1899 / 173 p. 8 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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sfkosten insoweit zu erstatten, als sie in Tagegeldern “und Rossetosten R fn Gebühren für Zeugen und Sach- verständige oder in sonstigen baaren Auslagen bestehen. ' 8 141 a. Besondere Kasseneinrihtungen.

Die Bestimmungen der S8 12 bis 124d, 20a, 33, 34 35 bis 35 L 86 39, 40, 65, S bis 68, 76, 79 bis 82, 87 bis 93, 95 m 3, 6, 88 123, 130 Äbs. 1, 88 140, 141 finden au<h auf die nah S8 5, 7, 7 a zugelassenen Kassen- einrihtungen entsprechende Anwendung. /

Die Haftung für die der Kasseneinrihtung obliegenden Leistungen ($8 44, 93) liegt, sofecn die Kasseneinrihtung für Betricbe des Reichs oder ‘cines Kommunalverbandes errichtet ist, dem Reih oder dem Kommunalverband, im übrigen dem- Bn Bundesstaat ob, in dem der Betrieb, für welchen die

asseneinrihtung errichtet ist, seinen Sig hat. Jst die Kassen-

einrihtung für mehrere, in verschiedenen Bundesstaaten be-

legene Betriebe errichtet, so haften“ diese Bundesstaaten nah

der Zahl der bei der Kasseneinrichtung versicherten Personen,

welche in den betbeiligten Betrieben am Schluß des leßten

Nechnungsjahres beschäftigt waren. Diese Bestimmung findet in den Fällen des 8 67 entsprehende Anwendung. 8 141bh. e

Für die Feststellung der von den Kasseneinrihtungen dem

Gemeinvermögen na<h dem Jnkrafttreten des Gesehes zu-

ießenden Beitragseinnahmen sowie für die Vertheilung der

[tersrenten sind die nah $ 20 Abs. 6 zur Erhebung kommenden Beiträge maßgebend. Eine Vertheilung der von Kasseneinrichtungen festgestellten Renten erfolgt nur dann und insoweit, als ein Anspruch auf dieselben au<h na< den Vor- schriften dieses Geseßes bestehen würde und soweit dieselben das Maß des rei<sgeseßli<en Anspruchs nicht übersteigen.

Soweit diese Kasseneinrihtungen die von ihnen festgeschten Renten ohne Vermittelung der Postanstalten selbst auszahlen, wird thnen der Reichszushuß am Schlusse eines jeden Rechnungsjahres direkt Überwiesen.

8 142. Strafbestimmungen.

Arbeitgeber, welche in die von ihnen auf Grund geseß- licher oder von der Versicherungsanstalt erlassener Bestimmung aufzustellenden Nachweisungen oder Anzeigen Eintragungen aufnehmen, deren Unrichtigkeit sie kannten oder den Umständen nah annehmen mußten, können von der unteren Verwaltungs- behörde und da, wo RNenienstellen bestchen, von dem Vorsißenden derselben mit Geldstrafe bis zu cinhundertundfünfzig Mark, von dem Vorstande der Versicherungsanstalt mit Geldstrafe bis zu fünfhundert Mark belegt werden.

8 143.

Arbeitgeber, welche es unterlassen, für die von ihnen be- schäftigten, dem Versicherungszwang unterliegenden Personen Marken in zureichender Höhe und in vorschristsmäßiger Be- s viaÓn rehtzeitig (Z$ 109a) zu verwenden oder die' Ver- icherunusveiträge rechtzeitig abzuführen (S8 112, 112a), können von dem Vorstande der Versicherungsanstalt und da, wo die Beitragskontrole Rentenstellen übertragen is, von dem Vorsißenden derselben mit Geldstrafe belegt werden, und zwar von dem Vorstande bis zu dreihundeët Mark, von dem Vor- sißenden der Rentenstelle bis zu einhundertundfünfzig Mark. Eine Bestrafung findet nicht statt, wenn die rechtzeitige Ver- wendung der Marken von einem anderen Arbeitgeber oder Betriebsleiter (S 144) oder im Falle des 8 111 von dem Ver- sicherten bewirkt worden ist.

Die vorstehenden Bestimmungen finden auf Arbeitgeber, welche die ihnen gemäß S 3a Abs. 2 obliegenden Verpflich- tungen nicht erfüllen, entsprehende Anwendung.

Bestreitet der Arbeitzeber seine Beitragspflicht, so ist diese auf dem im 8 122 E L festzustellen.

Der Arbeitgeber is befugt, die Aufstellung der nah geseßz- licher oder statutarisher Vorschrift erforderlichen Nachweisungen oder Anzeigen sowie die Verwendung von Marken auf bevoll- mächtigte Leiter seines Betriebs zu übertragen.

Name und Wohnort von solchen bevollmächtigten Betriebs- [eitern sind dem Vorstande der Versicherungsanstalt und da, w9o die Beitragskontrole Rentensiellen übertragen ist, dem Vor- sißenden derselben sowie beim Einzugsverfahren der Einzugs- stelle mitzutheilen. Begeht ein derartiger Bevollmächtigter eine in den S8 142, 143, 145a mit Strafe bedrohte Handlung, so finden auf ihn die dort zud Arvide Strafen Anwendung.

C D.

Gegen Straffesiseßungen, die auf Grund dieses Gesehes oder der zu dessen Ausführung ergangenen Anordnungen oder auf Grund der Statuten von den Organen der Versicherungs- anstalten oder den Schiedsgerichts - Vorsißenden getroffen sind, findet die Beschwerde statt. Ueber dieselbe entscheidet, wenn die Straffestsepung auf Grund des $ 143 oder wenn sie in anderen Fällen von dem Vorsißenden der Renten- stelle oder von dem Vorsißenden des Schiedsgerichts getroffen war, die höhere Verwaltungsbehörde, in Va Dat 0 der Siß der Versicherungs- anstalt, der Rentenstelle oder des Schiedsgerichts befindet, im übrigen das Neichs-Versicherungsamt. Die Beschwerde ist binnen zwei Wochen nach der Zustellung der Strafverfügung bei der zur Entscheidung zuständigen Stelle einzulegen; deren Entscheidung ist endgültig.

Die von den vorbezeichneten Stellen sowie von den Ver- waltungsbehörden auf Grund dieses Geseßzes festgesetzten Strafen fließen, soweit nicht in diesem Geseß abweichende Be- stimmungen getroffen sind, L E Kasse der Versicherungsanstalt.

a.

Wer der ihm nach ? 112 obliegenden Verpflihtung zur An- und Abmeldung niht na<hkommt, wird mit Geldstrafe bis zu zwanzig Mark bestraft. Hatte die Meldung für cine Krankenkasse zu erfolgen, so menen dieser die Geldstrafen zu.

Den Arbeitgebern und ihren Angestellten ist untersagt, d urh Es oder mittels E ungen die An- ‘ndung der Best mmungen dieses Geseßes zum Nachtheile der Ver cherten ganz oder theilweise auszuschließen oder dieselben in de.r Uebernahme oder Ausübung eines in Gemäßheit dieses Geseßze.® ihnen Tegen Ehrenamts zu beschränken. Ver- tragsbej, immungen, welche diesem Verbote zuwiderlaufen, haben keine re<. tlihe Wirkung.

Arbei, geber oder deren Angestellte, welhe gegen die vor- stehende Be, timmung verstoßen, werden, sofern niht nach anderen geseg.lihen Vorschriften eine härtere Strafe eintritt, mit Geld irafe bis zu dreihundert Mark oder mit Haft

bestraft.

i 148. _ Die gleiche Strafe ($ n trifft, es niht nah anderen Geseßen eine höhere Strafe verwirkt ist, i

1) Arbeitgeber, welhe den von ihnen beschäftigten, dem Versicherungszwang unterliegenden Personen an Beiträgen in re<tswidriger Absicht mehr bei der Lohnzahlung in Anrehnung bringen, als nah Z 22 Abs. 4, $ 109b zulässig ist, oder welche es unterlassen, entgegen der Vorschrift des $ 109þ Abs. 4 die dort gebotenen Lohnabzüge zu machen oder den bei Anwendung des $ 52a des Krankenversicherungsgeseßes auf die Beiträge zur Jnvalidenversicherung sih ergebenden Ver- pflihtungen nahzukommen; i

2) Angestellte, welche einen solhen größeren Abzug in re<tswidriger Absicht bewirken; j

3) Versicherte, welche die Beiträge selbst entrihten, wenn sie dabei von dem Arbeitgeber in re<tswidriger Absicht mehr erstattet verlangen, als nah $ 22 Abs. 4, 88 111, 111 a zu- lässig ist, oder wenn sie für die gleiche Beitragswoche die Er- stattung des vollen Beitragsantheils von mehr als einem Arbeitgeber in Anspru<h nehmen oder es unterlassen, den vom Arbeitgeber erhobenen Beitragsantheil zur Entrichtung des Veitrags zu verwenden; : /

4) Personen, welche dem Berechtigten eine Quittungskarte widerrechtli<h vorenthalten. S 149

Arbeitgeber, welche den von ihnen beschäftigten Personen auf Grund des $ 109 þ Lohnbeträge in Abzug bringen, die abgezogenen Beträge aber niht zu Zwe>en der Versicherung verwenden, werden, falls ni<ht na<h anderen Geseßen eine höhere Strafe verwirkt ist, mit Geldstrafe bis zu dreihundert Mark oder mit Haft bestraft. E 3

Wurde die Verwendung in der Absicht unterlassen, sich oder einem Dritten einen re<htswidrigen Vermögensvortheil zu verschaffen oder die Versicherungsanstalt oder die Versicherten zu schädigen, so tritt Gefängnißstrafe ein, neben welcher auf Geldstrafe bis zu dreitausend Mark sowie auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden kann. Sind mil- dernde Umstände vorhanden, so darf ausschließli<h auf Geld- strafe eckannt werden. eh

Die Eträfteltiminungus der S8 142, 143, 145a, 147 bis 149 finden auch auf die geseßlichen Vertreter handlungs- unsähiger Arbeitgeber, desgleihen auf die Mitglieder des Vorstandes einer Aktiengesellschaft, JFnnung oder eingetragenen Genossenschaft sowie auf die Liquidatoren einer Handelsgesell- haft, Jnnung oder A A Genossenshaft Anwendung.

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Wer in Quittungskarten Eintragungen oder Vermerke macht, welhe na< $ 108 unzulässig sind, oder wer in Quittungskarten den Vordru> oder die zur Ausfüllung des Vordrucès eingetragenen Worte oder Zahlen verfälsht oder wissentlich von einer derart verfälschten Karte Gebrauch macht, kann von der unteren Verwaltungsbehörde und da, wo Nentenstellen die Beitragskontrole übertragen ist, von dem Vorsthenden derselben mit Geldstrafe bis zu zwanzig Mark belegt werden.

Sind die Eintragungen, Vermerke oder Veränderungen in der Absicht gemacht worden, den Jnhabern dec Quittungskarte anderen Arbeitgebern gegenüber zu kennzeichnen, so tritt Geld- strafe bis zu zweitausend Mark oder Gefängniß bis zu sechs Monaten ein. Sind mildernde Umstände vorhanden, so kann statt dec Gefängnißstrafe auf Haft erkannt werden.

Eine Verfolgung wegen Ürkundenfälshung (S8 267, 268 des Neichs-Strafgeseßbuchs) tritt nur cin, wenn die Fälschung in der Absicht begangen wurde, sich oder einem Anderen einen Vermögensvortheil zu verschaffen oder einem Anderen Schaden

zuzufügen. : 102.

Die Mitglieder der Vorstände und sonstiger Organe der Veisicherungsanstalten sowie die das Aufsichtsreht über die- selben ausübenden Beamten werden, wenn sie unbefugt Be- trieb8geheimnisse offenbaren, wel<ze kraft ihrcs Amts zu ihrer Kenntniß gelangt sind, mit Geldstrafe bis zu eintausendfünf- Lei Mark oder mit Gefängniß bis zu drei Monaten vestraft.

Die Verfolgung tritt nur auf Antrag des Betricbsunter- nchmers ein.

S 153.

Die im $ 152 bezeichneten Personen werden mit Gefängniß, neben welhem auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden kann, bestraft, wenn sie absihtlih zum Nachtheile der Betriebsunternehmer Betriebsgeheimnisse, welche kraft ihres Amts zu ihrer Kenntniß gelangt warcn, offenbaren, oder wenn sie geheim gehaltene Betriebseinrichtungen oder Betriebs= weisen, welche kraft ihres Amis zu ihrer Kenntniß gelangt sind, solange als diese Betriebsgeheimnisse sind, nachahmen.

Thun sie dies, um si< oder einem Anderen einen Ver- mögensvortheil zu verschaffen, so kann neben der Gefängniß- strafe auf Geldstrafe bis zu ere alEnd Mark erkannt werden.

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Mit Gefängniß nicht unter drei Monaten, neben welhem auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden kann, wird bestraft, wer unehte Marken in der Absicht anfertigt, sie als eht zu verwenden, oder c<te Marken in der Absicht verfälscht, sie zu einem: höheren Werthe zu verwenden, oder U von falshen oder verfälshten Marken Gebrauch macht. ü

Dieselbe Strafe trifft denjenigen, wel<her Marken ver- wendet, veräußert oder feilhält, obwohl er weiß oder den Um- ständen nah annehmen muß, daß die Marken bereits einmal verwendet worden sind. Sind mildernde Umstände vorhanden, so kann auf Geldsirafe bis zu dreihundert Mark oder Haft erkannt werden. '

Zugleich ist auf Depu der. Marken zu erkennen, ohne Unterschied, ob sie dem Verurtheilten gehören oder niht. Auf diese Einziehung ist au<h dann zu erkennen, wenn die Ver- folgung oder Verurtheilung einer bestimmten Person nicht ftattfindet.

8 155.

Mit Geldstrafe bis zu einhundertundfünfzig Mark oder mit Haft wird bestraft, wer ohne O Auftrag einer Versicherungsanstalt oder einer Behörde

1) Stempel, Siegel, Stiche, Platten oder andere Formen,

welche zur Eg von Marken dienen können, anfertigt

oder an einen Anderen als die Versicherungsanstalt beziehungs- weise die Behörde verabfolgt,

( 9 den Abdru> der in aue 1 genannten Stempel, Siegel, Stiche, Platten oder Formen unternimmt oder Ab- drüde an einen Anderen als die Versicherungsanstalt hbc- zichungsweise die Behörde verabfolgt.

Neben der Geldstrafe oder Haft kann auf Einziehung der Stempel, Siegel, Stiche, Platten oder Formen erkannt werden, ohne Unterschied, ob sie dem Verurtheilten gehören oder nicht.

8 166. Vebergangsbestimmungen.

Bei Versicherten, wel<he innerhalb der ersten fünf Jahre, nachdem die is, erwerkdunsat für®ihren Berusszweig in

Kraft getreten ist, erwerbsunfähig werden, wird auf die Warte- zeit für die Jnvalidenrente (Z$ 16 Abs. 1 Ziffer 1) die Dauer einer früheren Beschäftigung angerechnet, für welche die Ver-

sicherungspfliht bestand oder inzwischen A worden ist.

Die Anrechnung erfolgt aber nur, insoweit die frühere Beschäftigung in die lehten fünf Jahre vor Eintritt der Er- werbsunfähigkeit entfällt, und nur dann, wenn nah dem Zeitpunkte, mit welchem die Versicherungspflicht für den betreffenden N in Kraft getreten ist, eine die Ver- sicherungspfliht begründende Beschäftigung für die Dauer von mindestens vierzig Wochen bestanden hat.

i 157.

Bei Versicherten, welden der Zeit, als die Versicherungs- pfliht für ihren Berufszweig in Kraft trat, das vierzigste Lebensjahr vollendet haben, werden auf die Wartezeit für die Altersrente ($8 16 Abs. 1 Ziffer 2) für jedes volle Jahr, um welches ihr Lebensalter zu diesem Zeitpunkte das vollendete vierzigste Jahr überstiegen hat, vierzig Wochen und für den übershießenden Theil eines solhen Jahres die weiteren Wochen, jedoh nicht mehr als vierzig, angerechnet. -

Die Anrechnung erfolgt aver nur dann, wenn solche Per- sonen währendder demJnkcafttreten unmittelbar vorangegangenen drei Jahre berufsmäßig, wenn auch nicht ununterbrochen, eine Beschäftigung gehabt haben, für welche die Versicherungspflicht bestand oder inzwischen eingeführt worden is. Dieser Nach- weis wird erlassen, wenn innerhalb der ersten fünf Jahre, nachdem die Versicherungspflicht für den betreffenden Berufs- zweig in Kraft getreten ist, eine die Versicherungspflicht be- gründende Beschäftigung für die Dauer von mindestens zwei- hundert Wochen bestanden hat.

8 168.

In den Fällen der 88 156, 157 wird für die in An- re<nung zu bringende Zeit vor der Begründung der Ver- siherungspfliht eine unter $ 17 Abs. 2 fallende Krankheit oder militärishe Dienstleistung sowie die Zeit des früheren Bezugs einer Fnvalidenrente (8 33 Abs. 4) einem Arbeits- oder Dienstverhältnisse gleih geachtet.

Dasselbe gilt für den Zeitraum von höchstens \ vier Mo- naten während eines Kalenderjahres

1) von Zeiten vorübergehender Unterbrehung eines ständigen Arbeits- oder Dienstoerhältnisses zu cinem bestimmten Arbeitgeber ;

2) von Zeiten vorübergehender Unterbre<hung einer berufsmäßigen Beschäftigung, soweit es si<h um eine Be- schäftigung handelt, die nah" ihrer Natur alljährlich für einige Beit E unterbrochen zu werden pflegt (Saison- arbeit);

3) von einer zu Zwe>en des Verdienstes unternommenen Beschäftigung mit Spinnen, Stri>ken oder ähnlichen leichten häuslichen Arbeiten, wie fic landesüblih von alternden oder \{<wählichen Leuten geleistet zu werden pflegen. A

8 159.

Sind bei den auf Grund des 8 157 zu gewährenden Altersrenten weniger als vierhundert Beitragswochen nach- gewiesen, so werden für die fehlenden Wochen Beiträge der- jenigen Lohnklasse, welche dem durhschnittlihen Jahresarbeits- verdienst des Versicherten während der im $ 157 Abs. 2 Sah 1 bezeichneten drei Jahre entspriht, mindestens aber Beiträge der ersten Lohnklasse in Ansaß gebraht. Sind mehr als vier- hundert Beitrag8wochen nachgewiesen, so kommen die Bestim- mungen des $ 26a ohne weiteres in Anwendung.

S 159a. )

Ansprüche auf Renten oder Beitragserstattungen, über welche zur Zeit des Jnkrafttretens dieses Geseßes das Fest- stellungsverfahren no<h s{hwebt, unterliegen den Bestimmungen diescs Geseßes, sofern leßteres für die Berechtigten günstiger ist. Die Nichtanwendung dieser günstigeren Bestimmungen bildet einen Revisionsgrund im Sinne des Z 80 Abs. 3.

S 163. Geseßeskraft.

Die vorstehenden Bestimmungen treten, soweit sie si<h auf die Herstellung oder Veränderung der zur Dur<hführung der Jnvalidenversiherung erforderlihen Einrichtungen beziehen, mit dem Tage der Verkündung, im übrigen mit dem 1. Januar 1900 in Kraft. :

Sofern bis zu legterem Zeitpunkt die Statuten einer Ver- sicherungsanstalt oder einer auf Grund der 88 5, 7 des Geseßes vom 22. Juni 1889 zugelassenen besonderen Kassen- einrihtung die nah dem gegenwärtigen Gese erforderlichen Aenderungen nit rehtzeitig erfahren sollten, werden diese Abänderungen durch die Aufsichtsbehörde mit rehtsverbind- liter Wirkung von Aufsichtswegen vollzogen. i

Der Reichskanzler wird ermächtigt, den Text des Jnvaliden- versicherungs-Gesetzes unter fortlaufeader Nummernfolge der Paraaraphen durch das Reichs-Geschblatt bekannt zu machen. Soweit in Reichsgeseßen oder in Landesgeseßen auf Vorschriften des Geseßes vom 22. Juni 1889 verwiesen ist, treten die ent- sprechenden Vorschriften dieses Textes an ihre Stelle.

Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedru>tem Kaiserlihen Jnsiegel.

Gegeben Merok im Geiranger Fjord an Bord M. Y. „Hohenzollern“, den 18. Juli 1899.

A A O Wilhelm. Graf von Posadowsky.

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Nachrichten über den Saateustand um die Mitte des Monats Juli 1899, Zusammengestellt im Kaiserlichen Statistischen Amt.

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Landestheile.

Um die Mitte des Monats Juli war der Stand der Saaten:

Staaten Nr. 1 sehr gut, Nr. 2 gut, Nr. 3 mittel, Nr. 4 gering, Nr. 5 sehr gering.

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Der Verlauf der Witterung in der Berichtsperiode Mitte Juni bis Mitte Juli hat si< der Eutwi>elung aller Feldfrüchte sehr günstig erwiesen. Der Ende Juni und Anfang Jult gefallene ergiebige Regen und das dann eingetretene feuWßt-warme Wetter haben den Stand allgemein wesentli gebessert. Im Vergleich mit dem Vormonat hielten allein der Winterweizen (mit 2,2) und die Luzerne (2,5) ihre ünstigen Ausfihten nur aufre<t, alle übrigen Feldfrüchte verbesserten sie, am meisten die Sommergerste und die Kartoffeln; geringer war der Fortschritt bei Hafer und DEEE, Winterspelz, Sommer- weizen, Winterroggen, Sommerroggen und Klee zeigen fast dieselbe Saatenstands-Note wie im Juni. Nach dem Vergleich mit den Noten derselben Berichtsperiode des Vorjahres find die Ernteaussichten legt besser für Sommerweizen, Sommerroggen, Sommergerste, Kartoffeln, glei günstig wie im Vorjahr für Winterweizen, Hafer, ein wenig un- günstiger für Winterspelz, Winterroggen. Nur Wiesen, Klee und Luzerne weihen in ungünstigem Sinne ab. Da das Vorjahr si< als ein besonders fruhtbares erwiesen hat, so ift es von guter Vorbedeutung, daß die diesjährigen Juli-Noten so wenig von denen des Vorjahres abweichen. Ein weiterer Vergleih der Juli-Noten mit den in der Tabelle aufgeführten der Jahre 1893 bis 1897 zeigt, daß die diesjährigen günstiger find als die meisten dieser fünfjährigen Periode.

„_ Den günstigen Folgen der Witterungéverhältnisse stehen au< im einzelnen Schädigungen gegenüber; hier und da waren die Gewitter mit Hagelschaden verbunden, namentli aber haben die starken Regengüsse, wie aus allen Theilen des Reiches berichtet wird, bei den Halmfrühten, besonders bei dem Wintergetreide, viel Lagerung verursacht.

Wintergetreide.

Während der Blüthe hat in den öôftlihen Provinzen et, in Walde> und Reuß j. L. der Roggen, im Königreih Sachsen, Sahfen- einingen, Lippe, Walde>, Reuß j. L. der Weizen mehrfah dur< Frost, Sturm oder Regen gelitten. Mäuse richteten in S{leswig und den westliGen Bezirken von Melenburg, in Stade, Oldenburg, Walde>, Hildesheim und Anhalt, besonders auf NRoggenfeldern, und in einigen Bezirken Schwaben3 und Württembergs Saden an. Der Weizen zeigt sh stellenweise von Blattrost befallen. Auch über Unkräuter (Vogelwi>ke, Vogelheu und Klatshmohn) wird mehrfach geklagt. Der Roggenschnitt hat theils begonnen, theils ftand er unmittelbar bevor. Die für die Landestheile berechneten Noten über den Winterweizen lauten in seltener Uebereinstimmung aus allen Landestheilen, die über den Winterroggen aus allen, mit Ausnahme derjenigen im Osten der preußishen Monarchie, schr befriedigend.

Sommergetlreide.

Die Sommerfrucht, deren Stand im Vormonat vielfa< no< zurü> war, hat sich sehr gebessert, besonders die Gerste. „Infolge der früheren Dürre ist Hafer oft sehr kurz im Halm geblieben. Wie {on erwähnt, wird au bei allen Sommerfrüchten aus allen Gegenden viel Lagerung berihtet. In Sachsen-Meiningen wurde der Hafer gerade während der Blüthezeit zum Lagern gebraht. Nur vereinzelt sind Gerste und. Hafer von Nost oder As Ueber Unkraut (Hederi<h und A>kersenf) namentli<ß im Hafer wird vtel getlagt.

Kartoffeln.

___In Süddeutschland stehen die Kartoffeln fast überall re<t {<ön, in Mitteldeutsh- land find sie auf nassen Böden vielfah ausgefault haben si< aber in höheren Lagen sehr gut entwi>elt, am ungünstigsten ist ihr Stand in den östlihen Provinzen Preußens. Für das Reich im Ganzen steht eine gute Mittelernte in Aussicht.

Klee.

Ueber den erften Kleeshnitt in Süddeutshland wurde bereits im Juni berichtet; im Nordwesten Deutschlands wurde der erste Schnitt in der gegenwärtigen Berichtsperiode tro>en cingebraht; in Bezug auf die Qualität fiel die Ernte hier fast allgemein, in Bezug auf die Menge nur auf s{<werem Boden gut aus. In Mitteldeuts<hland und in Hessen hat die Ernte des ersten Schnitts infolge des Regens fehr gelitten und wurde theilweise zum Füttern unbrauhbar, au< in Bayern wurde die Ernte no<h oft dur< den Regen erf<wert und die Qualität beeinträhtigt. Auch der preußishe Bericht fagt, der erste Kleeschnitt habe mehrfa<h nur minderwerthig geborgen werden können. Die Auesichten für den zweiten Schnitt werden in Thüringen und in Württemberg günstig beurtheilt, aus faft allen anderen Staaten werden Bedenken geäußert.

Luzerne,

Der Stand der Luzerne wird in den meisten Landestheilen um ein geringes günstiger as dee Hes Klees beurtheilt. Die Güte des ersten Schnittes hat infolge des Regenwetters oft gelitten.

Wiesen,

__ Die Heuernte, die um Mitte Juni fast überall im Gange war, ist durch die nasse Witterung der Berichtsperiode sehr beeinträchtigt worden; die Bergung war mit ros Schwierigkeiten verknüpft, viel Heu wurde in shle<tem Zustande eingefahren und n ht wenig Futter is au< ganz verdorben. Im Gegensatz hierzu beri<ten Bayern, Mc>len- burg-Schwerin, Oldenburg, Hamburg, Schaumburg-Lippe, daß der größere Theil des Er- trages in vorzügliher Beschaffenheit eingebra<ht wurde. Der erste Schnitt war um die Mitte Juli no< nicht überall beendet. Der zweite Schnitt ist größtentheils gut nahs gewachsen, do< ließ in Bayern der Nahwuchs infolge der Trockenheit vielfa<h zu wünschen übrig, befonders bei den später abgeernteten Wiesen.

In der nebenstehenden Tabelle bedeutet ein Stri (—), daß die betreffende Frudt arniht oder nur wentg angebaut wird, eia Punkt ( . ), daß Angaben fehlen oder nit vo fändig gemacht sind. i

Berlin, den 25. Juli 1899,