1899 / 165 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

rbeiten, Gcheimen L Thür Nitgliéde dêr Akademie des Bauwese “untd den vortragenden. PAD O Ministe

_Unterrichts- und Medizinal - An es eiten, Geheimen Bau- ‘rath Spitta, den Baurath Mar ch in Charlottenburg, den Kommerzienrath Behrens in Berlin, den Regicrungs- und Baurath, Geheimen Regierungsrath von Tiedemann in Potsdam, den Hofarchitekten, Geheimen Hof-Baurath Jh ne in Berlin, den Regierungs- und Baurath Tornow in Meß, die vortragenden Räthe im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, Geheimen Bauräthe Fülscher, von Doemming und Germelmann, sowie den Geheimen Regierungsrath,

n

Professor Jn he in Aachen zu außerordentlichen Mitgliedern

der bezeihneten Körperschaft zu ernennen,

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht: den Kaiserlichen Ober:Negierungsrath Karl Böhm zu Colmar i. E. zum Königlich preußischen Ober-Regicrungsrath zu ernennen, sowie den Polizei-Direktoren Schroeter in Stettin und Frourme in Aachen den Charakter ais Polizei-Präsident zu verleihen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst gerußt: auf Grund des § 28 des Lanbdes8verwaltungsgeseßes vom 30. Juli 1883 (G.-S. S. 195) den bei der Regierung in Düsseldorf beschäftigten Amts- rihtéèr Dr. Lucas zum Stellvertreter des zweiten Mitgliedes der zweiten Abtheilung des Bezirksausschusses in Düsseldorf, den Regierungsrath Lindenberg in Stettin zum Stell- vertreter des zweiten Mitgliedes *des Bezirkgausschusses in Stettin und dea Regierungs-Assessor Dr. Steiniger in Magdeburg zum Stellvertreter dcs zweiten Mitgliedes des Bezirksaus- schusses in Magdeburg auf die Dauer ihres Hauptamt3 ‘am Sitze des Bezirks-

C

aus\husses zu ernennen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht:

den bisherigen Dritten Hof- und Domprediger, Konsistorial-

rath Krißinger zum Zweiten, den bisherigen Vierten Hof-

und Dompredigec Schniewind zum Dritten und den Pfarrer

Ohly in Elberfeld zum Vierten Hof- und Domprediger am Dom zu Berlin zu ernennen. :

Ministerium der geistlihen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten.

Königliche Universitäts-Bibliothek.

Vere GU n g:

Die reglementsmäßige Zurücklicferung aller aus der Universitäts-Bibliothek entliehenen cher findet in der Beit vom 31. Juli bis 2. August d. Y. statt. :

Berlin, den 14. Juli 1899.

Der Direktor. W. Erman.

Justiz-Ministerium.

Dem Amtsgerichtsrath S {reiber in Wanzleben ist die nachgesuchte Dienstentlassung mit Pension ertheilt.

Versetzt sind: der Landgérichtérath Cohn in Oppeln als Aumtsgerichtsrath, der Amtsgerichtsrath Lippold in Woll- stein und der Amtsrichter Elster in Frankenstein an das Amisgericht in Breslau, der Amtszrichter Dr. Gieseke in Merseburg als Landrichter an das Landgericht in Halle a. S, der Amtsrichter Goun in. Pillkallen an das Amtsgericht in Fischhausen und dcr Amtsrichter Dr. Lehmann in Landsberg (Oftpr.) an das Amtsgericht in Pillkallen.

Der Rentner Emil Battes in Bonn- ist zum Handels- richter bei dem Landgericht daselbst ernannt.

Dem Staatsanwalt Dr. von Alvensleben in Altona ist die nachgesuchte Dienstentlassung ertheilt.

Jn der Liste der Rechtéanwälte sind g:1ö\ht: der Rechts- . atiwalt, Justizrath Reinecke in Schönebeck bei dem Land- eriht in Magdeburg, der Rechtsanwalt Schmidt bei dem tandgericht in Nordhausen und der Rechtsanwalt Mamlok bei dem Amtsgericht in Tarnowiß. Î

n _ die Liste der Rechtsanwälte sind eingetragen: der Gerichte-Assessor Paul Schneider“ bei dem Landgzricht und dem Amtsgericht in Arnsberg und der Gerichts-Assessor Andreas bei dem Amtsgericht in Nosenberg O.-Sch{[.

ñ ¿e Landgerichtsrath Offenberg in Münstcr ist ge- orben.

Ministerium des Innern.

„_Der Over - Negierungsrath Böhm ist dem Negierunges Präsidenten in Aachen zugetheilt worden.

Ministerium für Handel und Gewerbe.

Bekanntmachung.

___ Dei den Schieds gerichten der Arbeiterversiherung lea nachfolgende Beamte zu Vorsißenden bezw. ftclvertretenden orsizenden ernannt worden : der Amtsrichter Biesing in Wipperfürth zum Vor- sizenden der Schieds3erichte dajelbst ;

der Negierungs-Assessor Dr. Momm in Trier zum stell- vertretenden Vorsißenden der Schiedsgerichte in Wittlich;

der Regierungsrath Keßler in Stettin zum {stellver- einen g Ae [9 Kreise Naugard, eren Siß -von Massow na augard verlegt worden ist. h Berlin, den 11. Zuli 1800, ; s | Der Minister für Handel und Gewerbe.

In Vertretung: Lohmann.

Das Mitglied der Bergwerks - Direktion, Bergrath Le: gu aarbrücken ist als Bergwerks-Direktor an das Steinkohlenbergwerk Sulzbach versezt worden.

i bet géiltlihen:

t re ieder-Barnim, Diözese L, mit denevangelishen Kirhengemeinden \ “Bollensdorf und Vogelsdorf desselben und derselben Diözese und Gründung eines selbständigen Pfarryerbandes Petershagen.

Mit Genehmigung des Herrn Ministers der geistlichen, Unter- 1ich18- und Medizinal-Ang-legenheiten und des E Ober Kirchenraths, sowie nah Anhörung der Bétheili ten wird von den unterzeihneten Behörden hterdurch Folgendes bestimmt:

8 1.

Der zwischen den Kirengemeinden Fredersdorf, Bollensdorf und Bogelsdorf einerseits und den Kirchengemeinden Petershagen und Gagersdorf andererseits auf Grund des unter Zustimmung der betbeiligten Patronate am 26. Dezember 1827 ges{chlc}senen, unterm 10. April 1828/29, Juli 1829 kirchen - und ftaatt- aufsihtlih bestätigten Nezesses geschaffene Pfarrverband wird gufzelôst. Die Kirchengemeinden Petershagen und Eggersborf werden zu einem eigenen Pfarcrvzrbande als Muttergemeinden vzreini:t.

L L; In Petershagen wird eine Vfarcstelle exri{tet.

{ 83. Diese Urtunte tritt mit dea 1. VSuli 1899 in Kraft. Berlin, den 23. Suni 1899, Poisdam, den 28. Juni 1899. (L. S.) (L. S.)

Königlies Konsistorium Königliche Regierung, der Provinz Brandenburg, Abtheilung für Kirchen - und Abtbeilung Berlin. Schulwesen, D, Faber. Hetdfeld.

Bekanntmachung.

Gemäß § 46 des Kommunalabgabengesches vom 14. Zuli 1893 (Gefcß-Samml. S. 152) bringe ih hiermit zur öffent- lichen Kenntniß, daß das: im laufenden Steucrjahre kom- munalabgabepflichtigeReineinkommen der Marien- vurg-Mlawkaer Eisenbahngesells{chaft für das Be: trictsjabr 1898 auf 963 000 M f.stgestellt worden ist.

Posen, den 12. Juli 1899.

Der Königliche Eiscnbahn-Kommissar. : Roepell.

Bekanntmachung.

Gemäß § 46 des Kommunalabgabengesez1s vom 14. Juli 1893 (Gesez-Samml. S. 152) wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß das im laufenden Steucrjahr kom- munalabgabepflihtige Reineinkommen der Oft- preußishen Südbahn-Gesellshaft aus dem Betriebsjahr 1898 auf 1 080000 M festgestellt worden ist.

Posen, den 12. Juli 1899.

Der Königliche Eisenbahn-Kommissar. RNoepell.

BefkanfitmaMhunÞg.

Die in Gemöhkheit der Bekanntmachung vom 18. Juli 1889 (Centralblatt f. d. Deutsche Neih S. 421) nah Schluß des laufenden Somme! semesters an der hiesigen Hohschule ab- zuhaltende thierärztlihe Fahprüfung beginnt am 15. Oktober d. J. Die Meldungen Haben bis zum 30. Scp- tember bei dem unterzeichneten Direktor zu erfolgen.

Hannover, den 12, Juli 1899.

Der Direktor der Thierärztlichen Hochschule. Dr. Dantmann.

Uicziamtliczes, Deutsches Neich.

Preußen. Berlin, 15. Zuli.

Der Ausshuß des Bundesraths für Handel und Verkehr hielt heute eine Sißung.

Die Regierung von Siam hat durch Verordnurg vom 10. April d. J. bestimmt, daß Waffen aller Art und Munitión für Feuerwaffen, die zur Sce nach Siam geöracht werden, in den für die siamosische Zollbehörde bestimmten Schiffépapieren genau bezeichnet scin müssen, und daß di:se Waaren zu Schiff oder auf anderem Wege nur auf Grund einer s{rif:lihen Eclaubniß des stamesijchen General: Direk:ors der Zölle, und nur nahdem sie dieg aus passiert haben, nah Siam eingeführt werden ürfen.

Zuwiderhandelnde we, den wegen Shmuggels mit cin:r G-ldjtrafe bis zu 800 Ticals und mit Einziehung dèr Waffen oder Munition bestraft; dex Schiffsführer, der die Wagren nicht in die Schiffspapicre aufgenommen hat, unterliegt eitier Geldstrafe bis zu 400 Ticals.

Waffen und Munition, die von Reisenden zum persönlichen Gebrauch mitgesührt werden, müssen im Zollhause vorgezeigt und zu ihrer Einführung muß die Erlaubniß der siamesischen Regierung nachgesuh1 werden.

Durch Polizeiverordnung vom 10. Mai d. J. hat der Kaiserlihe Minister-Nesident in Bangkok diese Verordnung auch für die deutschen Gerichtseingescfenen rechtswirksam ge- macht und Zuwiderhandlungen dagegen mit eincr Geldstrafe bis zu 150 M bedroht.

Der Vize-Ober-Zeremonienmeister, Kammerherr von dem Knesebeck ist von Kiel nah Berlin zurückgekehrt.

Der chilenishe Gesandte am hiesigen Allerhöchsten Hote Namon Subercaseaux hat Berlin mit Urlaub verla a Saft Do seiner Abwesenheit werden die Geschäfte der Gcsandt- haft von dem Ersten Sekretär Victor M. Prieto wahr- genommen.

; : Des Ka

“Leopol

sers den Manövern des X11 Korps und den gro n be “Und und Karlsruhe beiwohnen. großen Paraden bei Straßburg

Grofbritannien und Frland.

In der gestrigen Sißzung des Unterhauses theilt Parlaments-Sekretär des Atuliera Brot a daß I Det ba Delegirten Lake 20 i sei. Den Bericht er’ vritischen Delegirten habe er noch nit erhalten, 0

daher keine Erklärung darüber abgeben. E

Frankreich.

Wie „W. T. B.“ aus Paris meldet, hatten gestern di As und zahlreihen Privatgebäude aus. Anlaß bas ationalfestes P NIONIE angelegt. Déroulède und Marcel Habert legten, begleitet von einigen hundert Mit- glicdern der Patriotenliga, an der Statue der Stadt Straßburg auf der Place de la Concorde einen Kranz nieder, wobei Hochrufe auf die Armee, die Republik und “Déroulède laut wurden. Die Kundgebung war von keinem ernsten Zwischenfall begleitet. Eine große Volks- menge begab sih zu der Truppenbesichtigung nach Longchamps; «an den Zugängen zu dem Paradefeld waren strenge Maßregeln zur Aufrechterhaltung der Ordnung getroffen. Um 21/2 Uhr verließ der Präsident Loubet, begleitet von dem Kriegs - Minister, General“ de Gallifet, das Elysée und wurde auf dem Wege nah Longchamps sowie bei der Ankunft dasclbst von der Bevölkerung mit den Rufen: „Es lebe Loubet! Es lebe die Republik!“ begrüßt. Der Militärgouverneur von Paris, General Brugère nahm die Revue der Truppen ab, welche dann unter den Rufen der Menge: „Es lebe die Armee!“ vorbeimarschierten. Den Sudan- soldaten der Mission Marchand wurde eine besondere Ovation ‘bereitet, sie wurden mit den Rufen: „Es lede Marchand! És lebe die Armee!“ empfangen. Präsident Loubet wurde auch auf der Nückfahrt nach dem Elysée mit den Rufen: „Es lebe Loubet! Es lebe die Nepublik!“ begrüßt. Es ereignete sih kein ernster Zwischenfall. Nach der Revue richtete der Präsident Loubet an den Kriegs- Minister de Gallifet ein En in welchem er sagt, die Revue habe wi:d-rum bewicsèn, daß die Ausbildung, die Haltung und der Geist der Disziplin der Armee nichts zu wünjhen übrig ließen. Dann heißt es weiter: „Der Beifall, mit welchem die Truppen aller Waffen sowie der Major Marchand und seine tapferen Begleiter begrüßt wurden, bezeugen das Vertrauen Frankrcihs in die nationale Armee. Zum ersten Mal konnten wir dem Lander das neue Artillerie-Material zeigen, ein Gegenstand der Vorsorge der Regierung der Republik und ihrer Vorgänger, dank der Mitwirkung des Pgrlamcnts, wéelhes die nothwendigen Kredite bewilligte, und dank dem Eifer der Führer und Uatergebenen aller Grade, die stolz sein können auf das so s{chnell erreichte Resultat. Jh bitte Sie, dem Gouverreur von Paris und dea Truppen, welche heute in Longhamps in Parade standen, meine leh- haftesten Glückwünsche sowie diejenigen der Regierung der Republik S Der Kriegs: Minister de Gallifet übernmittelte diejes Schreiben Loubet's an den Gouverneur von Paris zur Bekanntgebung an die Truppen.

Nach den bisher aus den großen Städten Frankreichs vorliegenden Meldungen sind dort “überall die Truppen- revuen ohne Zwischenfall verlaufen und die Truppen mit den Rufen: „Es lebe die Armee! Es lcbe die Nepublik!“ begrüßt worden. Nur in Lille kam es zu einigen unbedeutenden Zwischenfällen. Ein Jndividuum, welches Hoch- rufe auf die Armee ausbrachte, wurde von der Menge unter den Nufen: „Es lebe die Republik!“ zu Boden geworfen und lcicht verleßt. Einigehundert Manifestanten durchzogen fingend und unter Schmährufen auf den Pater Flaminianus die Stadt. Ver- haftungen wurden nit vorgenommen. Jn Cherbourg plünderten gestern Abend nach * einem Feuerwerk Soldaten das Feuerwcrksmaterial. Die Polizei, welche cinschritt, wurde mißhandelt. E3 mußten Truppen herbeigerufen werden, um die Ruhe wiederherzustellen, w2s bis 10 Uhr Abends noch nicht völlig gelungen war. Die Stadt wurde militärish beseßt; mehrere Personen wurden verwundet, 60 Personen verhaftet.

Nufß:land.

Ueber den Tod des Grohßfürsten-Thronfolgers veröffentliht der „Regierungsbote“, wie „W. T. B.“ meldet, folgende Einzelheiten: Am 10. Juli (28. Juni alten Stils), 9 Uhr Morgens, unternahm der Großfürst - Vhron- folger auf einem VBenzinmotor - Fahrrad von Abbas- TZuman aus eine Spazierfahrt. Nachdem der Groß- sürst in sehr \{chzell.rx Fahrt 2 Werst zurückgelegt hatte, kehrte er um. Eine des Weges kommcnde Bäuerin bemerkte, wie der Großfürst beim Umkehren die Fahrt verlangsamte und Blut spie. Gleich darauf hielt der Großfürst an, und die Bäuerin sah, daß cr bcim Herabsleiaen vom Rade wankte. Sie eilte hinzu, slüßte den G-oßfürsten und fragte: „Was ist Jhuen ?“ Der Großfürst erwiderte: „Nichts.“ Als die Bäuerin ihm darauf Wasser anbot, winkte er zustimmend mit der Hand. Darauf licß die Bäuerin den Großfürsten be- hutsam zur Erde nieder und benchte ihm T Oten und Mund mit Wasser. Fciedlih und s{chmerzlos vershied Seine Kaiser- liche Hoh-it sodann. Die sterblichen Ueberreste -wurden in das Palais gebracht; die Stelle, wo der Großfürst starb, ijt umfriedet worden. | i

Aus Abbas-Tumau wird dem „W. T. B.“ berichtet, daß der Großfürst Nikolaus Michailowitsch die Leiche des Großfürsten-Thronfolgers auf Befehl des Kaisers nah St. Petersburg geleiten werde, An der Stelle, an welcher der Großfürst gestorben ist, werden Morgens und Abends Gebete gesprochen. Die armenische Geistlichkeit hat unter großer Betheiliguzg der armenishen Bevölkerung einen Trauergottesdienst abgehalten.

Spanien.

Mebrere Konferenzen, welhe der Minister-Präsident Silvela und der Finanz-Minister Villaverde mit den Führern der Opposition über das Budget hatten, sind, wie dem „W. T. B.“ aus Madrid berichtet wird, ohne Re- sultat verlaufen. Die Regierung wird troßdem auf der Be- rathung der Finanzvorlagen bestehen. Die Oppositionsparlelen werdén Obstruktion treiben.

* 00JeR der Pring Leopold wird, Robledo Deb ¿“ meldet, auf Einladung Seine Königin-Regentin durch & Soil te dem WBtaatsschaße 6 mah

rch Ve f eine Million dex | Es fam dabei zu |

emacht habe. E bhaft cinandersezungen zwischen den Republikanern A A der Lärm wurde \{ließlich fo groß, daß der Präsident nur mit großer Mühe Nahe stiften konnte.

Vélgien.

i der Nepräsentantenkammer eingesezte Kom-

R pes Prüfung des Wahlgeseßentwurfs hat, dem MW T. B.“ zufolge gestern mit 8 gegen 7 Stimmen bes lossen, ° “an die Regierung zu richten, ob dieselbe dec Añsicht

i F n , . , sei Pre as Wahlgeseß noch in der jeßigen Session zur Be- rathung gelangen jolle. Serbien.

ah ciner dem „W. T. B.“ zugegangenen Mittheilung aus es S ist daselbst gestern Blazo Petrowitsch, ein Verwandter des Fürsten von Montenegro, verhastet worden; derselbe wurde jedoch, da seine Frau gefährlich erkrankt ift, unter strenger Bewachung in seiner Wohnung belassen.

Nzuerdings siand in Belgrad und n anderen Orten wieder.

v:rschiedene Persönlichkeiten verhaftet worden, darunter in Kuprija der Advokat Mija Martinaß und in Jvanjiha der frühere Priester Arsa Prokoriewilsch. Die Untersuhung dauert unausgeseßt fort,

Afrika.

Wie dem „Reuter shen Bureau“ aus Lourenço Marques gemeldet wird, ist das britishe Flaggsh1ff „Doris“ nah Sansibar abgegangen und der Kreuzer „Tar tax“ nah Lourenço Marques zurückgekehrt.

Nach ciner Meldung aus Pretoria hat der Volks- raad gestern in geheimer Sizung die Anikel 1 und 2 des neuen Wahlgesezentwurfs angenommen.

Dem Londoner Bureau der „Standard and Digger News“ war gestern eine Depeshe aus Johannesburg zu- gegangen, welche besagte, die Regierung der Südafrika- nischen Republik habe eine in herzlichen Ausdrücken ge- haltene Mittheilung der britishen Negierung erhalten, welh¿ in warmen Worten dcn Wahirechtsvorshlägen zustimme. Die Mittheilung lege gleichzeitig in freund- schaftliher Form einige unbedeutende Abänderungen nahe. Die Regierung der Südafrikanishen Republik habe in ihrer Antwort die erhaltenen Anregungen dankend angenommen und erklärt, daß die Berathung der jeyt dem Raad vorliegenden Reform- geseßze gemäß dem Nath der britischen Regierung einstiveilen auf- gehoben worden sei. Auf dic Anfraze eines Vertreters dés „Reuter’shen Bureaus“ über die Nichtigkeit diesex Mittheilung erklärte der Staatésekretär für die Koloni:n Chamberlain, in dicser Depesche stehe von Anfang bis zu Ende kein wahres Wort. Dem genanntcn Bureau wird nun aus Pretoria gem:ldet, der dortige britische Vertreter Conyngham Greene bezeichne die Mittheilung der „Standard and Diggers News“ als eine grobe Entstellung des am Mittwoch von dem Staatssekretär für die Kolonien Chamberlain an die Negierung der Südafcikanischen Republik gerichteten Tele- gramms. Charaberlain verlange daria eine Kopie des neuen Waßlgeseßeniwurfs sowie eine Erklärung einzelner Artikel und weis2 ferner darauf hin, daß, wenn mit dem neucn Wahlgeseß eine RNegclung der Streitfrage be;weckt werde, die Berathung des Gesehes im Volksraad verschoben werden müsse, bis er (Chamberlain) dcn Geseßentwurf einer genaucn Prüfung unterzogen habe. Es verlaute, die Negie- rung von Transvaál habe geantwortet, daß die Berathurg im Volksraad, welche bereits im Gange sei, nicht unter- brochen werden könne, daß jedoch die Regierung geneigt \ci, ciwaige in freundlihem Sinne gegebene Anregungen entgegen- zunehmen. ;

Das Parlament der Kapkolonie ist geslern eröffnet worden. Die Nede des Gouverneurs Sir Alfred Milner enthält keinen Hinweis auf die augenblickliche politische Lage. Es Heißt darin nur, daß die Beziehungen der Kapkolonie zu den Staaten und Kolonien in Afrika freundschaftliche seien.

Nr. 55 des „Centralblatts der Bauverwaltung“, beraus- gegeben im Minifterium der öffentlihen Arbeiten, vom 15. Juli, hat folgenden Inhalt: Amtliches: Dierst-Nacbrihten. -=. Nichtamtliches: Die ArcWit-ktur auf der dietjährigen Großen Berliner Kunst- auéftellyng. (Fortsez1ng.) Die neuen E!senbahnanlagen in Ham- hurg - Altona. Das „Bergrügungs8eck" der Dreedener Bau- auéftellung 1900. Der ösilice Theil ter Museums-Infel und die Verlegung der Stadts{=leuse in Berlin. Vermisck#t-6: Wettbewerb für ein Katferin Augusta-Denkmal in Köln. Wettbew-rb um Pläne für ein neues’ Stadt-Theater in Köln, Preisbew:rburg sür Entwlife zu etnem Bankhause in Münster, -— Wettbewerb um Ent- würfe für die Kunst-Gewerbesœule und das KFunsteGewerbe-Museum in Dreéden. Gründe gegen und für die Anwendung etserner Quers&weclien in Amerika. Eine Weiherede beim NRichtefest. VBügsherschau.

Statistik und Volkswirthschaft.

Die deutschGe überseeische Auswanderung im Junt 1899 und in dem gleichen Zeitraum des Borjahres.

Es wurden befördert deut: Auswanderer im Monat Juni üter 189 1893 A T E T Ge O A 10 618 E C UUO 705 A al e E s 24 deutshe Häfen zusammen . , 1846 1347 fremde Hâfen (soweit ermittelt) 323 227 überbaußt . . 2169 - 1574, Aus deutschen Häfen wurden im Junt 1899 neben den 1846 deutschen Auswanderern noch 14 181 Angehörige fremder Staaten be- fördert. Davon gingen über Bremen 8010, Hamburg 6171.

Zur Arbeiterbewegung.

Der „Nat.-Ztg." zufolge i {in Berlin der Ausstand der Fliesenleger dur Ber lei beendet. Nach mehrstündiger B-- rathung“ wurden zwischen Pen Veitretern der Arbeitgeber und der ¡Romani ièn der Arbeiter folgende Verèlnbarungen gettoffen: Die alide Arbeitszeit beträgt neun Stunden; dex Stundenlohn für Fliesenleger, die mindesten wet Jahre im Betriebe thätig sind, beirägt 69—70 S; der Lohn füc die übrigen Leger bleibt deu: freien Ueberctu- kemmen überlassen; Ueberstunden, Nact- und Sonntagéarbeit werden nah Möglichkeit vermieden ; Ueberftun en von 6 bis 9 Uhr werden

bei Arbeiten au gleich tritt am 1. August d. J. in Kraft. (Vergl.

: eng shmiegt sich die reiche ideale

bn wird

bezahlt; E die et herbalb der Rinobahnlinie Tire R B r. 01. Die hiesigen Bau- und Erdarbeiter hielten gestern Abend eine Versammlung’ ab, in welcher, der „Voss. Ztg.“ zufolge, ausge- führt wurde, daß nur ein Bruchtheil derselben organisfiert und: Geld zur Sbrung eines aussichtsreihen Auêstandes niht vorhanden sci. Deshalb habe man das Einigungsamt des. Berliner Gewerbegerihts am 11. d. M. angerufen und suche mit dem Arbeitgeberbunde zu unterhandeln. Die zentralorganisierten Bau- arbeiter sind übe: den Verlauf ihrer Lohnbewegung sehr aufgebracht. Bei der Erörterung der j¿higen Lage kam es zu stürmischen Scenen, und {ließlich verließ ein großer Theil der Unzufriedenen den Saal,

Zur Lohnbewegung der Schmiedegesellen in Magdeburg berizzet die „Magdeb. Ztg.*: Der vor etwa 14 Tagen begonnene Ausftand eines Theils dec bicfigen Schmiedegesellen \cheint im Sande verlausen zu fein. Zwar wurde in einer vor cinigen Tagen abgehaltenen Versammlung derselben ' aufgefordert, im Ausstand auszuharren, doch betrifft dies nur eine geringe Zahl von Gesellen, Mehrere Meister mit mehr als 20 Gesellen haben die Forderungen der letzteren ganz, andere theilweise be- willigt; ‘eine erheblihe Anzahl von Gesellen war überbaupt nicht in den Ausftand eingetreten. Von den Ausständigen sind so viele ah- gereist, daß gegenwäctig wohl kaum noch ein ausständiger Schmicdé- aesélle in Magdeburg vorhanden sein dürfte. Aehnlich, wie mit dem Strike der Schmtedegesellen, sheint cs auch mit dem angekündigten Ausftand der Böttchergesellen zu werde, wenigstens ift bisher noch nicht bekannt geworden, daß. man, troß der ablehnenden Haltung der Arbeitgeber, ernstlich an eine Acbeitseinst:lung denkt. (Vergl. Nr. 157 d. Bl.)

In Halle a. S. bielt, wie dasselbe Blatt zu dem dortigen

Maurer- Auestand \chreibt, am 12. d. M. das Gewerbegericht als Einigungsamt eine Sizung ab. Hier wurden Vorschläge betreffs der Lobrfrage und ibrer lünftigen Regelung zur Verhinderung ttefgehender Differenzen zwiscen Arbeitgebern und Arkeitnehmern aufgestellt, die beiten Parteien zur Stellungnahme unterbreitet werden follen; es wurde jedoch im übrigen Geheimbaltung beschlossen. In Görliß habta nach der „Deuts. Warte“ am 14. d. M. mebrere hundert Steinmeßen aus Bunzlau, Altwarthau, Plagwig, Löwenberg und Rackwiy wegen Nichtbewilligung etner Aenderung des Lohntarifs die Arbeit niedergelegt.

Der „Köln. Ztg.“ zufolge ist am 14. d, M. in Düsseldorf cin Theil der dortigen Maurer in ven Ausftand getreten, nachdem sle vor etwa Monatsfrist, iîn etnigen anonymen Schriftstücken der freien Bau-Innung ihre Forderungen mitgetheilt haben. Darin wurden in der Hauptsache ein Minimaltarif von 50 4 Z für die Stunde und weitere Kürzung der Arbeitszeit an den Sonnabenden und den Vor- abenden der Festtage um eine Stunde verlangt. Der Vorstand der Bau-Innung hat es abgelehnt, zu diesen anonymen Schreiben Stellung zu nehmen. Eine Versammlung von Inaungs- mitgliedern und sonstigen Bauunternehmern, die am 13. d. M. tagte, erfiärte, mit der sogenannten „Lobhnkommission“, deren Mitalieder un- tekannt seien, nicht in Unterhandlung treten zu können. Gestern hat die Innung einen Aufruf erlassen, in welchem sie die Maurer warnt, sich von den Agitatoren beeiflussen zu lassen; sie solltea si vielmehr mit ibren Wünschen direkt an ihre Meister wenden, die sh bereit erklärt hätten, die Forderungen der Arbeiter zu prüfen und soweit als msglih zu erfüllen. (Verg!. Nr. 164 d, Bl.)

Den „Mün. N. Nahr.“ wird aus Augsburg berichtet: Die Lobnbewegung im Bäckergewerbe kommt von neuem zum Aufleben, Etre am 12, d. M. einberufene Versammlung, die von Bäckergehilfen ungemein ftark bejuchzt war, nam folgende Resolution an: „In An- betrat desscn, daß die bestehenden Verhältnisse im Bäckergewerbe s{chlechte und traurige sind und auf eine Bc:fserung von seiten der Metsier nicht zu rechnen ift, versprehen die heute versammelten Bäcker- gebilfen, id zu organisieren, d. h. dem. Deutschen Bäckerverband beis- zutreten, um dann gemeinsam mit den Bäckern Deutschlands mit allen ¿u Gebote stehenden gescßlizen Mitteln bessere Lohn- und Arbeits- bedingungen herbeizuführen. Ferner eracbten dieselben die von den Meistern gewährte 10 proz?ntige Lohnerhöhung für viel zu gering, #a cine solche bei einem Wocenloßne von 5, 8, 12 4 keine ausshlag- gebende set." (Vergl. Nr. 157 d. BU)

Aus New York méeldet „W. T. B.“: Die Beamten der amerikanischen WeißbleWß-Gesellshaft und das Lohn- Comitó der Eisen: und Stahlarbeiter-Vereinigungen haben gestern cine Lohnskala vereinbart, wodurch cin Ausftand ver- mieden worden ift,

Kunst und Wissenschaft.

Aus dem Wettbewerbe - für ein Kaiserin Augusta- Denkmal in Köln, zu welhem 14 Entwü:cfe eingegangen waren, haven, wie das „Centralbl, d. Bauverw.“ mittheilt, dte Bildhauer Stockmann u. Dornbach und der Architekt Kirsch in Köln die beiden ersten Preise (1500 A und 1000 4) davonget-agen. Der dritte Pfeis E 4) wurd2 dem Bildhauer Professor G. Herter in Berlin zuerkannt.

Bon dem „Friedensdenkmal“ in München, welFes morgen in Gegenwart Seiner Königlichen Hoheit des Prinz-NRegenten von Bayern feierli enthüllt werden soll, giebt die Münch. „Alg. Ztg.“ folgende Beschreibung: Inmitten der einzig {ckö1en Anlagen, die, burch Königliche Munifizenz aus wüstem Gelände geschaffen, fi) langgeftreckt am rechten Jsarujer hinziechen und tie Anhdhe Rar egons auf der ein neuer, vornebmer Staëttheil fch au3zubreiten beginnt, echebt sich als reizvoler Abs{luß der monumentalen Prinz-Regeritenstraße eine prächtige ‘Terrasse, die einen der st&snften Ausfihtspunkte Münchens bilde?. Knapp vor thr überpannt in cinem füha geschwungenen Bozen die Luitpoldbrücke den hellgrün chimmernden Strom. Lief unter unseren Füßen rausck;t er dabin, in raswem Lauf herabstürmend ‘aus dem gewaltigen Felsenwall der Alpen, des Deutschen Neiches südlichften Grenzmarlen. Breite Freitreppen führen von dem untereu, der Terrasse vorgelegten, mit Blumenparterres und einer hübschen Fontaine ges&müdckten Plat-az empor zu dem der Terrasse selbst. Ein großes Rondeau, nah Osten hin die Fortseßung der Stcaße etins{ließend, ‘ist bter angelegt, hübsche Gruppen von Bâäu:nen und hohftämmigem Straäuwerk umrahmen es nach rüdck- wärts, und aus feiner Mitte tagt nun sbimmernd und leuhtend das Friedcnsdenkmal auf, zu dem bei dem 25jährizen Friedens-Jubiläum der Grundstein gelegt wurde,

Die emporstrevende Säule, das Bild der Kraft, die nach uralterx Anscaguung das Himzuel3zexölbe ütt, ragt stolz und {lank in hte Lüfte. Jhre von Kanneiierungen ntérbévbeen Stäke deuten das feslgesügte Bündel an, zu dessen Zerbrehung nicht die Kraft von mebreren, geschweige dern die eites Einzigen ausreiht. Aus diesem Sinnbild der unüberwindbaren Macht der Einheit schießen die Zacken der Akanthusblätter auf, aus Etz anetnandergereibt, der Behälter füc den Tuppeltörmig gewölbten Stüßpunkt des Fußes der vom Pimmil niedershwebenden Perfonififation des Friedens, Nicht bie stolze Victoria hat man gewählt, ten bohragenden Säulens- \Maft zu krônen, fondern feinfinnig die ho\de Frauengestalt, die vom Himmel niederfteigt nach ausgetobtem Gewitte:sturm. Hehr und lihivoll in \trahlendem Goldplanze ranscht si: mit weit gespannten Flügeln aus dem Purpur der Mörgenröthe einer neuen Zett ciuher, ] ewandäng an die s{chóne1 Glieder, vom Winde geshwellt eue si in breiten Faltenzügen der Chiton, flattert das- Peyplum. Die Rechte ‘trägt das Symbol des Fricdeus, den Palmenzweig, die Linke hält als Geschenk des überstandenen Kampfes die Schirmerin dec Slädte, die Sckußgöttin der Kunst und Wissenschaft, Pallas Athene, die füc den S.eger im Wett- ftreit' friedlidzer Arbeit das Lorberrcis bereithält. Volle \sech3 Meter mißt dieser Friedensgenius, dessen etnec Fuß nur ganz leicht die ihm nöthige Standfläche berührt, sodaß erx in Wirklichkeit über thr roy

‘von O um den Sockel in quadratischer. Anordnun

Eine antike Säulenhalle auf erhöht R | es lehnt sih im oberen Theile seiner “rine n Netgu e 2 im Ge A e ende Basis der Sine Cn etten en erheben sid Trophäen antiker Rüstunzen, ‘der Arbitrav dés Steingebälkes zeigt Löwenköpfe, wie jener mancher antiken Tempeltautèn. AHt weibliche | Karyatiden siad als Mittelträzer der Bedachung angeordnet, jede von ihnen anders gestaltet und dennoch einheitlih in Stil und Eindruck. Jn reiher, fließender Gewandung “und \{chönem - Gliederbau halten fie in lei&ter, anmuthiger PEVegUn Einbleme des Friedens in den Händen, Kränze, Lorberztocige und Füllhörner Sie

denen sie die {ne statuarisch2 Wirkung gemein, aber wärmerèa, lebendigeren Auédruck für fh habrn. An ten Eten ütt fe cin viereckigec Steinpfeiler das Dach. In zartem Basrelief streben an deren gdes Lorberzweige empor. Aus ihnen treten gegen Westen, also nach dér Stadtseite her, die Medaillons mit den Bildnissen der drei Kaiser Wilhelm I, Friedrih und Wil- helm IT. an dem einen, König Ludwigs I1., König Otto's und des Prinz-Regenten Luitpold an dem andèren Pfeiler bervor; die nach Often _gewendeten Pfeilec zeigen Bismarck, Moltke und Roon einerseits, von der Taan, Hartmann und Pranckh andrerseits, während die Medaillons an der Süd- und Nordseite, von wo auch Treppen zum Janern der Halle hinaufführen, e zwölf Arbeiten des Herkules zur Anschauung bringen. Die der - âlle zugekehrten Pfeilerflähen find für Inschriften bestimmt.

Die vier Innenwände der Halle, ‘die den Unterbau der Säule bilden, umkleiden allezorische Bilder, in altitalienischer Glasmosaik- technik ausgeführt und mit der harmonishen Wirkung von Gobelins, Reiche antike Ornamentumrahmung läßt an der Westseite auf blitendem Goldgrund eine auf einer Mauerumfassung sißende Frauengestalt sehen, die wie segenspendend die Arme ausbreitet gegen die thr zur Seite angebrahten Symbole der Wissenschaft und Kunst; im Hintergrund ragen dunkle Cypressen. Das Bild der Südseite versinnbildlicht den „Sieg“: der heimfkehrende Krieger empfängt aus der Hand einer Nike den wohlverdienten Kranz, stilisierte Löwen deuten auf die berotesene Tapferkeit und Kraft in der Vertheidigung - der Heimath. Dem Osten ist die Allegorie der _Kulturarbeit zugewandt: eine edle Frauengestalt bält in sigender Stellung eine Fadel und Rebren in den Händen, über ihrem Haupte breiten {ch fructbeladzne Bäume, ibr zur Seite führt ein Ackerbauer den Pflug, und ein Schmied am Ambos sck{wingt in u Faust den geroichtigen Hammer; die Schiffahrt aber entführt die Erzeugnisse des Fleißes in ferne Länder. Dem rauhen, sturmgesättigten Norden wendet sih der Krieg zu : zwei Kämpfer in antiker Rüstung, Schild an Schild mit ge¿ücktem Schwert aufeinander etndringend. Die in all diesen Bildern feft- gehaltene arcaisizrende Manier mit den strengzn Konturen erhöht die moaumentale Wirkung. ;

Große fünstlerishe und technis@e S{wierigkeiten waren bei dem Aufbau des Dznkmals zu “bewältigen. Mehr als drei volle Jahre waren nôthig, ihrer Herr zu werden: denn am 10, Mai 1896 berelts war der Gruadstein gelegt worden. Schon die Fundamentierüng bercitete grofe Hindernisse, das lockere Terrain forderte deren Tief- segung bis zu 15,25 m und eine Sohlenbreite von 11 m im Quadrat, 34800 6 beanspruchte dieser Tbeil der Arbeit allein, doch mit zähester Auêdauer wurde weiter geschaffen. Es war keine Kleinigkeit, die Aufgabe, die gestellt worden war, zu lösen, wenn man bedenkt, daß das Denkmal vom Niveau des Playes bis zur Flügel- spige der Bekrönungsfigur 37,52 m mißt. Die Befestigung dieser felbst auf ihrem lustigen, sturmumbrausten Standort kann cin tehuisches Meisterstck genannt werden, denn ein Cifenbalfen von 17 zu 13 em Querschniit mußte in den Körper der Statue cin- gelassen werden, deren Fuß durchbrochen wurde, um die Ginfügung in den im Säüulevschast verborgenen Eisenstuhl zu ermöglichen, wo ihn aht derbe Schleaderilammern, von denen vier bis in dessen Mitte herabreihen, allen Angriffen des Sturmes zum Troy \est- halten, Um jedoch für alle Fälle den Grzkoloß zu sitern, führen in dem 58 cm weiten Hohlraum der Säule Steigei})en empor, die eine etwa nôthig werdende noch wettere Verankerung zulaffen.

Die Bildhauer Heinrich Düll, Georg Pezold und Max Hellmater, deren g‘meinsamer Arbeit die Idee zu dem Denkmal entsprang und deren Händen auch die künstlerishe Aucführung oblag, können mit größter Befriedigung ihren Blick darauf weilen lassen, nit minder aber der Leiter der technischen Ausführung, Stadt-Bauingenteur Heinlein, Die Steinmegarbeiten in Kelheimer Kalkstein nur der Unterbau der Halle besteht aus Muschelkalk lag bei den Blaubeurer Granitwerken in den besten Händen. Der ausgezeihnet gelungene Erzguß des korinthishen Miesenkapitäls und der Statue verdienen nicht mirderes Lob.

Das Denkinal, das für bie Perspektive der Prinz-Regentensiraße einen {öacn Abs{luß bildet und aa eine große, tuhnmreiheè Zeit und die Segnungen des Friedens mahnen foll, würde von der Stadt München gemeinsam mit der Prinz-Regent Luitpold-Stistung errichtet. Die Kosten belaufen sich auf ca. 150009 4, /

Vautwesen.

In dem engeren Wettbewerbe für ein neues Stadts- Theater in Köln, der unter den Arcbitekten Müller u. Grah, Geheimer Baurath Pflaume u. Hermann Pflaume und Regierungs- Baumeister Moritz veranstaltet worden war, spra, dem „Centralbl. d. Bauverw.“ zufolge, dasfelbe Preiégericht, welches im esten öffent- lihen Wettbewerbe thätig war, der Arbeit des Negierungs-Baumeisters Moriß einstimmig den Preis zu.

än der Preisbewerbung für den Entwurf zu dem Gebäude des Bankhauses ter Horst u. Co. in Münster, in wzlher 88 Gntwürfe cingegangen waren und neun von diesen zur engeren Wabl gestellt wurden, is der erfte Preis dem Architekten J. Grotjan in Hamburg zwerkannt worden. Den zweiten Preis erbielt der Res gterung8s-Bauführer Friedr. Oftendorf in Münster.

Land- und Forstwirthschaft. Stand dèr Flahssaaten in Rußland.

Den ersten dietjihrigen Mittheilungen der russischen „Handels und Industrie-Zeitung* über den Stand der Flächdjaaten entnehmen wir nah der ,St. Petersburger Zeitung“ folgende Angaben :

Das Areal der Flahssaaten it überall zurückgegangen. Als Aus- nahme set regiftriert, daß in den Raycns Pskow und Ostrow diesen uralten Zentren des Flachsbaucs das Areal unvträndext blieb. Die Verringerung des Aussaatareals erklärt si durh die niedrigen Flachepreis: in der vaflossenen Saifon. Uebrigens hat fi ber2udse geft:Ut. daß nit mehr als 5 bis 10% des vorjährigen Areals uns besäet blieben, mit Ausnahme einzelaer Rayons, wos die Verringerung 30 %/o erreite, 1

Ina den meisten Gouvernem?nts, wo ‘das Areal der Flacssaalen si verringerte, wurde ein größerer Flähenraum mit Hafer und Futterkräutern beba t. Hafer und zum theil auch (S. rste wur:e dank tèn hohen Yarktpreit.n vorgezog!n; was nun die Futteckräuter betrifft, fo ift die Ausdehaung des Grasbaues als allgemeine Erschcinunz anzuseh-n, da der Grasbau mit jon Jahre ein gr Yerrain E il CEBeRNs By t O ng konstatiert werden, ba mi imniúdruag des Grazbaues fowokl eine i Getreide- als auh Flacvernte gesichert wird. s h vitiAtis /

Zum Stand der Saaten über, eheud, muß die äußerst u :

Witierung im April und Mat erwähnt werte-. Kälte in von Regen und x ar Schn-e und Nordwinden Vit d beceitenden Feldarbeiten und sodann auch tie Aut aat sel

errinnern lebhaft an ihre prähtigen Shwestern vom Erechtheion, mit