1899 / 167 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

daß, wenn Joko

A d i noch aus, do glaube i< bestimmt, je Friégbeutfbidiguno jableit wle B

nue Artegsents{hädigung | zahlen wird. Dex“ Häuptling Naambe

Uns mit offenen Armen aufgeaomnien und erflärt, ih zu “iltin Ï e Leider ist er dur die elfjährige Belageruna sehr arm. Ih will ihn möglichst stark machen und die Tikarleute, die nun von Tébati- abfallen, unter seine Hoheit stellen.

Zeit in der B sein, zu der Arbeiterfrage als der Balihäuptling Garega, da seine Freundschaft auf anderer A ie Sadabiot! Uh - ub

odann beat ge id, na oko zu mars\chieren, um dort

unter Oberleutnant Nolte eine stärkere Station provisoris< anzu- legen, welhe auh die Verhandlungen mit den Wutes beschleunigen und die Abmachungen mit obigen Stämmen festigen wird. oko, in gutes Lage, ist der Mittelpunkt sämmtlicher Straßen. ci Anlage der Station Joko würde der Handel für das Wute- und Tikargebict großen Absayz finden. Für Ngaundere und für Banjo müßten ih unsere Kaufleute mit besseren Waaren versehen, um die Konkurrenz zu schlagen. Da zur Zeit hier sehr theuer verkauft wird, wäre au hier Vortheil zu erwarten.

Soweit der Bericht des Hauptmanns von Kampy. Der Kaiserliche Gouverneur fügt hinzu, daß nunmehr Südadamaua und ein offener Handels3weg quer durch die ganze Kolonie bis Ngaundere und an die französis<he Grenze in der Hand- der Regierung sei, ein Erfolg, der für die eiterentwi>elung des Kamerunhandels nicht ho

u ‘bemerken ist no<h, daß Oberleutnant Nolte die Station

oko, Leutnant von Arnim Yaúnde übernehmen wird, während Oberleutnant Dominik zur Küste zurü>kehrt. Meldungen über den Zeitpunkt der Nükkehr der Truppe liegen noch nit vor. :

Der mit der T der neu begründeten S tation am Sanga-Ngoko betraute Forst - Assessor Dr. Plehn berihtet aus Ngoko unter dem 21. März d. J.:

Am 13. d. M. bin i< in der Südoste>e des Schutzgebiets Kamerun angelangt. Dem Befehl des Herrn Gouverneurs von Puttkamer entspre end, bra ih am 31. Januar d. J. mit dem Dampfer „La France“ der Société Anonyme Belge von Kinfhassa auf und führte den dortselbst verbliebenen Rest des Expeditionspersonals sowie 220 Lasten nah Bonga an der Sanga-Mündung, wo ih am 7. Februar anlangte, 258 Lasten mußte i< in Kinfhassa zurü>lafsen. In Bonga traf ih den Sergeanten Gruschka mit dem vom Herrn Gouverneur hinauf-

eführten e der Expedition wohlbehalten an und trat die ahrt von hier den Sanga hinauf an. Es standen mir zwet große Stahlboote der Société Anonyme Belge, ein großes, % m anges und ein kleineres, etwa 14 m langes Kanu zur Verfügung. G Tage A ih in Boaga bleiben, um die nöthige Anzahl addeln zu bes<afffen. Am 9. hatte ih 85 Stück zusammengekauft und am 10. bra< i< auf. Die Karawane bestand aus 4 Europäern, 90 Farbigen, 4 Weibern und 310 Lasten zu etwa 30 kg. 64 Mann konnten eine Paddel handhaben, do< waren sie sehr wenig geübt und konnten namentli< mit den \<werbeladenen Booten <{le<t umgehen , sodaß die Reise in den ersten Tagen nur langsam von statten ging. Allmählih übten sie s< ein. Der Sanga ist bis Ouefso hinauf im Durchschnitt 600 bis 700 m breit, hat schr viele Inseln und ist bei dem jeßigen niederen Wasser- stand rei an Sandbänken ; es mußte beständig gekreuzt werden, um eine Fahrrinne zu finden, oft mußten die Boote auf lange Stre>en über den Sand gezogen werden. Die Strömung wechselt sehr, auf dem größten Theil der Fahrt war sie gering, auf einigen Stre>en jedoch so stark, daß sie nur mit großer Anstrengung überwunden werden konnte. Die Ufer sowie die Inseln {find mit hohem, üppigem Urwald bede>t, der nur an vereinzelten Stellen von Buschsavanne „Unterbrohen wird. Es befinden si{ auf der ganzen Stre>e nur sehr wentge Dörfer, und die Verpflegung der großen Kara- wane wäre {wierig und mit großen Zeitverlusten verbunden gewesen, wenn i< ni<t von Kinshassa eine große Quantität Neis und Saljz- fleis< mitgenommen hätte. Die Théerwelt ist namentlih im unteren Theil des Sanga sehr rei, man sieht S{wärme von Neihern, Störhen, Marabus, Enten, Strandläufern, Kormoranen u. |. w. Von Flußpferden wimmelt es an einigen Stellen geradezu, i< habe einmal von einem Play aus gegen 50 Stück gleichzeitig gesehen. Elephanten, Büffel und Antilopen spürten sih überall am Ufer.

Am 8. März erreichte i< Ouesso, das etwa 10 km unterhalb des Zusammenflusses von Sanga und Naoko liegt, und nahm in der dortigen Niederlassung der Sociétó Anonyme Belge Quartier. Ouesso i eia Dorf von etwa 300 Hütten, am Fluß- ufer entlang gebaut. E lag früher weiter flußauf- wärts auf einer großen Insel, unmittelbar vor der Mündung des Ngoko, und feine Bevölkerung war unter dem vor einiger Zeit verstorbenen Häuptling Minganga weithin angesehen und gefürhtet. Seit dessen Tode hat es an politis<er Bedeutung erhebli< verloren, Es befindet fh in Duesso z. Zt. ein Agent der Sociótó Anonyme Belgos und einer des Holländishen Hauses, außerdem war ein für Carnot bestimmter, auf der Durchreise dorthin befindlicher französisher Beamter anwesend. Die Expedition des Administrateurs Fourneau hatte Ouesso bereits am 13. Februar verlassen, um in südwestliher Nichtung Gabun zu erreichen. err Fourneau hat zwei Offiziere, darunter seinen Bruder, einen Arzt und einen Unteroffizier, 200 Träger und 30 Soldaten (Senegalesen) mit \i<. “Als Zwe> seiner Expedition werden die Vorarbeiten für eine von Libreville nach Ouesso und vielleicht später darüber hinaus na< dem Oubangi zu führende Eisenbahn angegeben. Von Ouesso schi>te ih am 11 d. M. die Expedition unter dem Assistenten von Lüdinghausen den Ngoko hinauf voran, während i< selbst no< einen Tag dort blicb und dann mit dem Agenten der Société Anonyme Belge, Herrn van Beers, der jene Gegenden genau kennt, am 12. auf dem ftleinen Schraubendampfer der Soaciótó Anonyme Belge „KRatanga“ nadfolgte. Der Ngoko ist durh- s{nittli< 120 bis 209 m breit, meist ziemli tief, fast ganz ohne Sandbänke und Inseln, mit meist steinigem Grund, das ahrwasser ist weit besser als das des Sanga; auf der Stre>e von uesso bis hierher liegen nur ganz vereinzelte kleine Dörfer am Ufer. Am 13, traf ih mit von Lüdinghausen glei ¡eitig bei der Faktoret der Société Anonyme Belge am reten Ufer des Ngoko ein und nahm daselbst vorläufig Quartier.

Da Reisen auf derartige Distanzen in Booten stromaufwärts heutzutage von größeren Expeditionen wobl ziemlich selten ausgeführt werden, so ift es vielleiht von Interesse, einige Zahlen über die arlGgelegten Stre>en zu geben, Die Gntfernung yoa Bonga bis

goko beträgt, die f Beimmungen mit eingere<net, etwa 640 km. Die Stre>e is in 32 Tagen, einschließli 4 Rußhetagen, zurü>gelegt worden. Während der 28 Neisetage wurde im Ganzen etwa 240 Stunden gerudert, sodaß im Durchschnitt 2,66 km pro Stunde zurückgelegt sind. Der Gesundheitszustand ließ zu wünschen übrig, es starben während der e zwei Leute am Fieber und einer an Dysenterie, do<h waren alle drei bereits in Kin hassa krank Und von Beginn der Reise an arbeitsunfähig. Es kamen avßerdem zwölf Dygsenteriefäle und zwei Fälle von Lungenent¡ündung vor, do sind alle Leute jet völlig wieder hergestellt. Der Gesund- heits E der Europäer war während der ganzen Bell gut. habe gleih am erften Tage mit den Vorbereitungen zur Anlage einer Station in N oko begonnen, um die Expedition mög- list L auf deutshem Gebiet unterbringen zu können. Der ge- gea lag fr die Station is ein Hügel, dec \si< gerade gegen- ber den Faktoreien, Flusse anfieigend, etwa 100 m über den Flußspiegel erhebt uünd au< nah der Wauters'schen Karte wei los auf deutshem Gebiet liegt. Ih mußte ihn auf Elephantenpfaden ersteigen, habe jeßt jedo< einen

Er wird dann in kurzer mehr beitragen zu können

vom

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genug angeschlagen werden könne.

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‘Gipfel nur eiwa 900 m entfernt ist. Jh halte es für besonders B die Station so hoch zu legen, da die Gesundheits, verhältnisse hier am Ngoko nah den Ausfagen der Kaufleute, die dur die zahlreihen Krankheitöfälle bestätigt werden, sehr un ünstig fein ollen. Der Hügel ist mit dihtem Busch und vereinzelten R

äumen bestanden, das Freihauen erfordert eine erheblihe Arbeit. Ein ganz vorzüglidher Lehm zum Herstellen von Ziegeln ist am Fuß des Hügels vorhanden, ebenso gutes Bau- und Tis<lerholz in hinreihender Menge. hoffe, die Expedition in kurzer Zeit unter Dach und Fah bringen zu können, jedenfalls wird mit aller Macht daran gearbeitet. Da dieser Plaß der gegebene für den Sih der neuen o ist, glaube ih bestimmt, da hier die bequeme Schiffbarkeit des Ngoko für größere Boote aufhört und die Faktoreien hier wohl \tets ihre aubtdepots haben werden, von denen aus siè die vorgeshobenen Posten versorgen, bezw. von wo aus das Elfenbein in die Dampfer verladen werden wird. Was die Bevölkerung anbetrifft, so sitzen hier im Dorf Ngoko und dêr nächsten Um- gegend die Misanga, hinter thnen bis zum Sanga hin die Nzimu (wohl identish mit den Fan Dzem der Wauters*s{en Karte). Die Misanga waren bis vor einigen Monaten mit den Nzimu in Zwietraht und waren aus Fur<ht vor ihnen auf daz re<te Ufer des __Ngoko geflohen, jeßt sind sie wteder zum rößten Theil zurü>gekehrt und haben wieder begonnen Farmen zu auen, sie begrüßten mih mit großer Freude, da fie im SHuh der Station von Nzimu in Ruhe gelassen zu werden hoffen. Bis die sehr ausgedehnten Farmen der Misanga Früchte tragen werden, was wohl no< 4 big 5 onate dauern kann, sieht es mit den Verpflegungsverhältnissen bel aus. Die Mis- fanga selbst laufen ihre Lebensmittel von den einige Stunden entfernten Nzimu, die sehr große Anpflanzungen, besonders von Bananen, haben. Ich lasse den Lebensunterhalt für meine Leute au bet den Ntzimu kaufen, was mit einigen Schwierigkeiten verbunden i}, da die Nzimu fehr mißtrauis< und ängstlih meinen Leuten gegenüber sind, doch hoffe ih, daß si das geben wird.

Da dke ganze Gegend fehr frutbar if und leiht eine zahlreiche Bevölkerung ernähren tann, so werden si die Verpflegungsverhältnisse sowohl für die Station als au für die Handelsgefellshaften siher fehr günstig gestalten, na<hdem die Mifanga \ih wieder angesiedelt haben. Die Lebensmittelpreise Hier {ind freili<h enorm hoch, besonders die Fleischpreise, fo kostet eine Ziege in Waaren etwa 30 Fr., ein Hubn gegen 2 &r. Gs fteht zwar zu hoffen, daß der Fleis<bedarf der L-ute durh die Jagd, die hier re<t gut sein soll, zum R Theil gede>t werden kann, doch ift es immerhin unsicher. Der Fleischreihthum in Ngoko ift lange niht so groß wie im Sanga und auÿ daher auf diese Lebensmittelquelle nicht zu re<hnen.

Großbritannien und Frland,

In der gestrigen Sizung des Unterhauses erklärte, dem

W. T. B.“ zufolge, der Parlaments-Untersekretär Brodri>, die Regierung glaube, daß die in der Pestkonvention von Venedig im Jahre 1897 gebilligten Grundsäße zum Schuße eines jeden Landes, das sie annehme, gegen dic Einschleppung der Pest ausreichten. Jene Konvention sei auf dem Prinzip basiert, daß jedes Land seine sanitäre AE Ban so zu ge- stalten habe, daß es leiht jeden Pestfall behandeln bönne, der in seinem Gebiete entde>t werde. Die britishe Re- gerung würde es sehr gern sehen, wenn Persien und die ürkei ihre sanitäre Organisation so umgestalten würden, daß sie die Konvention annehmen und ihre Bestimmungen ausführen könnten. Jn Uebereinstimmung mit den übrigen Signatarmächten habe die britis<he Re- gierung Schritte gethan, um den betreffenden Regierungen ihre Ansichten bekannt zu geben. Jm weiteren Verlaufe der Sizung theilte der Parlaments-Sekretär des Krieges Wyndham mit, daß die nah Süd-Afrika entsandten Batterien zum Ersaßtze der bisher dort stationierten drei Batterien bestimmt seien. Wenn aber die Umstände weitere Schritte erforderli<h machen sollten, so würden die bereits in Süd-Afrika befindlichen Batterien dort zurü>behalten werden und die jeßt dahin ge- schi>ten Batterien zur Verstärkung dienen. Der Erste Lord des Schaßes Balfour beantragte sodann, für den Rest der Tagung das Mitternachts-Neglement aufzuheben, und zählte die Vorlagen auf, die er noch bis zum 12. August, dem wahr- scheinlichen Tage des Sessions\chlusses, verabschiedet wissen wolle. Die Bill, betreffend den Wucher, lasse er fallen; es werde jedoch, falls die jeßt s{webenden Verhandlungen rechtzeitig zum Abschluß gebraht würden, no< eine Vorlage über die Konversion der garantierten britischen Anleihe von 1855 ein- gas werden. Der Antrag Balfour's wurde mit 226 gegen 3 Stimmen angenommen, nahdem Balfour die Zusicherung gegeben hatte, daß vor Schluß der Tagung no< Gelegenheit zur Erörterung der südafrikanischen Angelegenheit gegeben

werden solle. Fraukreich.

Der Kriegs-Minister de Gallifet hat, dem „W. T. B.“ zufolge, an den Maire von Saint-Maixent ein Schreiben ge- richtet, in welchem er erklärt, er könne dem Major Marchand die Erlaubniß zur Theilnahme an einem diesem zu Ehren von der Stadt veranstalteten Feste nicht ertheilen, da die Ne- gierung die Expedition Marchand .am 15. Zuli aufgelöst habe.

Der Major Marchand wurde dem 4. Marine-Jnfanterie- Regiment zugetheilt, dessen Garnison Toulon ist.

Rußlaud.

Der Kommandant und die Offiziere des deutschen Schulschiffes „Charlotte“ wurden, nach einer Meldung des „W. T. B.“ aus St. Petersburg, vorgestern von dem General - Admiral Großfürsten Alexeci empfan en; am Abend folgten sie sowie die Mitglieder der deutschen otshaft und des deutshen Konsulats einer Einladung des Vorsitzenden des Vereins der Reichsdeutshen, Tillmanns. estern gab der General-Konsul Maron auf seinem Landsiß bei Dranienbaum dem Kommandanten und den Offizieren ein Diner; heute ist der Vorstand des Vereins der Reichsdeutschen nEe ‘a Damen zum Früßstü>k an Bord der „Charlotte“ geladen.

Abbas-Tuman ist seit dem Hinscheiden des Großfürsten- Thronfolgers Georg ein Wallfahrtsort für die Bevölkerung geworden; täglich treffen Tausende aus weiter Ferne ein, um vor den sterblihen UÜeberresten des Großfürsten ihre An- daht zu verrichten. Trauermessen werden mehrmals täglih nah orthodoxem und na<h armenishem Ritus abgehalten, auch Ly e i Borshom von de finden

statt. Die Trauerprozession wird in Borshom von dem Adel und zahlreihen Deputationen begrüßt werden. Der Tag des Eintreffens des Trauerzuges in St. Petersburg ist no< nicht endgültig festgeseßt.

Jtalien. Die Verhandlungen der italienishen und der

breiten, geraden eg. von oben bis zum Flusse dur(- geshlagen. Eine Quelle hake ih bisher in der Nähe e Gipfels

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nd nit ef ea, obwe “viele | uf däs V i: 6 Wasser di oh ift E T ate g

Frage nehmen, nach einer Meldung ‘der „Tribuna“ ruhigen Verlauf. Js Grenzpunkt - an "der Kiste in bereits Ras Dumeira festgesest worden. Das ez biet nördlih von Ras Dumeira wird als italienisches das Gebiet im_ Süden als - französisches Territorium anerkannt. Kesgultellen ist noch die renze im Innern des Dankali:-Gebietes. Eine französische tehnishe Expedition at dan D des Zand Slondiaux bercits nah a unterwegs sein, um den 2 lungen zu beschleunigen. IGIaB, Vex, er hand:

Spanien.

Der Königliche Hof siedelt, wie „W. T. B.“ aus Madrid berihtet, morgen nah San Sebastian über, nahdem zuvor unter dem Vorsiß der Königin- Regentin noch ein Ministerrath stattgefunden haben wird.

Die Deputirtenkammer hat cinen Antra angenommen der dahin geht, den Namen Emilio Castel Wandfläche des Sißzungssaales anzubringen. Nach einer Aeußerung des Ministers des Jnnern werden die Kammern vorläufig nicht geschlossen werden, da der Finanz- Minister es für nöthig halte, „daß die Budgetberathung be- ainne, weil der von der Opposition beantragte Gesezentwurf über die Unifizierung der Staatsschuld nicht ausreichend sei.

Niederlande.

Die erste Kommission der Konferenz im Haag hielt gestern eine Sizung ab. Wie dem „Reuter'schen Bureau“ berichtet wird, gab der niederländische Delegirte Jonk- heer van Karnebeek der Theilnahme der Konfercnz an dem \hmerzlihen Verluste Ausdru>, welchen der Kaiser von Rußland, die Kaiserlihe Familie und das russische Volk dur<h das Hinscheiden des Großfürsten - Thron- folgers erlitten haben. Der russische Botschafter Baron von Staal danfte und erklärte, daß er dem Kaiser von Nußland von dieser Kundgebung der ‘unde Mittheilung machen werde. Hierauf ging die Kommi sion zur Prüfung des von Karnebeek verfaßten Berichts über. Derselbe \{<lägt u. a. vor, die St. Petersburger Konvention von 1868, dur<h welche der Gebrauh gewisser Geschosse verbotcn worden ist, dahin zu erweitern, daß es auch untersagt sein soll, Geschosse aus Luftballons hinabzushleudern und sol<he Bomben, welche den Zwe> haben, Stickgase zu ver- breiten, oder Expansivgeschosse zu verwenden. Die Kommission nahm diesen Theil des Berichts nit an, sondern beschloß, die Frage zum Gegenstand eines besonderen Abkommens zu machen. Der übrige Theil des Berichts wurde mit einigen redaktionellen Aenderungen angenommen, welhe im wesentlihen bezwe>en, die Einstimmigkeit des Beschlusses des Len Ben. Comités, das si< mit der Prüfung der A ishen Vorschläge über die Beibehaltung der U uta cktivbestände der Landarmeen zu beschäftigen atte, deutlicher hervortreten zu lassen und den von Bourgeois gestellten Antrag enger an jenen Beschluß anzuschließen.

Die dritte Kommission sehte gestern die Prüfung des Entwurfs eines Uebereinkommens zur friedlichen Beilegung internationaler Konflikte fort. Jn erster Lesung wurden die Bestimmungen über das Schiedsgericht angenommen. Mehrere Abänderungsanträge wurden einem Comité zur Prüfung für die pee Lesung überwiesen. Gegen einen von den Delegirten er Vereinigten Staaten von Amerika eingebrachten Antrag auf beschränkte Zulassung der Revision von Entscheidungen der Schiedsgerichte wandte sich der russishe Delegirte, Geheime Nath von Martens, in längerer Rede, während Holls für den amerika- nischen Antrag eintrat. Schließlich einigte man si auf einen Antrag des niederländischen Delegirten, Professors Affßer, welcher cine vermittelnde Fassung vorschlug. Diese wurde einstimmig angenommen. Artikel 54 des Schied8gerihts-Ent- wurfs, wie er nunmehr von der dritten Kommission in erster Lesung angenommen ist, lautet:

Die Parteien können in ihrem Kompromi {ih vorbebalten, die Revision des Schiedöspruchs zu verlangen. In diesem Falle muß unter der Vorausseßung, daß die Konvention nichts Gegentheiliges besagt, das Gesuch um Revision an das Tribunal gerichtet werden, wel<hes den Schiedsspru<ß erlassen hat, und zwar nur auf Grund der Entde>ung einer neuen Thatsache, wel<he geeignet i, einen entscheidenden Einfluß auf das Urthetl auszuüben, und welche, als das Urtbeil gefällt wurde, weder dem Tribunale no<h der die Revision verlangenden Partei bekannt war. Das Revisionsverfahren kann nur auf Grund einer Entscheidung des Tribunals begonnen werden, in welcher ausdrü>lih das Vorhandensein der neuen Thatsache konstatiert und anerkannt wird, daß dieselbe den in dem vorhergehenden Satze bezeichneten Charakter hat, und in welcher ferner die Erklärung abgegeben wird, daß dem Griuhen um Revision aus diesem Grunde Folge gegeben werden kann. Gin Gesu um Revision kann nur angenommen werden, wenn es innerbalb der im are S zwischen ven Parteien vereinbarten Frist eingereiht worden á

Die nächste Sißung der dritten Kommission findet morgen statt. Man hofft, in derselben die fünf Artikel, welche f auf die internationalen Untersuhungskommissionen beziehen, erledigen und sodann den ganzen Entwurf in zweiter Lesung annehmen zu können.

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Türkei.

Jn den leßten Tagen fanden zwei außerordentliche Sigßungen des Ministerrathes statt. Den Gegenstand der Berathung bildete, nah einer Meldung des Wiener „K. K. Telegr. - Korresp. - Bureaus“, die Repatriierung der arme- nishen Emigranten, Jm legten Ministerrath soll auch die jüngst an der russish - türkishen Grenze vorge- kommene Bree tleuung, ur Sprache gekommen sein. Diese wurde auf die Umtriebe kurdisher Banden und deren Verfolgung zurückgeführt. Die rusfische Negierung soll eine Underiahura durch eine Kommission behufs Vereinbarung von Schußmaßregeln verlangt haben.

Serbien.

Der König Alexander empfin gestern, wie „W. T. B.“ aus Belgrad meldet, im Beisein des Königs Milan Huldi- Neat aus den Kreisen Timok, Pozarewaß, emendria und Schabaß. Der König versicherte die zwei- tausend Personen starken Deputationen seiner Gewogenheit und forderte Alle auf, mit ihm dahin zu wirken, daß Serbien von den Feinden des Landes und der Dynastié E werde, Vorgestern wurde der C NEN Nar DLafeor Milan Petro- witsh_ verhaftet und der Journalist Steva Rasosaoljewitsh aus Serbien ausgewiesen, angebli<h weil dieser in Neusaßer serbischen Blättern aufreizende Artikel veröffentliht habe. Jm

anläßlih des Attentats auf den König Milan 38 Personen

französishen Regierung behuss Lösung der NRaheita-

Ganzen sind bisher, der „Politishen Korrespondenz“ zufolge, j j Be

verhaftet worden.

Montenegro. veröffentlicht eine amtlihe Depesche N anñ E O

5s in Rom, in der “erklärt wird, da Mon Mitglied der Fürstlichen Familie von Montenegro in irgend einer Weise ju dem Attentat auf den König Milan in Beziehung stehe. Bozo Petrovich habe si< niht aus Cetinje entfernt. Blazo Petrovich, der in Belgrad E habe, sei icrthümlicher Weise ver- haftet, aber alsbald unter Entshuldigungen der serbischen Regie- rung wieder in Freiheit geseßt worden. Der Fürst Nicolaus unterhalte beständig sehr gute Beziehungen zu dem König Alexander. Alle Behauptungen, daß das Komplott in Cetinje organisiert worden sei, seien durchaus fals<.

Afrika.

Ueber das Ergebniß der gestrigen Si ung der beiden Volksraade und der Regierung der afrikanischen Republik erfährt das „Reuter"[che Bureau“ aus Pretoria, daß wichtige Zugeständnisse im Sinne der Forderungen Milner's günstig aufgenommen worden seien. Nach einer Meldung der „Agence Havas“ wird die Zahl der Uitlanders, welche soglei<h na< dem Jnkrafttreten des neuen Bürgerrechts- geseßes das volle Wahlreht haben werden, auf mehr als 15 000 geschäßt; in jedem folgenden Fahre würden einige Tausend Uitlanders hinzutreten.

opolo Romano“ der eDniaiäsrinis hen

Nr. 29 des „Centralblatts für das Deuts<he Reih“, herausgegeben im Reichsamt des Innern, vom 14. Juli, hat folgenden Snhalt: 1) Konsulat-Wesen : Ernennungen; Entlassung; Exequatur-Ertheilung. 2) Bank-Wesen: Status der deutschen Notenbanken Ende Junt 1899. 3) Zoll- und Steuer-Wesen: Zusaß zu der Anweisung zur Ausführung des Vereinszollgeseßes; Kende- rungen des Mühlenregulativs vom 1. Fanuar 1898 und der Aus- führungsöestimmungen zu $ 7 Ziffer 1 und 3 des Zolltarifgeseßzes yom 1. März 1898. Polítzei-Wesen : Ausweisung von Aus- ländern aus dem Netihsgebiet.

Nr. 28 des „Gisenbahn-Verordnungsblatts*“, heraus- egeben im Ministerium der öffentlihen Arbeiten, vom 14. Juli, Fat folgenden Inhalt: Erlasse des Ministers der öffentlichen Arbeiten : vom 30. Juni 1899, betr. Verlängerung der Frist für die Vollendung der {<malspurigen Nèbetieisenbabnstre@e von Niederpleis nah Stege burg; vom 30, Kuni 1899, betr. Verlängerung der Frist für die Vollendung der Eisenbahn von Nordhausen über Ilfeld nah Wernigerode mit einer Abzweigung nah dem Bro>en ; vom 30. Juni 1899, betr. Besoldungsbienstalter der wiederangestellten Zivilpensionäre; vom 4. Juli 1899, bete: Anlegung von Dampfkesseln. Nachrichten.

Statiftik und Volkswirthschaft.

Zur Arbeiterbewegung.

Der „Köln. Zta.“ zufolge waren in Elberfeld am 17 ¿Juli von tausend dort beschäftigten V aurern etwa 700 ausständig. Sie ver- langen a Arbei1szeit und einen Stundenlohn von 45 4.

Nach demselben Blatte Hat in M.-Gladbach die Mehrzahl der dortigen Pliesterer und Stu>kateure ihren Meistern, die die Lohnforderungen ablehnen, gekündigt. Die Arbeitseinstellung wird am nä<sten Montag erwartet.

„W. T. B.“ meldet aus Bunzlau unterm 18. Juli: Eine

estern hier stattgehabte Distrikts-Versammlung der Steinmeßhen- Gewerkschaft beshloß, den General-Ausstand aller Sandsteinarbeiter Schlesiens, vorläufig mit Ausnahme der Stadt Breslau, zu proklamieren wegen Differenzen in der Auslegung des in Bunzlau noch bis zum 1. März 1900 gültigen Lohntarifs. Bis gestern Mittag waren hier 444 Steinweßen ausftändig, außerdem waren 83 abgereist. Nah Berlin wurde ein Vertrauensmann der Steinmetzen abgesandt.

x Das „Dresd. Iourn.* berî<htet: Die seit vier Wochen im Aus- ande stehenden Former Leipzigs hatten bisher die in ihren

ersammlungen an fie geri{teten Ermahnungen, si< ruhig zu verhalten, genau beahtet. Jn den leßten Tagen sind jedo verschiedene Ungeseßlichkeiten [lens der Ausständigen vorgekommen , sodaß die Polizeibehörde ein|{reiten mußte. e Nr. 160 d. Bl.) #) Dem „Hamb. Corresp.“ zufolge steht für Hamb urg und Umgegend eine Arbeitseinstellung der Bauarbeiter bevor, wenn nicht no< im Laufe dieses Monats eine Verständigung in den betheiligten Kreisen erzielt werden follte, Die Maurerarbeitsleute, Steinträger 2c. haben nämli< in einer öffentlichen Versammlung beschlossen, der Baugewerk2-Innung „Bauhütte“ zu Hamburg sowie sämmtlichen übrigen Arbeitgeberu im Baugewerbe einen neuen Lohntarif mit Begleit- schreiben und einem Ultimatum bis zum 1. August d. F. zur Prüfung und Annahme übersenden zu lafsen. Die betreffende Lohnskala lautet : „S 1. Steine- und Mörteltragen per Stunde 60 K. $ 2. Kies- und Beton- <üttungen per Stunde 50 $. $ 3. Sämmtliche sonst vorkommenden tebenarbeiten per Stunde 45 „3. $ 4. Kalklöschen per Stunde 60 „4. S 9, UVeberstunden 20 „Z Aufschlag und Nacht- und Sonntagsarbeit 30 S per Stunde mehr. $ 6, Vie Arbeitszeit richtet si< na< der der Maurer und Zimmerer.“ Beschlossen wurde ferner no<h, {ih gegenseitig zu verpflihten, hon von heute an keine Neubauten unter einem Stundenlohn von 60 Z anzunehmen. Der Vorsißende warnte die Anwesenden vor unüberlegten Arbeitsgeinstellungen, namentlich Törne es unter keinen Umständen gestattet werden, die Arbeit ohne Zustimmung der Ortsrerwaltung des Bauarbeiter-Verbandes nieder- zulegen. Alle Maurer und sonftigen Bauarbeiter, die zur Zeit weniger als 60 S Lohn pro Stunde für das Steine- und Mörteltragen er- halten, follen außerdem verpflichtet sein, dies sofort der Lokalverwaltung anzuzeigen.

Nach Angabe der Berner Zeitung „Der Bund“ is in Züri der Steinhauerstreik beendigt; die Arbeit sollte gestern wieder auf- genommen werden. (Vergl. Nr. 166 d. Bl.)

Die „Köln. Ztg." erfährt aus Nantes: Der Ausftand der Schlosser und Handlanger auf den Lotre-Werften ift beendet. Die Forderungen der Arbeiter wurden erfüllt. Ein neuér Ausftand bra<h in der Retsfabrik Leydque aus, deren Arbeiter eine Lohnerhöhung von 5 Centimes für die Stunde fordern. Zwischen der Direktion und den Angestellten der Straßenbahn, deren Betrieb wegen eines Ausstandes ruhte, kam es zu einem Ver- gleih. In Saint» Gtienne stellten die Former der Eisen-

teßerelen die Arbeit ein. Sie verlangten u. a. 25% Lohnerhöhung

fr die zwei ersten und 50% für weitere Nachtstunden sowie den Erlaß der ihnen bisher vom Lohn gemahten Abzüge für die Unfall- versicherung.

Laut „Voss. Ztg.“ vom 17. d. M. hat in Bilbao der Ausstand der Hochöfen-, Boergwerts- und Hafen arbeèiter einen sehr großen Umfang angenommen. Ueber zweitausend Mann Truppen mußten zusammengezogen werden und die Stadt und die umliegenden O Iten oeseyer:

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Die „Köln. Ztg." berihtet unterm 14, Juli: Dun einen un- erwarteten Anfial Lr O Age esellen wurde die Stadt

arshau in arge Verlegenheit gebraht. Die Gesellen weigern s<, an onn- und Festtagen zu arbeiten, und zogen am verflofsenen Sountag in großen Haufen aus der Stadt, um den ersten freien Sonntag zu feiern. Am Montag war das Brot in der Stadt sehr knapp. Zu bemerken ist, daß die russishen Handwerker und Kaufleute kaum eine Sonntaubrube kennen.

Dasselbe Blatt meldet aus Brooklyn vom 17. Juli: Hier sind 10 000 Eisenbahnarheiter in den Ausstand getreten.

Kunst und Wissenschaft.

Von dea Bestrebungen einer Reihe Münchener Architekten und Dekorationskünstler, für Zimmer-Einrihtungen einen neuen Stil zu hafen, giebt “reh ormens<haß“' in dem kürzli ers<hienenen 4. Heft 23. Jahrgangs 1899 einige | interessante Proben. Die drei Tafeln 46 bis 48 veranshaulihen Jnnenräume und Wohnzimmer, die auf der Münchener Glaspalast- Auestellung 1898 zu sehen waren und von Hans E. von Berlepsh, Henry Helbig, Charles Haiger, Martin Dülfer, Bernhard Pankok, Hermann Obrist und Nichard Riemershmid entworfen sind, Ausgeführt wurden die Entwürfe theils von der Möbelschreiner-Firma A. Pdöfsenbaher in München, theils von den „Vereinigten Werkstätten. für Am im Handwerk“ ebendaselbst. Auch das ältere Kunsthandwerk ist in diesem wie dem 5. Heft in verschiedenen Zweigen reich vertreten ; man findet da Vorlagen für Gold- s<miede und Nielleure von Jacob von der Heyten (Straßburg, thätig um 1620), Gntwürfe zu Standleuhtern von Pierre Germain (Paris, 1748—1784), Entwürse zu \<miedeeisernen Gittern von François de Cuvilliés Pôre (geb. 1698 in Soissons, meist in München thätig), zu Tafelgeräthen im Empire-Geshma> von Lalonde (französischer Deko- rations-Zeichner der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts), Cartouchen- Ornamente mit Jagdscenen von einem deutschen Ornamentzeichner der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, ferner Aufnahmen alten Meißner und ‘Pariser Porzellans, alter Hamburger Stühle in englischem Geshma>k vom Ende *des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts, eines Zimmers im Empirestil aus dem Nesidenzshloß zu Würzburg 2c. Bon den Neyproduktionen älterer Skulpturen und Malereien seien hervorgehoben der berühmte, von Michelangelo atte musizierende Satyr (der sogenannte „Krupeziontreter“) aus den Uffizten in Florenz, dec in Herculaneum gefundene broyzene Apollo-Kopf aus dem Musfeo Nazionale in Neapel, die Madonna von Botticelli (London, National Gallery), das anmuthige Porträt einer jungen Dame von demselben Maler (Städel’s<hes Instirut in Frankfurt a. M.), „Die Madonna an der Balustrade" von Tizian (Wiener Galerie) und die junge „Dame mit dem Perlenhalsband" von Jan van der Meer yan Delft (Berliner Galerie). „GBeorg Hirth's Formenschaß, eine Quelle der Belehrung und An- regung für Künstler und Gewerbetreibende wie für alle Freunde til- voller Schönheit aus den Werken der besten Meister aller Zeiten und Völker* erscheint in monatlihen Heften mit je 12 Tafeln zum Preise von 1 6 für das Heft.

Land- und Forstwirthschaft.

Ernteaussichten in den Niederlanden.

An!sterdam, 10. Jult 1899, Die Nachrichten über die dics- {ährigen Grnteaussihten lauten im allgemeinen günstig.

In der Provinz Nord-Brabant wird der Zustand der Feld- gewächse als befriedigend bezeihnet. Der Weizen, welcher in der Provinz wenig angebaut wird, steht üppig zu Felde und verspri>t eine gute Ernte. Der Rogaen wächst ausgezei<hnet, sodaß einer reihli<en Ernte entgegengesehen wird. Die Gerste, welche ebenso wie Weizen, wenig angebaut wird, giebt Autsicht auf reihli<en Gewinn. Der Hafer, welher während der Gntwikelungszeit durch die rauhe Witterung viel zu leiden hatte, steht jeßt gut. Der Buchweizen entwi>elt #si< gut. Erbsen und Bohnen stehen im Ganzen genommen ziemli< gut, obs<hon der Regen und das kalte Wetter ihnen ges{hadet hatten. Flahs wird wenig angebaut, der Grtrag dürfte befriedigend werden. Von der gesäten Kohlsaat wird rei<li<er Gewinn erwartet. Die Kartoffeln sind infolge der nassen Witterung niht überall glei<mäßig aufgegangen, doch kann ihr iepiger Zustand als gut bezeihnet werden. Die D DIE welche in- folge der ungünstigen Frühjahrswitterung zurü>geblieben {ind, haben < in leßter Zeit erholt. Die Weide-, Heu- und Kleeländexeien haben unter dem naa Wetter gelitten. Ihr Ertrag wird nicht f rel<li< sein, als im vergangenen Jahre. Dte Fruchtbäume tellen, m Ganzen genommen, nur einen mittelmäßigen Ertrag in Aussicht.

Aus dem Norden der Provinz Groningen wird gemeldet, daß, während aus dem Auslande Klagen über zu wenig Regen laut ge- worden sind, man in diefer Provinz mit dem tre>enen und fonnigen Wetter zufrieden gewesen sei; man erwarte infolge dessen eine reihli<e Ernte aller Landbaugewächse. j i

In den nördlihen Provinzen der Niederlande wird auf den Haferpflanzen eine neue Art Pilze beobahtet. Einem Berichte des Professors Dr. J. Nißuna Bo3 vom Phytopathologishen Institut zu Amfterdam, welchem einige kranke Pflanzen Hafers der Landbau- vereinigung zu Nieuwe Pekela zugesandt worden siand, wird Folgendes entnommen: ; :

«Der mir übersandte Hafer is mit einem Pilz, dem Helmin- thosporium gramineum, behaftet. Wohl finde ih auf den Pflanzen no< etnen anderen Pilz, von wel<hem die Sporen knotenartig sind und der zu der Art der Speridermien gehört; Helminthosporium

ramineum ift jedo< vorherrshend vertreten und ist auf den gelben le>en der Blätter überall sichtbar. Es is nun merkwürdig, daß Helminthosporium gramineum bis jeßt allein als Ursache einer Krankheit der Gerste bekannt war und no< niemals auf einer anderen Getreideart angetroffen worden ist. Zum ersten Mal hat fi< der Helminthosporium gramineum, cine Kranf- heit der Gerste, in unserer Provinz Groningen und in Gelder- land im Jahre 1897 gezeigt. Von dieser Krankheit, die durch diesen et verursa<t worden tft, Habe i< eine Beschreibung im Landbau- ablatt im Jahre 1898 gegeben, Merkwürdig ist, daß derselbe Pilz plöpli< auf verschiedenen Pläßen der Groninger Veenkolonien und ns zu Winterswyk dem Hafer anhaftet. Eine zeitweise Besprengung der kranken Stellen mit bouillis bordelaise wird fiher viel gegen die Verbreitung des Uebels wirken. Diete Besprengung muß mit

ilfe einer Sprißtze, wie sie bei Bekämpfung der Kartoffelkrankheit m Gebrauch ist, erfolgen.“ :

Der Stand der Feldgewähse der Groninger Veenkolonien ist gut. Der Hafer, vor allem der sogenannte s<warze Hafer, fteht, einige Striche ausgenommen, gut. Die Blütheieit des Roggens, elde pad verlaufen ift, läßt auf eixe reihlihe Ernte diesec Körner- r ofen.

Der Klee liefert reihlihen Schnitt. Die Kartoffeln stehen da- gegen mittelmäßig.

Aus der Provinz Limbura wird gemeldet, daß der Ständ der Wintersaaten gut is. Der Weizen, welher duc< den milden Winter gut hindur<gekommen ift, teht üppig. Auch mit dem Stand des Roggens ist man zufrieden. In Süd-Limburg ließ dies Gewächs auf ver|ziedenen Fcldern no< vor 14 Monaten viel zu wünschen eris aber infolge des günstigen Wetters im Monat Mai, habe es fi sihtli< erholt. Die Kleefelder stehen gut. Pferdebohnen dienen nur mit Feldbohnen und Wi>en vermengt, für die Winterszett als Pferde- futter. Die kühle R uxd der reichliche Regen der leizten Tage des Monats Mai sind diesem Gewächs nicht hinderlich, sondern eher vortheilhaft gewesen. | /

Die Gemeinde Eysden in der Provinz Limburg wird fast } der Ernte einer Kirschensorte, wel%e besonders auf den Londoner Biarkt ausgeführt wird, einbüßen, weil die Blüthen dur Nachtfröste des Monats Mai vernichtet worden sind. gur Blüthezeit der Obstbäume war die Witterung günstig und der rtrag der Aepfel- und Birn- bäume im südlihen Theil der Provinz Limkurg verspricht reichlich zu werden. |

Ernteaussihten in Belgien und der Getreidemarkt in Antwerpen.

Antwerpen, den 12, Juli 1899, Das warme und tro>ene Wetter während des Monats Junt, das nux in der legten Hälfte durch vereinzelte Niede: {läge Unterbrehung erfuhr, war der Ent- wi>elung der Köcnerfrüchte im allgemeinen günstig, und thr gegen- wärtiger Stand ist, abgeschen von den Schäden, die die {weren Ges witterregen in den ersten Tagen des Ju”i verursacht habn, im Großin und Ganzen befriedicend.

ünstig, der lassen t,

zum thei

stehen, Eine gute gef<äßt.

wi>eln

unbefriedigend Plterueauzes

Qualität.

auch die Pre Weizen:

Noggen : Gerste:

“afer: Nais:

Weizenmehl :

Roggen: aus

Weizen: aus

Gerste: aus

aus

In dér Provinz Antwerpen I

gute Ernte. Hier erwies sich indessen die Tr

00 bagselbex Srumve bas Lern

Aus demselben Grunde

des Klees nah dem ersten, reihli<h ausgefallenen Schnitte Beeinträhh-

tigung erfahren. Die ebenfalls reihli< ausgefallene Heuernte hat nur

Bedingungen eingebra<ht werden können,

während die Qualität des Nestes infolge der Gewitterregen wesent-

lie Einbuße erlitten hat. i zeige

Aussehen. Die Ernte der Frühkartoffein, die hat erst gegen Ende Juni begonnen.

In der Provinz Ost-Flandern war bei Roggen nach günstigem

egen Ende Junt eine reihe Körner-

Auch hinsichtlich des Weizens und des Hafers

Des jede<, ebenso

Flandern, ist das Getreide durch die

Es steht aber zu

unter günstigen

Verlauf dér Blüthezeit bereits bildung eingetreten. ließen die Aussichten nihts zu wünschen übrig. wie M der Pro E bl M ewitterregen vielfa niederge|<lagen worden. erwarten, daß es fi<h unter dem Einfluß des seitdem eingetretenen stens zum theil wieder aufri<ten wird. Im Stand des Getreides auch in leßterer ret gute Ernteausfichten; nur Weizen foll hier stellenweise \pärli Dagegen werden Zweifel hiusihtlih des Ausfalles der Kar- toffeln gehegt, denen die leßten {weren Niederschläge, nahdem sie bereits dur< die feuhte und kühle Witterung während der Vor-

monate stark gelitten hatten, besonders nachtheilig war. en und Gerste in

äusligen Bedingungen

günstigen Wetters went übrigen eröffnete der

der Provinz Lüttich, wo die Blüthe untec si vollzog. Hafer hat hier dagegen dur< Insekten und Unkraut ge- litten; der dadur<h verursahte Schaden wird auf ein Viertel der Ernte Die erwähnten Gewitterregen sollen hier ein gutes Drittel des Getreides zu Boden gedrü>t haben, aber au hier erwartet man, daß es sich bei Fortdauer der gegenwärtigen günstigen Witterungs- verhältnisse zum größten Theil wieder heben wird. j < s{<ön und aur< das Wachsthum der Zudkerrüben, das urü>geblieben war, Die Heuernte ist gut.

Zinter- und Früh-

infolge von Tro>kenheit und widerlihen Winden macht jeßt günstige Fortschritte. / In der Provinz Luxemburg zeigt sih das jahrsgetreide im allgemeinen sehr {<ön und läßt auf eine gute Ernte nd gut aufgegangen, doch läßt ihre weitere Ent- wi>elung zu wünschen übrig. Die künstlihen Wiesen liefern eine reihlihe Heuernte; weniger günstig ist der Ertrag der natürlichen, dit gut: berieselt und gedüngt worden find. las steht ebenfalls s{<ön und stellt eine gute Ernte in Aussicht. e bas sind dagegen in der Entwi>kelung zurü>geblieben.

Die Nachrichten aus der Provinz Limburg lassen erkennen, daß au< dort die Gesammtlage hbinsihtli< des Wintergetreides nicht atte jedo au< hier dur< Unkraut gelitten. Das Aufgehen der

re<nen. Kartoffeln

namentli< wenn fie ni

ter au

Zu>kerrüben zeigen s

Ernte verspre<hen au Weizen,

ist. Hafer entwidelten fi< nur langsam.

ise um ein Geringes gefallen.

nordamerikanischer Känfä e Walla Walla . Kurrachee, weißer

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Die Vorräthe wurden Ende Juni ges{äßt: Wetzen: 1 000 000 dz Gerste: Mais: Noggen Hafer

20000 15000 ,

Rumänien . . M E E L S, den Vereinigten Staaten bon Amerika Bulgarien . S Mexiko.

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artoffeln, derèn Anbau Verspätung erlitt, ließ zu wünschen Os Zukerrüben stehen: prahtvoll und versprehen eine reie Grnte. Die Veuernte hat begonnen und das eingefahrene Heu ist von guter

In der Provinz Hennegau ift die Gesammtlage ebenfalls gut. Das Getreide steht, ebenso wie Zu>kerrüben, {ön. ersteren ist aber au hier dur die von den Gewitterregen verursachten Schäden beeinträchtigt worden. Futterkräuter sind reihlih vorhanden, haben aber ebenfaÿs unter diesen Witterungsverhältnissen gelitten, so daß die Qualität nur mittelmäßig is, Kartoffeln stehen zwar au \{<öôn, bedürfen zu ihrem weiteren Gedeihen aber der Fortdauer ünstigen Wetters. s e darf angenommen werden, daß die Verhältnisse namentlih hinsichtlich der Körnerfrüchte in den übrigen Landestheilen im Großen

und Ganzen ähnlich liegen,

Der Ertrag des

Antwerpener Getreidemarkt während des Monats Juni.

Unter dem Einfluß der guten Nachrichten über den vorauésihtlichen Ausfall der Getreideernte in Deutschland, Belgien, England is}, obwohl die bezüglißen Nachrichten aus Súdrußland, der Donaugegend und Nord-Amerika au< im Juni ungünstig lauteten, in den legten Wochen Zurü>khaltung in Spekulationsgeschäften eingetreten, und da zudem die Zufuhren hier ziemli< bedeutend waren, fo sind

Frankrei und

. 167 164 16 152 154 15—16t 16—162 16—17 16—16 14{— 154 147 124 13—174 164—17} 10{—11 10{—10Ï 221—22,

/ in erster Hand niht nennenswerth. Im Laufe des Monats Juni wurden eingeführt in Antwerpen :

22870 dz.

578 320 dz 315 420 240 650 168 760 112 210 38 520 27 160 16 460

11 640 - 3210 1 890 20

1514260 dz.