1831 / 11 p. 4 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Holländischen. Truppen während der Dauer eines Waffenstill- standes, um den es sih handelte, einzunehmen wären. Seit- dem es sich jedoch um die definitiven Gränzen von Belgien handelt, sind-die-provisorischen-uur. vou-uutergeordnetér Wich- tigfeit.‘/ Auf den Vorwurf des Herrn v. Robaulx, daß sih der Redner ‘eines Umweges bedient habe, um der Ver- sammlung zu infinuiren, daß fie feinen Französischen Prinzen erwählen dürfe, antwortete Herr Le Hon: „„Jch habe ge- sagt, es sey meine persönlihe Meinung, daß man unmöglich einen Französischen Prinzen erwählen fônne; dem füge ih

noch hinzu, daß ein Englischer niemals meine Stimme erhal-

ten werde. Befragte ih nur meine persönlichen Neigungen, so würde ih einem Französischen Prinzen vor allen anderen den Vorzug geben; ih zweifle jedoch, ob unsre Unabhängig- keit und der Europäische Friede dies gestarten. .Es liegt in der That wenig Großmüthiges darin, fortwährend eine Regierung anzugreifen, die nur provisorisch ihr Amt über- nommen hat.‘ Mit dieser leßten Aeußerung übereinstim- mend sprach sich Hr. Ch Rogier aus, der si bereit erklärte, die schwere Last seines Amtes einem Andern übertragen zu wollen, sobald man ihn und seine Kollegen nicht mehr als fähig erachten sollte, es ferner fortzuführen. Herr Lebeau sagte: „Was die Wahl des Staats - Oberhauptes betrisst , so kaun es in dieser Hinsicht eine gewisse negative Juntervention von Sei- ten auswärtiger Mächte geben, der wir uns keinesweges ent- gegenlegen dürfen. Die fünf großen Mächte können z. B. ihre Familien gegenseitig ausschließen. Dürsten wir wohl als- dann dessungeachtet unsern Fürsten im Schoße ihrer Fami- lien erwählen? Dies hieße, die Würde der Belgischen Krone herabseben, und därfte das Ansehen haben, als bettelten wir um einen König. Frankreih wird weder den Herzog von Reichstadt, noch den Herzog von Leuchtenberg je als König von Belgien anerkennen. ‘“ ¡¿„Wer hat Jhnen das ge- sagt ?‘/ riefen hier mehrere Stimmen. „„Jch weiß es ‘/, antwortete Hr. Lebeau, „und zwar besike ih es aus einer fast authentischen Quelle. Uebrigens bringt es auch die Na- tur der Sache mit sich. Frankrei hat zwar wieder den Ruhm Buonapartes, jedoch niht auch seine Familie adop- tirt. Der König der Franzosen, der bereits so viele Hinder- " _piísse im Junern zu- bekämpfen hat, wird nicht gestatten, daß sih an seinen Gränzen ein neues Element der ünruhen ein, fortwährender Stoff zu Gährungen, festseze. Belgien würde unter einem Fürsten der Familie Buonaparte Frankreich bedro- hen. Das Protokoll vom 20. Dez. muß uns betrüben; die Antwort des. diplomatischen Comité ist einé wahrhafte Pro-

testation; sie ist voller Würde und Festigkeit; ih wünsche |

“_ ihm Glúck dazu. Es hat dasjenige, was in der Belgischen Frage Europäisch ist wenn ich mich dieses Ausdruckes be- dienen darf richtig aufgefaßt und unumwunden ausge- drückt. Unabhängigkeit allein genügt uns nicht; wir bedür- fen auch der Stärke und des Glúckes, sonsk defretirten wir géradezu das Elend des Landes. Eine Nation aber läßt sich nicht durch Hunger tôdten ; sie kann vielmehr dahin gebracht werden, das materielle Glä einer Unabhängigkeit vorzuzie- hen, die nur ein Scheinbild wäre.// Aus dem, was Hr. Nothomb, ebenfalls ein Mitglied des diplomatischen Co- mité, noch hinzufügte, ist außer der (bereits erwähnten) An- gabe, daß sih der König der Niederlande bereit erflärt habe, die Blokade der Schelde am 20. Januar aufzuheben, die Mee los auf sofortige Aufhebung beéständen, noch die weite Angabe zu bemerken, daß die provisorische Regierung eit einigen Tagen Unterhandlungen. mit der Französischen, wegen eines Handels-Vertrages, angeknüpft habe. „Unsere Bévollmächtigten in Paris‘/, sagte er, „„haben die nöthigen Fnstructionen erhalten, und. die Französishe Regierung zeigt ch geneigt, Handels-Verbindungen änzufknäpfen, die für änder vortheilhaft seyn würden.‘/ | Ly jn Ode Sibung des Kotgresses wurde nur über. Bittschriften verhandell. Der Bürgermeister und die

Schdffen des Dorfes Peronnes (bei Tournay) fragen beim

Kongreß an, -was.. ihnen, da jebt die Einmischung der Civil- _Behôrde in die Angelegenheiten des Kultus untersagt zu seyn scheine, zu thun übrig bleibe, nachdem.ihr néuernanncer Pfar- rer sich geweigert habé, seine Amtsverrichtungen anzutreten, “wenn ihm nicht vorher fünf Meßgewänder zum Werthe von 700 Fr. , mehrere andere Gegenstände für die Safristei zum Wertthe von 300 Fr., uud außerdem allerlei Bedürfnisse sei- ner Küche von der Gemeinde geliefert worden wären. Herr von Facqs verlangte -die voll Hs Vorlesung dieser Bitt- chrift, weil- sié auf einen Theil. der Verfässung, den der Kon; L noch. zu erlèdigen- habe, éin besseres“ Licht werfen könne. ie Bittschrift wurde der. Kommission zur Berichterstattung überwiesen, eben so auch eine audere, worin ein Hr. Wau- tier, Advota

eide

t in Huy, darauf autrug, daß der General La- |

fayette zum Könige der Belgier ernanut werden môge.

Die Mitglieder vertheilten fich darauf in die verschiedenen Sectionen, um zunächst den Vorschlag des Herrn C. Ro- denbach, wegen. der Erwählung des künftigen Staats-Ober- haupts, in Berathung zu ziehen. »

Jn Bezug auf die in den Sectionen vorgefallenen Ver- handlungen äußern hiesige Blätter: „Man hat sh mit der- Frage über die Wahl des Staats - Oberhauptes beschäf- tigt. Da die großen Mächte sih gegenseitig einander aus- geschlossen haben, lo beschränkt sich die Wahl ungemein, und die größte Wahrscheinlichkeit eines günstigen Erfolgs dürfte wohl ein einheimischer oder auswärtiger Fürst haben, der sich mit einer Tochter des Königs der Franzosen vermählen würde.“

Es heißt, daß sich Belgische Truppen nah Arlon, im Großherzogthum Luxemburg , begeben, um daselbst durch die Sorgfalt eines Kongreß-Miktgliedes ausgerüstet und alsdann von den Provinzial-Eintünften besoldet zu werden.

Herr Werner von Lamberts, der neue Gouverneur von Ost Flandern, is gestern in Gent installirt worden.

Die provisorische Regierung hat den in Brügge sich aufhaltenden Portugiesischen Flüchtlingen 20,000 Gülden zum Theil zu ihrem eigenen Unterhalte und zum Theil zur Be- zahlung“ ihrer in Belgien gemachten Schulden überwiesen. Das diplomatische Comité ift zugleih angewiesen worden, den Agenten des Kaisers von Brasilien in London die An- zeige von diesem den Unterthanen der Königin Donna Ma- ria da Gloria gemachten Vorschusse zukommén zu lassen und auf diese Weise dessen Rúckzahlung zu bewirken.

_ Auf Nachsuchen des Magistrates von Löwen hat die pro- visorische Regierung die bei der Universität dieses Ortes kürz- lich aufgehobene Rechts-Fakultät wieder hergestellt.

Däânemarf.

Kopenhagen, 4. Jan. Glúckstadt ist zum Freihafen erklärt worden ; das diesfällige Plafat lautet folgendermaßen : ¿¿Wir- Frederik der Sechste 2c. thun fund: Zur Aufnahme des Handels und Gewerbes Unserer Stadt Glückstadt haben Wir Uns allergnädigst bewogen gefunden, in Ansehung: der wegen erlittener Havarie, oder um: Winterlager zu halten, in den dozctigeri Hafen einlaufenden Fahrzeuge nebst deren Ladungen. die nachstehenden Begünstigungen zu bewilligen : . 1. Es sollen die Schiffer, welche mit ihren Fahrzeugen in den Glückstädter Hafen wegen erlittener Havarie, oder um Winteclager zu halten , einlaufen, die Fahrzeuge mögen nun E oder beladen seyn, und die Schiffer entweder ihre adung ganz oder zum- Theil löschen, oder mit ihren vollen Ladungen wieder absegeln, sowohl bei der Ankunft als der Abfahrt, von den seither am Zolle-erhobenen Schiffs - Abgaben, als dei Lastgeldern, der Feuer-Abgabe und den Sporteln, in

_Zukunsfr befreit seyn. Auch sind für die Ladungen solcher

Schiffe , sie mdgen in demselben oder einem andern Schiffe, oder in- Lichter - Fahrzeugen wieder nach dem Auslande aus- gehen, weder -Transitzoll noch Sporteln. zu eriegen. Eine gleiche Befreiung von den vorgedachten ' Abgaben sollen die Führer derjeaigen Schiffe genießen, in welchen solche Ladun- gen nach der Fremde versandt werden. §. 2. Wenn -die Ladun- e solcher Schiffe gans oder theilweise gelöscht werden, und ich darunter feine fremden Getränke, Taback oder Syrup be- finden , so sind über solche Ladungen keine schriftliche Zoll- Angaben abseiten des Schiffers oder Kommissionärs' erforder- lih, Die Waaren können vielmehr, nach vorgängiger münd- licher Meldung bei der Zollstäte -und- unter gehöriger Kon- trolle Unsrer Zollbedienten , gelöscht werden: und stehen :\o- dann zur freien Disposition der Betreffenden. §. 3. Die Schiffer, in deren Fährzeugen die -in dem vorstehenden-§: ge-

* dachten - Waaren - Artikel enthalten sind, haben ‘hierüber: eine

schriftliche Angabe am Zolle zu beschaffen. Ju den Fälltn,

"wo dergleichen Waaren gelds{ht werden, mag die: angeordnete

Zollversiegelung derselben wegfallen. Dle gelöshten Waaren müssen aber unter gehdriger-Zoll - Aufsicht in das-Zoll-Pack- haus gebracht werden und- daselbst bis zur Wieder-Ausfuhr, gegen Erlegung der- vorgeschriebenen Packhausmiethep, lagern.

ei der Ausfuhr dieser Waaren „sind auf gleiche: Weise, wie bei der Einfuhr, vorschriftsmäßige Angaben am Zolle zu: be-

schaffen. §' 4. Für die Waaren, welche aus den mehrerwähn-

ten Schiffen gelöscht und landwärts. nah der Stadt Altona

‘und dem Auslande versandt "werden, soll-nach wie vor kein

Transitzoll entrichtet werden, dieselben. sind aber der Zoll-Ex-

| pedition und -der Zoll - Versiegelung, in so weit lebtére ‘erfor-

Sporteln zuz enttihten wären.“ Deutschland. Mänchen, 4. Jan. Die hiesige politische Zeitung meldet: „Gestern wurden von {ämmtlichen Professoren der

derlih seyn möchte ¿ unterworfen, ohne daß dafür jedoch

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iesigen Hochschule die Lehrvorträge wieder begonnen und von

a Studirenden mit löblichem Eifér besucht. Es ist“ nicht

zu zweifeln, daß bei denr anerfannt guten Geiste, welcher die große Mehrzahl derselben von jeher beseelte, die -dfentliche Ordnung nun, da man das Unkraut von dem Weizea ge- schieden, auf keine Weise mehr gestört werden wird, und daß sämmtliche Studirende mit dem- wärmsten Daukfe die Huld anerfennen, womit unser Allergnädigster Monarch auf ge- \chehene Bitte der hiesigen Bürgerschaft die früher anbefoh- lene Schließung der Kollegien zu suspendiren geruhte. Wir haben unseren Lesern die in der heiligen Christnacht vorgefallenen Ruhestörungen gemeldet. War schou die- ser Auftritt in hohem Grade. zu bedauern , so mußte es noch mehr das ordnungswidxige Betragen seyn, womit mehrere M"thwillige fortfuhren, in einigen darauf folgeu- den Nächten den Vorschriften der Behörden zuwider zu han- deln und das Militair und die Polizei-Mannschaft durch rohe Herausforderungen und Widerseßzlichkeiten zu insulti- ren. Die bürgerliche Landwehr säumte nicht, zur Beruhi- gung der hiesigen Einwohner, da in elner so aufgeregten Zeit, wie die gegenwärtige, die Gemüther nur zu leicht in Angst und Schrecken gerathen, ihre Dienste mit denen des Militairs zu vereinigen. Es haben, leider, mehrere Verwundungen verschiedener Pe: sonen, worunter viele ib- rer Neugierde die Schuld beizumessen haben , stattgefun- den; mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen und alle Mitglieder der Studenten-Gesellschafi Germania bis auf Meiteres aus der Stadt verwiesen. Die Verhôre mit den- jenigen, welche sih bei diesen höchst beflagenswerthen Vor- fállen am gesebwidrigsten benommen, werden mit unausge- sekter Thätigkeit betrieben. Uebrigens konnte man sich bei dieser Veranlassung nur aufs neue wieder von der durchaus retlichen Gesinnung und treuen Festhaltung der hiesigen Bür- ger an der geseßlichen Ordnung überzeugen. Es wird nicht fehlen, daß der befannte Lügengeist, welcher uber Baiern so Wis dersinniges und Verkehrtes nah dem Auslande berichtet, auch diese Gelegenheit wieder benußen wird, um dié Thatsachen zu ent- stellen und aus Excessen einiger Studirenden vielleicht wohl gar eine allgemeine Volksbewegung zu machen. Aber wir stehen in Baiern auf völlig friedlihem Boden, der auch nit den fern- sten Keim zu öffentlichen Unordnungen enthält. Unser loyales, dem Könige mit unbegränzter Liebe ergebenes und an den Ge- seßen mit unerschütterlicher Treue hängendes Volk will nur Ruhe und Sicherheit , zu deren Beschüßung-: und Aufrecht-

altung der Bürger nöthigen Falles selbst mit den Waffen Le beicult. Nachträglich bemerken wir noch, daß unter den Professoren der Hochschule der Herr Geheimerath von Schel- ling und Herr Hofrath Thiersch dur zeitgemäpe Worte zu dem Geiste und dem Herzen der Studirenden sprachen und dadurch sowohl die Verirrten zu einer richtigen Erkenntniß ihrer Obliegenheiten und Pflichten zurücfsührten als auch die Liebe zur Ordnung und wissenschafclihen Thätigkeit noch mehr bei Allen befestigten, die von jeher mit Gegenständen nichts zu thun haben mochten, welche nur bei schiefer Gei- esrichtung und verderblichem Hange zu Zerstreuungen eine besondere Theilnahme finden éônnen.‘‘

Karlsruhe, 5. Jan. Eine in der neuesten Nummer

des Großherzogl. Staats- und Regierungs-Blattes publizirte E Ka Qn enthälr Vorschriften in Betreff der Audienzen bei Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog, um zu verhüten , daß, mit Umgehung der geordneten Gerichts-

erwaltungsstellen, Gegenstände. an Se. Königl. Hoh. LO cke wide R von den ersteren noch nicht erledigt

oder wenigstens zur Zeit noch nicht zur hôchsten Verfügung geeignet sind. i E Sch{werin, 7. Jan. Nachrichten aus Wismar zu- folge lauten die Resulîate der dasigen Schifffahrt im abge- laufenen Jahre weniger günstig, als die der vorhergegange-

. ‘nen Yahre 4828 .und 1829; es siud überhaupt 167 Schiffe,

worunter 64: Wismarsche,„ angekommen und 173 Schif}se,

worunter 67 Wismarsche, abgegangen. Jm Jahre 1829 -

gingen ab 212, fainen an 205. Auf dem Winterlager im

“Hafen yon Wismar liegen gegenwärtig 28 Schisse. *

Neu- Strell6, 1. Jan. Der erste Morgen des neuen Jahres war für ‘uns kein erfreulicher. Etwa gegen 5 Uhr \chreckte das Rasseln der Trommeln, das Lärmblasen der Hornisten unse“er Garnison und der Feuerruf der Nachtwäch- ter die friedlihen Bewohner der Residenz aus“ dem Schlafe. Der Giebel und „das Sparrwerk des Kaufmann Lübke- hen Hauses in dex Glambecker Stkaße stand in lichten Flammen, und nur der regen Thätigkeit der herzuströmenden Nesidenzbewohner, welche von einer totalen Windstille begün- stigt wurde, haben wir es zu verdanken, daß die Wuth des

\

zerstdrenden Elements nicht weiter um-sih griff und sih nur

auf die“ Vernichtung des oberen Stockwerfks beschränkte.

Braunschweig, 6. Jan. Sicherem Vernehmen nach (melden die hiesigen Annalen) wird in diesen Tagen ein herrlihes Kniestück, wahrscheinlih von Denner, einen der größten Helden des Welfifchen“ Hauses, den unfserblichen Herzog Ferdinand von Braunschweig, vorstellend, von hier nach London abgehen. Se. Majestät der König Wilhelm 1V. von Großbritanien hat die Gnade gehabt, dieses Bild ‘von unserer Landschaft zum Geschenke anzunehmen, um dasselbe in einem Gebäude aufstellen zu lassen, welhes Er den Hel- den des siebenjährigen Krieges widmen wird. Dagegen ha- ben die Stände die frohe Hoffnung, sich bald in dem Be- si6e der Bildnisse ihrer erhabensten Wohlthäter, der Könige

Georg IV. und Wilhelm 1IV., zu befinden. Der Erste war

Begründer, der Zweite Hersteller einer Verfassung, von wel- cher wir die glücklichen Zeiten der vormundschaftlichen Regie- rung Georgs des Vierten unter unserm Herzoge Wilhelm zurück erwarten. : In demselben Blatté liest man ferner: „Der Ritt- meister vom Generalstabe, Franz Maximilian Friedrich Frei- herr Bender von Bienenthal, Jnhaber des Frankfurter ‘Pa- tricier- Ordens des Hauses Frauenstein, befindet sih noch ge- genwärtig hierselbst in Haft. Derselbe ist aus Frankfurt a. M. gebürtig, ungefähr 30 Jahr alt und war früher Lieutenant in einem Baierschen Kavallerie - Regimente, wel- chen Dienst er jedoch verließ und darauf zum Königl. Baierschen Kammerjunker befdcdert wurde. Jm Sommer dieses Jahres begab er sich nach London, gerieth dort in eine zwar momentane Geldver- legenheit, die ihn indeß auf furze Zeit in den Schuldthurm brachte. Nachdem er aus demselben entlassen worden, machte er die Bekanntschaft des Husaren - Lieutenants à la Suite, Alloard de St. Hilaire, der ihn dann bei verschiedenen fich damals in London aufhaltenden Deutschen einführte. ‘/

Brasilien.

Ein Nord-Amerifanishes Blatt bringt folgendes Schreiben aus Rio Janeiro vom 25sten Sept. : ¡1Zwi- schen den Französischen Marine - Offizieren, die sich hier be- finden, und den Bewohnern jenseits der Bai brachen neulich erasthafte Streitigkeiten aus weil einige See - Cadetten sich erlaubt hatten, auf den Pflanzungen der genannten Bewoh- ner Flinten abzufeuern und, als man sie warnend bedeutete, daß sie dort arbeitende Sklaven tôdten könnten, mit beleidi- enden Reden zu antworten. Die Sklaven erhielten darauf efehl, Gewalt zu brauchen, und jagten die Kadetten an

# Bord ihres Sthiffes zurück. Leßtere indessen bemannten

ein Fahrzeug mit 40 Matrosen, kehrten ans Land zu- rúck, umzingelten die Wohnung des - Pflanzers, führten ihn selbst an Bord des Fahrzeuges und gaben thm dort 30 Hiebe mit der sogenannten Kaße. Die hierüber äußerst aufgebrahten Brasilianer wendeten sih an den Kaiser , der einén außerordentlichen Geheimen Rath zusammenberief, um die Sache zu untersuchen, und zugleich von dem Französtschen Admiral die Auslieferung der gedachten See - Kadetten ver- langte. Diese Auslieferung verweigerte der Admiral, zeigte sich jedoch bereit, úber die jungen Leute richten“ zu lassen, je- ‘doch nut zuf neutralem Boden (nämlih an Bord des Chg- lischen Admiraljchiffes), indem es bei der Aufregung der Uferbewdhuer zu befürchten seyn würde, daß“ man die Ange- shuldigten ohne Weiteres ermorde. Wirklich war der unru- higere Theil der Völksmasse ‘auf dem Punkt, an den in Rio wohnenden Frautzosen Selbstrache'zu üben, wozu es indessen glüklicherweisé nicht gekommen (s. Es Grie diee daß der Fran- dsishe Gefandtè sowohl, als der Konsul, in Folge dieses Vorfalls, ihre Pässe verlangt hatten; der Kaiser soll sié-in- dessen vêrweigert und überdem ‘Anstalten - getröffen haben,

“das Französisthe Kriegs chi} zu verhindern, den Hafén' zu

verlassen.“ 3-n land.

“Berlin, 10. Jan. Aus“ Köfn vom 6ten d. wird 'gewmel- det: Am 5ten-d. M. geruhten Jhre Königl. Hoheiten der Prinz und die Prinzessin Wilhelm nebst dem Prinzen Adalbert und der Prinzessin Elisabeth KK. HH. das hiesige Theater mit Höchst- ihrer Gegenwart zu beehren. Sobald JI. KK. HH. in dem init Menschen“ fast überfüllten Hause erschienen, wurde

dchstdenenselben unter Paufen- und Trompetenschalle ein reifaches jubelndes' Lebehoch gebracht. - Darauf folgte ein Prolog, denDem. Strenge d. J. als Kolonia zur Begrü- ‘gung der Hohen Anwesenden sprach, und in welchem jede auf

-_

die Hohen Herrschaften bezügliche- Stelle mit dem lebhaste-