1899 / 153 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

] KunEell vom Amisgericht T in n das Amtsgericht in Landsberg a. W. verseßt. In der Liste der Rechtsanwälte ist gelöst: der Nechts- walt N Wi Ou bei dem Landgericht und dem Amts3- t in Tilsit. In die Liste der Rechtsanwälte sind eingetragen: der Nechtsanwalt Marcuse aus Staßfurt bei dem Landgericht TI n Berlin, der Rechtsanwalt Georg aus Hadamar bei dem Amts- geriht und der Kammer für B in Siegen, der Notar Dominick in St. Vith bei dem? Amtsgericht daselbst, der Gerichts-Assessor Richard Me yer bei dem Land- geriht T in Berlin, der Gerichts-Assessor Kempkes bei dem Landgericht in Essen, der Gerichts-Assessor Dr. Milchner bei dem Amtsgericht in Zossen und der Gerichts-Asscssor Hei x bei dem Amtsgericht in Königswinter. : Der Amtsgerihtsrath Hartmann vom Amtsgericht T in Berlin, die Rechtsanwälte Niche in Berlin und Katen- hausen in Hannover sind gestorben.

Ministerium des Jnnern.

Bei tem Ministerium des Jnne:n ist der Regierungs- Sekretär Zißlaff zum Geheimen expedierenden Sekretär und Kalkulator ernannt wordeit.

Ministerium für Handel und. Gewerbe.

Bekanntmachung, betreffend die Allerhöchste P E ang der von der Korporation der Kaufmannschaft in Königs- berg i. Pr. beshlossenen Verfassung dieser Korpo- ration vom 10. Mai d. J.

Des Königs Majestät haben mittels Allerhöchsten Erlasses vom 12. d. M. die von der Korporation der Kauf- mannschaft in F i. Pr. beschlossene Verfassung dieser Korporation vom 10. Mai d. J. zu genehmigen geruht.

Der Allerhöchste Erlaß nebst der genehmigten Verfassung wird durch das Amtsblatt der Königlichen Reg'erung in Königsberg bekannt gemacht werden.

erlin, den 28. Juni 1899, Der Minister für Handel und Gewerbe. Brefeld.

Ober-Rehnungskammer.

Die bisherigen Geheimen revidicrenden Kalkulatoren üttenhein, Carl Ernst Theodor Albrecht und Raterstradt sind zu Geheimcn Nechnunge-Revisoren bei der

Königlichen Ober-Rehnungskammer ernannt worden.

Haus der Abgeordneten.

Bei dem Hause der Abgeordneten ist der Polizei-Sekretär Thielebier zum Registrator und Kalkulator ernannt worden.

Nachtrag zur Tagesordnung für die auf den 5. Juli 1899, Vormittags 9 Uhr, in Erfurt anberaumte ordentlihe Sihung des Bezirks- Eisenbahnraths für die Eisenbahn- Direktiions- bezirke Erfurt und Halle a. S. (\. Nr. 145 des „R.- u. St.-Anz.“).

Antrag: auf der Gotha-Leinefelder Bahn mindestens für zwei Zugpaare eine beshleunigte Fahrzeit, die der- jenigen der Personenzüge auf der Hauptbahn entspricht, ein- zuführen.

Abgereift:

Seine Excellenz der Staatssekretär des Reiche-Schaßamis, Wirkliche Geheime Rath Freiherr von Thielmann, nah Süddeutschland ; L

die Ministerial-Direktoren im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, Ober-Baudirektor Schroeder und Wirkäiche Echeime Ober-Regierungsräthe Möllhausen und Wehrmann, mit mehrwöchigem Urlaub.

Angekommen:

der Ministerial-Direktor im Ministerium für Handel und Gewcrbe, Ober: Berghauptmann Freund, aus dem Oberharz.

Personal-Veränderuugenu.

Königlich Preußisch(e Armee. ä ;

weisung der beim Sanitäts-Korps im Mona

Mai 1800 E ea Veränderungen. Durch Ver- fügung des General-Stgbsarztes der Armee. 2. Mai. Dr. Remy, Unterarzt vom Füs. Negt. Fürst Karl Anton von Hohen-

s U Nr. 49, E De Rubin, Untera:z: vom Inf. Regt. General-Feld-

marshall Prinz Friedrich Karl von Preußen (8. Brandenburgisches) Nr. 61

17, Mai, Rui, UÚziterarzt vom Leib-Kür. Rezt. Großer Shles.) Nr. 1. E M A De, Ridder, Unterarzt vom 2. Hannov. Inf. Negt. Ne. 77, Dr. Spornbe rger, Unterarzt vom 9. Bad. Inf. Pegk. Ne. 113, Dre. Thiele, Unterarzt vom Magdebur. Hui. Regt. Nr. 10, Dr. Hartmann, Unterarzt vom Inf. Reat. Prinz Friedrich der Niederlande (2. Westfäl.) Nr. 15, sämmtlih mit Wahrnehmung je einer bet ihren Truppenthcilea offenen Assift. Arztstelle und zwar A 6. vier Letgenannten vom 1. Juni d. J, ab beauftragt. _—. Evangelische Militär- bezw. Marine-Getstliche. Wendt, Na E S Plön, zum 1. Juni b. J. mit ) m den Ruhestand verseßt. : M E Oper j pra in PUIEtLanen, zum Marinc-

v : ordscestation zugethei Maar E T D E, Va abeilenbause in Oranienstein, in

gleicher Eigens, */- Leisegang, Div. Pfarrer der 39. Div. e Legi Qt n ee aat Kazetteahause ix Oranienstein, E L E “Müller, Dombilfeprediger in Berlin, als Liv. Pfarrer ter 39, Div. in Colmar i, E. berufea-

Armee. î

und D er eve n, D aktiven Heere. 20. A: ailer

/ Fortenbah, Oberst und Kommandeur tes 6. Inf. Regts.

Wilhelm, König von Preußen, unter Beförderung ¿zum (Ken. Major, zum Kommandeur der 7. Inf. Brig., v. Steinsdorf, Oberftlt. beim Stabe des 15. Inf. Negts. König Albert von Sachsen, im 6 Inf. Regt. Kaiser Wilhelm, König von Preußen, unter Beförderung zum Obersten, Thompson, Major beint Stabe des 6. Cher. Regiments Prinz Albrecht von Preußen, im d. Chev. Ne- iment Erzherzoa Albrecht von Oesterrei, zu BRegiments- É amarandaurel: Ott, Obkerstlt, und Kommandeur des 1. Pion. Bats, zum Ingen. Offizier vom Plaß in Ingolstadt, Brunhuber, Major und Komp. Chef vom 16 Inf. Negt. Großhzrzog Ferdinand von Toskana, zum Bats. Kommandeur im 17. Inf. Negt. Orff, Stiel, Major bcim Stabe dcs 2. Pion. Bats., zum Kommandeur des 1. Pion. Bats., v. neschloß, H2uptm. des Inf. Leib-Regts.,, im 16. Jaf. Negt. Großherzog Kerdinand von Totkana, Köntg, Rit!m, à la suite des 1. Ulan. S Kaiser Wilhelm 1l, König von Preußen, kommandiert zur Dienstleiflung doctselbst, in diesem Megk,, Scchwabl, Hauptm. à& la - suito des 2. Feld - Autillerie- Negiments Horn, Lomtmandtert zur Dienstleistung doriselbst, in diesem Reat,, Aechter, Oberlt. im 1. Pioa, Bat., unter Beförde- rung zum Hauptm, zu Komp. 2c. Chefs, ernannt. Krieg, Oberstlt. und Bats, Kommandeur vom 17. Inf. Negt. Orff, zum Stabe des 15. Inf. Negts. König Albert von Sachsen, Neunz, Major und Eskadr. Chef vom 1. Ulan. Regt. Kaiser Wilhelm Il1., König von Preußen, zum Stabe des 6. Chev. Negts. Prinz Albrecht von Preußen, Schaller, Hauptm. und Komp. Chef vom 1. Pion. Bat, zum Stabe des 2. Pion. Bais. verseßt Mark, Hauplm. à la guite d:8 16. Inf. R-gts. Großherzog Ferdinand von Toskana, in den Stand des 4. Juf. Negts. König Wilhelm von Württemberg als überzählig woleder eingereiht. Frhr. v. Würzburg, Major à la suite der Armee, Erhard, Major und Bats. Kommandeur im 22. Inf. Negt., Frhr. v. Rotenh an, Major und Kommandeur des 1. Chev. Negts. Kaiser Nitolaus von Rußland, zu Oberstlts,, Völk, Hauptm. à la suite des 4. Inf. Negts. König Wilhelm von Württemberg, Eisenbahn - Linien - Kommissar in München, Damboer, Hauptm, à la suito des 5, Feld-Art. Megts. und Adjutant beim General - Kommando I. Armee - Ko1ps, zu Majoren ohne Patent, Voal , Lt. des Giserbahn-Bats., zum Oberlt. ; die Fähnr: Frhr. v. Mauchenheim gen. Bechtolsßcim im Inf. Leib-NRegt., Brückner im 14. If. Regt. Hartmann, Frhr. v. Seefried auf Buttenheim im 1. Chev Regt. Kaiser Ni- folaus von Ruzlkland, Frbe. b. Hacke tat 2. Chey, Negt. Tax:s, leßterer mit cinem Patent vem 10. März 1. J., zu Lts., Danzer, Fahnenjunkcr, Unteroff. im 2. Feld-Art. Neg. Horn, zum Fähxr. in diesem NRegt.,, befördert, Frhr. v. Müller, Graf Fugger y Badbenbaqusen, Ohe:ftlts, à 19a suits der Armee, als Obersten, Graf y. Axrco auf Valley, Mojo: à la suito der Vrmee, Stümmler, Majozc und Kommandeur des Landw. Bezirks Paffau, als Oberftlts,, darakterifiert. ; i

Abschiedsbewilligungen Im aktiven Heere. 20. Junt.

Gehe, y. Waldenfels, Gen. Major und Kommandeur der 7. Inf.

rin, in Genehmigung feines Ab!schiedsgesuhs mit der gesetzUchzn Penfion zur Disp. gestellt. Killinger, Oberst und Kommandeur des 5. Chev. Reats. Erzherzog Albrecht von Oesterrei, Klarmann, Oberstlt, und Jagen. Offizier vom Plaß in Ingolstadt, Stoll, Oberlt. des 15. Jaf.- Regts. Köniz Albert von Sachsen, mit der Erlaubniß zum Tragen der bisherigen Uniform mit den für Berab- schiedete vorgeschriebenen Atzeihea mit der gesetzlihen P-nsion dcr Abschted bereoilligt. ;

Im Sanitäts-Korps. Durch Verfügung des General- Stabzsarztes ver Armee. Dr. Guthmann, einjährig-freiwilliger Arzt des 14. Inf. Reats. Hartmann, zum Unterarzt im 22. Inf. Regt. ernannt und mit Wahrnehmung etner offeren Assist. Arztstelle

beauftragt. L Beamte der Militär-Verwaltung. i

18. Juni. Trautner, Zahlmstr. des 6. Inf. Negts. Kaiser

Wil zelm, König von Preußen, mit Persion in den Ruhestand. getreten,

XLIL. (Königlich Württembergisches) Armee-Korps. Beamte der Militär-Verwaltung. i

24. Juni. Kustcrer, Garn. Verwalt. Jusp. in Gmünd, seinem Ansuchen entsprehend auf 1. Oktober d. I. mit der geseglichen Penfion in den Ruhestand verseßt. Vöhringer, Zahlmstr. Aspir., beauftragt mit Wahrnehinung einex Zahlmeisterstelle beim Inf. Pegt. König W:!helm I. Nr. 124, zum Zakblmstr. ernannt. - }

Durch Verfügung des Kriegs-Ministeriums. 24. Juni. Zoll, Garn. Verwalt. Insp. auf dem Truppen-UebungEplaß Mün- fingen, zum 1. Oktober d. J. nah Gmünd verseßt.

Kaiserlicze Marin-,

Offiziere 2. Ernennungen, Beförderungen und Ver- seßungen. Kiel, an Bord S. M. Yat „Hohenzollern j 26. Funi, Karcher, Vize-Admiral, Chef der Viarine-Station der Nordsee, zum Admiral befördert. Grüttner, Kapitän-Lt. vom Stabe S. M, kleinen Kreuzers „Cormoran“, zur 2. Marine-Jusp. verseßt. Engel, Kapitän-Lt,, Komp. Fuhrer bei der 3. Matrosen-Art. Abtheil, zum Stabe S M. kleinen Kreuzers „Cormoran“, Nordmann, Kapitän-Lt., Komp. Führer bei der 2. Matrosen-Div.,zum Stabe S. M. Linienschiffes „Weißenburg“, Albin us, Kapitän-Lt. vom Stabe S. M. Lintenshiff:8 „W.-ißenbarg“, als Komp Führer zur 2. Matrosen-Div., Behnisch, Oberlt. zue See von ter Matrtnc-Station der Oftfee, zur Nef, Panzer- fanonenboot8-Div.,, Connemann, Lt. zur See vom Stabe S. M. Sghulschiff-s „Carola“, zum Stabe S. t. SpezialsZiffes „Möwe“, Walter, Le. zur See von der Ref. Panzerk 1inonenboots-Div., zum Stabe S. M. Spezialschiffes „Möwe“, Eichler, Lt. zur See von der Marine-Station s Ostsee, zum Stabe S. M. SZulschiffes „Carola", kommandiert. :

Fm Sanität8- Korps. Kiel, an Bord S. M. Yat „Hohenzollern“, 26. Juni. Dr. Gutschow, Marine-Gen. rzt, Chef des Sanitätskorps der Marine und Vorstand der Medizinal- Abiheil. des NReichs-Marineamts, unter Verleihung eines Pateuts vom 1. Avril 1899, zum General-Stab8arzt der Marine, Dr. Braune, Dr. Globia, Marine-Stationtärzite zu Wilhelmshaven bezw. Kiel, unter Verleihung von Patenten yom 1. April 1893, zu Marine-Een. Aerzten, heföcdert.

Nichtauilliches. Deutsches Reich.

Preußen, Berlin, 1. Juli

Seine Majestät der Kaiser und König hörten, wie aus Travemünde gemeldet wird, heute Vormittag an Bord der Yacht „Hohenzollern“ dea Vortrag des Chefs des Zivil- kabinets, Wirklichen Gcheimen Raths Dr. von Lucanus, und empfingen hierauf Seine Durchlaucht den Fürsten zu Wied.

Die vereinigten Ausschüsse des Bundesraths für Eisen- bahnen, Post und Telegraphen und für andel und Verkehr, die vereinigten Ausschüsse für Zoll: und Steuerwesen und für

ustizwesen, sowie die vereinigten Ausschüsse für Zoll- und t.uerwesen und für Handel und Verkehr hielten heute

Sißzungen.

3 ub

Vorsiß des Minister: einer Sigung zu-

Uhr im Rb rfte etenhauje- unter räsidenten Fürsten zu H

sammen.

Laut telegraphisher. Meldung ist S. M. S. „Cormoran“, Kommandant: Korvetten-Kapitän Ems mann, am 17. Juni in Apia eingetroffen.

S. M. S. „Gneisenau“, Kommandant: Fregatten- Kapitän Kretschmann, ist am 30. Juni in Bergen an- +5 und beabsichtigt, am 14. Juli wieder in See zu gehen.

Sachseu-Coburg-Gotha,

Jn der gestrigen Sißung des gemeinschaftlichen Landtags der Herzogthümer Coburg A E gab, wie die „Cob, Ztg.“ meldet, der Staats-Minister von Strenge folgende Erklärung über die Thronfolge ab:

Die in England gepflogenen Berhandlungen bezüglich der Throns folge haben ergeben, daß Seine Königliche Hoheit dec Herzog von Connaught sür fi und seinen Sohn auf die Thronfolge zu Gunsten des Herzogs von Albany verzihtet hat. Der Hzrzog von Albany und Höchstdefsen erlaulßte Mutter werden ihren Wohnsiß in Deutsh- land und hauptsähiich in den Herzogthümern Cobura und Gotha nehmen. Setne DurW]auht der Grbprinz von Hohenlohe- Langenburg ist zum Vormund des jungen Prinzen, der eine deutsche Erziebung erhalten wird, bestellt worden,

Dem Landtag sind vier Vorlagen, betreffend die Thronfolge, zugegangen. Die erste Vorlage betrifft die Rege- lung der Thronfolge, die zweite die Verzichtleistung des Herzogs von Connaught für sich und seinen Sohn, die dritte eine Er- klärung des Herzogs von Albany und Höchstdessen erlauchter Mutter und die vierte eine Erklärung Seiner Durchlaucht des Erbprinzen von Hohenlohe-Langenburg über die Ueber- nahme der Vormundschaft. Diese Vorlagen wurden an die Verfassungskommission überwiesen, welche heute Vor- mittag eine Sißung abhielt. Am nächsten Montag findet cine

lenarsizung statt, in welher die Vorlagen zur Vechandlung gelangen sollen.

Oefterreih-Ungaxu.

Wie nunmehr feststeht, wird sich der Kaiser am 83. Juli zu längerem Sommeraufenthalt nah J\chl begeben.

Die Beiseßung des Kardinals-Fürst-Erzbischofs Schön- born hat gestern ‘in Prag im Veisein des Erzherzogs Franz Ferdinand als Vectreters des Kaisers, der Erz- herzoge Ludwig Victor und Franz Salvator, des Minister-Präsidenten Grafen Thun, der kirhlichen Würden- träger und der Behörden sowie cines zahlreihen Publikums stattgefunden.

Großbritannien und Frland,

Das Oberhaus genehmigte gestern die zweite Lesun der Geseßzeëvorlauc, our L pas Mile nah desen E2 reihung cine Pflicht zum Schulbesuh nicht mehr bestehen soll, von 11 auf 12 Jahre erhöht wird. Jm Unterhause fragte Samuel Smith an, ob angesichts der britischen Schiedsgerichtsvorshläge im Haag oie Regierung in Transvaal irgend einen Modus eines Schiedsgerichts anregen wolle, der, während er Großbritanniens Suzeränetät anerkenne, ein unparteiisches Urtheil über alle strittigen Punkte versprehe. Der Erste Lord des Schhagamts Balfour er- widecte: es sei verfrüht, eine Erklärung darüber abzugeben, wle Vorschläge die Regierung in dieser Beziehung machen könne, sie habe aber bereits die Vermittclung einer fremden Macht abgelehnt. | :

Campbell Bannerman hielt gestern Abend in London im liberalen Klub der City eine Rede, in welcher er, dem „W. T. B.“ zufolge, erklärte: cs sei Pflicht eines jeden Patrioten, zu ciner freundschaftlichen, gerechten Regelung der südafcikanischen Frage beizutragen, unck nichts zu thun oder zu sagen, was dicse Regelung beeinträchtigen könne. Er (Redner) wolle sih deshalb darauf beschränken, das zu wiederholen, was er bereits in seiner leßten Rede gesagt habe, nämlich, daß er in den Ereignissen dcr lezten Zeit nichts finde, was einen Krieg oder militärische Vorbercitungen rechtfertigen

könne. : Frankreich,

Der Senat nahm, dem „W. T. B.“ zufolge, gestern cine Vorlage an, durch welche ein Zoll auf übermangansaurcs Kali gelegt wird. / ;

Die Deputirtenkammer genehmigte mit 319 gegen 174 Stimmen einen Antrag des Deputirten Viviani, wonach Frauen, die dcn Grad als Licenciée en droit erlangt haben, die Advokatur ausüben dürfen. Der Deputirle Millevoye wünschte über die Art und Weise zu interpellieren, in welchcr der Handels-Minister Millerand die sozialistischen Doktrinen anzuwenden gedenke. Auf Antrag des Ministers Millerand beshloß die Kammer mit 8357 gegen 165 Stimmen, die Jnterpellation auf einen Monat zu vertagen. Der Deputirte Pourquéry de Boisserin brachte cinen Antrag ein, welher die Regierung auffordert, die Kammer niht zu vertagen, so lange die Republik in Gefahr ci. Der Antragsteller _drüdte gleichzeitig mehreren Mitgliedern des Kabinets sein Mißtrauen aus. Der Minister-Präsident Waldeck-Roussecau „erwiderte, das Kabinet sei eine Negierung mit republikanischer Politik. Wenn man sage, die Republik sei in Gefahr, so sei dies cine arge Uebertreibung. Hierauf zog Pourquéry de Boisserin seinen Antrag zurü.

Einer amtlichen Meldung zufolge ist Dreyfus in der ver- gangenen Nacht inQuiberon gelandet und mittels Wagens nah Nennes übergeführt wordcn, wo er um 7 Uhr rüh ein- getroffen ist. Jrgend ein Zwischenfall hat sih nicht ereignet.

Ftälien.

trigen Sißung der Deputirtenkammer

ce fr T. B berichtet, der Deputirte Faconi (radikal), daß die Bescchlubfäh gls des Hauses durh Namens- aufruf festgestellt werde, der Namersaufcuf ergab die Beschluß- fähigkeit. Der Deputirte Prampolini ( ozialist) beantragte namentlih: Abstimmung über die Genehmigung des rotokolls der legten . Sißung. (Lärm rechts und im Zenteute: Nufe: Genug, genug !) Der Präsident Chinaglia erkläre, der Antrag Prampolini's verstoße gegen die Geschäftsordnun „_er könne ihm deshalb feine Foige ben. Das Protokoll wurde Hel enchmigt. Unter hestigem Lärm erklärte Prampolini die Abstimmung über

das Protokoll für ungeschlih und verlangte wiederholt nament |

liche M er Deputirte Pantano (radikal) erklärte, die äußerste Linke beabsichtige, alle von der Geschäftsordnung zugelassenen Mittel anzuwenden, * um die Mehrheit zu Verbindern, daß sie“ die politishen Maßnahmen, welche die Der fasunaaimnähigen Rechte verleßten , genehmige. Redner forderte den Aa A, auf, die Rechte Aller zu schüßen, da sonst jede Auflehnung gesezmäßig sei. (Zustimmung auf der äußersten Linken, großer Lärm auf der Rechten und im Zentrum.) Der Präsident Chinaglia erklärte unter l[ehb- Haftem Beifall, da von niemand ein Einwand gegen das Proto- Fol erhoben worden sei, glaube er die Würde des Parlaments gewahrt zu haben, indem er die Abstimmung durch Aufstehen und Sigenbleiben angeordnet habe. (Lebhafter Beifall rechts und im Zentrum.) Der Deputirte Torrigtiani billigte das Vor- gehen des Präsidenten und schlug der Kammer ein Zustimmungs- votum für den Präsidenten vor. (Lebhafter Beifall rets und im Zentrum. Die äußerste Linke rief fortwährend: „Nament- [iche Abstimmung!“ Tumult.) Viele Deputirte verlicßen ihre Sitze. Die Sißung wurde unterbrohen. Nach der Wieder- aufnahme derselben verlangte die äußerste Linke noch immer die namentliche Abstimmung unter heftigem Tumult. Der Präsident bestimmte, daß zur geheimen Abstimmung über mehrere Geseßentwürfe geschritten werde, die {on in der Meorgensißung angenommen worden waren. Viele Deputirte der äußersten Linken stiegen in den Raum vor der Redner- tribüne herab, um die Abstimmung zu verhindern. (Heftiger Tumult.) Die Deputirten s{hlugen auf, einander mit Fäusten los. Die Sißung wurde abermals unterbrochen. Bei Wieder- aufnahme derselben beklagte der Präsident Chinaglia lebHaft die begangenen Gewaltthätigkeiten, bob hervor, daß er sicis mit größter Gerechtigkeit die Geschäftsordnung gehandhabt habe, und forderte zur Ruhe auf. Darauf schritt die Kammer zur geheimen Abstimmung über Die vier am Vormittag genehmigten Geseßentwütrfe. (Auf der äußersten Linken erhob sich großer Lärm.) Der Deputirte Pantano bemerkte, indem er die namentliche Abstimmung über Das Protokoll verlanate, man könne nicht über mehr als drei Gesetzentwürfe zu gleicher Zeit abstimmen, man müsse vorher die JInterpellationen besprechen; die äußerste Linke beabsichtige, nicht einen Zoll breit von ihren Rechten abzugehen. (Beifall auf der äußersten Linkcn, lebhafte Unruhe bei den anderen Parteien des Hauses.) Der Präsident Chinaglia erwiderte, die Besprehung der Jnterpellationen ‘hätte bercits. b. gonnen, als dezr Lärm es unmöglich gemacht habz, damit fort- aufahren; auch sei die dazu bestimmte Zeit abgelaufen gewesen. Was die Zahl der Vorlagen anlange, so sei es üblich, über meHc als drei zugleich abzustimmen ; troßdem werde er eine Urne wieder fortnehmen lassen. (Großer Lärm auf der äußersten Linken.) Die Abstimmung nahm sodann ihren An- fang, aber auf der äußersten Linken erhob sich ein lautes Geschrei, Mitglieder der äußersten Linken warfen die Urnen auf die Erde. Der Präsident {loß hierauf unter großem Lärm die Sitzung.

Gestern Abend fand ein Ministerrath statt; nach dem- felSen hatte ber Minister-Präsident Pelloux eine Besprehung mit dem Köniq. Die Session des Parlaments wurde sodann durch eine Königliche Verordnung geschlossen.

Spanien.

Jn dem gestern abgehaltenen Ministerrath unterzeich- nete, wie dem „W. T. B.“ berichtet wird, die Königin- Negentin ein Dekcet, in welhem angeordnet wird, daß das bestehende Budget in Kraft bleibe, bis ein neuer G.schentwurf argenomnen se. Der Minister-P:äsident Silvela erklärte, er werde bezüglich der Verminderung der Ausgaben im Budget nicht die Vertrauensfcage stellen.

Niederlande.

Wie das „Neuter'sche Bureau“ aus dem Haag meldet, besagt der gestern Vormittag von der I. Kommission der Kor ferenz genehmigte Bericht, betreffend den Antrag des Obersten Zilinski zu dem ersten Punkt des Rundschreibens des Grafen Murawjew: die Kommission habe, mit Ausnahme des Obersten Zilinski, einstimmig die Schwierigkeit anerkannt, selbst für die Dauer von nur fünf Jahren die Höhe der Effefktivbestände festzuseßen, ohne gleichzeitig andece E Beftandthzile der nationalen Vertheidigung zu regeln. Eben}o habe die Kommission anerkannt, wie {hwierig es sei, auf dem IBege eines nationalen Uebereinkommens diesc Elemente der nationalen Vertheidigung zu regeln und in jedem einzelnen Lande nach den sehr verschiedenen Gesichtépunkten zu organisieren. Das Comité bedauere daher, den russischen Antrag nicht annehmen zu können. Die Mehrheit der Kommission war der Ansicht, daß ein gründliheres Studium dieser Fcagen durch die verschie- deaen Regierungen sehr wünsenswerth sei. Gestern erfolgte die Bildung eines Ausschusses zur Abfassung der General-Akte der? Konferenz. Derselbe wählte zum Borsißenden den holländishen Staatz3rath, Professor tEGT und zum Schriftführer den russishen Stoatsraih Raffa- lowiisch. Der-Aus\chuß der Kommission für die Schiedsgerichte erledigte gestern in zweiter Lesung die Frage des schiedsgerihtlihen Verfahrens und wird heute einen ntrag des amerikanischen Delegirten H oll1s berathen, welcher die Zulässigkeit der Revision von schiedsgerichtlihen Ent- scheidungen in gewissen Fällen betrifft.

Belgien.

In der Repräsentantenkammer erhob gestern, wie „W. T.B.“ berichtet, der DeputirteDefu e t (Sozialist) ent)chieden Einspruch gegen einen von der Rechten eingebrachten Antrag, nach welchem das Kammerreglement derartig abgeändert werden soll, daß die Ausweisung d.rjenigen Deputirten erfolgen kann, welche dieOrdnung stören. Redner griff die Urheber dieses Antrags heftig an. Der Deputirte Delantsheere (Nechte) gin namens der Antragsteller mit dem Sozialismus \ arf ins Geriht. Die Sozialisten unterbrahen den Redner durch wüthende Ausfälle. Der Deputirte Furmémont appellierte an die humanitären Gefühle der Kammer und machte die Regierung ie die blutigen Ereignisse in Brüssel rar lis, ie Protestbewegung werde ganz Belgien ergreifen. er Minister-Präsident Vandenpeere- boom erklärte, man shiebe der Regierung Beweggründe unter, welche sie nicht habe. Auf eine Jnterpellation des Deputirten

o rand erwiderte der Minifler-Pr sident, weder die Minister noch der Gouverneur der Provinz hätten die Gen- darmen requiriert. Die Sozialisten forderten nun nahdrück- lich, mitzutheilen, wer die Gendarmerie requiriert habe. Der Chef des Kabincts sei ein Jesuit. Der Deputirte Denis (Sozialist) schilderte den Krankensaal, wo die Opfer der Unterdrückung untergebraht seien, und sagte,

nichts könne die begangenen Greuel G r Redner frage wer der verantwortlihe Urheber derselben sei. Der

inister-Präsident Vandenpeereboom erklärte: „Jh habe die Vermehrung des Effektivbestandes der Gendarmerie ver- anlaßt. Vor der bewaffneten Unterdrückung der Unruhen find die geseßlichen Aufforderungen an die Manifestanten ergangen“. (Die Sozialisten s{leudern heftige Beleidigungen gegen den Minister-Präsidenten und rufen ihm zu: Mörder!) Der Deputirte Denis appellierte an die Gefühle der Menschlichkeit der Minisier und der Rechten. - Der ungb- hängige Brüsseler Deputirte Theodor bekämpste die Wahl- vorlage und {loß sich den versöhnliben Worten Furné- mont’s und Denis’ an. Der Minister - Präsident Vanden- peereboom erklärte namens der Regierung, cs bestehe der lebhafteste Wunsh nach Versöhnung, Hidie der Wunsch, den angedeuteten E zu beshreiten und Versöhnungsmaßregeln zu suchen. (Beifall auf der Rechten; „sehr gut!“ auf der Linken.) Der Präsident hob darauf die Sißung unter allgemeinem Beifall auf und beraumte die nächste Sizung auf den 4. d. M. an.

__ Nach der Sizung versammelten sich die Parteien der Linken und redigierten ein Protokoll, welches besagt, daß angesichts des durch die offentlihe Meinung soeben errungenen ersten Sieges alle einig scien in der Ueber- zeugung von der entschiedenen Nothwendigkeit, die Ver- einigung aller oppositionellen Kräfte in dem Widerstande gegen die Wahlvorlage aufrecht zu erhalten. Die Parteien der Linken bcharrten dabei, die Vertagung der Verhandlung über die Vorlage zu verlangen und in der Propaganda hierfür fortzufahren, sprächen jedoch, um dem Gedanken der Beruhigung Ausdruck zu geben, den Wunsch aus, daß die Kundgebungen in größter Ruhe fortgeseßt würden.

Die sozialistischen Deputirten verließen in Gruppen das Kammergebäude, der Deputirte Van dervelde wandte sich mit Ermächtigung der Polizei an die Menge und theilte mit, daß die Lösung der Krisis bevorstehe, ermahnte die Menge zur Nuhe und sprach die Hoffnung aus, daß in Brüssel die Ordnung wieder * eintreten werde. Sodann lud erc die Menge zu einer Versammnlung im Volkshaufe auf heute Abend ein. Die Menge zollte ihm lebhaften Beifal.

Mehrere sozialistishe und fortshrittlihe Depu- tirte brachten im Bureau der Kammer einen Antrag ein, welcher ein Plebiszit über die dem Volk erwünschte Form des Wahlrechts verlangt.

Der Bürgermeister von Vrüfsel hat dur öffentlichen Anschlag bckannt gemacht, daß er angesichts der in der Kammer von der Regierung abgegebenen Erklärung seine Verfügung bezüglih des Verbots von Ansammlungen zurücziehe.

Vor dem Volkshause in Brüssel versammelte sih geftern Abend allmählich eine große Volksmenge. Gegen 91/5 Ühr traf cine Abtheilung Bürgergardisten von etwa 40 Mann vor dem Volkshause ein, welche fozialistische Kundgebungen veranstaltete. Der große Saal des Voltkshauses war diht gefüllt. Vandervelde und andere sozialistishe Deputirte hielten An- sprachen. Nach Beendigung der Versammlung wurde ein großer Zug unter Vorantritt von Musik gebildet, der sih dann, von sozialistishen Deputirten geführt, singend durch die Hauptstraßen der Stadt bewegte. Auf der Grande Place wurde der Bürgermeister Buls begrüßt, welhcr zur Ruhe ermahnte. Vor den Geschäftslokalen der liberalen Blätter wurden Sympaitihiekundgebungen veranstaltet, vor denen der konservativen Blätter wurde manifestiert. Ecnste Zwischenfälle famen nicht vor. ac

Türkei.

Der Sultan empfing am Donnerstag den russischen

Botschafter Sinowjew in Audienz. Serbien.

Das gestern erschienene „Amtsblatt“ wveröffentliht ein Communiqué, welches besagt, daß auf die Anfrage der serbishen Regierung, ob die unrichtige Meldung aus Kon- stantinopel von einer angeblihen Depeshe des Königs von Serbien an den Sultan offiziellen Ursprung habe, von dem türkishen Ministerium des Auswärtigen erwidert worden sei, daß eine solche Depesche des Königs nicht existiere, und daß eine diesbezüglihe Nachricht weder von der Pforte noch von ihren Organen herrühre und den türkishen diplomatischen Vertretern im Auslande auch niht mitgetheilt worden sei.

Asien.

Seine Königlihe Hoheit der Prinz Heinrich von Preußen traf vorgestern in Tokio ein und Nee von dem Prinzen Kanin empfangen, in dem Kaiscrlihen Palais Wohnung. Die Kaiserlihen Majestäten gaben gestern zu Ehren des Prinzen cin Festmahl.

Afrika.

Aus Lourenço Marques vom gestrigen Tage meldet das „Reuter’she Burcau“, daß der amerikanishe Kreuzer „Chicago“ dort cingetroffen sei. Der Kommandant desselben, Gee Admiral Howison, habe sich nah Pretoria egebcn.

Aus Kapstadt berichtet dasselbe Bureau, daß das Mit- glied des Ausführenden Raths des Oranje-Freistaats Fi scher gestern an die e r der Afrikander Bericht erstattet habe. Es seien starke Anzeichen dafür vorhand:n, daß fein Erfolg durchaus kein vollkommener und daß der Prâsident Krüger nicht geneigt sei, die Konzessionen zu bewilligen, welche von den Afrikandern angeregt würden, deren allgemeine Politik er für zu weit gehend ha!te. Die Führer der Afri- fander Hofmeyer und te Water begäden sih heute fcüh nah Bloemfontein.

Dasselbe Bureau berichtct ferner aus Pretoria, daß der Staatsprokurator Smuts und dor Unter-Staatssekretär des Aeußern Grobler in der Nacht vom 29. zum 30. v. M. nah Bloemfontein abgereist seien, wie man vermuthe, um mit Hofmeyer und te Water zusammenzutreffen und sich zu bemühen, Mittel und Wege zu einem modus vivendi zu finden. |

Den „Standard and Diggers News“ i} eine Depesche aus Johannesburg zugegangen, weclhe besagt, daß am Montag das von dem Ausführenden Rath genehmigte Ab- kommen dem Volksraad zur Bestätigung vorgelegt werden solle und daß dasselbe für Großbritannien annehmbar fein werde. Den Ausländern, welthein Tränevaal 7 Jahre wohnten, werde das Wahlrecht eingeräumt werden, und diese Bestimmung e rückwirkende Kraft haben. Alle Ausländer, die hon vor dem ahre 1890 im Lande gewohnt hätten, sollten sofort das Bürgerrecht erlangen, ferner solle das Geseß bezüglih der

Naturalisiecung einige Abänderungen erfahren.

L. A

Das Herrenháus erlveitis ln ber uligen (13,) welcher der Vize-Präsident des Sai ias E

Minister Dr. von Miquel und der Minister de geistlihen 2c. Angelegenheién D. Dr. Bosse bei- wohnten, dem Staatsvertrag zwishen Preußen und Württemberg über die Aufhebung der Flößerei auf dem Neckar oberhalb der Enzmündung und auf der Glatt vom 7. April 1899 und dem Geschentwurfe, betreffend die Aufhebung der Flößerei auf den preußischen Theilen des Neckars und der Glatt, auf Antrag des Referenten Grafen von Arnim-Boißenburg in einmaliger Schluß- berathung ohne Diskussion seine Zustimmung.

ahe, folgte die Berathung des Ges egentwurfs, betreffend die Fürsorge für die Wittwen und. Waisen der Lehrer an öffentlihen Volks- schulen, auf Grund des vom Grafen von Seidliß- Sandreczki erstattcten mündlichen Berichts der Etats- und Finanzkommission. Dieselbe empfahl, die Beschlüsse des an- deren Hauses unverändert zu genehmigen.

Bis zum Schluß des Blattes nahmen zu dieser Vorlage der Vize-Präsident des Staats-Ministeriums, Finanz-Minister E N Miquel und der Ober-Bürgermeister Beer -Köln

as Wort.

Der Bericht über die gestrige Sißung des Hauses der Abgeordneten befindet sih in der Ersten Beilage.

Das Haus der Abgeordneten ehrte in der heutigen (86.) Sißung, welcher der Vize - Präsident des Staats- Ministeriums, Finanz-Minister Dr. von Miquel und der Justiz-Minister Schönstedt beiwohnten, zunächst das Andenken Des gestern verstorbenen Abgeordneten für Linden - Stadt und -Land Mattfeldt (b. k. P.) in der üblihen Weise.

Nach Eintritt in die E U tis dge das Haus die Wahlen der Abgg. von Grabski, Dr. Baarth (Posen), Kuhr und Macco für gültig, während die Wahl des Abg. von Colmar-Meyenburg beanstandet wurde, und ging dann zur dritten Lesung des Entwurfs eines Ausführungsgeseßes zum Reichsgeseyß über die QU R LNE und die Zwangsverwaltung über.

Auf eine Anregung des Abg. Kirsch (Zentr.) bezügli der Kostenfrage gab cin Regierungskommissar eine e klärung ab, worauf die Vorlage ohne weitere Debatte en Þbloc angenommen wurde.

Auch der Entwurf eines Ausführungsgeseßes zum Handelsgeseßbucch wurde in dritter Berathung unverändert nah den Beschlüssen der zweiten Berathung genehmigt; ein Antrag des Abg. von Arnim (kons.), den Artikel 4, betreffend das Necht zur Auflösung von Alktiengesellshaften bei gesch- widrigem Verhalten, wieder herzustellen, wurde gegen die Stimmen der beiden konservativen Gruppen abgelehnt.

__ Alsdann folgte die zweite Berathung des Entwurfs eines preußishen Geseßes über die freiwillige Gerichtsbarkeit, der nah kurzer Debatte gleichfalls an- genommen wurde.

(Schluß des Blattes.)

Nr. 27 des „Centralblatts für das Deutsche Reich“, berau8gegeben im Reih8amt des Innern, vom 39. Juni, hat folgenden Inhalt: 1) Koasulat-Wefen : Gcnennungen; Exequatur-Grtheilung. 2 Zoll- und Steuer-Wesen : Ableben eines Stations-Kontroleurs. L Polizei-Wesen: Ausweisung von Aueländern aus dem Reichs- gebiet.

Nr. 26 des e Ag dah Mine hd r v ied Herauß- gegeben im Ministerium der öffentlihen Arbeiten, vom 30. Juni, hat folgenden Inhalt: Bekanntmachung des Rethskanzlers, betr. die Vereinbarung erleichternder Vorschriften für den weh}elseitigen Ver- ehr zwischen den Eisenbahnen Deutschlands und Luxemburgs, vom 31. Mai 1899, Grlafse des Ministers der öffentlichen Arbeiten: vom 15, Juni 1899, betr. Abänderung der „Vorschriften über die Dr Ao bei. Entdeckung von Schäden u. \. w.“; vom 20. Juni 1899, betr. Abänderung der Geschäftsanweijung für die Nechnungédirektoren; vom 23. Jani 1899, betr. Stellenvergebung nah Direkttonszruppen. Nawrichten.

__Statiftik unnd Volkswirthschaft.

Handlungsreisende in der Schweiz.

Die Zakbll der Handlimgsreisenden in der Schweiz belief si, der v Zeitschrift für Sozialwissenshaft* zufolge, im Jahre 1898 auf 23 585 gegen 21727 im Jahre 1897 und 19667 im Jahre 1896, 18 281 Reisende vertraten s{chweizerische, 5304 ausländishe Häuser. Von den ausländishen Reisenden waren aus Deutschland . . 3505 (3257 im Jahre 1897) Á Frankreich . 1178 {1152 ¿4899 iu talien ci B 28 +4897) « OVesterreih-Ungarn . 150 (163 , u ROOEI _ Hauptsächlih folgende Geshäftszweige waren durch die Handlungs- reisenden vertreten :

Schweizerishe Ausländische Ds

Reisende Nahrungs- und Genußmittel 7561 693 939 (darunter Weinreifente 3457) T: riilindustrie 3819 1482 1054 Kinstgegenftände, Papter 2c. 1220 562 417 Meétallindufsttie? {# *, ¿1011 538 475 Parfümerien, Droguen 2. , 825 367 229.

Zur Arbeiterbewegung.

Aus Herne berihtet ,W. T. B.“ weiter liber den Ausstand der Bergarbeiter: Auf Zehe „Van d. Heydt“ fehlten gestern Mitiag von 290 Mann 100, auf „Julia“ von 343 Mann 90, au „Shamrock I und 11‘ (Vormittags- und Nachmittagsschict) fehlten 987 Mann. Auf Zeche „Friedri der Große“ fehlten von 560 Mann 198, auf „Conftantin der Große" von 190 Mann 24, auf „Mont Cenis“ von 722 Mann §2. Hierzu kommt noch neu die Zeche „König Ludwkg“, wo gestern Mittag ctwa 1000 Mann ni cinfuhren, Bet ber- beutigen FrühsGidet feblien. auf dee „Van der Heydt" von 422 32 Mann, -auf der Zehe „Julia® von 349 31 Mann, auf „Friedrich der Große“ von 829 119 Mann, a:1f „Constantin der E von 236 12 Mann, auf «Mont Cenis" von 931 42 Mann, auf „König Ludwia von 1 900 Mann, auf „Pluto” von 622 20 Manu; auf „Sharmrcck* bis vier ift alles angefahren. Neu hinzugekommen i ? „Ger Blumenthal“, wo von 700 Mann 224 fehlten, und „Ke wo von 507 Mann 22 feblten. Etne ia der vergangen E Haide abgehaltcne Versammlung wurde dur gesprengt. i Es