1831 / 12 p. 4 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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fänglih so angekündigt wurde, als enthielte es die förmliche Anerkennung des neuen Belgischen Staates, im Gegentheile nichts weiter als Mystification enthält, befiehlt der Natio- nal-Kongreß der provisorischen Regierung von Belgien, die Gesandten von London sofort zurückzuberufen und die Feind- seligfeiten gegen Holland wieder beginnen zu lassen; er er- flärt, daß der Sieg und das Loos der Waffen allein die Li- quidations-Frage der beiden Länder entscheiden sollen, und da- mit die Holländer sich nicht durch Unwissenheit f{hüßsen, soll das gegenwärtige Dekret den feindlichen Vorposten durch Parlamen- taire oder Waffen - Herolde angekündigt - werden.“ Dieser Antraa, den Hr. Pieson in einer Rede entwickelte, fand Unterstüßung und wurde den Sectionen zur Untersuchung überwiesen. Hr. v. Robaulx, der die Dringlichkeit des An- trages in Frage brachte, wurde damit zurückgewiesen. Man schritt darauf zur Wahl der Mitglieder des neuen Rech- nungshofes, als dessen Präsident Hr. Fallon, Mitglied des Kongresses, erwählt wurde. Auf den Antrag des Hrn. Char- les Rogier bildete die Versammlung noch an demselben Abende ein Géneral-Comité, um von der provisorischen Regierung eine wichtige Mittheilung entgegen zu nehmen.

Ueber die Verhandlungen dieses General - Comité wird unLr der Hand Folgendes berichtet: Herr Rogier seßte im Namen der provisorischen Regierung die Dringlichkeit aus- einänder, unverzüglih zur Wahl eines Staats - Oberhaupts zu schreiten, da das Land von verschiedenen Beforgnissen fo aufgeregt und von mehreren Parteien dermaßen bearbeitet werde, daß es nothwendig sey, dem durch eine entschiedene Handlung entgegenzutreten; das Land, sagte er, würde von seiner Unruhe befreit werden, sobald es dem Provisorium cin Ziel gesteckt sehe. Zwei Mitglieder, die zugleih GBe- neral-Profuraroren sind, widersprachen der Angabe von all- gemeiner Aufregung des Landes; der Eine meinte, sie be- \chränke sich nur auf einige Provinzen, der Andre fügte je- doch hinzu, daß sämmtliche Gerüchte von Unruhen und Auf- regungen sehr übertrieben werden. Andre Mitglieder trugen auf strenge Maaßregeln zur Unterdrückung der Umtriebe und zur Vorbeugung von Gefahren an, wo selbige zu fürchten seyen; inzwischen entschied die Versammiung, daß folche Maaßregeln niht von „nôötheu wären. Mehrere meinten, man sey im Lande zwar hier und dort mit der Langsamkeit des Kongresses unzufrieden; die große Mehrzahl der Einwoh- ner sey jedoch durchaus nicht gencigt, zu einem anarchischen Zustande zurückzukehren; das beste Mittel zur Beseiti- gung der Unruhen würde die Beschleunigung so vieler noch s{chwebenden Maaßregeln seyn. Die Versammlung be- chloß endlih, am folgenden Tage in dffentlicher Sißung den Bericht der Central - Section über die Arbeiten der verschie- denen cinzelnen Sectionen , hinsichtlih der Erwählung des _Staats-Oberhaupts, zu vernehmen und die weitere Berathung sogleich an die Resultate dieses Berichts zu kfnúpfen.

Es heißt, daß fich von sämmtlichen zehn Sectionen nur eine einzige für die Erwählung eines Einheimischen zum Ober- haupte von Belgien erklärt habe; viele Stimmen follen zu Gunsten des Prinzen Otto von Baiexn gesprochen haben.

Die provisorische Regierung hat die Herren Thorn und Nothomb mit außerordentlihen Vollmachten zur Organisi- rung der Civil- und Militair - Macht im Großherzogthume Luxemburg ausgerüstet; se sind befugt, alle ihnen nicht an- stehende ôffent‘ihe Beamten sofort abzuseßen, und sollen Rd zehn Tagen einen Bericht úder ‘ihre Sendung ab- atten. |

Deutschland.

Kassel, 7. Jan. Jhre Kdnigl. Hoheit die Kurfürstin und Jhre Hoheit die Prinzessin Karoline sind heute Abend von Fulda in hiesiger Residenz eingetroffen und im Schloß Bellevue abgestiegen. x

Die hiesige Zeitung enthält hierüber folgendes Nä- here: „Den ganzen Nachmittag waren Abtheilungen der Búr- gergarde zum Empfang Jhrer Königl. Hoheit und Jhrer Ho- heit aufgestellt; die Bürgergarde zu Pferde ritt der Durch- lauchtigsten Fürstin entgegen und diente als Ehren - Eskorte. Um 5 Uhr verkündigten vorauseilende Reiter die Ankunft IJFhrer Königl. g h Allerhöch stwelhe von dem in allen Straßen, wo die Wagen durchkamen, zahlreich: gedrängten Volke mit unbeschreiblichem Jubel empfangen wurden; aus den Fenstern wehten Tücher, mehrere waren mit Kränzen von Laubwerk und Blumen geschmücckt. Se. Königl. Ho- heit der Kursúrst, begleitet vom ganzen Hofstaate und den ersten Militair und Civil: Behörden, empfingen die Kur- furstin und die Prinzessin Karoline, König|. Hoh. und Hoh., im Schloß Bellevue, vor welchem eine Compagnie Garde und eine Abtheilung der Bürgergarde aufgestellt war; lelz-

tere machte Spalier bis ans Frauffurter Thor. Jm Pa- lais wurden Jhrer Königl. H. und IFhrer H. von weißgekleideten. Bôrgertôöchtern Gedichte und Blumen überreicht. Jn einem Aus genblike waren alle Häuser der Frankfurter Straße, mehrere des Friedrichsplaßes und der Königsstraße erleuchtet. Unauf- hôrlih umdrängte eine freudevolle Volksmenge das Palais, und die anhaltendsten Zurufungen wurden nur dur das rau- schende Spiel der trefflichen Musik der Bürgergarde unter- brochen. -Jhre Königl. Hoh. die Kurfürstin geruhten an der Seite Jhres Durchlauchtigsten Gemahls auf dem Balkon zu erscheinen ; die Zurufungen ertdnten seßt wo möglich mit ver- doppelter Stärke. Jhre Königl. Hoh. verneigten sih auf das huldreichste; die Musik spielte unter allgemein begeisterter

Begleitung: „Heil unserm Kurfärst Heil !// Als Se. Königl.

Hoheit der Kurfürst das Palais Bellevue verließen, um nah Wilhelmshdhe zurückzukehren, begleitete Allerhôchstdenselben aufs neue der Jubelruf eines treuen, von den \{chönsten Hoff- nungen erfüllten Volkes. Abenis um 11 Uhr brachte die Bârgergarde Jhrer Königl. Hoh. der Kurfürstin eine Fackel- inusif mit den wiederholtesten lauten Vivats.‘‘ Se. Hoheit der Kurprinz ist in verwichener Nacht hier eingetroffen. | Se. Königl. Hoheit der Kurfürst haben das Ministe- rium des Junnern dem Staats-Minister von Schminfe und die hierdurch erledigte Stelle des. Staats-Ministers der aus- wärtigen Angelegenheiten dem Geheimen Kabinetsrath von Meysenbug úübertrageiï; ferner haben Se. Königl. Hoheit den Negierungs - Direktor Hassenpflug zum Präsidenten der Regierung für die Provinz Niederhessen und den Ministes rialrath Kieß zum Direktor der Regierung für die Provinz Hanau ernannur. Kassel, 8. Jan. Am heutigen Tage fand die feier- liche Uebergabe der Verfassungs - Urkunde statt, wobei der Erbmarschall eine Rede hielt, in welcher derselbe Sr. Köô- niglichen Hoheit dem Kurfürsten dankte und um die Geneh- migung bat, Sr. Königl. Hoheit, nah dem Wunsche der danfbaren Stände, zum Andenken des heutigen Tages, eine Statue errichten zu dürfen, was von dem Kurfürsten geneh- migt wurdo. Während der Eideeleistung erfolgten 101 -Ka- nonenschüsse.. Nach derselben verliez der Kurfürst den Thron und nahm die Glückwünsche des diplomatischen Corps an. Die Verfassungs - Urkunde enthält folgende Abschnitte : I. Von dem Staatsgebiete, der Regierungsform, Regie- rungsfolge und Regentschaft. Il, Von dem Landesfürsten und den Gliedern des Fürstenhauses. Ill. Von den allgemeinen Rechten und Pflichten der Unterthanen. TV. Von den Ges meinden und von den Bezirksräthen. V. Von den Stan- desherren und den rittershafclihen Körperschaften. VI. Von den Staatsdienèrn. Vil, Von den Landständen. VIIl, Von den obersten Staatsbehörden. TX. Von der Rechtspflege. X. Von den Kirchen, den Unterrichts - Anstalten und den milden Stiftungen. X[I. Von dem Staatshaushalte. Xil, All- gemeine Bestimmungen, vorübergehende Bestimmungen.

S ch w eiz.

_Bern, 1. Jan. Jn der vorgestern gehaltenen 5ten Sißung der Tagsaßung wurde beschlossen, daß zwar ein eie gentliches Aufgebot des Bundes-Auszugs noch nicht stattha- ben solle, wohl aber die Einúbung der Truppen in den Kan- tonen. Auch soll eine imposante Landwehr errichtet und das bei vorzüglih auf Schüßen Rücksicht genommen werden. Vor der Hand aber wurden der große Stab und die Brigadestäbe sammt etwas Kavallerie einberufen, auch das Kriegs - Kome missariat unter Leitung des Hrn. Obersten Pourtales wird sich in Luzern versammeln. Bis zum 5ten d. ist nunmehr die Tags saßung vertagt und wird dann in Luzern wieder zusammen- treten.

figen Schritte bei allen Kantonen zu Bereithaltung des zur Bundes-Armee zu liefernden Materiellen und allfällig erfor- derliher Ergänzung aller Vorräthe von Kriegs - Bedürfnissen an Geshúß, Munition, Fuhrwerken u. \. w.

Die Anzahl derer, welche zu der Stelle einèzs Befehls- hábers des Bündés - kerés in Vorschlag gebracht werden

sollen, mehrt sch. Voran steht (wie der Schweizerische

Korrespondent meldet) der General Noten, ein Wallis ser, welcher sich in Spanien unter Mina Erfahrung sammelte. Dann der Oberst Wattenwyl von Rubigen aus Bern, wel- cher nach dem Ausbruch der Revolution als Oberst in Eng-

lischen Diensten stand. Ferner der Oberst Salis aus Bünd-

ten, der das erste Schweizer-Regiment der Garde des Königs von Frankreich befehligte. Dann der eidgenössische Oberst

Guiger von Prangins ; Zürch endlich soll einen Genfer, Hrn.

Constant de Rebecque, empfehlen.

- Die Militairaufsichts- Behörde macht bereits die vorläue

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Schaffhausen, 4. Jan. Im Kanton Basel neigt es fich wieder zu Aufregungen. Rothe Kokarden mit dem wei- ßen Kreuz erscheinen auf Hüten und Müßen. Zu Gelter- finden war am 27sten eine Volksversammlung, welche Wal- dungen für die Gemeinden reflamirt. i

Zu Aargau versammelte sich am 27sten der große Rath. Der wichtigste Theil seiner Verhandlungen waren die Er- gänzungs - Wahlen fúr den kleinen Rath und das Appella- tionsgeriht. Die Meinungen waren getheilt ; mehrere woll- ten eine provisorische Bestätigung des gesammten Personales beider Behörden bis zur Einführung der neuen Verfassung, zu welchem Ende sie sich vorzüglich auf einen Vorgang im Fahr 1814 stüßten, der aber denn doch nicht ganz auf die gegenwärtigen Verhältnisse paßt. Die andern dagegen dran- gen auf Ergänzung beider Behörden nach Vorschrift der jeßt noch in Kraft stehenden Verfassung, doch wöllten sie, daß ausdrücflih zu Protofoll genommen werde: es seyen diese Wahlen nur bis zu Einführung der Verfassung gültig. Diese Meinung erzielt eine Mehrheit von 73 Stimmen gegen 27. Am folgenden Tag wurden sämmtliche Austretende wieder gewählt.

Italien.

Rom, 30. Dez. Am L24sten d. überreichte der Marquis v. Lartour-Maubourg als Französischer Botschafter dem Kon- flave das Kondolenzschreiben seines Souverains wegen des Ablebens Pius VIIL. und hielt dabei eine feierliche Anrede an das heilige Kollegium, die vom Kardinal de Gregorio im Namen der Kardinäle erwiedert wurde.

In den leßtverflossenen Tagen s{chwoll der Tiber durch anhaltende Regengüsse und bei stark wehendem Südwestwinde dergestalt an, daß am 27sten und 28sten die niedrig gelege- nen Theile der Stadt, namentlich die Straßen Ripetta und dell’ Orso, der Plaß vor dem Pantheon und der Ghetto unter Wasser standen. Gestern begann das Wasser am Tage zu sinfen, hob sich aber am Abend wieder.

Die Bevölkerung Roms belief s{ch zu Ostern 1830 auf 147,285 Seelen, worunter 30 Bischöfe, 1455 Priester, 1936 Mönche und Ordensgeistliche, 1385 Nonnen, 560 Semina- risten u. s. w.; sie hat gegen die des vorigen Jahres um 2744 Seelen zugenommen.

Die Allgemeine Zeitung meldet in einem Schreiben aus Rom vom 28. Dez.: „Gestern hielt der Franzdsi\che Gesandte im Konklave seine Rede. Da sie in der hiesigen offiziellen Zeitung noch nicht abgedruckt ist, so läßt sich úber deren Jnhalt nihts Gewisses sagen. Es läuft aber im Pu- blifum das Gerücht, der Gesandte habe sich über das Prin- cip der Nicht - Intervention, welches sein Monarch in der weitesten Ausdehnung aufrecht zu erhalten gesonnen sey, auf eine solche Art ausgesprochen, daß es scheine, als wolle Franf- reich se:bst von seinem Veto keinen Gebrauch machen. Was die Sfkrutinien im Konklave betrifft, so erhält sich fort- während das Gerücht, die Stimmen seyen zwischen den Kar- dinálen Pacca und de Gregori getheilt ; indessen ist bekannt, daß man dem, was man darüber wissen will, nicht zu viel Glau- ben beimessen darf. Fremde und Einheimische vereinigen sich, die Einen der Feierlichkeiten und des Karnevals, die Andern der allgemeinen Noth wegen, in dem Wunsche, die Wahl so bald als möglih zu Stande gebracht zu sehen. Die sehr zahlreiche Klasse der Tagelöhner findet bei dem unausgeseßten Regenwetter und den Uebershwemmungen des Tiber wenig Arbeit, und man hat sich unter diesen Umständen genöthigt gesehen, in Gemäßheit einer alten Stiftung Brod unter die-

jelben vertheilen zu lassen. Einige vor kurzem hier vorge:

fallene Verhaftungen sollen keinesweges von wichtigen Ursachen herrühren, und man hört bei der Unbedeutsamkeit der Per- sonen fast niht mehr davon sprechen.‘

Neapel, 20. Dez. Durch eine Kdnigl. Verordnung vom vorgestrigen Datum wird allen, wegen politischer Verge- hen Verurtheilten die Hälfte der gegen sie verhängten Strafe erlassen. Die Galeerenstrafe wird für dieselben in einfaches Gefängniß, die der ewigen Verbannung in 5jähriges Exil gemildert. Ein früheres politisches Vergehen hört auf, ein Hinderniß für die Zulassungen zu öffentlichen Aemtern zu seyn. Die aus politischen Gründen außer Aftivität geseßten Öffiziere köunen sich um alle Civil - Aemter bewerben, zu de- nen sie die erforderlichen Eigenschaften besißen.

“Portugal.

Ein in England eingegangenes Privatschreiben aus Lif- sabon vom 18. Dez. bringt Folgendes: „Jn den lebten

Tagen wax hier das Gerücht, daß binnen turzem von hier -

Truppen nach der Provinz Minho marschiren sollen, wes-

halb aber, darüber Herrschen- die verschiedensten Meinungen. Einige führen als Grund dazu eine beabsichtigte Landung in Terceira an, was jedoch unter den dermaligen Verhältnissen nicht sehr wahrscheinlih ist, obgleih man hinzufügt, daß die Regierung von Terceira 3 große Schiffe als Beistand aus Brasilien erwarte, wovon das eine vorgeblich von der Regie- rung, das zweite von der Kaufmannschaft in Rio und das dritte von der, Kaufmannschaft in Bahia ausgerüstet seyn soll. Auch spricht man von ciner Seiten Franfreihs neuer- dings an die Spanische Regterung gemachten Forderung von 80 Millionen, die noch von dem leßten Aufenthalt der Fran- zösischen Truppen in Spanien herrührt. Der gegenwärtige Zustand der Europäischen Angelegenheiten erregt übrigens gter nothwendigerweise große Besorgnisse. Seit der lebten Jagdpartie Dorn Miguels fanden hier feine Verhaftungen statt, Lis vor einigen Tagen, wo ein Mann arretirt ward, der als Geschäfcsmann auf öffentlicher Auction Waffen ges fauft hatte.‘

Vereinigte Staaten von Nord-Amerika.

New-York, 1. Dez. Am 26sten v. M. feierten die hier anwesenden Franzosen die leßte Pariser Revolution. An die von ihnen veranstaltete großs Prozession hatten sich die hiesigen Gewerke mit ihren Zeichen und Fahnen anges schlossen; die ganze Stadt war in Bewegung; an Mittags- mahlen, Trinfgelagen, Gesängen und lauten Freudensbezeus gungen mangelte es nicht, indessen ist, so weit man erfahren, fein Unglúck vorgefallen.

Es heißt, der bei unserer Regierung affreditirte Mexi- fanische Gesandte Herr Tornel hade den in den Vereinigten Staaten angestellten Mexikanischen Konsuln anbefohlen, nur Mexifanern Pásse nach solchen Häfen zu ertheilen, die zwischen Tamaulipas und Galveston liegen ; diese Maaßregel hat hier einen schr ungünstigen Eindruck auf Alle gemacht, die mit Mexifo in Verbindung stehen. |

Der Oesterreichische General - Konsul, Baron von Lede- rer, hat dffentlich befannt gemacht, daß jeder Sklave von dem Augenblick an frei sey, wo er Oesterreichischen Boden beträte, indem seine Regierung anerkenne, daß jeder Mensch fein MYONA Recht und Anspruch auf bürgerliche Frei: eit habe. i

Aus der leßten Volkszählung ergiebt sich, daß in der Stadt und der Provinz von Philadelphia die Zahl der Bes wohner sih binnen 10 Jahren um 58,000; binnen 20 um 83,000 und binnen 30 um 114,000 Einwohner vermehrte ; sie beläuft sich decmalen auf 195,000.

F lan d

Berlin, 11. Jan. Nachrichten aus Schloß Reisen (im Großherzogthum Posen) zufolge, is daselbst Jhre ‘Durchlaucht die verwittwete Frau Fürstin Karolina Sulkowskfa, geborne Gräfin von Bubna und Cittiß, am 7ten d. M Abends in ihrem 72sten Lebensjahre an Altershwäche und Abzehrung sanft und ruhig verschieden.

Die Breslauer Zeitung meldet: „Am 1. Jan. verfügte sich eine Deputation des Offizier - Corps der 11. Dis vision zu ihrem ‘früheren Commandeur, Sr. Excellenz dem Hrn. General, Lieutenant außer Dienst, Freiherrn Hiller von Gärcringen, um ihm Glück zu wünshen und zue

“gleich als Zeichen ihrer Hochachtung und Verehrung, so wie

zur Erinnerung an die wichtigsten Tage seines thatenreichet und ruhmvollen Kriegerlebens, einen Ehrendegen zu überreis chen. Mit freudiger Rührung empfing der ehrwürdige Ve- teran, der seit dem Jahre 1784 mit Deutscher Treue dreien Königen von Preußen im Heere gedient hat, diesen Beweis von Liebe aus den auen seiner braven -Kameraden.‘/ Nach der weitern Mittheilung jenes Blattes enthält der Des gen die Namen von 61 Gefechten und Schlachten , in denen der Herr General mitgekämpft hat.“

Aus Bres lau vom 7cen d. wird gemeldet : Heute Abend nah 6 Uhr hatten wir hier den für unsere Gegenden höchst seltenen Anblick eines Nordlichts, dessen hoh in den Himmel herauf reihende Strahlen vom lichtesten Weiß abwechselnd bis ins glänzendste Dunkfelroth übergingen und mit dem O einer fernen Feuersbrunst einige Aehnlichkeit atten.

Auch in Stettin ist am 7ten d, das {dne Nord- licht beobachtet worden. Die dasige Zeitung meldet folgendes _ Nähere hierüber: „Man bemerkte zuerst um 6 Uhr Abends am nördlichen Horizonte einen dunkeln Kreise abschnitt, . den man für eine Wolke gehalten haben würde, wenn in demselben: nicht die Sterne für- ein - gutes Auge sicht-