1831 / 5 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Ee

e SHLPDI 7

A

PASPEE A iums a m f

p Se

U P A. Ei tig A Q E 2th, r ga 7 an De a r mw TUD- Fe E PLEE thes E

t Pit j ip i E

“E, E54

S

L E ria

S SARREEE S B E S E E A

cinrn Ahg aur M p

“I -

Ee 0 G

L. E H ES R A E E L La E L i le Ee Lor A eei G G Aar wied

R

E, Dg) ur P. Ea F 2E T E M 6 T AFET Qr A P R LOEKE L op D R

j

erlaubt, dieselbe wieder zurückzunehmen, so lange sie noch nicht in dffentliher Sißung vorgelesen und «ntwicelt worden ist; erst nachdem dies geschehen, fann ein auderer Deputirter “die Proposition, falls sie von ihrem Urheber aufgegeben wor- den, fúr seinen Theil aufnehmen. Jn dem vorliegenden Falle hat die Vorlesung noch uicht stattgefunden. Hr. Boissy d’Anglas kann alio ganz füglich seinen Antrag wieder zurück- nehmen, ohne daß eiu Anderer {ich desselben bemächtigen darf.“

Diese Auseinandersebung stellte indesscn die linke Seite kei- | ¡ i / : nesweges zufrieden; mehrere Stimmen riesen, die ganze Sache | kragenen Posten -- wieder niederzulegen, sobald ich die Bei- | behalrung dessclben nicht länger für nöthig erachten würde. mer auf {olche Weije zum Besten za haben. Die Aufregung | Die Kammer is durch ihren Meinungs Aussvruch dem meinigen dauerte noch fort, als {on [ängt wiever die Berathungen | zuvorgekommen (Hdrt!); gus Achtung für sie habe ich nicht war-

über die Organisation dex National-Garde begonnen hatten ; |

sey ein s{<le<ter Spaß, und es [ey nicht schiclich, die Kam-

der grôßere Theil der Versammiung schenfte ihnen durchaus feine Aufmerksamkeit. Bald darauf trat He. Dupont v. d.

einiaec Minuteu mit den Ministern des Krieges und des S é L F

nou wieder ein. Bei sciner Ankunfe wurde ex fogleich von den Herrn Labbey de-Pompieres, Odilon - Barrot, von Tracy, Chardel, Thouvenel u. A. umringt, die ihm ihren GlÚcf- wunsh zu scinem Ausscheiden aus dem Ministerium zu er- fennen zu geben s<hienen. Gleich nach Hrn. Dupont trat auch Hr. Laffitte ia den Saal und fekte ih zu den übrigen Ministern. Als bald darauf au der General Lafayette er- schien, erhob sich sofort die ganze linke Seite, und alle De- putirte, an denen der General vorüberging, reichten ihm freundlih die Hand. - Mittlerweile ging die Berathung über das Geseß wegen der Nationai- Garde immer ihren Sang, und es wurden folgende Artikel ohne icgend eine Dedatte von Belang angenommen :

„Ar t. 59. Sobald der König es für angemessen sin- det, in einer Gemeinde einen Oder-Befehlshaber zu ernen- nen, wird der Stab, was die Zahi und die Grade der Offiziere, woraus derselbe bestehen soll, betrisst, durch cine Königl, Verordnung festgeseßt. Die Offiztere des Sta- bes werden von dem Könige auf den Vorschlag des Oder: Befehlshabers ernannt, welcher Lebtere jedoch die Kanvèda- ten nur unter den Offizieren, Unter-Offizieren oder Natio- nal-Gardisten der Gemeinde wählen darf."

„Art. 60. Es darf in der National-Garde feinen Grad ohne Amt geben.‘

„Ar t. 61. Kein Offizier der Land- oder Seemacht, er sey aftiv oder disponibel, darf zun Offizier oder Ober- Befehlshaber einer National-Garde im gewöynlihen Dienjte ernanut werden.‘

Unterscheitungzzeichen der verschiedenen Grade sind diesel- ben, wie bei der Armee.‘ „Art. 63. Wenn die Regierung es nöthig findet, nter die National -Gardisten Kriegswäsfen zu vertheilen, so wird die Zahl der ausgehändigten Wassen in jedér Mu- nicipalität dur Etats, worin die National-Gardisten den Empfang der ihnen gelieferten Waffen bescheinigen, fon- start: t, Die Gameinden sind für die ihnen gelieferten Waffen verantwortlich; diese Waffen bleiben das Eigenthum dés Staats. Die Erhaltung der Waffen fällt dem Na-

tional: Gardisten, die Reparaturen ader, die durch deren |

Gebrauch im Dienste nöchig werden möchten, fallen der Gemeinde zur Last. —- Die Waffen werden gestempelt und _numertèrt.‘‘

„¡Art. 64. Die Compaguieen- der freiwilligen Spriz- zenleute und Kanoniere werden bei der Zusammenziehung der National-Garde in Batailloné nicht mit zugezählt ; doch stehen sie, wie die Kavallerie-Compagnieen und Compagnie- Unter-Abtheilungen, unter den Befehlen des Commandeurs der Kommunal - oder Käntonal-Garde.““ 2M /

Der 65ste Artikel, wonach die verschiedenen Wasfen-Bat- tungen der National-Garde denen des stehenden Heeres gleich gestellt werden sollen, wurde Bchufs ciner neuen Abfassung

noch cinmal an die Kommission verwiesen. Nachdem der

näch sifolgende 66ste Artifel angenommen worden, verlangte der- General Lafayette das Wort. Es trat sofort die

tiefste Ruhe ein. Der General äußerte sich folgendermaßen :

/-M. H. Es ist in einem Nachbarfiaate gebräuchlich, daf, wen ein Bürger gus einem hohen Amte ausscheidet, er sich

-darüc r in der Kammer. gegen seine Kollegen äußert. - Erlauben „Sie mir, daß ih mi< dîeses Vorrechts bediene. Fch bin stets " der Meinung gewesen, däß die Stelle eines Ohber- Befehlshabers

der National-Garden des Reichs nach allgemeinen Principien mit den Einrichtungen einer verfassungsmäßigen Monarchie unver-

träglich scy.

{s daher auh im Jahre 1799 drei Millionen

34

meiner Mitbürger si<h vornahmen, mir jene Stelle dur< ihre 14,900 Abgeordneten zu dem Bundesfeste-auf dem Märzfelde an-= tragen zu lassen, cilte ich diesem Vorhaben dadurch zuvorzukom- men, daß ich von der fonstituirenden National-Versammlung ein Prohibitiv-Defret ausætirfte. Anders dachte ich, als vor einigen Monaten der General-Statthalter und späterhin der König mir das Ober - Kommando Uber die National - Garden antrug. Fch glaubte, dasselbe annehmen zu“ müssen, hatte jedoch #0- gleich die Abstcht, früher oder später, je nah dem es Friede bleiben - oder zum Kriege fommen- würde, den mix über-

ten wollen, bis das betreffende Geseh den- beiden andern Staats» gewalten vorgelegt wird. Es handelt sich also hier um ein blo-

| Hes Datum: indessen würde es mich tief verleßen, wenn man : | ¿f trat it v. d. | glauben fönnte, und Niemand, der mich kennt oder die lehten Eure in den Saal; er war ohne Portefeuille, unterhielt sh | 54 Jahre meincr Lebensgeschichte gelesen hat, wird es glauben | daß irgend cine Persdnlichkeit mir mein Betragen vorgezeichnet ÑSuatiern uud nahm. sodann scinen alten Deputirten-Plaß am | R IO go N S ine S N Head S Fnde dex vierten Bauk der linken Seite neben Hten. Dau- |/ del Ker mie Ce Cte Weegelihelt. gere / m

Eade de a S ; : zurückzuziehen. Die größe Macht, mit der ich bekleidet war, erregte

einigen Verdacht. Ste werden wohl davon gehört haben, m. H. (Bewegung); dieser Verdacht hatte sich vorzüglich in den diplo- matischen Cirkeln verbreitet. Fett, wo jene Macht gebrochen ist, habe ich nux noch die Ehre, Jhr Kollege zu scyn. (Lebhafte Sen-

| sation.) Noch ein Wort, m. H.; ich erkläre, daß ich meine Ent-

lassung, die vom Könige - mit allen“ Beweisen seiner gewohnten Güte für mich angenommen worden it, vor der leßten Krise nicht eingereicht haben würde. Jeßt isi das Bewußtseyn der dffentlichen Ordnung in mir besriedigt; ich gesiche, daß cs fich mit dem Bewußtseyn der Freiheit nicht eben so ver- hält. (Hört!) Wir alle erinnern uns -jenes Losungswortes auf dem Rathhause: cin volksthümlicher- Thron, umgeben von republikanishen Fnsiituttonen. Das Wort i angeitommen worden, aber wir verstehen es niht Alle auf eine und dieselbe Weise; die Rathgeber des Königs hahen es nichk immer so wie ich begrissen , der ich ungeduldiger bin „cs zu ver- wirklichen, als Andere: wie groß daher auch immer meine per- sönliche inabhängigfeit in allen Lagen meines Lebens gewesen seyn mag, so fühle ih mich doch in der ichigen leichter, um meine Ansichcen mit Jhunen zu erdrtern. Fm UÜchrigen, \o giebt

es Punkte, hinsichtlich deren wir gegen innere und äußere Feinde

immer- übereinsiimmen werden. (Auzemeciner Beifall ) Fch

glaube, daß der Entschluß, den- wir im Juli gefaßt , nicht nur der beste, sondern der einzige war, der uns frommte; ich glaube dies mebr als je, seitdem ich den Fürsten, den wir auf den Thron choben, näher kennen gelernt habe. Durch die Ablegung meiner niform habe ih meinen Wahlspruch: Freiheit, öffentliche Ordnung! nicht aufgegeben; und wie viel geseßliche Wege fic- hen uns Übrigens nicht zu Gebote, um unsere Gedanken auszu- drüden und unsere Forderungen anzubringen: uns, die Redner-

/ / hd : ___ búhne: Allen, die Presse, die schon so große Diensie geleistet „Ar t. 62. Die Uniform der National-Garden {oll | / 9 9 durch eine Königliche Verordnung bestimmt werden. Die ( | Achtung und Freundschaft erhalten werden. /

hat, und das Petitions-Recht. Dies, m. H.- fühlte ich das Bedürfniß meinen Kollegen zu sagen, die mir hoffentlich ihre

Nach Beendigung dieser Rede, die namentlich von dei beiden Centris der Kammer mit großem Beifalle aufgenom nen wurde, verließ der General sammt Hrn. Odilon-Barrot den Saal; in dem Seitengange hatte er noch. eine furze und freundschaftlihe Unterredung mic dem Marschall Gerard. Die Berathungen über die Organisation der National-Garde wurden sodann roieder aufgenommen und bis zum Artikel 72, d. h. bis zu demjenigen Actikel fortgeseßt, mit dem der ur-

| sprúngiiche Gesez-Entwourf über die scßhaste National-Garde

hloß. Hr. Durmeylet verlangte, daß man jeßt über die- sen ersten Theil des Gesches abstimme ; auf die Bemertung des Miuisters des Junern aber, daß die Regierung in die Zusammenziehung aller drei Gesebe in ein einziges ge- willigt habe, wurde jener Antrag- verworfen, Mittlerweile fing es an, zu dünfeln, so daß der Präsident die Kronleuch- ter anzunden ließ. Judessen war die Bewegung, die im

- Saale herrschte, \o groß, daß die Versammlung es vorzog,

die Fortsezung ihrer Beräthung äuf den folgenden Tag zu verlegen. Am Schlusse der Sibung fam man, auf den An- (rag des Prásidenten, noch dahin úberein , daß man sich am folgenden Tage schon um 12 Uhr Mittags in den Bureaus versammeln wolle, um von der Eingangs erwähnten zweiten Propesition des Hrn. Boissy d’Anglas Kenntniz zu nehmen. (Die Mittheilung ‘der Art. 65 72 des Geselz - Entwurses uber die National -Garde behalten wir uns vor. )

Paris, 27. Dez. Vorgestern Abend machten der Ge- neral Lafayette, der Päpstliche Nuntius und der Siciliani- sche Botschafter dem Köuige ihre Aufwartung. Gestern er- theilten Se. Majestäc dem Kaiserl. Brasiltanischen Botschafter eine Privat-Audienz und führten im Minister-Rathe, welchend Herr Dupont - von der Eure nicht mehr beiwohnte, den

Vorsit.

Heute ist folgende Königl. Proclamaticn dfentlih an- geschlagen worden : i ¡„Tapfre National:Garden, Meine werthen Landsleute ! Ihr werdet Mein Bedauern theilen, indem Jhr ver- nehmt, daß der General Lafayette seine Entlassung nehmen zu müssen geglaubt hat. Jch schmeichelte Mir, ihn länger an Eurer Spiße zu sehen, wo er dur sein Beispiel und die Erinnerung an die großen von ihm der Sache der Frei- heit geleisteten Dienste Euren Eifer belcbte. Sein Abtreten ist mir um so empfindlicher, als dieser würdige General noch vor einigen Tagen cinen rühmlichen Antheil an der Aufrecht- erhaltung der êfentlihen Orduung nahm, die Jhr während

der leßten Unrühen so edel und mit so viel Wirksamkeit be- ;

hüt habt. Auch habe J< den Trost, zu glauben, daß Jh

nichts verabsäumt habe, um der National-Garde das zu er- |

sparen, was für sie Gegenstand lebhaften Bedauerns seyn wird und Mir wahrhaften Kummer verursacht. Einen an- dern Grund des Trostes finde Jch darin, den General Gra-

fen von Lobau zum fommandirendén General der Pariser ;

National Garde zu ernennen, der, nachdem er sich in unsern Heeren einen Namen gemacht, sich in den denkwürdigen Julít- tagen Euren Gefahren und Eurcm Ruhme beigejellt hakt. Seine glänzenden militairis{<¿n Eigenschaften und sein Pa- triotismus machen ihn würdig, jene Búrger-Miliz zu befeh- ligen, von der umgeben zu seyn Jch stolz bin, und die Mir so eben neue Unterpsänder des Vertrauens und der Zutei- gung gegeben hat, welche von Meiner Seite voile Erwiede- rung finden. Jch fühle Mich glücklich, Euch zu wiederholen,

_wie sehr Jch dadurch gerührt worden bin, und Euch zu ja-

gen, daß Jch für immer auf Euch rechne, wie Jhr jederzeit auf Mich rechnen könnt. Paris, 26. Dez. 1830. Ludwig Philipp. Durch den Kduig: (gez.) Montalivet, ‘‘ Der im heutigen Moniceur eutha:tenen vom 26sten d. datirten Königlichen Verordnung, wodurch der General- Lieutenant Graf von Lobau zum kommandirenden General

“der hiesigen National-Garde ernaunt wird, geht nachstehender

Bericht des Ministcrs des Juanern an den Kênig voran: „Sire! Der Geueral Lafayerte hat Ewr, Majestät seine Entlassung als Ober - Befehlshader der National - Garden des Königreichs eingereiht. Die dringendsten Ditten sind wiederholt bei dem berühauten General versucht worden, um ihn von einem Entschlusse abzubringen , der das Herz Ewr. Maje\tät tief betrübt und Frankreich der Dienste beraubt, die er noch fernerhin hätte leisten fênnen. Da der Entschluß des General Lafayette unerschütterlich is, so mü}en wir auf die Hoffnung verzichten, ihn ferner ein Amt bekleiden zu sehen, in welchem er unvergeßliche Erinnerungen hinter- (láét, Das bewundernswerthe Benehmen der Pariser Na- tional -Garde in allen Verhältnissen, wo sie die Freiheit und die dffentlihe Ordnung zu vertheidigen hatte, macht es uns zur Pflicht, ungesäumt dafúr zu sorgen, daß ein Corps, weiches sich um das Vaterland so wohlverdient gemacht hat, nicht cines Einheitspunfêtes beraubt bleibe, der jeine Anstren- gungen für die Wohlfahrt Aller leite. Jch habe dem zufolge die Ehre, Ewr. Majestät vorzuschlagen, den General- Lieutenant Grafen von Lobau, ehemaliges Mitgüed der pro- visorischen Regierung in den glorreichen Juli - Tagen, zum fommandirenden General der Pariser National-Garde zu ernennen Mit der tiefsten Ehrfurcht u. #. w.““

Folgendes ist der leßte Tages - Befehl des Generals La- fayette: „„Jundem der General Lafayette deu Befehl der National Garden des Königreiches niederlegt , beabsichtigt er, ihnen seinen Dank abzustatten und ihnen Ledbewohl zu jagen : es ist ihm jedoch in diesem Augenblicke ein Bedürfniß, einem

Gefühl Raum zu geben,-von dem sein Herz gegen seine Pa-

riser Waffenbrüder voll ist. _ Daß sie ihm ergeben fiud und

sich seiner erinnern werden, ist er vollflommen überzeugt. Sie

können ihm stets größere Beweise davon geben, wenn sle, insofern es möglich wäre, ihre Pünktlichkeit und Thätigkcit im Dienste verdoppeln. Diesen neuen-Beweis ihres Wohl- wollens und das unaufldslihe Band, das sie in ihrem ge-

meinschaftlihen Streben nach Freiheit und öffentliher Ord-

nung mit ihm verknüpft, wird er anzuerkennen wissen, Die patriotische Voraussicht des Königs hat alle ndthize Verfü- gungen getroffen. Mit ganzer Seele und nicht ohne Rüh- rung diftirt ihr alter und dankbarer Freund diese wenigen

Worte für sie. : (Unterz.) Lafayette.‘ Bei Uebernahme des Befehls über die Pariser Natio- nal-Gærde hat der General Graf Lobau nachstehenden Tages- Befehl erlassen : R ¡Der König hat mir die Ehre erzeigt, mi<h zum Be- fehlshaber der Pariser National-Garde zu ernennen. Dieser

Beweis des Zutrauens Sr. Majestät. ist der schönste, den ci” Franzose empfangen fann. Mein ganzes Bestreben wird dahin gehen, es zu rehtfertigen; um jedo diesen wünschens- werthen Zweck zu erreichen, bedarf ih des wohlwollenden Beistandes aller National-Garden. Jch würde mich glücklich schäßen, ihn in dem Grade zu verdienen, wie mein berühmter Vorgänger, der General Lafayette, von dem ih mannigfache Freundschafts-Beweise empfing. Das Ziel meiner feurigsten Wünsche ist der Ruhm ,- die steigende“ Wohlfahrt und das Glúck Frankreichs unter dem Scepter seines volfsthümlichen Königs. Meine Kameradén der National-Garden werden erlauben, mi ihrem Ruhme anzuschließen, indem ih dazu bei- trage, die Verivirklichung ihres schönen Wahlspruches: „„Frei- heit, öffentlicze Ordnung‘/ zu sichern. (unterz.) Lobau. ‘“/

Fm Courrier féancçais liest man:, „„Nichc heute, wie man erwartete, sondern erst nächsten Mittwoch wird der neue Wahlgeseß -Entwurf den Kammern vorgelegt werden. Entspricht er den Wünschen und Bedürfnissen des Landes, so wird er die Kammer in cine schwierige Lage . verseßen. Sie wird Richterin in ihrer eigenen - Sache werden; spricht sie sich dawider aus, fo werden die Minister ein Recht ha- ben, ihr zu jagen: ,,,„„Wir halten Frankreich für reif genug, um neue constitutionnelle Garantieen zu erhalten; urtheilt die Kammer anders darúber, so werden wir an die Nation appelliren, welche zwischen der Regierung und der Kammier entscheiden soll. /// Aus den Wahlen, die dann stattfinden werden, wird sich ergeben, auf wessen Seite das Voik tritt.‘

Der Revolucion zufolge, hat die Gesellschast für po- litische Vervollkommnung eine Bitrschrift um Abschaffung der Pairsschaft an die Deputirten-Kammer gerichtet, der eine große Anzahl von National-Garden und Zöglingen der Schu- len beigetreten find.

Ueber die aegen die am 20sten, 21sten und 22sten d. M. verhafteten Jundividuen eingeleitete Untersuchung verlautet noch nichts; man weiß nur, daß leßtere auf den Befehl des Justiz - Ministers vom General - Prokurator mit großer Thâ- tigéeit fortgeseßt wird.

Ueber die Erneanung des Herrn Baude zum Polizei- Präfekten äußert der Temps, zu dessen Redacteuren er frü- her, gehörte: „Diese Ernennung ist cine vom Könige dex verfassungemäßigen Regierung dargebrachte Huldigung, denn Herr Baude war von seinem Departement mit 197 unter 199 Stimmen wicder gewählt worden. Er ist ein fester, ein- sichtsvoller Mann, der mit dem Vortheile, daß.er der neuen, von Geschäften uoch nicht ermüdeten Generation angehört, die reelle Kentuisse mit Geschäfts -Erfahrung verbindet. ‘/

Vor furzem sind 300 Kanoniere von dem in Lafère ster henden Artillerie-Regiment in der Festung Ham angekommen und haben foglci< die Posten in der Stadt und das Fort besetzt. Die Posten der National-Varde wurden verdoppelt. Die zur Herbeishaffung von Möbeln, Betten und Macrazen getroifenen Anstalten lassen vermuthen, daß die vier verur- theliten Minister in diejcs Staatsgefängniß gebracht werden sollen. Die Festung wird mit Mehl, Reis, Fleisch, Kartof- feln u. \. w. verproviantirt und mir neuer Artillerie verse: hen. Bekanntlich hat Herr v. Polignac! schon unter Napo- leon längere Zeit in dicjer Festung gefangen gesessen. Ham, der Geburtsort des General Foy, if eine kleine Stadt im Departement der Somme zwischen Noyon und St. Quentin.

- Die Tribune wundert sh darüber, daß-der Moniteur úber die auf Korsika vorgefallenen Ereignisse schweige und seine telegraphische Korrespondenz nicht mittheile; man müsse daraus folgern, daß die Parteigänger, welche dort Napoleon IT. ausgerufen, Fortschritte machten. :

Dem Vernehmen ng< hat der General Matthieu Du-

mas seinen Abschied als General - Jnspeftor der Nationals

Garden genommen. i

Die nördlich von St. Denis begonnenen Befestigungs- arbeiten werden aufs thätigste fortgeseßt. Ueber 3000 Ar: beiter sind dabei beschäftigt, und ihre Zahl wird noch täglich vermehrt. Die erdffuete Circumvallationslinie hat eine- Aus- dehnung von einer halben Lieue; sie lehnt sich beim Dorfe Labriche an die Seine und vertheidigt die von St. Denis nah Rouen, Beauvais und Garges führenden großen Stra- ßen. Eine Menge von Jngenieur - Offizieren i beschäftigt, die Vertheidigungslinie fortzuführen, welche die Straße na< Flandern dur<hshneiden und bei Chaumont endigen wird.

Der Deputirte und General;-Einnehmer des Mosel - Des partements, Milleret, hat seine Zahlungen eingestellt. Diese Nachricht hat in Mel große Bestürzung verursacht. Vor dem Hause des General-Einnehmers bildeten sich am 22sien d. Volkshaufen, die Behörde hatte aber Maaßregeln getrof fen, sle zu zerstreuen. :