1831 / 19 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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JFhr Wahlspruch seyn! Belgien beshwört Sie darum. Mit ihm fönnen Sie dieses Land vielleicht von den Uebeln retten, die es bedrohen, und so das Lob sich verdienen, nah welchem allein gute Bürger geizen dürfen. Voll Vertrauen auf Jhre Einsich- ret auf Jhre Vaterlandsliebe, verharren wir mit hoher Ach- ung 2c.‘

J. R. Lambermont. N. Goffin. H. Lafleur. P. Massart. F. Bolsée. J. Bomal. B. Berntiere. Ti- tulair et Comp. F. L. Namur. F. N. Lefeore. Ern. De- change. Heptia-Dechange. Noirfalize - Bronckart. Rece- veur. F. F. Syfermans. F. Jongen und Delrez. L. Kinkin. Charldt Bronn. Ch. Jonckers. A. Gavage. P. Lambotte. F. Chaittaye-Discry. F. F. Delarge. Lépouse Fos. Co- chau. Dné. Dtscey. F. Bernard. F. F. Francotte. N. Gof n. Piret und Lefebvre. F. F. Hontoy.—P. L. Pypers. F. F. J- Goffin. Martial-Ronge. G. A. Lamarche. Le- doux. Gerard Demet. J. F. Descry. T. F. Lambert. Veuve F. Lhoest-Beauduit. Urbain Fossoul. H. Legros. J. P. Marchez. A. Simonis. A. Disery. C. F. Grisard. Humblet-Thirard. B. Lafleur. F. G. Echement. Watrin- Dardespinne. F. Renard. F. Heptia. Burdo-Stas und Comp. A. F. Deneff. Watrin-Gomrée. Clement Francotte. L. J. Rodberg. Deribeaucourt. L. Elias. E. Renard. Carlier-Demet. G. Lafleur. G. F. Delabrassinne. Van- dermosen. Parfondry, Ain“. E. A. und H. F. Maquinay, frères. Hri. Libert. De Rosstus. B. Montulet. M. F. Lhonneur. F. J. Massart. F. L. De Lhonneur, lils.

. Neuville. Mouton. Guilmot. H. F. Londot. Edourt auzeur. F. C. Mosselman. F. F. Bourdau. De Blere- upont. F. J. Tilman. T. Corbester. F. N. Dupont N. Max. Lesoinne. H. Detige. Kemlin H. J- Malaise. Le- Tievre. H Debouny-Cajot. N. F. Goffart. F. F. Guilmin. L. Beaudrihaye et krères. F. Spineuk. Spineur et Moyse. J. T. Dubois. F. Beaudrihaye. C. F. Davreur. F Spermens. —- Fred. De Sauvage. Ch. Behr. Veuve Dubois-Dandrimont. . M. Orban et tils. F. Drion-Libert. D. D. Gavage. T I. Xhafflaire. Bethune-Fassin. Forgeur. H. Gilman. F. Deboubers , lils. F. N. David. S. F. Irard. j P. Gerard. F. J. Deprez. F. M. H. Lemaire. L.

rins-Beaudrihaye. Vanzuylen-Constant. —— Ch. Constant. lorent Martial. H. F. Dumoulin. F. Lazarus. Veuve emet. P. F. Renard. Pinsmay. B. Horne. F. Behr. L. D. Collard. Fred. Braconnier. W. M. Rai. Poueét Lt. Stas, N. Cerfontaine. D. S. Joiris. Corbe- sier, frères. L. A. F. Rodberg. Jean Libert. Franc. Ho- nin. L. Lhoest. B. F. Collette. L. Collette. F. F. Collette-Beco. Jos. et C. Begasse. Nicolas De Sauvage. Ch. Dubois. F. J. Bellefroid. D. Beyne, tils. Ras- quinet. Baud. Coison. F. J. Thonard. Pierard. Veuve Dallemagne-Elias. H. Dessain. F. B. Ronge, flils. L. Beaujean. Aug. Doreye, ils. H. Beurkens. F. Franquet. Ch. Rossius. —— C. F. Mean. C. F. Cleinge, tc. 2c. 1c. Lüttich, den 6. Dez. 1839. :

Deutschland.

annover, 15. Jan. Folgendes sind die beiden (in der 1sten Beilage erwähnten) Proclamationen :

(Nr. 1.)

Ado!phus Frederick, Königl. Prinz von Großbritanien, Her- zog von Cambridge, Heros zu Braunschweig und Lüneburg, Ge- neral-Gouverneur des Köntgsöreichs Hannover. Bürger und Ein- wohner von Göttingen! Eure Deputirte werden Euch die Ant- wort mitgetheilt haben, welche Jch ihnen auf die Mir- vorgetra- genen Wünsche gegeben habe. Außerdem aber muß Jch noch ein ernst warnendes Wort zu Euch reden. Bürger von Göttin-

en! bedenkt wohl, wozu Fhr Euch entschließt! Keine Stadt im öntgreiche hat mchrere Zeugnisse der Königl. Huld und Guade aufzuweisen, als die Eurige. Mit nie ermüdender Sorgfalt und Kdnigl. Freigebigkeit psegien Hannovers Fürsten die Georg-Au- gusts-Universität. Fhr Glanz, ihr Flor war die Grundlage Eu- res Wohlstandes. Schwer is der Druck der Zeit, „Fh weiß es und bedaure es s{hmerzlich, auch if, in Uebereinstimmung mit den nâdigsten Absichten Meines Königl. Brudèrs, Mein ganzes treben dahin gerichtet, die Noth_zu lindern und die Last des Landes zu erleichtern; aber kein Ort im Königreiche empfand diesen Druck weniger, als der Eurige , denn berühmte Lehrer und ausgezeichnete Anstalten in Eurer Stadt zo- en fortdauernd“ eine zahlreiche Jugend in Eure Mitte. uch ist keine Beschwerde Eurer Bürgerschaft an die Regierung elangt, vielmehr ist diese unaufgefordert damit beschäftigt, Eurer ädtischen Verfassung und Verwaltung eine Ee Ein- richtung zu geben. Und Jhr, auf deren Dankbarkeit und Treue Euer König zuversichtlih glaubte zählen zu dürfen, Fhr greift

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wider den Willen der Obrigkeit geschehene Einseßung eines soge- nannten Gemeinde - Raths, Eure eigenmächtige Bewaffnung mit der Absicht, den Truppen Eures Königs sich zu widerseßen , ist Auflehnung wider die gele Ordnung, ist Aufruhr. Gern will Jch zwar glauben, daß die überwiegende Mehrzahl unter Euch

ist ; ja, daß bei Vielen nur dic Besorgniß für die Sicherheit ihres Eigen- thums die Veranlassung gewesen seyn mág, den Uebrigen sich anzu- schließen, und daß bei den Meisten von Euch, das Gefühl der dankbaren Erinnerung an die vielfachen Beweise der Gnade Eu- res Landesherrn noch nicht hat erstickt werden können; aber eilet, von Eurem Jrrthume zurückzukommen, und lasset Euch nicht in den Abgrund hineinsiürzen, der vor- Euren Füßen sih öfnet. Burger und Einwohner von Göttingen! vernehmet nochmals Meine Aufforderung und Warnung! Laßt die Euch verstattete Frist nicht vorübergehen , cilet vielmehr, Eure Unterwerfung zu erklären und die Truppen Eures Königs in Eurer Stadt aufzu- nehmen. Jch werde, nachdem dieses geschehen, gern bereit seyn, in Eure Mitte Mich zu begeben, Eure Wünsche anhdren und sie zu. dem Throne Eures gnädigsten Königs gelangen lassen. BVertrauet Seiner Huld, Seiner Gnade, Seiner Weisheit. Folgt Jhr aber dieser Meiner Aufforderung und War- nung nicht, oder ist Eure Unterwerfung nicht vollständig und unumwunden, wte Fch sle vorgeschrieben, \o werden die Trup- pen Eures Königs vor Eure Stadt rücken und die Gewalt der Waffen wird ihnen die Thore öffnen, die Jhr ihnen treubrüchig verschließt. Mit blutendem Herzen habe Jh hierzu die Befehle ertheilt, die Meine Pfliht Mir zum Geseße macht; denn Eure Stadt ift Mir lieb, und gern gedenke Fch der frohen Jahre, die Jch in Eurer Mitte verlebte. Oft habt Fhr Mir Versicherun- e Eurer Liebe und Treue gegeben. Fehßt bewahrheitet dieselbe. cihet nicht ferner Gehdôr den Stimmen derienigen, die zum Be- harren im Aufcuhre Euch reizen; sie haben nicht das wahre Beste Eurer Stadt und Bürgerschaft vor Augen, sondern bereiten Eu- rer Ruhe und Eurem Wohlstande ein sicheres Verderben. Hdret vielmehr auf Mcine Euch väterlih warnende Stimme! Bürger und Einwohner von Göttingen ! kehret um zur Treue und zum Gehorsam gegen Euren König und Landesherrn! öffnet Seinen Truppen die Thore! Wo nicht, so komme über Euch das Blut, welches fließen wird, Uber Euch der Ruin Eurer jebt blühenden Stadt und die Aufrührer treffe die volle Strenge der richtenden Gerechtigkeit. Fch befehle dem Magistrate und der A E der Stadt Gôttingen, diese Proclamation #o- ort an allen Straßen-Ecken und dffentlichen Pläßen auschlagen und Haus betHaus vertheilen zu lassen, auch unverzüglich die Bürger-De- putirte and Gilde-Vorsieher zusammen zu rufen, uud mit ihnen vereint zu berathen, was ihr geleisteter Huldigungseid, ihre Pflicht und das wahre Wohl der Stadt gebieterisch von ihnen erheischen. Hannover, den 13. Fanuar 1531. Adolphus Frederick.

4 P Adolphus Frederick, Sniglicher Prinz von Großbritanien Herzog von Cambridge, Herzog zu Braunschweig und èUneburg, General-Gouverneur des Königreichs Hannover. Große Gefah= ren nahen sich der dortigen Stadt, woenn deren Eintvoohner, un- eingedenk der zahllosen Wohlthaten, welche se von ihrem Lan- desherrn empfingen, im Aufruhre starrsinnig beharrend, den Be- dingungen sich nicht unterwerfen, welche Jch ihnen vorgezeichnet habe. FSUr Euch, Meine jungen Freunde, Überall keîn Grund zum längern Verweileu vorhanden. Durch die Verordnung vom 11. d. sind die Vorlesungen der Universität für geschlossen erklärt und Jhr seyd aufgefordert - und angewiesen, die Stadt sofort zu verlassen und in Eure Heimath zurückzukehren. Eilet, die Auf- LOuns zu gra eilet, Euch migen von einer Sache, die uch fremd ift, und von der strafbaren Theilnahme an den auf- rührerischen Enge der sich auflehnenden Bürger. Hanno- veraner' Waget nicht, den Truppen Eures Königs Euch zu wi- derseßen; Jhr würdet eine {wer zu büßende Schuld auf Euch laden! Und Jhr, die Jhr aus anderen Staaten auf die Georgia Augusta famct, um Euren Geist auszubilden, lohnet ihr nicht mit schwarzem Undanke. Denn Jhr irret, wenn Jhr glaubt, daß Euer Beiftand der Universität, der Stadt und den Bürgern zum rommen gereichen könne. Er kann nur zu deren und Eurem erderben führen. Erfolgt die freiwillige Unterwerfung der Stadt nicht, so wird die Gewalt der Waffen eintreten. Drohet dann auch. Euch Gefahr, so habt Jhr selbst es verschul- det. Jch habe Euch gewarnt. Gedenket der Hei- math, gedenket des Kummers und der Trauer, die Jhr durch längeres Verbleiben Euren Familien bereitet. Hdret auf Mei- nen väterlich-warnenden Ruf! Verlasset Alle eiligst die Stadt und kehret in Eure Heimath zurück. Hannover, den 13. Fan. 1831. - Adolphus Fréderick.

An die Studirenden auf der Uni- versität Göttingen.

um Aufruhr! Denn, wie auch Euer Verfahren von Euren Ver- fährern Euch vorgespiegelt seyn mag, die von Euch eigenmächtig

C E D nene ——

Gedrucki hei A. W. Hayn.

Redacteur Fohn. Mitredacteu: Cottel.

nur im Jerthum befangen, nur von einzelnen Wenigen mit fortgerissen

| Me 19.

Allgemeine

aats-JZeitung.

Preußische St

Amtliche Nachrichten.

Kronik des Tages.

Des Königs Majestät haben geruht, den bisherigen Re- gierungsrath Schlick zu Sumbinnen zum Ober-Regierungs- rath und Dirigenten der Abtheilung für Domainen, Forsten and direkte Steuern bei dem Regierungs - Kollegium daselbst 2 Se, Mai. der König haven tem Schlossermeister Ed uar d Heymann hierselbst den Titel eines Hof-Schlossers beizule-

gen geruht.

meme r A Gia

Zeitungs-Nachrichten. Ausland.

Frankrei 0.

eputirten-Kammer. Jun der Sißung vom 10. ne wurden die Berathungen über den Geseß-Entwurf wegen der Zusammenstellung der Assisenhöôfe fortgeseßt. Das in der vorhergehenden Sibung in Vorschlag gebrachte Amen- dement des Herrn Salvandy, wonach die zu. den Assisen zu berufenden Ñitglieder der Königl, Gerichtshdfe nach der Reihefolge durch eine besondere Kommission , bestehend aus dem ersrteu Präsidenten, den Kammer : Präsidenten und dem Aeltesten der Räthe des betressenden Königl. Gerichtshofes, ernannt werden sollten, wurde nah einigen Bemerkungen der Herren Mestabier, Kerbertin und Agier verworfen. Éin Gleiches geschah mit fünf andern Amendements, wovon das eine von der Kommission und die vier andern von den Herren Kerbertin, Caumartin, Jacquinot de ‘Pampelune und Martin herrührtten; sie wurden sämmtlich verworfen. Man ging hierauf zu dem 3ten Artikel des ursprünglichen Geseß- Entwurfes über, wonach die Entscheidung der Jury künftig mit 8 gegen 4 Stimmen erfolgen soll. Die Herren Mar - tin und Laisné de Villevêque verlangten eine Majori- tát von 9 gegen 3 Stimmen und die Herren Dumont de St, Priest, Gaujal und v. Tracy die Einmüthigkeit, Ersterer in allen Fällen, die beiden Andern aber nur dann, wenn von der Euïscheidung die Todesstrafe ab- hinge. Der Minister des öffentlihen Unterrichts machte die Bemerkung, daß, wenn das Geseß zur Verur- theilung cder Freisprehung die Einmüthigkeit erheilchen wollte, die Entscheidung immer nur ein Resultat der Zuge- ständnisse und der Schwäche, mithin unwahr und unmora- lisch, seyn würde: Jn demselben Augenblicke, fügte er hinzu, wo man in England daran denke, das Gute und Weise der Französischen _Gesebgebung in die dörtige zu übertragen, músse man nicht aus der Englischen Geseßgebung gerade däs- jenige entnehmen wollen, was sie Untaugliches enthalte. Nach- dem der Antrag des Hrn. Dumont de. St. Priest verwor- fen worden, trat Hr. Gaujal zur Vertheidigung des seini- gen auf. Niemand, meinte. er, fôune in Abrede stellen, daß, um die Todesstrafe anzuwenden, eine Art von Unfechlbarkeit nothwendig sey; eine solche lasse sih aber nur annehmeu, wenn die Meliuungen einstimmig wären; Einige behaupteten zwar, daß eiue solche CEinmüthigkeit nie erzielt werden würde, sobald die Geschworenen. wüßten, daß von ihrer Entscheidung die Todesstrafe abhinge; diese Ansicht sey inzwischen, wie er aus eigenét, Erfahrung wisse, völlig ungegründetz er selbst habe mehrmals in- einer Ajsise deu Vorsiß geführt ; zweimal sey die Todesstrafe zuerkannt. worden, und: beide Make sey die Entscheidung der Jury einstimmig - gewejen. Herr von Tracy-sprach sich ganz in derselben Weise aus; nur daß er eine andere Abfassung des Artikels in Antrag brachte ;

Berlin, Mittwoch den [9ten Januar

1831.

in Fällen, wo die Geschwornen nichr einmüthig wären, wollte er, daß man die der. Todesstrafe zunächst stehende Strafe verhänge. „„Jn dem Interesse der Menschheit‘, äußerte ers „„verlauge ich, daß die schrecklihe, niht wieder gut zu ma- chende Strase des Todes nicht ferner leihthin zuerkannt werde. Noch nie habe ih die Nothwendigkeit dieser Strafe beweisen hôren, ohne mich der Worte jenes Fanatifers des Mittelalters zu erinnern, der ín dem furhtbaren Kriege gegen die Albigenser rief: „,,„Töôdtet nur immerzu, Gott wird die Gu- ten schon herauszufinden“ wissen!//// Diese Worte führen mir zugleich dicjeaigen eines nur allzuberühmten Publizisten (Hrn. v. Bonald) ins Gedächtniß zurück, der bei den Berathungew úber das Safrilegiums-Geses unter Anderm äußerte, daß ein Todes-Urtheil nur ein Urtheil in 1ster Instanz sey, und daß die Angeklagten dadurch vor ihren natürlichen Richter gewiesen würden. Nach meiner innigen Ueberzeugung hat die Gesellschaft das Recht nicht, einen Angeschuldigten am Lebcn zu strafen; miubdestens verlange ih aber, daß die To- desstrafe niemals ausgesprochen werde, wenn die Jury nicht ein- stimmig gewesen ist. Der General Lafayette sprach sich über den Gegenstand folgendermaßen aus :! „Der fonslituirenden Ver- sammlung verdanfen wir die Geshwornen-Gerichte. Nach einex langen Debatte, worin Mehrere die Einmüthigfkeit zu einem Urtheilsspruche verlängten, entschied man sich endlich für eine Majorität pon 10 gegen 2 Stimmen. Von der Abschaffung der Todesstrafe wollte die fonstituirende Versammlung nichts wz die Folge davon war, daß die Jnstitution der Jury bald wieder“ umgestüärzt und die Guillotine in ganz Frankreich umhergeführt wurde. Die Versuche, die unter Napoleon ge- macht wurden, um den Einfluß der Geshwornen-Gerichte zu schwächen, sind Jhnen bekaunt. Der Revolution von 1830 gebührt es, dem Beispiele der konstituirenden Versammlung zu folgen und die Zahl 10 gegen 2 wieder herzustellen. Was den Vor- {lag des Hrn. v. Tracy anbetrifst, so pflichte ich meinerseits demselben bei, Gesckt, Einer unter uns, m. H., wäre Zeuge, wie man einen Unglücklichen zum Schaffotte sührte , der auf

dem Wege dahin feine Unschuld betheuerte und mit einer

Majorität von 8, 9, fogar 10 Stimmen fondemnirt worden

wäre z welche schmerzliche Empfindung müßte sich da nicht un- -

serer, der Geseßzgeber, bemächtigen , die wir uns sagen müßs ten, daß ein Mensch, der von 2, 3 oder 4 Geschwornen für unschuldig befunden worden, nichtsdestoweniger nach dem Buchstaben eines von uns gegebenen Geseßes- zum Tode ge- führt wärde!‘/ Hr. Girod erflärte, daß er selbst zwar stets für die Abjchaffung der Todesfsrafe gestimmt habe; hiervon sey indessen in diesem Augenblicke gar feine Rede; es haudle fich blóy um die Frage, welche Majorität nothwen- dig sey, um ein Urtheil als richtig gelten zu lassen; nun bes ruhten aber alle men)chlihen Urtheile in Kriminal: Prozessen auf bloßen Wahrscheinlichfeiten, mithin auch die Einmüthig- feit des Erkenntnisses; denn Niemand könne dafür stes. hen, daß, wenn statt der 12 Geschwornen, die ein Urtheil gesprochen, 12 andere das Urtheil zu fällen gehabt hätten, dieses nicht vielleiht ganz anders. ausgefallen wäre. Yus diesen Gründen glaube er Le auch, daß selbst bei Verbrechen, worauf die Todesstrafe stehe, die erforderliche Stimmenzahl dieselbe, wie in allen Übrigen Fällen, seyn músse.

r. Renouard, Königl. Commissair, theilte diese Ansicht. És gebe Manchen, meinte er, dem an seinem Leben weniger als an seiner Freiheit und seiner Ehre liege, und man dürfe sich- daher in einem Falle nicht gewissenhafter als in den übri gen zeigen. Hr. v. Tracy ergriff hierauf noch einmal das Wort und stügte sich zur Behauptung seiner Meinung. auf einen unlängst stattgefundenen, Kriminal - Prozeß, wo ein Mensch „- der nah der Entscheidung einer Jury zum Tode verurtheilt war, nachdem das Urtheil wegen eines Fehlers 'in der Form fassirt worden, von einem andern Assisenhofe freigesprochen wurde. Ein solcher schlagender Widerspruch,