D B owie der Bürger- | 20jährigen Arbeit meifter Kirschner a uri N Per d die ‘Meier, angenommen.

wurde die Vorlage unverändert g L L rafen von der

„pon de ‘des zankeithauses im | erkennung seines

etten, die Inanspruchnahm In Buéëéa

gestein und

deren

die Beriußun st. Einschließli

über das Postwesen, îin- kronenbohrer

Stattver- | und 27 m einer Stiftung betraf, be- Magistrat zur Annahme Endlich genehmigte die Ver-

Vormittags von Von den Angel-genheiten,

S{wellen.

sind die folgenden L erscht werden.

Untersu(ungen an Dampf-

Patentanwälte ; | dem Bahnfrevel,

r Werkmeistershulen in zur Lösung wichtiger technis{er

Herautgabe eines Jahrbuches

Profeffor

gehalten werten: An der

drei Tage der Haupt- und Verhandlungen gewidmet.

begleitet.

zufolge auf dem Stationsho verewigten Fürsten von Bismar ck

ement errihtet worden, / das von dem Stationschef Leuschner in Zement modellierte, charak- teristisch ähnliche Porträâtmedaillon des. Fürsten- trägt. „Bismarckbrunnen dürfniß, indem er

n dem \üdsüdwestlih von Windhoek gelegenen Deutsch -Südwest - Afcikas, geragtfanee theils früher, theils im vergangenen

esiß von Privaten übergegangen ist, sind, wie das „Deutsche Kolo- nialblatt“ mittheilt, mit einem der vom Gouvernement aus der Kap- kolonie von der Firma Benningbam u. Gearing bezogenen Diamant-

hielten feine Beschädigung. n stundige Verspätung. Die Gendarmerie erhielt sofort Nachricht von

Bürgermeister, der amerikanishe Konsul u. A. theil. that die üblihen drei Hammershläge auf den Grundstein.

St. Petersburg, 1. Juni. Simbirsker Zweiglinie der Moskau Kafan-Bahn gelegenen Dorfe Sjuksum dbrah gestern nah dem Passfieren eines Eifenbahnzuges Nachmittags finden Autflüge zur Besichtigung industrieller Anlagen Gee aus, durch welches die halbe Ortschaft in Ast§e gelegt wurde.

ie erbitterten Bauern bewarfen einen später vorbeifahrenden Zug mit Steinen; infolge dessen werden jeßt die Züge von Gentarmen

an den Kindern unbemittelter

gde in Paris welhe dur die Anwesenheit des Botschafts-Sekretärs Groeben als Vertreters des deutshen Botschafters, fowie hoher französisher Staatsbeamten vershön! wurde. In An- menschenfreundliben Wirkens verlieh die französische Regierung dem Jubilar die „palmes académiques“.

ift dem / „Deutsden Kolonialblatt“ zur: bleibenden Erinnerung an den ein Brunnen aus Gebiras-

welcher auf der Vorderseite

(Kamerun

Der Vruunen, # genannt, entspriht einem lange gefühlten Be- den Siationshof ständig mit Wasser verforgt.

ï Gebiete in welhem eine Anzahl von Re- Fabre in den

neuerdings Bohrungen vorgenommen worden. -

In der Zeit vom Oktober 1898 bis Februar 1899 wurde an fünf Stellen, und zwar auf vier Farmen und einem Bastardplage, gebohrt und übérall Wasser étzielt. zwishen 94 m auf einer noch unbesezten Regierungsfarm unweit Saelgras mit einem Wasserstande auf . der . dem fiübheren Angehörigen der Schußtruppe, Wasserstand im Bohrloche betrug dort 22 m. gebene Land foll in gleicher Weise Farmbetrieb vorbereitet werden.

weiges wird demnächst der vom Gouvernement gewonnene Perr

. C. Watermeyer, der Herrn während seiner Bereisung Südwest- Afrikas als landwirthschaftliher Sachverständiger begleitete, übernehmen.

Dresden, 1. Juni. Nord-Süd-Expreßzug, welher am 30, Mai 2 Ubr 5 Minuten

Die Tiefe der Bohrungen bewegt #ich

von 33 m im Bohrloche Ansiedler Maiburg, einem gehörigen Farm. Der Das: noch nicht ver- auf Wasser uatersuht und für den Die Oberleitung dieses. wichtigen

Negierungs-Baumeister Rebbock Das „Dresdner Fournal* meldet: Der Leipzig (Bayrischer Bahnhof) nah München ab-

gelafsen wurde, stieß in der Nähe des Haltepunktes C ulten auf mehrere über das rechte Gleis gel?-gte und dem Zuge ent zegengestellte Die Vorsvannmaschine des Zuges ethielt bierdur größere Defekte und mußte in MWerdau dur eine Hilfsmaschine Die zweite Maschine und der Expreßzug felbst er-

Durch den Unfall entstand eine halb- und man soll, dem Vernehmen nach, dem Thäter

(W. T. B.) Unter dem Verda@ht der

auf der Spur sein.

Zwidckau, 2. Juni. Urheberschaft des vorgestern früh gegen den Nord-Süd -Exvreßzug verübten {weren Anschlags is ein ehemaliger Lokomotivfeuermann verhaftet worden.

Weimar, 1. Juni. Gegenwart Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs die Grundsteinlegung Feier nahmen Vertreter der englischen Kolonie,

(W. T. B.) Heute Vormittag fand in zu der neuen englischen Kirche ftatt. der Ober- Der Großherzog

(W. T. B.) In dem än der

beobachtet werden

Paris war, wie die

Séeincr aufopfernden

Cadinen, der Kaiser traf, von Güldenboden kommend, heute Vormittag furz nah 10 Uhr hier ein und unterzog das Gut alsbald

einer eingehenden Besichtigung.

Nach Schluß der Redaktion eingegangene

Depeschen.

2. Juni. (W. T. B.) Seine Majestät

Î

(Fortseßung des Nichtamtlichen in der Ersten und Zweiten

Beilage.)

Deutsches Theater. Sonnabend: Cyrano vou Bergerac. Anfang Ubr.

Sonntag, Nachmittogs 24 Uhr: Die Weber. Nbends 75 Ubr: Die Gefährtinu, Der grüne Kakadu, —— Paraceclfus.

Montag: Romeo und Julia.

Stchiller-Theater. (Waliner-Theater.) Sonn- abend, Abends 8 Uhr: Zwei glückliche Tage. S&wank in 4 Akten von Frarz von Schönthan und Gustav Kadelburg.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr (5. Vorstellung im Shakespeare - Cyclus): Der Zähmung. Abends 8 Uhr: Die Frau vom Meere.

Montag, Abends §8 Uhr: Der Herrgottschnitzer von Ammergau.

Theater des Wesiens. Sommer - Oper. Direktion: M. Heinrich. Sonnabend: In der neuen Münchener Einrichtung: Die Zauberflöte.

Sonntag: Dieselbe Vorstellung.

Neues Theater. Direktion: Nuscha Buyge. Sonnabend. Hofgunft. Lustspiel in 4 Akten von Thilo von Trotha. Anfang 7 Uhr.

Sountag und folgende Tage: Hofgunft.

Belle-Allionce-Theater. Belle - Alliance- ftraße 7/8. Sonnabend: Friß Reuter - Cyclus. Gastspiel August Junkermann. Oukel Bräfig. Anfang 8 Uhr.

Sonntag : Dieselbe Vorstellung.

Fm Sommergarten: Großes] Doppel: Konzert mit Variété-Vorstelluug. Gf: t

Widerspenstigen |

Residenz - Theater. Direktion: Sigmund Lautenburg. Sonnabend: Gastspiel von Franz Tewele. Der Schlafwagen - Kontroleur. (Lo contrôleur des wagons-lits.) S@wank in 3 Akten von Alexandre Bisson. In deutscher Ueber- tragung von Benno Jaçobson. Vorber: Zum Eiuficdler. Lustspiel in 1 Akt von Benno Xacobson. Anfang 74 Uhr.

Sonntag und folgende Tage: Der Schlafwageu- Kontroleur. Vorher: Zum Einfiedler.

K E E E E I E E I E E E E S

Familien-Nachrichten,

Verlobt: Asta Frein von Kirchbach mit Hrn. Hauptmann Hermann von Lindeiner gen. von MWildau (Liegnig). Frl. Margarethe von Strampf mit Hrn. Pastor des. Johannes Kuske (Briea—Scöndorf). Frl. Else Reimarus mit Hrn. Leut. Otto Isensee (Berlin).

Vereheliht: Hr. Referendar Felix von Amsberg mit Mathilde reiin von Reibnit (Berlin).

Geboren: Eine Tochter: Hrn. Oberleut. d. R. von Buh-Spoitgendorf (Spoitgendorf). Hrn, Ernst Frhrn. von Gregory (Haus Trebus).

Gestorben: Verw. Fr. Oberst Pauline von Lieber- mann, geb. S&ah (Theresienftein). Fr. Marie von Klinfowström, geb. Weiß (Breslau). Verw.

E E Emilie Shubert, geb. Grunert erlin).

Verantwortlicher Redakteur: Direktor Siemenroth in Berlin.

Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin,

Druck der Nordd-utshen Buchdruckerei und Verlags- Anftalt Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32,

Acht Beilagen

7 Aa lEiaiA E, dis B di 1474

(eins{ließli4 Börsen-Beilage).

Erste Beilage

zum Deufschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

M 128

Berlin, Freitag, den 2. Juni

1899.

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Verichte von deutschen Fruchtmärkten.

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Qualität

gering

| mittel | gut Verkaufte

Gezahlter Preis für 1 Doppelzentner

Menge

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böchster | niedrigster | höchster M. | M. M. A M.

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Markttage am Markttage

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14,00

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13,00 13,00 14,60 12,30 15,10 13,90 16,00

14,00 15,20 14,20 16,00 f} 13,80 | 12,80 I 13,50 | 13,50 |

13,20 13,40 14,80 12,50 15,49 14,00 17,25 15,60 14.20 15,49 14 40

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12,00 14/80 15,00 12.50 15.009 13.80

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12,30 | 13,20 | —+ E 140.10’ |

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14.40 13,00

15,00

13,60 13,90

11,80 12,00

17,00

390 13,00

294 14,70 2 453 12,26

109 15,60

1163 15,00 337 14,00

488 13,94 13 50

15,34 | 927.5. 1440 | 25.5,

14,20 | 29. 5. 13,30 | 30.5.

1148

Die verkaufte Menge wird auf volle Doppelzentner und der Rerkaufswerth auf volle Mark abgerundet? mitgetheilt. Der Durchschnittspreis wird aus den unabgerundeten Zahlen berechnet.

Ein liegender Strich (—) in den Spalten für Preise hat die Bedeutung, daß der betreffende Preis niht vorgekommen ist, ein Punkt (. ) in den leßten sechs Spalten, daß entsprechender Bericht fehlt.

Parlamentarische Nachrichten.

Dem Reichstage ist folgender Entwurf eines Ge- sezes zum Schuße des gewerblihen Arbeits- verhältnisses, nebst Begründung vorgelegt worden:

S].

Mer es unternimmt, durch förperlihen Zwang, Drokung, Ehr- verlezung oder Verrufserklärung Arbeitgeber oder Arbeitnehmer zur Theilnahme an Vereinigungen oder NBerabredungen, die eine Ein- witkung auf Arbeits- oder Lohnverhältnifse bezwecken, zu bestimmen oder von der Theilnahme an solhen Vereinigungen oder Verabredungen abzuhalten, wird mit Gefängniß bis zu einem Fahre bestraft.

Sind mildernde Umstände vorhanden, so ist auf Geldstrafe bis zu eintausend Mark zu erkennen.

2.

Die Strafvorschriften des § 1 finden auh auf denjenigen An- wendung, welcher es unternimmt, dur förperlihen Zwang, Drohung, Ehrverletzung oder Verrufserklärung

1) zur Herbeiführung oder Förderung einer Arbeiteraus\perrung Arbeitgeber zur Entlassung von AÄrbeitnehmern zu bestimmen oder an der Annahme oder Heranziehung folher zu hindern,

2) zur Herbeiführung oder Förderung eines Arbeiterausstandes Arbeitnehmer zur Niederlegung der Arbeit zu bestimmen oder an der Annabme oder Aufsuchung von Arbeit zu hindern,

3) bei einer Arbeiteraussperrung oder cinem Arbeiterausstande die Arbeitgeber oder Arbeitnehmer zur Nachgiebigkeit gegen die dabei ver- tretenen Forderungen zu bestimmen.

"A

Wer es-sich zum Geschäft macht, Handlungen der in den 88 1,2 bezeichneten Art zu begehen, wird mit Gefängniß nicht unter trei Monaien besiraft.

8 4.

Dem körperlihen Zwange im Sinne der §§ 1 bis 3 wird die Beschädigung oder Vorenthaltung von Arbeitsgeräth, Arbeitsmaterial, Arbeitserzeugnissen oder Kleidungsftücken gleihgeactet.

Der Drobung im Sinne der §§ 1 bis 3 wird die planmäßige UVeberwahung von Arbeitgebern, Arbeitnehmern, Arbeits\tätten, Wegen, Straßen, Plägen, Babnhöfen, Wasserstraßen, Hafen- oder sonstigen Verkehréanlagen gleihgeachtet.

Eine Verruféerklärung oder Drohung im Sinne der §§ 1 bis 3 liegt nit vor, wenn der Thäter eine Handlung vornimmt, zuw der er berechtigt ift, insbesondere wenn er befugterweise ein Arbeits- oder cine Dcttdei ablehnt, beendigt oder kündigt, die Arbeit einftellt, eine Arbeit8einstelung oder Aus\perrung fortseßt, oder wenn er die Vornahme einer folhen Handlung in Aussicht stellt.

8 5,

Wird gegen Personen, die an einem Arbeiterausftand oder einer Arbeiteraus\sperrung nit oder niht dauernd theilnehmen oder theil- genommen haben, aus Anlaß dieser Nichtbetheiligung eine Beleidigung mittels Thâtlichkeit, eine vorsäßlihe Körperverleßung oder eine vor-

säßlihe Sachbeschädigung begangen, so bedarf es zur Verfolgung keines Antrags. g 6

_Wer Personen, die an einem Arbeiterausftand oder einer Arbciter- auésperrung nicht oder nicht dauernd theilnehmen oder theilge- nommen baben, aus Anlaß dieser Nichtbetheiligung bedroht oder in Verruf erklärt, wird :nit Gefängniß bis zu einem Jahre bestraft.

Sind mildernde Umstände vorhanden, fo ist auf Geldstrafe bis zu eintausend Mark zu erkennen.

-_

t.

Wer an einer öffentlichen Zu)ammenrottung, bei der eine Handlung der in den 88 1 bis 6 bezeichneten Art mit vereinten Kräften begängen wird, theilnimmt, wird mit Gefängniß bestraft.

Die Rädelsführer find mit Gefängniß nicht unter drei Monaten zu bestrafen.

8 8.

Soll in den Fällen der §8 1, 2, 4 ein Arbeiterausftand oder eine Arbeiterauésperrung herbeigeführt oder gefördert werden und ift der Nusftand oder die Aussperrung mit Rücksicht auf die Natur oder Be- stimmung des Betriebs geeignet, die Sicherheit des Reichs oder eines Bundesstaats zu gefährden oder eine gemeine Gefahr für Menschen- leben oder für das Eigenthum herbeizuführen, so tritt Gefängnißstrafe nicht unter einem Monat, gegen die Rädelsführer Gefängnißstrafe nicht unter sechs Monaten ein.

Ist infolge des Arbeiterausstandes oder dr Arbeiterauéfperrung cine Gefährdung der Sicherheit des Reichs oder eines Bundesstaats eingetrgten oder eine gemeine Gefahr für Menschenleben oder das Eigenthum herbeigeführt worden, fo ist auf Zuchthaus bis zu drei endi gegen die Rädeléführer auf Zuchthaus bis zu fünf Jahren zu erkennen.

Sind in den Fällen des Abs. 2 mildernde Unistände vorhanden, so tritt Gefängnißstrafe niht unter sech3 Monaten, für die Rädels- führer Gefängnißstrafe nit unter einem Jahre ein.

8 9.

Soweit nah diesem Gese eine gegen einen Arbeitgeber gerichtete Handlung mit Strafe bedroht ist, findet die Strafyorschrift auch dann Anwendung, wenn die Handlung gegen einen Vertreter des Arbeitgebers gerichtet ist. 8 10

Die Vorschriften dieses Geseßes finden Anwendung 1) auf Arbeits- oder Dienstverhältnifse, die unter den § 152 der

Gewerbeordnung fallen, ; j

2) auf alle Arbeits- oder Dienstverhältnisse in solhen Reichs-, Staats- oder Kommunalbetrieben, die der Landesvertheidigung, der öffentlihen Sicherheit, dem öffentlihen Verkehr oder der öffentlichen

Gesundheitspflege dienen, E EEZA 3) auf alle Arbeits- ‘oder Dienstverbältnisse in Eisenbahnunter-

nehmungen,

& 11, Der § 153 der Gewerbeordnung wird aufgehoben.

Begründung.

Der dem Reichstage im Jahre 1890 vorgelegte Gefegentwourf, betreffend die Abänderung der Gewerbeordnung, hatte durch wesent- li&e Erweiterungen und Verschärfungen des § 153 der Gewerbeordnung einen verstärkten Schuß gegen den Mißbrauh des gewerblichen Koalitionsrechts vorgesehen (Anlage 1). Als diese Abänderungsvorschläge niht die Zustimmung des Reichetages fanden, ftellten die ver- bündeten Regterungen zwar, um niht die ganze Novelle, die für die Arbeiter sebr werthvolle Schußvorschriften enthielt, zu gefährden, ihre Wünsche binsichtlih des & 153 zunächst zurück; noch bei der dritten Berathung im Reichstage aber wurde am 6. Mai 1891 (Sten. Ber. S. 2789) von dem Bevollmäwtigten zum Bundesrath, Königlich preußischen Handels-Minister Freiherrn von Berlepsch die Erklärung abgegeben, daß die verbündeten Regierungen nach wie vor an der Ueberzeugung von der Notbwendigkeit dec vorgeshlagenen Strafvorschriften festhalten und in späterer Zeit auf die Frage zurüd- greifen würden.

Inzwischen bat ih die Unzulänglichkeit der bestebeaden Vor- sriften immer fühlbarer herausgestellt. Die fortgeseßten Aus- shreitungen bei gewerbli{en Lohn- und Arbeitskämpfen, die dabei in bedenklihem Umfange vorkommende Anwendung von Gewalt und Zwang machen es zu einer unabweisbaren Pflicht der Geseßzgebung, die Freiheit des Arbeitsvertrags und das Selbhtbestimmungsreht der daran Betheiligten gegen Terrorisnmus wirksamer als bisher zu schützen und im Interesse der Aufrechterhaltung der Rechtsordnung und des öffentlichen Friedens das Uebel mit ausreihenden Mitteln einzus dâmmen.

Die dur den 8& 152 der G.-O. reihsgesezlich gewährleiftete Koalitionsfreibeit soll den Gewerbetreibenden und den gewerblichen Arbeitern ungeschmälert erhalten bleiben. Wie ihnen die freie Ent- schließung darüber zustebt, unter welhen Bedingungen sie Arbeit geben oder nehmen wollen, so sollen sie auch dur vorliegenden Gesfeß- entwurf nicht daran gehindert wecden, sich zur Einwirkung auf di Gestaltung der Arbeitsbedingungen zu Vereinigungen zusammenzu- {ließen und nah gemeinschaftliher Verabredung Arbeitskräfte zu be- \hâftigen oder niht zu beschäftigen, ihre Arbeitskraft Anderen zur Verfügung zu ftellen oder vorzuenthalten. Auch soll ibnen unverwehrt bleiben, zum Zwecke- gemeinshaftliten Vor- gehens für Arbeiterausstände oder Ausfperrungen in engeren oder weiteren Kreisen, in privater oder öffentliher Form, dur Belchrung oder Üeberredung Anhänger zu werben. In dieses wirthschaftliche Ringen gewerblicher Arbeitgeber und Arbeitnehmer um Arbeits- bedingungen, wie sie tbnen ecwünscht oder doch annehmbar erscheinen, wird die öffeatlihe Gewalt, solange hierbei der Rechtsboden nicht veclassen und das Gemeinwohl nit gefährdet wird, niht eingreifen dürfen. Unmöglich aber kann in einem geordneten Staatówesen ge- stattet werden, daß fih die Kämpfenden, -um den Gegner zur Nach- giebigkeit zu nöthigen oder den Berufsgenossen zur Heeresfolge zu zwingen, jedes beliebigen, auch des an sich -erwerflihsten Kampf- mittels bedienen. Verwerflih sind aber alle Mittel, welche darauf

berehnet sind, die Willensfreiheit Anderer. zu beeinträchtigen.